MITTENDRIN - Stiftung Scheuern

stiftung.scheuern.de

MITTENDRIN - Stiftung Scheuern

Ausgabe 16

MITTENDRIN

Jahreslosung 2009:

Was bei den Menschen unmöglich ist,

das ist bei Gott möglich (Lukas 18, 27)

Schwerpunktthema

„Zukunft im Blick“

Aktuelles aus den Bereichen

Werkstattrat / Heimbeirat

Förderverein

Ev. Kirchengemeinde

Personalien

Termine

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Inhaltsverzeichnis

„Vertraut den neuen Wegen...“ Seite 3

Landesbehindertenbeauftragter Rheinland-Pfalz Seite 4

Integra - Leben nach Hirnschädigung Seite 4, 5, 6

Budget für Arbeit Seite 7

BIS Seite 8

Wohnschule und Projekt Probewohnen Seite 9, 10

Persönliches Budget Seite 11, 12

Werkstatträte Seite 13, 14

Heimbeirat Seite 15

Förder- und Freundeskreis Seite 15

Kirchenvorstandswahl Seite 16, 17

Evangelische Kirchengemeinde Seite 18

Sanierung der Heizungsanlage Seite 19

Bildung- Freizeit und Kultur Seite 20, 21

Orgelpfeife Seite 21

Unterhalt Seite 22

Spendenaktion Seite 22

Jubiläen Seite 23, 24

Personal Seite 25, 26

Gedenken verstorbener Bewohner Seite 26

Termine Seite 27

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


„Vertraut den neuen Wegen...“

Liebe Leserinnen und Leser,

vor 159 Jahren wurden die Heime

Scheuern gegründet. Seitdem wohnen

in und um Nassau Menschen

mit Behinderungen wie fast überall

in Deutschland überwiegend in stationären

Wohngruppen. Aber auch

bei uns entscheiden sich seit über 10

Jahren immer mehr Menschen für

alternative Wohnformen. Viele von

ihnen haben sich durch den Besuch

unserer Wohnschule auf ihre neue

Wohnform vorbereitet. Jeder zehnte

Bewohner von Scheuern lebt schon

jetzt nicht mehr in einer klassischen

Wohngruppe.

Die Heime Scheuern unterstützen

grundsätzlich die aktuelle Weiterentwicklung

der Eingliederungshilfe

auf der Grundlage personenzentrierter

Prinzipien. Bereits seit vielen

Jahrzehnten ist der Stiftungszweck

in unserer Satzung auf den Punkt

gebracht mit der Formulierung, dass

die Stiftung „im Geist des Evangeliums

die Notlage hilfsbedürftiger

Menschen.... mildern“ will. Die

Sicht des Evangeliums ist individuell

auf den einzelnen Menschen bezogen.

„Was willst du, was ich dir tun

soll?“, das war die Frage, mit der

Jesus auf Menschen zuging. Daher

fragen die Heime Scheuern heute

ganz konkret: Wie wollen Menschen

mit Behinderungen zukünftig

wohnen und arbeiten? Wie müssen

sich die Heime Scheuern zukünftig

positionieren, um auch weiterhin

den Interessen der Menschen mit

Behinderungen dienende Angebote

machen zu können, die dem Geist

des Evangeliums standhalten und

auch marktgerecht sind?

Im Februar diesen Jahres fand in

Koblenz eine zweitägige Zukunftskonferenz

statt. Vertreter des Sozialministeriums

aus Mainz, der Kreisverwaltung

des Rhein-Lahn-Kreises

und der verschiedenen Gremien der

Heime Scheuern nahmen sich zwei

Tage Zeit, um über Handlungsentwürfe

und Entwicklungsschritte für

ein selbstbestimmtes Leben, Wohnen

und Arbeiten von Menschen

mit Behinderungen nachzudenken.

Die grundsätzliche Bereitschaft der

Heime Scheuern, dezentrale Hilfen

für Menschen mit Behinderungen

aufzubauen, wurde in Koblenz

deutlich zum Ausdruck gebracht. Der

Bericht zur Zukunftskonferenz liegt

dieser Ausgabe von MITTENDRIN

als Sonderdruck bei.

Für den 29. August 2009 sind um

9.30 Uhr und 14.00 Uhr zwei Informationsveranstaltungen

über den

Prozess der Weiterentwicklung der

Heime Scheuern für Bewohnerinnen

und Bewohner, Werkstattbeschäftigte,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Angehörige

und gesetzliche Betreuer

geplant, zu denen noch gesondert

eingeladen wird. In diesen Veranstaltungen

sollen durch Referate

des Landesbehindertenbeauftragten,

eines Vertreters des Ministeriums und

der Leitung der Heime Scheuern ein

möglichst breites Spektrum an Informationen

zur aktuellen Zielsetzung

vermittelt werden. Im Herbst diesen

Jahres werden dann alle Betroffenen

und Interessierten zu Workshops

eingeladen, in denen sie am Planungs-

und Veränderungsprozess

mitarbeiten können.

Wir würden uns sehr freuen, wenn

möglichst viele diese Beteiligungs-

möglichkeiten nutzen würden, damit

es ein transparenter von vielen

mitgetragener Prozess wird. Uns ist

wichtig, dass aus Betroffenen Beteiligte

werden.

MITTENDRIN wird regelmäßig über

den Fortgang der Weiterentwicklung

berichten.

Eckhard Bahlmann

Pfarrer und Direktor

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Besuch vom Landesbehindertenbeauftragten

Rheinland-Pfalz Ottmar Miles-Paul

Am 23. Juli 2009 kommt der Beauftragte

für Belange behinderter Menschen

des Landes Rheinland-Pfalz

Ottmar Miles-Paul zu Besuch nach

Nassau. Er nimmt sich Zeit, um mit

dem Werkstattrat, dem Heimbeirat

und dem Betreuerrat zu sprechen.

Topthemen sind die Veränderungen

in der Behindertenhilfe, die durch

die Dezentralisierung und Ambulantisierung

von Angeboten entstehen

werden. Ottmar Miles-Paul wurde

im Rahmen der Zukunftskonferenz

der Heilerziehungs- und Pflegeheime

Scheuern eingeladen, um gemeinsam

über die Wünsche, Sorgen

und Anregungen der Menschen zu

sprechen. Am Vormittag führt Ottmar

Miles-Paul jeweils Gespräche mit

den Vertretungsgremien für behinderte

Menschen aus den Heimen

Scheuern. Nachmittags findet in

der Begegnungsstätte „Orgelpfeife“

eine Gesprächsrunde statt, an der

die Stiftungsleitung, der Betreuerrat

und die Vorsitzenden und stellvertretenden

Vorsitzenden vom Heimbeirat

und Werkstattrat, sowie die Vertrauenspersonen

und die Mitarbeitervertretung

teilnehmen werden.

Ottmar Miles-Paul -

Landesbehindertenbeauftragter

INTEGRA - Leben nach Hirnschädigung

Ein neues Projekt entsteht.

INTEGRA

Leben nach

Hirnschädigung

Eine Initiative der Stiftung Heilerziehungs­ und

Pflegeheime Scheuern, Am Burgberg 16, 56377 Nassau

INTEGRA ist ein Netzwerk für soziale Von der Idee bis zur Umsetzung hat Arbeit, sich für diesen Personenkreis

und berufliche Rehabilitation

Unfall,

jugendlicher

und erwachsener Menschen Radtke, Leitung der Tagesförderstätte, Stelle geweckt. In der Bad Em-

Tumor oder Schlaganfall…

Kooperationspartner

es ein gutes Jahr gedauert. Gabriele einzusetzen, war schon an anderer

nach erworbener Hirnschädigung. 500.000 Menschen war werden es, die jährlich auf den in speziellen Bedarf ser Werkstatt Praxis für für psychisch Physiotherapie kranke

Im Rosengarten, 56377 Nassau

Deutschland durch der eine Menschen Hirnschädigung aufmerksam aus wurde. Menschen (Montage- und Dienstleistungszentrum)

In Deutschland werden dem jährlich Leben gerissen.

Das Interesse

Häufig nach

von

Unfall,

Bernd Feix, Leiter

Montage & Dienstleistungszentrum

lief bereits die

Schlaganfall oder Tumor.

etwa eine halbe Million Menschen

Nieverner Str. 9, 56130 Bad Ems

durch eine Hirnschädigung

Die

aus

Folgen

dem

für das Gehirn als Zentralorgan

sind beträchtlich. Die Menschen erleben tiefe

Zentrum für Wahrnehmung

Leben gerissen, meist in Folge von

Einschnitte in ihrer persönlichen, familiären

Casinostraße 48–54, 56068 Koblenz

Unfall, Schlaganfall oder oder Tumor. beruflichen Da Biografie.

das Gehirn das Zentralorgan des

Praxis für Ergotherapie

Nach einer guten medizinischen Versorgung

Emser Straße 14, 56377 Nassau

Menschen ist, sind die Folgen stellt sich meist für die Betroffenen und Angehörigen

erleben die Frage nach der langfristigen Gestal­

beträchtlich. Die Menschen

Neuropsychologie Dr. Andrew Barnes

Bahnhofstraße 1, 56130 Bad Ems

tiefe Einschnitte in ihrer tung persönlichen,

familiären oder beruflichen

Das Netzwerk schließt eine Versorgungs­

und Teilhabe am Leben.

Praxis für Logopädie

Biografie.

lücke durch spezialisierte Angebote.

Römerstraße 84, 56130 Bad Ems

Die neue Initiative der Stiftung Heilerziehungs-

und Pflegeheime Scheuern

wurde im März 2009 im Rahmen

Ihre Ansprechpartner:

der Informationsveranstaltung „Auf

Frau Julia Tiwi, Herr Ralph Wick

einmal ist alles anders – Leben nach

erworbener Hirnschädigung“ erstmals

der Öffentlichkeit präsentiert.

Kostenfreie Hotline: 0800 5887820

info@integra-rhein-lahn.de

Das Interesse war groß.

V. l. Gabriele Radtke, Leitung Tagesförderstätte im Gespräch mit Heinz Günther H.

www.integra-rhein-lahn.de

Netzw

hs_flyer_dinlang.indd 1

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Zusammenarbeit mit dem in Bad

Ems niedergelassenen Psychologen

und Neuropsychologen Dr. Andrew

Barnes, der sich auch für die soziale

und berufliche Rehabilitation hirnverletzter

Menschen einsetzt.

Eine Analyse in den Heimen Scheuern

führte zum dem Ergebnis: die

Stiftung begleitet mehr Menschen

mit erworbener Hirnschädigung als

vermutet. Hinzu kamen zunehmende

Anfragen von Betroffenen.

In den Gesprächen mit den Mitarbeitern

des eigenen Hauses und

Fachleuten aus anderen Organisationen

wurde immer deutlicher, dass

sich für die betroffenen Menschen

und ihre Angehörigen nach einer

guten medizinischen Versorgung

oft die Frage nach der langfristigen

Gestaltung der Teilhabe am sozialen

und beruflichen Leben stellt.

Diese Tatsache veranlasste Bernd

Feix mit INTEGRA die Lücke in der

Langzeitrehabilitation für unsere

Region zu schließen. Dabei ist ihm

wichtig, nicht nur Wohn- und Beschäftigungsangebote

zu realisieren,

sondern einen Therapeutenverbund

einzubeziehen. Die verschiedenen

Hilfen sollen gut vernetzt werden.

Was bietet INTEGRA?

INTEGRA unterstützt die eigenverantwortliche

und selbstbestimmte

Lebensführung durch individuelle

Wohnangebote, zum Beispiel im

Rahmen des Persönlichen Budgets.

Zur Wiederherstellung der Lebensbezüge

nach der Schädigung des zentralen

Nervensystems gehören auch

tagesstrukturierende Maßnahmen.

Hierfür gibt es eine Rehabilitationsgruppe.

Angebote zur beruflichen

Rehabilitation reichen von Arbeitserprobungen

in verschiedenen

Betrieben der Stiftung über eine Begleitung

durch den Berufsbildungsund

Integrationsservice (BIS) bis hin

zu einer spezialisierten Werkstatt für

behinderte Menschen. Ziel ist stets

die größtmögliche berufliche Teilhabe

und Eingliederung in den ersten

Arbeitsmarkt. Wenn Betroffene mit

anderen Menschen in vergleichbaren

Lebenssituationen in Kontakt treten

wollen, unterstützt INTEGRA dies

durch Gründung einer Angehörigenoder

Selbsthilfegruppe.

Für die Betroffenen sind schnelle und

kurze Wege von unschätzbarem Wert

und werden durch die Beratungshotline

gewährleistet. Hilfen werden

gebündelt. INTEGRA kooperiert mit

einem Therapieverbund, dem ein

klinischer Neuropsychologe und Praxen

für Physiotherapie, Ergotherapie

und Logopädie angehören.

INTEGRA-Treffen:

Angehörigen: 10.06. 2009,

29.07.2009 jeweils um 19.30 Uhr bis

21.00 Uhr

Die Angehörigengruppe trifft sich im

Kulturkeller des Günter-Leifheit-Kulturhauses,

Obertal1, 56377 Nassau.

Betroffene: 24.06. 05.08.2009 jeweils

um 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr

Die Treffen finden jeweils im Versammlungsraum

auf dem Gelände der Heilerziehungs-

und Pflegeheime statt.

19.08. 2009 um 18.30 Uhr gemeinsames

Grillen am Fischteich.

Kostenfreie Beratungshotline

0800 5887820

oder www.integra-rhein-lahn.de.

INTEGRA konkret für Heinz Günther H. und viele andere

Über die Lebensgeschichte eines Mannes nach Hirnverletzung und wie seine Bedürfnisse

zum Dreh- und Angelpunkt einer Projektidee der Heime Scheuern wurden.

Heinz Günther H. lebt heute nach

vielen Jahren wieder zusammen mit

seiner Frau im eigenen Haus. Die

Betreuung in der Tagesförderstätte

machte es möglich.

Was geschah:

Im Juli 2003 verlor er durch einen

Motorradunfall fast sein Leben. Zu

seinem Glück war unmittelbar ärztliche

Versorgung zur Stelle. Er trug

schwere Hirnverletzungen davon.

Nach Akutversorgung, Intensivstation

und Rehabilitation ging es mangels

anderer Möglichkeiten in ein

Pflegeheim, glücklicherweise eine

Facheinrichtung für neurologische

Erkrankungen in Wetzlar, in der Patienten

der Phase F betreut werden.

Mit Phase F wird die neurologische

Phase bezeichnet, in der dauerhaft

betreuende und/oder aktivierende

Leistungen erforderlich sind. Für

Iris H. war immer klar, sie wollte

ihren Mann nach Hause holen.

Dies gestaltete sich als ein äußerst

schwieriges Unterfangen, was nach

eigener Aussage „nicht die Regel

nach solch schweren Schädigungen

des zentralen Nervensystems ist.“

Erst einmal musste das Eigenheim

möglichst barrierefrei um- und fertiggebaut

werden. Sie bewältigte

diesen Kraftakt zusätzlich zu häufigen

Besuchen bei ihrem Mann und ihrer

Berufstätigkeit in Frankfurt. Im Jahr

2006 kam Heinz Günther H. endlich

nach Hause.

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Der Altag beginnt

wir begonnen, soziale Kontakte zu

beleben. Durch den Unfall hat mein

Mann viele Freunde verloren, aber

auch neue hinzugewonnen.“ Für

Heinz Günther H. stellte sich die

Frage, wie es beruflich weitergeht.

„Ich brauche Arbeit, das ist ganz

wichtig“, sagt er selbst. „Ich habe

immer gewusst, wo es lang geht,

aber nach dem Unfall, wuff – leer

– leerer Raum – ich habe keinen Wert

mehr.“ Traurigkeit und Depressionen

machen ihm immer wieder zu schaffen.

Über seine Frau an seiner Seite

ist er sehr froh: „Wir sind ein gutes

Team“, und sein Glaube gibt ihm

Halt. Auf der Suche nach sinnvoller

und angemessener Beschäftigung für

2007 in die Seniorenbetreuung der

Tagesförderstätte aufgenommen

wurde. Das war ein Kompromiss

für ihn, weil die Angebote dieser

Gruppe mit seinen Interessen zu

vereinbaren waren, die Alltagsabläufe

eher zu ihm passten und auch

seine kognitiven Fähigkeiten dort am

besten gefördert werden konnten.

Seit dieser Zeit hat Heinz Günther

H. enorme Fortschritte gemacht: So

konnte z.B. aufgrund des Trinktrainings

seine Magensonde entfernt

werden. Teilweise war er noch auf

den Rollstuhl angewiesen, jetzt

kann er recht gut laufen, und auch

seine Orientierungsfähigkeit ist viel

besser geworden. Heinz Günter H.

V. l.n. r.: Bezugsbetreuerin Andrea Bruck in der Tagesförderstätte gemeinsam mit Ehepaar H.

Das Ehepaar erlebte alle Höhen

und Tiefen der ambulanten Hilfen.

Heute sagt Iris H.: „Das musste

wohl alles so sein, damit wir unseren

Weg finden konnten. Irgendwie

mussten wir immer wieder das Rad

neu erfinden. Ich wäre damals froh

darüber gewesen, wenn ich an eine

koordinierende Fachstelle geraten

wäre, die Sie heute mit INTEGRA

anbieten.“ Aufwärts ging es, als

der hinzugezogene Physiotherapeut

begann, sich engagiert und mit

viel Einfühlungsvermögen für Heinz

Günther H. einzusetzen. Weil sich

Beruf und die häusliche Rehabilitation

zum damaligen Zeitpunkt nicht

vereinbaren ließen, nahm sich Iris

H. ein Jahr Auszeit. „Dieses Jahr war

enorm wichtig für meinen Mann. Medikamente

konnten reduziert, teilweise

sogar „ausgeschlichen“ werden,

sodass es auch weniger Nebenwirkungen

gab. So wurde es möglich,

seine körperliche Fitness zu verbessern:

Spazierengehen, Schwimmen,

später Kraft- und Ausdauertraining

in der „Muckibude“ waren hier die

Mittel der Wahl. Gleichzeitig haben

ihren Mann, mit der eine geregelte

Tagesstruktur möglich wird, führt der

Zufall Iris H. zur Werkstatt Langauer

Mühle der Heime Scheuern. Schnell

wird klar, das ist nicht das richtige für

ihn. Nach eigener Aussage erlebt Iris

H. das erste Mal, dass sich jemand

kümmert. Bisher fühlte sie sich mit

ihren Bedürfnissen allein. Die Zeit lief

weiter. Zum Januar 2008 musste Iris

H. ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen.

So kam es, dass Heinz Günther

H. versuchsweise im November

sagt selbst: „Wenn ich auf Menschen

zugehen kann, fühle ich mich wohl.

So richtig bin ich hier unter den Senioren

aber nicht aufgehoben.“

Mit dieser Aussage bringt er es auf

den Punkt, warum sich die Heime

Scheuern entschieden haben,

INTEGRA – spezialisierte Angebote für

Menschen nach erworbener Hirnschädigung

aufzubauen. INTEGRA will

Betroffenen und ihren Angehörigen

eine Odyssee des Suchens ersparen.

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Von der Werkstatt ins Amt

Eugenia Schein, eine ehemalige Beschäftigte der Langauer Mühle, hat den Schritt auf den

ersten Arbeitsmarkt geschafft. Das Landesprogramm „Budget für Arbeit“ macht es möglich.

Eugenia Schein ist die erste Beschäftigte

der Werkstatt für behinderte

Menschen Langauer Mühle, die zum

Jahresbeginn 2009 einen festen

Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt

antrat.

Sie arbeitet nun im Religionspädagogischen

Amt der Evangelischen

Kirche in Hessen und Nassau in

Nassau und freut sich über ihre

volle Stelle. Die gelungene Integration

war Grund für den Besuch von

Landrat Günter Kern, der sich vor

für Arbeitgeber, denn ein dauerhafter

Zuschuss in Höhe von 70 Prozent

zu den Bruttopersonalkosten ist ein

gutes Argument. Darüber hinaus

bringen viele Werkstattbeschäftigte

ein großes Engagement und hohe

Motivation mit. Menschen mit Behinderungen

bereichern das Unternehmen

und sind wertvolle Arbeitskräfte.

Eugenia Schein wurde acht Jahre

lang erfolgreich durch Mitarbeiter

des Begleitenden Dienstes der

Werkstatt Langauer Mühle gefördert.

Matthias Behnke, ihr langjähriger

Über den gelungenen Wechsel von Eugenia Schein in den allgemeinen Arbeitsmarkt

freuen sich von links: Direktor Eckhard Bahlmann, Bernd Feix Leitung Arbeit , Matthias

Behnke, Integrationsfachmann der Langauer Mühle, Religionspädagogisches Amt,

Oberkirchenrat Dr. Jens Feldt, Landrat Günter Kern und Erich Czeschlik, Vorsitzender

der Stiftung Heilerziehungs- und Pflegeheime.

Arbeitsplatz antreten konnte, musste

sie sich über einen Außenarbeitsplatz

der Werkstatt erproben. Diese Formen

der Beschäftigung sind meist

„Sprungbretter“, setzen aber voraus,

dass zuvor eine gute Vorbereitung in

der Werkstatt geleistet wurde.

Eugenia Schein berichtet über ihre

neue Lebens- und Arbeitssituation.

„Als Angestellte im Religionspädagogischen

Amt fühle ich mich sehr

wohl und vor allen Dingen haben

mich meine Kollegen von Anfang

an akzeptiert. Ich finde mich im

Arbeitsleben prima zurecht. Da wird

es mir auch nicht bange, wenn nun

die Betreuung durch den Begleitenden

Dienst zu Ende ist. Ich habe ein

neues Lebensgefühl, das ich vorher

nicht kannte. Für mich selbst sorgen

zu können, macht mich froh. Ich bin

nicht mehr Leistungsempfängerin

und habe ein Gehalt, mit dem ich

gut auskomme.

Ich teile mir alles vorausschauend

ein, genieße die Selbstständigkeit

und meine kleine Wohnung. In

meinem Leben habe ich heute alles

erreicht, was für mich wichtig ist: Ich

fühle mich nicht mehr ausgegrenzt.

Teilhabe an der Gesellschaft durch Arbeit,

das macht mich sehr glücklich.“

Ort mit allen Beteiligten unterhielt

und Eugenia Schein Glückwünsche

überbrachte.

Möglich wurde die berufliche Integration

durch das „Budget für

Arbeit“, ein Förderinstrument des

Landes Rheinland-Pfalz. Durch dieses

Projekt wird der Übergang für

behinderte Menschen von der Werkstatt

zum allgemeinen Arbeitsmarkt

erleichtert. Ein interessanter Ansatz

Begleiter vom Integrationsdienst

der Langauer Mühle, blickt zurück:

„Eugenia Schein ist ein positives

Beispiel, wenn man Menschen

die Chance und Unterstützung für

persönliche Entwicklung gibt. Das

gelingt nur, wenn die Betroffenen

selbst, der Kostenträger und auch

wir vom Begleitenden Dienst stets

das klare Ziel vor Augen haben.

Hier hat alles gut funktioniert.“

Bevor Eugenia Schein ihren festen

Kontakt:

Integrationsdienst

Matthias Behnke

Tel.: 0 26 04 / 979 604

www.heime-scheuern.de

m.behnke@heime-scheuern.de

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Was macht BIS?

Der neue Berufs- und Integrationsservice der Werkstatt für

behinderte Menschen Langauer Mühle nimmt seine Arbeit auf.

Berufliche Bildung in der Werkstatt

ist eine zentrale Aufgabe bei der

Erfüllung des im Sozialgesetzbuch

(SGB) IX verankerten Rehabilitationsauftrages.

Menschen mit Beeinträchtigungen

sollen hierdurch die Möglichkeit zur

besseren Teilhabe am Arbeitsleben

in und außerhalb der Werkstatt

in den letzten Jahren in der Bundesrepublik

Deutschland hinsichtlich der

beruflichen Bildung von Menschen

mit Beeinträchtigungen viele strukturelle

und konzeptionelle Innovationen

entwickelt. Dem Anspruch einer

konsequenten Weiterentwicklung der

Leistungen, Dienste und Angebote

zur Teilhabe am Arbeitsleben hat die

WfbM Langauer Mühle Rechnung

Menschen mit Handikaps zukünftig

besser gerecht werden. Dieser Prozess

erfordert eine Differenzierung in

den Bildungsangeboten. Grundlage

ist das Wahlrecht des behinderten

Menschen. Individuelle Förderziele

und klar voneinander abgegrenzte

berufliche Qualifizierungsstufen

werden ermöglicht.

Die Rahmenpläne für die berufliche

Bildung in den verschiedenen

Arbeits- und Tätigkeitsfeldern der

WfbM im Berufsbildungsbereich

orientieren sich vornehmlich an

den individuellen Kompetenzen,

Kenntnissen und Erfahrungen der

Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Sie werden so strukturiert, dass die

Leistungsanforderungen in einzelne

Tätigkeiten, einzelne Arbeitsplätze

bis hin zu den verschiedenen Arbeiten

eines bestimmten Berufsfeldes

bzw. Berufsbildes als Lernziele differenziert

und in Qualifizierungsstufen

systematisiert werden.

V. l.: Andreas Bärtges, Ralph Wick, Christina Mai, Matthias Behnke.

Zum Team gehören auch: Alexandra Sniehotta und Thorsten May.

geboten und Perspektiven für ihre

weitere berufliche und persönliche

Entwicklung ermöglicht werden.

Berufliche Bildung der Beschäftigten

ist zudem eine Investition, die mittelund

langfristig zur Stabilisierung und

Steigerung der Leistungsfähigkeit

führt.

Ein weiteres wichtiges Ziel, welches

die WfbM verfolgt ist die Vorbereitung,

Qualifizierung und letztendlich

auch die mögliche Integration auf

den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Auf diesen Grundlagen haben sich

getragen. Das Eingangsverfahren

und der gesamten Berufsbildungsbereich

wurde mit der Installierung

von BIS, dem Berufsbildungs- und

Integrationsservice im Frühjahr 2009

neu ausgerichtet.

Ausgehend von gesellschaftlichen

und sozialpolitischen Entwicklungen,

den unterschiedlichen Zielgruppen

in unseren Werkstätten, einer sich

verändernden Nutzeranfrage für

unsere Bildungsangebote, wollen

wir mit diesem Bildungsansatz

den individuellen Bedürfnissen von

Parallel dazu werden, im Rahmen

der individuellen Förderung des

Überganges und der Integration

auf den ersten Arbeitsmarkt, Qualifizierungsmaßnahmen

und Praktika

durchgeführt sowie ausgelagerte

Arbeitsplätze angeboten.

Kontakt:

Berufsbildungs- und Integrationsservice

Ralph Wick

Tel.: 0 26 04 / 979 624

www.heime-scheuern.de

r.wick@heime-scheuern.de

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


10 Jahre Erfolgsgeschichte Wohnschule

Über die Entwicklung einer guten Idee - von Christoph Weide.

In diesem Jahr feiert die Wohnschule

ihr 10jähriges Bestehen und

plant ein Treffen aller ehemaliger

Wohnschüler und Mitarbeiter.

Die Wohnschule gehört zu den Alternativen

Wohnformen der Heilerziehungs-

und Pflegeheime Scheuern,

die Mitte der neunziger Jahre

entstanden. Schon damals nahm

die Nachfrage von Bewohnern stetig

zu, die gerne in eine selbstständige

Wohnform wechseln wollten.

Vielen Interessierten fehlten jedoch

die Voraussetzungen, um im Alltag

bestehen zu können. So wurde die

Idee der Wohnschule geboren. Ein

zeitlich befristetes Wohn- und Lernangebot,

um die Menschen auf ihre

alltäglichen Lebenssituationen vorzubereiten.

Die Wohnschule richtet

sich an alle Menschen mit Behinderungen

unabhängig von ihrer

bisherigen Wohnform. Im Februar

2000 zogen die ersten Wohnschüler

in ihre Wohnungen in das ehemalige

Arzthaus ein. Seither haben

55 Menschen mit Behinderungen

die Wohnschule in Anspruch genommen.

Diese bietet Platz für 9

Personen. Die unterschiedlichen

Wohnformen reichen von der Einzelwohnung

über die Paarwohnung

bis hin zur Wohngemeinschaft. Die

Wohnschule ist ein Zuhause auf

Zeit und richtet sich nach individu-

ellem Hilfebedarf der Bewohner.

Die Erfahrungen zeigen, dass die

Schulungen etwa ein bis drei Jahre

erfordern, um fit für das Leben

zu werden. Nach Beendigung der

Wohnschule ziehen die Bewohner

zum Beispiel in die Außen- oder

Kleinwohngruppen der Heime

Scheuern, die zu den selbstständigen

Wohnformen gehören oder

wählen einen Wohnort im Rhein-

Lahn-Kreis. Darüber hinaus wird die

Betreuungsform des Persönlichen

Budget genutzt.

Das jüngste Wohnschulprojekt

„Probewohen“ richtet sich an Schüler

der Erich-Kästner-Schule Singhofen.

Ein Gefühl der Freiheit

Probewohnen: Ein Projekt der Wohnschule der Heime Scheuern und der Erich-Kästner-Schule

für Schüler mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung.

Die Jugendlichen berichten von

ihren Erfahrungen und wurden von

Beate Kretschmann aus dem Referat

Öffentlichkeitsarbeit befragt.

Wie alles begann?

Der erste Kontakt zur Erich-Kästner-

Schule liegt schon einige Zeit zurück.

Es war im August 2006. Damals

waren Patrick K. und Jenny S. die

ersten Bewohner, die den anderen

Klassenkameraden zeigten, wie man

in der Wohnschule leben kann. Die

Schüler und Lehrer waren nach dem

ersten Besuch der Wohnschule so

begeistert, dass unmittelbar danach

noch weitere Werkstufenschüler zu

Wohnschulbesichtigungen kamen.

So wurde die Idee vom Schulleiter

Jürgen Hoder geboren, die Zusammenarbeit

im Rahmen eines

Projektes zu intensivieren und die

Erich-Kästner-Schüler in den Heimen

Scheuern „Probewohnen“ zu lassen.

Das Thema Wohnen ist für die Schule

wichtig, damit die Schüler auf gesellschaftliche

Veränderungen und

das selbstständige Leben vorbereitet

werden. Durch das Probewohnen

wird das eigenverantwortliche „Fürsich-sorgen“

geübt und eine erste

Ablösung vom Elternhaus erlebt.

Anfang Februar 2009 wurde gemeinsam

überlegt, ob und wie viele

Schüler zum Probewohnen kommen

können. Für die Lehrer war klar,

dieses Angebot ist wichtig für unsere

Schüler.

Die ersten Probewohner:

Ömer war der erste „Probewohner“.

Ein bisschen zurückhaltend,

aber schmunzelnd, sitzt er in der

Gesprächsrunde. Das erste Mal in

seinem Leben ist er außerhalb seiner

gewohnten Umgebung und hat ohne

seine Familie woanders geschlafen.

„Ich habe es genossen“ antwortete

er selbstsicher auf meine Frage, was

das für ein Gefühl war, alleine von

zuhause weg zu sein. „Ich habe meine

Familie nicht vermisst - sie mich

eher. Ich habe gleich mein Zimmer

in Beschlag genommen, mein Bett

bezogen und einen großen Einkauf

zusammen mit meiner Lehrerin, Karin

Sinner-Thelen, gemacht. Ich habe

mir Essensrezepte ausgesucht, die

ich mit den Mitarbeitern der Wohnschule

zusammen gekocht habe.

...und endlich mal Fernsehen, was

ich will. Das hat mir alles sehr gut

gefallen. Schnell wurde mir klar, dass

ich beim Kochen noch jede Menge

lernen muss.“

Marcel, so merke ich gleich, ist sehr

pfiffig und redegewandt. Die Woche

des Probewohnens hat bei ihm

einen guten Eindruck hinterlassen.

Sein Wunsch ist es, in naher Zukunft

von zuhause auszuziehen. Er würde

jederzeit das Probewohnen weiterempfehlen.

„Ich war zwar schon

oft von zu Hause weg, alleine aber

noch nie. Ich wollte gucken, ob ich

alleine klar komme“, so Marcel.

Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Links Ömer., rechts Marcel beim Kochen

Sichtlich glücklich huscht ein breites

Grinsen über sein Gesicht, ein

innerliches zufriedenes Seufzen ist

zu spüren. „Ich habe die Woche in

vollen Zügen genossen. Nachdem

ich meine Tasche ausgepackt und

mein Bett bezogen hatte, ruhte

ich mich erst einmal aus. Das war

für mich ein richtiges Ankommen.

Das Kochen hat mir Spaß gemacht,

auch wenn ich noch eine Menge

lernen muss. Für mich war es eine

richtige Herausforderung, mich

selbst sinnvoll zu beschäftigen und

keine Langeweile zu haben“, sagt

der Jungendliche. Ömer formulierte

seine Bedürfnisse ganz konkret in

Bezug auf die Pflege sozialer Kontakte

„wenn ich mal von zu Hause

ausziehe, dann möchte ich gerne

mit Freunden zusammen sein und

auch mal eine Freundin nach Hause

einladen.“ Auch die Mitbewohner

der Wohnschule haben die beiden

Jungen herzlich aufgenommen. Ein

dickes Dankeschön dafür.

Die Lehrerin erzählt, dass die guten

Erfahrungen des Probewohnens

auf die Klassenfahrten der Schule

übertragen werden. „Künftig haben

wir vor, das selbstständige Wohnen

auch bei Klassenfahrten zu üben. Wir

wollen keine typischen Klassenfahrten

mit Vollverpflegung, sondern wir

werden uns eine Unterkunft suchen,

wo die Schüler sich weitestgehend

autark versorgen“, so Sinner-Thelen.

Auf meine Frage hin, ob sie schon

Vorstellungen vom beruflichen Leben

haben, erzählen beide von ihren

Praktika. Die Arbeit in der Wäscherei

der Langauer Mühle in Singhofen

hat beiden ausgesprochen gut gefallen.

Ömer, der Schaffer: Ihn reizt die

viele Arbeit. „Ich habe gerne viel

Arbeit und möchte täglich ein großes

Pensum leisten.“ Seine Lehrerin

bestätigt seine hohe Motivation und

die große Zuverlässigkeit, mit der er

seiner Arbeit nachgeht.

Marcel, der Kommunikative, sagt,

das freundliche und offene Arbeitsklima

der Wäscherei hat ihn

beeindruckt. Für ihn sei es wichtig,

dass er schnell angenommen und

integriert worden sei. Marcel verarbeitet

viele seiner Erlebnisse in seinen

Gedichten.

Er hat eine Ader für das Schreiben.

Ich bitte ihn, doch seinen eigenen

Wohnbericht niederzuschreiben.

Ruckzuck hat Marcel sein Versprechen

eingelöst und mir seine Gedanken

zum Probewohnen geschickt.

Diesen möchte ich Ihnen nicht

vorenthalten:

„Hallo ich bin Marcel. K. und habe

eine Wohnschule besucht in den

Heimen Scheuern und möchte

Euch erzählen, was ich empfunden

habe.“

Diese Wohnschule ist für Menschen

mit Behinderungen. Dazu möchte

ich sagen, dass diese Einrichtung auf

mich einen guten Eindruck hinter-

lassen hat. Ich habe mich recht gut

zurecht gefunden. Ich wohnte in eine

Dreier-WG und hatte ein eigenes

Zimmer, wo ich mich für eine ganze

Woche einrichten konnte.

Diese Einrichtung hat schon was

Gutes an sich, weil ich da lernen

konnte, wie es ist, sich mal um sich

selbst zu kümmern, ohne abhängig

zu sein. Diese Einrichtung ist gut für

Menschen mit Behinderungen, die

sich selbst versorgen können oder

es lernen möchten. Jetzt möchte ich

erzählen, was ich da getrieben habe.

Ich habe eine Kochschule gehabt.

An der Freizeitaktivität Tischtennis

habe ich mitgemacht und ich habe

bei einem Bewohner mitgekocht.“

Ein kurzes Gedicht von Marcel

Eine schöne Umgebung,

ich fühl mich wohl,

hier will ich verbleiben.

Ja das wäre eine Überlegung wert.

Ich möchte Danke sagen

für die schöne Umgebung

Das Fazit der Jungen zum Probewohnen:

Eine prima Sache, die Lust macht,

das Leben selbst zu gestalten.

Das ist ein Ansporn für die Wohnschule

und die Lehrer, das Projekt

weiter auszubauen, denn die nächsten

Interessenten warten schon auf

das Probewohnen.

10 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Das Persönliche Budget – So geht es mir damit

Seit dem 1. Januar 2008 besteht ein

Rechtsanspruch auf das im SGB IX

verankerte Persönliche Budget. Mit

diesem Gesetz wird für Menschen mit

Behinderungen eine selbstbestimmte

und gleichberechtigte Teilhabe am

Leben in der Gesellschaft möglich.

Es handelt sich um eine Geldleistung

des Sozialhilfeträgers, mit der sich

Betroffene Unterstützungsleistungen

eigenverantwortlich „einkaufen“ können.

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme

des Persönlichen Budgets sind:

1. die Antragstellung des Hilfesuchenden

2 eine andernfalls vorhandene Notwendigkeit

vollstationärer Eingliederungshilfe

oder einer Unterstützung

im Rahmen des Betreuten Wohnens

3. ein Intellekt und ein Sozialverhalten,

welche zur Inanspruchnahme

des Persönlichen Budgets befähigen

und Hilfe durch Dritte nur in geringem

Umfang erforderlich ist

4. ein zur Förderung geeignetes und

bereites soziales Umfeld

5. die Beschränkung der Kosten

im Rahmen der andernfalls infrage

kommenden Leistungen

Die Heilerziehungs- und Pflegeheime

Scheuern betreuen zurzeit 13 Personen

im Rahmen des Persönlichen

Budgets. Lesen Sie mehr dazu im

Interview mit Patrick K. zum Leben

mit dem Persönlichen Budget.

Fragen zum Persönlichen Budget:

Informationen, auch in leichter Sprache, über das Referat Service.

Ihr Berater Alexander Küll, Telefon: 0 26 04 / 979 - 147

Leben mit dem Persönlichen Budget

Patrick K. erzählt von seinen

Erfahrungen mit dem Persönlichen

Budget. Was ihn bewegt und was

er sich wünscht. Gemeinsam mit

seiner Bezugsbetreuerin Ramona

Jacoby gibt er Beate Kretschmann

vom Referat Öffentlichkeitsarbeit der

Heime Scheuern ein Interview.

Können Sie mir sagen, was das

Persönliche Budget ist?

So richtig auf den Punkt bringen,

kann ich das nicht. Aber ich kann

es beschreiben und sagen, wie es

funktioniert. Über das Persönliche

Budget kann ich mein Leben selbst

gestalten und Unterstützung zur

Alltagsbewältigung bekommen.

So kann ich selbst entscheiden,

wo und wie ich leben möchte.

Die Grundlage ist das Wunschund

Wahlrecht, welches für alle

Menschen mit Behinderungen gilt.

Wie wurde das Persönliche Budget in

Angriff genommen?

Die Kreisverwaltung kam auf mich

zu. Zunächst wurde ich befragt.

Alle meine Antworten wurden

in einen Hilfeplan geschrieben.

Ich wurde gefragt, was ich will

und was ich denke, was mir alles

möglich ist. Bei der Beantwortung

dieser Frage standen mir meine

gesetzliche Betreuerin und Ramona

Jacoby, meine Bezugsbetreuerin

der Alternativen Wohnformen der

Heime Scheuern, zur Seite. Alle

meine Antworten mündeten in einen

Aktionsplan. Darin wurden die

Betreuungsleistungen festgehalten.

Zusammen mit dem Kostenträger

der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-

Kreises wurde eine Vereinbarung

getroffen. Bei mir kamen 4,75

Stunden pro Woche für unterstützende

Beratung und Gespräche raus.

Herr K., wie sind Sie zu den Heimen

Scheuern gekommen und wie war

Ihre persönliche Entwicklung?

Einen Teil meiner Kindheit habe

ich im Kinderheim in Dausenau

verbracht. Von da aus bin ich in die

Wohnschule gekommen. Das war für

mich ein gutes Training. Ich konnte

mich dort auf selbstständiges Leben

vorbereiten. In der Wohnschule lebte

ich etwas länger als zwei Jahre, weil

sich die Wohnungssuche hinzog.

Jetzt bin ich 21 Jahre und habe

mein Appartement in Nassau, das

vom Sozialamt bezahlt wird. Meinen

Lebensunterhalt finanziere ich zum

Teil durch die Beschäftigung in der

Schlosserei der Heime Scheuern.

11 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Wie erleben Sie Ihren Alltag?

Mir gefällt es in meiner kleinen

Wohnung selbstständig den

Haushalt zu führen, einzukaufen

und meine Wäsche selbst zu waschen.

Bei allem was ich tue, habe ich aber

das Geld im Blick. Ich rechne meine

Finanzen durch und frage mich,

kann ich mir das leisten.

Zum Monatsende wird es immer

schwierig. Da geht es mir wie vielen

Menschen.

Bedeutet das Persönliche Budget für

Sie mehr Freiheit?

Das ist eine schwierige Frage. Ja

und Nein. Es fällt mir oft nicht leicht,

das Leben auf eigenen Schultern

zu tragen. In meinem Alltag dreht

sich leider vieles um das Geld. Das

macht mir große Sorgen. Meistens

bespreche ich das mit Ramona

Patrick K. liest gerne die Zeitung

am Leben in der Gemeinschaft. Ich

muss mir genau überlegen, ob ich

zum Beispiel einmal im Monat mit

den anderen in die Disco fahren

kann. Die ist teuer. Meinen Freunden

muss ich oft absagen. An diesem

Punkt fühle ich mich allein und

ausgegrenzt. Für mich hat sich

das Persönliche Budget finanziell

ausüben. Der Verein kommt mir bei

den Monatsbeiträgen entgegen. Das

ist schön, diese Kontakte zu haben.

Gibt es etwas, was Sie verbessern

würden?

Ich glaube, dass viele Menschen Angst

vor dem Persönlichen Budget haben,

Patrick K. und Ramona Jakoby koordinieren Termine

Jacoby. Mit ihr zusammen schaffe

ich es irgendwie immer. Wenn

ich als junger Mensch die Freiheit

habe, an den Freizeitaktivitäten

meiner Wahl teilzunehmen, dann

würde ich das mit ja beantworten.

Für mich bedeutet das Teilhabe

nachteilig ausgewirkt. Als ich noch

Bewohner in den Heimen Scheuern

war, hatte ich mehr Geld zur freien

Verfügung. Ich konnte die Bildungs-,

Freizeit- und Kulturangebote stärker

nutzen. Glücklicherweise kann ich

noch mein Judo-Hobby im Verein

weil sie keine genauen Vorstellungen

oder Sorge vor Verschlechterungen

haben. Was mich anbetrifft, so würde

ich das Persönliche Budget nicht so

knapp bemessen, dann würden sich

sicher auch mehr Menschen trauen,

diesen Weg zu gehen.

12 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Aktuelles aus den Werkstatträten Langauer Mühle

Warum gibt es einen Werkstattrat?

Behinderte Menschen, die in einer

Werkstatt für behinderte Menschen

beschäftigt sind, haben ein Recht auf

Mitwirkung, wenn Werkstattangelegenheiten

ihre Interessen berühren.

Die Interessensvertretung ist im

Neunten Buch des Sozialgesetzbuch

geregelt.

Die Werkstätten-Mitwirkungsverordnung

enthält insbesondere Regelungen

zur Wahl des Werkstattrats,

zu seiner Amtszeit und seinen Aufgaben.

Mark Solomeyer,

Vorsitzender

Lena Engelke,

Stellvertretende Vorsitzende

Angela Justi

Detlef Kress

Wolfgang Schwertel

Volker Leiberger,

Vertrauensperson

selbst bedienen können.

Automatische Türöffner:

In der Langauer Mühle und auch in

der Werkstatt in Singhofen setzt sich

der Werkstattrat für automatische

Türöffner ein.

Der Werkstattrat

• nimmt zum Beispiel das Mitspracherecht

bei Fragen der Werkstattordnung,

des Werkstattgeldes oder

bei der Weiterbildung für Beschäftigte

wahr

• achtet darauf, dass Gesetze und

Regeln eingehalten werden und

organisiert einmal jährlich eine Vollversammlung

• bietet Unterstützung beim Einleben

neuer Beschäftigter in die Werkstattgemeinschaft

an

Foto von links nach rechts: Wolfgang Schwertel, Mark Solomeyer, Angela Justi, Detlef

Kress, Volker Leiberger, im Hintergrund Lena Engelke.

• nimmt Wünsche, Anregungen

und Beschwerden der Beschäftigten

entgegen

• bietet Sprechstunden an

Werkstattrat in neuer Besetzung

Am 14. Januar 2009 wurde der

Werkstattrat der Langauer Mühle

mit hoher Beteiligung gewählt. Er

besteht aus fünf Mitgliedern und

einer Vertrauensperson:

Zur Zeit wirkt der Werkstattrat bei

mehreren großen Projekten mit:

Casino Langauer Mühle:

Das Casino in der Langauer Mühle

wird umgebaut. Der Werkstattrat

setzt sich für helle und freundlich

gestaltete Räume ein.

Essensausgabe im Casino:

Künftig werden sich die Beschäftigten

beim Mittagsbuffet mit Tablett

Gestaltung der Eingangsbereiche:

Im Eingangsbereich der Singhofener

Werkstatt und in der Langauer

Mühle gibt es neue Automaten für

Heißgetränke.

In der Langauer Mühle gibt es im

Foyer Aushänge für Informationen.

Aktuelles aus dem Montage- und

Dienstleistungszentrum Bad Ems

Im Montage- und Dienstleistungs-

13 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


zentrum wurde erstmalig im Januar

2009 ein eigener Werkstattrat gewählt.

Werkstattrat - Langauer Mühle

Vorsitzender des Werkstattrates

Mark Solomeyer

Telefon: 02604- 979-142

email: m.solomeyer@heime-scheuern.de

Stellvertrende Vorsitzende

Lena Engelke

Sprechstunden:

Langauer Mühle:

Sabine Laubach übernimmt die Interessenvertretung

der Beschäftigten

in der Werkstatt für psychisch kranke

Menschen. Sie beteiligt sich an den

Weiterentwicklungsprozessen der

Heime Scheuern als gewählte Vertreterin

der Bad Emser Werkstatt. Sabine

Laubach war bei der ersten Zukunftskonferenz

in Koblenz dabei und wird

die Bedürfnisse psychisch kranker

Menschen auch bei den künftigen

Zukunftsforen formulieren. Die Werkstattratsvorsitzende

setzt sich für eine

höhere Vergütung der Beschäftigten,

für die Erstattung von Fahrgeld, für

mehr Urlaub und für die Realisierung

von sportlichen Angeboten ein.

Mittwochs 2. und 4. Woche im Monat - 08.00 -12.00 Uhr

Besprechungsraum - Sozialdienst

Zweigwerkstatt Singhofen:

Mittwochs 1. und 3. Woche im Monat - 08.00 -11.00 Uhr

Besprechungsraum - Sozialdienst

Montage- und Dienstleistungszentrum

Vorsitzende des Werkstattrates

Sabine Laubach

Stellvertretender Vorsitzender

Georg Pavlo

Telefon: 02603/5068132

Sprechstunden: nach Vereinbarung

Die Werkstatträte sind offen für alle Anregungen.

Auf Wunsch können Interessierte nach Voranmeldung an den

Sitzungen teilnehmen.

Werkstatträte aus Rheinland-Pfalz

Der stellvertretende Vorsitzende ist

Georg Pavlo.

Volker Leiberger ist auch die Vertrauensperson

für das Montage- und

Dienstleistungszentrum.

Am 01. September 2009 trifft sich der Werkstattrat der

Heime Scheuern mit 10 weiteren Werkstattvertretungen aus dem

nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Landesarbeitsgemeinschaft

Nord tagt in Nassau und beschäftigt sich zum Beispiel mit folgenden

Themen:

• Regionalisierung der eigenen Arbeit,

• Erstellung einer Informations-CD „Budget für Arbeit“

14 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Vollversammlung des Heimbeirates

Die diesjährige Vollversammlung

fand am 24. April 2009 auf Einladung

des Heimbeirates statt. Die

anwesenden Bewohnerinnen und

Bewohner nahmen die Gelegenheit

wahr, in einen regen Austausch mit

dem Heimbeirat und Bernd Feix,

dem stellvertretenden Direktor, zu

treten.

Detlef Kress, der Vorsitzende, berichtete

über die Aktivitäten des letzten

Jahres. Heimbeirat und Betreuerrat

organisierten zum Beispiel gemeinsam

einen Ausflug ins Phantasialand.

Wünsche, Anregungen und Beschwerden

wurden thematisiert, die

sich insbesondere auf die Gestaltung

der Freizeit bezogen, aber auch

die Organisation von Festen und

Feiern betrafen. Konkret wurde die

Ausrichtung eines Dart- und eines

„Mensch-ärgere-dich-nicht“- Turnieres

angeregt. Auch wünschten sich

verschiedene Bewohnerinnen und

Bewohner weitere Unterhaltungsangebote

in der Orgelpfeife. Über

Realisierungsmöglichkeiten wird mit

dem Freizeitpädagogen der Heime

Scheuern demnächst gesprochen.

Bernd Feix wurde auch zu den Preisen

für Getränke und Speisen in der

Orgelpfeife befragt. Nachdem er die

Hintergründe ausführlich erläutert

hatte, stieg die Akzeptanz unter den

anwesenden Bewohnerinnen und

Bewohnern deutlich. Der Heimbeirat

setzte sich im Wesentlichen für

Nachbesserungen zur barrierefreien

Begehung der Orgelpfeife ein. Stolperfallen

wurden bereits beseitigt.

Auch die automatische Türöffnung

wurde veranlasst.

9. Mitgliederversammlung des Förder- und Freundeskreises

der Heime Scheuern

Anfang März 2009 fand die Mitgliederversammlung

des Förder-und

Freundeskreises der Heime Scheuern

statt. Neue Ziele wurden für die

kommenden Jahre gesteckt. Zum

Beispiel möchte sich der Förder- und

Berichterstattung des Direktors Pfarrer

Eckhard Bahlmann über die Stiftung

Heilerziehungs- und Pflegeheime

Scheuern. Pfarrer Bahlmann bedankte

sich für die großzügige Spende zum

Umbau der Begegnungsstätte „Orgelpfeife“

in Höhe von 43.000 Euro.

Nach Kassenprüfung und Entlastung

des alten Vorstandes wurde, dem aus

Gesundheitsgründen ausscheidenden

Kassenwart, Gerd-Volker Brandt für

seine Arbeit Dank und Anerkennung

ausgesprochen. Die Vorstandswahlen

hatten folgendes Ergebnis:

2. v.l.: Rechenschaftsbericht der Vorstandsvorsitzenden Kurt Oster

1. Vorsitzender: Kurt Oster; 2. Vorsitzender:

Lothar Werner, Kassenwartin:

Christel Meinecke, Schriftführer:

Eugen Erbs, Beisitzer: Christa Noffke,

Josef Helbach; als „geborenes

Vorstandsmitglied“ musste Herr Pfarrer

Bahlmann nicht wiedergewählt

werden.

Freundeskreis für die Entstehung neuer

Wohnprojekte und Betreuungsangebote

in der Region einsetzen. Mit

einer Spende in Höhe von 5.000 Euro

werden konkret die Ausstattung und

Einrichtung der Tagesförderstättenerweiterung

im Haus Bodelschwingh

gefördert. Alternative Betreuungsund

Wohnformen werden von den

Heilerziehungs- und Pflegeheimen in

Zukunft verstärkt angeboten. Somit

leistet der Verein einen wichtigen

Beitrag für ein selbstbestimmtes Leben

von Menschen mit Behinderungen.

Um die Arbeit der Heilerziehungs- und

Pflegeheime tatkräftig zu unterstützen,

sammelt der Verein Spenden.

Zu diesem Zweck sind Aktivitäten

und Veranstaltungen geplant. Im

Juni 2009 wird der Förderkreis am

Jahresfest der Heime Scheuern wieder

einen Flohmarkt veranstalten.

Zu den Tagesordnungspunkten der

Mitgliederversammlung gehörten

neben den satzungsgemäßen Vereinsregularien

auch eine aktuelle

Interesse an der Mitarbeit im Verein:

Vorsitzender - Kurt Oster

Telefon 06405 – 6511

Spendenkonto Förderverein:

Nassauische Sparkasse

Konto: 563 152 583, BLZ 510 500 15

15 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


10 Jahre Kirchenvorstand und es geht weiter!

Wahl des Kirchenvorstandes am 21. Juni 2009 im Versammlungsraum von 12 - 18 Uhr.

von Andrea Beiner

Die Evangelische Kirche in Deutschland

ist eine von der Basis, von unten

her aufgebaute und organisierte

Kirche. Die einzelnen Kirchengemeinden

wählen sich ihren Kirchenvorstand,

das oberste Leitungsorgan

der Gemeinde, aus den eigenen

Reihen. Der Kirchenvorstand verwaltet

unter anderem das Vermögen,

unterhält die Gebäude, wählt

die Pfarrer und Pfarrerinnen, trägt

Mitverantwortung für die Seelsorge

und Gottesdienstgestaltung und

ist gemeinsam mit den haupt- und

ehrenamtlich Mitarbeitenden für

das Gemeindeleben verantwortlich.

Aus den Reihen der Kirchenvorsteher

entsendet der Kirchenvorstand

Delegierte in die Dekanatssynode,

die wiederum Mitglieder für die Kirchensynode

bestimmt, dem obersten

Leitungsgremium der Evangelischen

Kirche in Hessen und Nassau. Nach

Ende des zweiten Weltkrieges wurde

die Evangelische Kirchengemeinde

der Heime Scheuern neu errichtet.

Alle evangelischen Menschen, die

im Bereich der Heime Scheuern

leben, bilden gemeinsam diese

Gemeinde. Sie gehört in der Region

zum Evangelischen Dekanat Nassau

und des Weiteren zur Evangelischen

Kirche in Hessen und Nassau.

Die Kirchengemeinde der Heime

Scheuern wurde gut 40 Jahre lang

vom Vorstand der Stiftung der Heime

Scheuern geleitet. Doch seit zehn

Jahren wählen die Gemeindeglieder

selbst ihr Leitungsgremium. Die Zahl

der Menschen, die den Kirchenvorstand

bilden, ergibt sich aus der

Zahl der Mitglieder der Gemeinde.

Zur Kirchengemeinde der Heime

Scheuern gehören 460 Menschen.

Sechs Menschen aus ihren Reihen

werden als Kirchenvorsteher und

Kirchenvorsteherinnen gewählt. Als

so genanntes geborenes Mitglied

gehört der Pfarrer oder die Pfarrerin

mit zum Kirchenvorstand. Damit es

zu einer echten Wahl kommen kann,

musste der Kirchenvorstand mit Hilfe

des Benennungsausschusses im Fall

der Kirchengemeinde der Heime

Scheuern mindestens acht Menschen

finden, die bereit sind, die Gemeinde

in den nächsten sechs Jahren zu

leiten. Erfreulicherweise haben sich

neun Kandidaten und Kandidatinnen

gefunden, die sich am 21. Juni 2009

zur Wahl stellen.

Der neue Kirchenvorstand beginnt

seine Arbeit am Reformationstag,

dem 31. Oktober 2009. Gewählt

wird am Sonntag, 21. Juni 2009,

zwischen 12.00 Uhr und 18.00 Uhr.

Als Wahllokal dient der Versammlungsraum.

Die Kandidaten stellen sich vor

Ursula Bahlmann

57 Jahre, Krankenschwester

Am Schimmerich 3

56377 Nassau

Jörg-Peter Benz

49 Jahre, Angestellter

Im Rosengarten 1

56377 Nassau

Sabine Birkhofer

48 Jahre, Werkstattbeschäftigte

Königsberger Straße 11

56377 Nassau

16 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Weitere Kandidaten

Kirchenvorstandswahlen 21. Juni 2009.

Monika Heppner

61 Jahre, Werkstattbeschäftigte

Bezirksstraße 21

56377 Nassau

Karin Krause

59 Jahre, Werkstattbeschäftigte

Am Burgberg 16

56377 Nassau

Detlef Kress

48 Jahre, Werkstattbeschäftigter

Grabenstraße 2a

56377 Nassau

Matthias Quente

37 Jahre, Textilreinigermeister

Im Rosengarten 1

56377 Nassau

Christa Schienmann

61 Jahre, Werkstattbeschäftigte

Am Burgberg 16

56377 Nassau

Frank Thorn

49 Jahre, Werkstattbeschäftigter

Am Burgberg 16

56377 Nassau

17 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Vom Dunkel ins Licht

Die Osternacht in den Heimen Scheuern.

Viele Menschen haben miteinander

die Karwoche mit Kreuzwegandachten,

Gottesdiensten am Gründonnerstag

und Karfreitag durchschritten.

Der Höhepunkt dieser Tage, in

denen wir erst das Leiden Jesu und

seine spürbare Bedeutung für unser

Leben betrachtet als auch die Einsetzung

des Abendmahls gefeiert

haben, waren die beiden Gottesdienste

am Ostersonntag, in denen

wir das Leben gefeiert haben und

hiervon insbesondere die Feier der

Osternacht.

50 Menschen haben sich in der

dunklen Kirche um 6.00 Uhr in

der Früh zusammengefunden.

Keine Glocke hatte sie zu diesem

Gottesdienst gerufen, kein Orgelvorspiel

auf diesen Gottesdienst

eingestimmt. Das Licht einer Kerze

musste reichen, um die ersten

Texte im Dunkeln zu lesen. Diese

knüpften an Situationen an, in

denen Menschen mit den dunklen

Seiten des Lebens konfrontiert wurden

und von der Erfahrung, wie

Gott in dieses Dunkel trat (etwa

die Befreiung der Israeliten aus der

Knechtschaft in Ägypten).

Es folgte die Erinnerung an die Trauer

und den Schmerz der Freunde

und Freundinnen Jesu über dessen

Tod und der Bericht über den Gang

zum Grab mit dem Wunsch, den

Leichnam zu salben. Nun erklang

zum ersten Mal in diesem Gottesdienst

Musik, noch zaghaft wurde

auf der Flöte „Christ ist erstanden“

gespielt, während die Osterkerze

herein getragen wurde. Das Osterevangelium

folgte. Langsam wurde

es hell, drinnen und draußen. Das

Licht der Osterkerze wurde an jede

und jeden weitergegeben, die Orgel

setzte mit ihrem Spiel ein und

die Gemeinde stimmte in das Lied

mit ein. In die Feier der Osternacht

gehört traditionell auch die Taufe

bzw die Tauferinnerung. Durch

die Taufe ist der Mensch mit Jesus

Christus verbunden, mit seinem Tod

und seinem Leben. Das Wasser, das

während der Tauferinnerung in das

Taufbecken geschüttet wurde, ist

noch früher an diesem Morgen von

einigen Menschen aus dem Albert-

Schweitzer-Haus aus dem Mühlbach

geschöpft und in den Gottesdienst

mitgebracht worden. Im

Anschluss wurde noch das Abendmahl

gefeiert und dann ist die Gemeinde

mit ihren Osterlichtern zum

gemeinsamen Frühstück ins Casino

gezogen. Viele Menschen waren an

den Vorbereitungen und der Durchführung

dieser Woche beteiligt.

Ein herzliches Dankeschön an alle!

Es war eine gute, intensive Zeit!

Andrea Beiner, Pfarrerin

Mensch, wo bist du?

Erinnerung an den Bremer Kirchentag.

Zu zehnt waren wir vom 20.-24.

Mai unterwegs auf dem 32. Deutschen

Evangelischen Kirchentag in

Bremen. Mit dem Zug angereist,

haben wir in einem Klassenzimmer

mit Feldbetten Quartier bezogen.

Mit der Straßenbahn ging es anschließend

in die Innenstadt zum

Eröffnungsgottesdienst und zum

Abend der Begegnung, der sehr

eindrucksvoll endete: viele, viele

Boote zogen über die Weser, darauf

Chöre, die sangen, außerdem

schaukelten Menschen auf angestrahlten

Bäumen, während all die

vielen Kirchentagsteilnehmer mit

Kerzen in der Hand zusahen und

sich von der Stimmung einfangen

ließen. In den nächsten Tagen haben

wir uns in Gospelgottesdienst,

Abreise vom Kirchentag

Feierabendmahl und auf dem Markt

der Möglichkeiten immer wieder

der Frage gestellt: Mensch, wo bist

Du? Es war aber auch ein Kirchentag

der Musik – und das haben wir

genossen: ob bei Gospelkonzerten,

den Wise Guys oder Thomas D.,

ob beim Klezmerkonzert mit Giora

Feidman oder mit Clemens Bittlinger,

Gerhard Schöne und PUR.

Sonntagnachmittag sind wir müde,

zufrieden und auch vollzählig wieder

in Nassau angekommen. Das

Schöne: Nach dem Kirchentag ist

vor dem Kirchentag: nächstes Jahr

geht es zum 2. Ökumenischen Kirchentag

nach München – wir freuen

uns drauf!

2. Ökumenischer Kirchentag

„Damit ihr Hoffnung habt“

12. - 16. Mai 2010 München

18 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Mit moderner Technik richtig eingeheizt!

In diesem Jahr wird die komplette Heizungsanlage im Kesselhaus des Zentralbereiches

der Heime Scheuern und in der Langauer Mühle erneuert.

Die bestehende Heizungsanlage im

Kesselhaus versorgt alle Gebäude

des Zentralbereiches mit Heizenergie.

Sie besteht aus zwei Dampfkessel.

Der ältere Teil der Anlage stammt

aus dem Jahr 1965.

Aufgrund des Alters der Anlage und

des ungünstigen Wirkungsgrades der

Dampferzeugung ist die Sanierung

unumgänglich. Im Vorfeld wurden

durch ein Ingenieurbüro alle möglichen

Energieträger auf ihre Wirtschaftlichkeit

und Machbarkeit hin

untersucht. Der Einsatz nachwachsender

Rohstoffe, wie beispielsweise

Holzhackschnitzel, schieden aufgrund

fehlender Lagermöglichkeiten

im Laufe der Betrachtungen aus. Die

neue Anlage wird, wie die alte, auch

mit Gas bzw. Öl befeuert. Aufgrund

der Umstellung von Dampf auf Pumpenwarmwasser

und dem Einsatz

modernster Brennwerttechnik lassen

sich erhebliche Energieeinsparungen

erreichen.

Liegenschaft selber produziert. Durch

die zusätzliche Nutzung der Abwärme

der Motoren für Erwärmung des

Heizwassers wird die eingesetzte

Energie besonders effizient genutzt.

Begleitend zur Sanierung des Kesselhauses

werden in den nächsten drei

Jahren energetische Maßnahmen

an den Gebäuden durchgeführt.

Zum Beispiel Dämmmaßnahmen

der obersten Geschossdecken zum

Dach hin und Dämmung von Kellerdecken.

Durch diese Maßnahmen

wird nicht nur der Energiebedarf

reduziert, sondern gleichzeitig auch

die Wohnqualität erhöht.

Auch im Gebäude der Langauer

Mühle müssen die mit Gas befeuerten

Heizkessel aus den frühen achtziger

Jahren erneuert werden. Die

hier angestellten Untersuchungen

des Ingenieurbüros haben ergeben,

dass eine Holzpelletsanlage für dieses

Gebäude die wirtschaftlichste

Variante darstellt. Im jetzigen Heizraum

ist genügend Platz, um einen

entsprechenden Pellets-Lagerraum

abzutrennen. Hier werden wir bald

auf fossile Energieträger zur Heizung

und Warmwasserbereitung verzichten

können.

Auch in der Langauer Mühle werden

zusätzliche Maßnahmen zur

Verbesserung der Energieeffizienz

und Steigerung der Raumqualität

durchgeführt. Zum Beispiel werden

die ungedämmten Stahlaußentore

erneuert und die Verglasungen der

Sheddächer ausgetauscht.

Leider ist es unvermeidlich, dass es

bei den Umbauarbeiten zu Störungen

kommen kann. Diese werden

wir jedoch so gering wie möglich

halten. BewohnerInnen, Werkstattbeschäftigte

und MitarbeiterInnen

werden darüber jeweils rechtzeitig

informiert. Die Umstellungen der

Heizungsanlagen sollen mit Beginn

der Heizperiode 2009/2010 erfolgt

sein.

Helmut Normann,

Technischer Leiter

Für den Betrieb der Küche wird jedoch

nach wie vor Dampf benötigt.

Dieser wird durch einen zusätzlichen

Schnelldampferzeuger bereitgestellt,

der speziell auf den Dampfbedarf der

Küche ausgelegt ist.

Ergänzt wird die Anlage durch zwei

Blockheizkraftwerke. Durch den

Betrieb eines Blockheizkraftwerkes

wird Strom zum Verbrauch in der

Heizen mit Holzpellets: Vom Baum zur warmen Wohnung

19 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Ein voller Erfolg!

Kaum war das Programm „Bildung-Freizeit und Kultur 2009“ draußen, da liefen die

Anmeldungen schon auf Hochtouren.

Das Interesse an den vielfältigen

Aktivitäten ist sehr groß. Die meisten

Angebote sind mehr als ausgebucht.

Die Renner sind Ausflüge wie zum

Beispiel die Fahrt zur Sternwarte oder

zum Cadilac Museum. Der Tag mit

Pferden ist ebenfalls heiß begehrt.

Aber auch der Handarbeits- und der

Malkurs finden regen Zuspruch und

der Sport liegt weit vorne. So ist die

Rhythmusgruppe gut besucht. Das

Kulturteam plant sogar nach, um den

Anmeldungen gerecht zu werden.

Direktor Pfarrer Eckhard Bahlmann

und das Kulturteam danken ganz

herzlich für die aktive Teilnahme.

Der Dank gilt natürlich auch den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

und den Referenten, denn durch Ihr

Engagement zum Wohle der Menschen

wird vieles möglich.

Das Wintermärchen der Langläufer

Spitzensportler aus den Heimen Scheuern holen sich Gold, Silber und Bronze bei den

Nationalen Winterspielen Special Olympics in Inzell.

Die Beschäftigten der Langauer

Mühle räumten reihenweise Medaillen

beim größten nationalen

Sportereignis für Menschen mit geistiger

Behinderung ab, bei dem über

1400 Sportlerinnen und Sportler an

den Start gingen. Kurt Marioneck

hat es geschafft: „Endlich mal Gold

errungen“, sagte er nach seinem

Sieg über die 3000-Meter-Strecke.

„Mein Traum ist wahr geworden“ und

holte sich gleich noch die Silbermedaille

für die 1000-Meter-Disziplin.

Beim 3000-Meter-Lauf der Herren

standen ausschließlich Nassauer auf

dem Siegerpodium. Platz 2 ging an

Wulf Saltenberger und über Platz 3

freute sich Christoph Fischer. Markus

Böhm, Kurt Marioneck, Mario Rundlinger

und Wulf Saltenberger von der

4 x1000-Meter-Staffel der Herren

erkämpften sich Platz 2.

Unter den Besten waren auch die

Frauen. Leistungsstark holte sich

Erna Mayer über die 500-Meter-

Langlaufstrecke die Goldmedaille,

gefolgt von Karin Krause, die über

dieselbe Strecke die Silbermedaille

errang. Selbst auf den weiteren

Rängen waren die Athleten der Langauer

Mühle zu finden. Trainer und

Sportlehrer Volker Leiberger ist stolz

auf seine Mannschaft, die nicht nur

für Erfolgserlebnisse, sondern auch

für Freude und Teamgeist sorgte. Der

Eid, der zu Beginn der Wettkämpfe

gesprochen worden war, lautete:

„Lass mich gewinnen und wenn ich

nicht gewinnen kann, lass mich mutig

das Beste geben.“

Fußballfreunde

Die TuS Koblenz hat viele Fans, auch

in den Heimen Scheuern. So freuten

sich die Schängel-Kicker über den

Besuch der Bewohner des Albert-

Schweitzer-Hauses. Der Bericht

über den Besuch wurde sogar auf

der TuS-Homepage veröffentlicht,

denn das gibt es nicht alle Tage,

dass Gruppen mit selbst gebastelten

Fanartikeln anreisen. Nach einer

aufregenden Anreise bereitete die

TuS den Nassauer Besuchern einen

spannenden Fußballabend. Die Bewohner

feuerten die Blau-Schwarzen

der TuS Koblenz im Heimspiel gegen

den VfL Osnabrück kräftig an. Alle

ließen sich von der ausgelassenen

Stimmung mitreißen. Optisch war

die Fangruppe aus dem Albert-

Schweitzer-Haus auf der Tribüne gut

zu erkennen. Sie hatten ihre handgefertigten

Fähnchen mitbrachten.

Schon im Vorfeld des Spieles hatten

alle großes Vergnügen. Bereits mit

der Gestaltung der Fanartikel stieg

die Spannung und Freude, ins Oberwerth-Stadion

zu fahren.

20 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Straßenkreutzer und Heckflossen

Vom Charme der Autos aus den Fünfzigern.

Wunderschöne Prachtkarossen und

riesengroße Cabrios beeindruckten

die Ausflügler, als sie zum Cadillacmuseum

nach Hachenburg fuhren.

Das war ein unvergessliches Erlebnis

für alle. Das Wetter zeigte sich

auch von seiner schönen Seite. So

glänzten nicht nur die wunderschönen

Autos, sondern auch die Augen

der Bewohner, die beim Anblick von

chromüberzogenen Heckflossen und

Stossstangen in Schwärmen gerieten.

So wie Werner Neu konnte hier jeder

Autofan in einem Cadillac Platz nehmen

und sich in die Welt der 50er

Jahre entführen lassen.

Neue Öffnungszeiten der Orgelpfeife

Orgelpfeife

Liebe Gäste,

ab dem 01. Mai 2009 sind wir noch

länger für Sie da:

Montag bis Donnerstag - 15.00 bis 20.00 Uhr

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Samstag, Sonn- und Feiertage - 11.00 bis 22.00 Uhr

Aktionen:

12. Juli 2009: „Leckereien vom Grill“

30. August 2009 „Nudelvariationen und

Salatkreationen“

18. Oktober 2009 „Oktoberfest - Wies’n in Scheuern

22. November 2009 „Waffeln zum Kaffee“

Jetzt auch mit erweiterter Speisekarte.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Tel.: 0 26 04 / 979 293

21 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Höhere Unterhaltsbeiträge

Eltern müssen seit dem 01. Januar 2009 höhere Unterhaltsbeiträge für ihre behinderten

Kinder leisten.

Der Gesetzgeber hat das Kindergeld

zum 01. Januar um 6,5 Prozent erhöht.

Damit steigen auch automatisch

die elterlichen Unterhaltsbeiträge für

ihre erwachsenen, behinderten Kinder,

wenn diese bestimmte Leistungen

der Sozialhilfe in Anspruch nehmen.

Darum müssen Eltern künftig für Leistungen

der Eingliederungshilfe und

Hilfe zur Pflege einen monatlichen Betrag

von 27,69 Euro (bisher 26 Euro)

beisteuern. Für Leistungen der Hilfe

zum Lebensunterhalt ist ein monatlicher

Betrag von 21,30 Euro (bisher

20 Euro) zu zahlen. Für Eltern, deren

Kinder in einer vollstationären Einrichtung

leben, steigt der Unterhaltsbeitrag

auf 48,99 Euro (bisher 46 Euro).

Soweit Eltern selbst Hilfe zum Lebensunterhalt

beziehen oder bei Zahlung

des Unterhaltsbeitrags beziehen

müssten, ist die Unterhaltsheranziehung

wie bisher ausgeschlossen.

Von der Unterhaltsheranziehung

wird auch abgesehen, wenn sie

für die Eltern eine unbillige Härte

bedeuten würde.

Langenscheid spendet für Heime Scheuern

Das soziale Engagement der Langenscheider

Ortsvereine ist vorbildlich.

Aus einer Idee wurde eine großzügige

Spende für Menschen mit Behinderungen

der Heilerziehungs- und Pflegeheime

Scheuern. Erstmalig wurde ein

Adventsmarkt für den guten Zweck auf

die Beine gestellt. Das Besondere daran:

wirklich alle 11 Ortsvereine und

die Evangelische Kirchengemeinde

haben sich unter der Schirmherrschaft

der Ortsgemeinde beteiligt.

So organisierten die Mitglieder des

Brauchtumvereins den Aufbau und

die vorweihnachtliche Gestaltung des

Platzes vor dem Dorfgemeinschaftshaus.

Frauenchor, Turn- und Sportverein,

Motorradclub und Feuerwehr

sorgten mit frisch gebackenen Waffeln,

Kartoffelpuffern, Käsestangen

und Grillgut für das leibliche Wohl.

Der Freizeitsportverein sowie der

Schützenverein versorgten die zahlreichen

Gäste aus Langenscheid

und den vielen Umlandgemeinden

mit Heiß- und Kaltgetränken. Auch

einige Privatinitiativen unterstützen mit

eigenen Produkten die gute Sache.

Der Zucht-, Reit- und Fahrverein sowie

der SPD-Ortsverein waren für die Kinderbetreuung

zuständig. Musikalisch

umrahmten Schüler der Esterauschule

Holzappel, der Frauenchor, der

Männergesangverein und der Man-

dolinenclub die vielfältige Veranstaltung.

Alle hatten einen Riesenspaß,

denn der Adventsmarkt kam bei den

Besuchern gut an. Über den Erlös in

Höhe von 1.112 Euro freuten sich

die Initiatoren sehr. Bei den 560 Einwohnern

hat quasi jeder gespendet.

Zusätzlich fanden mit Unterstützung

des Mandolinenclubs die vielbewunderten

Eigenprodukte der Werkstatt

für behinderte Menschen Langauer

Mühle einen guten Absatz: Insgesamt

wurden für mehr als 430

Euro kunstgewerbliche und handwerkliche

Produkte aus der WfbM,

Kerzen, Karten und Kalender, verkauft.

Weil es so hervorragend lief,

wird die Mitmach-Spendenaktion

der Langenscheider in diesem Jahr

wiederholt.

Der Erlös in Höhe von 1.112 Euro sowie der zusätzliche Verkaufserlös der WfbM-

Eigenprodukte in Höhe von 433 Euro wurde vom Langenscheider Bürgermeister

Ulrich Strutt (Mitte), Dieter Künzler vom Motoradclub und Brauchtumsverein

(rechts) und Christoph Weide vom Freizeitsportverein (2.v.l.) übergeben. Direktor

Pfarrer Eckhard Bahlmann (1.v.l.) bedankte sich bei allen, die zu dem beachtlichen

Spendenergebnis beigetragen haben und bezeichnete das Engagement in der Esteraugemeinde

als beispielhaft.

22 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


„ Wir können es ja nicht lassen …….“

von Antje Koch-Gellermann

Von Januar bis Mai 2009

feierten

Unter den Monatsspruch „Wir können

es ja nicht lassen von dem zu

reden, was wir gesehen und gehört

haben“, stellte Direktor Pfarrer Eckhard

Bahlmann seine Dankesworte,

die er an die 13 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer der Jubiläumsfeier

am 08. Mai 2009 und an die beiden

erfolgreichen Absolventen der

Ausbildung zur/zum HeilerziehungspflegerIn

richtete. Dabei wünschte er

allen, dass das Erlebte, Gesehene

und Gehörte bewahrt und weitergegeben

würde. An der Feierstunde

in der Orgelpfeife nahmen neben

Bernd Feix, Leiter Arbeit, Antje Koch-

Gellermann, Leiterin Personal- und

Organisationsentwicklung/Personalwesen

auch Karl-Hermann Kurz

für die Mitarbeitervertretung und

Christoph Schneller für die Jugendund

Auszubildendenvertretung sowie

Christoph Weide als Ansprechpartner

für die Auszubildenden in den

pädagogischen Berufen teil. Den

anwesenden Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern überreichte Direktor

Bahlmann als Dank für ihre langjährige,

engagierte Arbeit im Namen des

Stiftungsvorstandes und der Leitung

der Heime Scheuern eine Urkunde

und ein Los der Aktion Mensch.

Peter Brinkmann und Carmen Christian,

beide beendeten 2008 ihre

Ausbildung, erhielten Kerzen aus

der Kerzenwerkstatt der Heime

Scheuern. Die Mitarbeitervertretung

überbrachte blumige Dankesworte

und Glückwünsche.

Andrea Bingel, Marlies Uschold und Ursula Donauer feierten schon im

vergangenen Jahr ihre Dienstjubiläen und freuten sich gemeinsam mit

allen Neujubilaren über die Ehrung.

10-jährige Beschäftigungszeit:

Heike Hannig

Auftragsabwicklung

Kristina Magdalena Hofmann Horny Haus 1 1 / 2 1

Andrea Lenor

MDZ

Alexander Sautner

Gastronomie

Markus Christian Schmidt

Wohnschule

Matthias Walldorf Haus Rosengarten 3 / 4

Ralph Wick

Sozialdienst

20-jährige Beschäftigungszeit:

Margit Noll

Haus am Bach E

Ursula Schneider Horny Haus 1 1 / 2 1

30-jährige Beschäftigungszeit:

Kornelia Feldpausch Horny Haus 2 2

23 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Werkstattjubiläum

von Antje Koch-Gellermann

Zehn-, zwanzig- oder dreißigjährige Beschäftigungszeit in der Langauer Mühle, der Werkstatt für behinderte

Menschen, feierten in diesem Jahr:

10-jähriges Jubiläum:

Peter Ackermann

Angelika Adam

Andreas Blum

Markus Böhm

Patrick Lutz

Edith Neuroth

Rainer Okos

Daniel Saramok

Bernd Spengler

Werner Spengler

Mia Weissgerber

Volker Weyer

Thorsten Wolf

Montage

Montage

Fördergruppen

Metallverarbeitung

Fördergruppen

MDZ

Montage

Landschaftspflege

Montage

Montage

Gastronomie/Orgelpfeife

Lager

Fördergruppen

20-jähriges Jubiläum:

Peter Costa

Montage

30-jähriges Jubiläum:

Hartmut Rippel

Regina Rudler

Ingelore Rheingans

Metallverarbeitung

Metallverarbeitung

Montage

24 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


„Täglich eine neue Herausforderung!“

von Antje Koch-Gellermann

So beschreiben Michael Allmann

und Harald Merz ihre neue Aufgabe

als Wohngruppenleitung.

Michael Allmann übernahm im Januar

2009 die Leitung der Wohneinheit

Altes Haus E. Seit 2000 bis zu seinem

Wechsel in die Heime Scheuern

war er in einer heilpädagogischen

Michael Allmann

Einrichtung tätig. Ursprünglich erlernte

er den Beruf des Brauers und

Mälzers. Im Zivildienst fiel dann seine

Entscheidung zu einer beruflichen

Neuorientierung und er absolvierte

im Juli 2003 erfolgreich die Ausbildung

zum Heilerziehungspfleger.

„Das gute Miteinander im Team,

die Unterstützung bei vielen administrativen

Aufgaben und die Struktur

vor Ort“ nennt Allmann spontan

auf die Frage, was ihm besonders

gefällt und wünscht sich, „dass alles

so weitergeht“.

Harald Merz

Harald Merz, neuer Wohngruppenleiter

im Alten Haus 1 Links, ist

seit 1993 in den Heimen Scheuern

tätig, zunächst als Mitarbeiter im

Erziehungsdienst und nach seiner

erfolgreichen Ausbildung zum

Heilerziehungspfleger im Juli 1997

als Mitarbeiter im Gruppenbetreuungsdienst

im Alten Haus. Daran

schlossen sich 10 Jahre im Horny

Haus an. Nun wechselte er im April

2009 wieder zu seiner Ursprungswohngruppe

und übernahm deren

Leitung. Dabei gefällt ihm besonders

gut, „dass er selbständig mit

Verantwortung arbeiten und seine

eigenen Vorstellungen einbringen

kann.“ Sein Wunsch für die weitere

Tätigkeit: „Dass die Bewohner sich

freuen, wenn die Mitarbeiter in den

Dienst kommen und die Mitarbeiter

mit Freude und Engagement bei der

Sache sind“.

Diesen Wünschen schließen wir

uns an und gratulieren beiden zu

Ihrer neuen Aufgabe verbunden mit

Gottes Segen.

Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Michael Allmann Altes Haus E 01. Januar 2009

Yvonne Bach Gastronomie 01. Mai 2009

Michele Bäcker Tagesförderstätte 15. April 2009

Andreas Bärtges Berufliche Bildung 15. April 2009

Christel Cloos Ernst-Runkel-Haus 01. März 2009

Ina Feitenheimer Tagesförderstätte 15. April 2009

Angela Fuhr Haus Bodelschwingh 01. April 2009

Ute Franzen Schloß Laurenburg 01. Mai 2009

Elke Gerlach Haus Rosengarten 1 / 2 01. Februar 2009

Barbara Goebels Verpackung u. Montage 01. Februar 2009

Annamaria Haller Springerpool Wohnen 01. April 2009

Elke Kelm Schimmerich 3 15. April 2009

Melanie Klöckner Springerpool Wohnen 01. April 2009

Astrid Korn Horny Haus 1 1 / 2 1 01. Mai 2009

25 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Nadja Kratz Haus Rosengarten 3 / 4 15. Februar 2009

Irina Kretz Wäscherei 01. Mai 2009

Uwe Mehlhorn Landwirtschaft/Obstbau 01. Mai 2009

Lisa Lotte Melzbach Altes Haus 4 11. Mai 2009

Moritz Otte Haus Rosengarten 1 / 2 01. Januar 2009

Denis Paninski Haustechnische Werkstatt 15. Januar 2009

Gabriele Pehl Wichernhaus 15. April 2009

Melanie Rück Tagesförderstätte 15. März 2009

Selime Saqipi Gastronomie 15. Februar 2009

Katrin Schautschik Gastronomie 15. Februar 2009

Chris Schmidt Elektrowerkstatt 01. Februar 2009

Nicole Seiler Horny Haus 1 1 / 2 1 01. Mai 2009

Anke Strelow Wäscherei 01. April 2009

Sonja Sterk Team Hauswirtschaft 01. Januar 2009

Ute Völler Horny Haus 1 3 / 2 3 01. Mai 2009

Romana Wirthwein Horny Haus 1 3 / 2 3 01. Februar 2009

Wir verabschieden uns von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:

Irmtraut Balzan Haus Rosengarten 3 / 4 30. April 2009

Erwin Bilo Wäscherei 31. März 2009

Waltraud Eigenbrod Auftragsabwicklung 31. März 2009

Jasmin Georg Haus Rosengarten 1 / 2 30. April 2009

Elfriede Klöppel Wäscherei 30. April 2009

Klaus Mager Schimmerich 2 31. März 2009

Uwe Meis Haus am Bach 1 Links 30. April 2009

Christiane Pelgen Haus am Wald 20. Januar 2009

Peter Rost Horny Haus 1 1 / 2 1 30. April 2009

Ute Schmidt Warencenter 31. März 2009

Daniela Toenges Wäscherei 14. Februar 2009

Gedenken der verstorbenen Bewohner

Karl Heinz Wilhelm Ax Haus am Bach 2 rechts 65 Jahre

Karin Castein Kleinwohngruppe 66 Jahre

Bruno Josef Engesser Altes Haus 4 69 Jahre

Elfriede Gorbunow Haus am Bach 2 links 90 Jahre

Brunhilde Jäppche Schloss Laurenburg 4 65 Jahre

Wilfried Scholl Kleinwohngruppe 65 Jahre

Brigitte Maria Simon Altes Haus E 52 Jahre

Heinz Simon Haus am Bach 2 rechts 61 Jahre

Mayk Stoffel Altes Haus E 47 Jahre

26 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


Termine 2009

20. Juni 2009 Zweite Nassauer Drachenboot-Meisterschaft

21. Juni 2009 Kirchenvorstandswahlen der Ev. Kirchengemeinde Scheuern

21. Juni 2009 Jahresfest Motto „Gemeinsam fröhlich in die Zukunft“

26. Juni 2009 Münz Firmenlauf in Koblenz

05. Juli 2009 Frauenlauf Katzenelnbogen

26. August 2009 Landesschwimmfest

29. August 2009 Informationen zum Weiterentwicklungsprozess Heime Scheuern

20. September 2009 Gospelchor „Jubilate Singers“

08. Oktober 2009 Stiftungsfest

24. u. 25. Oktober 2009 Apfelprobiertage

14. November 2009 Gedenken der Opfer der Euthanasie

29. November 2009 Advendsfeier

Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit

Behinderung

26. Juni 2009 Fragen zum Betreuungsrecht

31. Juli 2009 Offener Austausch

28. August 2009 Grillabend am Fischteich

25. September 2009 Offener Austausch

30. Oktober 2009 Reform der Pflegestufen (sofern beschlossen)

27. November 2009 Adventsabend

Jeden letzten Freitag des Monats 18:30 – 20:00 Uhr

Nebenraum der „Orgelpfeife“ auf dem Gelände der Heimen Scheuern

Wir organisieren ein Betreuungsangebot für Angehörige für den Zeitraum des Gesprächskreises.

Kontakt: Svenja Schwarz-Bremer, Telefon: 0 26 04 / 979-147, Email: info@heime-scheuern.de

Besucherführungen

Besuchen Sie uns! Gerne bieten wir Ihnen Führungen an:

Öffentlichkeitsarbeit, Beate Kretschmann, Telefon: 0 26 04 / 979 104 - Email: info@heime-scheuern.de

27 Mittendrin 2009 Ausgabe 16


MITTENDRIN

Impressum:

Heilerziehungs- und Pflegeheime Scheuern, Am Burgberg 16, 56377 Nassau

Herausgeber: Eckhard Bahlmann, Pfarrer und Direktor (V.i.S.d.P)

16. Ausgabe, Copyright 2009

28 Mittendrin 2009 Ausgabe 16

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