Südkurier 2010 - St. Martin und Severin

stmartinundseverin.de

Südkurier 2010 - St. Martin und Severin

Südkurier

Katholische Kirchengemeinde St. Martin und Severin

August 2010

Südpfarrei unterwegs

Wallfahrten und Prozessionen

Stadtteilkampagne - „Südpfarrei - Ich bin dabei!“

Jugend bewegt

Ökumene

Fair-Trade

Foto: Fred Schneider


2 Südkurier August 2010

Inhalt

Vorwort des Pfarrers 3

Danke, lieber Hans Sandfort! 3

Aktion „Hochwasserhilfe Mehlem“ 3

Jesus im Briefkasten 9

Kirchenausschuss Frieden Christi

Ströme lebendigen Wassers 21-22

Gottes Schöpfung bewahren 24-25

100 Jahre KÖB Lannesdorf 25

Ein Koffer voller Bücher 26

Paula wird kritisch 27

Weltgebetstag der Frauen 31

Kirchenmusik 32

Eine Orgel für Alt St. Martin 32

Unterwegs

Südpfarrei unterwegs 5-9

Wallfahrten der Matthiasbruderschaften

Fotos Trier Wallfahrten 17

Dekanat im Aufbruch 12

Eindrücke von der Dekanatswallfahrt

kfd-Lannesdorf Halbjahresausflug 31

Ora et Labora - Mönchsleben in Maria Laach 11

Unsere Kommunionkinder gemeinsam unterwegs im Kloster

Betet mit uns um Frieden in der

Welt! 33

Soweit die Füße tragen 33

Sonn- u. Feiertagsmessen 35

Adressen 36

Jugend und Familie

Mit 40 Kindern

zur Burg Olbrück 10

Beten mit den Füßen 10

Kinderwallfahrt nach Nonnenwerth

Fotos Erstkommunion 2010 18-20

Firmung in Herz Jesu 29

Sei Feuer und Flamme 30

Ministrantenwallfahrt nach Rom

Jugend bewegt 30

Sommerfest bei FAGOS 16

Kindergarten St. Albertus-Magnus

wird eingeweiht

Ökumene

„Bewegt sie (sich) noch - die

Ökumene?“ 14

Damit ihr Hoffnung habt 15

Ökumenische Kirchentag in München

Ökumene in St. Martin

und Severin 22-23

Katholische Kirche im Stadtteil

Bad Godesberg Süd wird zur

Bewegung 4

Wir brauchen Sie! 34

Ehrenamt in der Gemeinde

Impressum

Südkurier

Pfarrbrief der katholischen

Kirchengemeinde

St.Martin und Severin

Bonn-Bad Godesberg

suedkurier@stmartinundseverin.de

Herausgeber

Kirchengemeinde

St. Martin und Severin

v.i.S.d.P

Pfarrer Helmut Powalla

Druck

Gemeindebriefdruckerei,

Groß Oesingen

Forum Albertus

Magnus 29

Programm

2. Halbjahr 2010

Jüdisches Leben

unter Christen 28-29

www.stmartinundseverin.de/suedkurier-archiv

Fronleichnam

Prozessionen 13-14

Fotos 17

Redaktionsteam

Fred Schneider, Bernd Brienen,

Ursula Dobelke, Rita Fassbender,

Rebekka Koller-Walbröl,

Margret Vogt, Daniela Witte

Layout

Stefan Walbröl


August 2010 Südkurier 3

Liebe Gemeinde,

„Dekanat im Aufbruch“, so war das Motto der diesjährigen Wallfahrt am 19. Juni nach

Mainz.

Für mich war der Tag in Mainz ein beredtes Glaubenszeugnis und Erlebnis, das zeigt, dass

wir voller Hoffnung für unsere Pfarrei, unser Dekanat und damit für unsere Kirche sein dürfen.

Die vorliegende Ausgabe unseres Südkuriers zeigt auch, dass wir das obige Motto abwandeln

dürfen: „Gemeinde im Aufbruch“.

Die Beiträge zeigen die vielfältigen Aktivitäten und Initiativen unserer Gemeinde, für die

Foto: Lars Bergengruen

ich allen Verantwortlichen von Herzen danke. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert

Zollitsch, spricht von der größten Kirchenkrise der letzten Jahrzehnte.

Umso dankbarer bin ich allen, die sich trotz aller Negativ-Nachrichten das Motto zueigen machen: „Südpfarrei –

ich bin dabei“.

„Dabei sein“.

Als Mitglied im Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand oder einem unserer Ausschüsse, als Lektor oder Kommunionhelfer,

als engagiert im weiten Bereich der Caritas oder auch als stillen Beter, um nur einige Beispiele zu nennen.

Alle gehören dazu!

So segne Gott unsere Gemeinde St. Martin und Severin

Ihr H. Powalla, Pfr.

Danke, lieber Hans Sandfort!

Von Mechthild und Ulrike Amendt

A l s H a n s

S a nd for t i m

Jahre 1993 seine

Bereitschaft

erklärte, im

PGR von St. Severin

mitzuarbeiten,

da ahnte

er noch nicht,

Foto: Fred Schneider

dass er eines

Tages Vorsitzender dieses Gremiums

sein würde. Zunächst agierte er

sechs Jahre lang als gewissenhafter

Protokollführer, brachte seine Ideen

und seine Kraft in die Planung und

Durchführung der umfangreichen

Kirchenrenovierung ein, war Gründungsmitglied

des 1995 ins Leben

gerufenen Kirchbaufördervereins

und engagierte sich überall da, wo er

gebraucht wurde. Als der damalige

Vorsitzende, Dr. Hermann Lohmann,

im Mai 1999 nach schwerer Krankheit

verstarb, waren sich die PGR-

Mitglieder einig, dass Hans Sandfort

der Geeignete sei, dessen Wirken

fortzusetzen. Große Fußstapfen hatte

sein Vorgänger hinterlassen, aber

schon bald machte ein Spruch die

Runde: „Der Hans, der kann’s!“ Mit

seinem westfälischen, leisen Humor,

mit seiner Fähigkeit, auf Menschen

zuzugehen und sie zur Mitarbeit zu

bewegen, stand er dem PGR bis zur

Fusionierung im Jahre 2009 vor. Die

Zeiten des Seelsorgebereichsrates,

des Kirchengemeindeverbandes und

der Pfarrverbandskonferenz, der arbeitsintensiven

Vorbereitung der Fusionierung

sowie die ersten Schritte

des neuen PGR in der neuen großen

Gemeinde hat er aktiv miterlebt und

mitgestaltet.

Nach 17 Jahren unermüdlicher

Mitarbeit hat Hans Sandfort jetzt

aus gesundheitlichen Gründen seinen

Austritt aus dem PGR von St.

Martin und Severin erklärt. Er wird

aber weiterhin dem Kirchenausschuss

und dem Caritativen Arbeitskreis

an St. Severin mit Rat und Tat

zur Verfügung stehen. Und das ist

gut so, denn: „Der Hans, der kann’s!“

– Danke, lieber Hans!

Ich danke Herrn Hans Sandfort

außerordentlich für seine langjährige

Mitarbeit in unserem Seelsorgebereich

Bad Godesberg Süd.

Durch seine vielfältige Tätigkeit

hat er sich um die Kirche verdient gemacht.

Ich freue mich, dass er auch nach

seinem Ausscheiden aus unserem

Pfarrgemeinderat weiterhin im Kirchenausschuss

St. Severin sowie im

caritativen Bereich mitarbeitet.

Gottes Segen möge seinen Lebensweg

auch weiterhin begleiten.

H. Powalla, Pfr.

Aktion

„Hochwasserhilfe

Mehlem“

Am 3. Juli 2010 hat ein schreckliches

Unwetter vielen Mitmenschen

im Ortsteil Mehlem großen Schaden

zugefügt.

Frauen und Männer des Frauennetzwerkes

GODESBÜRGERINNEN,

der Evangelischen Heiland-Kirchengemeinde

und unserer Katholischen

Kirchengemeinde St. Martin und

Severin haben sich kurzfristig unter

dem Titel „Hochwasserhilfe Mehlem“

zusammengeschlossen, um dort zu

helfen, wo die Not am größten ist.

Die großzügigen Sach- und Geldspenden,

die dem Arbeitskreis übermittelt

wurden, konnten auf jene

Geschädigten verteilt werden, die

z.B. durch fehlenden Versicherungsschutz

hohen Aufwendungen zur

Renovierung ihrer Häuser oder Wohnungen

gegenüberstehen. Die Empfänger

waren sehr gerührt. Einige

konnten es gar nicht fassen, dass ihnen

auf diese Weise ein wenig geholfen

wird.

Wir bedanken uns herzlich bei

den Spendern und allen Helfern!

Die Liste der Sachspenden finden

Sie auf unserer Internetseite.

Für die Arbeitsgruppe „Hochwasserhilfe

Mehlem“,

Helmut Powalla


4 Südkurier August 2010

Südpfarrei – ich bin dabei

Katholische Kirche im Stadtteil Bad Godesberg Süd wird zur Bewegung

Der Ausschuss Information. Transparenz und Veröffentlichungen stellt sich vor

Von Sabine Depew

Gemäß dem Selbstverständnis

des PGR, alle Menschen im Stadtteil

Bad Godesberg Süd in den Blick

zu nehmen, sieht der Ausschuss seinen

Auftrag darin, mit Kampagnen

und Öffentlichkeitsarbeit im Stadtteil

Vernetzung zu fördern. In einem

ersten Schritt hat der Ausschuss die

Kampagne „Südpfarrei – ich bin dabei“

entwickelt, die den Zusammenhalt

innerhalb St. Martin und Severin

aber auch außerhalb mit Blick

auf die kulturelle Vielfalt des schönen

Bonner Südens bewirken will. In

einem zweiten Schritt will der Ausschuss

einen Newsletter entwickeln,

der zwei Mal jährlich über Termine

und Projekte aus der Südpfarrei den

Teil der Bewohner anspricht, der

nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern

gehört.

Die Arbeit des Ausschusses orientiert

sich an den pastoralen Leitlinien

und will insbesondere einen Beitrag

zu den drängendsten Fragen im

Stadtteil leisten, mit Ziel als katholische

Kirche einen Beitrag zu einem

friedlichen Miteinander zu leisten

und als Kirche modern und ansprechend

erlebt zu werden. Dabei werden,

um St. Martin und Severin ein

Profil zu geben, die soziale Frage und

das Zusammenleben der Kulturen

einen Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit

einnehmen. Aber auch

andere Themen der pastoralen Leitlinien,

wie die Bereiche Ökumene

sowie Schöpfung und Umwelt sollen

sich in der Arbeit des Ausschusses

widerspiegeln.

Der Ausschuss wird in enger Abstimmung

mit dem PGR‐ und KV-

Vorstand arbeiten. Die verschiedenen

Gremien und Ausschüsse

(Lenkungsgruppe fagos, andere

Ausschüsse etc.) sind selbst für ihre

Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich,

öffentlichkeitswirksame Maßnahmen

sollten mit unserem Ausschuss

abgestimmt werden, um den

Informationsfluss und ein profiliertes

Auftreten, z.B. mit gemeinsamem

Logo, sicherzustellen.

Mitglieder des Ausschusses:

Frau Dr. Immel-Sehr (KV), Frau

Proksch, Frau Koller-Walbröl (Pastoralteam),

Frau Depew und Herr

Schneider (Südkurier),

Logo:

Markus

Haupenthal

Foto: Sabine Depew

Die erste Aktion des Ausschusses

„Südpfarrei – ich bin dabei“ ist

erfolgreich gestartet. Herr Pfarrer

Powalla, Frau Dorothee Schwüppe

(Pfarrgemeinderatsvorsitzende) und

Herr Haep (Kirchenvorstand) von

St. Martin und Severin haben am

Sonntag, den 13. Juni 2010 nach dem

Gottesdienst in Herz Jesu in Lannesdorf

um 11 Uhr die neue Kampagne

„Südpfarrei – ich bin dabei“ der Presse

vorgestellt. Vertreten waren General-Anzeiger,

Blickpunkt und Kirchenzeitung.

Die Kampagne „Südpfarrei

– ich bin dabei“ unterstreicht mit

ihrem Logo das neue interkulturelle

und soziale Konzept von St. Martin

und Severin, in dem es durch eine

Verbindung der Kirchtürme mit einem

bunten Hintergrund die Ausrichtung

des Pfarrgemeinderates auf

den multikulturellen Stadtteil im

Süden Bonns lenkt, in dem St. Martin

und Severin integriert mitwirken

und zum Mitwirken einladen möchte.

„Südpfarrei – ich bin dabei“ kann

als Aufkleber auf Fahrrädern, Autos,

Schaufenstern etc. die Zugehörigkeit

zu dem landschaftlich reizvollen

Stadtteil symbolisieren und jeden

Bürger stolz auf dessen Vielfalt und

Aktivität sein lassen.

Das Label „Südpfarrei – ich bin dabei“

kann für T-Shirts genutzt werden.

Auch Freunde und Förderer von

sozialen Projekten in St. Martin und

Severin sollen damit ausgezeichnet

und durch das Label erkennbar werden.

Alle sind herzlich eingeladen, Bewegung

in die Kampagne „Südpfarrei

– ich bin dabei“ zu bringen und

damit katholische Kirche im Stadtteil

zur lebendigen Bürgerbewegung

werden zu lassen.


August 2010 Südkurier 5

Südpfarrei unterwegs

Wallfahrten der Matthiasbruderschaften

Matthias-Bruderschaft

Mehlem

Von Klaus Pönsgen

Foto: Fred Schneider

Zentrales Anliegen der Sankt-

Matthias-Bruderschaft Mehlem ist

das gemeinsame Gebet. Zur besonderen

Förderung dieser Aufgabe

führt die Bruderschaft jährlich von

Christi Himmelfahrt bis zum darauf

folgenden Sonntag eine mehrtägige

Wallfahrt zum Grab des Heiligen

Apostels Matthias in Trier durch, im

Übrigen dem einzigen Apostel, der

nördlich der Alpen bestattet ist. Aber

auch kürzere Bittgänge werden angeboten,

wie nach Heisterbacherrott

zum Heiligen Judas Thaddäus und

nach Bruchhausen oder Buschhoven

zu den dortigen Gnadenbildern der

Gottesmutter.

Die Bruderschaft ist eine Gebetsbruderschaft,

die am 23. Februar

1983 ihr 200-jähriges Jubiläum feiern

konnte. Mit dem 23. Februar 1783

beginnen die schriftlichen Aufzeichnungen

des Brudermeisters Wilhelm

Schimmel, der ein Bruderschaftsbuch

anlegte. In ihm waren alle Statuten,

wichtige Ereignisse sowie Einnahmen

und Ausgaben der Gemeinschaft

verzeichnet. Die Gründung

der Bruderschaft geht aber sicher vor

das Jahr 1783 zurück. Dass sie schon

1672 existierte, beweist uns das Vorhandensein

einer barocken Matthiasstatue

in der Oberdorfer Kapelle,

vor allem aber eine Aufzeichnung in

der Adendorfer Pfarrchronik. Diese

berichtet von der Erschießung eines

Mehlemer Bürgers namens Peter

Dreholz durch französische Dragoner

im Jahre 1672. Die Urkunde endet

mit dem Satz: „Man hat ihn nachher

gefunden mit drei Kugellöchern in der

Brust und ist Brudermeister Sankti

Mathäi inner Mehlem gewesen.“ Somit

stellt diese Nachricht den ältesten,

wenn auch indirekten Nachweis

der Matthias Bruderschaft in Mehlem

dar.

Im Jahre 1934 wurde der Mehlemer

Bruderschaft eine Matthiasreliquie

geschenkt, die der apostolische

Nuntius Eugenio Pacelli (der spätere

Papst Pius XII.) 1927 dem Grab des

Heiligen Matthias entnommen hatte.

Am 09. Juni 1934 wurde die Reliquie

an der Ortsgrenze von Niederbachem

dem Brudermeister Egidius

Wald durch Pater Maurus Münch

aus Trier überreicht und unter großer

Anteilnahme der Bevölkerung

in festlicher Lichterprozession zur

Pfarrkirche geleitet. Dort fand die

Reliquie Auf bewahrung auf dem

Matthiasaltar in einem Schrein, den

der Trierer Goldschmied Schwarzmann

in Anlehnung an die Form des

Trierer Matthias-Schreins hergestellt

hatte.

Heute nach dem Umbau der Kirche

St. Severin hat die Reliquie bei

der Matthiasstatue einen würdigen

Platz im Gotteshaus. Hier lädt sie

nunmehr zum Gebet und zur Andacht

ein.

Wallfahrt nach Trier

Von Doris Crampen

Schon im Altertum gab es Kultzentren,

die Gläubige von nah und

fern anzogen.

Seit dem 4. Jahrhundert, als Helena,

die Mutter der Kaisers Konstantin

des Großen, in Jerusalem das

wahre Kreuz Christi gefunden hatte,

interessierten sich Christen für historische

Orte des Bibel-Geschehens:

sie machten sich dorthin auf, was

eine Art Pilgertourismus mit beachtlicher

wirtschaftlicher Bedeutung

nach sich zog .

Von diesen „Pilger-Reisen“ brachten

die Pilger Andenken und sog. „Berührungs

– Reliquien“ mit, u.a. Wasser,

Öle, Tücher, u.v.a, denen durch

ihre Berührung mit den Original-Reliquien

heilende Kräfte zugeschrieben

wurden und die somit Schutz im

Alltag bieten sollten. Ist nicht in unseren

Tagen ein ähnliches Phänomen

zu beobachten ?

Menschen brechen auf zu verehrenswürdigen

religiösen Orten, Personen,

Gedenkstätten in der Hoffnung

auf ein übersinnliches oder sie

stärkendes, heilendes Erleben.

Wie sonst ließe sich z.B. ein Pilgern

zum Grab des Hl. Matthias in

Trier erklären, das sich unsere Matthias-Bruderschaft

in Mehlem zur

alljährlichen Praxis gemacht hat?

Der viel benutzte, fast „abgenutzte“

Leitsatz: „Der Weg ist das Ziel!“ kann

manchen Zaghaften, der befürchtet,

einen langen Fußweg nicht durchzustehen,

dennoch ermutigen, anzutreten;

denn in der Tat, schon den Weg

zu einem angestrebten Ziel Schritt

um Schritt durchmessen zu wollen,

ist ein „Über-Sich-Hinauswachsen“

mit Blick auf viele Schönheiten und

auf viele unerwartete Begebenheiten

am Weg.

Foto: Fred Schneider

Äußerst sinnvoll und hilfreich im

Pilger-Règlement ist die Anordnung,

dass jeder Pilger in einer Zweierreihe

seinen bestimmten Platz einzunehmen

und einzuhalten hat; dadurch

ist auf einen Blick zu erkennen, ob

ein Pilger abhanden gekommen ist

oder lahmt. Aber: wie könnte es anders

sein: einige tanzen dennoch aus

der Reihe: dies sei ihnen jedoch erlaubt,

dient es doch dem Wohle der

Allgemeinheit! Da sind zum einen

die „Hilfs-Sheriffs“, die, vorauseilend,

den Pilgern die ungefährdete Überquerung

viel befahrener Straßen garantieren!

Zum andern „lauern“, vorauseilend,

unsere Fotografen den

Pilgern auf, um sie in typischen Pilger-Konstellationen

für Dokumentationen

daheim abzulichten. Daß die

Fahrer der unentbehrlichen Begleit-


6 Südkurier August 2010

fahrzeuge immer „aus der Reihe tanzen“,

liegt in der Natur ihrer Funktion!

Der Dank der Pilger ist allen hilfreichen

Geistern gewiß !

Foto: Fred Schneider

„Du bist bei mir.“ Getragen von

diesen Worten aus dem Psalm 23, der

Jahreslosung, sind wir unterwegs.

Indes, ungeachtet allen löblichen

spirituellen Tuns auf dem Weg, geht

es mitunter hier auch recht terrester

– menschlich zu: schließlich ist

der Mensch ja eine Einheit aus Leib,

Geist und Seele! So erwartet z.B.

den am Nachmittag erschlaffenden

Fußpilger nach seiner geistlichen

Aufrichtung in einem Gottesdienst

in Udler eine körperliche Stärkung

in Form eines Kuchenbuffets: Wie

im Schlaraffenland tut sich in einer

Waldlichtung eine aus heimatlicher

Produktion wohl bestückte Kuchentafel

auf – einfach paradiesisch! So

müssen einst auch Adam und Eva die

Augen übergegangen sein angesichts

der Fülle von Köstlichkeiten zu ihrer

Erquickung! – An Abnehmen ist also

trotz strammen Marschierens während

des Tages hier nicht zu denken!

Dies verhindert ebenso neben

den vielen opulenten Mahlzeiten

während der gesamten Pilgerzeit

die kräftige Fuß-Pilger-Abschluß-

Erbsensuppe nach dem Pilger-Abschlußgottesdienst

auf dem Vorplatz

von St. Matthias. Nach bestandenem

Fuß-Pilger-Härte-Test hat man diese

Stärkung, begleitet von Matthias-

Wein, einfach ohne Reue verdient!

Zurückkommend auf den oben

angeführten ehemaligen lebhaften

Vertrieb von Pilger-Andenken als

einträglichem Wirtschaftsfaktor

läßt sich dies auch an den heutigen

Wallfahrtsorten beobachten: in Trier

bei St. Matthias z.B. wird fast kein

Pilger gesehen ohne eine viele begehrenswerte

Pilger-Andenken bergende

Plastiktüte. Wem dies auch nütze:

der Mensch braucht halt Zeichen

und Symbole!

Der Volksmund hat diese recht

weltliche Praxis äußerst christlich

verpackt: „Wo Du nicht bist, Herr Jesus

Christ…“ Geld, das rund ist, macht

eben gerade, was krumm ist! Oder:

In Goethe’s Faust sagt Mephisto zur

Witwe Marthe Schwertlein: „Die Kirche

hat einen guten Magen, die Kirche

kann alles vertragen …!“

Wallfahrt der

Matthias-Bruderschaft

Lannesdorf nach Trier

Von Monica Toppmöller

„Du bist bei mir“, so lautete das

Wallfahrtsthema in diesem Jahr. Das

Gebet dazu beginnt so:

Du bist bei mir, Herr,

das darf ich glauben,

du bist bei mir, Herr,

wo immer ich bin

Ob ich gehe oder stehe,

Du bist bei mir,

Du weißt um mich,

und Du schaust mit

Liebe auf mich. …

Pilgern, an einer Wallfahrt teilnehmen:

muss ich mich dafür

rechtfertigen oder kann ich meinen

Freunden und Familienangehörigen

„zumuten“, dass sie das verstehen

oder akzeptieren? Vielleicht werden

sie auch neugierig, fragen nach oder

wollen gar auch mitpilgern? Meine

Freunde aus Friesdorf haben mich

neugierig gemacht, mich begeistert,

ich fand Halt in ihrer Gemeinschaft

der „Friesdorfer“ in der Bruderschaft

Lannesdorf – nun schon im 6. Jahr.

Foto: Wolfgang Pilger

Jahr für Jahr ziehen Lannesdorfer

Pilgerinnen und Pilger zum Grab

des heiligen Matthias nach Trier, seit

über 110 Jahren!

„Was bin ich froh, wieder in Gemeinschaft

mit meinen Pilgerbrüdern

und –schwestern zum Grab des

Heiligen Matthias in Trier ziehen zu

dürfen.“ „Wen sehe ich wieder? Wer

konnte dieses Jahr nicht mitkommen?

Gibt es neue Erstpilger, die freundlich

und persönlich begrüßt werden und

sich mit Gottes Segen auf den langen,

manchmal beschwerlichen Weg machen?

Wer von uns ist ausreichend

trainiert, um über 100 km in drei Tagen

zu laufen?“ So etwa waren unsere

Gedanken auch in diesem Jahr,

als wir uns früh morgens an Christi

Himmelfahrt zur Heiligen Messe in

der Lannesdorfer Pfarrkirche trafen,

bevor die Fußwallfahrt dort begann.

Zwar stehen nicht die sportlichen

Leistungen im Vordergrund, sondern

der Wunsch, als Christ zum Grab des

Apostels Matthias nach Trier zu pilgern,

die Fußwallfahrt ist trotzdem

für viele eine sportliche Höchstleistung!

Wir fühlen uns unterwegs wie

eine lebendige Weggemeinschaft in

Glaube, Hoffnung und Liebe, in der

sich Menschen generationsübergreifend

verbunden fühlen. Die alten

Wurzeln der Bruderschaft haben

ihre Lebenskraft behalten und entfalten

sie weiter. Auch in diesem Jahr

nahmen über 80 Personen an der

Wallfahrt teil: Männer und Frauen,

Erwachsene und Kinder. Besonders

erfreut und dankbar bin ich über

die gute Planung und Vorbereitung

durch das Team des Brudermeisters

Richard Münz: das Gepäck wird befördert,

die Unterkünfte sind gebucht,

die Erfrischungen warten an

den kleinen Pausenstationen, es fehlt

an nichts! Der Weg führt durch Wälder,

an Feldern und Straßenrändern


August 2010 Südkurier 7

Die Redaktion: Während des Pilgerhochamts am Sonntag in St. Mattheis predigte Abt Ignatius so eindrucksvoll und aktuell, dass

die Pilger spontan in der überfüllten Basilika Applaus spendeten. Wir geben den Wortlaut der Predigt im folgenden wieder.

Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Pilgerinnen und Pilger,

„du bist bei mir“ diese Worte aus Psalm 23 begleiten uns in dieser Pilgerzeit und

sprechen von einer Glaubenserfahrung, die Menschen immer wieder gemacht haben

und immer wieder machen und die sie mit denselben oder ähnlichen Worten

ausdrücken: Gott war für mich da. Er hat mich nicht allein gelassen. Gott hat mich

geführt, mir Kraft gegeben, mir zu einer ganz neuen Sicht und Lebenseinstellung

verholfen, so dass ich freier, zufriedener leben kann. Vielleicht sind das auch Ihre

Worte, vielleicht haben Sie unterwegs auf der Wallfahrt einen Mitpilger, eine Mitpilgerin

so sprechen hören.

„Du bist bei mir.“ Der heilige Matthias hat diese Worte, hat Psalm 23 sicher viele

hunderte Male gebetet. Er hat die Worte wohl auch gebetet in der Zeit nach Ostern

mit der verwirrenden und aufrüttelnden Erfahrung, dass Jesus lebt, auferstanden

ist, und mit der niederdrückenden Erfahrung, dass Judas Jesus verraten hat,

den Jüngerkreis verraten und zerstört hat. In dieser so widersprüchlichen Situation

betet Matthias: „Du bist bei mir.“ Verbunden wohl auch mit der Frage: Wie geht es

weiter?

Foto: Fred Schneider

Liebe Schwestern und Brüder, wir wissen, dass Matthias erlebt, dass es weiter

geht, dass es überraschend weiter geht. Plötzlich ist er Apostel. Das Los fällt auf ihn. Mit einem Mal sieht sein Leben

anders aus. Mit einem Mal hat er eine Aufgabe, die seine Lebensaufgabe wird. Mit einem Mal schauen alle auf ihn

und er weiß: jetzt kommt es auf mich an. Und die Worte „Du, Herr, bist bei mir.“ klingen noch persönlicher, so direkt,

dass er dessen Antwort hört: „Ja, ich bin bei dir. Ich brauche dich. Hab keine Angst, ich führe dich in eine neue Zukunft.“

Matthias erlebt am eigenen Leibe, dass es weiter geht, dass es überraschend weiter geht.

Liebe Schwestern und Brüder, vielleicht kennen Sie das auch? Dass das Gebet um den Beistand Gottes, um die

Erfahrung von Gottes Nähe und Stärkung sozusagen umschlägt in die Erfahrung von neuer Zukunft und neuer Zuversicht?

Hundertmal gebetet: „Du bist bei mir.“ Oder: Sei bei mir! In schwerer Krankheit, bei beruflichen Schwierigkeiten,

bei Konflikten mit den Kindern, den Eltern. Und dann die Erfahrung: Ja, Gott ist bei mir und es geht weiter,

überraschend weiter und ich habe meinen Teil dazu beizutragen.

Es ist die Erfahrung des Apostels Matthias und es ist die Erfahrung des ganzen Jüngerkreises, der Christengemeinde

am Anfang. Sie steckte ja in einer Krise, die größer war als die Krise, in der sich die Kirche heute befindet. Es war

Verrat aus der Mitte und an der Mitte, Verrat am Herrn, Verrat an der Liebe Gottes in Jesus Christus. Gut vorstellbar,

dass die junge Christengemeinde, dass die ersten Christinnen und Christen Psalm 23 beteten. Sie befanden sich „in

(sehr) finsterer Schlucht“. Aber sie beteten auch: „ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab

geben mir Zuversicht“. Sie kamen auf den Gedanken, den Zwölferkreis wieder vervollständigen zu lassen. Mit anderen

Worten: sie hielten sich nicht damit auf, zu fragen: Was haben wir verloren? Was ist kaputt gegangen? Was ist nicht

mehr wie früher? Sie fragten: Wie geht es weiter? Und sie erlebten: Mit Gottes Hilfe geht es weiter. „Sie stellten zwei

Männer auf... Dann beteten sie... Das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.“ (vgl. Apg 1, 23 –

26)

Liebe Schwestern und Brüder, ich denke, dass das die Botschaft der Matthiasverehrung in der heutigen kirchlichen

Situation ist. Wie geht es weiter? Mit Gottes Hilfe geht es weiter.

Die Krise der Kirche heute ist nicht so grundlegend wie die Krise der jungen Christengemeinde am Anfang. Wir

sollten also nicht verzagen und nicht nur fragen: Was haben wir verloren? Was ist alles kaputt gegangen? Auch wenn

wir im finsteren Tal sind, im Blick auf Gott gibt es Zuversicht und wir können uns fordern lassen.

Vielleicht ist das, was der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick jüngst in einem Interview sagte, ein Ansatz dafür,

wie es überraschend weiter gehen kann. Vor dem Hintergrund der Missbrauchsskandale in der Kirche forderte Erzbischof

Schick ein Umdenken in der Kirche. Er plädierte für eine vorbehaltlose Aufklärung aller Missbrauchsfälle. Es sei

richtig, dass nun alles herauskomme. Und weiter: Die Kirche müsse insgesamt offener werden.

So könnten die Zölibatsvorschriften geändert werden. Der Zölibat gehöre zur Kirche und sollte in jedem Fall

von Bischöfen, Ordensleuten und Domkapitularen gelebt werden. Ob aber jeder Pfarrer den Zölibat leben müsse,

sei eine andere Frage. Darüber müsse ernsthaft nachgedacht werden. Die Kirche müsse insgesamt offener werden.

Dazu gehöre auch eine größere Mitwirkung von Laien in den Entscheidungsgremien. „Da muss in den Bistumsleitungen

und sicher auch auf Weltkirchenebene mehr geschehen.“ Auch sollten „Frauen mehr in der Kirche mitwirken... – auch

in unseren Leitungsgremien“.

„Es hat in der Kirche auch Rückschritte gegeben. Es gab Verfestigungen und Verkrustungen, Angst vor der bösen Welt.“

Die Kirche, so Erzbischof Schick, müsse insgesamt offener werden.

Liebe Schwestern und Brüder, das ist eine neue (alte) Spur, eine Hoffnung, eine Aufgabe für uns alle, der wir uns

nach dem Beispiel des heiligen Matthias stellen sollten.

Wie geht es weiter? Mit Gottes Hilfe geht es weiter.

„Denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“ (s. Psalm 23, 4)


8 Südkurier August 2010

entlang, durch das Ahrtal und die Eifel

nach Kelberg, Wittlich und Klausen

nach Trier. Wenn eine Tagesetappe

zu lang oder zu beschwerlich

wird, stehen zum verabredeten Zeitpunkt

am vereinbarten Ort Busse bereit,

die uns zu unseren Nachtquartieren

bringen. Früher übernachteten

die Pilger in Privatquartieren,

heute sind für uns komfortable Unterkünfte

in Hotels und Pensionen

gebucht mit Duschen oder Bädern.

Edel oder einfach: „Wer ist heute für

welches Hotel zugeteilt?“ ist unsere

erwartungsvolle Frage, verbunden

mit der Hoffnung, ein gutes Zimmer

zu bekommen.

Diese Fragen sind wieder vergessen,

wenn wir auf unserem Weg

zum Matthiasgrab den Tag mit einer

Messe beginnen, unterwegs beten,

schweigen, singen oder uns angeregt

miteinander unterhalten. Wir

pilgern durch die Natur, durch Ortschaften,

immer mit dem Kreuz voran.

Ein besonderer Moment ist der

Einzug mittags in die Wallfahrtskirche

Klausen: Wir ziehen ein mit unserer

großen Fahne bei Orgelmusik

und Gesang. Der Wallfahrtspfarrer

empfängt uns freundlich mit einer

kleinen Andacht.

Die letzte Strecke nach Trier werden

wir gefahren, um uns rechtzeitig

auf den Empfang in der Matthias-

Basilika vorzubereiten: Ein großer

Moment! Viele kleinere und größere

Gruppen versammeln sich nach einem

festen Plan auf dem Vorplatz,

ziehen nacheinander feierlich ein,

jeder verneigt sich einzeln vor dem

Gedenkstein des Heiligen Matthias.

Der Abt hält eine kleine Andacht,

die Pilger werden geehrt: 10 Jahre, 25

Jahre, 40 Jahre, 50 Jahre Pilgerschaft

sind nicht nur eine besondere Leistung,

sondern auch Zeuge eines tiefen

Glaubens!

Die Wallfahrt endet nach einer

Messe in der Krypta mit der gemeinsamen

Busfahrt zurück und einer

Andacht in der Pfarrkirche Lannesdorf.

Wir durften Gemeinschaft,

Zeiten der Ruhe, anstrengende Tage

in der Hitze und bei Regen erleben,

entspannende Abende bei Essen und

Trinken und manchmal auch kurze

Nächte. Müde und voll Dankbarkeit

kehren wir nach drei besonderen Tagen

in unseren Alltag zurück. Wir

verabschieden uns oft mit dem Satz:

„Bis zu nächsten Jahr, dann sehen wir

uns wieder bei Matthias.“

Pilgergang zur

Muttergottes in

Bruchhausen

Von Fred Schneider

Unsere Wälder und Gärten schmücken

sich mit den ersten herbstlichen

Farben, die Tage sind kürzer, die Nächte

wieder Nächte mit lang anhaltender

Dunkelheit. Der Kalender hat den

Herbstanfang vermeldet. Für Sonntag

danach, hatte unser Brudermeister

wieder zum Pilgergang zur Muttergottes

von Bruchhausen eingeladen.

Am Treffpunkt, Fähreanleger Rolandseck/Bad

Honnef versammeln

sich gegen 13:30Uhr Mitglieder und

Freunde der Bruderschaft.

Das erste große Ereignis dort ist

die herzliche Begrüßung aller untereinander.

Man hat sich ja so lang

nicht mehr gesehen! Oder bewirken

diese Herzlichkeit die vielen gemeinsam

erlebten und der bevorstehende

Pilgergang - mit gemeinsamem Gebet

auf dem Weg? Die meisten haben sich

mit wetterfester Ausrüstung und zum

Teil auch Schirmen gegen den Regen

vom Vormittag versichert, aber heute

Nachmittag meint es die Sonne gut

mit uns – wenn Engel reisen...

Zwischendurch erfolgt die Registrierung.

Walter Schäfer lässt keinen

in seiner Liste aus. So wird die Überfahrt

in der Gruppe preisgünstig und

die Statistik für Kasse und Chronist

stimmt. Es sind heute 27, die dem Ruf

zum Pilgergang gefolgt sind. In Bruchhausen

stoßen dann noch 4 Pilger, die

nicht so gut zu Fuß sind, mit Autos zu

uns.

Foto: Fred Schneider

Überfahrt über den Rhein im Anblick

des Siebengebirges und des Rolandsbogens.

Schön ist Gottes Welt

und es gibt viel zu erzählen. Auf der

anderen Rheinseite finden wir uns

von unserer gewohnten Pilgerroute

verdrängt: Die deutsche Bahn hat wegen

Schienenarbeiten auf der rechtsrheinischen

Strecke kurzerhand zwei

Fußgänger-Bahnübergänge gesperrt.

Aufregung! Welchen Umweg müssen

wir jetzt laufen? Aber Paul Schorn

kennt sich in den Unkeler Auen gut aus

und weiß von einer versteckten Unterführung

nur wenige hundert Meter

rheinaufwärts. Anschließend wagen

wir ohne die bewährte Verkehrssicherung

der Ließem-Brüder einen geschlossenen

Sprung über die sonst viel

befahrene, in dem Augenblick aber

mit dem Glück der Pilger, freie B-49

und stoßen bald wieder auf unsern gewohnten

Weg im Wald oberhalb von

Rheinbreitbach. Hier können wir mit

Foto: Fred Schneider


August 2010 Südkurier 9

dem gemeinsamen Gebet beginnen.

Der glorreiche, der trostreiche und der

lichtreiche Rosenkranz begleiten uns.

Der Aufstieg nach Bruchhausen führt

durch herrliche herbstliche Wälder,

manche Pilgerin und Pilger wird ganz

schön kurzatmig bergauf und im lauten

Gebet, aber die Steigung ist bald

überwunden. Die Häuser von Bruchhausen,

der Turm der Wallfahrtskirche

darüber, tauchen vor uns auf.

Bald darauf passieren wir den

spätmittelalterlichen schaurig-schönen

Bilderbogen vom Totentanz im

Eingang der Kirche und versammeln

uns vor der Gnadenmadonna, Maria –

Zuflucht der Sünder.

Wir freuen uns am festlichen Klang

der neuen Orgel, die Willi Mollberg

mit Begeisterung zum Lobe der Gottesmutter

intoniert. Wir feiern einen

kurzen Gottesdienst, bei dem wir vor

allem den Frieden in unserer Welt und

unsere daheim gebliebenen Angehörigen

und Freunde der Fürsprache der

Gottesmutter empfehlen.

Dann wartet die Kaffee- und

Kuchentafel im nahen Pilgerrestaurant.

Willi Mollberg meint, „auf den

Kuchen kann ich verzichten“ und lässt

die neue Orgel noch lange erklingen.

So eine Gelegenheit lässt sich unser

Bruderschafts-Kantor nicht entgehen!

Dass er hinterher doch noch ein Stück

Kuchen vorfindet, spricht für die Gemeinschaft.

Gruppenfoto vor der Kirche und

dann geht es auf den Weg zurück. Eine

Blick noch von den Höhen ins Rheintal

Richtung Bonn und Köln. Das Gebet

auf dem Weg bergab ist nicht so atemraubend

wie bergauf, schnell sind wir

im Tal und erreichen den Fähranleger.

Nach dem Lied „Kein schöner Land“,

Überfahrt und Abschied gehen wir

auseinander. Wir haben heute nachmittag

uns selbst, unsere Freunde und

anderes Wesentliches erlebt.

Ahrweiler-Wallfahrt

Lannesdorfer Frauen pilgern

zum Kalvarienberg

Von Christel Köhnen

Seit Jahren gehen Pilger aus Herz

Jesu zum Kalvarienberg nach Ahrweiler.

Jesus im Briefkasten

Auch in diesem Jahr waren es

zehn Frauen, die sich zur Wallfahrt

aufmachten, um die dort befindliche

Kreuzreliquie zu verehren.

Es waren in diesem Jahr die nachstehend

aufgeführten Personen:

Margret Brenner, Magdalene

Chatteney, Christel Hüllen, Christel

Köhnen, Marlies Ley, Christel Lieder,

Margret Münz, Marianne Peter, Rita

Prinz und Christa Schneider

Am Morgen des 15. Mai fuhren

wir mit der Deutschen Bahn vom

Bahnhof Mehlem nach Ahrweiler.

Von dort gingen wir etwa 3 km zu

Fuß, den Rosenkranz betend zum

Kalvarienberg, wo uns Schwester Juliane

herzlich empfing.

Nach der Andacht mit Sakramentalem

Segen und Verehrung der

Kreuzreliquie verweilten wir noch

einige Zeit in der Krypta am eindrucksvoll

gestalteten Grabmal Jesu

und beteten die „Fünf Wunden“.

Zum Abschluss trafen wir uns

dann in der Marienkapelle, wo wir

die Gottesmutter mit Liedern und

Gebeten ehrten.

Letztlich waren sich alle einig: Es

war ein schöner, erbaulicher Tag.

Foto: Stefan Walbröl

Von Rebekka Koller-Walbröl

Bei meinem Dienst als Südkurier-

Austeilerin treffe ich auf verschiedene

Briefkastenformen. Am besten gefallen

mir die, wo man den Südkurier

gefaltet hineinstecken kann, so dass

der Besitzer das Exemplar direkt

sieht, wenn er nach Hause kommt.

Gerade das Titelbild der letzten Ausgabe

eignet sich perfekt: Jesus mit

Segenshand begrüßt den Ankommenden.

Irgendwie hat mich das berührt,

auch wenn ich kein Fan dieser Darstellung

von Jesus bin.

Ich frage mich: Was denken die

Menschen, die das Bild sehen? Freuen

sie sich? Ärgern sie sich?Welche

Assoziationen löst sein Bild aus?

Jesus – Katholische Kirche – Institution.

Aufdeckung furchtbarer

Geschehnisse der letzten Jahre. Jesus,

benutzt von Menschen für ihre

Ziele.

Jesus – Liebe – Erlösung. Gemeinschaft

der Christen. Hinweise für ge-

lingendes Leben.

Was tut er da in meinem Briefkasten?

Mich begrüßen, ganz freundlich:

Hey, schön dass Du da bist. Hattest

Du einen guten Tag? Oder ganz

streng: Na, was hast Du heute wieder

angestellt? Hast Du auch alle Gebote

gehalten?

Wie stellen sie sich Jesus vor?

Wanderprediger. Freund. Guru.

Lehrer. Erlöser. Kritiker. Alles wird

gut-Daumen hoch-Topmodell-Superman-Style.

Du bist mir egal. Gottes

Sohn. Menschenliebhaber.

Wie würden sie reagieren, wenn

er vor ihrer Türe stehen würde?

„Heute will ich in Deinem Haus zu

Gast sein!“ Lukas-Evangelium 19,5.

„Herr ich bin nicht würdig, dass Du

eingehst unter mein Dach..“ Lukas-

Evangelium 7,6.

Und was würde ich tun?

Jesus im Briefkasten.

Gedanken auf dem Weg. Während

des Ab- und Aufsteigens der Stufen.

Während des Zudrückens der Briefkästen.


10 Südkurier August 2010

Mit 40 Kindern zur Burg Olbrück

Mit 40 Ritterchen zurück

Ausflug des Kindergartens St. Martin im Mai 2010

Von Michaela Lohmer

Am 29. Mai machten sich ca. 80

große und kleine Beinpaare auf den

Weg in die Eifel, um dort die Burg

Olbrück zu erklimmen. Nach einem

kindgerechten Aufstieg zum Burghof

erwarteten uns drei Burgführer,

die uns die Eifel, die Entwicklung

und das Leben auf einer Burg nahe

brachten. Die Burg wurde 1050 von

dem Grafen von Wied gegründet

und hatte zahlreiche Besitzer. Um

die Burg herum sind heute einige

Informationsstationen aufgebaut.

An diesen Stellen erhält der Interessierte,

wenn er ein dort im Stein steckendes

Schwert bewegt, zahlreiche

Auskünfte über die Vulkaneifel und

das Rittertum. Unsere Kinder waren

nun nicht sehr um Wissensvermittlung

bemüht, sondern wollten eher

König Artus nacheifern und versuchten

mit aller Kraft, das sprechende

Schwert Exkalibur aus dem Stein

zu ziehen. Uns Großen war nun eine

Stereoinformationsaufnahme möglich

und ein köstliches Amüsieren

über die vergeblichen Bemühungen

der Sprösslinge. Während die Kleinen

zogen und zerrten, erfuhren wir

etwas über den aufwendigen Wassertransport

vom Brunnen zur Burg

hoch oder den noch heute im originalen

Kräuterbestand gepflegten Burggarten.

Ein weiterer Höhepunkt war

das Besteigen des 34 Meter hohen

Bergfriedes. Hier wurde den kurzen

Beinen auf der langen Wendeltreppe

vorbei an Wachstuben und Gewölben

einiges abverlangt, aber der

Ausblick von der hohen Wehrplatte

entschädigte alle. Nachdem die Kinder

alles gesehen hatten, stellte sich

eine kleine Enttäuschung ein: Wo

sind die echten Ritter? Aber schnell

konnten die Kinder ihren Wunsch,

einen echten Ritter zu sehen, an der

Spielplatzburg vergessen. Die Eltern

reichten ritterlich und rasch kleine

Würstchen und Brötchen, denn

dann erstürmte die Meute die Sandburg

(oder auch in umgekehrter Reihenfolge).

Natürlich gelange es auch

dem ein oder anderen Möchtegernritter,

das Herz der Eltern zu erweichen

und er bekam ein Holzschwert

als Andenken. Zum Abschluss des

gut geplanten Ausfluges gab es noch

eine Burg-Rallye. Als Preis erhielten

die Burgfräuleins und Burgherren einen

großen, festlichen Ritterorden,

den die Kinder voll Stolz um die Hälse

trugen und der heute noch bei uns

im Kinderzimmer hängt.

Ein herzliches Dankeschön an die

Elternvertretung und die Erzieherinnen

des katholischen Kindergartens

St. Martin für den schönen Ausflug!

Lasst euch hiermit verbal zu Ritterinnen

und Rittern schlagen!

Beten mit den Füßen

Von Ramona Kröll

Kinderwallfahrt nach Nonnenwerth

Wallfahrt heißt beten mit den Füßen

...

Foto: Ramona Kröll

Foto: Michaela Lohmer

... d ies

taten die Vorschulkinder

der fünf

Kindertagesstätten der kath.

Kirchengemeinde St. Martin und Severin

gemeinsam. Am Donnerstag,

10. 06. 2010 machten sich die zukünftigen

Schulkinder auf, um zur Insel

Nonnenwerth zu pilgern. Nach einem

stärkenden Mittagessen im Pfarrheim

St. Severin erhielten die Kinder,

Erzieherinnen

und

die Mitpilger den

Pilgersegen von Pfarrer

Powalla. Auf der Insel wurden

wir sehr herzlich von Schwester Renate

in Empfang genommen und in

die Kapelle geführt, wo ein Wortgottesdienst

in besonderem Gedenken

an die Gottesmutter Maria gefeiert

wurde. Die Franziskanerinnen überraschten

die Kinder mit selbstgenähten

Taschen, über die sie sich sehr

freuten.


August 2010 Südkurier 11

Ora et Labora

Mönchsleben in Maria Laach

Unsere Kommunionkinder gemeinsam unterwegs im Kloster

Von Marcus Huppertz

Was bedeutet das eigentlich,

wenn man in einem Kloster ist? Was

machen die Männer, die da wohnen

eigentlich den ganzen Tag? Sind die

da nur am beten? Meine Tochter

hatte reichlich Fragen und vielfältige

Vorstellungen von dem, was sich

hinter den Mauern eines Klosters

so alles abspielt. Ihr Interesse war

dabei zweifelsohne der Tatsache geschuldet,

dass sie als eines der Erstkommunionkinder

der Südpfarrei

Bad-Godesberg einen Ausflug in das

altehrwürdige Benediktinerkloster

Maria Laach mitmachen durfte. Sie

hatte große Erwartungen an diesen

besonderen Tag im Rahmen ihrer

diesjährigen Erstkommunionvorbereitung.

Ich darf es an dieser Stelle

vorwegnehmen – die Hoffnungen

sowohl meiner Tochter wie auch von

mir als Begleitperson wurden weit

übertroffen. Dass dies so war, lag an

der großartigen Vorbereitung und

Planung all derer, die im Detail mit

diesem Ausflug befasst waren. Außerdem

eröffnete sich im Zusammenspiel

der neugierigen, munteren

und sicher auch lauten Godesberger

„Pänz“ auf der einen und den in sich

selber ruhenden Gottesmännern auf

der anderen Seite ein allzeit spannender,

manchmal überraschender und

sehr lustiger Dialog. Kommuniziert

wurde auf allen Ebenen, man hatte

„sich etwas zu sagen“, im wahrsten

Sinne des Wortes. Das Jesuswort von

den Kindern, die man nicht zurückhalten

solle, weil ihnen das Himmelreich

gehört, ist im Kloster Maria

Laach gelebte Wirklichkeit. Unsere

Kinder wurden zum Rundgang in

mehrere Gruppen verteilt und mit

diesen zogen die jeweils zugeteilten

Mönche schließlich los. Los auf eine

wirklich große Runde. Die Kinder

konnten sich ein Bild davon machen,

dass das Leben im Kloster gar nicht

so langweilig ist, wie es von außen zu

sein scheint. Arbeiten wie Glockengießen,

oder das eigene Weidevieh

der Brüder sowie die große, staubige

Schreinerei veränderten das bis

dahin vorherrschende Bild gewaltig.

Wir besichtigten die große Bibliothek,

in der uns voluminöse, uralte

und sicher auch unsagbar wertvolle

Bücher gezeigt wurden. In den privaten

Räumen der Mönche roch es

verlockend nach wunderbarem Erbseneintopf

und allen lief bei dem Gedanken

daran das Wasser im Munde

zusammen. „Ora et labora“, Bete und

arbeite, der Leitgedanke der Benediktinermönche,

seit fast 1500 Jahren,

prägt selbstverständlich das Leben

der Brüder in der Abtei an jedem Tag

auf die gleiche Art. Die Kinder bekamen

aber genau damit eine Ahnung

davon, was es heißt, den Glauben

an Jesus Christus beharrlich in den

Mittelpunkt des eigenen Lebens zu

stellen. Sie verstanden, dass dies im

Leben so vieler Menschen, die eben

nicht, wie man denken könnte, der

Welt entrückt auf „Wolke sieben“ ihr

Dasein fristen, die zentrale, gelebte

und gut bewältigte Bestimmung ist.

Den Kindern wurde dabei, wie oben

schon erwähnt, mit einer nahezu

unendlichen Geduld und Ruhe von

Seiten der Brüder begegnet. Dies gipfelte

in der Frage eines unserer Kinder,

ob es denn möglich wäre auf der

Abteiorgel den „Flohwalzer“ zu intonieren

– na klar, es war möglich! Und

so hallte durch die uralte Abtei an

einem normalen Samstagnachmittag

die Melodie dieses Liedes, das in

keiner Klavierschule fehlen darf. Die

Besucher des Gotteshauses drehten

sich ungläubig um, als sie solch weltliche

Klänge von der Orgelempore zu

hören bekamen. Vom Turm der Abtei

bot sich dem Betrachter ein herrlicher

Blick auf den Laacher See und

das wunderschöne Umland. Auch

für das leibliche Wohl aller Kinder

und Begleiter war durch die perfekte

Organisation bestens gesorgt. Ein

großer Seminarraum wurde dafür

vom Kloster zur Verfügung gestellt.

Die Zeit wurde dabei niemals langweilig,

und wenn es tatsächlich mal

Wartezeit zwischen den einzelnen

Programmpunkten gab, dann wurde

von Frau Amendt und von Frau Koller-Walbröl

solange gesungen und

fröhlich auf der Gitarre gespielt, bis

auch der Letzte von der guten Laune

angesteckt war. „Boah, ich geh auch

ins Kloster“, sagte eines der Kinder

unserer Gruppe, wohl ergriffen von

so viel Information, Lebensfreude

und Wahrhaftigkeit. Auch ich war

ergriffen und begeistert. Nicht von irgendeinem

Vergnügungspark, nicht

vom Multimediaangebot mit dem

tollen Sound und den Lichteffekten,

nein, sondern von der Einfachheit eines

Klosters und den erstaunlichen

Menschen, die dort leben und die

sich Zeit, ihre Zeit, für uns genommen

haben.

Fotos: Marcus Huppertz


12 Südkurier August 2010

Dekanat im Aufbruch

Eindrücke von der Dekanatswallfahrt

Von Margret Vogt

Fotos: Fred Schneider

Zuerst wollte ich nicht mitfahren.

Mich störten die vielen Superlative:

„Die größte Wallfahrt, die ein Dekanat

je unternommen hat, 40 Busse,

ein einmaliges Ereignis…“ Hinzu kam

die Befürchtung, mich in einer solch

großen Menschenmenge verloren zu

fühlen. Andererseits war ich auch

neugierig: Wie kann eine solche Massenveranstaltung

etwas für den eigenen

Glauben bedeuten? Auch fühlte

ich mich solidarisch mit denen aus

meiner Pfarrei, die für die Wallfahrt

warben und hatte auch die Hoffnung,

auf dem gemeinsam verbrachten Tag

Menschen näher kennenzulernen.

So meldete ich mich mit „gemischten

Gefühlen“ an.

Ich bin dabei –

Südpfarrei. Einen

bunten Button zum

Anstecken bekamen

wir als erstes. Wir

alle bekamen ihn,

die Mitpilger von

Frieden Christi, von Sankt Albertus

Magnus, von Herz Jesu, von Sankt

Martin und von Sankt Severin. Wir

Pilger von der Pfarrei St. Martin und

Severin gehören zusammen.

Die nächste positive Überraschung

war das Heftchen „Gebete

und Lieder“, das Pater Francis OFM

von der Missionszentrale der Franziskaner

im Bus verteilte: Es enthielt

mit der Meditation über das Pilgern,

den Psalmen, dem Benedictus (Lobgesang

des Zacharias) und der liebenswürdigen

Legende über Bischof

Williges von Mainz echte Schätze

christlicher Tradition. Sogar der Rosenkranz,

der vielen von uns fremd

geworden ist, wurde dort behutsam

mit Erläuterungen eingeführt, als

Meditation über das Geheimnis Jesu

Christi.

Überwältigend war dann der Einzug

in den romanischen, 1000 Jahre

alten Dom, untermalt von feierlicher

Orgelmusik. Kardinal Lehmann begrüßte

uns. Er schien über die Situation

unserer Gemeinden Bescheid zu

wissen. Die Zusammenlegung mehrerer

Gemeinden zu einer großen

Gemeinde bringt schmerzvolle Einschnitte

für alle mit sich, bietet aber

auch Chancen für Neues. Das ist auch

mit dem Unterwegs-Sein gemeint:

Das Leben bedeutet immer wieder

Abschied und Neuanfang. Sich dies

bewusst zu machen und wachsam

für die Chancen des Neuanfanges zu

werden, das ist der Sinn des Pilgerns.

So handelte dann auch die Predigt

des Kardinals vom Loslassen-Können

und orientierte sich an dem starken

Text des Philipperbriefes: „Ich sehe

alles als Verlust an, weil die Erkenntnis

Christi Jesu meines Herren, alles

übertrifft. Seinetwegen habe ich alles

aufgegeben und halte es für Unrat, um

Christus zu gewinnen.“ (Phil 3,8).

Der gealterte, aber dennoch kraftvolle

Kardinal erzählte, dass er schon

vor Jahren bei einem Krankenhausaufenthalt

im Gespräch mit Patienten

und Schwestern erfahren habe,

wie wichtig gerade für kranke Menschen

die Fähigkeit des Loslassen-

Könnens ist. Die persönlichen und

gleichzeitig so eng an der Hl. Schrift

ausgerichteten Worte waren ungeheuer

authentisch.

Dass wir aber mitten im Leben

stehen und auch Spaß haben können,

wurde deutlich, als es an die Dankesworte

ging. Graf Spee sprach von den

beiden alten Erzdiözesen Mainz und

Köln und vom „dicken Pitter“, der

größten Glocke des Kölner Doms.

Sie habe sogar dem Bierfass in Köln

den Namen Pittermännchen gegeben.

Und als er das sagte, rollte doch

tatsächlich ein echt Kölscher Köbes

in blauer Schürze 4 Pittermännchen

durch das Mittelschiff des Mainzer

Doms und überreichte dem Kardinal

und seinem Mitarbeiterstab die

Fässer. Die Orgel intonierte diskret

das Lied der Bläck Föös: „Mer losse dr

Dom in Kölle“..

Die ernste und persönliche Predigt

des Kardinals und diese humorige

Szene waren für mich die Höhepunkte

der Wallfahrt. Aber es gäbe

noch viel zu berichten. Von den strahlend

blauen Chagallfenstern in St.

Stephan und von unserem Dechant

Picken, der sich über die Scharen von

Kindern und Jugendlichen freute, die

im Chor dieser schönen Kirche standen

und mit ihm laut „Laudato si“

schmetterten. Man verstand etwas

von seinem Wunsch, den jungen Leuten

die Kirche als starke, anziehende

Gemeinschaft erfahrbar zu machen.

Als wir auf der Rückfahrt im Bus

das Magnificat beteten, empfand ich

Dankbarkeit für diesen Wallfahrtstag,

der mich das christliche Verständnis

des Pilgerns erleben ließ

und viel Freude gebracht hatte.


August 2010 Südkurier 13

Fronleichnam in der Südpfarrei

Pfarrei St. Martin und Severin, mit Christus unterm Kirchturm unterwegs

Viel Freude beim Pfarr- und Dorffest

in Muffendorf

Von Margret Vogt

Wer am Mittwoch vor dem Fronleichnamstag

am Remi-Baert-Platz

in Muffendorf vorbeikam, konnte ein

reges Treiben beobachten: Männer

stemmten ein schweres Bühnendach

empor, um es auf vier Pfeilern einrasten

zu lassen. Der Ortsauschussvorsitzende

Martin Nötzel leitete Helferinnen

und Helfer aus der Pfarrei an,

aus einer Reihe von vorgefertigten

Metallstangen und grünweißen Plastikplanen

Marktstände zu errichten.

Einige fühlten sich an ihre Pfadfinderzeit

und Zeltlager erinnert, und

schon nach kurzer Zeit standen auf

dem Platz eine Bühne mit Dach und

7 Stände. „Wie bei einem Katholikentag“

meinte Ruprecht Marks vom

Kirchenausschuss Muffendorf. Die

Idee war, im Sinne des Fronleichnamsfestes

mit einer Freiluftmesse

und einem „Markt der Möglichkeiten“

den christlichen Glauben nach

draußen zu bringen und noch erlebbarer

zu machen. Dabei wollten die

Mitglieder des Orts- und Kirchenausschusses

die schöne Kulisse zwischen

Kommende und Siegburger

Hof nutzen, um das traditionelle Fest

noch attraktiver zu gestalten. Das

strahlende Wetter half, dass dieses

Konzept aufging.

Der Fronleichnamstag begann

mit der Heiligen Messe, in der der

Text des Lukasevangeliums von der

Speisung der Fünftausend im Zentrum

der Verkündigung stand. Pfarrer

Haermeyer erläuterte, dass Christus

im Sakrament der Eucharistie den

Menschen seine Gegenwart schenkt.

Diese Gegenwart begleitet uns,

wenn wir im „Auf und Ab“ auf dem

Wege sind, wie anschließend durch

die Prozession bezeugt wurde, die

durch das Pfarrblasorchester begleitet

wurde und mit dem Segen in der

Pfarrkirche endete.

Für das anschließende Fest wurde

die Klosterbergstraße in ihrem

unteren Ende gesperrt, so dass auf

dem Gelände des Pfarrheims und

des Remi-Baert-Platzes ein einziges

großes Festgelände entstand.

Kinder konnten die Straße bemalen

und ohne Gefahr dort spielen. Auf

der Bühne sangen die Kleinsten aus

den Tagesstätten Frieden Christi,

St. Albertus Magnus und St. Martin.

Es tanzte das Kinderkorps der Bergfunken.

Die Jugendlichen der Pfarrei

präsentierten sich gekonnt auf einer

„open stage“. Als am Abend die Oldie

GmbH Jazzklänge anstimmte, hatte

so mancher Lust auf einen Tanz und

bedauerte, dass das schwungvolle

Spiel der letzte Beitrag zu einem

rundherum gelungenen Fest war.

In Alt Lannesdorf rund um den

Kirchturm von Herz Jesu und am

Brünnchen lebt das Fronleichnamsfest

Von Ursula Werner

Das Fronleichnamsfest, Hochfest

im Kirchenjahr der katholischen

Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart

Jesu Christi im Sakrament der

Eucharistie gefeiert wird, wurde am

3. Juni in Lannesdorf in traditioneller

Weise gefeiert.

Bei strahlendem Sonnenschein

konnten wir durch die Straßen von

Foto: Ursula Werner

Alt Lannesdorf ziehen, und auch

den Kindergartenkindern, die ab der

3. Station dazu kamen, war Erstaunen

über das Geschehen deutlich anzusehen.

Die Deutschmeister begleiteten

uns wieder musikalisch und alles

verlief sehr friedlich und geordnet.

Den Schlusssegen erteilte uns Pfarrer

Powalla in der Kirche. Der Kirchenvorstand

lud nach dem gelungenen

Festtag zu einem Getränk ein.

Fronleichnam in Mehlem

Von Mechthild Amendt

Foto: Lars Bergengruen

Der prüfende Blick zum Himmel

am frühen Morgen des Fronleichnamstages

gehört immer dazu.

Lacht der Himmel oder weint er? Bei

trockenem Wetter wird die Hl. Messe

im Freien gefeiert, abwechselnd auf

dem Gelände des Kindergartens, auf

dem Schulhof der kath. Grundschule

oder im Park des Seniorendomizils

Sunrise (Villa Camphausen). Heute

verheißt der Himmel einen sonnigen

Vormittag; der Altar kann aufgebaut

werden. Alles, was für die Freiluftmesse

benötigt wird, ist schon auf

dem Transporter: Altar, Ambo, Kredenztisch,

Sedilien, ein großer Pavillon,

eine Menge Klappbänke für die

Mitfeiernden, elektronisches Örgelchen,

Beschallungsanlage und Lautsprecher...und...und

der „Himmel“ für

die Prozession. Dazu kommt noch

eine PKW-Ladung mit allem, was am

Altar gebraucht wird. Viele schweißtreibende

Arbeit im Sunrisepark

wartet auf viele Helfer. Wie gut, dass


14 Südkurier August 2010

uns die Mithilfe einer Firmgruppe

angekündigt worden ist. Aber sie

kommen nicht, die sehnlich erwarteten

Jugendlichen, nicht ein einziger

lässt sich blicken. Schade! Die kleine

Schar der nicht mehr so jugendlichen

und fitten Freiwilligen spuckt

in die Hände und hat bis zum Eintreffen

der ersten Mitfeiernden alles

liebevoll hergerichtet. Schön sieht es

aus vor der beeindruckenden Kulisse

der Villa Camphausen. Die Bänke

füllen sich schnell, auch einige Bewohner

des Domizils kommen zum

Gottesdienst. Die St. Hubertus- und

St. Sebastianusschützen sind da und,

Foto: Mechthild Amendt

„Bewegt sie (sich) noch - die Ökumene?“

Erfahrungen auf dem Ökumenischen Kirchentag

welche Freude, von den einundzwanzig

diesjährigen Kommunionkindern

sind siebzehn gekommen. Als

Pfr. Wimmershoff und Pater Höfer

mit der großen Schar der Ministranten

zum Altar ziehen, sind alle Bänke

dicht gefüllt, einige Leute haben

sich schlauerweise Campingstühle

mitgebracht. „Ein Haus voll Glorie

schauet weit über alle Land...o lass im

Hause dein uns all geborgen sein!“ Ja,

diese wunderbare Freiluftkathedrale

mit den riesigen uralten Bäumen

lässt eine Ahnung von Gottes Meisterhand

aufkommen. Nach der feierlichen

Messe zieht die Prozession mit

dem Allerheiligsten, dem eucharistischen

Brot, zum Drachensteinpark,

wo der Segensaltar aufgebaut ist. Von

dort geht es durch den Park zur Severinskirche.

Von der Spitze der Prozession

zurückschauend bietet sich

ein beeindruckendes Bild: So viele

betende, singende, Gott die Ehre gebende

Menschen. Irre ich mich, oder

sind es tatsächlich mehr als in den

Jahren zuvor? Und mittendrin der

„Himmel“, darunter Christus im Zeichen

des Brotes. Fronleichnam – katholischer

kann ein Kirchenfest nicht

sein. Und doch ist der „Himmel“ fest

in ökumenischer Hand: Vier Schützen

tragen ihn – zwei katholische

und zwei evangelische. Der Himmel

lacht! Nach dem feierlichen Schlusssegen

serviert der Kirchenausschuss

Getränke und Grillwürstchen auf

der „Domplatte“. Aber die Schar der

Hungrigen ist größer als erwartet,

die Warteschlange am Grill immer

noch lang, und allmählich gehen die

Würstchen aus. Gäbe es doch eine

wunderbare Würstchenvermehrung!

Es gibt sie: Einige Leute eilen zu den

heimischen Kühlschränken und

spendieren ihren Vorrat. Wenn jeder

gibt, was er hat, dann werden alle

satt! Und wieder lacht der Himmel!

Von Joachim Schick

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an

Ökumene denken?

Baustelle – Chance der Kirche –

Prinzip Hoffnung – Stillstand – Pflegefall

– Zukunft der Kirche – Skandal

– Aufbruch – Auslaufmodell –

Identitätsverlust – oder, ...

„Bewegt sie sich noch - die Ökumene?“

Im Vorfeld des Ökumenischen

Kirchentages wurde diese Frage von

vielen Gläubigen aller Konfessionen

aus den Gemeinden und Verbänden,

aber auch von Theologen, mit großer

Skepsis beantwortet. Manchen

erschien das Motto „Damit ihr Hoffnung

habt“ (1 Petr 1,21) gleichsam

eine Vertröstung nach dem Motto:

„Was bleibt uns noch anderes übrig als

zu hoffen!“ oder „Hoffen dürfen wir,

aber ändern dürfen wir nichts.“ Nachvollziehbar

ist diese Skepsis, wenn

man die Situation der Ökumene in

Deutschland in den letzten Jahren

berücksichtigt:

Da herrscht vielerorts Verärgerung

über ein Schneckentempo oder

gar einen Stillstand in der Ökumene.

Da beklagen viele Rückschritte

hinter bestehende Einigungen in

ökumenischen Streitfragen.

Da fühlen sich viele, gerade ökumenisch

begeisterte Christen von

ihren Kirchenleitungen im Stich gelassen

und trauen vor allem der katholischen

Kirche keine innovativen

Impulse mehr zu.

Da erleben viele ökumenisch Bewegte

ein Erlahmen ihrer Kräfte,

verbunden mit der Tatsache, dass

andere Christen, besonders jüngere

Generationen, sich für ökumenische

Fragen kaum noch interessieren und

engagieren.

Da zeigen sich in vielen Gemeinden

Tendenzen von Resignation und

Rückzug.

Da ziehen sich nicht wenige zurück

in ihre eigene Konfession und

suchen in bewusster Abgrenzung

von den anderen Konfessionen ihre

Identität zu finden und zu wahren,

oder kurz zusammengefasst: „Die

Ökumene bewegt sich nicht und bewegt

niemanden mehr!“

„Und sie bewegt sich doch – die

Ökumene!“

Der Ökumenische Kirchentag in

München hat – bei aller Kritik bei

einzelnen Aspekten – eindrucksvoll

gezeigt: „die Ökumene bewegt die

Menschen!“, sie interessiert, spricht

an, fordert heraus. Menschen machen

sich auf den Weg, bewegen sich

aufeinander zu, lassen sich anregen

und begeistern.

Mehr als 130.000 Dauerteilnehmer/innen

und viele Tausend Tagesgäste

bewegten sich an den 4 Tagen

> zu ca. 3000 Veranstaltungen

> mit hochrangig besetzten Podien,

Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen,

> in thematischen Zentren, die die

ganze Fülle des christlichen Glaubens

erlebbar machten,

> zu christlichen Gruppen, Initiativen,

Verbänden und Vereinen auf

dem „Markt der Möglichkeiten“,

> zu Bibelarbeit und gottesdienstlichen

Feiern und

> zu einem vielfältigen Kulturprogramm.

Alles, von der Vorbereitung bis

zur Durchführung, geschah in ökumenischer

Vielfalt, Spannung und

Lebendigkeit, in echter christlicher

Gastfreundschaft und in ökumenischer

Offenheit und Herzlichkeit,

So wurde der Kirchentag dem eigenen

Anspruch gerecht, den die Verantwortlichen

formuliert hatten.


August 2010 Südkurier 15

Damit ihr Hoffnung habt

Der Ökumenische Kirchentag in München aus der Sicht einer Fahrradpilgerin

Von Christine Henk

ÖKT 2010 in München – da möchte

ich hin. Die Erinnerung an den ersten

Ökumenischen Kirchentag 2003

in Berlin ist plötzlich wieder wach.

Es hat immerhin 7 Jahre gedauert –

aber es ist Wirklichkeit geworden.

Als beim ersten Vorbereitungstreffen

einer sagt, dass er mit dem Fahrrad

nach München wolle, denke ich

noch bewundernd, dass das für mich

zu weit ist. Aber dann lässt mich der

Gedanke nicht mehr los und in den

nächsten Wochen verbringe ich meine

Freizeit über Landkarten und

dem ÖKT-Programm und suche und

studiere …

7 bewegte Jahre in jeder Hinsicht

– die Welt hat sich verändert, nicht

gerade zum Besseren. Das haben

wohl auch die gespürt, die das Motto

ausgesucht haben: „Damit ihr Hoffnung

habt.“

Und so mache ich mich auf den

Weg: mit dem Fahrrad zum Bonner

Hauptbahnhof, mit dem Zug nach

Ellwangen in der Schwäbischen Alb.

Hier beginne ich – nach einem kurzen

Gebet in der Basilika – meine dreitägige

Pilgerfahrt. Entlang an Flüssen,

durch romantische Städte, hügelauf,

hügelab, begegne ich immer wieder

ungemein hilfsbereiten und gastfreundlichen

Menschen, nehme die

Schönheiten der Natur und die geologischen

Besonderheiten mit allen

Sinnen wahr, staune über das, was

da ist. Als ich München erreiche, bin

ich voller Vorfreude – das Fest kann

beginnen.

Nach und nach füllt sich der Platz

auf der Theresienwiese, kommen

Menschen aus allen Teilen Deutschlands,

aus Österreich, der Schweiz,

aus den verschiedensten Konfessionen,

und bekunden, dass wir mit

Gottes Segen gemeinsam unterwegs

sind und gemeinsam weitergehen

wollen.

An Christi Himmelfahrt besuche

ich die „Göttliche Liturgie“ in der Salvator-Kirche,

meine erste Begegnung

mit griechisch-orthodoxen Christen,

mit denen ich dann in der Prozession

zur Zentralen Ökumenischen

Feier auf den Odeonsplatz ziehe. Am

Nachmittag erlebe ich den großen

katholischen Vorreiter der Ökumene,

Hans Küng, der nicht spart mit kritischen

Anmerkungen zum gegenwärtigen

Dilemma der Kirchen und auf

den Punkt bringt, dass Christ-Sein

und Mensch-Sein nicht ohne einander

geht.

Foto: Christine Henk

Als Mitglied in der Eine-Welt-

Gruppe und bei pax christi wähle

ich aus den 3.000 Veranstaltungen

des ÖKT-Programms einige Angebote

aus dem Themenbereich „Verantwortlich

handeln – Christ sein in der

einen Welt“ und begegne Frauen aus

Peru, die von den schrecklichen Wirkungen

des Bergbaus und der Metallindustrie

auf Mensch und Umwelt,

insbesondere auf die Kinder, berichten.

Wer bei uns weiß schon von

den toten Flüssen in Peru (und nicht

nur dort), von dem hohen Bleigehalt

im Blut der Kinder, der zu massiven

Konzentrationsstörungen führt und

ihnen das Lernen unmöglich macht?

Und wem ist schon bewusst, dass das

auch uns angeht, weil wir die Nutznießer

der Endprodukte sind? Es hat

mich schockiert und aufgerüttelt.

Bei meinem Gang über die Agora in

den Messehallen entdecke ich viele

Gruppen und Initiativen, die sich

der Problematik der Ausbeutung der

Menschen und der Zerstörung ihrer

Existenzgrundlagen annehmen. So

viele und doch viel zu wenige gegen

die Übermacht der Wirtschaftstreibenden

und ihrer Profitgier.

Meinen Gefühlen der Ohnmacht

steht die Ermutigung „Damit ihr

Hoffnung habt“ entgegen! Wird sie

stark genug sein?

Im meditativen Abendgottesdienst

„Was uns eint: Gemeinsam beten

und singen“ erlebe ich den heimlichen

Star dieses Kirchentages: Margot

Käßmann. Wo immer sie auftaucht,

sind die Hallen und die Kirchen

überfüllt. Wir singen aus dem

von ihr mitinitiierten neuen Gebetbuch

„Laudate omnes gentes“ – Frieden

legt sich auf mein aufgewühltes

Gemüt und die Gewissheit: „Es wird

alles gut.“

Meine Gastgeber – ein liebenswertes,

offenherziges, gemischtkonfessionelles

Ehepaar – sind für mich

das Beispiel gelebter Ökumene! Sie

nehmen mich mit in ihre Gemeinde,

sie nehmen teil an meinen Erlebnissen,

sie erzählen von sich und ihrem

Leben, sie helfen mir bei der Fortsetzung

meiner Fahrradtour.

Im Mittelpunkt des Schlussgottesdienstes

am Sonntagmorgen

steht das Magnifikat. Die Eindrücke

der vergangenen Tage verdichten

sich. Als Präses Nikolaus Schneider

das Lied Marias als ein wildes, aufständisches

Lied bezeichnet, das viele

von uns das Fürchten lehrt, als er

vom starken Arm Gottes spricht, der

die Umkehrung aller Verhältnisse bewirken

wird, da fallen mir die Frauen

aus Peru wieder ein, da muss ich unwillkürlich

an die Obdachlosen denken,

denen ich in München begegnet

bin, und an die Obdachlosen, die mir

auch in Bonn auf meinem täglichen

Weg zur Arbeit begegnen.

Diese Gedanken nehme ich mit

hinein in die Schlussworte der Kirchentagspräsidenten

Alois Glück

und Eckhard Nagel: „Wir brauchen

ein Wachstum an Mitmenschlichkeit,

an Rücksichtnahme und Achtsamkeit.

Mit dieser Botschaft wird unser Kirchentag

zur Zeitansage, zur Zeitansage

des Trostes und der Ermutigung.

Lasst uns gemeinsam einen neuen

Aufbruch wagen!“


16 Südkurier August 2010

Sommerfest bei FAGOS

Kindergarten St. Albertus-Magnus wird eingeweiht

Von Tamara Danilenko

Der 9. Mai 2010 war ein Fest für

Familien aus der ganzen Gemeinde

St. Martin und Severin. Sie kamen

ins Pennenfeld, um die Einweihung

des umgebauten Kindergartens St.

Albertus Magnus mit dem ersten

großen Kindergartenfest aller fünf

katholischen Kindergärten im Familienzentrum

Bad Godesberg Süd zu

feiern.

Zuerst feierte die Gemeinde eine

Familienmesse. Wirklich viele Kinder

aus allen fünf Kindergärten waren

da, erkennbar an den bunten

Halstüchern: jeder Kindergarten hat

seine eigene Farbe. Und da die Erzieherinnen

praktischerweise T-Shirts

in den passenden Farben trugen,

wurde manch einem erstmals klar,

wer eigentlich in welchem Kindergarten

tätig ist. Eindrucksvoll war

das Bild der in den Himmel gestreckten

Kinderhände: Ihre Hände sind

Jesu Hände - so jung sie auch sind,

durch sie wirkt Jesus in der Welt.

Anschliessend wurde der Kindergarten

eingeweiht. Gewürdigt

wurden viele Menschen, die finanziell

und mit Arbeitseinsatz, sei es im

Rahmen ihrer Arbeit oder ehrenamtlich,

dazu beigetragen haben, dass

der Kindergarten so schön geworden

ist: hell, geräumig, einfach schön.

Schönheit hat ihren Preis:

555.000€ kostete dieser Umbau, bezahlt

durch Kirchensteuermittel, der

Kibiz-Rücklage und einer Spende der

Stiftung „Wir helfen“. Gedankt sei an

dieser Stelle dem Architekturbüro

Saul für den Innenausbau und der

Firma Goeppner für die Außenanlage.

Gedankt sei den Mitarbeitern

beim Erzbistum Köln, dem Caritasverband

und der Rendantur für ihre

Unterstützung. Ein großes „Danke“

geht vor allem an die ehrenamtliche

Arbeit der Kirchenvorstandsmitglieder

Herr Stendebach und Herr

Czwielung.

Es ging an die Einsegnung des

Kindergartens. Bei dieser Gelegenheit

wurde auch die neu gestaltete

Zentrale des Familienzentrums mit

Foto: Lars Bergengruen

gesegnet. Pfarrer Powalla und die

Kinder zogen mit Weihwasser, Aspergil

und sichtbarer Freude durch

die Räume.

Nun konnte die Feier so richtig

losgehen: Es gab reichlich Essen und

Trinken, dank der guten Kooperation

des Familienzentrums mit dem

Festausschuss von Albertus Magnus.

Vor verschiedenen Spielen bildeten

sich lange Schlangen von Kindern,

um geschminkt zu werden, mit Murmeln

zu malen oder den Zauberer zu

bestaunen. Und wieder einmal gab

es für die Gemeinde die Gelegenheit,

sich zu begegnen: die Pennenfelder

den Heiderhofern, die Muffendorfer

den Mehlemern und alle den Lannesdorfern.

Noch eine einschneidende Änderung

gab es im Kindergarten St. Albertus

Magnus an diesem Tag: Frau

Gonçalves Ribeiro, die bisherige

Leiterin wurde in die Elternzeit verabschiedet.

„Ihre“ Kinder aus dem

Kindergarten St. Albertus Magnus

brachten ihr zu diesem Anlass ein

Ständchen. Wir wünschen Frau Gonçalves

Ribeiro an dieser Stelle alles

Gute.

Der Kindergarten hat eine neue

Leitung. Frau Heike Dobra ist 41 Jahre

alt, wohnt auf dem Heiderhof, ist

verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit Januar arbeitet sie im Kindergarten

Albertus Magnus, seit Mitte

April ist sie dessen Leiterin.

Herzlich Willkommen!

Foto: Lars Bergengruen

Foto: Lars Bergengruen


Trier Wallfahrten

Fotos: Wolfgang Pilger und Fred Schneider

August 2010 Südkurier 17

Fronleichnam

Fotos: Lars Bergengruen


18 Südkurier August 2010

Erstkommunion 2010

Fotos: Lars Bergengruen (Seite 18 und 19) und Waltraud Ramm (Seite 20)


August 2010 Südkurier 19


20 Südkurier August 2010


August 2010 Südkurier 21

Frieden Christi – Ströme lebendigen Wassers

Kirchenausschuss Frieden Christi will auf Menschen am Heiderhof zugehen

Von Joachim Schick

„Freude und Hoffnung, Trauer und

Angst der Menschen von heute, besonders

der Bedrängten und Armen aller

Art, sind auch Freude und Hoffnung,

Trauer und Angst der Jünger Christi.

Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches,

das nicht in ihrem Herzen seinen

Widerhall fände. Ist doch die eigene

Gemeinschaft aus Menschen gebildet,

die in Christus geeint, eine Heilsbotschaft

empfangen hat, die allen auszurichten

ist.“

Für den Kirchenausschuss von

„Frieden Christi“ ist diese Aussage

des Zweiten Vatikanischen Konzils

über das Selbstverständnis und die

Aufgaben der Kirche in der heutigen

Zeit für alle Menschen, Anspruch

und Maßstab seines Engagements

für eine Kirche Christi,

die einladend und gastfreundlich

ist, indem sie dafür Sorge trägt, dass

die Menschen vielfältige Orte finden,

an denen sie Gott begegnen, ihren

Glauben miteinander leben und feiern

und eine Heimat finden,

die offen und präsent ist, indem

sie die Lebenswirklichkeiten und

Hoffnungen der Menschen respektvoll

und in Offenheit füreinander in

den Blick nimmt und ihr pastorales

Handeln danach ausrichtet und dabei

offen ist für Menschen anderer

Konfessionen, Glaubensvorstellungen,

Nationen und Kulturen,

die sich verantwortlich weiß für

ihr Lebensfeld, indem sie als Kirche

vor Ort im gesellschaftlichen und

politischen Umfeld Dialogpartner ist

und Akzente setzt, wenn es darum

geht, das Zusammenleben der Menschen

auf dem Heiderhof zu fördern

und zu gestalten.

Die Mitglieder des Kirchenausschusses

„Frieden Christi“ verstehen

sich als Glieder des einen Leibes

Christi,

die für die Menschen vor Ort präsent

und ansprechbar sind,

die durch ihr Engagement das

kirchliche Leben mitgestalten und

so der Kirche ein Gesicht geben,

die sich darum bemühen, dass

durch ihr Mitleben, Zuhören, Nachdenken,

Planen und Handeln die Kirche

zu einem lebendigen Organismus

wird, in dem Menschen jeden Alters,

jeder sozialen, nationalen und kulturellen

Herkunft Heimat finden und

in dem der christliche Glaube in all

seinen Vollzügen erfahrbar und erlebbar

wird.

Größte Herausforderungen des

Kirchenausschusses:

Seitdem der Heiderhof vor mehr

als 40 Jahren entstand, hat sich die

Bevölkerungsstruktur dieses Viertels

deutlich verändert: die Gründergeneration

ist – sofern sie nicht

weggezogen ist – deutlich älter geworden;

gleichzeitig sind viele junge

Familien hierher gezogen. So zeigt

die Altersstruktur auf der einen Seite

auch und gerade bei Menschen, die

noch kirchlich gebunden sind, eine

zunehmende Überalterung und auf

der anderen Seite eine zunehmende

Zahl von jüngeren Menschen, die

wenig Kontakt zur Pfarrgemeinde

und sich noch weniger in der Kirche

engagieren. Derzeit gibt es auf dem

Heiderhof noch viele Menschen im

Kirchenausschuss und in bestehenden

Initiativen, die als Christen ihre

Kirche lebendig machen. Doch zeichnet

sich auch auf dem Heiderhof die

Gefahr der Überalterung dieser Aktiven

ab: schon jetzt fehlen fast ganz

die Altersgruppen der Jugendlichen,

der jungen Eltern, der Eltern erwachsener

Kinder und der rüstigen Jungsenioren,

die die bestehenden Aufgaben

in absehbarer Zeit übernehmen

können und wollen.

Daraus ergeben sich folgende längerfristige

Herausforderungen:

Suche nach Wegen, …

... wie Kirche für jüngere Menschen

wieder attraktiv gemacht werden

kann,

… wie junge Familien an die Kirche

und das gemeindliche Leben herangeführt

werden können,

… wie die caritative und religiösspirituelle

Begleitung der alten und

kranken Menschen gewährleistet

werden kann,

… wie Menschen vor allem aus

den jüngeren Generationen motiviert

werden können, Verantwortung für

die Gemeinde, die bewährten und

notwendigen Aufgaben mittel- und

langfristig zu übernehmen

Die Zunahme der Zahl der kirchlich

oder gemeindlich Distanzierten

und Nichtaktiven und damit der

drohende Verlust der Lebendigkeit

dieser Gemeinde spitzt sich zu angesichts

der offenen Frage, wie es mit

der Kirche „Frieden Christi“ grundsätzlich

weitergeht, ob sie nach 2013

überhaupt noch besteht oder aus finanziellen

Gründen abgerissen werden

muss. Wie und wo kann kirchliches

und gemeindliches Leben oben

auf dem Hügel gelebt und erlebt

werden? Wie kann das räumlich wie

funktional gute Gemeindezentrum

am Leben erhalten bleiben und genutzt

werden?

Der Kirchenausschuss arbeitet

eng zusammen mit

>> der evangelischen Kirchengemeinde:

Es gibt eine seit der Gründungszeit

der beiden Kirchengemeinden

bestehende ökumenische

Praxis, die bis heute in mehreren gemeinsam

vorbereiteten und durchgeführten

Aktionen pro Jahr vor allem

in Liturgie und Bildung lebendig

ist. Auf Basis von Vertrauen und

Wertschätzung entsteht aktuell eine

neue Kooperationen in Form eines

gemeinsamen Fair-Trade-Ladens.

>> der katholichen Bücherei: Seit

vielen Jahren ist die Bücherei mit ihrem

vielfältigen Leseangebot und ihren

Lesefesten eine feste Institution,

die wöchentlich von vielen Kindern

und Eltern genutzt und geschätzt

wird.

>> dem katholischen Kindergarten,

der, nur durch Schiebetüren getrennt,

in das Gemeindezentrum integriert

ist,

>> Initiativen vor Ort, die mit ihrem

ehrenamtlichen Engagement dafür

sorgen, dass es in Frieden Christi

auch ohne Priester liturgische Angebote

und eine regelmäßige Öffnung

der Kirche gibt

>> dem Seniorenheim: die individuelle

und religiös-spirituelle Begleitung

der Bewohner des Seniorenheims

direkt neben der Kirche

ist eine wichtige Aufgabe dieser Ge-


22 Südkurier August 2010

meinde,

>> dem Ausschuss für unsere

weißrussische Partnergemeinde: Seit

Jahren unterstützt Frieden Christi

soziale und kirchliche Projekte in

Weißrussland.

Gleichzeitig versteht sich Frieden

Christi als ein Bestandteil der neuen

Pfarrgemeinde, für deren Entwicklung

und Entfaltung sie sich engagiert

einsetzt. So sind mehrere „Heiderhofer“

Mitglied im PGR, im KV, in

Initiativen wie Albertus Magnus Pro,

der Südkurierredaktion und in verschiedenen

Ausschüssen.

Der Altar der Kirche Frieden

Christi stellt eine Quelle dar, aus der

nach Ezechiel 47 Ströme von Wasser

fließen:

„Dieses Wasser fließt hinab in die

Steppe und die Wüste, und überall,

wohin der Fluss kommt, wird alles Leben

neu aufleben. Dann wird es sehr

viele Fische geben. An beiden Ufern

des Flusses werden allerlei Bäume mit

essbaren Früchten wachsen, deren

Laub nicht verwelkt und deren Früchte

nicht abnehmen. Alle Monate werden

sie frische Früchte tragen; denn

das Wasser, das sie tränkt, kommt von

diesem Heiligtum. Und ihre Früchte

dienen zur Speise und ihre Blätter als

Arznei.“

Möge dieser Anspruch und Zuspruch

des Propheten auch künftig

Wirklichkeit werden!

Ökumene in St. Martin und Severin

Neue Wege gehen, Miteinander gehen, Wagnisse eingehen, Neue Ufer suchen

Von Joachim Schick

Innerkirchliche Ökumene: Entfaltung

des Miteinanders der christlichen

Konfessionen

So sollen auch sie eins sein,

damit die Welt glaube. (Joh 17,21)

„Wir Christen sind geeint durch den

Glauben an den dreieinen Gott. Damit

ist das, was uns alle verbindet, weit

stärker als das, was uns immer noch

trennt. In unserer Gemeinde wollen

wir daher - entsprechend der Charta

Oecumenica* - in allen Bereichen

unseres Handelns das gemeinsam

tun, was gemeinsam zu tun möglich

ist. Dafür wollen wir mit den Christen

anderer Konfessionen regelmäßig

das Gespräch suchen und gemeinsam

Gottesdienst feiern.“ (Pastaralkonzept

von St. Martin & Severin)

Miteinander gehen

Der Ökumene-Ausschuss St. Martin

& Severin

- pflegt den Kontakt zu den Ökumenischen

Initiativen von St. Martin

und Severin sowie zu den evangelischen

Partnergemeinden und anderen

christlichen Konfessionen

- verschafft sich einen Überblick

über die vorhandenen Ökumenischen

Aktivitäten auf der Ebene

von St. Martin und Severin um die

Möglichkeiten, Schwierigkeiten und

Grenzen der Ökumene vor Ort zu erkennen

- initiiert, koordiniert und begleitet

die innerkirchliche Ökumene in

St. Martin und Severin und macht

diese auf vielfältige Weise bekannt.

- stärkt die Ökumene durch gemeinsame

Aktivitäten (Fortbildungen,

Aktionen, Beratungen, ..)

Wagnisse eingehen

Mitglieder des Ökumene-Ausschusses

St. Martin & Severin:

Marc Depew (Muffendorf), Rita

Fassbender (Lannesdorf), Sabine Hasenbeck

(Lannesdorf), Herr Fleischer

(Mehlem), Herbert Kessen (Mehlem),

und Frau Weiser (Heiderhof).

Ausschussvorsitzender: Joachim

Schick (Heiderhof) (0228) 361947

Unsere Partner:

- drei ökumenische Arbeitskreise

auf dem Heiderhof, in Mehlem und

im Pennenfeld

- drei evangelische Kirchengemeinden:

Heilandkirche (Mehlem),

Immanuelkirche (Heiderhof), und

Johnneskirche (Pennenfeld)

Neue Ufer suchen

Ökumene vor Ort: nichts ist unmöglich?

Seit dem II. Vatikanischen Konzil

sind auf offizieller Ebene viele ökumenische

Annäherungen gemacht

worden. Damit Ökumene wirken

kann, muss sie im alltäglichen Leben

vor Ort stattfinden. Bestehende

Grenzen, wie z.B. der Vorbehalt einer

gemeinsamen Mahlfeier, müssen

zwar eingehalten werden. Dennoch

ist in der Ökumene vor Ort viel mehr

möglich, als häufig angenommen

wird: soziales Engagement, gemeinsame

Feste, Gesprächskreise, ökumenische

Jugendarbeit, Glaubenskurse,

Wort-Gottes-Feiern usw. Besonders

empfehlenswert ist es, zu allen möglichen

gemeindlichen und kirchlichen

Anlässen die Christen der anderen

Konfessionen einzuladen, um

sich wertzuschätzen und um sich in

der Begegnung besser kennen- und

verstehen zu lernen.

Neue Wege gehen

Innerkirchliche Ökumene

Kriterien und Leitlinien für das

ökumenische Miteinander:

Gemeinsam das Evangelium verkündigen,

aufeinander zugehen, gemeinsam

handeln, miteinander beten,

Dialoge fortsetzen.

In unserem gemeinsamen Tun

soll erfahrbar werden über unsere

Gemeinden hinaus:

„Wo zwei oder drei in Jesu Namen

versammelt sind, da ist er mitten unter

ihnen“

über unsere Lebenswelt hinaus:

„Christen sollen eins sein, damit


August 2010 Südkurier 23

die Welt glaube!“

Miteinander gehen

Das Vater Unser

Das gemeinsame Gebet aller

christlichen Konfessionen ist eine

gute Basis für eine ökumenische Bewegung

und Praxis zwischen den

Konfessionen.

Beim ‚ökumenischen’ Sprechen

und Bedenken des Vater Unsers …

… erleben Christen konkret eine

über konfessionellen Grenzen hinausgehende

Gemeinsamkeit im Bekenntnis

und in der Praxis des Glaubens

… vertiefen Christen in der Begegnung

und Auseinandersetzung mit

dem Glauben der Christen anderer

Konfessionen ihren eigenen Glauben

… finden Christen Möglichkeiten,

wie sie in der Nachfolge Jesu Christi

ihren Glauben in der Verantwortung

für alle Menschen und für Gottes

Schöpfung Gemeinde lebendig werden

lassen können:

Wagnisse eingehen

„Was können wir für unsere Stadt

tun?“

Unter dieser Frage stand die diesjährige

ökumenische Begegnung der

kath. Gemeinde ‚Frieden Christi’ und

der evangelischen ‚Immanuelkirche’

auf dem Heiderhof am Pfingstmontag.

In bewährter Tradition feierten

zunächst alle Christen im Frieden

Christi Gottesdienst, bei dem sie

sich in Gruppen mit dieser Frage beschäftigten,

die gerade für den Heiderhof

von besonderer Bedeutung

ist: die sich verändernde Bevölkerungsstruktur

dieses Wohnviertels

und die zunehmende Zahl von Kirchenfernen

stellt beide Kirchen vor

große Herausforderungen, zumal die

Zukunft von Frieden Christi selbst

auch unsicher ist. Das lebendige Miteinander

nach dem Gottesdienst in

den Räumen der Immanuelkirche

(gemeinsames Essen. Singen und Erzählen)

zeigte und stärkte die ökumenische

Vertrautheit der beiden

Partnerkirchen.

Neue Ufer suchen

Ökumene lebt vom Engagement

vieler (?)

In unserer Pfarrgemeinde gibt es -

neben guten, regelmäßigen, bewährten

ökumenischen Kontakten und

Initiativen - in folgenden Bereichen

Handlungsbedarf

> in den ökumenischen Arbeitskreisen

und Aktionen fehlen die Jugend

und (junge) Eltern; Es scheint

als sei Ökumene nur Thema der älteren

Generation;

> die ökumenischen Erfahrungen

der zahlreichen konfessionsverbindenden

Ehen (… religiöses Leben, Erziehung,

, …) bleiben in unserer ökumenischen

Praxis fast unberührt.

Wir suchen Mitarbeiterinnen, vor

allem aus den genannten „weißen

Flecken der Ökumene-Landkarte“,

die mit uns Ökumene für alle Altersgruppen

attraktiv und lebendig gestalten

wollen.

Neue Ufer suchen

Wussten Sie schon,…

…dass einmal im Monat sich die

koptische Gemeinde in der Kirche

„Frieden Christi“ trifft, um miteinander

die heilige Liturgie zu feiern und

anschließend miteinander beim Essen

Gemeinschaft zu erleben ?

…dass in den (evangelischen) Heiland-

und Immanuelkirchen regelmäßig

fair gehandelte Produkte verkauft

werden und künftig auf dem

Heiderhof dieser Transfair-Handel

ökumenisch durchgeführt wird ?

… dass die katholische Kirche St.

Albertus Magnus und die evangelische

Johanneskirche in ökumenischer

Offenheit zum „Pfingstfeuer“,

einer interreligiösen Andacht und

gemütlichem Beisammensein, einladen

?

Wagnisse eingehen

Ökumene könnte so einfach sein,

trotz aller kirchenamtlicher Abgrenzungen

und noch nicht geklärter

theologischer Streitfragen.

… wir laden uns zu gemeinsamen

liturgischen Formen ein und teilen

untereinander das gesegnete Brot

… wir bieten gezielt Angebote an

für Menschen, die in konfessionsverschiedenen

Ehen leben und suchen

nach Formen, wie sie auch liturgisch

ihren christlichen Glauben gemeinsam

feiern können

... wir integrieren bewusst liturgische

Elemente aus der Glaubenspraxis

anderer Konfessionen in unsere

gottesdienstliche Feiern und wir

stellen uns gegenseitig Bekenntnis

und gemeindliche Praxis der anderen

Konfessionen vor

… wir überlegen in allen Gremien,

ob und wie wir (neue) Projekte

und Aktionen von Anfang an ökumenisch

offen und gemeinsam planen

und durchführen

Neue Wege gehen

Ökumene in unserer Gemeinde

Ökumenische Zusammenarbeit

wäre möglich …

… bei der Durchführung der Jugendkreuzweges

und der Passionsandachten

… bei der Absprache und Durchführung

von gemeinsamen Bildungsveranstaltungen

(nicht nur im Bereich

spezifisch religiöser Fragen)

… bei der Fürsorge um alte und

kranke Menschen in unseren Gemeinden

(Krankenbesuche, Grüne

Damen)

… bei der Sorge um die Mitgestaltung

des eigenen Wohnviertels: z.B.

Integration neuer Mitbürger, Aktionen

zur Behebung materieller und

sozialer Not

… gegenseitige Einladung zu Festen

und Feiern

Miteinander gehen

Ökumene im Angebot auf der

Homepage von St. Martin und Severin

findet man folgende Angebote

zur Ökumene

* das Vater Unser ökumenisch,

eine PP-Präsentation mit Anregungen,

wie das Vater Unser gebetet und

gelebt werden kann

* „Damit ihr Hoffnung habt“, ein

persönlicher Rückblick auf den Ökumenischen

Kirchentag in München

und seine Impulse für die weitere

ökumenische Praxis in unseren Gemeinden

* die Charta Oecumenica als

Grundlage des ökumenischen Miteinanders

in unserer Pfarrgemeinde

* im Pfarrbüro von St. Martin und

Severin und in den katholischen Büchereien

kann ausgeliehen werden

* der Ökumene-Führerschein, ein

interaktives Ratespiel vor allem für

Jugendliche zum Thema „verschiedene

christliche Kirchen“ mit viel Hintergrundinformationen

zu den einzelnen

Kirchen.


24 Südkurier August 2010

Gottes Schöpfung bewahren

Fastenaktionen in St. Martin und Severin

Von Bernhard Burdick

Unter dem Motto „Gottes Schöpfung

bewahren damit alle leben können“

wurden in diesem Jahr verschiedene

Fastenaktionen in der Gemeinde

umgesetzt, zum Teil wieder initiiert

vom Sachausschuss Schöpfung

und Umwelt (SchuU). Im Vorfeld der

eigentlichen Aktionen wurden an

vielen Orten in der Gemeinde, in den

Pfarrheimen in Lannesdorf, in Muffendorf

und im Pennenfeld während

Tag der Schöpfung - Wir sind dabei

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in

Deutschland (ACK) hat während des 2. Ökumenischen

Kirchentages in München alle Gemeinden und kirchlichen

Gruppen dazu aufgerufen, einmal jährlich - in der Zeit

zwischen dem 3. September und dem 4. Oktober - einen

Tag der Schöpfung zu begehen.

Wir wollen diesem Aufruf folgen. Auf Anregung des Sachausschusses

Schöpfung und Umwelt „SchuU“ lädt der Pfarrgemeinderat deshalb erstmals

ein zu einem

Tag der Schöpfung am Sonntag, den 12. September 2010, 12-17 Uhr.

Im und am Gemeindezentrum von Frieden Christi wird es an diesem Tag für

alle Altersgruppen Interessantes und Spannendes, Frommes und Kurioses,

Wissens- und Nachdenkenswertes, Kulinarisches und Handwerkliches,

Sehens- und Staunenswertes in und rund um Gottes Schöpfung zu erleben

geben. Bitte beachten Sie auch die aktuellen Pfarrnachrichten.

der Fastenzeit große Plakate aus der

diesjährigen Miseror-Fastenaktion

aufgehängt. Die Motive zum Thema

Bewahrung der Schöpfung sollten

nicht nur gefallen, sondern auch den

einen oder anderen Anstoß geben,

darüber nachzudenken, wie wir mit

unserer Umwelt und Mitwelt umgehen.

Der Misereor-Hauptgeschäftsführer

Josef Sayer erklärte zur diesjährigen

Fastenaktion: „Die Menschen

in den Entwicklungsländern müssen

ausbaden, dass wir hier in den reichen

Ländern sehr viel Energie verbrauchen.

Der verschwenderische Verbrauch

auch mächtiger Schwellenländer wie

China und Indien beschleunigt den

Klimawandel. Und unter dem leiden

die Allerärmsten nun mal am meisten,

auch wenn sie am allerwenigsten daran

Schuld sind. Hinzu kommt, dass viele

Länder in der südlichen Hemisphäre

arm sind, obwohl sie reich an begehrten

Rohstoffen sind.“

Am Misereor-Sonntag, dem

21.März, fand das diesjährige Fastenessen

in der Gemeinde statt. Im Südkurier

und in den Messen der Vorwoche

war dazu vorab eingeladen worden.

Alle Gemeindemitglieder, die

der Einladung gefolgt waren, wurden

durch den Gottesdienst in St. Martin

sehr schön eingestimmt. Olivia Höffinger

hatte mit Kindern schon im

Umfeld der Kirche Fußabdrücke mit

Kreide auf den Gehweg gemalt. In

der Kirche lagen Füße aus farbigem

Papier. Der Sinn dieser Fußabdrücke

wurde in der Messe deutlich: Zum einen

sollten uns die Fußabdrücke die

Richtung unseres Weges weisen, den

Weg zur Kirche, zum Altar, zu unserem

Schöpfer. Zum anderen sollten

wir darüber nachdenken, welche

Fußabdrücke wir in dieser Welt hinterlassen

– oder wie wir die Schöpfung

bisweilen mit Füßen treten. Eine

wissenschaftliche Methode – der so

genannte „Footprint“ oder Fußabdruck

– berechnet beispielsweise

den durchschnittlichen Umwelt- und

Rohstoffverbrauch eines Menschen.

Und dieser Rohstoff- und Energieverbrauch

liegt bei uns um ein Vielfaches

höher, als bei den Menschen in

den Ländern des Südens. Doch sind

es eben die ärmeren Länder, die unter

den Folgen der Klimaänderung oder

steigender Rohstoff- und Lebensmittelpreise

am stärksten leiden. Diesen

Gedanken hat Pater Clemens auch

sehr eindrücklich in seiner Predigt

ausgeführt.

Nach der Messe ging es dann

zum Fastenessen in das Muffendorfer

Pfarrheim. Der SchuU hatte eine

leckere Linsensuppe nach dem Rezept

der Luxemburger Spitzenköchin

Lea Linster vorbereitet. Speisen

und Getränke beim Fastenessen

entsprachen übrigens den vom PGR

beschlossenen neuen Vorgaben, dass

für Veranstaltungen und Feiern bevorzugt

Lebensmittel und Getränke

aus biologischem Landbau, von regionalen

Anbietern oder aus fairem

Handel gekauft werden sollen.

Neben dem gemeinsamen Essen

und gemütlichen Beisammensein

sollte aber auch an die Botschaft der

diesjährigen Fastenaktion von Misereor

angeknüpft werden. Hierzu hatte

der SchuU Annika Schroeder von

Misereor als Referentin gewinnen

können. Frau Schroeder wurde von

German Vargas begleitet. Herr Vargas

kommt aus Cochabamba in Bolivien.

Beide berichteten eindrucksvoll

wie der Klimawandel die Existenzgrundlagen

der indigenen Bevölkerung

in den Hochanden Boliviens

bedroht, aber auch über wirksame

Maßnahmen zum Schutz gegen Umweltzerstörung

und zur Sicherung

der Erträge in einer angepassten, naturnahen

Landbewirtschaftung. Die

Klimaveränderung ist in Bolivien bereits

deutlich spürbar. Immer häufiger

kommt es zu extremen Wetterereignissen

wie Spätfrösten, Überschwemmungen

oder Dürreperioden.

Die Landbevölkerung versucht

dem mit einfachen Mitteln und einer

Rückbesinnung auf angepasste Verfahren

zu begegnen. Beraten werden

sie dabei auch von Mitarbeitern von

Misereor. Durch Anlegen von Terrassen

und Zisternen, durch Mischkulturen

und angepasste Tier- und

Pflanzenarten können die Erträge


August 2010 Südkurier 25

stabilisiert, manchmal sogar gesteigert

werden. Dies wird aber nicht

mehr helfen, wenn die Klimaänderung

weiter voranschreitet.

An dem Fastenessen nahmen

etwa 60 Mitglieder der Gemeinde

teil. Nach Abzug der Kosten für Essen

und Getränke konnte noch eine

Spende von 220 Euro an Misereor

übergeben werden.

Eine weitere Fastenaktion war die

Projektwoche „Colors of life“ von Olivia

Höffinger und Iris Jakob. In der

Karwoche lud der Jugendtreff ICE zu

einem kreativen Kunst- und Umweltprojekt

zum Thema Schöpfung ein.

Das abwechslungsreiche und kostenlose

Programm richtete sich an

Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren.

Angeboten wurden:

- ein Experimentier-Workshop

rund um das Thema Wasser (Gewässeruntersuchung,

Strömung von

Wasser),

- ein Foto-Workshop (Fotoshooting,

Motivwahl),

- Geo-Caching (Schnitzeljagd per

GPS),

- Bogenschießen

- Bilderwerkstatt (digitale Bildbearbeitung,

Malen)

Fotos f inden Sie au f der

Homepage der Pfarrei (www.

stmartinundseverin.de/node/216),

Die Aktionen waren gut besucht,

durchgehend haben etwa 30 Kinder

und Jugendliche mit viel Spaß und

guter Stimmung mitgemacht. Vereinzelt

wurden die Aktionen auch von

Mitgliedern des SchuU unterstützt.

Diese wie auch die anderen Fastenaktionen

waren damit so erfolgreich,

dass sie hoffentlich im nächsten Jahr

mit noch größerer Beteiligung wiederholt

werden können.

Auf Initiative des Sachausschusses

Schöpfung und Umwelt (SchuU)

beschloss der PGR in seiner Sitzung

am 22. Februar 2010 einstimmig:

Unsere Gemeindefeste ab jetzt regio-öko-fair!

„Bei allen Festen und Veranstaltungen,

die in der Verantwortung des PGR

oder eines Kirchenausschusses liegen,

sollen Produkte aus fairem Handel

ausgeschenkt bzw. verarbeitet werden.

Dies gilt insbesondere für Kaffee, Tee

und Fruchtsäfte. Produkte, die nicht

über den fairen Handel erhältlich

sind, sollten so weit wie möglich

von regionalen Erzeugern bezogen

werden und wenn immer möglich aus

ökologischer Produktion stammen.“

100 Jahre KÖB Lannesdorf

Katholische Öffentliche Bücherei in Lannesdorf seit vielen Jahren Treffpunkt für Leseratten

Von Fred Schneider

Foto: Fred Schneider

Pfarrer Powalla hatte dem

100-jährigen Jubiläum unserer Bücherei

zu Beginn mit einer Festmesse

den richtigen Start gegeben. Die Fürbitten

waren auf das Ereignis, das

Büchereiteam und seine Leseratten

abgestimmt.

Aus den Unterlagen des Borromäusvereins

und dem eigenen Archivmaterial

ist zu belegen, dass vor 100

Jahren also 1910 bereits 443 Bände

aus der Lannesdorfer Bücherei ausgeliehen

wurden. Heute sind es jährlich

über 8000.

Schon seit Wochen wurde die

Feier geplant, wurden Kochrezepte

für ein „Lannesdorfer Kochbuch“ gesammelt,

Plakate entworfen und gefertigt,

das Büchereifenster passend

zum Jubiläum geschmückt. Das Büchereiteam

hatte vor der Messe eigenhändig

unzählige Schnittchen

und Leckereien für den Empfang

zubereitet. Alle waren zum „Tag der

offenen Bücherei“ eingeladen. Viele

kamen, um bei Köstlichkeiten und

belebenden Getränken den Glückwünschen

von Pfarrer Powalla, der

Fachstellenleiterin Frau Evers und

anderen beizupflichten und mitzufeiern.

Dabei dankte Pfarrer Powalla

vor allem Frau Kohlheim mit ihrem

Büchereiteam und überreichte jedem

im Team einem Blumenstrauß.

Foto: Fred Schneider

Die Lannesdorfer Sängervereinigung

unterstrich das mit einem bunten

Gesangsblumenstrauß. Ein buntes

Programm schloss sich an. Bei

Bilderbuchkino, Überreichung der

„Bibfit-Führerscheine“ an die Kindergartenkinder

und der „Büchereikompasse“

an die Schulkinder und der

Bastelstunde kamen vor allem die

Kinder auf ihre Kosten.

Herzliche Glückwünsche!

Foto: Fred Schneider


26 Südkurier August 2010

Gottesdienst mit Tiersegnung

Terminplan für Leseratten im November 2010

Die vier Katholischen Öffentlichen Büchereien der Kirchengemeinde St. Martin

und Severin beteiligen sich auch am Rheinischen Lesefest „Käpt´n Book“,

das die Stadt Bonn und Gemeinden im Umland in der Zeit vom 31.10. bis

14.11. veranstalten.

Foto: Franz M. Glaser

Am 1 . Oktober 2010 sind alle

Tierliebhaber eingeladen, ihr Haustier

segnen zu lassen.

Egal ob kleine oder große Tiere

(Pferde bitte anmelden), von den

Kindern gerne auch das Stofftier, alle

sind eingeladen zusammen mit Ihren

Besitzern einen Gottesdienst zu Ehren

des Heiligen Franziskus zu feiern.

Die Tiere sind Geschöpfe Gottes und

machen uns viel Freude. Das wusste

auch der Heilige Franziskus zu schätzen.

Er predigte den Vögeln, einmal sogar

einem Wolf, und segnete sie. Und

es wird erzählt, die Tiere hätten ihn

verstanden. Deshalb verehrt die Kirche

Franziskus als den Schutzpatron der

Tiere. Anlässlich seines Gedenktages,

dem 4. Oktober, werden an vielen

Orten Tiersegnungen angeboten.

Wir möchten uns dieser schönen

Tradition anschließen und feiern am

Freitag, den 1. Oktober 2010 um 17:00

Uhr in und um die Katholische Kirche

Frieden Christi, Tulpenbaumweg

16, 53177 Bonn-Heiderhof einen

Gottesdienst mit Tiersegnung.

Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich

bitte an Pastoralreferentin Rebekka

Koller-Walbröl (Kontaktadresse siehe

Umschlagrückseite)

KÖB St. Severin, Meckenheimer Straße 2

Für Grundschulalter:

04.11., 11 Uhr: „Frag doch mal die…. Maus! Natur entdecken mit der Maus“

(Dr. Sabine Dahm); 05.11., 11 Uhr: „Die Jagd nach den Grabräubern“ (Uschi

Flacke); 08.11., 11 Uhr: „Das rätselhafte Schwert“ (Annette Neubauer);

10.11., 11:30 Uhr: „Bogumils Boten“ (Simak Büchel)

Für Kindergartenalter:

09.11., 11 Uhr: „Müssen wir? Eine kleine Klogeschichte“ (Anja Fröhlich)

KÖB Herz Jesu Lannesdorf, Lindstraße

02.11., 9 Uhr: „Mit der Maus auf Rheinreise. 2000 Jahre Geschichte von Düsseldorf

bis Mainz“ (Elisabeth Mick) (für 4. Klasse); 03.11., 9 Uhr: „Monsteralarm

oder auch Monster haben manchmal Angst“ (Hannelore Dierks) (für Kindergarten);

09.11., 9 Uhr: „Müssen wir? Eine kleine Klogeschichte“ (Anja Fröhlich)

(für 1. Klasse)

KÖB Frieden Christi, Tulpenbaumweg 16

02.11., 14 Uhr: „Herr Wolke und Dorles Oma, eine Geschichte für das Leben“,

alternativ „Am Wochenende ist Marie bei Papa“ (Rolf Barth) (für alle

drei Kindergärten); 12.11., 10 Uhr: „Dr. Grips, 33 Experimente für die Hosentasche“,

alternativ „Frag doch mal … die Maus! Natur entdecken mit der

Maus“ (Dr. Sabine Dahm) (Intern. Schule und Grundschulalter; beide Veranstaltungen

im Forum von Frieden Christi)

EÖB Immanuelkirche, Tulpenbaumweg 2

08.11., 9 Uhr: Thomas Hauck: „Das kleine Gummibärchen und der Braunbär“

(1./2. Schuljahr); 11.11., 9 Uhr: „Bogumils Boten“ (Simak Büchel) (3./4.

Schuljahr)

KÖB St. Albertus Magnus, Albertus-Magnus-Straße 37

04.11., 9 Uhr: Sven Pawlitschko, Herr Wolke; 05.11., 9 Uhr: Aygen-Sibel Celik;

05.11., 11 Uhr: Anja Fröhlich; 08.11., 11 Uhr: Jutta Richter; 09.11., 9 Uhr: Hartmut

El Kurdi; 09.11., 11 Uhr: Silke Lambeck; 12.11., 11 Uhr: Gudrun Schury

Diese Autoren lesen für Kindergarten und alle Jahrgangsstufen in den Schulen.

Die Buchtitel standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Ein Koffer

voller Bücher

Kindertagesstätte

Frieden Christi

gemeinsam in der KÖB

Von Ramona Kröll

Gemeinsam unterwegs waren die

Kindergartenkinder der kath. Kindertagesstätte

Frieden Christi am

Dienstag, den 01.06.2010. Sie machten

sich auf den Weg in die kath. öffentliche

Bücherei Frieden Christi.

Dort überreichte Frau Ursula

Dobelke, Leiterin der Bücherei, den

Kindern einen Koffer voller Bücher.

Eine Dauerleihgabe, voller Spannung

und Abenteuer, die den Kindern

große Freude bereiten wird. Diese

Freude war bereits bei der Übergabe

zu spüren. In den durch regelmäßige

Besuche der Kindergartenkinder

wohlbekannten Räumlichkeiten der

Bücherei glänzten bei dem Anblick

der bunten Bücher die Augen und

das Gemurmel wurde leiser. Sorgfältig

wurden die Bücher unter die

Lupe genommen und festgelegt, in

welcher Reihenfolge die Kinder die

Bücher betrachten dürfen. Ein Zeichen

dafür, welche Stellenwert Bücher,

sicherlich auch Dank der guten

Kooperation zwischen Kindergarten

und Bücherei, für die Kinder haben.

Foto: Ramona Kröll


August 2010 Südkurier 27

von Tobias Sauer

Paula wird kritisch

Eine Fortsetzungsgeschichte für Kinder und jung gebliebene Erwachsene

„Na wie war die Schule?“, fragte

Mama während Paula gerade durch

die Tür hineinkam, ihren Ranzen abstellte

und die Jacke feinsäuberlich

in die Ecke schmiss. „Wir haben heute

gelernt, dass die Bibel lügt“, berichtete

Paula stolz, „Die Erde ist nämlich

gar nicht in 7 Tagen erstanden, so wie

die das letzte Woche in der Messe vorgelesen

haben!“

Mama schmunzelte. „Wie kanns

du dich da freuen?“, fragte Paula verwirrt

und tappelte ins Wohnzimmer,

„Wir glauben an etwas, was absolut

falsch ist! 7 Tage sind eindeutig weniger

als 3 Milliarden Jahre, das weiß

selbst ich als 4. Klässlerin!“

Mama setzte sich neben Paula

und nahm sie in den Arm. „Schau

mal Paula. Genesis Kapitel 1, also die

Geschichte über die Erschaffung der

Erde in 7 Tagen ist ein Text, der uns

ganz viel erklären und mitteilen will.

Aber weißt du was er am wenigsten

sein möchte?“

„Wahr?“, fragte Paula. Mama lachte

„Wissenschaftlich!“

Paula blickte auf.

Nun war Paula gänzlich verwirrt.

Wie konnte ein Bericht über die Erschaffung

der Welt nicht wissenschaftlich

sein?

„Schau, mein Schatz. Die Einzige

Aussage, die Genesis 1 über die Erschaffung

der Welt enthält ist direkt

der allererste Satz: »Im Anfang schuf

Gott Himmel und Erde«. Gott ist der

Initiator der Welt, der sie erschafft,

der die ersten Schritte macht, in dem

er uns den Tag, die Nacht, die Sonne,

die Sterne, die Pflanzen, das Land erschafft.

Er ist derjenige der uns Menschen

und den Tieren eine Umgebung

geschenkt hat, in der wir uns frei bewegen

können und frei formen.“

„Und warum kommen da 7 Tage

vor?“, fragte Paula. „Wie viele Tage hat

die Woche, Paula?“- „Sieben“ - „Genau.

So etwas nennt man eine ätiologie

Sage. Schweres Wort, oder?“ Paula

nickte. „Ich versuch es dir zu erklären,

also“, Mama atmete ein, „Jeden

Morgen geht die Sonne auf und jeden

Abend geht sie unter um am nächs-

ten Morgen wiederaufzugehen.“ Paula

schaute kritisch; Was soll das denn

mit Ätiologie zu tun haben? „Eine

Ätiologie versucht nun diesen Umstand

mit einer Geschichte zu erklären.

Manche Völker haben geglaubt,

dass die Sonne am Abend immer aufgefressen

wird und am nächsten morgen

von Ihrer Hauptgöttin wiedergeboren

wird. Solche Erklärungen für

einen Umstand nennt man Ätiologie.“

„Dann erklärt Genesis also warum

die Woche sieben Tage hat?“, Paula

konnte ihrer Mama nicht so recht

glauben. „Vor allem sagt uns Genesis,

dass der siebte Tag ein Ruhe Tag sein

soll. Denn Gott selbst hat 6 Tage gearbeitet,

um sich dann am siebten Tag

auszuruhen und genau so sollen wir es

auch machen.“

„Das ist ja voll blöd!“, sagte Paula,

„Ein ganzer Text nur um uns zu sagen,

dass wir am siebten Tag faulenzen sollen!“

Mama musste lachen. „Wenn

ich dir Genesis jetzt komplett erklären

würde, säßen wir noch eine ganze

Weile hier, aber eine Sache will ich

dir zeigen.“ Mama ging zum Schrank

und holte die Bibel. „Lies mal“, sagte

Mama und gab Paula die Bibel.

„Er machte zwei große Lichter, die

Sonne für den Tag und den Mond für

die Nacht, dazu auch alle Sterne. Er

setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit

sie der Erde Licht geben, über Tag

und Nacht herrschen und Licht und

Finsternis trennen.“ (Gen 1, 16 - 18)

Zeichnung: Tobias Sauer

„Das ist auch eine Ätitolo...halt so

etwas!“, rief Paula als sie zu Ende gelesen

hatte. „Vor allem aber ist diese

Stelle unglaublich frech“

„Jetzt ist bei Mama aber eine Sicherung

durchgebrannt“, dachte Paula

und fragte: „Was soll denn daran

frech sein?“

„Ich hab dir doch vorhin gesagt,

dass viele Völker damals glaubten,

dass die Sonne und der Mond, und

vor allem die Sterne, Götter waren.“

Paula nickte bestätigend. „Auch die

Babylonier verehrten Sonne, Mond

und Sterne als Götter. Als dieser Text

geschrieben wurde, waren die schlauen

Männer Israels im Exil in Babylon.

Das war ungefähr 700 vor Christus. Zu

dieser Zeit ist dieser Text entstanden.

Und nun schreiben diese Juden, deren

Tempel die Babylonier zerstört hatten

und dessen schlauen Männer gefangen

genommen und verschleppt wurden,

doch allen Ernstes, dass die Götter der

Babylonier nur popelige Lampen am

Himmel sind, die von dem Gott der Juden

mal eben so mir-nichts-dir-nichts

an den Himmel gehängt wurden.“

Paula staunte und musste eingestehen:

„Das ist schon ziemlich frech“

Sie starrte den Text an. „Und warum

...“ „Komm Paula, wir essen jetzt lieber

mal zu Mittag, sonst wird das Essen

kalt“

Paula sprang auf in die Küche.

Kein Wissen dieser Welt kam gegen

Nudeln mit Tomatensoße an.


28 Südkurier August 2010

Jüdisches Leben unter Christen

Veranstaltungsreihe im Forum Albertus Magnus

Von Josef Dobelke

Hätten Sie das gewusst, dass die

jüdische Liturgie teilweise der Liturgie

des christlichen Gottesdienstes

nachgebildet worden ist? Ich habe

es nicht gewusst. Vielmehr habe ich

dies als eine von vielen Erkenntnissen

aus den beiden Vorträgen von

Herrn Dr. Buchholz, die er im Forum

Albertus Magnus gehalten hat, mitgenommen.

Meine Kritik an den beiden Vorträgen:

sie waren zu kurz. Zwar hat

Herr Dr. Buchholz aus der Fülle seines

Wissens ein Menge den Zuhörern

mitgeteilt, und dies in einer lebendigen

und mitunter zum Schmunzeln

anregenden Weise, etwa wenn er von

den „in inniger Abneigung einander

zugewandten jüdischen Glaubensrichtungen“

sprach; aber bei unserer

weitgehenden Unkenntnis jüdischen

Lebens und Glaubens hätten wir sicher

gern noch mehr gehört. Denn

wir kennen viel zu wenig vom jüdischen

Glauben und von jüdischen Riten.

Bei dem ersten Vortrag wendete

sich Herr Dr. Buchholz dem Siddur,

dem jüdischen Gebetbuch zu. Ein

Schott oder Bomm ist nichts dagegen,

denn die Thora, das „Gesetzbuch“

der Juden, wird in ihrem ganzen

Umfang einmal im „Kirchenjahr“

gelesen. Stellen Sie sich bitte vor,

dass die gesamte Bücher Moses in

unserem Gottesdienst in einem Kirchenjahr

vollständig gelesen würde;

das kann dauern und unsere Priester

könnten nicht an einem Wochenende

vier und mehr Gottesdienste mit

ihren Gemeinden feiern. Dabei wird

am jüdischen Gottesdienst jede Lesung

mit Liedern und Psalmen sowie

Preis- und Bittgebeten eingeleitet

und ausgeleitet.

Ein Gottesdienst findet nur statt,

wenn mindestens 10 Juden anwesend

sind; das gilt auch für die Werktagsgottesdienste

!!! Vorbild für uns ?

In dem zweiten Vortrag ging es

um die jüdischen Feste. Jeder kennt

den Jom-Kipur-Krieg aus der neuesten

Geschichte des israelischen

Staates. Aber was ist dies für ein

Fest? Denken wir nur an den Krieg

oder auch an das Fest? Werden nicht

oft in unseren Gedanken Israel, der

Staat der Juden und Israel, das Volk

Gottes verwechselt? Hätten Sie gewusst,

wie die Juden den Tschabat

feiern oder dass die Juden ein „Kirchenjahr“

haben, das sich nach dem

Mondkalender richtet und mitten in

unserem Kalenderjahr beginnt und

endet? (Das Kirchenjahr stimmt ja

auch bei uns nicht mit dem Kalenderjahr

überein!)

Den dritten Teil dieses Themenzyklus

bildete der Besuch der Synagoge

in der Roonstraße in Köln mit

Führung und einem anschließenden

Essen in dem angeschlossenen Restaurant.

Seit der zweiten Zerstörung

des Tempels in Jerusalem durch die

römischen Truppen im Jahre 70 n.

Chr. haben die Juden keinen religiösen

Mittelpunkt mehr. Die Synagogen

sind nur Bethäuser, in denen sie

sich versammeln und in denen sie des

einen Gottes gedenken und in denen

sie die Ankunft des Erlösers herbeibitten.

Mittelpunkt dieser Bethäuser

ist stets die Thorarolle, die die heiligen

Texte enthält und die von dem

gläubigen Juden deswegen nur mit

einem kostbar gestalteten „Betfinger“

bei der Verlesung berührt wird. Aufbewahrt

wird sie in einem Schrein,

der oft prächtig ausgestattet ist und

-mitunter mit unserem Tabernakel

verglichen- an der Stirnseite des Synagoge

untergebracht ist, geschmückt

mit den zehn Geboten und flankiert

von dem siebenarmigen Leuchter.

Ebenso wie die christlichen Kirchen

sehr unterschiedlich sind und

in ihrer Form und Ausstattung die

jeweiligen Weltanschauungen und

Glaubensinhalte zum Ausdruck

bringen, sind auch die Synagogen

sehr unterschiedlich. So finden wir

Synagogen, in denen nur die Männer

in dem Bethaus zugelassen sind

und die Frauen auf die Emporen

verwiesen werden (Synagoge in der

Roonstraße, Köln) und solche, in denen

Männer und Frauen gemeinsam

im Bethaus zusammen sitzen und

dem Geschehen folgen (frühere, im

1000jährigen Reich zerstörte Synagoge

in der Glockengasse, Köln).

Diese Unterschiede sind Ausdruck

der unterschiedlichen Einstellungen

zum gleichen jüdischen

Glauben. Seit der Vertreibung der

Juden nach der Zerstörung des zweiten

Tempels sind die Juden bekanntlich

auf der ganzen Welt zerstreut,

sie leben in der Diaspora (nach dem

griechischen Wort diaspeirein = zerstreuen).

Entsprechend den Regeln

ihres Glauben (es gibt mehr als 600

Geboten und Verbote, nach denen

sich der gläubige Jude zu richten hat)

waren sie stets getrennt von den anderen

Menschen, in deren Siedlungsgebieten

sie sesshaft geworden waren.

Deswegen ist die Antwort auf die

Frage, was ist ein Jude? „Anders“ eine

sicher zutreffende, aber nicht umfassende

Feststellung. Hielten die Juden

an ihren strengen Gesetzen fest, so

unterschieden sie sich sichtbar von

den Menschen ihrer Umgebung. Sie

konnten nur überleben, wenn sie sich

zusammenschlossen und gegenseitig

unterstützten. Diese Abgrenzung von

den anderen Menschen führte aber

auch dazu, dass die Mitbewohner in

ihnen meist etwas Fremdes und mitunter

auch etwas Unheimliches oder

auch Böses sahen. Da lag es nahe,

dass man sie nicht allzu nahe an sich

herankommen lassen wollte und ihnen

den Zugang zu den üblichen Berufen

verweigerte, was dazu führte,

dass sie sich in Nischenberufen betätigten,

wie dem der Geldverleiher,

weil kein Christ einen Zins nehmen

durfte (die Schutzsteuern für die Juden

nahmen die mittelalterlichen

Kölner Bischöfe oder auch andere

Herrscher aber gern an).

Während ein Teil der Juden immer

noch darauf hoffte, nach Jerusalem

und in das von Gott den Vätern zugesagte

gelobte Land zurückkehren zu

können, gaben andere diese Vorstellung

weitgehend auf und versuchten,

sich in den „Gastländern“ zu assimilieren.

Bekannt ist der auf Initiative

von Raphael Löwenfeld gegründete

„Central-Verein deutscher Staatsbür-


August 2010 Südkurier 29

ger jüd. Glaubens“ (1893). Diese Bewegung

ging einher mit einem nicht

am Buchstaben des Gesetzes ausgerichteten

Verständnis; vielmehr verstand

der liberale Jude die Schrift als

in einer anderen Zeit entstandene

schriftliche Überlieferung, die in die

aktuellen Lebensbedingungen übersetzt

werden müsse. Die Schriften

wurden mit der historischkritischen

Methode daraufhin untersucht, was

Aussage aus der Zeit der Entstehung

und was darin als bleibende Glaubensaussage

enthalten sei, die in

der jeweils heutigen Zeit verstanden

und anzuwenden sei. Diese Methode

wurde also von der jüdischen Schrifteninterpretation

wesentlich früher

angewandt als in den christlichen

Kirchen; während die fortschrittlichen

und wissenschaftlich fundierten

Lehranstalten vor 200 Jahren

bereits danach verfuhren, hat erst

das Vaticanum II in der katholischen

Kirche dieses Denken nicht mehr als

verfehlt anerkannt.

Bei den Vorträgen und dem Besuch

in der Synagoge kamen aber

nicht nur diese Dinge zur Sprache,

sondern auch die Frage, wie wird

man eigentlich Jude? Nur wer von einer

jüdischen Mutter geboren wird,

ist kraft Geburt Jude. Der Vater ist

dabei ohne Bedeutung. Die Rassenlehre

von dem Halb-Juden oder Viertel-Juden

ist also Unfug; es gibt nur

einen Juden oder keinen Juden. Ein

zum Judentum übergetretener Mann

kann sein Judentum nicht tradieren;

solange seine Kinder nicht von einer

jüdischen Frau geboren werden, sind

sie keine Juden. Dass dies bei den unterschiedlichen

Glaubensrichtungen,

den konservativen Orthodoxen

und den Liberalen, unterschiedliche

Auswirkungen hat, war ein kleiner

aber nicht unwesentlicher Hinweis

von Herrn Dr. Buchholz, der auch

zum besseren Verständnis des politischen

Geschehens in Staate Israel

beitragen kann. Dort überwiegen die

Einwanderer aus den Ländern Osteuropas,

die in aller Regel der Orthodoxie

angehören und daher auch

das politische Geschehen wesentlich

anders beeinflussen, als dies etwa

bei uns der Fall ist, wo es keine religiösen

Parteien gibt. Die CDU ist

nicht katholisch und die SPD nicht

evangelisch, sondern Menschen aller

Konfessionen wirken in –fast- allen

Parteien als Christen zusammen.

Bei den Vorträgen und der Exkursion

ging es nicht um Israel und

die Politik des jüdischen Staates,

sondern um das religiöse Leben der

unter uns lebenden Juden. Juden

werden heute teilweise als die „älteren

Brüder“ der Christen bezeichnet,

während sie in der früheren Karfreitagsliturgie

noch als die „treulosen“

Juden (oremus et per perfidis Judaeis

in den Fürbitten am Karfreitag,

Missale Romanum 1924) geschmäht

wurden und die ihrer „Verblendung“

(obcaecatione, s.o.) entrissen werden

müssten. Auch hier hat das zweite

Vatikanische Konzil eine Wende gebracht,

die wir aber nur dann nachvollziehen

können, wenn wir die religiösen

Anschauungen der Juden kennen

und ihr mit der gleichen Hochachtung

begegnen, die wir für uns

gern in Anspruch nehmen.

Forum Albertus Magnus

Programm 2. Halbjahr 2010

Forum Albertus Magnus

Mittwoch, 01.09.2010, 20 Uhr. Vortrag

von Herrn PD Dr. René Buchholz:

„Der Zweifel ist ausgeschlossen“.

Ursprung und Funktion des religiösen

Fundamentalismus. Veranstaltungsort:

Pfarrsaal St. Martin, Klosterbergstraße

Thema der Vorträge von P. Höfer:

„Unser Glaube an die Erlösung“

03.11.2010, P. Höfer: „Sein Leben

war das eines Menschen“. Die Bedeutung

der Menschwerdung Gottes für

die Botschaft von der Erlösung.

24.11.2010, P. Höfer: „Er war gehorsam

bis zum Tod am Kreuz“. Können

wir mit Recht von einem Opfertod

Jesu sprechen?

15.12.2010, P. Höfer: „Er ist von den

Toten auferstanden am dritten Tag“.

Worauf gründet sich unser Glaube

an die Auferstehung Jesu von den Toten?

Diese Vorträge finden alle im

Pfarrsaal St. Martin, Klosterbergstraße

2 jeweils um 20 Uhr statt.

Forum Albertus Magnus plus

Mittwoch, 15.09.2010, 20 Uhr

Klaus Moske: „Von Mehlem nach

Santiago“. Lichtbildervortrag. Dieser

Vortrag findet im Pfarrsaal St. Severin

Mehlem, Kollgasse statt.

Mittwoch, 29.09.2010, 15 Uhr

„Afghanistan. Gerettete Schätze“.

Führung durch die Ausstellung in

der Kunsthalle der Bundesrepublik

Deutschland, Bonn

Mittwoch, 20.10.2010, 15 Uhr

Fahrt nach Bad Neuenahr-Ahrweiler

und Führung durch das „Museum

Römervilla“,

Zur Führung in der Kunsthalle

und durch die Römervilla ist eine

Anmeldung erforderlich unter Telefon

(0228) 332949.

„Fairness zeigen. Zeichen setzen.“

Sie interessieren sich für die „Eine Welt“

und wollen sich dafür engagieren: „Welt

im Wandel - Welt im Handel“

Der Eine-Welt-Laden auf dem Heiderhof

(Immanuelkirche) sucht Männer

und Frauen jeden Alters, die Zeit haben,

regelmäßig 1-2 Stunden pro Woche

(vor- oder nachmittags) im Laden

die Waren zu verkaufenund/oder bei

der Organisation und Durchführung

von zusätzlichen Eine-Welt-Aktionen

und Projekten (Verkauf außer Haus in

den Gemeinden, Werbung, Kulturprojekte)

(zeitlich begrenzt) mitzuhelfen.

Interessierte melden sich bitte telefonisch

bei Herrn Schick (0228) 361947.


30 Südkurier August 2010

Sei Feuer und

Flamme…

Ministrantenwallfahrt

nach Rom

Von Olivia Höffinger

„Sei Feuer und Flamme…“ So lautete

das Motto zur Ministrantenwallfahrt

nach Rom. Feuer und Flamme

für den Dienst in der Liturgie, für

die Mitarbeit in der Kirche, für ihre

Mitmenschen, für Gott… sind unsere

Ministranten immer schon gewesen.

Jetzt sind 27 von ihnen auch

Feuer und Flamme für Rom. Vom

10.-17. Oktober sind sie unterwegs

in der ewigen Stadt. Mit fast 2000

anderen Jugendlichen aus dem Erzbistum

Köln werden sie gemeinsam

beten, singen, Gottesdienst feiern,

den Vatikan und andere historische

und religiöse Städten entdecken und

abends die Stadt unsicher machen

oder gemütlich Pizza essen und Gelato

schlecken. Für alle Wallfahrer

wird es bestimmt eine wertvolle Erfahrung

sein, vielen jungen Christen

zu begegnen.

Auch wenn noch ein wenig Zeit

bleibt, bis der Sonderzug von Köln

aus losrollt, sind die Minis von St.

Martin und Severin eigentlich schon

lange gemeinsam auf dem Weg nach

Rom. So haben sie in einer Woche

ihre Arbeitskraft an Gemeindemitglieder

verkauft: Bäume beschnitten,

Einkäufe erledigt, Keller aufgeräumt.

Sehr begehrt sind auch die Rom-Aktien:

Für 5€ wird eine Postkarte aus

Rom als Rendite an den Käufer versendet.

Im September ist ein Brunch

nach einem Sonntagsgottesdienst

geplant. Zeit und Ort entnehmen Sie

bitte den aktuellen Pfarrnachrichten.

Diese Aktionen dienen einerseits

dazu, Geld für die Fahrt einzunehmen,

andererseits aber auch dazu,

die Gemeinde teilhaben zu lassen.

Die Ministranten nehmen Sie, unsere

Gemeinde, im Gedanken mit nach

Rom. So kann diese Wallfahrt nicht

nur einige Jugendliche physisch nach

Rom und zurück bewegen, sondern

auch eine innere Bewegung und Entwicklung

nach sich ziehen.

Seien Sie Feuer und Flamme!

Von Olivia Höffinger

Jugend bewegt

„Da bewegt sich doch was?“

Das hätte man vielleicht gedacht,

wenn man die Klosterbergstraße in

Muffendorf am 12. oder 26. Juni herunter

spaziert wäre und in den Keller

des Pfarrheims gelugt hätte. „Richtig

erkannt!“, hätten wir gesagt: „Wir bewegen

uns.“

Ein Dutzend Jugendliche hat die

mittlerweile ungenutzte Kellerbar

entrümpelt und ihr neuen Glanz verliehen.

Wichtig war ihnen, dass der

Raum hell, freundlich, gemütlich und

modern eingerichtet wird. Da waren

sie gerne bereit einige Stunden ihrer

Freizeit zu verwenden, um Holz abzuschleifen,

Wände zu weißen und

Am 10. Juli 2010 empfingen 35

junge Christen aus der Pfarrei St.

Martin und Severin das Sakrament

der Firmung. Weihbischof Dr. Heiner

Koch feierte die Eucharistiefeier

in der Kirche Herz Jesu, hatte im Anschluss

ein offenes Ohr für jeden Einzelnen

und Zeit für ein Gruppenfoto

bei strahlendem Sonnenschein.

Marian Beissel, Hannah Billig,

Cathérine Kolié, Jessica Czerwinski,

Leon Diederichs, Clara Dietrich, Laura

Dietrich, David Dlugay, Saskia El-

Bewege dich,

dann kannst du was bewegen!

Möbel aufzubauen. Der entstandene

Jugendraum kann sich sehen lassen

und soll nun auch genügend Gelegenheiten

bekommen, sich zeigen zu

können. Hier können sich ab sofort

Messdienerrunden, die Jugendleiterrunde

und Kinder- und Jugendgruppen

treffen. Ein offenes Frühstück

soll (junge) Menschen nach den monatlichen

Jugendgottesdiensten anziehen,

um vorbeizuschauen, in Gemeinschaft

zu essen und über Gott

und die Welt zu reden.

Schauen auch Sie mal vorbei, frei

nach dem Motto: Bewege dich, dann

kannst du was bewegen!

Jugendgottesdienst am 3.10.10 um

11:15 Uhr in St. Martin, anschließend

Frühstück im Jugendraum

Firmung in Herz Jesu

Weihbischof Dr. Heiner Koch in Lannesdorf

Foto: Fred Schneider

sen, Hanna Enzmann, Sören Fabeck,

Patrick Hejnol, Philipp Henke, Alexander

Henke, Alina Hilpert, David

Kawecki, Luise Kregel, Laura Linden,

Alexander Matwich, Leonard Maus,

Jonatan Mietz, Nicole Nettekoven,

Florian Quantius, Ferdinand Raap,

Stephanie Schaden, Markus Schultes,

Daniel Sezari, Monika Urban,

Lukas Volmer, Robert Weinreis, Florian

Wild, Diane Schoeneck, Katharina

Krauß, Linda Wiest und Rafael

Kwiatkowski.


August 2010 Südkurier 31

Alles, was Atem hat, lobe Gott

Weltgebetstag der Frauen

Von Christa Schuth

kfd-Lannesdorf

Halbjahresausflug

Von Meggi Chatenay

Bei hochsommerlichen Temperaturen

machte die kfd am Mittwoch,

den 7. Juli ihren (Halb-)Jahresausflug.

Man traf sich um 13.40 Uhr am

Mehlemer Bahnhof, um mit dem

14-Uhr-Zug nach Dernau zu fahren.

Eine Gruppe von 17 Frauen stand

gutgelaunt und erwartungsvoll am

Bahnhof. Nach einer etwa vierzigminütigen

Fahrt kamen wir in Dernau

an. Die Fahrkarten wurden aus der

Kasse der kfd bezahlt.

Vom Bahnhof wanderten wir ein

wenig bergan, um die Pfarrkirche

St. Johannes Apostel zu besichtigen.

Nach der Besichtigung und einem

stillen Gebet gingen wir zurück in

den Ort. Wir wechselten die Straßenseite

und waren sehr erstaunt; denn

der Rotweinwanderweg lag auf dieser

Seite. Es wurde eine Überraschung

Alles, was Atem hat, lobe den

Herrn! Das war in diesem Jahr der

Leitgedanke des Weltgebetstages der

Frauen aller Konfessionen. Er findet

jedes Jahr, in mehr als 170 Ländern

der Erde, am 1. Freitag im März, statt

und in diesem Jahr für Bad Godesberg

in der Kirche Herz Jesu Lannesdorf.

Die Gottesdiensttexte werden

in jedem Jahr von Frauen aus einem

anderen Land erarbeitet, für 2010

von Frauen aus Kamerun. Dort reichen

die Wurzeln des Weltgebetstages

bis ins Jahr 1927 zurück.

Mit ihrem Gottesdienst ermutigen

uns die Frauen aus Kamerun, Leben

und Alltag neu wahrzunehmen

– als Quelle und Ort für Gotteslob!

Die ausgewählten biblischen Texte,

Gebete und Lieder erschließen uns

Glauben, Hoffnungen und Bitten der

Frauen aus Kamerun und nehmen

uns mit hinein in ein anderes Zeitverständnis:

Wir loben Gott für seine

Taten in Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft. Wir loben Gott absichtslos,

aber voller Hoffnung auf

Gottes Kraft zur Veränderung und

Befreiung.

Die Frauen, unter ihnen auch zwei

aus Kamerun und zwei Mitwirkende

aus unserer Kirchengemeinde, zogen

in bunten Gewändern mit Trommeln

und Rasseln tanzend in die Kirche

ein. Der Altarraum war farbenfroh

mit bunten Tüchern geschmückt.

Pfarrer Helmut Powalla begrüßte

ganz herzlich alle Anwesenden und

wünschte gutes Gelingen.

Musik ist ein wesentlicher Bestandteil

für den Gottesdienst der

Frauen in Kamerun. Die musikalische

Begleitung übernahm in der

Herz Jesu Kirche Frau Fleischer und

ihr Team. Es wurde getanzt und gesungen

und somit ein lebhafter Gottesdienst

gefeiert. Immer wieder kam

zum Ausdruck, dass in Kamerun

Gott für alle seine Taten gelobt wird,

sei es für die Regenzeit, die nach

der Trockenzeit folgt, für die Schätze

der Erde und des Meeres, wegen

der Schönheit der vielfältigen Landschaften

und für die Fruchtbarkeit

Foto: Christa Schuth

des Bodens, auch für das friedliche

Zusammenleben der Religionen und

zahlreichen Stämmen und Völkern.

Nach dem Gottesdienst trafen

sich noch alle im Pfarrsaal bei Kaffee

und Kuchen, um den schönen Tag

ausklingen zu lassen. Wir sagen dem

Vorbereitungsteam ganz herzlich

danke für die Ausarbeitung des Gottesdienstes

und haben uns gefreut,

dass auch zwei Teilnehmerinnen aus

Kamerun mit dabei waren und im

Pfarrsaal noch einmal für uns getanzt

haben.

Foto: Meggi Chatenay

angekündigt. Nach wenigen Schritten

war die Überraschung sichtbar.

Herr Schlotterbeck saß unter einem

großen Sonnenschirm und wartete

mit kühlen Getränken und einer

kleinen Stärkung auf uns. Auf einer

schattigen Bank ruhten wir aus. Die

kleine Pause tat uns gut.

Nachdem wir gestärkt waren,

ging nun die Wanderung auf dem

Rotweinwanderweg weiter. Nach

etwa 2 Kilometern hatten wir unser

Ziel erreicht.

Es wartete auf uns ein wunderschöner

schattiger Garten – mit

Wein bewachsen - Dort gab es leckere

Speisen und Getränke. Nachdem

sich einige Damen an Kaffee und Kuchen

gelabt hatten, probierten wir

den guten Ahrwein.

Bei guten Gesprächen war die

Laune großartig. Bevor der Heimweg

angetreten wurde, probierten wir die

leckeren Speisen und waren alle sehr

zufrieden. Die Straußenwirtschaft

der Familie Kriechel kann man sehr

empfehlen. Leider mussten wir kurz

vor sieben Uhr die Gaststätte verlassen,

um den Zug um 19.20 zu erreichen.

Kurz vor 20.00 Uhr waren wir

wieder in Mehlem. Wir konnten also

pünktlich das Fussballspiel Deutschland

– Spanien verfolgen.

Frau Schlotterbeck ein herzliches

Dankeschön für den gelungenen

Ausflug.


32 Südkurier August 2010

Kirchenmusik

Neuigkeiten, Herbstprogramm

Von Michael Langenbach-Glintenkamp

Zweite Kirchenmusikerstelle

wieder besetzt!

Am 1. September wird Frau Grazia

Pizzuto ihren Dienst in unserer

Kirchengemeinde St. Martin und Severin

antreten. Frau Pizzuto ist gebürtig

aus Heilbronn und beendet im

Juli ihr Kirchenmusikstudium an der

Hochschu le

für Kirchenmusik

in Rottenburg.

Neben den

üblichen kirchenmusikalischen

Aufgaben

w ird

Foto: Grazia Pizzuto

der Schwerpunkt

ihrer Tätigkeit in der musikalischen

Betreuung und Ausbildung

unserer Kinder und Jugendlichen,

liegen.

Wir freuen uns auf diesen Neubeginn

und wünschen Frau Pizzuto einen

guten Start in unserer Gemeinde.

Bonner Gospel-Celebration

Nach dem Erfolg der 1. Bonner

Gospel-Celebration im Oktober letzten

Jahres wollen wir dieses Erlebnis

wiederholen. Es wird im Rahmen der

„Bonner Nacht der Offenen Kirchen“

am Freitag, dem 26. November 2010,

ab 20 Uhr in der kath. Kirche Frieden

Christi, Heiderhof (Tulpenbaumweg)

eine 2. Bonner Gospel-Celebration,

geben!!

Lassen Sie uns wieder Gemeinschaft

erfahren, gemeinsam etwas

bewegen und gemeinsam Gott loben!

Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude

Eine Orgel für Alt St. Martin – Wir sind dabei!

Von Thomas Großmann

Alt St. Martin in Muffendorf ist

eines der ältesten Bauwerke unserer

Region. Seine lebhafte Dacharchitektur

beeindruckt ebenso wie sein

schlichter und zugleich einladender

Innenraum. Als Tauf-, Hochzeitsund

Friedhofskirche, für meditative

und Gruppengottesdienste hat sie

im Leben unserer Gemeinde ihren

festen Platz. Wiederholt wurden hier

auch bemerkenswerte Kunstausstellungen

gezeigt und seit fünf Jahren

ist Alt St. Martin Veranstaltungsort

der anspruchsvollen Kammermusikreihe

„Muffendorfer Sonntagskonzerte“.

Diese Kirche ist ein Kleinod.

Viel wurde inzwischen für ihre

Pflege getan: Stilgerechte Restaurierung,

Anschaffung künstlerisch

wertvoller Glasfenster, Einbau einer

Fußbodenheizung, neue Beleuchtung

und variable Bestuhlung. Auch

eine historische Glocke kann nun zu

besonderen Anlässen – von Hand –

wieder geläutet werden. Doch etwas

fehlt in Alt St. Martin. Ein Jahrzehnte

altes Harmonium hat längst ausgedient,

zwischenzeitliche Provisorien

waren weder musikalisch noch

architektonisch vertretbar. Als Notbehelf

dient derzeit ein E-Piano. Die

historische Kirche Alt St. Martin hat

etwas Besseres verdient. Alt St. Martin

braucht eine Orgel!

„Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen

Kirche als traditionelles Musikinstrument

in hohen Ehren gehalten

werden.“ Liturgiekonstitution des II.

Vatikanischen Konzils (120)

Große Kirchen brauchen große

Orgeln, kleine Kirchen kleine. So

hat zum Beispiel die Pfarrkirche St.

Martin ein Instrument mit 30 Registern,

für Alt St. Martin dagegen würden

fünf ausreichen. Auch die letzte

Pfeifenorgel, als Alt St. Martin noch

Muffendorfs Pfarrkirche war, hatte

fünf Register. Ein solches Instrument

wäre für die musikalische Gestaltung

der Liturgie angemessen und

auch für Konzerte würden damit

ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Weil aber jede Orgel ein handwerklich

gefertigtes Einzelstück ist, so

hat auch diese ihren Preis. Ein Instrument

dieser Größe mit einer Klaviatur

und angehängtem Pedal kostet

etwa 25.000 Euro. Anders als früher

gibt es für Orgeln keine kirchlichen

Zuschüsse mehr und alleine aus Mitteln

unserer Pfarrei könnte diese Anschaffung

nicht realisiert werden. Da

der Kirchenvorstand von St. Martin

und Severin das Vorhaben aber ausdrücklich

begrüßt, hat er eine Teilfinanzierung

beschlossen, falls es

gelingt, in der Gemeinde so viel Unterstützung

zu mobilisieren, dass die

Restsumme auf diese Weise gedeckt

werden kann. Vielerorts wurden auf

diese Weise schon sehr viel größere

Instrumente finanziert. Warum sollte

dies also nicht auch bei uns gelingen?

Eine Orgel der Freunde von Alt St.

Martin

So wie bedeutende Kirchen früher

von den Bürgern einer Stadt erbaut

wurden, so könnte auch eine neue

Orgel in Alt St. Martin durch die Un-

terstützung von Mitgliedern unserer

Gemeinde und Freunden von Alt St.

Martin entstehen. Wenn viele Menschen

für diese Idee gewonnen werden

können, ist dieses leicht zu erreichen.

Deshalb bitten wir Sie um

Ihre Unterstützung. Machen Sie mit,

wenn es heißt: „Eine Orgel für Alt St.

Martin – Ich bin dabei!“. Einem Teil

dieser Ausgabe des Südkurier liegt

ein Faltblatt bei, dem Sie entnehmen

können, wie das geht. Informieren

Sie sich und helfen Sie, das Orgelprojekt

für Alt St. Martin zu verwirklichen.

Aktuelle Informationen finden

Sie ab sofort auf unserer Internetseite

www.stmartinundseverin.de. Und

natürlich können Sie auch gerne die

Projektverantwortlichen Michael

Langenbach-Glintenkamp, Markus

Krebel, Annette Willer-Krebel und

Thomas Großmann persönlich ansprechen.


August 2010 Südkurier 33

Von Bernd Brienen

Betet mit uns um Frieden in der Welt!

In der Zeitung

lesen wir jeden

Tag aufs Neue

wie zerbrechlich

der Frieden in

dieser Welt ist:

Kriege in Afghanistan

und Irak, terroristische Anschläge

überall in der Welt, die Spannung

zwischen Nord- und Südkorea,

die Gewalt in Kirgistan. Politisch,

wirtschaftlich und durch Religion

motivierte Unruhen zeigen uns, dass

überall in der Welt auf vielfältige

Weise Unfrieden gestiftet wird.

Deutsche Soldaten sind weltweit

in Krisengebiete im Einsatz. Im Prinzip

können durch die Globalisierung

jederzeit Ereignisse auf der anderen

Seite der Erdkugel uns betreffen. Das

Gefühl der Macht- und Hilfslosigkeit

ist weit verbreitet bei solchen Meldungen.

Jeden ersten Montag im Monat

um 19:30 Uhr, in der Krypta der Herz

Jesu Kirche in Lannesdorf, trifft sich

Soweit die Füße tragen

Klaus Moskes „Spaziergang“ nach Santiago de Compostela

eine Gruppe von Menschen, um für

den Weltfrieden zu beten und den

Glauben zu vertiefen.

Was damals als Antwort zu den

großen, unübersehbaren bedrohlichen

Krisen begann, ist zu einer steten

Einrichtung geworden. Wenn Sie

Interesse haben, schauen Sie einfach

mal vorbei.

Wir würden uns freuen, wenn

sich der Kreis mit Ihnen zusammen

erweitert und die vom Friedensgebet

ausgehenden Impulse reiche Frucht

tragen.

Von Dr. Karlheinz Schnorbach

Zur Vorbereitung auf die Dekanatswallfahrt

nach Mainz veranstaltete

der Caritative Arbeitskreis

St. Severin zusammen mit dem Kirchenausschuss

St. Severin im Pfarrheim

in Mehlem am 8. Juni einen

Filmabend über den Mainzer Dom.

Für diesen Abend hatte Herr Klaus

Moske zwei Filme ausgewählt, die

im vergangenen Jahr anlässlich der

1000-Jahr-Feier des Domes im Fernsehen

gezeigt wurden. Der erste Film

stammte aus der Serie Terra X des

ZDF, der zweite Film aus der Serie

„Schätze des Landes“ vom SWR-RP.

In den Filmen wurde die geschichtliche

Entwicklung des Domes von seinen

Anfängen über die Jahrhunderte

ebenso wie der heutige Ablauf eines

Tages im Dom anschaulich geschildert.

Alle Teilnehmer waren von dem

Abend begeistert und freuten sich

darauf, in wenigen Tagen den Mainzer

Dom mit eigenen Augen sehen zu

können.

Im Rahmen des Programms Forum

Albertus Magnus Plus wird Klaus Moske

am 15. September im Pfarrheim

St. Severin einen sehr persönlichen

Vortag halten: Herr Moske war vom

8. Juni bis 24. September 2009 als

Fußpilger von Mehlem nach Santiago

de Compostela unterwegs. Von

diesem besonderen „Spaziergang“

wird er mit einem Lichtbildervortrag

anschaulich berichten. Es dürfte ein

spannender Abend werden!

Herzliche Einladung zu einer weiteren Kunstausstellung in Alt St. Martin

„eine leise Art zu sein“

Installationen und Objekte

von Sr. M. Pietra Löbl OSF, Sießen

1.-17. Oktober 2010

Kunstkirche Alt St. Martin, Martinstraße,

Bonn-Bad Godesberg - Muffendorf

Die Vernissage ist am Freitag, den 1.Oktober 2010, 19.00 Uhr.

Zur Einführung spricht Domkapitular Dr. Detlef Stäps, Rottenburg.

Die genauen Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte den Plakaten

und aktuellen Pfarrnachrichten oder der Homepage

www.stmartinundseverin.de

Gemeindemitglieder, die bei der Betreuung der Ausstellung stundenweise helfen

möchten, wenden sich bitte an Thomas Großmann, (0228) 335334

oder thomas.grossmann@netcologne.de.


34 Südkurier August 2010

Von Rebekka Koller Walbröl

Sie möchten sich engagieren?

Wissen aber nicht, welche Angebote

es gibt?

Dann möchten wir Ihnen folgende

Tätigkeitsbereiche vorstellen für

die aktuell Freiwillige gesucht werden.

Weitere und ausführlichere Beschreibungen

finden Sie auf unserer

Homepage.

Sollte für Sie nichts dabei sein,

können Sie sich gerne mit Ihren

Ideen und Begabungen auch an die

hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinde

wenden oder sich im

Familienzentrum vorstellen (Adressen

siehe Umschlagseite).

Freiwillige als

Katecheten/Katechetinnen

(Glaubenszeugen)

für den

Kommunionkurs gesucht

Sie möchten sich in Ihrer Freizeit

für Kinder und die Weitergabe des

Glaubens engagieren? Dann arbeiten

Sie als Katechet oder Katechetin für

unseren Kommunionkurs mit!

Was Sie mitbringen sollten: Freude

am Zusammensein mit Kindern,

Interesse an allem, was mit dem

Glauben und der Glaubenspraxis

der Katholischen Kirche zusammenhängt,

Offenheit für neue Erfahrungen,

ca. 80 Zeitstunden im Zeitraum

Oktober 2010 bis Mai 2011.

Ihre neue Aufgabe: Leitung und

Betreuung einer Gruppen von 6 bis 8

Kindern, Begleitung der Kinder zum

Gottesdienst und zu den anderen

Veranstaltungen, Teilnahme an der

monatlichen Katechetenschulung.

Haben Sie Interesse? Bitte wenden

Sie sich an: Pastoralreferentin

Rebekka Koller-Walbröl (Kontaktadresse

siehe Umschlagseite)

Freiwillige als

Lektoren/Lektorinnen

(Vorleser im Gottesdienst)

gesucht

Sie möchten sich in Ihrer Freizeit

für die Gestaltung der Messe engagieren

und lesen gerne vor? Dann engagieren

Sie sich bei uns als Lektor/

Wir brauchen Sie!

Ehrenamt in der Gemeinde

Lektorin in der Messe!

Was Sie mitbringen sollten: Die

Freude, Gottes Wort zu lesen und anderen

vorzutragen, ein gute Stimme,

monatlich ca. 1,5 Stunden Zeit.

Ihre neue Aufgabe umfasst das

Vorlesen der Lesungen und der Fürbitten

im Sonntagsgottesdienst oder

der Vorabendmesse. Sie nehmen an

einer eintägigen Fortbildung durch

eine Stimm- und Atemlehrerin teil.

Haben Sie Interesse? Bitte wenden

Sie sich an Pfarrer Helmut Powalla.

Kommunionausteiler

gesucht

Sie möchten sich in Ihrer Freizeit

für die Gestaltung der Messe engagieren

und den Priester bei der Kommunionausteilung

unterstützen?

Dann werden Sie bei uns Kommunionhelfer/Kommunionhelferin!

Was Sie mitbringen sollten: Die

Freude am Besuch der Messe und

das Bewusstsein über die Anwesenheit

Jesus Christi im Brot. Einmal

monatlich oder häufiger die Zeit für

den Besuch der Messe, in der Sie Ihren

Dienst vollziehen.

Ihre neue Aufgabe umfasst das

Austeilen der Kommunion während

der Messe am Sonntag oder am

Samstagvorabend.

Nach Ihrer Anmeldung nehmen

Sie an einem eintägigen Einführungskurs

durch das Erzbistum Köln

teil und erhalten die Erzbischöfliche

Beauftragung zum Dienst als Kommunionhelfer/in.

Haben Sie Interesse? Dann wenden

Sie sich bitte an Pfarrer Helmut

Powalla (Kontaktadresse siehe Umschlagrückseite)

Familienzuwachs

einmal anders:

Pflegefamilie gesucht

www.stmartinundseverin.de/wirbrauchensie

Eine Dame aus unserer Gemeinde

sucht einen Familienpflegeplatz

im Rahmen der „Psychiatrischen Familienpflege“.

Unter Psychiatrischer

Familienpflege wird die Betreuung

chronisch psychisch Kranker oder

Behinderter in Gastfamilien gegen

Bezahlung und mit professioneller

Unterstützung verstanden. Die Familienpflege

soll dem Erkrankten

helfen, sich wieder in der „normalen“

Welt zurechtzufinden und das

im geschützten Raum einer Familie.

Die Dame, um die es sich handelt,

ist mir persönlich bekannt. Sie

ist ein freundlicher und feinfühliger

Mensch mit kulturellem Interesse,

kümmert sich gerne um Kinder und

liebt auch (Haus-) Tiere. Sollten Sie

Interesse haben, diese Dame in Ihrer

Familie aufzunehmen, oder vielleicht

möchten Sie auch erst einmal

mit mir sprechen, so rufen Sie mich

bitte an: Pastoralreferentin Rebekka

Koller-Walbröl (Kontaktadresse siehe

Umschlagrückseite). Grundlegende

Informationen finden Sie auch im

Internet unter: http://www.klinikbonn.lvr.de/spezielle+angebote/

familienpflege.

Und wie Sie sich noch

engagieren können

- Neuzugezogene besuchen und

im Namen der Gemeinde willkommen

heißen.

- Menschen, die einsam sind, besuchen.

- Menschen mit runden Geburtstagen

im Namen der Gemeinde besuchen

und beglückwünschen.

- Fahrdienst oder Begleitdienst

zum Gottesdienst anbieten.

- Den Südkurier in einem festgelegten

Gebiet austeilen, z.B. wenn Sie

sowieso mit dem Hund spazieren gehen!

- Bei der Südkurierredaktion mitmachen

und Artikel schreiben.

- Bei den Ausschüssen mitmachen.

- Angebote für Kinder oder Jugendliche

mitgestalten.

- Ein Martinsspiel, ein Krippenspiel

oder ein Passionsspiel mit Kindern

und/oder Jugendlichen einstudieren

und aufführen.

- In der ersten Januarwoche die

Sternsingeraktionen unterstützen

durch Begleitung von Gruppen oder

Kochen für die Kinder.

- Gebetszeiten während der Wochentage

in der Kirche gestalten.

- Bei den Gemeindefesten helfen.

- Und, und, und


August 2010 Südkurier 35

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Sonn- u. Feiertagsmessen

Heilige Messen an

Frieden

St. Albertus

Herz Jesu St. Martin

Sa / So u. Festtagen

Christi

Magnus

St. Severin

Sa 04.09. 17:00 18:30

So 05.09. 11:15 10:00 Familienmesse 11:15 11:15

Sa 11.09. 18:30 17:00 18:30

So 12.09. 11:15 10:00 Familienmesse 11:15

Sa 18.09. 18:30 17:00 18:30

So 19.09. 10:00 11:15

18:00 Alt-St. Martin

Sa 25.09. 18:30 17:00 18:30

So 26.09. 11:15 Familienmesse 10:00 11:15

Sa 02.10. 18:30 17:00 18:30

So 03.10. 10:00 Familienmesse 11:15

Eucharistiefeier von

und mit jungen

Menschen

11:15 Familienmesse

9:00 Rolandswerth

11:15

Sa 09.10. 18:30 17:00 18:30

So 10.10. 11:15 10:00 Familienmesse 11:15

Sa 16.10. 18:30 17:00 18:30

So 17.10. 10:00 11:15 11:15 Familienmesse

Sa 23.10. 18:30 17:00 18:30

So 24.10. 11:15 Familienmesse 10:00 11:15

Sa 30.10. 18:30 17:00 18:30

Allerheiligen So 31.10. 11:15 11:15 18:30

Allerheiligen Mo 01.11. 18:00 10:00 11:15 10:00

Allerseelen Di 02.11. 9:30 18:30 07:00 09:00

Sa 06.11. 18:30 17:00 18:30

So 07.11. 10:00 Familienmesse 11:15

11:15

Eucharistiefeier von

und mit jungen

Menschen

Sa 13.11. 18:30 17:00 18:30

So 14.11. 11:15 10:00 Familienmesse 11:15

Sa 20.11. 18:30 17:00 18:30

So 21.11. 10:00 11:15 11:15 Familienmesse

1. Advent Sa 27.11. 18:30 17:00 18:30

So 28.11. 11:15 Familienmesse 10:00 11:15

Liebe Eltern,

K leinkindergottesdienste

am Freitag

wir laden Sie und Ihre Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren zur

Wortgottesfeier für Kinder

am Freitag,

• 24. September, 8. Oktober, 12. November, 17 Uhr, St. Albertus-Magnus (Pennenfeld)

• 10. September, 26. November, 16:30 Uhr, St. Severin (Mehlem)

herzlich ein.

Wir wollen zusammen beten, singen, das Wort Gottes hören und so unseren Glauben

feiern.


Stand: August 2010

Öffnungszeiten des Pastoralbüros St. Martin und Severin

St. Martin und Severin

Klosterbergstraße 4

53177 Bonn-Muffendorf

pastoralbuero@stmartinundseverin.de

Telefon 32 24 16

Fax 32 30 81 2

Di, Fr 9:00 - 12:00 Uhr

Mi, Do 15:00 - 17:00 Uhr

www.stmartinundseverin.de

Frieden Christi

Herz Jesu

Öffnungszeiten der Pfarrbüros

St. Albertus Magnus

St. Severin

Tulpenbaumweg 16

53177 Bonn-Heiderhof

Telefon 32 11 16

Fr 10:00 - 11:00 Uhr

Lyngsbergstraße 113

53177 Bonn-Lannesdorf

Telefon 34 22 34

Mi 10:00 - 11:00 Uhr

Pfarrer Helmut Powalla

helmut.powalla@stmartinundseverin.de

Telefon 34 22 34 Fax 34 40 23

Pfarrvikar Alexander Wimmershoff

alexander.wimmershoff@stmartinundseverin.de

Telefon 34 23 17 Fax 85 74 76

Subsidiar Pfarrer Andreas Haermeyer

andreas.haermeyer@stmartinundseverin.de

Telefon 39 19 63 3 Fax (0721) 15 13 37 49 2

Subsidiar Pater Clemens van Weelden

cgbvanweelden@googlemail.com

Telefon 95 35 36 1

Albertus-Magnus-Str. 37

53177 Bonn-Pennenfeld

Telefon 33 10 91

Do 10:00 - 11:00 Uhr

Zuständig für Küsterdienste

Dorothee Knieps, dorothee.knieps@stmartinundseverin.de, Telefon 33 34 35

Pastoralteam im Seelsorgebereich

Kriemhildstraße 4

53179 Bonn-Mehlem

Telefon 34 23 17

Mo 9:00 - 11:00 Uhr

Do 9:00 - 10:00 Uhr

Pastoralreferentin Tamara Danilenko

tamara.danilenko@stmartinundseverin.de

Telefon 32 30 81 3 bis 16.11. Telefon 92 12 73 11 bis 16.11.

Mobil (01578) 879679 4 ab 17.11.

Pastoralreferentin Rebekka Koller-Walbröl

rebekka.koller-walbroel@stmartinundseverin.de

Telefon 32 30 81 3 Mobil (0151) 25 30 76 71

Pastorale Mitarbeiterin Mechthild Amendt

mechthild.amendt@stmartinundseverin.de

Mobil (01578) 879679 1

Gemeindeassistentin Olivia Höffinger

olivia.hoeffinger@stmartinundseverin.de

Telefon 32 30 81 3 Mobil (01578) 879679 5

Kirchenmusiker

Michael Langenbach-Glintenkamp

langenbach-glintenkamp@stmartinundseverin.de

Mobil (0171) 53 45 26 6

Grazia Pizzuto

grazia.pizzuto@stmartinundseverin.de

Jugendtreff ICE

Lindstraße 1 (Pfarrheim Herz Jesu, 2. OG)

53177 Bonn

Telefon 94 31 26 3

Öffnungszeiten: Di, Mi 16-20 Uhr, Do 16-21Uhr,

letzter Freitag im Monat 16-22 Uhr

Katholische Kindertagesstätten

Frieden Christi Tulpenbaumweg 16 Telefon 32 38 07

53177 Bonn-Heiderhof Fax 93 29 90 94 kiga-frieden-christi@fagos.de

Herz Jesu Lindstraße 1 Telefon 34 22 14

53177 Bonn-Lannesdorf Fax 34 22 14 kiga-herz-jesu@fagos.de

St. Martin Klosterbergstraße 2 Telefon 32 26 62

53177 Bonn-Muffendorf Fax 93 29 45 54 kiga-sankt-martin@fagos.de

St. Albertus Magnus Albertus-Magnus-Straße 37 Telefon 33 17 14

53177 Bonn-Pennenfeld Fax 33 17 14 kiga-albertus-magnus@fagos.de

St. Severin Roderichstraße 24 Telefon 34 44 01

53179 Bonn-Mehlem Fax 90 25 66 9 kiga-st-severin@fagos.de

Albertus-Magnus-Str. 37

53177 Bonn-Pennenfeld

Familienzentrum

Di 10:00 - 12:00 Uhr Telefon 95 28 23 1 Mo-Fr 9:00 - 15:30 Uhr

Do 8:00 - 10:00 Uhr Fax 33 39 65

E-Mail zentrale@fagos.de

Internet www.fagos.de

Sollten Pfarrer Powalla oder Pfarrvikar Wimmershoff nicht zu erreichen sein, wählen Sie in Notfällen den

Priester-Notruf Tel. 95 69 1-0 im Vinzenzhaus

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