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SFT Foto "Canon SLR: Das große Handbuch" SFT Foto "Canon SLR: Das große Handbuch" (Vorschau)

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<strong>Foto</strong>grafieren mit <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong> leicht gemacht!<br />

<strong>Das</strong> ultimative<br />

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Willkommen<br />

<strong>Das</strong> ultimative<br />

<strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong><br />

Handbuch<br />

Willkommen zu diesem brandneuen <strong>Foto</strong>-Ratgeber!<br />

<strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014 ist ein<br />

umfassendes Kompendium für alle <strong>Foto</strong>grafie-Enthusiasten<br />

mit einer Vorliebe für <strong>Canon</strong>s D<strong>SLR</strong>-Kamera-Baureihe<br />

EOS. In diesem Buch erhalten Sie alle wichtigen<br />

technischen Hilfestellungen sowie viele inspirierende<br />

Anregungen, um noch bessere <strong>Foto</strong>ergebnisse zu erzielen.<br />

<strong>Das</strong> erste Kapitel über grundlegende Techniken präsentiert<br />

Ihnen eine Reihe von Tipps und Anleitungen,<br />

die Ihnen helfen, Ihre <strong>Canon</strong>-<br />

EOS-D<strong>SLR</strong> besser zu beherrschen,<br />

beginnend beim Verständnis<br />

für die Grundein-<br />

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mit <strong>Foto</strong>tipps<br />

stellungen über Blendenwahl<br />

und Belichtungszeit bis hin<br />

zum richtigen Fokussieren<br />

und der Wahl des richtigen<br />

Objektivs. Im zweiten Kapitel<br />

durchlaufen Sie mit uns ein<br />

komplettes <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-Seminar,<br />

das in 18 Lektionen aufgeteilt ist.<br />

Diese ausführliche Einführung in die<br />

Welt der <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-<strong>Foto</strong>grafie bringt Sie noch einen Schritt<br />

weiter und macht Sie mit Themenfeldern wie Av-, Tv- oder<br />

manuellen Belichtungsmodi vertraut. Sie lernen den Umgang<br />

mit dem Live View, den Einsatz des Weißabgleichs, die Wahl<br />

der richtigen ISO-Einstellung sowie alles Wissenswerte über<br />

Belichtungsmessung und den Einsatz von Blitzgeräten. In<br />

den Kapiteln drei und vier eröffnen wir<br />

Ihnen schließlich, wie Sie all Ihr neues<br />

technisches Wissens in der Praxis<br />

anwenden können. Begleiten Sie mit uns<br />

acht <strong>Canon</strong>-Profi-<strong>Foto</strong>grafen, die für Sie<br />

spezielle Einzel-Workshops erarbeitet<br />

haben. In diesen Lektionen lernen Sie die<br />

praktische Umsetzung der verschiedensten<br />

Motiv-Situationen, von Porträtaufnahmen<br />

über Landschaftsbilder bis hin zur<br />

Sport- und Tierfotografie. Kommen Sie mit<br />

uns in die spannende Welt der<br />

<strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-<strong>Foto</strong>grafie!<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 3


Fortgeschrittene Techniken Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule Ihre canon beheRRSchen<br />

SPIELE<br />

FOTO<br />

I FILME I TECHNIK<br />

<strong>Das</strong> ultimative<br />

<strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong><br />

Handbuch<br />

Ein Unternehmen der MARQUARD MEDIA INTERNATIONAL AG<br />

Verleger Jürg Marquard<br />

Verlag<br />

Geschäftsführer<br />

Computec Media GmbH<br />

Dr.-Mack-Straße 83, 90762 Fürth<br />

Telefon: +49 911 2872-100<br />

Telefax: +49 911 2872-200<br />

E-Mail: redaktion@sft-magazin.de<br />

www.spielefilmetechnik.de<br />

Rainer Rosenbusch, Ingo Griebl, Hans Ippisch<br />

Chefredakteur <strong>SFT</strong> FOTO (V.i.S.d.P.) Christian Müller, verantwortlich für den redaktionellen Inhalt,<br />

Adresse siehe Verlagsanschrift<br />

Redakteur für besondere Aufgaben <strong>SFT</strong> FOTO Lars Craemer<br />

Layoutkoordination <strong>SFT</strong> FOTO Albert Kraus<br />

Übersetzung, Layout, Lektorat Emanuel Bergmann, Daniel-André Reichelt Moritz Treutwein,<br />

Christiane Scholz (Layout), Ina Hulm (Lektorat)<br />

Vertrieb, Abonnement<br />

Marketing<br />

Produktion<br />

www.spielefilmetechnik.de<br />

Entwicklung<br />

Webdesign<br />

Werner Spachmüller (Ltg.),<br />

Jeanette Haag<br />

Martin Closmann (Ltg.), Jörg Gleichmar<br />

Anzeigen<br />

CMS Media Services GmbH, Dr.-Mack-Straße 83, 90762 Fürth<br />

Markus Wollny (Ltg.), René Giering, Aykut Arik, Tobias Hartlehnert<br />

Tony von Biedenfeld, Emanuel Popa<br />

Anzeigenleiter<br />

Gunnar Obermeier, verantwortlich für den Anzeigenteil. Adresse siehe Verlagsanschrift<br />

Anzeigenberatung Print:<br />

Bernhard Nusser: Tel.: 0911-2872-254; bernhard.nusser@computec.de<br />

René Behme: Tel.: 0911-2872-152; rene.behme@computec.de<br />

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Datenübertragung: via E-Mail: anzeigen@computec.de<br />

Es gelten die Mediadaten Nr. 27 vom 01.01.2014<br />

Abonnement – http://abo.spielefilmetechnik.de<br />

Die Abwicklung (Rechnungsstellung, Zahlungsabwicklung und Versand) erfolgt über unser Partner unternehmen DPV Direct GmbH:<br />

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Ansprechpartner für Reklamationen ist Ihr Computec-Team unter:<br />

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Druck: Quad/Graphics Europe, 120 Pultuska Street, 07-200 Wyszków, Polen<br />

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Lizenz<br />

Artikel in dieser Ausgabe sind übersetzt oder reproduziert aus „The Ultimate <strong>Canon</strong> <strong>SLR</strong> Handbook: Volume 3“<br />

und unterliegen dem Copyright von Future plc, UK 2013. Inhalte wurden als Lizenz erworben. Alle Rechte vorbehalten.<br />

„Bookazines and Masterclass series“ ist ein eingetragenes Warenzeichen von Future Publishing Limited.<br />

Weitere Informationen über diese und andere Zeitschriften der Future plc Gruppe:<br />

http://www.futureplc.com<br />

Licence<br />

Articles in this issue are translated or reproduced from „The Ultimate <strong>Canon</strong> <strong>SLR</strong> Handbook: Volume 3“ and are<br />

the copyright of or licensed to Future Publishing Limited, a Future plc group company, UK 2013. Used under<br />

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MARQUARD MEDIA INTERNATIONAL AG<br />

Deutschsprachige Titel: <strong>SFT</strong>, WIDESCREEN, PC GAMES, PC GAMES MMORE, PC GAMES HARDWARE, N-ZONE,<br />

GAMES & MORE, BUFFED, GAMES AKTUELL, PLAY 4, PLAYBLU, XBG GAMES<br />

Internationale Zeitschriften: Ungarn: JOY, SHAPE, ÉVA, IN STYLE, PLAYBOY, CKM, MEN’S HEALTH<br />

Polen: COSMOPOLITAN, JOY, SHAPE, HOT, PLAYBOY, CKM, VOYAGE, HARPER’S BAZAAR<br />

4 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Seite 72<br />

Seite 18<br />

Seite 138


Ihre canon beheRRSchen<br />

Kapitel 1<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Wichtige Kameratechniken 9<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong> 18<br />

<strong>Canon</strong>-Objektive kennenlernen 28<br />

Schärfere <strong>Foto</strong>s schießen 38<br />

100 <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-Geheimnisse 48<br />

Kapitel 2<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Brennweite 62<br />

Fokussieren 66<br />

Schärfentiefe 72<br />

Blende 76<br />

Verschlusszeiten 80<br />

Belichtungsmodi 84<br />

Belichtungsmessungen 88<br />

Weißabgleich 92<br />

Digitale Bilddatenverarbeitung 96<br />

Richtig blitzen 100<br />

ISO-Skala 104<br />

Seite 190 Seite 210<br />

Speicherkarten und Dateiformate 108<br />

Histogramm 112<br />

Videos filmen 116<br />

Akkuleistung 120<br />

Benutzerdefinierte Funktionen 124<br />

Live-View-Modus 128<br />

Aufnahmemodi 132<br />

Kapitel 3<br />

Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken<br />

Atemberaubende Landschaften 138<br />

Tolle Familienporträts 148<br />

Stillleben zu Hause 158<br />

<strong>Foto</strong>safari im Wildpark 168<br />

Kapitel 4<br />

Fortgeschrittene Techniken<br />

Hautnahe Naturfotos 180<br />

Vögel in freier Wildbahn 190<br />

Brachiale Motorsport-<strong>Foto</strong>s 200<br />

Malerische Licht-Kunst 210<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 5<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule Ihre canon beheRRSchen<br />

Seite 38<br />

6 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Seite 9


Seite 28<br />

1<br />

Beherrschen Sie<br />

Ihre <strong>Canon</strong><br />

Wichtige Kameratechniken 9<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong> 18<br />

<strong>Canon</strong>-Objektive kennenlernen 28<br />

Schärfere <strong>Foto</strong>s schießen 38<br />

100 <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-Geheimnisse 48<br />

Seite 18<br />

Ihre canon beheRRSchen<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Seite 48<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 7<br />

Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken Fortgeschrittene Techniken


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Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Wichtige<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Egal ob absoluter Anfänger oder erfahrener Enthusiast: Wir bringen Sie<br />

und Ihre Kamera auf den richtigen Weg zu noch besseren <strong>Foto</strong>s<br />

ür den Neuerwerb eines neuen Einsteigergehäuses<br />

stehen für Sie nicht weniger als vier<br />

Modelle zur Auswahl. Neben den abgespeckten<br />

Modellen wie der 1200D und der 100D<br />

buhlen auch 600D und 700D um die Gunst des Käufers.<br />

Liegen die Ansprüche höher, so können Sie zwischen<br />

60D oder 70D wählen – weiter Fortgeschrittene<br />

greifen je nach Ansprüchen zur 7D oder zur 6D.<br />

Letztere machte den Einstieg in die Welt des Kleinbildsensors<br />

finanziell noch einmal attraktiver.<br />

Auch wenn die Bedienung der Gehäuse <strong>Canon</strong>-<br />

typisch einfach gehalten ist, kann sie für Umsteiger<br />

oder Neueinsteiger in die digitale Spiegelreflexfotografie<br />

zunächst verwirrend erscheinen. Auf den folgenden<br />

Seiten möchten wir Licht in das Dunkel bringen:<br />

von der Inbetriebnahme der neuen Kamera über<br />

fotografische Grundlagen hin zu den fortgeschrittenen<br />

Techniken der <strong>Foto</strong>grafie. Nehmen Sie sich<br />

etwas Zeit für die einzelnen Schritte und scheuen<br />

Sie sich nicht davor, die Tipps und Tricks direkt selber<br />

auszuprobieren, um den Lernerfolg zu steigern.<br />

Auf geht’s …<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 9<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Wichtige<br />

Erste<br />

Schritte<br />

<strong>Das</strong> Wichtigste zuerst: Beginnen<br />

Sie damit, den Lieferumfang<br />

zu kontrollieren, um vollständiges<br />

Zubehör sicherzustellen.<br />

Es ist normal, dass der<br />

Akku nur schwach vorgeladen<br />

wird. Sie sollten ihn also aufladen,<br />

um fortfahren zu können. Montieren Sie den<br />

Riemen am Gehäuse, um Sturzschäden vorzubeugen.<br />

Im Lieferumfang des Gehäuses befindet sich<br />

zudem ein Softwarepaket inklusive <strong>Canon</strong>s RAW-<br />

Converter Digital Photo Pro oder dem EOS-Utility.<br />

Nach vollendetem Ladevorgang<br />

des Akkus können Sie<br />

ihn in das Gehäuse einsetzen.<br />

Im Menü<br />

Setzen Sie die Speicherkarte ein und<br />

montieren Sie ein Objektiv, um die<br />

Kamera bereit für den ersten Einsatz<br />

zu machen. Stellen Sie Datum und<br />

Uhrzeit ein. Diese Informationen werden<br />

Ihren Bildern hinzugefügt, was<br />

die chronologische Zuordnung später<br />

einfacher macht. Drücken Sie die<br />

Menü-Taste, navigieren Sie zur Formatieren-Option<br />

und formatieren Sie<br />

die Speicherkarte vor dem ersten<br />

Einsatz. Schauen Sie durch den<br />

Sucher und passen Sie ihn Ihrer Sehstärke<br />

durch Drehen am kleinen Rädchen<br />

in Suchernähe an, bis die Einblendungen<br />

am Sucherrand scharf sind.<br />

10 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

neue Kamera?<br />

Grundlegende Einstellungen für ein frisch ausgepacktes Gerät<br />

Die EOS 100D<br />

ist klein und<br />

einsteigerfreundlich.<br />

Es ist eine gute Idee, die Speicherkarte<br />

mit Low-Level-Option<br />

zu formatieren, sollte sie vorher<br />

in einem anderen Gerät im Einsatz<br />

gewesen sein.


Ansehen und<br />

<strong>Vorschau</strong><br />

Jedes aktuelle <strong>Canon</strong>-Gehäuse<br />

besitzt einen Liveview-Modus, mit<br />

dem Sie den aktuellen Bildausschnitt<br />

auf dem hintern Display<br />

anzeigen lassen können. Selbstverständlich<br />

werden über das Display<br />

auch die <strong>Vorschau</strong>bilder dargestellt.<br />

Drücken Sie dazu einfach die Play-Taste und navigieren Sie durch die<br />

bereits geschossenen <strong>Foto</strong>s. Mit der Bildschirmlupe können Sie die<br />

Ansicht vergrößern, um zum Beispiel den Schärfepunkt zu kontrollieren.<br />

Drücken Sie die Info-Taste, um das Histogramm einzublenden.<br />

Zusätzlich werden Sie auf ausgebrannte Bildbestandteile nach Aktivieren<br />

der Funktion visuell aufmerksam gemacht.<br />

Die Szenenmodi<br />

Aktuelle Einsteigergehäuse<br />

besitzen ein spezielles Menü für<br />

Anfänger, welches Sie zu besseren<br />

Bildern leiten soll. Sie<br />

müssen es im Hauptmenü aktivieren.<br />

Die 100D, 600D und<br />

700D besitzen diesen „Scene<br />

intelligent auto“-Modus. Hierbei wird automatisch die Komposition<br />

analysiert und führt erweiterte Optimierungen der<br />

Einstellungen der Vollautomatik durch. Durch die vielfältig<br />

vorhandenen Szenenmodi steht für beinahe jedes Einsatzgebiet<br />

die richtige Vorlage bereit. Weitere Einstellungen können<br />

nach Aktivierung über die Quick-Menü-Taste aufgerufen<br />

und durchgeführt werden.<br />

Schritt für Schritt Objektive wechseln<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Drücken Sie den Knopf<br />

Stellen Sie sicher, dass die Kamera ausgeschaltet<br />

ist. Ist sie bereits aus, so müssen Sie erst<br />

die Objektivverriegelung wie oben dargestellt<br />

betätigen. Mit gedrückter Entriegelung können<br />

Sie nun das Objektiv gegen den Uhrzeigersinn<br />

drehen, um es zu entfernen.<br />

Sauberkeit<br />

Staub ist ein Feind jeder Spiegelreflexkamera.<br />

Sie sollten das Objektiv nur wechseln, wenn die<br />

Umgebung so staubfrei wie möglich ist. Halten Sie<br />

die Gehäuseöffnung beim Wechsel nach unten,<br />

um Staubeintritt zu verhindern. Schrauben Sie<br />

stets den Gehäusedeckel auf das Bajonett, wenn<br />

sich längere Zeit kein Objektiv daran befindet.<br />

Unterschiede<br />

<strong>Canon</strong> baut EF-S-Objektive, die nur für APS-C-<br />

Gehäuse geeignet sind, und EF-Objektive, die auf<br />

Kleinbild- und Crop-Gehäuse passen. Sie erkennen<br />

das Bajonett am weißen Quadrat (EF-S) oder dem<br />

roten Punkt (EF). Die Markierungen müssen beim<br />

Ansetzen deckungsgleich sein. Danach lassen Sie<br />

das Objektiv im Uhrzeigersinn einrasten.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 11<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Wichtige<br />

Die <strong>Canon</strong> 700D eignet sich<br />

gut für Einsteiger, bietet<br />

aber auch ausreichend<br />

erweiterte Optionen für<br />

Fortgeschrittene.<br />

<strong>Das</strong> Quick-Menü<br />

12 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Grundlagen<br />

Der einfache Einstieg in die Menüführung Ihrer Kamera<br />

Sie werden feststellen, dass das Quick-Menü<br />

in einem der Kreativmodi weit mehr Einstellungen<br />

ermöglicht als in den automatischen<br />

Modi. Hier erhalten Sie schnellen<br />

Zugriff auf die wichtigsten Belichtungsoptionen<br />

– besonders interessant bei Gehäusen<br />

mit berühungsempfindlichen Display.<br />

Sie können beispielsweise die automatische<br />

Belichtungsoptimierung ein- oder<br />

ausschalten. Diese Funktion sorgt im JPEG-Modus für eine bessere<br />

Balance zwischen Schatten und Lichtern und kann Detailverlust vorbeugen.<br />

Der Direktzugriff auf die Picturestyles ist ebenfalls hilfreich.<br />

Vom<br />

Einstieg zur<br />

Kreativität<br />

<strong>Das</strong> Programmwahlrad der<br />

meisten <strong>Canon</strong>-Gehäuse unterscheidet<br />

zwischen den Einsteiger-<br />

und den Fortgeschrittenenmodi.<br />

Der Abschnitt für<br />

erfahrenere Nutzer beinhaltet die Optionen P (Programmautomatik),<br />

Av (Blendenvorwahl), Tv (Zeitvorwahl) und M<br />

(manuell). Bei modernen Gehäusen trennt die CA (Creative<br />

Automatic) die beiden Bereiche. Hier können Sie durch<br />

Druck auf die Q-Taste schnell Einstellungen zum Beispiel für<br />

eine größere Freistellung vornehmen. Für grundlegende<br />

Kontrolle über die Einstellungen der Kamera können Sie in<br />

die Programmautomatik wechseln. Die Kamera setzt automatisch<br />

die korrekten Belichtungseinstellungen, Sie können<br />

jedoch mit der Belichtungskorrektur eingreifen.<br />

Belichtungsmessung<br />

Die Belichtungsmessung ist einer der wichtigsten<br />

Funktionen für ein gelungenes <strong>Foto</strong>. Es existieren vier<br />

verschiedene Modi, aus denen Sie wählen können. Je<br />

nach Gehäuse können Sie zum Beispiel die Belichtung<br />

am zurzeit aktiven Fokuspunkt messen, was vor allem<br />

in schwierigen Beleuchtungssituationen wie bei Gegenlicht<br />

hilfreich sein kann. Die mittenbetonte Messung<br />

bezieht die Daten zum Großteil aus der Bildmitte,<br />

berücksichtigt jedoch auch dessen Umgebung bei der<br />

Berechnung. Weiter existieren noch die Selektivmessung<br />

und die Spotmessung, die nur die Mitte des Bildausschnitts<br />

einbezieht.


Bewegungen eliminieren<br />

Für Nahaufnahmen nutzen Sie ein Stativ und fokussieren<br />

manuell, wenn Sie auf den Ausschnitt gezoomt haben.<br />

Verschiedene Modi<br />

Im AI-Focus-Modus erkennt die Kamera<br />

automatisch eine Bewegung des Motivs und<br />

schaltet vom Oneshot in den AI-Servo um. Sie<br />

können auch manuell zwischen Oneshot für<br />

statische Motive und AI-Servo für sich bewegende<br />

Motive wählen.<br />

Automatische AF-Feldwahl<br />

Hierbei sind alle Autofokuspunkte aktiviert und<br />

der dem Motiv näher gelegene Punkt wird zum<br />

Fokussieren verwendet. Im AI-Servomodus ist<br />

zu Beginn der mittlere Punkt aktiviert und die<br />

weiteren Punkte werden zum Nachverfolgen<br />

des Motivs bei Bewegung innerhalb des Bildausschnitts<br />

verwendet.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Unscharfe Bilder sind ein <strong>große</strong>s Problem für Anfänger.<br />

Als Grundregel zur Vermeidung von Verwackeln gilt die Regel,<br />

dass die Belichtungszeit nicht länger sein darf als der Kehrwert<br />

der Brennweite. Bei einem Gehäuse mit Crop-Sensor müssen Sie<br />

die Brennweite für diese Berechnung mit dem jeweiligen Cropfaktor<br />

multiplizieren. Bei einer Brennweite von 50 mm an einer 700D<br />

müssen Sie also mindestens 1/80sek wählen, um nicht zu verwackeln.<br />

Objektive mit Bildstabilisator<br />

helfen hier auch, etwas längere Belichtungszeiten frei Hand nutzbar<br />

zu machen. Beachten Sie dabei, dass sich bewegende Objekte<br />

dennoch eine kurze Belichtungszeit benötigen, um scharf<br />

abgebildet zu werden. Ein Stabilisator hilft hier nicht, da er die<br />

Objekte nicht stillstehen lässt.<br />

Fokus<br />

auf das<br />

Wesentliche<br />

Liveview kann eine <strong>große</strong> Hilfe sein, wenn eine exakte Fokusebene benötigt<br />

wird, wie beispielsweise in der Makrofotografie. Viele Gehäuse profitieren<br />

dabei nämlich vom langsameren, aber genauerem kontrastbasierten<br />

Autofokus. Besitzer eines Gehäuses mit berührungsempfindlichem<br />

Bildschirm können einfach auf die Stelle des Bildausschnitts tippen, der<br />

scharf abgebildet werden soll. Noch präziser ist nur das manuelle Fokussieren<br />

mit Einsatz der Bildschirmlupe.<br />

Schritt für Schritt<br />

Autofokusoptionen<br />

Einzelfeld-AF<br />

Möchten Sie auf eine spezielle Stelle fokussieren,<br />

dann sollten Sie nicht der Kamera die Wahl des<br />

aktiven Punktes überlassen. <strong>Das</strong> ist zum Beispiel<br />

bei einem Porträt hilfreich, bei dem der Fokus für<br />

üblich auf dem Auge liegt. Sie können auch nur den<br />

empfindlichsten mittleren Punkt verwenden und für<br />

den richtigen Bildausschnitt verschwenken.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 13<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Wichtige<br />

modi erklärt<br />

<strong>Das</strong> können die komplexeren <strong>Foto</strong>-Modi Ihrer <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong><br />

Die EOS 70D besitzt ein<br />

größeres Gehäuse und<br />

erweiterte Funktionen für<br />

fortgeschrittene Nutzer.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken<br />

Prioritätsmodi<br />

Die Belichtungsmessung erfolgt in jedem der Prioritätsmodi<br />

automatisch. Allerdings wählen Sie in der<br />

Blendenvorwahl (Av) die benötigte Blendenöffnung<br />

selber aus, während die Kamera die passende Belichtungszeit<br />

dazu errechnet. Genau andersherum geht es<br />

in der Zeitvorwahl vonstatten. Sie wählen die gewünschte<br />

Belichtungszeit und die Kamera berechnet die<br />

benötigte Blendenöffnung. Achten Sie auf blinkende<br />

Blenden- oder Belichtungszeitwerte, die Ihnen zeigen,<br />

dass die aktuelle Kombination nicht zu einem korrekt<br />

belichteten Bild führen kann.<br />

Auslösemodi<br />

Im Einzelbildmodus wird nur ein Bild aufgenommen,<br />

egal wie lange Sie den Auslöser<br />

betätigen. Für Sport- und Wildlife-<br />

Aufnahmen eignet sich der Serienbildmodus<br />

besser. Manche Gehäuse<br />

unterscheiden hier nochmals in Unterkategorien.<br />

Beachten Sie, dass der Puffer<br />

im Serienbildmodus in Kombination mit<br />

RAW schnell vollläuft. Außerdem existiert<br />

ein zeitabhängiger Selbstauslöser,<br />

der ideal für Selbstporträts ist.<br />

14 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Der Einzelbildmodus ist<br />

ideal für Landschaften,<br />

während der Serienbildmodus<br />

für Sportfotografe<br />

am besten geeignet ist.


Bringen Sie Ruhe hinein<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Es kann bei Verwendung von Teleobjektiven mit hoher Brennweite oder bei extremen<br />

Nahaufnahmen trotz Stativeinsatz schwierig sein, eine verwacklungsfreie Aufnahme<br />

anzufertigen. <strong>Das</strong><br />

hängt mit dem Spiegelschlag<br />

zusammen, der die komplette<br />

Kamera in Bewegung versetzen<br />

kann. Mithilfe der Spiegelvorverriegelung<br />

können Sie<br />

dem entgegenwirken. Diese<br />

Funktion ist bei allen modernen Gehäusen ausgenommen der 1100D verfügbar.<br />

Aktivieren Sie diese und verwenden Sie einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser,<br />

um zuerst den Spiegel hochklappen zu lassen und durch erneuten Druck auf den<br />

Auslöser auszulösen.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Blitzen<br />

Der Aufklappblitz ist gut geeignet, um als kleiner Füllblitz zu<br />

wirken und so leichte Schatten aufzufüllen. Doch für größere<br />

Aufgaben fehlen ihm die Flexibilität und die Leistung.<br />

Daher existieren Systemblitze, die diese Eigenschaften mitbringen.<br />

Sie können viele Systemblitze mit dem integrierten<br />

Blitz fernsteuern. Dazu muss diese Funktion im Kameramenü<br />

aktiviert werden und der kompatible Systemblitz in den<br />

Slavemodus versetzt werden. <strong>Das</strong> ist eine einfache Methode,<br />

um entfesselt zu blitzen.<br />

Schritt für Schritt<br />

Belichtungskorrektur<br />

1/640 sec – sharp<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

ALO ausschalten<br />

Der Auto Lightning Optimizer hellt Schatten auf<br />

und dunkelt Lichter ab, kann jedoch auch gegen<br />

jede Form einer manuellen Belichtungskorrektur<br />

arbeiten. Daher empfiehlt <strong>Canon</strong> die Deaktivierung<br />

bei Anwendung einer Belichtungskorrektur.<br />

Eine positive Belichtungskorrektur hellt<br />

Bilder auf, eine negative dunkelt diese ab.<br />

Korrigieren<br />

Die Belichtungskorrektur ist einfach über das<br />

Quickmenü zugänglich oder blind über die Bedienelemente<br />

am Gehäuse und den Anzeigen im<br />

Sucher zu bedienen. Die hier gezeigte 70D bietet<br />

den Zugang einfach über das Quickmenü. Wenn<br />

Sie das Daumenrad nicht sperren, kann die Belichtungskorrektur<br />

versehentlich verstellt werden.<br />

Belichtungsreihe<br />

Sie können einen Ausganswert sowie die Korrekturwerte<br />

einstellen, um im Serienbildmodus<br />

drei unterschiedlich belichtete Bilder zu erstellen.<br />

Halten Sie dafür nach dem Einstellen einfach<br />

den Auslöser gedrückt.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 15<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Wichtige<br />

16 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

FortgeschritteneS<br />

Entdecken Sie die fast grenzenlosen Möglichkeiten Ihrer <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong><br />

Die <strong>Canon</strong> EOS 5D<br />

Mark III ist eine<br />

leistungsstarke<br />

Kleinbild-D<strong>SLR</strong> mit<br />

einem beeindruckenden<br />

Preis.<br />

Der manuelle Modus<br />

Die ultimative Kontrolle über die Funktionen der Kamera erhalten Sie nur im<br />

manuellen Modus. Natürlich funktionieren hier sowohl der Belichtungsmesser<br />

als auch die Belichtungswaage im Sucher. Für den Einsatz im Studio mit<br />

entsprechenden Blitzegräten müssen Sie unweigerlich den manuellen<br />

Modus verwenden. Orientieren Sie sich in einer solchen Situation an einer<br />

Belichtungszeit von 1/125sek bei einer Blende von f/8 und passen Sie die<br />

Blitzleistung so an, dass das Ergebnis korrekt belichtet ist.<br />

Schluss mit optischen Fehlern<br />

Sie können einige Abbildungsfehler<br />

schon intern korrigieren lassen.<br />

Optionale Filter<br />

Sie können in der Bildbearbeitung<br />

ein weites Spektrum an Veränderungen<br />

vornehmen, doch manche<br />

Effekte können Sie ohne Filtereinsatz<br />

gar nicht oder nur mit extrem<br />

viel Aufwand nachahmen. Zu diesen<br />

Effekten gehört das Aussehen<br />

in Himmel oder Wasserflächen,<br />

welches der Einsatz eines Polfilters hervorruft. Mit Graufiltern können Sie trotz strahlendem<br />

Sonnenschein weitere Blendenöffnungen für eine bessere Freistellung verwenden.<br />

Grauverlaufsfilter hingegen erlauben den Umgang mit <strong>große</strong>n Dynamikumfängen<br />

etwa bei der Landschaftsfotografie zwischen Himmel und Vordergrund.<br />

Viele aktuelle Gehäuse besitzen die<br />

Möglichkeit, die Abbildungsleistung<br />

von Objektiven zu erhöhen, indem<br />

eine interne Korrektur gegen Vignettierung<br />

und Farbfehler (CAs)<br />

stattfindet. Leider ist diese Funktion<br />

nur für original <strong>Canon</strong>-Objektive<br />

verfügbar und es müssen die Korrekturdaten<br />

per EOS Utility auf die<br />

Kamera geladen werden. Beachten Sie, dass die Korrektur im RAW-Modus keine<br />

Anwendung findet. Auch der Autofokus kann optimiert werden. An der 70D können<br />

zwei unabhängige Entfernungskorrekturen für ein Zoomobjektiv eingestellt werden.


Tiefe der Schärfenebene<br />

Die Kontrolle über die Tiefe der Schärfenebene ist essenziell<br />

für die Entstehung eines <strong>Foto</strong>s. Bei einer Landschaftsaufnahme<br />

soll diese möglichst tief sein, um viele<br />

Details über die komplette Szenerie scharf abbilden zu<br />

können, während sie bei einem Porträt den Vordergrund<br />

vom Hintergrund freistellen möchten. In allen Fällen<br />

nimmt die Tiefe der Schärfenebene durch kurze Distanz<br />

zwischen Objektiv und Motiv ab. Bei der Landschaftsfotografie<br />

sollten Sie beispielsweise einen Fokuspunkt<br />

wählen, der auf der Höhe des ersten Drittels der Gesamttiefe<br />

liegt. Große Blendenöffnungen bei hoher Brennweite<br />

(etwa f/5.6 bei 200mm) erlauben eine geringe Tiefe<br />

als kleine Blendenöffnungen und geringe Brennweite<br />

(wie zum Beispiel f/16 bei 18mm).<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Schritt für Schritt<br />

Hoher Dynamikumfang (HDR)<br />

Motive mit sehr hellen und gleichzeitig sehr dunklen<br />

Bildbestandteilen übersteigen oft den möglichen<br />

Dynamikumfang des Bildsensors. Durch das Anfertigen von<br />

drei <strong>Foto</strong>s mit unterschiedlicher Belichtung und<br />

Zusammenfügen in einer speziellen Software muss das nicht<br />

mehr sein. Die 100D oder 700D besitzen dafür einen extra<br />

Modus, durch den diese drei Bilder automatisch<br />

angefertigt werden können und<br />

gleichzeitig zusammengefügt werden. Die<br />

70D oder 6D erlauben Ihnen eine größere<br />

Kontrolle, da Sie hier auch die einzelnen<br />

RAW-Bilder gesondert verwenden können.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Dynamikumfang anpassen<br />

Auf der 70D und 6D ist es das Beste, per Menü<br />

in den HDR-Modus zu wechseln. So erhalten Sie<br />

die volle Kontrolle über die benutzten Belichtungseinstellungen<br />

und können diese nach<br />

Ihnen Bedürfnissen anpassen.<br />

Ständiges HDR<br />

Möchten Sie mehrere HDRs nacheinander<br />

aufnehmen, so müssen Sie dies in den Einstellungen<br />

aktivieren. Normal wechselt die Kamera<br />

nach einer Belichtungsreihe aus drei Bildern für<br />

ein Motiv wieder in den normalen Modus.<br />

Automatische Anpassung<br />

Aktivieren Sie diese Option, falls Sie das HDR<br />

aus der Hand anfertigen. Auf dem Stativ sollte<br />

sie deaktiviert sein. <strong>Das</strong> Bild verliert je nach<br />

Bewegung während der Belichtungsreihe etwas<br />

an Auflösung, da es entsprechend beschnitten<br />

werden muss. n<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 17<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Xxx Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Beherrschen Sie Ihre<br />

D<br />

18 The <strong>Das</strong> ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 2014 2014<br />

-<br />

Wir führen Sie in die Bedienung<br />

und Funktionen Ihrer neuen<br />

Kamera ein und zeigen Ihnen,<br />

wie Sie das Beste<br />

aus ihr herausholen…


C<br />

anon-Kameras sind technologisch<br />

hoch entwickelte Meisterwerke,<br />

die die Bildqualität<br />

Ihrer Werke auf ein neues<br />

Niveau heben und sehr viel Spaß machen<br />

können. Doch die ständige Weiterentwicklung<br />

mit der Implementierung von immer<br />

mehr neuen Funktionen erfordert teilweise<br />

starken technisches Hintergrundwissen,<br />

um die Kamera fehlerfrei bedienen zu können.<br />

Was macht diese Funktion? Wie stelle<br />

16<br />

canon-<br />

D<strong>SLR</strong>s<br />

genauer<br />

betrachtet<br />

ich das ein? Warum ist die Belichtung<br />

anders, wenn ich diese Funktion nutze?<br />

Diese Fragen und viele mehr stellen sich<br />

quasi täglich Neueinsteiger und Umsteiger<br />

und sie zeigen, dass Sie wissen müssen,<br />

wie Sie mit der Kamera umzugehen haben,<br />

um ideale Ergebnisse zu erzielen.<br />

Auch wenn wir versuchen, aus der beinahe<br />

unüberblickbaren Menge an Wissen das<br />

relevante für einen Großteil der Leser herauszupicken,<br />

können wir nicht für jedes<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong> Xxx<br />

einzelne Gehäuse eine separate Anleitung<br />

erstellen. Daher haben wir uns für die<br />

beliebtesten Modelle der vergangenen Jahre<br />

entschieden. Von Einsteigermodellen<br />

wie der 1100D und der 100D über 400D bis<br />

700D zur 40D und 70D hin zur 6D, 7D und<br />

5D Mark III haben wir uns die interessantesten<br />

Modelle verschiedener Klassen<br />

genauer angesehen und möchten Sie daran<br />

teilhaben lassen …<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

2014 2014 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 19<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Xxx Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

EinsteigeRGehäuse<br />

<strong>Canon</strong> eos 1100D<br />

C<br />

anons<br />

absolutes Einsteigermodell<br />

ist nun beinahe<br />

drei Jahre alt, doch sie ist<br />

immer noch eine solide und einfach<br />

gestrickte Kamera für diejenigen,<br />

die ihre ersten Schritte in der<br />

richtigen <strong>Foto</strong>grafie machen möchten.<br />

Dazu passt auch der Preis von rund<br />

250 Euro ohne Objektiv. Mit diesen fünf Schritten<br />

holen Sie mehr aus Ihrer EOS 1100D heraus …<br />

1 Der mittlere Kreuzsensor<br />

Ist der Autofokus der Kamera am pumpen, so sollten<br />

Sie den empfindlicheren mittleren Autofokuspunkt<br />

manuell auswählen, da dieser in schwierigen Bedingungen<br />

Vorteile bietet.<br />

1 Kürzere sElbstauslösezeit<br />

Drücken Sie diese Taste,<br />

um den Selbstauslöser zu<br />

aktivieren. Normalerweise<br />

beträgt die Zeit 10<br />

Sekunden. Für zwei<br />

Sekunden müssen Sie in<br />

den C.Fn. die Spiegelvorverriegelung<br />

aktivieren.<br />

5 Tipps<br />

20 The <strong>Das</strong> ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 2014 2014<br />

2 RAW+JPEG<br />

Auch wenn die 1100D das kleinste<br />

EOS-Gehäuse auf dem Markt ist,<br />

so bietet e seine Reihe erweiterter<br />

Features. So zum Beispiel die Möglichkeit,<br />

RAWs und JPEGs zeitgleich<br />

zu speichern, um die maximale<br />

Flexibilität bei der Nachbearbeitung<br />

zu gewährleisten.<br />

<strong>Canon</strong> EOS 400D<br />

2 Einstellblitz<br />

Mit einem E-TTL-Systemblitz<br />

auf dem Blitzschuh<br />

können Sie die Abblendtaste<br />

drücken, um eine<br />

Reihe von Einstellblitzen<br />

auszulösen. So können Sie<br />

etwa sehen, wo und wie<br />

der Schattenwurf stattfinden<br />

wird.<br />

4 Set-Taste<br />

Wie bei anderen EOS-Gehäusen kann<br />

die Set-Taste benutzerdefiniert<br />

belegt werden, um Schnellzugriff auf<br />

eine oft genutzte Funktion zu bekommen.<br />

So kann die Set-Taste z. B. als<br />

Abblendtaste definiert oder der Blitzbelichtungskorrektur<br />

belegt werden.<br />

3 Picture Styles<br />

Sie können unter http://<br />

web.canon.jp/imaging/<br />

picturestyle/file/index.<br />

html weitere Picturestyles<br />

für Ihr Gehäuse oder<br />

für <strong>Canon</strong>s DPP herunterladen.<br />

Rebel XTi<br />

Rebel T3<br />

4 Erweiterte<br />

Korrektur<br />

Sie können eine Zweiblendenkorrektur<br />

mit der Belichtungskorrekur<br />

durchführen.<br />

Reicht Ihnen das nicht aus,<br />

so müssen Sie die Werte in<br />

den manuellen Modus übertragen<br />

und dort durch<br />

Anpassen der Belichtungszeit<br />

und Blende korrigieren.<br />

3 Kreativautomatik<br />

Sind Sie noch nicht bereit für die<br />

Prioritätsmodi oder den manuellen<br />

Modus? Probieren Sie es doch einmal<br />

mit der Kreativautomatik. Diese<br />

arbeitet ähnlich wie die Vollautomatik,<br />

bietet Ihnen durch Regler<br />

jedoch Eingriff bezüglich Freistellung,<br />

Blitz und Belichtung.<br />

5 Was ist das?<br />

Diese kleine Markierung ist auf<br />

jedem Gehäuse zu finden und kennzeichnet<br />

die Sensorebene. Ab hier<br />

wird die Mindestdistanz gemessen,<br />

bei der fokussiert werden kann.<br />

Sehr wichtig für Makros.<br />

5 Maximale Tiefe<br />

Im A-DEP-Modus wird die<br />

Blende sehr weit geschlossen,<br />

um eine maximale Tiefe der<br />

Schärfenebene zu gewährleisten.<br />

Die restlichen Einstellungen<br />

werden dem angepasst.<br />

Bei Blitzeinsatz funktioniert<br />

dieser Modus nicht, dort wird<br />

in die Programmautomatik<br />

gewechselt.


Einsteigergehäuse<br />

<strong>Canon</strong> eos 100D<br />

C<br />

anons<br />

neustes Einsteigermodell ist gleichzeitig<br />

die kleinste und leichteste digitale Spiegelreflex,<br />

die je am Markt verfügbar war. Doch lassen<br />

Sie sich nicht von der geringen Größe verunsichern: <strong>Das</strong><br />

kleine Gehäuse verfügt über den aktuellen 18MP-Sensor<br />

mit einer Empfindlichkeit von ISO100-12800, einen<br />

Touchscreen und neuen Szenenmodi. Beachten Sie<br />

jedoch, dass dieses Gehäuse nichts für Anwender mit<br />

<strong>große</strong>n Händen ist und <strong>große</strong> Objektive schnell die<br />

Balance beeinträchtigen.<br />

Rebel SL1<br />

2 Neues Wahlrad<br />

<strong>Das</strong> neue Wahlrad ist nicht nur<br />

leichter zu bedienen, es wurde im<br />

Vergleich zu älteren Modellen auch<br />

aufgeräumt. Die verschiedensten<br />

Motivprogramme sind nun über<br />

eine Option anwählbar und per<br />

Menü können Sie eine weitere Auswahl<br />

treffen.<br />

3 Neue Szenenprogramme<br />

Mit der 100D wurden drei neue Szenenprogramme<br />

eingeführt: Kids,<br />

Food und Candlelight. Alle drei sind<br />

perfekt bei Familienausflügen nutzbar.<br />

So können Sie mehr Zeit dem<br />

Festhalten von Erinnerungen widmen<br />

und müssen nicht so viel Zeit den<br />

Einstellungen opfern.<br />

Xxx<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

1 Bilder in der Kamera zuschneiden<br />

Sie können das Originalbild während der Betrachtung über<br />

das berührungsempfindliche Display zum gewünschten<br />

Bildausschnitt zuschneiden, was die Anzahl der direkt aus<br />

der Kamera nutzbaren Bilder deutlich erhöht. Die 18MP<br />

der 100D verfügen dafür über genügend Reserven.<br />

5 Tipps<br />

<strong>Canon</strong> EOS 450D<br />

4 Einhändig schießen<br />

Genauso wie beim aufgeräumten<br />

Layout hat <strong>Canon</strong> sich auch Gedanken<br />

um die Gestaltung des Griffs<br />

gemacht. Er passt sich der Hand<br />

sehr gut an, was in Kombination mit<br />

dem geringen Gewicht das einhändige<br />

<strong>Foto</strong>grafieren angenehm macht.<br />

Rebel XSi<br />

5 Selbstauslöseroptionen<br />

Die 100D besitzt nicht nur die üblichen<br />

2- und 20-Sekunden-Selbstauslöser,<br />

sondern auch einen Serienbildmodus<br />

mit Selbstauslöser. Sie können<br />

nach der Selbstauslösezeit<br />

automatisch zwischen zwei und zehn<br />

Bilder anfertigen lassen.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

1 Dynamikumfang<br />

kontrollieren<br />

Aktivieren Sie die Tonwertpriorität<br />

in den C.Fn. der<br />

450D, um die Durchzeichnung<br />

in Lichtern zu verbessern.<br />

Beachten Sie jedoch,<br />

dass das Rauschen so auch<br />

zunehmen kann.<br />

2 Schnellere<br />

Serienbilder<br />

Bei hoher ISO-Empfindlichkeit<br />

für das Einfrieren von Bewegungen<br />

bei Sportfotografie<br />

wird die Kamera schneller als<br />

im Serienbildmodus üblich<br />

einbrechen. Deaktivieren Sie<br />

die HighISO-Rauschreduzierung<br />

in den C.Fn., um dem<br />

entgegenzuwirken.<br />

3 Belichtungsspeicher<br />

Im Auslieferungszustand speichert<br />

diese Taste die zurzeit<br />

gemessene Belichtung. Doch<br />

wussten Sie, dass Sie auch die<br />

Blende (Av) oder Belichtungszeit<br />

(Tv) verändern können<br />

und das entsprechende<br />

Gegenstück wird bei passender<br />

Belichtung angeglichen?<br />

4 wb bracketing<br />

Im Menü finden Sie die<br />

Option WB SHIFT/BKT.<br />

Diese Funktion ist sehr gut<br />

bei JPEG-Bildern unter<br />

schwierigen Lichtbedingungen<br />

geeignet, da Sie hier<br />

drei verschiedene Weißabgleichversionen<br />

abspeichern<br />

können.<br />

5 A-dep modus<br />

Bei Landschaftsaufnahmen<br />

ist eine maximale Tiefe der<br />

Schärfenebene gewünscht,<br />

um sowohl nahe als auch entfernte<br />

Objekte innerhalb der<br />

Schärfenebene zu behalten.<br />

Setzen Sie den AF-Punkt etwa<br />

auf einem Drittel der Tiefendimension.<br />

2014 2014 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 21<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Xxx Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Einsteigergehäuse<br />

<strong>Canon</strong> EOS 600D<br />

D<br />

ie<br />

600D ist ein beliebtes EInsteigergehäuse,<br />

welches trotz der Nachfolger 650D und 700D<br />

im Programm behalten wurde. Dabei ist es zurzeit<br />

günstiger denn je: 400 Euro sind inklusive<br />

18–55-mm-Kitobjektiv fällig. Die 600D kommt mit dem<br />

Basic+-Modus, Kreativfiltern, Klappdisplay, 18MP-Sensor,<br />

3,7fps und Blitzsteuerung. Mit diesen fünf Tipps<br />

holen Sie noch mehr aus dem Gehäuse heraus …<br />

1 Großer Bildschirm für gute Kontrolle<br />

<strong>Das</strong> <strong>große</strong> Display der 600D besitzt eine gute Auflösung,<br />

ist in drei Dimensionen verstellbar und bietet so die maximale<br />

Kontrolle über die Einstellungen wie der Blendenund<br />

Zeitvorwahl. In der Blendenvorwahl berechnet die<br />

Kamera die passende Belichtungszeit zur voreingestellten<br />

Blende. In der Zeitvorwahl geschieht es exakt andersherum.<br />

1 Auto-ISO<br />

Die Auto-ISO-Funktion der<br />

500D sorgt dafür, dass die<br />

Empfindlichkeit im manuellen<br />

Modus nicht unter ISO400<br />

gesenkt werden kann. Daher<br />

müssen Sie für eine geringere<br />

Empfindlichkeit manuell eingreifen.<br />

Vergessen Sie nicht,<br />

den ISO-Wert entsprechend<br />

der Situation anzupassen.<br />

5 Tipps<br />

2 Blitz aus<br />

Knipsen Sie überwiegend<br />

im Vollautomatikmodus,<br />

doch befinden Sie sich an<br />

einem Ort, an dem das Blitzen<br />

verboten ist? Dann drehen<br />

Sie das Wahlrad auf die<br />

„Blitz aus“-Einstellung. Nun<br />

wird die Empfindlichkeit<br />

erhöht, um den fehlenden<br />

Blitz zu kompensieren.<br />

22 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 2014 2014<br />

<strong>Canon</strong> EOS 500D<br />

2 Blitzsteuerung<br />

Mit der 600D eröffnet sich Ihnen die<br />

Welt des entfesselten Blitzens durch<br />

eine einfache im Gehäuse integrierte<br />

Fernsteuerung für einen kompatiblen<br />

Systemblitz.<br />

4 Intelligenter<br />

Automatikmodus<br />

Dieser Modus analysiert Ihre Szene<br />

und verwendet zuverlässiger als die<br />

Vollautomatik die passenden Einstellungen<br />

wie zum Beispiel den<br />

Weißabgleich, Belichtung und den<br />

Picturestyle.<br />

3 Liveviewzoom<br />

Im Liveviewmodus können Sie<br />

die Bildschirmlupe verwenden,<br />

um die Schärfe vor dem Auslösen<br />

zu kontrollieren. Mit dem<br />

Steuerkreuz können Sie innerhalb<br />

des Bildausschnitts navigieren.<br />

Drücken Sie nun einoder<br />

zweimal die Vergrößern-<br />

Taste für eine 5x- beziehungsweise<br />

10x-Vergrößerung.<br />

Rebel T1i<br />

Rebel T3i<br />

4 Schnellerer AF<br />

Der Liveview-Autofokus ist<br />

die Standardeinstellung für<br />

die Aufnahme von Videos.<br />

Doch wenn Sie mehr<br />

Geschwindigkeit benötigen,<br />

müssen Sie ihn auf die Verwendung<br />

des Quick-AF<br />

umstellen. Dazu wird der<br />

Spiegel kurz umgeklappt und<br />

der Phasen-AF genutzt.<br />

3 Blitzsynchronzeit<br />

Im AV-Modus kann es vorkommen,<br />

dass Ihr <strong>Foto</strong> mit Blitzeinsatz verwackelt,<br />

da der Blitz hier nur als Aufhellblitz<br />

verwendet wird und keine<br />

Bewegungen einfriert. In den C.Fn.<br />

können Sie die Blitzsyncronzeit entsprechend<br />

begrenzen, dass es nicht<br />

mehr zu Verwackeln kommen kann.<br />

5 Kreativfilter<br />

Diese mit der 600D und 60D eingeführte<br />

Funktion kann bereits angefertigte<br />

Bilder noch innerhalb der Kamera<br />

mit Filtern belegen. Dazu gehören<br />

Effekte wie die Simulation einer Spielzeugkamera,<br />

ein körniger Schwarz-<br />

Weiß-Look oder ein Fisheyeeffekt.<br />

5 Gerade Horizonte<br />

Bei der Bildkomposition<br />

durch den Sucher stehen<br />

Ihnen nicht die Hilfslinien wie<br />

im Liveview nutzen. Orientieren<br />

Sie sich stattdessen an<br />

den AF-Punkten, um einen<br />

geraden Horizont zu gewährleisten.


Einsteigergehäuse<br />

<strong>Canon</strong> eos 700D<br />

A<br />

uch<br />

wenn das Update von der 650D zur 700D<br />

keine bemerkenswerten Neuerungen mit sich<br />

brachte, ist die 700D eine großartige Kamera<br />

für den ambitionierten Einsteiger. Mit dem 18MP-Sensor,<br />

3“-Touchscreen, Digic5-Prozessor,<br />

Hybrid-AF, 5fps und auf ISO25600<br />

erweitererbarer Empfindlichkeit<br />

haben Sie hier das passende<br />

Werkzeug für gelungene Bilder<br />

in der Hand.<br />

Rebel T5i<br />

2 Klappdisplay<br />

<strong>Das</strong> ausklappbare hochauflösende<br />

Display ist ideal für Selbstporträts<br />

oder <strong>Foto</strong>s in Bodennähe. Auch<br />

beim Filmen bietet es Vorteile. Sie<br />

können es beim Anklappen auch<br />

umdrehen für einen Extraschutz.<br />

3 Neue Szenenmodi<br />

Neu hinzugekommen ist bei der<br />

650D und der 700 der Handheld<br />

Night Scene-Modus, der mehrere,<br />

hintereinander aufgenommene<br />

Bilder mit kurzer Belichtungszeit<br />

zu einem Bild zusammenfügt.<br />

Zudem gibt es einen automatischen<br />

HDR-Modus.<br />

Xxx<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

1 Automatische Picturestyles<br />

Wenn Sie den Picturestyle nicht für jedes Bild extra auswählen<br />

möchten, so ist die Automatik eine gute Wahl.<br />

Denken Sie daran, dass im JPEG-Modus die grundlegende<br />

Farbdarstellung anders als im RAW-Modus nicht<br />

später geändert werden kann.<br />

5 Tipps<br />

4 Touchscreen-Kontrolle<br />

Sie können den neuen Bildschirm<br />

zum schnellen Durchblättern Ihrer<br />

Bilder verwenden oder für einen<br />

genaueren Autofokus im Liveview.<br />

Berühren Sie einfach die Stelle, auf<br />

die Sie scharfstellen möchten, und<br />

tippen Sie den Auslöser an.<br />

<strong>Canon</strong> EOS 650D<br />

Rebel T4i<br />

5 Bilder bewerten<br />

Durch die Bilderbewertung können Sie<br />

schon vor dem Betrachten am Computer<br />

für das Aussortieren sorgen. Die<br />

Bewertung wird in verschiedenen Programmen<br />

zur Nachbearbeitung wie<br />

DPP oder Photoshop Elements berücksichtigt,<br />

was später viel Zeit spart.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

1 Nasenproblem<br />

Durch Aktivieren des Bildschirms<br />

mit der Q-Taste wird<br />

dieser beim Heranführen der<br />

Kamera an das Auge nicht<br />

mehr ausgeschaltet, wodurch<br />

er versehentlich mit der Nase<br />

bedient werden kann. Schalten<br />

Sie das Display daher mit<br />

Druck auf Info aus.<br />

2 Der gute Ton<br />

Die 650D besitzt einen kontinuierlichen<br />

Autofokus im<br />

Videomodus, doch die<br />

Geräusche des Autofokusmotors<br />

werden mit dem<br />

integrierten Mikrofon aufgezeichnet.<br />

Vermeiden können<br />

Sie das durch Einsatz eines<br />

externen Richtmikrofons.<br />

3 high-iso-NR<br />

Neu mit der 650D kommt<br />

die Multi Shot Noise Reduction<br />

hinzu. Hier werden vier<br />

Bilder aufgenommen und zu<br />

einem zusammengefügt, um<br />

das Rauschen zu reduzieren.<br />

In der Praxis funktioniert<br />

das selbst bei ISO12800<br />

oder 25600 sehr gut.<br />

4 Video-Servo-AF<br />

Der Autofokus im Videomodus<br />

ist im Auslieferungszustand<br />

auf kontinuierlich<br />

eingestellt. Sie können dies<br />

schnell durch Antippen des<br />

Logos auf dem Bildschirm<br />

oder im Menü ändern.<br />

5 Auto-ISO<br />

Im Auto-ISO-Modus wird<br />

keine Empfindlichkeit<br />

höher als ISO6400 verwendet,<br />

um Rauschen zu verhindern.<br />

Möchten Sie eine<br />

größere Empfindlichkeit<br />

verwenden, so müssen Sie<br />

diese manuell einstellen.<br />

2014 2014 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 23<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Xxx Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Fortgeschrittenen-Gehäuse<br />

<strong>Canon</strong> EOS 60D<br />

D<br />

ie<br />

inzwischen drei Jahre alte 60D stellt den<br />

Einstieg in die Gehäuse für fortgeschrittene<br />

Nutzer dar. Mit 750 Euro Kaufpreis bietet sie<br />

nicht nur finanziell einen Mehrwert gegenüber den kleinen<br />

Geschwistern. <strong>Das</strong> stabilere und größere Gehäuse<br />

samt Daumenrad für Einstellungen hat mit <strong>große</strong>n,<br />

schweren Objektiven auch eine bessere Balance. Die<br />

einfachere AF-Punktwahl und das erweiterte Messfeldsystem<br />

runden die umfangreiche Ausstattung ab.<br />

1 RAW-Bearbeitung<br />

Sie wollen sehen, wie ein <strong>Foto</strong> mit unterschiedlicher<br />

Bearbeitung aussehen kann, doch Sie möchten es nicht<br />

erst auf den PC laden? Dann können Sie das RAW auch<br />

kameraintern bearbeiten und als Extradatei auf der<br />

Speicherkarte ablegen.<br />

1 Schnelle<br />

Bedienung<br />

Stellen Sie sicher, dass sich<br />

der Einschalter auf dem<br />

weißen Strich oberhalb von<br />

On und Off befindet, wenn<br />

Sie das Daumenrad nutzen<br />

möchten. Ansonsten ist<br />

dieses gesperrt.<br />

5 Tipps<br />

2 Highlight<br />

tone priority<br />

Wenn Sie ISO100 und<br />

ISO3200 nicht auswählen<br />

können, so ist höchstwahrscheinlich<br />

diese Funktion<br />

aktiviert. Ein weiterer Indikator<br />

ist, dass die Nullen des<br />

ISO-Werts tiefer gestellt werden.<br />

Sie können die Funktion<br />

in den C.Fn. deaktivieren.<br />

24 The <strong>Das</strong> ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 2014 2014<br />

<strong>Canon</strong> EOS 40D<br />

2 Elektronische<br />

Wasserwaage<br />

Wie die 7D besitzt auch die 60D eine<br />

elektronische Wasserwaage zur Einblendung<br />

auf dem Kameradisplay.<br />

Drücken Sie zum Anzeigen zweimal<br />

auf Info. Sie können die Anzeige<br />

auch im Sucher oder auf dem Schulterdisplay<br />

einblenden lassen.<br />

4 Set-Taste<br />

In den C.Fn. können Sie eine beliebige<br />

Funktion aus der Auswahl auf die Set-<br />

Taste legen, um den Arbeitsablauf<br />

flüssiger zu gestalten. <strong>Das</strong> funktioniert<br />

nicht, wenn die manuelle<br />

AF-Punktwahl über die C.Fn. auf das<br />

Steuerkreuz gelegt ist.<br />

3 Auto-ISO<br />

Drücken Sie die ISO-Taste<br />

und drehen Sie das Haupteinstellrad<br />

so lange nach<br />

links, bis „Auto“ im Display<br />

erscheint. <strong>Das</strong> funktioniert<br />

in den Modi P, Av, Tv, M und<br />

A-DEP und variiert die<br />

ISO-Empfindlichkeit automatisch<br />

von 100 bis 800 je<br />

nach Lichtbedingungen.<br />

4 LiveView<br />

Sie müssen Liveview vor<br />

der ersten Verwendung im<br />

Menü aktivieren, bevor Sie<br />

ihn mit Druck auf Set nutzen<br />

können. Ansonsten<br />

können Sie der Set-Taste<br />

eine andere Aufgabe in den<br />

C.Fn. zuweisen.<br />

3 Maximale<br />

Empfindlichkeit<br />

Die Auto-ISO-Funktion lässt sich<br />

für maximale Qualität und Flexibilität<br />

auf einen Höchstwert begrenzen.<br />

Sie können maximal ISO6400<br />

auswählen – auch wenn die ISO-Erweiterung<br />

eingeschaltet ist.<br />

5 Bewertungen<br />

Mit Druck auf die Q-Taste während<br />

der Bildvorschau können Sie Sterne<br />

vergeben, um das jeweilige Bild zu<br />

bewerten. Diese Bewertungen werden<br />

in den EXIFs gespeichert und<br />

sind so am Computer für eine bessere<br />

Übersicht auszulesen.<br />

5 Blitzbelichtungskorrektur<br />

Nach Druck auf die ISO-Taste<br />

können Sie durch Drehen am<br />

Daumenrad die Blitzbelichtungskontrolle<br />

im Bereich zwischen<br />

-2 und +2EV einstellen,<br />

um eine schwächere oder<br />

stärkere Ausleuchtung des<br />

Motivs zu erhalten.


Fortgeschrittenen-Gehäuse<br />

<strong>Canon</strong> eos 70D<br />

D<br />

er<br />

Verkaufsstart des dringend erwartete Nachfolger<br />

der 60D erfolgte im Oktober letzten Jahres.<br />

Die Bedienung hat sich gegenüber der des<br />

Vorgängers nicht geändert, wohl aber die technischen<br />

Spezifikationen. Dazu gehören der neue 20MP-Sensor,<br />

19AF-Punkte, ein Digic5+-Prozessor, eine Empfindlichkeit<br />

bis ISO25600, 7fps und erweiterte Fokussierungsmöglichkeiten<br />

bei hochgeklapptem Spiegel. Diese fünf Funktionen<br />

sind ebenfalls neu dazugekommen…<br />

2 Vereinfachte AF-Wahl<br />

Die 70D verfügt über 19 Kreuzsensoren,<br />

die in drei Auswahlgruppen<br />

unterteilt sind: Single Point, Zone<br />

und 19-Punkt-Feld. Sie können diese<br />

Gruppen mit einer Taste neben<br />

dem Auslöser aus wählen, ohne die<br />

Kamera abzusetzen.<br />

3 Belichtungsreihe und<br />

–korrektur<br />

Die 70D bietet einen Korrekturumfang<br />

von +/-5EV in 1/3- oder<br />

½-Blendenstufen. Diese Abstufung<br />

kann auch bei der Belichtungsreihe<br />

für HDRs genutzt werden.<br />

Xxx<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

1 Intelligente Wasserwaage<br />

Wie schon im Liveview kann die 70D auch eine Anzeige<br />

im Sucher einblenden, die den geraden Horizont<br />

anzeigt. Diese Einblendung bleibt auch aktiv, wenn der<br />

Auslöser angetippt wird.<br />

5 Tipps<br />

<strong>Canon</strong> EOS 50D<br />

4 Fokussieren im<br />

Liveview<br />

Der neue Dual-Pixel-Sensor der<br />

70D erlaubt ruckelfreies kontinuierliches<br />

Fokussieren im Liveview- und<br />

Videomodus. <strong>Das</strong> funktioniert in<br />

der Praxis auch bei sich schnell<br />

bewegenden Objekten gut.<br />

5 Leises Auslösen<br />

Mit der 70D wurde ein neuer<br />

Silentmodus für Situationen mit<br />

erhöhter Geräuschsensitivität<br />

eingeführt. Dabei können Sie trotz<br />

weniger Geräuschen weiterhin mit<br />

7fps pro Sekunde fotografieren.<br />

Ideal für Reportagen und Wildlife.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

1 H1/H2 isO<br />

Für ISO-Empfindlichkeiten<br />

oberhalb von ISO3200 müssen<br />

Sie die ISO-Erweiterung<br />

einschalten. Nun können Sie<br />

zwischen H1 (ISO6400) und<br />

H2 (ISO12800) wählen, müssen<br />

jedoch auch erhöhtes<br />

Rauschen in Kauf nehmen.<br />

2 Kleine RAWs<br />

Wie schon die 40D bietet<br />

auch die 50D die Möglichkeit,<br />

auflösungsreduzierte<br />

RAW-Daten auf die Speicherkarte<br />

zu schreiben. So wird<br />

trotz des vollen Tonwertumfangs<br />

Speicherplatz gespart.<br />

<strong>Das</strong> eignet sich gut, wenn Sie<br />

die Bilder sowieso nur im<br />

Internet verbreiten möchten.<br />

3 Schnellübersicht<br />

Auch die 50D bietet eine<br />

Schnellübersicht über alle<br />

Einstellungen durch Druck<br />

auf den Joystick. Können Sie<br />

diese Info nicht aufrufen, so<br />

ist diese Operation in den<br />

C.Fn. mit einer anderen<br />

Funktion belegt worden.<br />

4 FUNC.-Taste<br />

Wie die Set-Taste können<br />

Sie auch diese Taste in den<br />

C.Fn. individuell belegen.<br />

Im Auslieferungszustand<br />

können Sie nach Betätigung<br />

die Helligkeit des<br />

Bildschirms regeln.<br />

5 Benutzereinstellungen<br />

Die 50D verfügt über zwei<br />

durch den Benutzer zu belegende<br />

Modi auf dem Wahlrad,<br />

auf denen eine beliebige Kombination<br />

aus oft genutzten Einstellungen<br />

abgelegt werden<br />

kann. Die 40D bot noch drei<br />

Speicherplätze, einer wurde<br />

der Kreativautomatik geopfert.<br />

2014 2014 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 25<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Xxx Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Fortgeschrittenen-Gehäuse<br />

<strong>Canon</strong> eos 7D<br />

C<br />

anons<br />

sportliches Zugpferd ist die 7D. Der Verkaufsstart<br />

lag in Mitte 2009, doch die gute Ausstattung<br />

und neue Features per Firmwareupdate<br />

halten das Gehäuse auch für heutige Verhältnisse auf<br />

dem aktuellen Stand. So wurde erst vor Kurzem der<br />

RAW-Zwischenspeicher von 16 auf 25 Bilder durch eine<br />

verbesserte Komprimierung der Bilddaten vergrößert.<br />

Zwei Digic 4-Prozessoren sorgen für genügend Rechenleistung,<br />

um die 8fps des 18MP-Sensors verarbeiten zu<br />

können. So holen Sie mehr aus Ihrer 7D heraus …<br />

1 Rückseitiger AF<br />

Auch bei der 7D kann die Aktivierung des Autofokus<br />

vom Auslöser entkoppelt werden, um eine bessere Performance<br />

bei schnell auftretenden Situationen zu<br />

gewährleisten. So müssen Sie nicht erst auf den Fokussiervorgang<br />

beim Druck auf den Auslöser warten, sondern<br />

können diesen schon vorher starten.<br />

1 Grenzen des<br />

Suchers<br />

Anders als bei der 5D Mark<br />

III deckt der Sucher der 6D<br />

keine 100% des Bildausschnitts<br />

ab, sondern nur<br />

97%. Beachten Sie das bei<br />

der Platzierung von Objekten<br />

am Bildrand und in den<br />

Ecken.<br />

5 Tipps<br />

26 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 2014 2014<br />

<strong>Canon</strong> EOS 6D<br />

2 W-LAN-<br />

Verbindung<br />

Sie können Ihre 6D mithilfe<br />

der EOS Remote-App auf<br />

dem Smartphone fernsteuern.<br />

Befindet sich kein<br />

Accesspoint in Reichweite,<br />

können Sie die 6D auch in<br />

den Host-Modus versetzen<br />

und ein eigenes W-LAN-Netz<br />

aufbauen.<br />

2 AF-Feldwahl<br />

3 Autofokushilfe<br />

Wie die 70D hat die 7D über 19 Kreuzsensoren<br />

mit verschiedenen Gruppen Av, Tv oder M können Sie den Auf-<br />

Beim <strong>Foto</strong>grafieren in den Modi P,<br />

zur Einteilung. Neben den Gruppierungsmöglichkeiten<br />

bietet sie auch den wenden, um den Fokussierungsvorklappblitz<br />

mit seinem Hilfslicht ver-<br />

sehr präzisen Spot-AF für Porträts oder gang zu unterstützen.<br />

Stillleben und die AF-Felderweiterung,<br />

um durch Aktivierung weiterer Felder<br />

die Genauigkeit zu verbessern.<br />

4 Firmware aktualisieren<br />

Ab Firmware 2.0.3 wurde der RAW-<br />

Zwischenspeicher auf 25 Bilder<br />

erweitert sowie eine interne Bildbearbeitung<br />

für RAW-Dateien hinzugefügt.<br />

Mit dem EOS Utility und der<br />

Firmware, die Sie unter http://bit.<br />

ly/7dfirmware beziehen können, wird<br />

die Aktualisierung durchgeführt.<br />

3 GPS & Akku<br />

<strong>Das</strong> eingebaute GPS-Modul<br />

erlaubt es, Positionsdaten in<br />

den Metadaten des <strong>Foto</strong>s zu<br />

speichern, doch es beeinträchtigt<br />

die Akkulaufzeit erheblich.<br />

Stellen Sie die Erfassungsfrequenz<br />

auf 5 Minuten, um Akkuleistung<br />

einzusparen. <strong>Das</strong> liefert<br />

jedoch weniger genaue<br />

Positionsdaten.<br />

4 RAW-Verarbeitung<br />

Auch die 6D ermöglicht die<br />

RAW-Verarbeitung innerhalb<br />

der Kamera. <strong>Das</strong> verarbeitete<br />

Bild wird als JPEG auf der<br />

Speicherkarte abgelegt,<br />

wodurch Sie mehr Bilder<br />

direkt aus der Kamera verwenden<br />

können.<br />

5 Entfesselt blitzen<br />

Mit dem in der 7D integrierten<br />

Speedlight-Transmitter können Sie<br />

kompatible Systemblitze fernauslösen.<br />

Sie können den Ausklappblitz<br />

zusätzlich verwenden, um ihn als<br />

Füllblitz zu nutzen.<br />

5 LiveView<br />

Sie können Bilder und Videos<br />

auf kompatible TV-Geräte und<br />

Mediencenter streamen –<br />

auch der Liveview kann so<br />

übertragen werden. Normalerweise<br />

ist diese Funktion<br />

jedoch nicht aktiviert, da er<br />

laut <strong>Canon</strong> „nicht genau<br />

genug“ ist.


Professionelle Gehäuse<br />

<strong>Canon</strong> EOS 5D Mk III<br />

E<br />

ines<br />

der beliebtesten<br />

Gehäuse<br />

ist die 5D Mark III.<br />

Es ist kleiner als die <strong>große</strong>n<br />

1D-Modelle und verfügt<br />

über einen Kleinbildsensor<br />

mit 22MP, der eine<br />

sehr gute Qualität selbst im<br />

High-ISO-Bereich liefert. Ein<br />

61-Punkt-AF und 6fps runden<br />

das gelungene Paket ab.<br />

2 AI Servo-<br />

Charakteristiken<br />

Die 5D Mark III bietet eine Art Feintuning<br />

für den AI Servo-Modus, um<br />

die exakte Funktion bei jedem Objekt<br />

zu gewährleisten. Sechs Fälle<br />

sind vordefiniert und können für den<br />

eigenen Bedarf angepasst werden.<br />

3 Doppelte Bildvorschau<br />

Drücken Sie während der Bildvorschau<br />

auf die Creative Photo-Taste<br />

(Stift auf Quadrat-Symbol), um<br />

zwei Bilder nebeneinander zum<br />

schnellen Vergleich anzuzeigen.<br />

Sie können auch einen 100%-<br />

Ausschnitt und das Vollbild<br />

nebeneinander darstellen.<br />

Xxx<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

1 HDR direkt aus der Kamera<br />

Die 5D Mark III besitzt die beste HDR-Funktion aller EOS-<br />

Gehäuse, da sowohl alle drei Bilder als RAW als auch das<br />

fertige Bild als JPEG auf der Speicherkarte abgelegt werden.<br />

Aktivieren Sie die Automatische Ausrichtung der Bilder,<br />

um Fehler beim Zusammenrechnen zu verhindern.<br />

5 Tipps<br />

4 Bildschirmlupe<br />

Sie können selber auswählen, wie die<br />

Bilddarstellung bei der <strong>Vorschau</strong><br />

erfolgt, um einen schnelleren<br />

Arbeitsablauf zu erreichen. So<br />

können Sie sich zum Beispiel direkt<br />

eine 100%-Ansicht vom aktiven<br />

Fokuspunkt anzeigen lassen.<br />

<strong>Canon</strong> EOS 5D Mk II<br />

5 Autofokuspunkte<br />

Sind Sie vom Ordnen aller 61<br />

AF-Punkte überfordert? Dann können<br />

Sie sich auch auf nur 15<br />

beschränken, die einen guten Kompromiss<br />

aus Abdeckung und Auswahlgeschwindigkeit<br />

darstellen.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

1 Besserer Ton<br />

An die 3,5-mm-Buchse an<br />

der 5D Mark II können Sie<br />

ein externes Mikrofon<br />

anschließen, dass keine<br />

störenden Arbeitsgeräusche<br />

aufnimmt und eine<br />

viel bessere Tonqualität als<br />

das integrierte Mikrofon<br />

liefern wird.<br />

2 Brennweitenänderung<br />

Möchten Sie bei Offenblende<br />

während der Videoaufnahme<br />

hinein- oder herauszoomen,<br />

so sollten Sie ein Objektiv mit<br />

durchgehender Blendenöffnung<br />

nutzen. Ansonsten<br />

ändert sich die Arbeitsblende<br />

während der Aufnahme.<br />

3 Den Rand<br />

überprüfen<br />

Der Sucher der 5D Mark II<br />

deckt lediglich 98% des Bildausschnitts<br />

ab. Im Liveview<br />

erhalten Sie die komplette<br />

Ansicht, wodurch Sie sicherstellen<br />

können, dass sich keine<br />

störenden Objekte am Bildrand<br />

befinden.<br />

4 Videoeinstellungen<br />

Verwenden Sie den<br />

1920x1080/24p-Modus für<br />

die beste, kinoähnliche<br />

Qualität. <strong>Das</strong> können Sie im<br />

Liveview und nach Drück<br />

auf die Q-Taste einstellen.<br />

5 Livevieweinstellungen<br />

Sollten Sie feststellen, dass die<br />

Kamera im Liveview bei dunklen<br />

Bedingungen automatisch<br />

die eingestellte ISO-Empfindlichkeit<br />

verstellen sollte, so<br />

müssen Sie die Livevieweinstellungen<br />

von Stills+movie<br />

in stills only ändern.<br />

2014 2014 <strong>Das</strong> The ultimative Ultimate <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch Handbook 27<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

40<br />

Objektivtipps<br />

✔ Weitwinkel<br />

✔ maKro &<br />

Festbrennweiten<br />

✔ standardzoom<br />

✔ Teleobjektive<br />

✔ tilt-shift &<br />

fisheye<br />

28 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014


Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Beherrschen Sie Ihre ...<br />

<strong>Canon</strong>-<br />

Objektive<br />

40 Tipps und Tricks mit denen Sie das Beste aus Ihren Objektiven<br />

herausholen können – inklusive Kaufberatung und Empfehlungen<br />

Der Hauptvorteil einer D<strong>SLR</strong><br />

gegenüber einer Kompaktoder<br />

Bridgekamera liegt in der<br />

Option des Objektivwechsels. So<br />

können Sie Ihre Kamera optimal an<br />

die Situation und das Motiv anpassen<br />

– ganz im Gegenteil zur fest<br />

angebauten Optik der kleineren<br />

Modelle, die oft zu wenig Brennweite<br />

besitzt oder sich als zu lichtschwach<br />

herausstellt. Auf der Kehrseite existieren<br />

zum Zeitpunkt unserer<br />

Recherchen genau 140 verschiedene<br />

Objektive für das EF(S)-Bajonett, was<br />

die Auswahl des passenden Exemplars<br />

für Sie nicht einfach macht.<br />

Auf den folgenden 10 Seiten haben<br />

wir nicht weniger als 40 hilfreiche<br />

Tipps für und über <strong>Canon</strong>-Objektive<br />

für Sie zusammengestellt, mit denen<br />

Sie das Beste aus den Optiken herausholen<br />

können. <strong>Das</strong> beinhaltet<br />

nicht nur die herstellereigenen<br />

Objektive, sondern alle Exemplare,<br />

die das EF-Bajonett besitzen. Somit<br />

behandeln wir auch die beliebten<br />

Drittherstelleroptiken von Sigma,<br />

Tamron und Tokina. Vom Weitwinkel<br />

über die Normalbrennweiten, Makround<br />

Teleobjektive hin zu Superzooms<br />

und Spezialisten ihres Fachs wie<br />

etwa Fisheyes oder Tilt-Shift-<br />

Objektiven – hier ist für jeden etwas<br />

dabei. Passend dazu teilen wir unsere<br />

Erfahrungen beim Objektivkauf<br />

und geben wertvolle Tipps, wie Sie<br />

mit wenig finanziellem Aufwand die<br />

beste Abbildungsqualität erzielen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 29<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

3<br />

Standard- &<br />

Weitwinkelzooms<br />

Holen Sie das meiste aus dem kurzen Brennweitenbereich heraus<br />

Schärfere <strong>Foto</strong>s<br />

schießen<br />

Günstigere Normalzooms besitzen eine lichtschwache<br />

Anfangsblendenöffnung von f/5.6, wodurch im Vergleich zu<br />

Objektiven mit f/2.8 deutlich weniger Licht auf den Sensor gelangt.<br />

<strong>Das</strong> muss mit der Belichtungszeit oder höherer Empfindlichkeit<br />

angeglichen werden und resultiert so bei wenig Licht in unscharfen<br />

oder verrauschten Bildern. Ein Bildstabilisator kann bei statischen<br />

Motiven helfen.<br />

30 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

1<br />

Stürzende Linien<br />

vermeiden<br />

Weitwinkelobjektive erlauben es Ihnen, einen sehr <strong>große</strong>n Bildausschnitt<br />

einfangen zu können, doch im Umkehrschluss müssen Sie auch relativ<br />

nah an das Motiv heran. <strong>Das</strong> wird genau dann problematisch, wenn ein<br />

hohes Objekt Teil des Bildes sein soll – wie etwa in der Architekturfotografie.<br />

Befinden Sie sich nicht auf Höhe Objektmittelpunkts, so<br />

kommt es zu sogenannten stürzenden Linien – der obere Bereich<br />

läuft enger zusammen. Sie können diesen Effekt zwar künstlerisch<br />

einsetzen, doch wenn das nicht gewünscht ist, müssen Sie mehr<br />

Abstand und Brennweite verwenden, ein Tilt-Shift-Objektiv nutzen oder<br />

die stürzenden Linien in Photoshop korrigieren.<br />

2<br />

Achten Sie auf den<br />

Rand<br />

Nicht jedes <strong>Canon</strong>-<br />

Gehäuse deckt den kompletten<br />

Bildausschnitt mit<br />

dem Sucher ab. Eine 700D<br />

zeigt beispielsweise nur<br />

95 %, wodurch die Gefahr<br />

von unerwünschten<br />

Bildelementen im<br />

Randbereich steigt. Sie<br />

können die Bereiche zwar abschneiden<br />

oder wegstempeln, doch warum nicht<br />

direkt richtig machen? Zoomen Sie etwas<br />

hinaus um die Randbereiche der vorherigen<br />

Brennweite genauer zu betrachten.<br />

Alternativ können Sie auch den Liveview verwenden, um das Bild,<br />

welches auf dem Sensor projiziert wird, zu analysieren. <strong>Das</strong> macht<br />

aber die Komposition beim freihändigen <strong>Foto</strong>grafieren schwieriger.


5 Objektivkorrektur<br />

verwenden<br />

Verschiedene Brennweiten in<br />

einem Objektiv sind immer<br />

mit Kompromissen in Form<br />

von Verzeichnungen und<br />

Farbfehlern verbunden. Viele<br />

Einschränkungen in qualitativer<br />

Hinsicht sind jedoch einfach<br />

per Software zu korrigieren. Dazu zählen auch störende<br />

chromatische Aberrationen (rotes und grünes<br />

Schimmern an Kontrastkanten). Dazu empfehlen wir das<br />

Arbeiten im RAW-Format samt Objektivkorrektur in Adobe<br />

Camera Raw. Sie können die Korrektur entweder anhand<br />

eines Profils automatisch durchführen lassen oder in den<br />

Vorgang eingreifen.<br />

Kaufberatung<br />

Unkorrigiert<br />

Korrigiert<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

4 Hyperfokal-<br />

distanz<br />

Landschaftsfotografen machen regelmäßig<br />

Gebrauch von der Hyperfokaldistanz eines<br />

Weitwinkelobjektivs. <strong>Das</strong> ist die geringste<br />

Distanz, bei der vom Nahbereich bis zum<br />

Unendlichkeitsbereich alles scharf abgebildet<br />

wird. Die Berechnung dieser Distanz erfolgt<br />

durch eine sehr komplizierte Formel mit<br />

Berücksichtigung von Brennweite, Blende und<br />

Bildsensor. Durch Vereinfachung existieren<br />

jedoch eine Menge Smartphone-Apps für diesen<br />

Zweck. Anschließend müssen Sie lediglich<br />

manuell auf diese Distanz fokussieren.<br />

Sechs der besten ...<br />

Objektive als Kit-Ersatz<br />

Tamron 17-50mm € 299<br />

f/2.8 XR Di II VC<br />

<strong>Canon</strong> EF-S 15-85mm € 599<br />

f/3.5-5.6 IS USM<br />

Sigma 24-70mm € 599<br />

f/2.8 EX DG HSM<br />

<strong>Canon</strong> EF-S 17-55mm € 675<br />

f/2.8 IS USM<br />

Tamron 24-70mm € 789<br />

f/2.8 Di VC USD<br />

Spielt Geld keine Rolle?<br />

<strong>Canon</strong> EF 24-70mm € 1.810<br />

f/2.8L II USM<br />

Was Sie beim Kauf eines dieser Objektive beachten müssen …<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

6 EF-S<br />

gegen EF<br />

<strong>Canon</strong> fertigt Objektive mit zwei<br />

verschiedenen Anschlüssen.<br />

EF-S-Objektive sind ausschließlich<br />

auf den Bildkreis eines APS-C-<br />

Sensors berechnet und lassen<br />

sich mechanisch nicht auf ein<br />

Gehäuse mit größerem Sensor<br />

montieren. Planen Sie in absehbarer<br />

Zukunft den Umstieg auf ein<br />

größeres Sensorformat, so sollten<br />

Sie direkt mit EF-Optiken planen.<br />

7 Entfernungsfenster<br />

Nicht jedes Weitwinkelobjektiv<br />

besitzt ein Entfernungsfenster<br />

im Gehäuse. Setzen<br />

Sie es hauptsächlich für die<br />

Landschaftsfotografie ein, so<br />

sollten Sie bei einer Neuanschaffung<br />

auf dieses Feature<br />

achten, um die Hyperfokaldistanz<br />

nutzen zu können.<br />

8 Nahdistanz<br />

Einige Zoomobjektive<br />

sind zusätzlich mit<br />

der Bezeichnung „Makro“<br />

ausgestattet, doch in<br />

Wahrheit ist es lediglich ein<br />

Marketinggag, der aussagt,<br />

dieses Objektiv würde nah<br />

fokussieren können. Für<br />

echte Makrofotografie im<br />

1:1-Maßstab benötigen Sie<br />

ein echtes Makroobjektiv.<br />

9 Filterkom-<br />

patibilität<br />

Vor der Anschaffung eines<br />

Filters für Ihr Objektiv sollten<br />

Sie auf den am Frontring<br />

angegebenen Filterdurchmesser<br />

achten. Sie können<br />

sich auch am Durchmesser<br />

Ihres größten Objektivs<br />

orientieren und für kleinere<br />

Optiken Step-up-Adapter<br />

verwenden.<br />

10 Brennweite<br />

Ultraweitwinkelobjektive<br />

decken unterschiedliche<br />

Brennweitenbereiche ab, doch<br />

bei einer Neuanschaffung sollten<br />

Sie sich an der geringsten<br />

Brennweite orientieren. Die<br />

Versuchung nur der geringste<br />

Brennweite zu verwenden, ist<br />

sehr hoch. Im unteren Brennweitenbereich<br />

macht jeder Millimeter<br />

weniger einen sehr <strong>große</strong>n<br />

Unterschied.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 31<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Festbrennweiten<br />

Egal ob im Weitwinkel- oder Supertelebereich:<br />

Festbrennweiten bieten ein Maximum<br />

12 Bewegungen<br />

einfrieren<br />

Festbrennweiten werden oft auch als „schnelle“<br />

Objektive bezeichnet. <strong>Das</strong> bedeutet nicht<br />

automatisch, dass der Autofokus schneller<br />

als jener bei Zoomobjektiven ist, doch die<br />

<strong>große</strong> Blendenöffnung ermöglicht schnelle<br />

Belichtungszeiten, die sich perfekt zum<br />

Einfrieren von Bewegungen eignen. <strong>Das</strong><br />

18–55-mm-Kitobjektiv bietet beispielsweise<br />

bei 50 mm lediglich eine Blendenöffnung von<br />

f/5.6. Die 50-mm-Festbrennweite mit f/1.4<br />

ist in dem Fall vier Blendenstufen lichtstärker.<br />

Während bei f/5.6 etwa noch 1/50sek nötig<br />

sind, um korrekt zu belichten, wären bei f/1.4<br />

und identischen Bedingungen lediglich<br />

1/800sek nötig gewesen.<br />

32 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

f/5.6<br />

f/1.4<br />

11 Genauer<br />

Fokus<br />

Die <strong>große</strong> Blendenöffnung einer<br />

Festbrennweite erlaubt Ihnen eine starke<br />

Freistellung. <strong>Das</strong> ermöglicht gerade bei<br />

der Porträtfotografie eine starke<br />

Konzentration vom Blick des<br />

Betrachters auf das eigentliche Motiv.<br />

Auf der Kehrseite steht das schwierige<br />

Fokussieren bei weit geöffneten Blenden<br />

mit Werten um f/1.4 oder f/1.8, die für<br />

Objektive mit 50 mm oder 85 mm<br />

Brennweite üblich sind. Zum akkuraten<br />

Fokussieren wählen Sie den Oneshot-AF<br />

und legen Sie den Fokuspunkt manuell<br />

beispielsweise auf das Auge des Models.<br />

Objektiv: <strong>Canon</strong> EF 70-200mm f/2.8L IS II USM<br />

Belichtung: 1/800 Sek bei f/5; ISO200<br />

13<br />

Blende kontrollieren<br />

Die Auswahl der Blende beeinflusst die<br />

Freistellung sowie die Tiefe der<br />

Schärfenebene grundlegend. Eine <strong>große</strong><br />

Öffnung wie f/2.8 bietet auch <strong>große</strong><br />

Freistellung, eine kleine Blendenöffnung wie<br />

f/22 sorgt für einen <strong>große</strong>n Schärfebereich.<br />

Möchten Sie in jeder Situation die volle<br />

Kontrolle über die Blende erlangen, müssen<br />

Sie den Av-Modus (Blendenvorwahl) nutzen.<br />

Eine <strong>Vorschau</strong> der Schärfeebene erhalten<br />

Sie im Sucher durch Drücken der<br />

Abblendtaste.


14 Graufilter<br />

montieren<br />

Wenn Sie die größte Blendenöffnung einer<br />

Festbrennweite verwenden, können Sie schnell an die<br />

Grenzen des Gehäuses gelangen und überbelichtete<br />

Bilder erhalten, da die benötigte kurze<br />

Belichtungszeit nicht möglich ist. Um diese Grenze<br />

zu überwinden, können Sie einen Graufilter verwenden,<br />

um das auf den Sensor treffende Licht zu reduzieren.<br />

<strong>Das</strong> kann auch beim Filmen interessant sein.<br />

15 Zoomen<br />

mit den<br />

Füßen<br />

Festbrennweiten bieten nur eine einzige<br />

Brennweite, also müssen Sie sich<br />

bei der Bildkomposition mehr Gedanken<br />

machen. <strong>Das</strong> hat allerdings in der<br />

Lernphase auch Vorteile, da Sie sich<br />

bewegen müssen, um die Ansicht zu<br />

ändern, statt einfach am Zoomring<br />

drehen zu können. Für einen Neueinsteiger<br />

ist ein sehr günstiges 50<br />

f/1.8 also eine sehr gute Wahl. Hiermit<br />

kann auch die schmale Schärfeebene<br />

als Stilmittel genutzt werden, um den<br />

Blick des Betrachters sofort auf das<br />

Hauptmotiv zu lenken.<br />

Kaufberatung<br />

Kein Graufilter<br />

Graufilter<br />

Objektiv: <strong>Canon</strong> EF 50mm f/1.8 II<br />

Belichtung: 1/30 Sek bei f/10; ISO100<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Sechs der besten …<br />

Festbrennweiten<br />

<strong>Canon</strong> EF 50mm € 310<br />

f/1.4 USM<br />

<strong>Canon</strong> EF 85mm € 339<br />

f/1.8 USM<br />

Sigma 15mm f/2.8 € 590<br />

EX DG Diagonal Fisheye<br />

<strong>Canon</strong> EF 300mm € 1.299<br />

f/4L IS USM<br />

Zeiss Distagon T* € 1.249<br />

18mm f/3.5 ZE<br />

Spielt Geld keine Rolle?<br />

<strong>Canon</strong> EF 300mm € 6.299<br />

f/2.8L IS II USM<br />

Was Sie beim Kauf eines dieser Objektive beachten müssen …<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

16 Blenden-<br />

öffnung<br />

Große Blendenöffnungen lassen<br />

mehr Licht auf den Sensor<br />

gelangen, was kürzere<br />

Belichtungszeiten und mehr<br />

Freistellung ermöglicht.<br />

Im Normalfall kostet diese<br />

Lichtstärke jedoch viel Geld.<br />

<strong>Canon</strong>s 50 f/1.8 ist mit rund<br />

100 Euro eine Ausnahme,<br />

doch das Topmodell mit f/1.2<br />

kostet über 1.200 Euro.<br />

17 Filterfalle<br />

Die Frontlinse<br />

samt Filtergewinde einer<br />

Festbrennweite besitzt oft<br />

einen <strong>große</strong>n Durchmesser.<br />

Behalten Sie das im Auge,<br />

falls Sie schon einige Filter<br />

besitzen. Eventuell müssen<br />

Sie einige ersetzen oder<br />

neue dazukaufen.<br />

18 Sensorgröße<br />

APS-C-Sensoren<br />

beschneiden das Bild des Bildkreises,<br />

was eine Vergrößerung<br />

von 1,6x bedeutet. So erhalten<br />

Sie mit einem 400-mm-Objektiv<br />

am kleinen Sensor einen<br />

Bildausschnitt, der dem eines<br />

640-mm-Objektivs an einer<br />

Kleinbildkamera entspricht.<br />

Allerdings wird so aus einem<br />

24-mm-Objektiv auch der Bildausschnitt<br />

39 mm an Kleinbild.<br />

19 Unschärfe-<br />

kreise<br />

Objektive mit mehr Blendenlamellen<br />

besitzen oft<br />

einen besseren Unschärfebereich<br />

(Bokeh), weil die<br />

Blendenöffnung runder<br />

ist. Daher sehen Lichter im<br />

Unschärfebereich mit einem<br />

50 f/1.4 (8 Lamellen) runder<br />

aus als mit einem 50 f/1.8 (5<br />

Lamellen).<br />

20 Manueller<br />

Eingriff<br />

Achten Sie bei der Anschaffung<br />

einer Festbrennweite darauf,<br />

dass Sie jederzeit in den Fokussiervorgang<br />

eingreifen können.<br />

<strong>Das</strong> ist beispielsweise bei fast<br />

allen <strong>Canon</strong>-Objektiven mit<br />

USM möglich. So können Sie<br />

trotz aktiviertem AF ein gewisses<br />

Maß an Feintuning beim<br />

Setzen des Schärfepunkts<br />

vornehmen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 33<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

21<br />

23 Wechselnde<br />

Offenblende<br />

Teleobjektive mit einer fixen<br />

Blendenöffnung wie etwa ein<br />

70-200 f/2.8 sind sehr teuer.<br />

Eine bezahlbarere Option ist<br />

aber ein Objektiv mit nicht fixer<br />

Blendenöffnung. Dort ändert<br />

sich diese über den Brennweitenbereich<br />

etwa von f/5 zu<br />

f/6.3, wodurch bei steigender<br />

Brennweite immer weniger<br />

Licht auf den Sensor gelangt.<br />

Teleobjektive &<br />

superzooms<br />

Wollen Sie nah heran an das Geschehen? Sie benötigen mehr Brennweite!<br />

Dunkle Ecken verhindern<br />

Jedes Objektiv produziert ein gewisses Maß an Randabschattung, die<br />

in den Ecken zusammentreffen und vor allem bei hellem Hintergrund auffallen.<br />

Lichtstarke Zooms und Festbrennweiten leiden bei Offenblende<br />

besonders unter diesem Problem. Sie können es durch verschiedene<br />

Maßnahmen verhindern: Entweder Sie blenden etwas ab,<br />

aktivieren die Objektivkorrektur im Gehäuse oder fotografieren<br />

im Raw-Modus, um die Vignettierung später in der Verarbeitung<br />

zu entfernen.<br />

Kaufberatung<br />

24<br />

Wie lang?<br />

Superzooms und<br />

manche Teleobjektive<br />

verändern ihre Länge beim<br />

Zoomen und fahren bei<br />

maximaler Brennweite teils<br />

sehr weit aus. <strong>Das</strong> erschwert<br />

die Handhabung. Superzooms<br />

können ihre Länge<br />

nahezu verdoppeln – ein<br />

Lock-Schalter verhindert<br />

versehentliches Ausfahren.<br />

25 Reichweite<br />

erhöhen<br />

Ein Telekonverter, der zwischen<br />

Gehäuse und Objektiv<br />

gesetzt wird, sorgt für einen<br />

Bildausschnitt mit einem<br />

Vergrößerungsfaktor von<br />

1,4 beziehungsweise 2x.<br />

Nachteile sind abnehmende<br />

Lichtstärke, langsamerer<br />

Autofokus und sinkende<br />

Bildqualität.<br />

22 Perspektivisch<br />

komprimieren<br />

Teleobjektive besitzen auch aufgrund der Entfernung zum Motiv<br />

die Eigenschaft, den Bildausschnitt komprimiert darzustellen,<br />

was den Vordergrund augenscheinlich näher an den Hintergrund<br />

rücken lässt. Sie können das nutzen, um Berge näher zusammenrücken<br />

oder um Häuser in einer Stadt wie in einem Stück erscheinen<br />

zu lassen. Beachten Sie dabei allerdings die geringere Tiefe<br />

der Schärfeebene, die bei einem Teleobjektiv sehr schnell zum<br />

Problem werden kann. <strong>Das</strong> ist hilfreich für einen hohen Grad an<br />

Freistellung bei einem Porträt, doch in diesem Fall ist es kontraproduktiv.<br />

Was Sie beim Kauf eines dieser Objektive beachten müssen …<br />

34 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

26 Sauber<br />

halten<br />

Staub und andere Fremdkörper<br />

auf den äußeren<br />

Linsen des Objektivs können<br />

die Bildqualität beeinflussen.<br />

Daher sollten Sie sie<br />

sauber halten. Ein Blasebalg<br />

und Mikrofasertuch reichen<br />

dafür aus. Die Rücklinse<br />

ist dabei wichtiger als die<br />

diesbezüglich relativ bedeutungslose<br />

Frontlinse.<br />

27<br />

Nähe suchen<br />

Auch wenn Teleobjektive<br />

eine <strong>große</strong> Reichweite<br />

besitzen, müssen Sie sich<br />

immer noch sehr nah an das<br />

Motiv heranbegeben. Dabei<br />

wird Ihnen die Naheinstellgrenze<br />

einen Strich durch<br />

die Rechnung machen. Ein<br />

Zwischenring, der zwischen<br />

Gehäuse und Objektiv montiert<br />

wird, kann hier Abhilfe<br />

schaffen.


28 Belichtungszeit<br />

beachten<br />

Längere Brennweiten benötigen längere<br />

Belichtungszeiten, um Verwackeln zu verhindern. An<br />

einer Kleinbildkamera sollten Sie etwa bei 50 mm<br />

Brennweite mindestens 1/50sek verwenden, während<br />

500 mm schon mindestens 1/500sek benötigen. Oft<br />

müssen Sie daher die ISO-Empfindlichkeit anheben.<br />

Auch ein Bildstabilisator kann helfen, doch für maximale<br />

Schärfe bei 500 mm Brennweite und mehr sollten Sie<br />

stets auf ein sehr stabiles Stativ setzen.<br />

29 Streulichtblende<br />

verwenden<br />

Es gehört zum fotografischen<br />

Grundwissen, dass eine montierte<br />

Streulichtblende<br />

schützend auf die<br />

Frontlinse und gegen<br />

Geisterbilder wirkt.<br />

Doch eine Streulichtblende<br />

kann noch<br />

mehr: Sie schützt die<br />

Frontlinse zudem vor<br />

Regen und Schnee und<br />

kann als Fixpunkt für die<br />

Montage eines Regenschutzes<br />

verwendet werden. Eine<br />

flexible Streulichtblende aus Gummi kann dabei<br />

helfen Reflektionen zu vermeiden, wenn Sie viel<br />

durch Glas fotografieren.<br />

1/30 sek weich<br />

30 Verwackeln<br />

verhindern<br />

Der Bildstabilisator aktueller Objektive ist ein<br />

gelungenes und praktisches Extra, doch sie gehört<br />

auch zu den Funktionen, die stark die Akkulaufzeit<br />

beeinträchtigen. <strong>Das</strong> ist vor allem im Winter wichtig,<br />

da die geringe Temperatur hier sowieso die<br />

Kapazität drückt. Daher sollten Sie in solchen<br />

Situationen zugunsten längerer Akkulaufzeit den<br />

Bildstabilisator ausschalten und entsprechend kurze<br />

Belichtungszeiten oder ein Stativ verwenden.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

1/640 sek scharf<br />

Sechs der besten …<br />

Super-Telezooms<br />

Tamron SP AF 70-300mm € 300<br />

f/4-5.6 Di VC USD<br />

Sigma 150-500mm € 720<br />

f/5-6.3 DG OS HSM<br />

Sigma 70-200mm € 849<br />

f/2.8 EX DG OS HSM<br />

Sigma 50-500mm € 1.140<br />

f/4.5-6.3 DG OS HSM<br />

<strong>Canon</strong> EF 70-300mm € 1.300<br />

f/4-5.6L IS USM<br />

Spielt Geld keine Rolle?<br />

<strong>Canon</strong> EF 70-200mm € 2.050<br />

f/2.8L IS II USM<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 35<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

31<br />

Spezialobjektive<br />

Tauchen Sie ein in die andere Welt, die Sie durch ein Makro-, Tilt-Shiftoder<br />

Fisheyeobjektiv wahrnehmen können<br />

Nutzen Sie Liveview zum<br />

Fokussieren<br />

Beim <strong>Foto</strong>grafieren von Makros ist ein exakter Fokus essenziell für das Bildergebnis.<br />

Verlassen Sie sich bei der flachen Schärfeebene durch den geringen Abstand zum Motiv<br />

daher nicht auf den AF, sondern greifen Sie manuell ein. Aktivieren Sie dazu den Liveview<br />

und verwenden Sie die Bildschirmlupe – vergrößern Sie den Bereich, den Sie scharf stellen<br />

möchten. Sie können zwischen einer 5x- und einer 10x-Vergrößerung wählen.<br />

Sigma 50mm € 249<br />

f/2.8 EX DG Macro<br />

<strong>Canon</strong> EF-S 60mm € 385<br />

f/2.8 Macro USM<br />

Tamron SP AF 90mm € 430<br />

f/2.8 Di Macro<br />

Sigma 105mm f/2.8 € 430<br />

EX DG OS HSM Macro<br />

<strong>Canon</strong> EF 100mm € 780<br />

f/2.8L Macro IS USM<br />

Spielt Geld keine Rolle?<br />

Sigma 180mm f/2.8 € 1.395<br />

EX DG OS HSM Macro<br />

Weitwinkel<br />

Sechs der besten …<br />

Makroobjektive<br />

36 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Korrigiertes Tilt-Shift<br />

Werden Sie<br />

33 kreativ mit<br />

einem Makroobjektiv<br />

Ein echtes Makroobjektiv eignet sich nicht nur für das<br />

<strong>Foto</strong>grafieren im Nahbereich. Es besitzt noch immer den<br />

kompletten Fokusbereich von jedem anderen Objektiv.<br />

Ein 50-mm-Mkroobjektiv ist zum Beispiel ein sehr gutes<br />

Porträtobjektiv an einem APS-C-Gehäuse, während ein<br />

100-mm-Makro ein kleines und leichtes Teleobjektiv sein<br />

kann. Die <strong>große</strong> Blendenöffnung vieler Makros erlaubt<br />

zudem eine starke Freistellung und das Einfrieren von<br />

Bewegungen. Doch erwarten Sie keinen sehr schnellen<br />

Autofokus.<br />

Wie wäre<br />

32 es mit<br />

einem Tilt-Shift-<br />

Objektiv?<br />

Tilt-Shift-Objektive besitzen zwei Hauptfunktionen:<br />

Sie können durch Shiften die<br />

stürzenden Linien im Weitwinkelbereich<br />

korrigieren und mit Tilten die Tiefe der<br />

Schärfeebene im Weitwinkelbereich<br />

verringern. Diese Funktionen besitzen<br />

eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten<br />

im <strong>Foto</strong>grafenalltag, wie etwa der<br />

Landschaftsfotografie. Dort benötigen<br />

Sie in der Regel eine kleine Blendenöffnung<br />

und damit verbundene lange<br />

Belichtungszeit, um alles scharf<br />

zu bekommen.


34<br />

f/2.8<br />

<strong>Das</strong> Wählen der<br />

richtigen Blende<br />

Auch aus Rücksicht auf die Schärfeebene sollten Sie<br />

bei der Makrofotografie nicht automatisch die kleinste<br />

Blendenöffnung verwenden. Anstatt das schärfste<br />

Bild zu produzieren, wird eher das Gegenteil geschehen.<br />

Dieses Phänomen bezeichnet man auch als<br />

Beugungsunschärfe. Der Blendenwert mit der maximalen<br />

Schärfeleistung befindet sich meist in der Mitte<br />

des verfügbaren Bereichs, also zwischen f/8 und f/11.<br />

So wird die geringe Tiefe der Schärfeebene wieder<br />

zum Problem.<br />

f/16<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

f/32<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Die besten<br />

35 Ergebnisse<br />

mit einem Fisheye<br />

Fisheye-Objektive erlauben es, einen enormen<br />

Blickwinkel aufzunehmen, erzeugen jedoch auch<br />

eine extreme optische Verzerrung, die das<br />

Ergebnis sehr surreal wirken lässt. Die<br />

Kaufberatung<br />

Bildkomposition wird mit einem Fisheye<br />

ebenfalls zur Aufgabe, da Ihre Füße oder Ihr<br />

Schatten sehr schnell mit auf das Bild gelangen<br />

können. Aktivieren Sie also den Liveview<br />

und halten Sie die Kamera am langen Arm.<br />

Verwackeln wird hier weniger zum Problem, da<br />

8 bis 15 mm typischer Fisheyes dafür kaum<br />

anfällig sind. Auch können Sie mit Offenblende<br />

arbeiten, da in diesem Bereich kaum Probleme<br />

mit der Schärfeebene entstehen.<br />

Was Sie beim Kauf eines dieser Objektive beachten müssen …<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

36<br />

Länger ist<br />

besser<br />

Mit einem Makroobjektiv mit<br />

50 mm Brennweite müssen<br />

Sie sich für denselben<br />

Abbildungsmaßstab näher<br />

an das Motiv heranbegeben<br />

als mit einem mit 100 mm<br />

Brennweite. Je näher Sie sich<br />

heranbegeben, desto größer<br />

ist die Gefahr, dass Sie einen<br />

Schatten darauf werfen und<br />

Insekten verscheuchen.<br />

37 Fokuslimiter<br />

Makroobjektive besitzen<br />

einen <strong>große</strong>n Fokusbereich<br />

von wenigen Zentimetern<br />

bis hin in den Unendlichbereich.<br />

<strong>Das</strong> kann den Fokussiervorgang<br />

stark erschweren<br />

und unnötig verlängern.<br />

Ein Fokuslimiter schränkt<br />

den nutzbaren Bereich ein<br />

und sorgt so für Abhilfe.<br />

38<br />

Eine Frage<br />

des Budgets<br />

<strong>Canon</strong>s Tilt-Shift-Objektive<br />

haben mit die beste Abbildungsleistung<br />

im EF-Programm,<br />

entsprechend teuer sind sie. Die<br />

Investition ist schwer zu rechtfertigen,<br />

wenn Sie damit nicht Ihr<br />

Geld verdienen möchten. Daher<br />

können Sie den Miniatureffekt<br />

in der Nachbearbeitung vornehmen<br />

oder das günstige Lensbaby<br />

Composer ausprobieren.<br />

39<br />

<strong>Das</strong> richtige<br />

Fisheye<br />

Es existieren zwei verschiedene<br />

Arten von Fisheye-<br />

Objektiven: circulare und<br />

rectilineare Fisheyes. Außerdem<br />

sollten Sie Ihr Sensorformat<br />

im Blick behalten.<br />

Ein für ein Kleinbildgehäuse<br />

gerechnetes Circulares<br />

Fisheye wird auf einem APS-<br />

C-Gehäuse keinen vollständigen<br />

Kreis erzeugen.<br />

40 Staub<br />

vermeiden<br />

Einige Spezialobjektive besitzen<br />

besonders geformte Frontlinsen<br />

und somit auch spezielle<br />

Abdeckkappen. Der Rückdeckel<br />

auf Bajonettseite ist jedoch<br />

stets derselbe. Sie können nach<br />

dem Montieren eines Objektivs<br />

den Gehäusedeckel und den<br />

Bajonettdeckel zusammenschrauben,<br />

um beide zusammenzuhalten.<br />

n<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 37<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Bilder: Future Owns<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

38 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014


Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Schärfere<br />

<strong>Foto</strong>s<br />

Verbessern Sie Ihre Fähigkeiten beim<br />

Umgang mit der <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong> und verabschieden<br />

Sie sich von unscharfen<br />

Bildern mithilfe unserer Anleitung, mit<br />

der Sie jedes Bild scharf bekommen<br />

E<br />

gal welche Kamera und welche Objektive Sie besitzen und<br />

auf welchem Erfahrungslevel Sie stehen: Es wird immer Situationen<br />

geben, in denen Sie mit der Schärfe Ihrer Bilder<br />

nicht vollständig zufrieden sind. Während Sie viele andere während<br />

der Aufnahme entstandenen Fehler mit mehr oder weniger<br />

starkem Aufwand in der Nachbearbeitung kaschieren können, ist<br />

ein unscharfes <strong>Foto</strong> nicht mehr zu retten. Auch wenn aktuelle Objektive<br />

mit einem effektiven Bildstabilisator ausgestattet sind,<br />

kann der <strong>große</strong> Funktionsumfang viele Anwender überfordern.<br />

Doch keine Sorge – wir helfen Ihnen auf den folgenden Seiten mit<br />

19 einfach verständlichen Tipps für schärfere <strong>Foto</strong>s …<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 39<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

belichtungszeit<br />

und mehr ...<br />

Belichtungszeit und Brennweite<br />

1<br />

Für scharfe, aus der Hand<br />

geschossene Bilder muss die<br />

Belichtungszeit kurz genug sein,<br />

um Verwackeln zu vermeiden. Dabei spielt<br />

die Brennweite des Objektivs eine wichtige<br />

Rolle, da bei Telebrennweiten ein höheres<br />

Risiko abbildungsschädigender<br />

Bewegungen der Kamera besteht. Als gute<br />

Faustregel hat sich eine Belichtungszeit<br />

Bildstabilisator<br />

2<br />

Immer mehr Objektive bieten einen integrierten<br />

Bildstabilisator, der Ihnen das <strong>Foto</strong>grafieren<br />

mit längeren Belichtungszeiten als<br />

ansonsten üblich ermöglichen kann. Bei <strong>Canon</strong> wird<br />

diese Funktion IS (Image Stabilization) genannt, während<br />

Sigma das identische Feature OS (Optical<br />

Stabilizer) nennt und Tamron die Abkürzung VC für<br />

Vibration Compensation verwendet. Der Einsatz stabilisierter<br />

Objektive bietet sich vor allem beim <strong>Foto</strong>grafieren<br />

mit schlechter Ausleuchtung an. Zum Einfrieren<br />

von Bewegungen eignet er sich jedoch nicht, da<br />

er nur die Bewegung der Kamera ausgleicht, nicht<br />

jedoch die des Motivs. Einige Objektive können die<br />

Stabilisierung auf einer Achse deaktiveren.<br />

40 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

bewährt, die den Kehrwert der Brennweite<br />

unter Berücksichtigung eines eventuell<br />

vorhandenen Cropfaktors darstellt. So<br />

benötigen Sie an einem Kleinbildsensor für<br />

300 mm Brennweite etwa 1/320sek und an<br />

einem APS-C-Sensor mit 1,6x-Cropfaktor<br />

eine Belichtungszeit von 1/500sek<br />

(300x1,6=480), um aus der Hand verwacklungsfreie<br />

Bilder schießen zu können.<br />

IS aus<br />

IS an<br />

Mit einfachen Tipps und Tricks<br />

reduzieren Sie Unschärfen<br />

Mehr ISO<br />

3<br />

Beim <strong>Foto</strong>grafieren bei wenig<br />

Licht und sich bewegenden<br />

Motiven müssen Sie sehr kurze<br />

Belichtungszeiten verwenden, um keine<br />

Bewegungsunschärfe zu erzeugen. Auch<br />

bei <strong>große</strong>n Blendenöffnungen sind dafür<br />

meist hohe ISO-Werte nötig. Dies ist mit<br />

aktuellen Gehäusen oft kein Problem<br />

mehr, da diese eine gute Low Light-Performance<br />

bieten. Eine Erhöhung der<br />

ISO-Empfindlichkeit von ISO100 auf<br />

ISO1600 bedeutet einen Vorteil von vier<br />

Blendenstufen oder einer beispielhaften<br />

Verkürzung der Belichtungszeit von<br />

1/15sek auf 1/250sek bei gleichbleibender<br />

Blendenöffnung.<br />

//Image: IS Stabilizer.jpg<br />

//Image: IS Stabilizer<br />

off.jpg<br />

//Image: high ISO<br />

IS IMG_3254.jpg


Kreative Anwendung der Belichtungszeit<br />

4<br />

Regeln sind dafür da, um gebrochen<br />

zu werden. Daher können<br />

Sie lange Belichtungszeiten bei<br />

sich bewegenden Motiven auch dazu einsetzen,<br />

um die Dynamik der Bewegung<br />

als kreatives Mittel abzubilden. Ziehen<br />

Sie dazu mit dem Motiv in Bewegungsrichtung<br />

mit, um das Objekt scharf zu<br />

bekommen und den Hintergrund gleichförmig<br />

zu verwischen. Sie können auch<br />

mit einer langen Belichtungszeit um<br />

1/30sek gezielt die Kamera bei statischen<br />

Motiven bewegen, um ein abstraktes<br />

Ergebnis zu erzielen.<br />

Scharf<br />

Unscharf<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Spiegelvorauslösung<br />

5<br />

Genauso wie Verwacklungen bei<br />

langen, aus der Hand gehaltenen<br />

Belichtungszeiten auftreten können,<br />

können auch die Erschütterungen des<br />

Spiegelschlags auf einem Stativ zu schlechten<br />

Ergebnissen führen. <strong>Das</strong> wird besonders<br />

bei langen Telebrennweiten oder extremen<br />

Nahaufnahmen erkennbar. Als Lösung können<br />

Sie die Spiegelvorauslösung aktivieren.<br />

Sie finden die Spiegelvorauslösung in den<br />

C.Fn. Ihres Gehäuses<br />

Hierbei wird beim ersten Druck auf den<br />

Auslöser der Spiegel hochgeklappt und<br />

beim zweiten Betätigen ausgelöst. Im<br />

Liveviewmodus müssen Sie diese Funktion<br />

nicht beachten, da der Spiegel hier bereits<br />

hochgeklappt ist.<br />

Stativ aufstellen<br />

6<br />

Beim <strong>Foto</strong>grafieren von Landschaften<br />

wird für gewöhnlich<br />

eine weit geschlossene Blende<br />

verwendet. Soll der Vorgang dazu bei<br />

wenig Licht stattfinden, so wird schnelle<br />

ein Belichtungs-zeit benötigt, die für das<br />

Arbeiten ohne Stativ zu lang sein wird.<br />

Doch scharfe Bilder bekommen Sie auch<br />

dann nur, wenn Sie für einen Aufbau ohne<br />

Bewegung sorgen. Fahren Sie die starken<br />

Segmente der Füße zuerst aus und vermeiden<br />

Sie es – sofern möglich–, die<br />

Mittelsäule auszufahren. Verwenden Sie<br />

einen Fernauslöser oder den zeitgesteuerten<br />

Selbstauslöser<br />

und aktivieren Sie<br />

die Spiegelvorauslösung<br />

oder Liveview.<br />

Bei Wind<br />

können Sie das<br />

Stativ durch<br />

einen Haken an<br />

der Mittelsäule<br />

etwa durch<br />

Anhängen des<br />

Kamerarucksacks<br />

weiter<br />

beschweren.<br />

2014 T <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 41<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Schärfenebene meistern<br />

Blende, Brennweite, Objektiv – alles hat Einfluss auf die Schärfe<br />

Enge Blendenöffnung<br />

GroSSe Blendenöffnung<br />

Blende und<br />

Fokusebene<br />

7<br />

Vereinfacht dargestellt lässt<br />

sich sagen, dass die<br />

Schärfenebene tiefer ist, je<br />

weiter die Blende geschlossen ist (also<br />

je höher die Blendenzahl). So verwendet<br />

man für üblich bei der<br />

Landschaftsfotografie eine weit<br />

geschlossene Blende zwischen f/16<br />

und f/22. Die daraus resultierende lange<br />

Belichtungszeit muss speziell bei<br />

wenig Licht meist durch den Einsatz<br />

eines Stativs kompensiert werden.<br />

Möchten Sie das Motiv hingegen<br />

freistellen, müssen Sie eine <strong>große</strong><br />

Blendenöffnung um f/2.8 bis f/4 wählen.<br />

<strong>Das</strong> ist vor allem bei Porträts<br />

beliebt. Auch gelangt so mehr Licht<br />

auf den Sensor, was eine kurze<br />

Belichtungszeit auch bei wenig Licht<br />

möglich macht.<br />

42 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Fokusebene<br />

und Brennweite<br />

8<br />

Die Tiefe der Schärfenebene ist<br />

ebenfalls von der eingesetzten<br />

Brennweite abhängig. Im<br />

Weitwinkelbereich um 10 mm<br />

erhalten Sie beim selben<br />

Blendenwert eine größere<br />

Tiefe als beim Einsatz eines<br />

Teleobjektivs um 100 mm.<br />

Daher eignen sich Weitwinkelobjektive<br />

sehr gut für<br />

die Landschaftsfotografie,<br />

während Sie mit Teleobjektiven<br />

komfortabler freistellen<br />

können.<br />

Zoom gegen<br />

Festbrennweite<br />

9<br />

Die Qualität Ihres Objektivs kann<br />

ebenfalls einen sehr <strong>große</strong>n<br />

Einfluss auf die Schärfe Ihres <strong>Foto</strong>s<br />

haben. Festbrennweiten besitzen meist eine<br />

sehr gute Schärfeleistung, doch sind meist<br />

teuer und bieten nicht die Flexibilität eines<br />

Zoomobjektivs. Zoomobjektive sind oft<br />

günstiger und bieten mehr Flexibilität, sind<br />

jedoch oft lichtschwächer und bieten in der<br />

Regel nicht die Abbildungsqualität einer<br />

Festbrennweite. Viele Zoomobjektive bauen<br />

zu längeren Brennweiten hin ab, daher sollten<br />

Sie diesen Bereich bei günstigeren<br />

Exemplaren vermeiden oder um eine<br />

Blendenstufe abblenden, um die optische<br />

Leistung zu verbessern. Leider bieten viele<br />

Zoomobjektive keine durchgehende<br />

Lichtstärke, sondern werden mit zunehmender<br />

Brennweite lichtschwächer.<br />

Während ein 70-300 f/4-5.6 bei 70 mm<br />

noch eine Blendenöffnung von f/4 bietet,<br />

nimmt die Lichtstärke bei 300 mm ab und<br />

ist auf f/5.6 reduziert. Dafür sind sie oftmals<br />

um einiges leichter als die lichtstarken<br />

Festbrennweiten.<br />

f/5.6 bei 100mm<br />

f/5.6 bei 24mm


Fokusebene und Fokuspunkt<br />

10<br />

Die Tiefe der Schärfenebene verringert<br />

sich, je näher Sie sich am Motiv befinden.<br />

Daher ist es wichtig, wo Sie den Fokuspunkt<br />

setzen. Besonders fällt diese Eigenschaft<br />

bei der Makrofotografie auf, bei der Sie generell<br />

eine sehr weit geschlossene Blende verwenden<br />

müssen, um bei geringem Abstand mehr als ein<br />

paar Millimeter Schärfenebene zu erhalten. Sie<br />

sollten den Fokuspunkt so setzen, dass er sich<br />

etwa auf einem Drittel der gewünschten Tiefe der<br />

Schärfenebene befindet. In unserem Beispiel<br />

verliert man eine Menge Schärfenleistung, wenn<br />

man auf unendlich fokussiert. Auf ein Drittel der<br />

Tiefe fokussiert ist ein viel größerer Bereich der<br />

Szene scharf abgebildet.<br />

Fokus bei A:<br />

Vordergrund<br />

unscharf<br />

Fokus bei B:<br />

Vordergrund<br />

scharf<br />

Den „Sweet Spot“ finden<br />

11<br />

B<br />

A<br />

Der sogenannte Sweet<br />

Spot eines Objektivs ist der<br />

Blendenwert, bei dem die<br />

maximale Schärfe über den gesamten<br />

Bildausschnitt geliefert wird. Ein<br />

Objektiv produziert nicht bei jeder<br />

Blende denselben Level an Schärfe,<br />

sondern besitzt einen Punkt, an dem<br />

die maximale Schärfe geliefert wird.<br />

Dieser Punkt liegt meist im mittleren<br />

Bereich der Blendenwerte um f/8<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

bis f/11, während die Schärfe am<br />

oberen und unteren Ende der Skala<br />

meist abfällt. Daher beeinflusst die<br />

Wahl des Blendenwertes nicht nur<br />

die Tiefe der Schärfenebene, sondern<br />

auch die Bildschärfe allgemein.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 43<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Genau fokussieren<br />

Statisch oder bewegt? Wählen Sie den richtigen AF-Modus für Motive<br />

AF-Modi<br />

12<br />

Ihr <strong>Canon</strong>-Gehäuse besitzt drei unterschiedliche<br />

Fokusmodi, durch die Sie nach<br />

Druck auf die AF-Taste auf der Rückseite<br />

oder in der Nähe des Schulterdisplays und Drehen<br />

am Haupteinstellrad blättern können. Zusätzlich ist<br />

diese Auswahl im Quick-Menü auf dem Display verfügbar.<br />

One Shot ist ein Modus für statische Objekte<br />

und eignet sich perfekt für Landschaften und<br />

Stillleben. Für Sport, Action und Wildlifefotografie ist<br />

hingegen AI-Servo die bessere Wahl. Hier folgt der<br />

Autofokus dem Motiv, solange der Auslöser halb<br />

durchgedrückt ist oder der AF manuell aktiv gehalten<br />

wird. Für Motive, bei denen sich die Situation der<br />

Bewegung unvorhersehbar ändern kann, existiert der<br />

dritte Modus: AI Focus schaltet je nach Bedarf zwischen<br />

den beiden Modi um und sorgt so für die beste<br />

Flexibilität beim <strong>Foto</strong>grafieren.<br />

AI SERVO<br />

44 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

ONE SHOT<br />

AI FOCUS


Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

AF-Felder<br />

14<br />

Anfänger vertrauen oft auf die automatische<br />

Autofokusfeldwahl des<br />

Gehäuses. Dabei sind alle Sensoren<br />

aktiv und der, welcher dem Motiv am nächsten<br />

ist, wird verwendet. <strong>Das</strong> führt in vielen<br />

Situationen dazu, dass auf den falschen<br />

Bildbereich scharf gestellt wird. Daher sollten<br />

Sie stets die manuelle Kontrolle über die<br />

AF-Felder übernehmen und das benötigte<br />

Feld selber auswählen. Einige Kameras der<br />

gehobenen Klasse wie etwa die 7D bieten an,<br />

mehrere Felder zu einem <strong>große</strong>n zu verknüpfen,<br />

um mehr Genauigkeit bei der <strong>Foto</strong>grafie<br />

von Objekten in Bewegung zu bieten. Je mehr<br />

Kreuzsensoren das Gehäuse besitzt, desto<br />

genauer sind die einzelnen AF-Felder.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

13<br />

60D vs 7D<br />

<strong>Das</strong> Autofokussystem<br />

der 7D hat 19<br />

AF-Felder als<br />

Kreuzsensoren –<br />

die 60D verfügt<br />

hier nur über neun.<br />

60D<br />

Manueller Fokus<br />

Es gibt kein Richtig oder Falsch, wenn es um die Situation für den Einsatz der<br />

manuellen Fokussierung geht. Doch es gibt solche, in denen das manuelle<br />

Scharfstellen das Leben einfacher macht. So zum Beispiel bei der<br />

Makrofotografie, die besonders präzises Scharfstellen erfordert. Nach der Montage der<br />

Kamera auf einem Stativ bleiben Ihnen durch manuelles Fokussieren alle Freiheiten der<br />

Durchführung beim Setzen des Schärfepunkts. Beim <strong>Foto</strong>grafieren aus der Hand ist das<br />

manuelle Fokussieren jedoch weniger empfehlenswert, da Sie hier die Kamera schneller<br />

aus der Schärfenebene herausbewegen werden, als Sie den Fokus dem anpassen können.<br />

7D<br />

Fokussieren<br />

und Liveview<br />

15<br />

Der Liveviewmodus Ihres<br />

EOS-Gehäuses eignet sich<br />

ideal, um die Schärfe vor dem<br />

Auslösen zu kontrollieren. <strong>Das</strong> funktioniert<br />

am besten, wenn sich die Kamera<br />

auf einem Stativ montiert befindet.<br />

Schalten Sie dabei den Bildstabilisator<br />

ab, um Fehlinterpretationen dessen zu<br />

verhindern, und wechseln Sie auf<br />

manuellen Fokus. Aktivieren Sie den<br />

Liveview und vergrößern Sie den<br />

Bereich des Bildausschnitts, auf den<br />

Sie scharf stellen möchten. Drehen Sie<br />

nun am Fokusring, bis der Bereich seine<br />

maximale Schärfe erreicht.<br />

Anschließend können Sie durch die<br />

Zoomfunktion auch im fertigen <strong>Foto</strong><br />

die Schärfe kontrollieren.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 45<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Richtig nachschärfen<br />

Leichte Unschärfe korrigieren und Bilder perfektionieren<br />

Kamerainternes nachschärfen<br />

16<br />

Sofern Sie im JPEG-Modus fotografieren, können Sie Ihre<br />

Bilder einfach innerhalb der Kamera nachschärfen lassen.<br />

Ein RAW bekommt keine solche Behandlung, was die RAW-<br />

Datei im Direktvergleich mit dem schon nachgeschärften JPEG-Bild<br />

immer etwas matschiger aussehen lassen wird. Sie können die Stärke<br />

des Nachschärfens im jeweiligen Picturestyle anpassen. Sollten Sie im<br />

RAW-Modus arbeiten, so ist im RAW-Converter meist ein vordefinierter<br />

Wert eingestellt, den Sie einfach Ihren Ansprüchen entsprechend<br />

anpassen können. <strong>Das</strong> ist sehr oft vor dem Exportieren nötig, um ein<br />

ansehnliches Ergebnis zu erhalten.<br />

Wann nachschärfen?<br />

17<br />

<strong>Das</strong> Nachschärfen des<br />

<strong>Foto</strong>s ist eine der wichtigsten<br />

Schritte bei der Nachbearbeitung.<br />

Während des <strong>Foto</strong>grafierens<br />

werden lediglich JPEG-<br />

Dateien intern nachgeschärft.<br />

RAW-Dateien müssen später in<br />

<strong>Canon</strong>s DPP oder einem anderen<br />

RAW-Converter nachgeschärft werden.<br />

Auch beim Druck von Bildern<br />

müssen Sie Bilder nachschärfen,<br />

da die Struktur des Druckkopfs in<br />

vielen Fällen für leichte Unschärfe<br />

sorgt. Sie können auch in Maßen<br />

minimales Verwackeln oder leichten<br />

Fehlfokus durch Nachschärfen<br />

korrigieren. Doch erwarten Sie<br />

davon keine Wunder. Sie können<br />

auch nur einzelne Teile eines <strong>Foto</strong>s<br />

schärfer machen. So etwa die<br />

Augen bei einem Porträtfoto. Doch<br />

vermeiden Sie Überschärfen!<br />

Geschärft<br />

Ungeschärft<br />

Überschärft


Unscharf maskieren in<br />

Photoshop (Elements)<br />

18<br />

<strong>Das</strong> Unscharf-maskieren-Werkzeug in Photoshop ist ein<br />

einfacher Weg des Nachschärfens, welcher Ihnen eine<br />

exakte Kontrolle über die Auswirkungen auf Ihr Bild bietet.<br />

Dazu werden drei Regler verwendet. Sie finden das Werkzeug<br />

unter Filter ->Schärfe -> Unscharf maskieren.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Nachschärfen von RAWs<br />

19<br />

Sie können RAWs während der Verarbeitung in Adobe<br />

Camera RAW oder <strong>Canon</strong> DPP nachschärfen.<br />

Normalerweise beschränkt sich das im grundlegenden<br />

Schärfen, wie es innerhalb der Kamera geschieht, doch<br />

sollten Sie keine weitere Bearbeitung planen, können Sie auch<br />

schon beim Exportieren nachschärfen.<br />

Adobe Camera Raw<br />

In der Registerkarte Basic können Sie mithilfe des Klarheit-Reglers<br />

die Mikrokontraste beeinflussen. Dieser Regler bezieht sich<br />

auf den Bereich zwischen dem globalen Kontrast und der Vorgehensweise<br />

des Nachschärfens – dennoch kann nach der Anwendung<br />

ein Bild schärfer wirken. In der Registerkarte Detail haben<br />

Sie den Zugriff auf vier Schärferegler: Betrag, Radius, Detail und<br />

Maskierung. Der Betrag-Regler beeinflusst die Stärke des gesamten<br />

Nachschärfvorgangs, während der Radius-Regler die Stärke<br />

der Kontrastkanten definiert, die Beachtung finden sollen. Der<br />

Detail-Regler kann Feinheiten in Bereich zurückholen, die durch<br />

das Nachschärfen quasi überschrieben worden sind. Der Maskierungs-Regler<br />

sorgt dafür, dass nur die Kanten mit dem gewünschten<br />

Kontrastumfang nachgeschärft werden. So wird erhöhtes<br />

Rauschen in Himmel- und Hautbereichen vermieden.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Betrag<br />

A<br />

Hierüber wird die<br />

Stärke des Nach-<br />

schärfens festgelegt. Je<br />

nachdem, ob Sie hier<br />

einen hohen oder niedrigen<br />

Wert wählen, wird<br />

die Wirkung der anderen<br />

Regler beeinflusst.<br />

Radius<br />

B Nachschärfen<br />

arbeitet nach dem<br />

Prinzip der Kontrasterhöhung<br />

an den Pixeln, die<br />

A<br />

B<br />

C<br />

eine Kante definieren.<br />

Je größer der Radius-<br />

Wert, desto mehr Pixel<br />

an der Kante werden mit<br />

einbezogen. Bei kleinem<br />

Wert werden nur kleine<br />

Details berücksichtigt,<br />

bei größeren Werten<br />

genießen auch grobe<br />

Strukturen Beachtung.<br />

Schwellwert<br />

C<br />

Der Schwellwert<br />

definiert die Stärke<br />

der Kontrastkanten,<br />

an denen das Nachschärfen<br />

ansetzen soll. Bei<br />

einem Wert von 0 werden<br />

alle Kanten berücksichtigt,<br />

während bei 25 aufwärts<br />

nur Kanten mit<br />

hohem Kontrast Beachtung<br />

finden. So wird vermieden,<br />

dass Bereiche wie<br />

Himmel oder Hauttöne<br />

nachgeschärft werden<br />

und so das Rauschen<br />

erhöht wird.<br />

Einstellungen<br />

Die richtigen Einstellungen<br />

variieren je nach Bild. Ein<br />

typisches Landschaftsfoto<br />

mit Details im<br />

Hochfrequenzbereich<br />

(viele Feinheiten) benötigt<br />

eine offensivere Nach<br />

schärfung mit geringerem<br />

Radius als ein Porträtfoto<br />

mit eher wenig Feinheiten<br />

(Niedrigfrequenzbereich),<br />

welches einen höheren<br />

Radius benötigt. Als<br />

Ausgangspunkt für Ihre<br />

Anpassungen können Sie<br />

diese Werte nutzen:<br />

Betrag 100%, Radius 1,<br />

Schwellwert 5.<br />

Digital Photo Professional<br />

In <strong>Canon</strong>s DPP haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen<br />

Arten des Nachschärfens. Auf der einen Seite existiert ein einzelner<br />

Schärferegler, der global ohne weitere Optionen wirkt. Darüber<br />

hinaus bietet auch DPP ein Unscharf-maskieren-Werkzeug<br />

mit drei Reglern, die auf demselben Wege wirken wie schon in<br />

Photoshop (Elements).<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 47<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

48 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014


Sie möchten mehr<br />

aus Ihrer Kamera<br />

herausholen? Wir<br />

haben für Sie die<br />

besten Tipps, Menükniffe<br />

und versteckte<br />

Optionen zusammengefasst,<br />

die die<br />

Art Ihres <strong>Foto</strong>grafierens<br />

für immer verändern<br />

werden<br />

Bereits im Auslieferungszustand können<br />

Sie mit Ihrer <strong>Canon</strong>-Kamera sehr<br />

gute Bilder aufnehmen, doch erst<br />

wenn Sie die Automatiken hinter sich lassen<br />

und lernen, sich mit der Belichtungszeit,<br />

Blendenwerten, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit<br />

und anderen Parametern auseinanderzusetzen,<br />

kommen Sie in den Bereich, in<br />

dem wirkliche Kunst möglich wird. <strong>Das</strong> alles<br />

wird noch mal interessanter, wenn Sie sich<br />

mit der umfangreichen Personalisierung des<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Gehäuses durch die Custom-Funktionen<br />

beschäftigen und so Ihr Equipment auf Ihre<br />

Bedürfnisse zuschneiden. Wir zeigen Ihnen,<br />

was mit Ihrer Kamera alles möglich sein<br />

kann, und das ist mehr, als Sie vielleicht<br />

zunächst denken mögen! Leider können wir<br />

nicht auf jede Feinheit eines einzelnen<br />

Modells eingehen, doch ein kurzer Blick in<br />

die Bedienungsanleitung wird Sie dennoch<br />

schnell zum passenden Menüpunkt unserer<br />

Themen führen.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 49<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Die richtigen Autofokusund<br />

Objektiveinstellungen<br />

sorgen für das scharfe Bild…<br />

„Verwenden Sie den<br />

Liveview zum Fokussieren<br />

und bei der<br />

Bildkomposition,<br />

falls sehr genaue<br />

Ergebnisse gefordert<br />

sind.“<br />

Q-Menü<br />

Für einen schnellen Zugriff auf viel<br />

genutze Funktionen können Sie<br />

auf die rückseitige Q-Taste drücken. Die<br />

Funktionen erscheinen nun auf dem Display.<br />

WussteN Sie schon?<br />

50 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

EF-/EF-S-Objektive<br />

EF-S-Objektive lassen sich<br />

ausschließlich auf APS-C-Gehäuse<br />

montieren. EF-Objektive passen<br />

sowohl auf Kleinbild- als auch auf<br />

Crop-Gehäuse.<br />

Automatische<br />

Belichtungsreihe<br />

(AEB)<br />

Die korrekte Belichtung ist in manchen<br />

Situationen nicht so einfach wie<br />

sonst. Besonders bei Szenen mit<br />

einem hohem Dynamikumfang werden<br />

Sie in Schwierigkeiten geraten.<br />

Die automatische Belichtungsreihe<br />

(AEB) aktueller<br />

<strong>Canon</strong>-Gehäuse erlaubt es,<br />

ohne weiteren Eingriff drei<br />

unterschiedlich belichtete<br />

Bilder anzufertigen, aus<br />

denen Sie später die beste<br />

Version wählen oder ein HDR<br />

anfertigen können.<br />

Auto ISO<br />

Auto ISO ist nicht nur eine<br />

Funktion für Einsteiger. Auch<br />

auf Reisen, bei denen Sie wenig Zeit<br />

haben und gleichzeitig viele verschiedene<br />

Situationen durchlaufen, ist es<br />

eine sehr nützliche Funktion, die Ihnen viel<br />

Ärger über verschenke Bildqualität erspart.<br />

AI Servo<br />

AI Servo ist die beste Einstellung<br />

für bewegliche Motive<br />

wie bei Sport und Wildlife. Der<br />

Autofokus folgt der Bewegung.<br />

+1 STOP<br />

AF-Felder der 5D III

<br />

Die 5D Mark III besitzt 61 AF-<br />

Felder. Nutzen Sie oft eines am Rand,<br />

dann können Sie die Option „Manual<br />

AF pt. selec. pattern“ im AF-Menü auf<br />

„Stops at AF area edges“ ändern.


0 EV<br />

-1 STOP<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Weitere Infos<br />

Tipps zu Anzeige und<br />

Fokussierung im<br />

Liveview …<br />

Live View<br />

Nutzen Sie für präzises<br />

Fokussieren den Liveview. Er wird<br />

nicht so schnell sein wie durch den<br />

Sucher, doch das kontrastbasierte<br />

Prinzip in Verbindung mit der<br />

Bildschirmlupe kann in vielen<br />

Situationen genauer sein.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Eingeschaltet<br />

lassen<br />

Sie verschwenden nur Zeit,<br />

wenn Sie standing am<br />

Ein- und Ausschalter<br />

herumspielen. Der<br />

Energiesparmodus<br />

versetzt die Kamera in<br />

denselben Zustand, sofern<br />

die Kamera eine Zeit nicht<br />

genutzt wurde.<br />

Dioptrin -<br />

einstellung<br />

Ist das Bild im Sucher verschwommen?<br />

Drehen Sie<br />

an dem kleinen Rädchen<br />

in Suchernähe,<br />

um ihn auf Ihre Sehstärke<br />

anzupassen.<br />

Auslöser<br />

halb durchdrücken<br />

Ihre Kamera<br />

erwacht aus<br />

dem Ruhezustand<br />

sobald Sie<br />

den Auslöser<br />

antippen. Halten Sie<br />

diesen halb durchgedrückt, so<br />

werden Belichtungsmesser und<br />

AF aktiv. <strong>Das</strong> Auslösen erfolgt<br />

beim vollständigen Durchdrücken.<br />

So können Sie sich<br />

zunächst dem Bildausschnitt<br />

widmen.<br />

Bildschirmhelligkeit<br />

Ist Ihr Display zu hell oder zu<br />

dunkel? Sie können die Helligkeit<br />

einfach im Menü anpassen.<br />

Touchscreen<br />

Einige neuere EOS-Gehäuse<br />

besitzen einen berührungsempfindlichen<br />

Bildschirm. Zu diesen Geräten<br />

zählen die 100D, 650D und 700D. So<br />

haben Sie schnelleren Zugriff auf<br />

wichtige Optionen.<br />

Bilder schützen
<br />

In der Schnellvorschau können<br />

Sie Bilder vor dem Löschen schützen.<br />

Nutzen Sie dafür die im Menü vorgesehene<br />

Option.<br />

Automatisches Drehen<br />

Sie können hiermit einfach<br />

bestimmen, ob ein im Hochformat<br />

aufgenommenes Bild in der <strong>Vorschau</strong><br />

und am Computer auf der Seite liegt<br />

oder direkt richtig dargestellt wird.<br />

Wasserwaage<br />

Einige <strong>Canon</strong>-Gehäuse bieten<br />

diese Funktion, um einen geraden<br />

Horizont sicherzustellen. Besitzt Ihr<br />

Gehäuse dies nicht? Orientieren Sie<br />

sich an den AF-Feldern im Sucher.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Bildstabilisator<br />

Einige Oberklasseobjektive<br />

besitzen einen erweiterten Autofokus,<br />

der sowohl Objektivbewegungen<br />

als auch Kamerawackeln<br />

ausgleichen kann.<br />

Bildstabilisator<br />

deaktivieren<br />

Bei kurzen Belichtungszeiten um<br />

1/1000sek sollten Sie den Bildstabilisator<br />

abschalten, um den Autofokus<br />

zu beschleunigen.<br />

Fokuslimiter<br />

Sollte Ihr Objektiv einen<br />

Fokuslimiter besitzen, so können<br />

Sie hiermit den Arbeitsbereich<br />

einschränken, was ungewolltes<br />

Pumpen verhindern kann.<br />

Belichtungssimulation
<br />

Behält das Liveviewbild seine<br />

Helligkeit beim Verändern von<br />

Einstellungen? Überprüfen Sie, ob die<br />

Belichtungssimulation aktiviert ist.<br />

Graufiltervorschau<br />

Bei einem starken Graufilter<br />

werden Sie im Sucher nichts mehr<br />

erkennen können. Verwenden Sie<br />

stattdessen den Liveview, um die<br />

Bildkomposition vornehmen zu<br />

können.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 51<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

C modI<br />

Gehäuse der<br />

Oberklasse erlauben<br />

Ihnen eine<br />

erweiterte<br />

Konfiguration Ihrer Einstellungen<br />

und das Abspeichern vordefinierter<br />

Profile auf dem Wahlrad über<br />

die C-Programme. So haben Sie<br />

Ihre wichtigsten Einstellungen<br />

schnell griffbereit.<br />

WussteN Sie schon?<br />

Nutzen Sie oft vernachlässigte<br />

Funktionen für mehr<br />

Freude am <strong>Foto</strong>grafieren …<br />

52 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Diashow<br />

wiedergeben<br />

Warum immer noch manuell durch<br />

Ihre Aufnahmen blättern? Lassen Sie<br />

das doch die Kamera für Sie erledigen.<br />

Sie finden die Option im Menü.<br />

Einstellungen<br />

zurücksetzen<br />

Die Einstellungen können Sie einfach<br />

über das Menü zurücksetzen.<br />

C.Fn.-Optionen müssen<br />

gesondert zurückgesetzt werden.<br />

AF-on-Knopf<br />

Manche <strong>Foto</strong>grafen<br />

schwören darauf, andere kennen<br />

ihn kaum. Der AF-On-Knopf<br />

lässt sich im Menü Allgemeine<br />

Funktionen so konfigurieren, dass<br />

damit der Autofokus aktiviert werden<br />

kann (anstatt über den Auslöser). Profis<br />

bevorzugen dieses Set-up, weil es<br />

Autofokus und Belichtungsmessung<br />

voneinander trennt.<br />

Datum und Uhrzeit<br />

Datum und Uhrzeit werden<br />

an jedes Bild angehängt, was das<br />

Management im Nachhinein stark<br />

vereinfacht. Stellen Sie sicher, dass<br />

diese Einstellung korrekt ist.


Bildvorschau<br />

Wird Ihnen die <strong>Vorschau</strong> nach<br />

dem Auslösen zu kurz eingeblendet?<br />

Sie können die Dauer<br />

schnell und einfach Ihren<br />

Bedürfnissen anpassen.<br />

Selbstaus -<br />

löser ohne<br />

Verwackeln<br />

Langzeitbelichtungen können durch die<br />

Erschütterungen während des Auslösens<br />

bereits unscharf werden. Mit dem<br />

Selbstauslöser können eventuelle Bewegungen<br />

abklingen und das Bild wird scharf.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Weitere Infos<br />

Kreativoptionen können den<br />

Weg zur perfekten Kamera-<br />

Beherrschung ebnen …<br />

Intelligente Automatik<br />

Als Neueinsteiger können Sie<br />

durchaus von dem Funktionsumfang<br />

einer D<strong>SLR</strong> überfordert sein. Die intelligente<br />

Automatik führt Sie Schritt für<br />

Schritt in die komplexe Technik ein.<br />

Kreativfilter<br />

Möchten Sie Ihren Bildern ein<br />

besonderes Aussehen verleihen? EOS<br />

600D und neuer bieten interne Filter,<br />

die Sie für besondere Effekte wie etwa<br />

Schwarz-Weiß oder einen Softfokuseffekt<br />

über das Bild legen können.<br />

Bulb-Modus<br />

Es wird exakt so lange ausgelöst,<br />

wie Sie den Auslöser oder das Gegenstück<br />

an einem Fernauslöser gedrückt halten.<br />

So werden Belichtungszeiten über 30<br />

Sekunden möglich. Ein Fernauslöser mit<br />

Feststellfunktion ist empfehlenswert.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Einen Film<br />

drehen<br />

<strong>Canon</strong>s Videofunktion ist<br />

marktführend bei den digitalen<br />

Spiegelreflexkameras. Spätestens seit der<br />

revolutionären 5D Mark II, mit der eine Oskarprämierte<br />

Dokumentation aufgenommen wurde,<br />

ist diese Funktion auch bei professionellen<br />

Videografen beliebt. Sie erhalten viele<br />

Einstellungsmöglichkeiten obendrauf.<br />

Belichtungskorrektur<br />

Einen schnellen Zugriff auf die Belichtungskorrektur<br />

erhalten Sie durch Gedrückthalten<br />

der Av+/--Taste und Drehen am Haupteinstellrad.<br />

Kreativautomatik<br />

Sind Sie noch nicht bereit für Av,<br />

Tv und M, wollen aber trotzdem mehr<br />

Kontrolle über die Kameraeinstellungen?<br />

Die Kreativautomatik erlaubt es<br />

Ihnen, die wichtigsten Einstellungen auf<br />

einfache Weise zu variieren.<br />

Eingebauter Blitzsender<br />

Sie können mit einer Reihe von<br />

Gehäusen kompatible Systemblitze<br />

fernsteuern. Eine Konfiguration ist im<br />

entsprechenden Menü möglich.<br />

Blendenvorwahl<br />

Die vollständige Kontrolle über die<br />

Schärfeebene erhalten Sie im Av-Modus.<br />

Die Kamera ermittelt automatisch eine<br />

geeignete Belichtungszeit anhand der<br />

vorgegebenen Blendenöffnung.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Belichtungs-Stops<br />

Im Auslieferungszustand werden<br />

Änderungen an belichtungsrelevanten<br />

Optionen in Drittelstufen<br />

vorgenommen. Sie können dies<br />

auch in halbe Stufen abändern.<br />

Schärfeebenenvorschau<br />

Mit der Schärfentiefevorschau können<br />

Sie auf Knopfdruck einen Eindruck<br />

der Schärfeebene durch einen<br />

Blick durch den Sucher erhalten.<br />

Copyrightinformationen<br />

Sie können im entsprechenden<br />

Menü Urheberinformationen hinterlegen,<br />

die jedem Bild angehängt<br />

werden.<br />

Blitz deaktivieren<br />

In der Vollautomatik klappt der<br />

integrierte Blitzauf, sobald nicht genügend<br />

Licht vorhanden ist. An Orten, an<br />

denen der Blitzeinsatz verboten ist,<br />

können Sie den entsprechenden Modus<br />

mit dem durchgestrichenen Blitz auf<br />

dem Wahlrad nutzen.<br />

Picture Styles<br />

Sie können weitere Picturestyles<br />

unter web.canon.jp/imaging/picturestyle<br />

herunterladen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 53<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

WussteN Sie schon?<br />

Mit diesen Einstellungen<br />

erhalten Sie bessere<br />

Ergebnisse …<br />

54 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

„Jede <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong><br />

besitzt versteckte<br />

Funktionen. Sie<br />

müssen sie nur<br />

durch Studieren der<br />

Anleitung oder Einsatz<br />

in der Praxis<br />

entdecken.“<br />

Zwei<br />

Speicherkarten<br />

Warum besitzen manche <strong>Canon</strong>-<br />

Gehäuse zwei Kartenslots? Auch wenn<br />

Sie keinen Ersatz bei voller Speicherkarte<br />

brauchen, können Sie etwa JPEGund<br />

RAW-Daten getrennt speichern<br />

oder die zweite Karte als Sicherungskopie<br />

verwenden.<br />

High ISO<br />

Bilder, die mit höherer Empfindlichkeit<br />

aufgenommen worden<br />

sind, belegen mehr Platz auf der<br />

Speicherkarte. Daher passen so<br />

weniger Dateien auf eine Karte.<br />

Spiegelvorauslösung<br />

Auch trotz Stativ und Fernauslöser<br />

kann es zu Verwackeln<br />

durch den Spiegelschlag kommen.<br />

Mit der Spiegelvorauslösung können<br />

Sie dem entgegenwirken.<br />

Auto Lighting<br />

Optimizer<br />

Bei starkem Dynamikumfang in einem<br />

Bild zwischen den Lichtern und Schatten sollten<br />

Sie den Auto Lightning Optimizer einschalten,<br />

um mehr Details sichtbar zu<br />

machen. Sie können die Stärke des Eingriffs<br />

in drei Stufen regeln. Die Funktion hat keinen<br />

Einfluss auf RAW-Dateien.<br />

HDR-Bracketing<br />

Ein HDR-Bild können Sie<br />

auch mithilfe der Belichtungsreihe<br />

anfertigen. Nutzen Sie jedoch<br />

+/-2EV statt der normal üblichen<br />

geringeren Abstufungen.


Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Weitere iNFOS<br />

Oberklassegehäuse<br />

kommen mit erweiterten<br />

Funktionen …<br />

M-Fn-Taste<br />

Mit der 5D eingeführt kann diese<br />

Taste mit einer beliebigen oft genutzten<br />

Funktion belegt werden.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Lichterwarnung<br />

Sie können eine optische Warnung vor ausgebrannten<br />

Lichtern aktivieren, die bei der<br />

Bildvorschau eventuell betroffene Bildbereiche<br />

sichtbar macht. Eine negative Belichtungskorrektur<br />

schafft dann Abhilfe.<br />

INFO/Disp.<br />

Taste<br />

Um zusätzliche Informationen während<br />

der Bildvorschau einzublenden, können<br />

Sie diese Taste benutzen. Durch mehrfaches<br />

Drücken blättern Sie durch die verschiedenen<br />

Ansichten.<br />

Blitzdiffusor<br />

<strong>Das</strong> Licht des Aufklappblitzes<br />

ist sehr hart und direkt. Ein einfacher<br />

Diffusor aus Butterbrotpapier<br />

macht es schon ein ganzes Stück weicher<br />

und vermeidet zu stark hervortretende<br />

Lichter.<br />

Klapp-<br />

Display<br />

Einige <strong>Canon</strong>-Gehäuse wie zum Beispiel<br />

die EOS 650D oder 60D verfügen über ein Klappdisplay,<br />

das Sie der jeweiligen Situation anpassen können.<br />

<strong>Das</strong> ist besonders bei der Bildkomposition unter<br />

ungewöhnlichen Kamerapositionen hilfreich.<br />

W-LAN-Zugrif<br />

Sie können die EOS 6D per<br />

Smartphone-App fernsteuern oder<br />

Bilder ansehen. Installieren Sie dazu die<br />

App und verbinden Sie die Kamera mit<br />

dem Smartphone.<br />

Kleinbildformat<br />

Planen Sie in absehbarer Zukunft<br />

ein Upgrade auf Kleinbildformat? Dann<br />

achten Sie darauf, dass Sie nur EF-<br />

Optiken anschaffen, da Sie EF-S-Objektive<br />

nicht weiter verwenden können.<br />

An der Nase<br />

herumgeführt<br />

ID<strong>SLR</strong>s mit Touchscreen können<br />

schnell versehentlich mit der Nase<br />

bedient werden. Stellen Sie daher<br />

sicher, dass Sie den Bildschirm per<br />

Druck auf Info deaktivieren, bevor Sie<br />

die Kamera an das Auge führen.<br />

Verarbeitung in der<br />

Kamera<br />

EOS-Gehäuse ab der 60D erlauben die<br />

RAW-Verarbeitung in der Kamera, um<br />

einen ersten Eindruck der finalen<br />

Verarbeitung am Computer zu erhalten.<br />

Sie erreichen die Funktion bequem<br />

über das Playback-Menü.<br />

Hybridsensor<br />

Mit dem neuen, verbesserten<br />

Hybridbildsensor aktueller Gehäuse<br />

erhalten Sie eine verbesserte AF-Performance<br />

im Liveview und beim Filmen.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Weißabgleich<br />

Auch wenn Sie im RAW-<br />

Modus arbeiten, können Sie den<br />

Weißabgleich für das <strong>Vorschau</strong>bild<br />

anpassen.<br />

Optimale Qualität<br />

<strong>Canon</strong>-Objektive besitzen<br />

ihre beste Abbildungsqualität im<br />

mittleren Blendenbereich um f/11<br />

herum.<br />

Fertig-HDR<br />

Einige neuere Gehäuse wie<br />

die 650D oder die 5D MK III können<br />

ein fertiges HDR mit stark<br />

erhöhtem Dynamikumfang auf<br />

die Speicherkarte bannen.<br />

GPS deaktivieren<br />

<strong>Das</strong> GPS-System der 6D belastet<br />

den Akku stark. Daher sollten Sie die<br />

Abtastzeit auf 5 Minuten erhöhen oder<br />

bei Nichtbenutzung deaktivieren.<br />

Besserer Klang<br />

Auch wenn einige Gehäuse inzwischen<br />

den kontinuierlichen AF im<br />

Videomodus unterstützen, kann das<br />

Geräusch des AF-Motors störend auf<br />

den Aufnahmen vorhanden sein. Ein<br />

externes Mikrofon schafft Abhilfe und<br />

bietet zudem bessere Klangqualität.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 55<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Erkunden Sie die Menüs Ihrer<br />

Kamera für mehr Flexibilität<br />

und Funktionen ...<br />

„Ein Blitz kann Ihren<br />

Porträtfotos auch an<br />

sonnigen Tagen<br />

das gewisse<br />

Etwas geben.“<br />

Systemblitzeinstellungen<br />

Systemblitze besitzen in der Regel zwei Hauptmodi: Der<br />

vollmanuelle Modus und der automatische E-TTL-Modus<br />

(Evaluative through the lens). Im E-TTL-Modus erledigt die<br />

Kamera im Zusammenspiel mit dem Blitz die Hauptarbeit, da<br />

die korrekte Belichtung mithilfe eines Messblitzes und<br />

zusätzlicher Entfernungsdaten des Objektivs ermittelt wird.<br />

WussteN Sie schon?<br />

56 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Mein Menü<br />

Haben Sie es satt, durch eine<br />

Vielzahl Menüs zu manövrieren, um<br />

oft genutzte Funktionen zu suchen?<br />

Legen Sie sich diese doch für schnelleren<br />

Zugriff einfach in „Mein Menü“.<br />

Nutzen Sie einen Speedlight-Blitz<br />

Ein Systemblitz ist eine weitaus bessere und flexiblere Alternative<br />

zum Aufklappblitz. Beim <strong>Foto</strong>grafieren unter wenig Licht oder bei der<br />

Verwendung als Aufhellblitz erhalten Sie mehr Kontrolle über die<br />

Ausleuchtung und Richtwirkung des Lichts. Außerdem können Sie über die<br />

Decke oder eine andere Fläche indirekt blitzen oder den Blitz abseits der<br />

optischen Achse positionieren.<br />

<strong>Das</strong> mittlere<br />

AF-Feld<br />

ist das Beste<br />

Bei sich bewegenden oder<br />

kritisch beleuchteten Motiven<br />

sollten Sie stets das mittlere<br />

AF-Feld wählen, da dieses das<br />

empfindlichste Ihres<br />

Gehäuses ist.<br />

Gitterlinien<br />

Sie können im Liveview ein<br />

3x3- oder ein 6x4-Gitter einblenden,<br />

um eine zusätzliche perspektivische<br />

Orientierungshilfe für Landschaftsoder<br />

Architekturfotografie zu haben.<br />

Vignettierung<br />

entfernen<br />

Jedes Objektiv produziert einen Grad<br />

an Vignettierung. Bei der Verwendung<br />

von Originalobjektiven können<br />

Sie diese in der Kamera entfernen.


ildschirmlupe<br />

Mit der Zoom-Taste können<br />

Sie die Ansicht im Liveview<br />

vergrößern, um beispielsweise<br />

das Fokussieren zu erleichtern.<br />

<strong>Das</strong> ist besonders für die Arbeit<br />

auf dem Stativ interessant.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Weitere Infos<br />

Nutzen Sie das richtige<br />

Format und verbessern Sie<br />

die Qualität Ihrer Bilder …<br />

RAW nutzen<br />

Mit RAW-Daten haben Sie die<br />

Gewalt über den kompletten Tonwertbereich,<br />

den der Sensor aufnehmen<br />

kann. Sehr gut für Motive mit <strong>große</strong>n<br />

Dynamikumfang.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Raw+JPEG<br />

Sie können auch beide Welten vereinen<br />

und sowohl die Rohdaten vom<br />

Sensor abgreifen als auch die fertigen<br />

JPEGs auf die Speicherkarte bannen. So<br />

erhalten Sie fertige Bilder, halten sich<br />

aber die Option der Nachbearbeitung<br />

offen.<br />

Small Raw<br />

Mit der EOS 40D wurde das auflösungsreduzierte<br />

Small-RAW-Format<br />

eingeführt. <strong>Das</strong> ist ideal für Situationen,<br />

in denen Sie nicht die volle Auflösung<br />

benötigen und viele Bilder auf der<br />

Speicherkarte unterbringen müssen.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Blitzstärke<br />

Fast alle <strong>Canon</strong>-<br />

Gehäuse besitzen einen<br />

eingebauten Blitz. Bei<br />

einer Vielzahl können<br />

Sie die Leistung des<br />

integrierten Blitzes<br />

zusätzlich über das entsprechende<br />

Menü anpassen.<br />

m für<br />

Manuell<br />

Für die komplette Kontrolle über<br />

die Belichtung müssen Sie den<br />

manuellen Modus (M) verwenden. Hier können<br />

Sie sowohl die Belichtungszeit als auch den<br />

Blendenwert selbstständig festlegen. <strong>Das</strong> ist<br />

essenziell für Nachtlandschaften oder beim<br />

Einsatz eines Studioblitzes.<br />

Rohe <strong>Canon</strong>daten<br />

<strong>Canon</strong>s DPP kann alle RAW-Daten<br />

mit der Endung.CR2 öffnen. Es ist kostenlos.<br />

Kein Auslösen ohne<br />

Speicherkarte<br />

Deaktivieren Sie das Auslösen ohne<br />

Speicherkarte. Diese Funktion ist zwar<br />

ideal für die Demonstration im Geschäft,<br />

doch in der Praxis kann es Ihnen einen<br />

ganzen Tag versauen.<br />

sRGB gegen RGB<br />

Sie können zwischen dem weitverbreiteten<br />

sRGB-Farbraum und dem<br />

Adobe-Farbraum wählen, der besser für<br />

kommerzielle Veröffentlichungen geeignet<br />

ist.<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Leises <strong>Foto</strong>grafieren<br />

Einige <strong>Canon</strong>-Gehäuse verfügen<br />

über einen Silent-Modus,<br />

der besonders für Dokumentationen<br />

sowie für Reise- und Hochzeitsfotografie<br />

geeignet ist.<br />

Serienbilder-JPEGs<br />

RAW-Daten haben beste Qualität,<br />

doch wenn Geschwindigkeit<br />

gefragt ist, ist der Zwischenspeicher<br />

schnell voll. Eine 7D kann 130 JPEGs<br />

im Puffer halten, aber nur 25 RAWs.<br />

Ruhezustand<br />

Schaltet sich Ihre Kamera<br />

zu schnell ab? Sie können die Zeit<br />

bis zum Ruhezustand auf bis zu<br />

15 Minuten verlängern oder diesen<br />

komplett deaktivieren.<br />

Bessere Karten<br />

Achten Sie beim Kauf einer<br />

Speicherkarte nicht bloß auf die Kapazität.<br />

Auch die Geschwindigkeit ist –<br />

gerade beim Filmen oder bei Serienbildern<br />

– entscheidend.<br />

Formatieren oder<br />

löschen?<br />

Formatieren entfernt alle Daten von der<br />

Speicherkarte, während durch die Löschfunktion<br />

lediglich die von der Kamera<br />

angelegten Ordner geleert werden.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 57<br />

Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

SchwarzweiSSfilter<br />

Zu Analogzeiten wurden noch farbige Filter zusätzlich<br />

zum Schwarz-Weiß-Film eingesetzt, um spezielle<br />

Effekte zu erzielen. Bei einer D<strong>SLR</strong> finden Sie diese Effekte<br />

in Form von Voreinstellungen. Mit einem Rotfilter können<br />

Sie etwa einen blauen Himmel abdunkeln.<br />

WussteN Sie schon?<br />

Ziehen Sie Ihre Vorteile aus<br />

kostenloser Software und<br />

einfachem Zubehör …<br />

58 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

„Mit den Picturestyles<br />

aktueller<br />

Gehäuse erhalten<br />

Sie eine tolle Kontrolle<br />

über Farben,<br />

Bildeindruck<br />

und<br />

zusätzliche<br />

Effekte.“<br />

Firmware-Updates<br />

Regelmäßig bringt <strong>Canon</strong><br />

Firmwareupdates heraus, die Fehler<br />

beheben und neue Funktionen bringen.<br />

Schauen Sie daher öfter auf der<br />

<strong>Canon</strong>-Webseite vorbei.<br />

<strong>Das</strong> Histogramm<br />

interpretieren<br />

<strong>Das</strong> Histogramm lässt sich bei der<br />

Bildvorschau einblenden und gibt Aufschluss über die<br />

Belichtung und die Tonwertverteilung innerhalb des <strong>Foto</strong>s. Schlägt<br />

die Grafik an einem der Ränder an, kommt es zu Clipping und<br />

somit zu Detailverlust.<br />

Druckreihen<br />

-<br />

folge<br />

Sie können Bilder bereits<br />

in der Kamera markieren,<br />

um sie später einfacher<br />

wiederzufinden und<br />

schnell ausdrucken zu<br />

können. Sie benötigen<br />

allerdings einen DPOFfähigen<br />

Drucker.<br />

<strong>Canon</strong> DPP<br />

Digital Photo Professional ist<br />

<strong>Canon</strong>s eigener Raw-Konverter, der<br />

mit ausgeliefert wird, mit Raw- sowie<br />

JPEG-Daten umgehen kann und sie<br />

optimal verarbeitet.<br />

Mehr kostenlose<br />

Software<br />

Genauso wie DPP ist auch der<br />

Zoom Browser bei Ihrer Kamera<br />

enthalten. Damit können Sie Bilder<br />

einfach organisieren und teilen.


Picture<br />

Styles<br />

Picturestyles finden nur in den<br />

Kreativmodi (P, Tv, Av, M oder<br />

A-DEP) Anwendung. Sie können deren<br />

Eigenschaften einfach im entsprechenden<br />

Menü bearbeiten.<br />

Streulichtblende<br />

Streulichtblenden reduzieren<br />

die Gefahr von Abbildungsfehlern<br />

duch seitliches Licht. Außerdem<br />

schützen Sie die Frontlinse vor Staub<br />

und Beschädigungen. Achten Sie auf<br />

Schattenwurf bei der Makrofotos.<br />

Antriebslos?<br />

Die Schutzkappe originaler<br />

<strong>Canon</strong>-Akkus besitzt eine primitive<br />

Ladestandsanzeige. Setzen Sie die<br />

Abdeckung einfach so auf, dass die<br />

blaue Markierung sichtbar ist, falls es<br />

sich um einen vollen Akku handelt.<br />

Tv<br />

– Zeit-<br />

Vorwahl<br />

Benötigen Sie die<br />

volle Kontrolle<br />

über die<br />

Belichtungszeit?<br />

Dann ist dieser<br />

Modus die richtige<br />

Wahl. Die Kamera wählt entsprechend<br />

der Belichtungszeit die<br />

richtige Blendenöffnung für eine<br />

korrekte Belichtung. Ideal für<br />

Motive in Bewegung oder für<br />

gewollte Bewegungsunschärfe in<br />

Gewässern oder Wolken.<br />

Beleuchtung<br />

Besitzt Ihr Gehäuse ein Schulterdisplay,<br />

so können Sie es bei<br />

Bedarf beleuchten, um das<br />

Ablesen zu vereinfachen.<br />

Drücken Sie dazu auf die<br />

Beleuchtungstaste in der<br />

Nähe des Displays.<br />

Batteriegriff<br />

Batteriegriffe verbessern die<br />

Handhabung der Kamera mit <strong>große</strong>n<br />

Händen und bieten Platz für<br />

einen weiteren Akku. Außerdem<br />

werden die Bedienelemente für das<br />

Hochformat geklont.<br />

Beherrschen Sie Ihre <strong>Canon</strong><br />

Weitere InFOS<br />

Zum Abschluss noch ein<br />

paar hilfreiche Tipps für den<br />

Umgang mit Ihrer Kamera…<br />

Fokusmodi<br />

One Shot fokussiert nur einmal<br />

– auch im Serienbildmodus. Der<br />

Fokus bleibt unverändert, bis Sie den<br />

Auslöser erneut halb durchdrücken.<br />

Schnellerer AF<br />

Im Liveview können Sie den<br />

Quick-AF aktivieren, bei dem kurz der<br />

Spiegel umgeklappt wird und der phasenbasierte<br />

AF verwendet wird, der in<br />

vielen Fällen schneller arbeitet.<br />

Tonwertpriorität<br />

Mit aktivierter Tonwertpriorität<br />

wird der Auto Lightning Optimizer<br />

deaktiviert. Die verlieren unter<br />

Umständen Details in den Schatten,<br />

erhalten aber mehr Zeichnung in den<br />

Lichtern.<br />

Sensorebene<br />

Der kleine Kreis mit einem<br />

Strich durch die Mitte am Rand Ihres<br />

Gehäuses kennzeichnet die Lage des<br />

Sensors. Ab hier wird die Nahdistanz<br />

gemessen.<br />

SET-Taste<br />

Normalerweise ist die SET-Taste<br />

mit keiner Funktion belegt. Sie können<br />

jedoch eine beliebige Funktion in<br />

den C.Fn. darauflegen.<br />

Hineinzoomen<br />

Bei Brennweitenänderung während<br />

der Videoaufnahme benötigen<br />

Sie ein Objektiv mit durchgehender<br />

Offenblende, da sich ansonsten die<br />

Belichtung ändert.<br />

AF-Feldauswahl<br />

Verfügt Ihr Gehäuse nicht über<br />

einen Joystick, können Sie die<br />

AF-Feldauswahl auch durch das<br />

Haupteinstellrad vornehmen.<br />

Lesen Sie <strong>SFT</strong> FOTO!<br />

Mit der Premium-Bookazine-<br />

Reihe <strong>SFT</strong> FOTO aus der COMPUTEC<br />

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2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 59<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule Ihre canon beheRRSchen<br />

Seite 76<br />

60 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Seite 80


Seite 72<br />

Seite 96<br />

2<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-<br />

Schule<br />

Brennweite 62<br />

Fokussieren 66<br />

Schärfentiefe 72<br />

Blende 76<br />

Verschlusszeiten 80<br />

Belichtungsmodi 84<br />

Belichtungsmessungen 88<br />

Weißabgleich 92<br />

Digitale Bilddatenverarbeitung 96<br />

Richtig blitzen 100<br />

ISO-Skala 104<br />

Speicherkarten und Dateiformate 108<br />

Histogramm 112<br />

Videos filmen 116<br />

Akkuleistung 120<br />

Benutzerdefinierte Funktionen 124<br />

Live-View-Modus 128<br />

Aufnahmemodi 132<br />

Seite 108<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 61<br />

Ihre canon beheRRSchen<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule Wichtige D<strong>SLR</strong>-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 1<br />

Worum geht<br />

es bei der<br />

Brennweite?<br />

W<br />

illkommen bei der <strong>Canon</strong>-<strong>Foto</strong>schule<br />

– eine Serie über 74 Seiten mit insgesamt<br />

18 Lektionen. Hier wollen wir vor<br />

allem Einsteigern verdeutlichen, wie eine<br />

<strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong> funktioniert. In unserer ersten Lektion<br />

werden wir uns der Brennweite widmen. Ein<br />

<strong>große</strong>r Vorteil einer D<strong>SLR</strong> ist, dass Sie die Objektive<br />

ganz nach Ihren Wünschen wechseln können,<br />

je nachdem welches Sie für ein bestimmtes<br />

<strong>Foto</strong> benötigen. Bei der Wahl der richtigen Linse<br />

spielt die Brennweite eine entscheidende Rolle.<br />

Sie wird in Millimetern angegeben, dabei entsprechen<br />

35 bis 50 mm etwa dem menschlichen<br />

Sehvermögen. Objektive mit einer Brennweite<br />

von weniger als 35 mm werden als Weitwinkelobjektive<br />

bezeichnet und ermöglichen<br />

Ihnen, einen <strong>große</strong>n Bereich einer Szene zu<br />

fotografieren. Daher sind Sie vor allem für die<br />

Landschaftsfotografie geeignet. Objektive mit<br />

Brennweiten ab circa 70 mm und mehr werden<br />

als Teleobjektive bezeichnet und vergrößern Ihr<br />

Motiv – sie kommen hauptsächlich bei Nah-<br />

Schritt für Schritt<br />

Wechseln Sie Ihr Objektiv<br />

nicht in staubiger Umgebung.<br />

Wechsel Sie es am besten im Haus,<br />

sodass kein Schmutz auf den<br />

Kamerasensor kommt.<br />

62 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

So wechseln Sie Ihr Objektiv<br />

Legen Sie die Kamera mit dem<br />

Rücken auf eine weiche Oberfläche,<br />

um das LC-Display zu schützen.<br />

So haben Sie zudem beide<br />

Hände frei.<br />

Legen Sie das neue Objektiv<br />

neben die Kamera, so ist der<br />

Sensor beim Wechseln des Objektivs<br />

nur kurze Zeit freiliegend.<br />

Brennweite:<br />

85mm<br />

Brennweite:<br />

17mm<br />

Drücken Sie mit der linken<br />

Hand den Objektivknopf,<br />

sodass sich das Objektiv entfernen<br />

lässt und drehen Sie es mit der<br />

rechten Hand von der Kamera.<br />

Photos: Peter Travers


Die Anatomie eines <strong>Canon</strong>-Objektivs<br />

<strong>Das</strong> Objektiv ist das Auge der Kamera. Wir schauen ins Innere der Linse!<br />

Fokusring<br />

Wenn Sie den Schalter<br />

am Objektiv auf MF<br />

(manueller Fokus stellen),<br />

fokussieren Sie mithilfe<br />

des Fokusrings. Dabei<br />

werden im Inneren Elemente<br />

verschoben.<br />

Blende<br />

Die Blendenöffnung kontrolliert,<br />

wie viel Licht auf<br />

den Sensor fällt.<br />

Front-Glas<br />

<strong>Das</strong> vorderste Element der<br />

Linse und daher anfällig für<br />

Kratzer.<br />

Zoom-Ring<br />

Beim Drehen des Zoom-Rings<br />

werden Elemente im Objektiv<br />

so verschoben, dass sich die<br />

Brennweite ändert.<br />

Objektiv-Motor<br />

Alle <strong>Canon</strong>-EOS-Linsen verfügen über einen eingebauten<br />

Motor, sodass der AF automatisch fokussieren<br />

kann. Manche Objektive haben auch einen<br />

schnelleren und leiseren Ultraschallmotor (USM).<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Brennweite:<br />

Die aktuell genutzte<br />

Brennweite erkennen<br />

Sie durch die mittige<br />

Markierung auf dem<br />

Zoom-Ring Ihres Objektivs.<br />

Objektivbajonett:<br />

Befestigt die Linse an der<br />

D<strong>SLR</strong> und verbindet die<br />

elektrischen Kontakte für<br />

AF und IS, sodass Informationen<br />

zwischen<br />

Objektiv und Kamera<br />

übertragen werden.<br />

Bildstabilisator<br />

Die <strong>Canon</strong>-Bildstabilisator-Technologie<br />

(IS) nutzt gyroskopische Sensoren und<br />

Micro-Computer, um mögliche Vibrationen<br />

zu erkennen und zu minimieren.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Illustration: Andy McLaughlin<br />

Sollte ich <strong>Canon</strong> EF- oder EF-S-<br />

Objektive kaufen?<br />

Bei der <strong>große</strong>n Auswahl an <strong>Canon</strong>-Objektiven sind viele Einsteiger schnell<br />

verwirrt. Sollen Sie EF- oder EF-S-Objektive kaufen? Solange Sie kein professioneller<br />

<strong>Foto</strong>graf sind, eine Vollformat- oder APS-H-D<strong>SLR</strong> (wie die 5D, 1Ds<br />

oder 1D) besitzen oder sehr viel Geld haben, benötigen Sie keine <strong>Canon</strong>-EF-<br />

Objektive. Konzentrieren Sie sich lieber auf die EF-S-Objektive, da diese für<br />

kleinere Sensoren konzipiert wurden – wie für die der 400D, 500D oder 50D.<br />

Außerdem sind auch diese Objektive sehr gut und günstiger.<br />

Nehmen Sie die Objektivabdeckung<br />

von Ihrem neuen<br />

Objektiv und schrauben Sie es über<br />

das Gewinde des alten Objektivs.<br />

Positionieren Sie bei <strong>Canon</strong>-EFund<br />

Drittanbieter-Objektiven<br />

die roten Punkte, bei EF-S-Linsen die<br />

weißen Quadrate übereinander.<br />

Befestigen Sie das Objektiv<br />

durch Drehen im Uhrzeigersinn,<br />

bis es klickt. Jetzt sind Sie bereit für<br />

<strong>Foto</strong>s mit dem neuen Objektiv.<br />

<strong>Foto</strong>-Begriffe<br />

Brennweite<br />

Gemessen in Millimetern; gibt<br />

die Distanz zwischen dem<br />

optischen Zentrum der Linse<br />

zum EOS-Sensor an<br />

Blickwinkel<br />

<strong>Das</strong>, was Sie durch den<br />

Sucher sehen. Je länger die<br />

Brennweite, desto geringer<br />

der Blickwinkel. Je kürzer die<br />

Brennweite, desto größer der<br />

Blickwinkel.<br />

Zoom-Objektiv:<br />

Eine Linse mit unterschiedlichen<br />

Brennweiten, z. B.<br />

18-55 mm. Ein Zoom-Objektiv<br />

ist nicht zwingend ein<br />

Tele-Objektiv.<br />

Festbrennweite:<br />

Ein Objektiv ohne Zoom-Funktion<br />

mit nur einer Brennweite.<br />

Crop-Faktor:<br />

Der Wert, mit dem die<br />

Brennweite für die effektive<br />

Brennweite multipliziert<br />

wird. Bei den meisten<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>s 1,6.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 63<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

porträts, der Sport- und Tierfotografie zur<br />

Anwendung. Wenn wir über Brennweiten sprechen,<br />

meinen wir eigentlich den Blickwinkel,<br />

welchen wir durch den Sucher unserer D<strong>SLR</strong><br />

sehen. Vereinfacht gesagt: Je länger die Brennweite<br />

ist, desto kleiner ist der Blickwinkel im<br />

Sucher und desto größer erscheint unser Motiv<br />

auf dem <strong>Foto</strong>. Je kürzer die Brennweite ist, desto<br />

größer ist Ihr Blickwinkel im Sucher.<br />

Brennweite und Crop-Factor<br />

Der Blickwinkel wird je nach EOS-Modell noch<br />

weiter verringert. Je kleiner nämlich der Sensor<br />

ist, desto enger ist der Blickwinkel des Objektivs<br />

– der Grund dafür ist, dass ein kleinerer Sensor<br />

im Vergleich zum Objektiv einen kleineren Teil<br />

des Bildes sieht. Dieses Phänomen wird als<br />

Crop-Faktor bezeichnet. Bei beliebten EOS-<br />

Modellen wie der Rebel, 400D, 450D, 1000D,<br />

50D und 7D beträgt der Crop-Faktor 1,6, das<br />

Ihre Aufgabe!<br />

Im Rahmen dieser <strong>Foto</strong>schule wollen wir<br />

Ihnen am Ende jeder Lektion eine praktische<br />

Aufgabe vorstellen, welche Ihre<br />

praktischen Kenntnisse vertiefen soll. Kurze<br />

Wiederholung: Wenn Sie Ihre Brennweite<br />

verändern, ändern Sie den Blickwinkel.<br />

Bei einer kurzen Brennweite wie 18 mm<br />

erreichen Sie einen sehr <strong>große</strong>n Blickwinkel,<br />

bei 200 mm ist dieser sehr gering. Bei<br />

der Brennweite geht es aber um mehr als<br />

nur den Blickwinkel. Zoomen Sie in ein Bild<br />

hinein, verändert sich indirekt auch die<br />

Perspektive. Weitwinkel-Objektive lassen<br />

Motive im Bildvordergrund größer wirken<br />

– bei Tele-Objektiven werden Sie beobachten,<br />

dass Objekte an unterschiedlichen<br />

Plätzen näher beieinander erscheinen<br />

werden. Die Brennweite beeinflusst zudem<br />

die Schärfentiefe – diese bestimmt, wie<br />

viel eines Bildes scharf abgebildet wird<br />

(wir widmen ihr uns in Lektion 3) und ist<br />

dadurch ein kreatives Tool mit vielen Möglichkeiten.<br />

Im Rahmen der ersten Aufgabe<br />

sollen Sie herausfinden, wie verschiedene<br />

Brennweiten Ihr Motiv verändern.<br />

Nehmen Sie drei Bilder eines<br />

Motivs aus genau der gleichen<br />

Position auf, nutzen Sie als Brennweiten<br />

18mm (Weitwinkel), 50mm (Standard)<br />

und 200mm (Tele).<br />

Machen Sie wieder drei <strong>Foto</strong>s mit<br />

18mm, 50mm und 200mm. Bewegen<br />

Sie sich diesmal, sodass Ihr Motiv<br />

das Bild immer gut ausfüllt.<br />

64 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

heißt, die Brennweite wird mit dem Faktor 1,6<br />

multipliziert. Bei langen Brennweiten hat das<br />

den Vorteil, dass Sie Ihr Motiv noch größer<br />

fotografieren können – ein 200-mm-Objektiv<br />

hat eine effektive Brennweite (EFL) von 320 mm<br />

(200x1,6). Für die Tier- oder Sportfotografie ist<br />

das ein Vorteil, bei Weitwinkelobjektiven aber<br />

eher ein unbeliebter Effekt. Der Crop-Faktor<br />

erhöht die 18-mm-Brennweite zu einer EFL von<br />

29 mm und verringert damit den Blickwinkel.<br />

<strong>Das</strong> führt bei der Indoor-<strong>Foto</strong>grafie, wo oft nur<br />

wenig Platz vorhanden ist, öfters zu Problemen.<br />

Objektive mit einer festen Brennweite werden<br />

als Festbrennweiten bezeichnet (ein Beispiel<br />

dafür ist das <strong>Canon</strong> EF 50mm f/1.8), Objektive<br />

mit einer Reihe von Brennweiten heißen Zoom-<br />

Objektive. Ein EF-S 55-250 mm verfügt über alle<br />

Brennweiten in diesem Bereich, begonnen bei<br />

55 mm bis einschließlich 250 mm. Manche Einsteiger<br />

verwechseln ein Tele- mit einem Zoom-<br />

Die Brennweiten entdecken<br />

18mm<br />

200mm<br />

Objektiv – doch es gibt auch Zoom-Objektive,<br />

die kein Tele-Objektiv sind. Ein Beispiel hierfür<br />

ist das <strong>Canon</strong> EF-S 10-22mm f/3.5-4.5, ein<br />

Ultraweitwinkel-Zoom-Objektiv.<br />

<strong>Das</strong> <strong>Canon</strong> EF-S 18-55mm f/3.5-4.5 ist eine<br />

Standard-Zoom-Linse und wird von <strong>Canon</strong><br />

häufig als Kit-Objektiv eingesetzt und somit mit<br />

vielen Kameras ausgeliefert. 18 mm zählen noch<br />

als Weitwinkel-Brennweite, 55 mm hingegen ist<br />

eine mittlere Brennweite. Die f-Angabe bezeichnet<br />

die größtmögliche Blende. Bei 18 mm ist die<br />

maximale Blende f/3.5, bei 55-mm-Brennweite<br />

liegt sie bei f/5.6. Kleinere Blenden sind bei allen<br />

Brennweiten verfügbar. Bessere Objektive, wie<br />

das EF-S 17-55mm f/2.8 USM verfügen über<br />

eine konstante Blende – bei jeder verfügbaren<br />

Brennweite beträgt die größtmögliche Blende<br />

f/2.8. Solche Objektive eignen sich beispielsweise<br />

bei der Freihandfotografie unter Low-Light-<br />

Bedingungen.<br />

50mm<br />

Photos: Chris George


Weitwinkel- und<br />

Telebereich<br />

Verstehen Sie die unterschiedlichen<br />

Brennweiten, von 10 mm bis 400 mm<br />

Die Brennweite Ihres Objektivs bestimmt den Blickwinkel,<br />

welchen Sie durch den Sucher Ihrer Kamera sehen. Um die<br />

Unterschiede zwischen den Brennweiten zu sehen, ist es<br />

gut, eine Bilderserie von einem Motiv mit vielen unterschiedlichen<br />

Brennweiten zu betrachten. Schauen Sie sich unsere<br />

Beispiele an, um zu sehen, wie viel oder wenig der Szene mit<br />

den Brennweiten festgehalten wird.<br />

125mm (EFL: 200mm)<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

400mm (EFL: 640mm)<br />

200mm (EFL: 320mm)<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

35mm (EFL: 55mm)<br />

11mm (EFL: 18mm)<br />

Effektive<br />

Brennweite (EFL)<br />

Der Bildausschnitt bei einem Vollformat-Sensor<br />

mit der Größe von<br />

36x24mm, zu finden beispielsweise<br />

bei der EOS 5D oder 1Ds.<br />

Ihr Objektiv projiziert<br />

aufgrund der Spiegel<br />

und Prismen ein rundes,<br />

auf dem kopfstehendes<br />

Bild. Im Sucher ist es<br />

richtig herum zu sehen.<br />

Die gecroppte Ansicht bei APS-C-<strong>SLR</strong>s, wie<br />

der 450D (Sensorgröße: 22,5x15mm). EFL<br />

ist erhöht, Blickwinkel dadurch geringer.<br />

55mm (EFL: 90mm)<br />

18mm (EFL: 28mm)<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 65<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 2<br />

Worum geht es<br />

beim Fokus?<br />

Bilder, bei denen das Hauptmotiv<br />

unscharf ist, sind meist komplett<br />

wertlos – aus diesem Grund ist<br />

das Fokussieren eine der wichtigsten<br />

Funktionen Ihrer D<strong>SLR</strong>. Ein Objektiv<br />

kann gleichzeitig immer nur auf eine<br />

Entfernung fokussieren, weshalb Sie<br />

den Fokus für ein scharfes Bild auf den<br />

richtigen Bildbereich legen müssen.<br />

Glücklicherweise ermöglicht es die<br />

Schärfentiefe (ein Phänomen, welchem<br />

wir uns in einer separaten, umfangreichen<br />

Lektion ab Seite 72 widmen), dass<br />

eine Reihe von unterschiedlichen Distanzen<br />

scharf abgebildet wird. Ihre EOS<br />

bietet Ihnen zum einen unterschiedliche<br />

Systeme, welche es Ihnen ermöglichen<br />

sollen, Ihr Motiv scharf zu fotografieren.<br />

Zum anderen verfügt sie über verschiedene<br />

Überprüfungsmethoden, welche<br />

gewährleisten, dass die wichtigen Bildbereiche<br />

nicht unscharf sind. <strong>Canon</strong> hat<br />

den Autofokus (AF) bei seinen <strong>SLR</strong>s vor<br />

25 Jahren eingeführt, seitdem hat sich<br />

die Technologie stark weiter entwickelt.<br />

Ein spezieller Sensor schätzt den Kontrast<br />

im Bild ein und passt dann Elemente<br />

im Objektiv an, sodass das Bild<br />

schritt für schritt<br />

Nutzen Sie den Autofokus<br />

Ihrer Kamera. Stellen Sie<br />

dafür den Regler an Ihrem Objektiv<br />

auf AF.<br />

66 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Ein unscharfes Bild ist nutzlos, doch Ihre<br />

<strong>Canon</strong> bietet Funktionen, die gestochen<br />

scharfe <strong>Foto</strong>s gewährleisten können.<br />

scharf<br />

Drücken Sie dann den<br />

AF-Point-Selection-Knopf.<br />

Diesen finden Sie im oberen rechten<br />

Eck Ihrer EOS.<br />

Betätigen Sie den Set-Button<br />

(rechts vom LCD), bis der<br />

AF-Point-Selection-Modus auf Auto<br />

Select steht.<br />

unscharf<br />

Den Autofokus kontrollieren<br />

Photos: Chris George<br />

Fokussieren Sie vor jedem<br />

<strong>Foto</strong>. Drücken Sie den Auslöser<br />

immer erst halb herunter,<br />

sodass der AF scharf stellt.


Den Sucher Ihrer EOS verstehen<br />

Ihre D<strong>SLR</strong>-Sucher bietet viele Informationen zum Fokus – wir zeigen, auf was Sie achten müssen<br />

Fokusbild<br />

<strong>Das</strong> Bild, welches Sie im<br />

Sucher sehen, wird auf<br />

die Mattscheibe projiziert<br />

(siehe Seite 69).<br />

Fokus-<strong>Vorschau</strong><br />

Die Oberfläche der<br />

Mattscheibe ist meist so<br />

beschaffen, dass Sie<br />

erkennen können, welche<br />

Bildbereiche scharf<br />

abgebildet werden – und<br />

welche nicht (wie hier die<br />

Kirche). Auch lässt sich die<br />

Schärfentiefe erkennen,<br />

wenn die größtmögliche<br />

Blende genutzt wird.<br />

Mehrere AF-Punkte<br />

Aktuelle <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>s bieten<br />

zwischen 7 und 45 Punkten,<br />

wo der Autofokus die<br />

Entfernung messen kann.<br />

Illustration: Andy McLaughlin<br />

Wie funktioniert der Autofokus?<br />

Der AF Ihrer <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong><br />

analysiert das Bild und stellt<br />

das Objektiv mithilfe eines<br />

Motors ein. Der AF erkennt<br />

anhand des Kontrasts, ob ein<br />

bestimmter Bereich scharf<br />

ist – ein scharfer Bildbereich<br />

verfügt über einen höheren<br />

Kontrast als ein unscharfer.<br />

Dafür wird also nicht die Entfernung<br />

zwischen der Kamera<br />

und dem Motiv berechnet.<br />

Vielmehr werden Sensoren<br />

verwendet, die den Kontrast<br />

in Bildbereichen ermitteln<br />

(ein Sensor-Paar entspricht<br />

einem AF-Punkt). Durch<br />

das Analysieren der Daten<br />

jedes AF-Sensors passt das<br />

System die Einstellungen am<br />

Objektiv auf den Punkt an, wo<br />

der höchste Kontrast gemessen<br />

wurde. Wenn mehrere<br />

AF-Punkte genutzt werden,<br />

wird auf denjenigen Punkt<br />

fokussiert, der sich am nächsten<br />

zur Kamera befindet.<br />

Zentraler AF-Punkt<br />

Von allen AF-Punkten ist der mittlere der empfindlichste. Er bietet sich<br />

daher für Low-Light-Situationen an oder wenn das präzise Fokussieren<br />

schwierig ist. Diesen AF-Punkt können Sie auch nutzen, wenn sich Ihr<br />

Motiv gar nicht in der Bildmitte befinden soll (siehe Seite 68).<br />

zu nahe<br />

fokuSSIERt im fokus<br />

zu WEIt<br />

fokuSSIERt<br />

Niedriger Kontrast<br />

Der AF hat zu nahe<br />

fokussiert: ein<br />

Low-Contrast-Bild<br />

Hoher Kontrast<br />

Der AF hat präzise<br />

fokussiert, wir erhalten<br />

einen hohen Kontrast<br />

Niedriger Kontrast<br />

Der AF hat zu weit weg<br />

fokussiert: wieder ein<br />

Low-Contrast-Bild<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Roter Punkt<br />

Die verwendeten<br />

AF-Punkte leuchten<br />

beim Auslösen rot.<br />

Achten Sie auf diese, da<br />

sie zeigen, ob auf die<br />

richtigen Objekte scharf<br />

gestellt wurde. Hier<br />

leuchten drei Punkte, die<br />

signalisieren, dass die<br />

Person und die zwei<br />

Bäume scharf sind<br />

(funktioniert nicht im<br />

Al-Servo-AF-Modus,<br />

Seite 68).<br />

Fokus-Bestätigung<br />

Die runde, grüne LED<br />

leuchtet, wenn der AF auf<br />

ein Motiv festgestellt hat<br />

(beim One-Shot-AF-<br />

Modus). Die LED blinkt,<br />

wenn der AF nicht<br />

festgestellt werden konnte<br />

oder Sie sich zu nahe am<br />

Motiv befinden. Die LED<br />

leuchtet nicht im Al-Servo-<br />

AF-Modus.<br />

<strong>Foto</strong>-Begriffe<br />

Schärfentiefe<br />

Ein Maß, welches angibt, wie<br />

viel des Bildes sich im Fokusbereich<br />

befindet. Gemessen,<br />

vom nächsten Punkt der Szene<br />

(welchen die Kamera als<br />

scharf beurteilt) bis zum entferntesten<br />

scharfen Punkt.<br />

Die Schärfentiefe hängt von<br />

der Blende ab, der Entfernung,<br />

auf die scharf gestellt<br />

wurde, und der Brennweite<br />

des Objektivs.<br />

Fokusbild<br />

Die Fläche, auf welche das<br />

Sucherbild einer D<strong>SLR</strong> projiziert<br />

wird. Eine strukturierte<br />

Oberfläche soll stärker hervorheben,<br />

ob das Bild scharf<br />

ist oder nicht – und somit das<br />

Fokussieren erleichtern.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 67<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Photos: Chris George<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Kamera-set-up<br />

Den passenden Fokus-Modus wählen<br />

Lernen Sie die Fokus-Modi Ihrer EOS-D<strong>SLR</strong> und deren Anwendung kennen<br />

ONE shot AF<br />

Der beste Modus für stationäre Motive.<br />

In diesem Modus rastet der AF die Fokus-<br />

Position ein, sobald er auf das Motiv<br />

fokussiert hat. Die grüne, runde LED im<br />

Sucher signalisiert, dass ein Fokuspunkt gefunden wurde<br />

und das Bild aufgenommen werden kann.<br />

AI servo AF<br />

Der passende Modus für sich bewegende<br />

Motive. Drücken Sie den Auslöser<br />

halb herunter, wird das AF-System<br />

kontinuierlich auf Ihr Motiv scharf<br />

stellen. <strong>Das</strong> Fokus-System fährt damit fort, auch wenn der<br />

Verschluss bereits ausgelöst wurde.<br />

AI Focus AF<br />

Der ideale AF, wenn Sie eine Mischung<br />

aus starren und bewegten Objekten<br />

fotografieren – wie auf einer Hochzeit.<br />

In diesem Modus wechselt die Kamera<br />

automatisch zwischen dem One-Shot- und dem AI-Servo-AF –<br />

je nachdem ob Bewegungen in der Szene festgestellt werden.<br />

Manuell<br />

Durch das Deaktivieren des AF erhalten<br />

Sie oft einen präziseren oder schnelleren<br />

Fokus – beispielsweise bei Low-Light-<br />

Situationen oder wenn Sie bewegte Objekte<br />

fotografieren und deren Bewegungsrichtung kennen. Die rote<br />

und grüne LED sind nach wie vor im Sucher zu sehen.<br />

Schritt für schritt<br />

Drücken Sie den AF-Button<br />

Ihrer Kamera und nutzen<br />

Sie das Auswahlrad, um den<br />

One-Shot-AF einzustellen.<br />

68 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Drücken Sie den AF-Point-<br />

Selection-Knopf im oberen,<br />

rechten Eck und verwenden Sie<br />

die Cursor-Tasten, um die<br />

Einstellungen zu ändern.<br />

Schauen Sie in den Sucher<br />

oder auf das LCD und<br />

navigieren Sie durch die<br />

AF-Punkte, bis der mittige<br />

ausgewählt ist.<br />

scharf wird. Unglücklicherweise gibt es<br />

aber einige Tatsachen, die verhindern,<br />

dass das System idiotensicher ist. So<br />

weiß die Kamera nicht, auf welchen<br />

Bereich des Bildes Sie fokussieren<br />

möchten. Zwar werden verschiedene<br />

Sensoren genutzt, um das Hauptmotiv<br />

im Bild zu ermitteln. Doch das AF-System<br />

wird annehmen, dass Sie auf den<br />

Bereich fokussieren wollen, der sich am<br />

nächsten zur Kamera befindet – damit<br />

irrt sich der AF jedoch oft. Dieses Problem<br />

lässt sich unter anderem durch<br />

manuelles Fokussieren beheben. Alternativ<br />

können Sie die Kamera etwas<br />

bewegen, bis der AF auf den gewünschten<br />

Bereich fokussiert. Wenn Sie dann<br />

die Fokus-Feststellung nutzen, können<br />

Sie Ihr Bild neu zusammensetzen.<br />

Bewegte Motive<br />

<strong>Das</strong> Fokussieren wird durch die Tatsache<br />

erschwert, dass nicht alle Motive<br />

starr sind. Im voreingestellten AF-Modus<br />

stellt das Objektiv den Fokus fest,<br />

sobald die Entfernung des Motivs ermittelt<br />

wurde. Bei bewegten Motiven wählen<br />

Sie daher den AI-Servo-AF, welcher<br />

ständig auf das Motiv fokussiert, bis der<br />

Verschluss ausgelöst wird. <strong>Das</strong> AF-System<br />

konzentriert sich auf das Sucherbild<br />

und passt das Objektiv dann so an, dass<br />

das Bild einen möglichst hohen Kontrast<br />

bietet. Bei Low-Contrast-Motiven (wie<br />

weißen Wänden oder dem Himmel) findet<br />

der AF keinen Fokuspunkt. Um dem<br />

AF dann zu helfen, suchen Sie in der<br />

Szene einen Bereich mit ausreichendem<br />

Kontrast, den der AF als Anhaltspunkt<br />

nutzen kann. <strong>Das</strong> Licht spielt beim<br />

Fokussieren ebenso eine entscheidende<br />

Rolle – dabei geht es jedoch nicht nur<br />

um die Helligkeit der Szene. Objekti-<br />

Fokus-Lock für dezentrierte Motive nutzen<br />

Richten Sie die Kamera so<br />

aus, dass der zentrale<br />

AF-Punkt das gewünschte Motiv<br />

scharf stellt (in diesem Falle das<br />

Auge).


So erhalten Sie<br />

scharfe <strong>Foto</strong>s<br />

Ihre EOS-D<strong>SLR</strong> bietet mehrere Systeme und<br />

Funktionen zum Fokussieren – wir zeigen<br />

Ihnen, wo diese versteckt sind<br />

Manueller Fokus<br />

Um den Fokus selbst zu kontrollieren,<br />

und nicht das motorisierte AF-System<br />

zu nutzen, drehen Sie an einem Ring<br />

am Objektiv. Zunächst müssen Sie<br />

jedoch an der Linse MF einstellen.<br />

Spiegel<br />

Der Hauptspiegel reflektiert das vom<br />

Objektiv gemachte Bild auf die Fokus-<br />

Mattscheibe. Dieser klappt sich hoch,<br />

sobald der Auslöser gedrückt wurde.<br />

Drücken Sie den Auslöser<br />

halb herunter, dadurch wird<br />

die Belichtung und das Autofokus-<br />

System aktiviert.<br />

Objektiv-Elemente<br />

Um den Fokus anzupassen,<br />

werden verschiedene<br />

Elemente innerhalb des<br />

Objektivs bewegt.<br />

Die rote LED im zentralen<br />

AF-Punkt leuchtet, ebenso<br />

die grüne AF-Bestätigungs-LED.<br />

Halten Sie den Auslöser halb<br />

gedrückt.<br />

Fokusbild<br />

Hinter dem<br />

Pentaprisma oder<br />

Pentaspiegel<br />

befindet sich die<br />

Mattscheibe, welche Sie durch den optischen Sucher sehen.<br />

Einige Top-Modelle, wie die EOS 50D, lassen sich für besseres<br />

manuelles Fokussieren mit unterschiedlichen Fokus-<br />

Mattscheiben ausstatten.<br />

Autofokus-Modul<br />

Um den Kontrast und den Fokus in diversen Bildbereichen<br />

zu bewerten, wird ein AF-Sensor verwendet. Anpassungen<br />

werden an das Objektiv weitergegeben.<br />

Setzen Sie Ihr Bild – während<br />

des gedrückt Haltens des<br />

Auslösers – neu zusammen.<br />

Drücken Sie den Auslöser dann<br />

komplett herunter.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Sucher<br />

Mit einem optischer<br />

Sucher und LEDs<br />

können Sie erkennen,<br />

wann Ihr Motiv scharf<br />

gestellt wurde (siehe<br />

Seite 67).<br />

Nebenspiegel<br />

Der Hauptspiegel lässt<br />

etwas Licht auf einen<br />

drehbaren, zweiten<br />

Spiegel hindurch.<br />

Dieser reflektiert das<br />

Licht auf das AF-<br />

Modul.<br />

Dioptrien-<br />

Korrektur<br />

Um die AF-Punkte im<br />

Sucher und scharfe<br />

Bildbereiche über die<br />

Mattscheibe erkennen zu<br />

können, müssen Sie den<br />

Sucher unter Umständen<br />

Ihrer Sehstärke anpassen.<br />

Ein kleines geriffeltes Rad<br />

oberhalb des Suchers<br />

ermöglicht die Dioptrien-<br />

Korrektur. Drücken Sie den<br />

Auslöser halb herunter und<br />

drehen Sie anschließend so<br />

lange an dem Rad, bis<br />

sämtliche Icons und Ziffern<br />

im Sucher gestochen scharf<br />

aussehen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 69<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

ve mit sehr <strong>große</strong>r Blende bieten in der<br />

Regel einen besseren Autofokus, da sie<br />

viel Licht auf den AF-Sensor hindurchlassen.<br />

Die meisten <strong>SLR</strong>s bieten mehrere<br />

AF-Punkte, die ihre beste Leistung<br />

erzielen, wenn sie mit einer Blende von<br />

etwa f/2.8 genutzt werden. Die größtmögliche<br />

Blende ist entscheidend, weil<br />

das Objektiv immer mithilfe dieser Blende<br />

fokussiert – ganz egal welche Blende<br />

Sie letztendlich für Ihre Aufnahme verwenden.<br />

Wenn Genauigkeit zählt<br />

Die Schärfentiefe ist beim Thema Fokus<br />

wesentlich. Je größer die von Ihnen<br />

gewählte Blende ist, desto geringer ist<br />

die Schärfentiefe und desto präziser<br />

müssen Sie fokussieren. Außerdem gilt:<br />

Wenn Sie sich sehr nahe an Ihrem Motiv<br />

befinden und die gewählte Brennweite<br />

sehr hoch ist, haben Sie bei der<br />

Fokus-Genauigkeit nur wenig Spielraum.<br />

Nutzen Sie die Tricks und Techniken dieser<br />

Seiten, um zu lernen, wie Sie Ihre<br />

Fokus-Technik verbessern. Kontrollieren<br />

Sie Ihre Bilder außerdem direkt nach der<br />

Aufnahme. Nutzen Sie das Vergrößerungs-Tool<br />

Ihrer EOS und zoomen Sie in<br />

Ihr Bild hinein, um sicherzustellen, dass<br />

der gewünschte Bereich scharf abgebildet<br />

wurde.<br />

Photos: Lee Beel<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

70 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

FortgeschrITTene Techniken<br />

Tricks für das manuelle Fokussieren<br />

So verbessern Sie Ihre Trefferrate, wenn der Autofokus deaktiviert ist<br />

Kamera bewegen<br />

Wenn Sie Motive fotografieren, die sich nur wenige Zentimeter<br />

vom Objektiv entfernt befinden, ist das manuelle Fokussieren<br />

oft schwierig. Bei Makro-Motiven ist es – anstatt mehrmals zu<br />

fokussieren – oft einfacher, die Kamera zu bewegen. Justieren<br />

Sie die Position der Kamera, sobald Sie grob fokussiert haben,<br />

so lange, bis das Bild gestochen scharf erscheint.<br />

Live view<br />

Nutzen Sie beim manuellen Fokussieren auch den Live-<br />

View-Modus. <strong>Das</strong> Video-Bild auf dem LCD eignet sich<br />

bestens, um äußerst präzise zu fokussieren, da Sie das Bild<br />

in der Regel zehnfach vergrößern können. So lässt sich ein<br />

nicht exakt sitzender Fokus sehr leicht erkennen. Scrollen<br />

Sie nach der Vergrößerung zum gewünschten Bildbereich<br />

und passen Sie den Fokus der Linse an.<br />

Einen Autofokus-Punkt nutzen!<br />

Nur weil Sie mit dem manuellen Fokus arbeiten, müssen<br />

Sie nicht komplett auf den AF verzichten. Im Fokus-Assist-<br />

Modus signalisieren Ihnen die grünen und roten LEDs nach<br />

wie vor, ob sich ein Objekt im Fokusbereich befindet. Stellen<br />

Sie beim manuellen Fokus sicher, dass ein einzelner AF-<br />

Punkt ausgewählt ist, und nutzen Sie auch die rote LED, um<br />

die passende Position des Fokusrings zu finden.<br />

Ihre Aufgabe!<br />

Die Fokus-Kontrolle einüben<br />

Mit jeder Lektion der <strong>Canon</strong>-<strong>SLR</strong>-Schule möchten wir Ihnen<br />

eine Hausaufgabe geben, damit Sie das Theoretische in die<br />

Praxis umsetzen können. Suchen Sie sich für die Fokus-<br />

Aufgabe zwei Objekte (z. B. zwei Menschen oder Dosen aus<br />

Ihrer Küche) und platzieren Sie diese in unterschiedlichen<br />

Entfernungen von Ihnen.<br />

Machen Sie mit einer <strong>große</strong>n Blende ein <strong>Foto</strong>, in<br />

dem beide Objekte zu sehen sind (nutzen Sie den<br />

Av-Modus uns wählen Sie f/4 oder f/5.6 aus). Nehmen<br />

Sie mithilfe der AF-Punkt-Auswahl (siehe Seite 66)<br />

zwei Bilder auf – beim ersten fokussieren Sie auf das<br />

vordere, beim zweiten Bild auf das hintere Objekt.<br />

Wiederholen Sie die Übung, nutzen Sie diesmal<br />

aber für beide Bilder den manuellen Fokus.<br />

Überprüfen Sie die vier Bilder am PC, sodass Sie<br />

hineinzoomen können, und analysieren Sie, ob die<br />

gewünschten Objekte auch scharf geworden sind.


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Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 3<br />

Worum geht es<br />

bei Schärfentiefe?<br />

Einer der Hauptvorteile einer D<strong>SLR</strong> ist,<br />

dass Sie bestimmen können, wie groß<br />

der scharfe Bildbereich sein soll.<br />

Betrachten Sie eine Szene mit Ihren Augen,<br />

werden Sie feststellen, dass alles – von Ihren<br />

Füßen bis hin zum Horizont – scharf ist. Ihre<br />

Bilder hingegen müssen nicht so aussehen.<br />

Sie können Ihre EOS so einstellen, dass nur<br />

manche der Bildbereiche scharf sind,<br />

während andere artistisch verschwimmen. So<br />

lassen sich gezielt Schwerpunkte setzen –<br />

und eigentlich störende Bildelemente<br />

verstecken. Wie wir in einer früheren Lektion<br />

(Seite 66) erklärt haben, kann ein Objektiv<br />

immer nur auf eine bestimmte Distanz<br />

fokussieren. Aufgrund einer optischen<br />

Eigenschaft namens Schärfentiefe ist es aber<br />

möglich, mehrere Distanzen scharf abzubilden.<br />

Diese Zone lässt sich sehr stark variieren.<br />

Wenn Sie beispielsweise einen Marienkäfer<br />

mithilfe eines Makro-Objektivs fotografieren, f/22<br />

Schritt für SChritt<br />

Wenn Sie durch den Sucher<br />

schauen, sehen Sie die<br />

Schärfentiefe mit der maximalen<br />

Blende Ihres Objektivs – also die<br />

geringstmögliche Schärfentiefe bei<br />

der aktuellen Linse und Distanz.<br />

72 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

All photos: Chris George<br />

Drücken Sie, während Sie<br />

durch den Sucher schauen,<br />

die Taste unterhalb des Objektiv-<br />

Release-Buttons. Dann ändert sich<br />

die Blende zur aktuellen Auswahl.<br />

Während Sie diesen Knopf<br />

drücken, verdunkelt sich der<br />

Sucher je nach verwendeter<br />

Blende. So erkennen Sie, welche<br />

Bereiche Ihres Bildes scharf<br />

werden.<br />

Die Änderung der Blende ist ein Mittel,<br />

um die Schärfentiefe zu regulieren.<br />

Die Schärfentiefen-<strong>Vorschau</strong> nutzen<br />

f/4<br />

Um eine bessere <strong>Vorschau</strong><br />

der Schärfentiefe zu erhalten,<br />

nehmen Sie ein Testfoto auf.<br />

Analysieren Sie dieses<br />

anschließend mithilfe des<br />

Vergrößerungs-Buttons.


Wie Sie die Schärfentiefe beeinflussen<br />

Blende, Fokus-Distanz und Brennweite bestimmen, was scharf erscheint<br />

Die Blende ändern<br />

Je größer die Blende ist, desto weniger Schärfentiefe<br />

erhalten Sie. <strong>Das</strong> ist nicht immer ein Nachteil – schließlich<br />

lassen sich so störende Bildelemente verstecken.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Blende: f/8<br />

Fokus-Distanz 10<br />

Meter und<br />

Brennweite 70mm<br />

Blende: f/2.8<br />

Fokus-Distanz 10 Meter<br />

und Brennweite 70mm<br />

Entfernung zum Motiv: 1 Meter<br />

Kamera-Setup mit Blende f/8<br />

und Brennweite 70mm<br />

Blende: f/22<br />

Fokus-Distanz 10<br />

Meter und<br />

Brennweite 70mm<br />

Die roten Bereiche zeigen für<br />

jedes Setup, wie viel der<br />

Szene im Fokus-Bereich liegt<br />

1m<br />

1m 5m<br />

5m 10m<br />

10m 15m<br />

15m 20m<br />

20m ∞<br />

1m 5m 10m 15m 20m ∞<br />

Entfernung zum Motiv: 5 Meter<br />

Kamera-Setup mit Blende f/8<br />

und Brennweite 70mm<br />

Entfernung zum<br />

Motiv: 20 Meter<br />

Kamera-Setup mit<br />

Blende f/8 und<br />

Brennweite<br />

70mm<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Die Brennweite ändern<br />

Auch die Brennweite hat einen Einfluss auf die<br />

Schärfentiefe. Je geringer die Brennweite ist, desto<br />

mehr Schärfentiefe erhalten Sie.<br />

Die Fokus-Distanz ändern<br />

Je näher sich an Ihrem Motiv befinden, auf welches Sie<br />

fokussieren, desto weniger Schärfentiefe erreichen Sie.<br />

1m<br />

1m 5m<br />

5m 10m<br />

10m 15m<br />

15m 20m<br />

20m ∞<br />

1m 5m 10m 15m 20m ∞<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Brennweite : 28mm<br />

Fokus-Distanz 10 Meter<br />

und Blende f/8<br />

Brennweite : 200mm<br />

Fokus-Distanz 10 Meter<br />

und Blende f/8<br />

Brennweite : 70mm<br />

Fokus-Distanz 10 Meter<br />

und Blende f/8<br />

1m<br />

1m 5m<br />

5m 10m<br />

10m 15m<br />

15m 20m<br />

20m ∞<br />

Tele-Effekt<br />

Je weiter Sie in Ihr Motiv hineinzoomen,<br />

desto weniger Schärfentiefe wird Ihre<br />

Kamera aufnehmen<br />

1m 5m 10m 15m 20m ∞<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 73<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Wissenschaft der Kreise<br />

Was passiert, wenn nicht präzise fokussiert wird<br />

Ein einzelner Punkt<br />

auf einem Objekt wird<br />

von dem Sensor der<br />

Kamera nur dann als<br />

Punkt wahrgenommen,<br />

wenn das<br />

Objektiv präzise auf<br />

die richtige Entfernung<br />

fokussiert hat.<br />

Anderenfalls wird der<br />

Punkt als Kreis<br />

aufgenommen.<br />

Zerstreuungskreis<br />

außerhalb<br />

des Fokus<br />

Je weiter entfernt der Punkt im Bild vom Fokuspunkt ist, desto größer ist der Kreis<br />

(Zerstreuungskreis). Wenn der Kreis klein genug ist, nehmen wir ihn auf dem Bild noch als<br />

Punkt wahr – dieser Bereich mit akzeptabler Schärfe wird als Schärfentiefe bezeichnet.<br />

Grad der Schärfe<br />

Punkt auf<br />

Objekt<br />

Fokuspunkt<br />

Schärfentiefe<br />

<strong>Das</strong> Phänomen der Zerstreuungskreise<br />

mag für viele verwirrend sein, doch diese<br />

optische Eigenschaft spielt beim<br />

<strong>Foto</strong>grafieren eine <strong>große</strong> Rolle. Wichtig ist, zu<br />

verinnerlichen, dass Schärfentiefe nicht einfach<br />

angibt, ob Objekte im Fokusbereich liegen oder<br />

unscharf sind. Der Grad der Unschärfe<br />

variiert nämlich ebenfalls. Objekte, die nur<br />

knapp nicht mehr im Tiefenschärfe-Bereich<br />

liegen, sind trotzdem noch erkennbar, auch<br />

wenn sie nicht gestochen scharf sind. In der<br />

<strong>Foto</strong>grafie ist es oft sinnvoll, bestimmte<br />

Bildbereiche (üblicherweise den Hintergrund)<br />

so unscharf abzubilden, dass diese<br />

komplett verschwommen sind und nicht vom<br />

Motiv ablenken. Um das zu erreichen, müssen<br />

Sie die Schärfentiefe sehr stark verringern.<br />

Professionelle <strong>Foto</strong>grafen kaufen sich daher<br />

Objektive mit extrem <strong>große</strong>n Blenden, um –<br />

sofern es in Situationen nötig ist – die<br />

Schärfentiefe so weit wie möglich zu begrenzen.<br />

74 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Objektiv<br />

Zerstreuungskreis<br />

außerhalb<br />

des Fokus<br />

iM foKus<br />

verschwommen<br />

Kamera-<br />

Sensor<br />

stark verschwommen<br />

wird neben dem Marienkäfer nur der Bereich wenige<br />

Millimeter hinter dem Motiv noch scharf sein. Bei<br />

einem Panorama hingegen ist es möglich, den<br />

gesamten Bildausschnitt – von den Blumen bei Ihren<br />

Füßen bis hin zu den weit entfernten Bergen – scharf<br />

abzubilden. Bei den meisten Motiven geht die<br />

Schärfentiefe über das Objekt im Vordergrund<br />

hinaus, die exakte Trennung hängt unter anderem<br />

vom Motiv ab. Die Schärfentiefe wird stets von drei<br />

unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Am einfachsten<br />

lässt sie sich mit der Blende regulieren. Je kleiner<br />

die Blende wird (und je größer die f-Zahl), desto mehr<br />

Schärfentiefe erhalten Sie. EOS-Systeme bieten<br />

verschiedene Modi, bei denen Sie die Blende und<br />

damit auch die Schärfentiefe kontrollieren können –<br />

diesen widmen wir uns in einer späteren Lektion.<br />

Bereits jetzt sei gesagt, der beste Modus dafür ist Av.<br />

Wenn Sie das obere Rad Ihrer D<strong>SLR</strong> auf Av stellen,<br />

lässt sich die Blende mit einem weiteren Rädchen<br />

verändern. Für eine korrekte Belichtung setzt die<br />

Kamera die Verschlusszeit automatisch fest. Bei<br />

<strong>große</strong>n Blenden wie f/4 erreichen Sie eine geringe<br />

Schärfentiefe. Wenn Sie Ihr <strong>Foto</strong> jedoch so scharf wie<br />

möglich gestalten wollen, nutzen Sie eine sehr kleine<br />

Blende wie f/22.<br />

Schärfentiefe kontrollieren<br />

Es ist sehr bequem, die Schärfentiefe mit der Blende<br />

zu kontrollieren, da an der Kamera ansonsten keine<br />

Änderungen vorgenommen werden müssen. Für<br />

absolute Kontrolle über die Schärfentiefe sollten Sie<br />

aber auch die zwei anderen Faktoren berücksichtigen.<br />

Zum einen ist das die Brennweite. Wenn Sie in<br />

Ihr Bild hineinzoomen, nimmt die Schärfentiefe ab.<br />

Weitwinkel-Objektive bieten zudem eine größere<br />

Schärfentiefe als Tele-Objektive. Um einen gesamten<br />

Photos: Chris George


Bildausschnitt scharf zu fotografieren, bietet sich<br />

also beispielsweise eine Weitwinkel-Linse mit 18 mm<br />

Brennweite (oder weniger) an. Wenn Sie den Hintergrund<br />

hingegen so verschwommen wie möglich fotografieren<br />

wollen, ist ein Tele-Objektiv mit einer Brennweite<br />

von etwa 200 mm die richtige Wahl.<br />

Zum anderen spielt bei der Schärfentiefe auch<br />

noch die Entfernung von Ihnen zum Motiv eine Rolle<br />

– oder um es genauer zu sagen: die Distanz, auf welche<br />

das Objektiv fokussiert hat. Je geringer diese<br />

Entfernung ist, desto mehr Schärfentiefe erhalten<br />

Sie. Um die Schärfentiefe vollends zu meistern, müssen<br />

Sie diese drei genannten Faktoren allesamt<br />

berücksichtigen. Für maximale Schärfentiefe nutzen<br />

Sie also ein Weitwinkel-Objektiv, eine kleine Blende<br />

und fokussieren auf eine recht hohe Distanz. Soll der<br />

Hintergrund künstlerisch verschwommen sein, verwenden<br />

Sie eine größtmögliche Brennweite, die<br />

Ihre Aufgabe!<br />

Diese Aufgabe soll Ihr Wissen über Schärfentiefe<br />

verstärken und Ihnen beibringen, wie Sie sie<br />

richtig anwenden. Wir verwenden für die Übung<br />

eine Stillleben-Szene mit einem Schachbrett,<br />

samt Figuren. Alternativ können Sie aber auch<br />

einfach Flaschen und Dosen aus Ihrer Küche<br />

verwenden.<br />

Verwenden Sie idealerweise außerdem ein<br />

Stativ, um ein Verwackeln der Kamera zu<br />

vermeiden. So stellen Sie sicher, dass Unschärfe<br />

nur durch Schärfentiefe erzeugt wird.<br />

55mm bei f/4<br />

maximal verfügbare Blende Ihres Objektivs und fotografieren<br />

Ihr Motiv aus der Nähe.<br />

Schärfentiefen-<strong>Vorschau</strong><br />

Aufgrund der Funktionsweise des Suchers können<br />

Sie die Schärfentiefe in diesem nicht erkennen. Vielmehr<br />

sehen Sie im Sucher die Schärfentiefe, die Sie<br />

erhalten, wenn Sie mit der maximalen Blende, die Ihr<br />

Objektiv bietet, fotografieren würden. Zwar gibt es<br />

eine Schärfentiefen-<strong>Vorschau</strong> (siehe Seite 72), diese<br />

verdunkelt den Sucher jedoch stark – so ist es<br />

schwer, die tatsächliche Schärfentiefe zu erkennen.<br />

Um mit der Schärfentiefe zu experimentieren ist es<br />

am einfachsten, ein Testfoto aufzunehmen und dieses<br />

am LCD mithilfe des Vergrößerungs-Tools zu<br />

beurteilen. So erkennen Sie die Schärfentiefe problemlos.<br />

Versuchen Sie diese Schärfentiefen-Übung<br />

Besitzen Sie kein Stativ, sollten Sie diese<br />

Aufgabe in einem hellen Raum durchführen und<br />

eine hohe ISO-Zahl (wie ISO 1.000) nutzen,<br />

sodass Sie auch alle verfügbaren Blenden<br />

testen können.<br />

Komponieren Sie Ihr Bild und nutzen<br />

Sie eine Brennweite von ca. 55 mm.<br />

Fokussieren Sie auf das nächste Objekt.<br />

Verwenden Sie außerdem den Av-Modus und<br />

stellen Sie die größte Blende ein (meist f/4<br />

oder f/5.6). Machen Sie ein Bild. Nehmen Sie<br />

dann ein zweites Bild mit f/22 auf – das<br />

55mm bei f/22<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

18mm bei f/4<br />

<strong>Foto</strong>-Begriffe<br />

Schärfentiefe<br />

Ein Maß, welches angibt, wie viel<br />

eines Bildes sich im Fokusbereich<br />

befindet. Gemessen vom zur<br />

Kamera nächsten Punkt bis zum<br />

entferntesten Punkt, der noch<br />

scharf ist. Die Schärfentiefe<br />

hängt von der Blende, der<br />

Fokus-Distanz und der<br />

Brennweite ab.<br />

übrige Kamera-Setup bleibt unverändert.<br />

Zoomen Sie aus dem Bild ganz heraus<br />

(Brennweite 18 mm beim Standard-<br />

Zoom). Machen Sie bei größter Blende ein<br />

Bild mit dem Setup aus 1. Und dann eins mit<br />

f/22. Es spielt keine Rolle, wenn Ihr Motiv<br />

nur die Hälfte des Bildes ausfüllt.<br />

Schauen Sie sich die Bilder am<br />

Computer an und analysieren Sie,<br />

welche Objekte scharf aussehen, und<br />

welche (wie stark) verschwommen sind.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

18mm bei f/22<br />

Sie werden erkennen, dass Sie auch bei<br />

Blende f/22 nicht alles scharf fotografieren<br />

können – zoomen Sie stattdessen heraus.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 75<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 4<br />

Worum geht es<br />

bei der Blende?<br />

<strong>Das</strong> Verändern der Blende birgt enorme Potenziale,<br />

doch die recht einfache Funktion führt nicht selten<br />

zu Verwirrung. Oft schaffen die identischen Einstellungen<br />

ganz unterschiedliche Effekte. Und dann wäre<br />

da noch die Sache mit der Bezifferung der Blenden – eine<br />

<strong>große</strong> Blende wird mit einer kleinen Ziffer bezeichnet.<br />

Zunächst ist eine Blende aber ein einfaches Loch. Eine<br />

Öffnung, deren Größe verändert werden kann, sodass<br />

mehr oder weniger Licht auf den Sensor der Kamera fällt.<br />

In Verbindung mit der Verschlusszeit passen Sie mit der<br />

Blende die Belichtung Ihrer Bilder an die herrschenden<br />

Lichtverhältnisse an. Je größer das Loch ist, desto mehr<br />

Licht gelangt auf den Sensor. Mit einer <strong>große</strong>n Blende<br />

lässt sich zum einen also auch bei dunklen Bedingungen<br />

fotografieren, zum anderen können Sie kurze Verschlusszeiten<br />

nutzen. Die Blende selbst sitzt aber nicht in der<br />

Kamera, sondern im Objektiv. <strong>Das</strong> Objektiv einer D<strong>SLR</strong> ist<br />

austauschbar, die verfügbaren Blenden hängen daher<br />

stets vom genutzten Objektiv ab. Teure Objektive bieten in<br />

der Regel wesentlich größere Blenden als kostengünstige<br />

Zoom-Objektive. Viele Anfänger sind von der f-Skala, welche<br />

die Größe der Blendenöffnung angibt, irritiert. Doch<br />

auch wenn es so scheint, ist diese Skala nicht willkürlich<br />

gewählt. Zunächst sollten Sie wissen, dass es sich nicht<br />

um ganzzahlige Stufen handelt, sondern um anteilige. Die<br />

Blende f/4 steht also nicht für 4, sondern für ein Viertel<br />

(1/4). <strong>Das</strong> erklärt auch, warum f/16 eine kleinere Blende<br />

Schritt für Schritt<br />

Ihre EOS bietet eine Blenden-<br />

Skala mit 1/2- oder 1/3-Stufen.<br />

Um die Einstellung zu ändern, gehen<br />

Sie im Menü auf den Reiter<br />

Benutzerdefiniert.<br />

76 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Die genauen Zahlen variieren<br />

– wählen Sie jedoch Exposure<br />

Level Increments aus. Bestätigen<br />

Sie Ihre persönliche Auswahl mit<br />

Set.<br />

Die Schlüsselfaktoren<br />

für die Belichtung<br />

Die Blende ist einer der Faktoren, die die Belichtung<br />

beeinflussen – und die Menge des Lichts, das das<br />

Bild auf dem Kamera-Sensor erstellt. Um dieses<br />

Zusammenspiel zu verstehen, kann es hilfreich sein,<br />

an das Füllen eines Glas Wassers zu denken.<br />

Verschlusszeit<br />

<strong>Das</strong> ist die Zeit, in dem Wasser<br />

aus dem Hahn fließt. Sie steht<br />

in Zusammenhang mit der<br />

Blende: Sie können für die<br />

gleiche Wassermenge das<br />

Wasser kurz bei voller Stärke<br />

laufen lassen oder bei geringer<br />

Stärke eine längere Zeit.<br />

Eigener Geschmack<br />

Die Belichtung hängt nicht<br />

von der Wissenschaft<br />

ab, sondern auch von<br />

der künstlerischen<br />

Interpretation: Wie voll soll<br />

das Wasserglas sein?<br />

Wie Sie die Blende kontrollieren<br />

Am besten sehen Sie die<br />

gewählte Blende im Sucher.<br />

Drücken Sie den Auslöser halb – die<br />

Blendenzahl ist an zweiter Stelle auf<br />

dem unteren Balken zu finden.<br />

Blende<br />

Die Blende gibt<br />

an, wie stark der<br />

Wasserhahn<br />

aufgedreht ist<br />

– wollen Sie ein<br />

Tröpfeln oder eine<br />

Flut?<br />

Lichtintensität<br />

Sie wird durch den Wasserdruck<br />

symbolisiert – und beeinflusst, wie<br />

lange der Wasserhahn bei welcher<br />

Stärke aufgedreht wird.<br />

ISO<br />

ISO = die Größe des Glas. Für kurze<br />

Belichtungen empfiehlt sich ein kleines.<br />

Alternativ lässt sich die<br />

gewählte Blende auch auf dem<br />

LCD Ihrer <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong> anzeigen.<br />

Drücken Sie für das Aufleuchten der<br />

Angaben den Sucher halb herunter.<br />

Illustration: Andy McLaughlin


Übersicht der Blendenstufen<br />

Sehen Sie auf einen Blick die Blendenstufen und was sie im Einzelnen bedeuten<br />

weniger Licht Mehr Licht<br />

mehr Schärfentiefe weniger Schärfentiefe<br />

Hochklassige D<strong>SLR</strong>s wie die<br />

50D oder 7D besitzen noch ein<br />

zweites LCD, auf dem alle<br />

Belichtungseinstellungen zu sehen<br />

sind, inklusive der Blende.<br />

Full Full stops Ganze Full stops Stufe 1/2 1/2-Stufe stops stops 1/3rd 1/3-Stufe 1/3rd stops stops<br />

f/2.8<br />

f/2.8<br />

2.8 2.8 2.8<br />

3.5 3.5 3.5<br />

2.8 2.8 2.8<br />

3.2 3.2 3.2<br />

3.5 3.5 3.5<br />

f/4 f/4 f/4<br />

4 44 4 44<br />

4.5 4.5 4.5<br />

4.5 4.5 4.5<br />

5 55<br />

f/5.6 f/5.6 5.6 5.6 5.6 5.6 5.6 5.6<br />

6.3 6.3 6.3<br />

6.7 6.7 6.7<br />

7.1 7.1 7.1<br />

f/8 f/8 f/8<br />

8 88 8 88<br />

9 99<br />

9.5 9.5 9.5<br />

10 10 10<br />

f/11 f/11 f/11 11 11 11 11 11 11<br />

13 13 13<br />

13 13 13<br />

14 14 14<br />

f/16 f/16 16 16 16 16 16 16<br />

19 19 19<br />

19 19 19<br />

20 20 20<br />

f/22 f/22 22 22 22 22 22 22<br />

eine Blendenstufe<br />

zwei Blendenstufen<br />

Am einfachsten lässt sich die<br />

Blende im Av-Modus<br />

verändern. Stellen Sie die<br />

gewünschte Blende dann mit dem<br />

Rädchen ein.<br />

kleine Blenden groSSe Blenden<br />

Proportionale<br />

Angaben<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Die f-Stufen sind kein physisches Maß<br />

des Durchmessers der Blende – sie<br />

stellen nur ein Verhältnis zwischen dem<br />

Durchmesser und der Brennweite dar.<br />

Bei 400 mm beträgt der Durchmesser<br />

bei f/8 50 mm. Bei einer Brennweite<br />

von 100 mm und f/8 gelangt ebenso<br />

viel Licht auf den Sensor – der<br />

Durchmesser ist dann jedoch 12,5 mm.<br />

Bei Zoom-Objektiven muss die Blende<br />

mit zunehmender Brennweite weiter<br />

geöffnet werden – auch wenn die<br />

angezeigte f-Stufe die gleiche bleibt.<br />

Große Blenden<br />

Die größten Blenden sind<br />

mit den kleinsten f-Zahlen<br />

gekennzeichnet. Die<br />

größtmögliche Blende<br />

hängt von Ihrem Objektiv<br />

ab. Bei günstigen Zoom-<br />

Objektiven wird die größtmögliche<br />

Blende mit<br />

zunehmender Brennweite<br />

kleiner.<br />

Mittlere<br />

Blenden<br />

Die mittleren Blenden<br />

bieten oft die beste<br />

Bildqualität – unter<br />

Umständen erreichen Sie<br />

mit diesen aber nicht die<br />

gewünschte<br />

Schärfentiefe.<br />

Kleine Blenden<br />

Die kleinste Blende ist bei<br />

den meisten Objektiven<br />

f/22, auch wenn es<br />

Objektive mit f/25 oder<br />

f/32 gibt. Mit zunehmend<br />

kleinerer Blende nimmt<br />

zwar die Schärfentiefe zu,<br />

die Bildqualität nimmt<br />

aufgrund der Diffraktion<br />

(Seite 79) wieder ab.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 77<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

So sieht eine Blende aus<br />

Objektiv-<br />

Komponente<br />

Die Blenden-Elemente sind<br />

zwischen den Linsen-<br />

Elementen Ihres Objektivs zu<br />

finden. <strong>Das</strong> Bild ist von einem<br />

<strong>Canon</strong> EF 50mm f/1.8.<br />

Wie viele Blendenlamellen?<br />

<strong>Das</strong> Diaphragma, welches die Blende erstellt, ist aus<br />

Blendenlamellen gefertigt – Objektive nutzen eine unterschiedliche<br />

Anzahl solcher Lamellen. Die Anzahl der Blenden<br />

spielt eine wichtige Rolle für das Aussehen der unscharfen Bereiche –<br />

ein Qualitätsmerkmal, welches im <strong>Foto</strong>-Jargon mit Bokeh bezeichnet<br />

wird. Dieser Effekt ist gut sichtbar, wenn Szenen mit hellen Lichtern im<br />

Hintergrund fotografiert werden, wie beispielsweise in Städten. Die<br />

unscharfen Lichter werden bei einer <strong>große</strong>n Blende sehr rund abgebildet.<br />

Bei einer mittleren Blende werden die Lichter hingegen die Form<br />

der Blendenöffnung annehmen – bei pentagonalen Öffnungen<br />

erhalten Sie also fünfeckige Lichter. Bei der kleinsten Blende wird ein<br />

unscharfes Licht durch Punkte abgebildet – die Anzahl der Punkte<br />

entspricht dabei der Anzahl der Blendenlamellen.<br />

Wenn Sie mit der größten Blende fotografieren,<br />

erscheinen unscharfe Lichter wie Punkte.<br />

78 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Blendenlamellen<br />

Eine Blende verfügt über fünf<br />

bis neun überlappende<br />

Blendenlamellen.<br />

Motor<br />

Dieser öffnet und<br />

schließt die Blende<br />

beim Auslösen, um<br />

die Blende an die<br />

gewählte Blendenöffnung<br />

und die<br />

genutzte<br />

Brennweite<br />

anzupassen.<br />

7 Lamellen<br />

ist als f/4.Der Ausdruck f/4 gibt also an, dass der Durchmesser<br />

der Blende der Brennweite des Objektivs (f)<br />

geteilt durch 4 entspricht. Die Einstellung f/16 sagt folgerichtig<br />

aus, dass der Durchmesser der Blendenöffnung<br />

ein Sechzehntel der verwendeten Brennweite ist.<br />

Der Sinn der Blendenstufen<br />

Als Nächstes widmen wir uns dem mysteriösen Blendenstufen-System<br />

– warum springt in einem traditionellen,<br />

ganzzahligen Blendenstufen-System die Skala von f/2.8<br />

auf f/4 und dann von f/5.6 auf f/8? Jedes Mal, wenn Sie<br />

die Blende um eine weitere, volle Stufe schließen, gelangt<br />

genau halb so viel Licht wie vorher auf den Sensor. <strong>Das</strong><br />

entspricht in etwa auch der Halbierung der Verschlusszeit.<br />

(NB: EOS-Kameras sind in der Lage, ein Blendenstufen-System<br />

mit halben Werten oder Drittelwerten zu nutzen<br />

– die Wahl liegt hier bei Ihnen; siehe Seite 76). Der<br />

Grund für diese Sprünge in der Skala ist, dass die Menge<br />

des Lichts, die auf den Sensor fällt, von der Fläche der<br />

Öffnung abhängt – und nicht vom Durchmesser. Eigentlich<br />

zählt also das Quadrat der f-Nummer: 2.8 ist circa 8;<br />

4 quadriert ist 16. <strong>Das</strong> Quadrat von 5.6 ist 32 und von 8<br />

64. Die quadrierten f-Zahlen, 8 – 16 – 32 – 64, ergeben<br />

eine logische Reihenfolge. Durch die Veränderung der<br />

Blende wird aber nicht nur die Menge des auf den Sensor<br />

5 Lamellen<br />

<strong>Das</strong> <strong>Canon</strong> EF 28mm f/2.8 besitzt fünf Lamellen,<br />

wodurch wir bei Blende f/5.6 fünfeckige Lichter erhalten.<br />

<strong>Das</strong> <strong>Canon</strong> EF-S 17-55mm f/2.8 verfügt über sieben<br />

Lamellen, weshalb wir bei f/5.6 nahezu runde Lichter sehen.<br />

Photos: Chris George


fallenden Lichts verändert. Wie wir in der letzten Lektion<br />

(Seite 72) erklärt haben, ist die Blende auch einer der<br />

Hauptfaktoren für Schärfentiefe – durch die Blende wird<br />

bestimmt, welche Bildbereiche scharf abgebildet werden.<br />

Bei der Wahl der Blende sollten Sie also zum einen<br />

berücksichtigen, ob (und welche) Bildbereiche unscharf<br />

erscheinen sollen. Zum anderen ist die Blende von der<br />

Verschlusszeit abhängig. Je kürzer die Belichtungszeit,<br />

desto größer muss die benötigte Blende sein – oft<br />

erreicht man das nur durch eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit<br />

(ISO). Es gibt aber auch noch einen weiteren<br />

Faktor, der die Wahl der Blende beeinflusst: Jedes Objektiv<br />

erzielt bei bestimmten Blendenstufen bessere Resultate<br />

als bei anderen. Die Bildqualität und Auflösung nehmen<br />

mit zunehmend kleinerer Blende zu, allerdings nur<br />

bis zu einem bestimmten Punkt. Danach nehmen sie aufgrund<br />

von Diffraktion (siehe Kasten auf der rechten Seite)<br />

wieder ab.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

f/2.8<br />

f/8<br />

f/22<br />

Was ist<br />

Diffraktion?<br />

Licht verhält sich wie Wasser,<br />

wenn es auf eine harte<br />

Kante – wie beispielsweise<br />

die Kanten einer Blende –<br />

trifft, wird es gebeugt.<br />

Dadurch entsteht Diffraktion.<br />

Je kleiner die Blende<br />

ist, desto stärker ist die<br />

Diffraktion. Bei sehr kleinen<br />

Blenden sorgen diese<br />

leichten Kanten für ein<br />

minimal unscharfes Bild<br />

auf dem D<strong>SLR</strong>-Sensor.<br />

Testen Sie Ihr Objektiv<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Große<br />

Blenden: die<br />

Kanten<br />

verursachen<br />

eine geringe<br />

Beugung.<br />

Kleine<br />

Blende:<br />

starke<br />

Beugung<br />

des<br />

Lichts.<br />

Oft werden Sie eine Blende (zusammen mit der<br />

Verschlusszeit) so auswählen, dass Sie eine<br />

bestimmte Schärfentiefe erreichen. Es gibt jedoch<br />

Fälle, wo Schärfentiefe kaum eine Rolle spielt<br />

(wenn Sie beispielsweise eine glatte Oberfläche<br />

von oben fotografieren). Bei der Verwendung eines<br />

Stativs und statischen Motiven setzt Ihnen<br />

hingegen die Verschlusszeit kaum Grenzen. In<br />

diesen Fällen ist die Blende enorm wichtig. Die<br />

genaue Blende hängt hingegen vom Objektiv ab.<br />

Mit dieser Aufgabe sollen Sie die beste Blende<br />

Ihres Objektivs ausfindig machen.<br />

Suchen Sie ein Buch oder ein Blatt Papier<br />

mit feiner Schrift, beispielsweise die<br />

Aktien-Berichte aus Finanz-Zeitschriften.<br />

Stellen Sie Ihre Kamera so auf, dass Sie die<br />

Seite so gerade wie möglich fotografieren<br />

können. Hier bietet sich ein Stativ an.<br />

Positionieren Sie die Seite, sodass sie<br />

den größten Bereich des Suchers<br />

ausfüllt. Verwenden Sie Ihre EOS im Av-Modus<br />

(Seite 77) und wählen Sie die größte Blende<br />

aus. Fokussieren Sie und nehmen Sie ein Bild<br />

auf. Nehmen Sie das identische <strong>Foto</strong> dann mit<br />

allen ganzzahligen Blendenstufen auf.<br />

Laden Sie die Bilder auf Ihren PC und<br />

betrachten Sie diese im vergrößerten<br />

Zustand. Die Bildqualität und der Kontrast<br />

sollten mit steigend kleinerer Blende bis zu<br />

einem gewissen Punkt zunehmen –<br />

anschließend bei noch kleineren Blenden<br />

wieder abnehmen. Notieren Sie sich dann die<br />

ideale Blendenstufe für jedes Ihrer Objektive.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 79<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken Fortgeschrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 5<br />

Worum geht es bei<br />

der Verschlusszeit?<br />

1 Sek<br />

Die Verschlusszeit ist eine der wichtigsten<br />

Funktionen, um die Helligkeit Ihrer Bilder<br />

zu regulieren. Wie wir in der vorigen<br />

Lektion (Seite 76) gelernt haben, hängt die richtige<br />

Belichtung von einer Kombination aus Verschlusszeit<br />

und Blende ab. Verschlusszeiten<br />

sind jedoch einfacher zu verstehen als Blenden<br />

– auch weil eine unkomplizierte Skala verwendet<br />

wird. Die Geschwindigkeit – der Zeitraum, in<br />

dem der Verschluss geöffnet ist – wird in<br />

Sekunden(bruchteilen) gemessen. Eine Verschlusszeit<br />

von 1/1000 Sekunde lässt halb so<br />

viel Licht auf den Sensor wie eine Belichtungszeit<br />

von 1/500 Sekunde. <strong>Foto</strong>grafen stehen<br />

zahlreiche unterschiedliche Verschlusszeiten<br />

zur Verfügung – anders als bei Blende, wo auch<br />

teure Objektive nur vergleichsweise wenige<br />

Wahlmöglichkeiten bieten. Die schnellste Verschlusszeit<br />

ist bei EOS-Kameras meist 1/4000<br />

80 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

1/60 Sek<br />

oder 1/8000 Sekunde. Die längste automatische<br />

Belichtungszeit hingegen liegt bei 30<br />

Sekunden – so gelangt bis zu 250.000 Mal so<br />

viel Licht auf den Sensor. Im Bulb-Modus bleibt<br />

der Verschluss so lange geöffnet, wie Sie es wollen<br />

– so sind minutenlange oder sogar Belichtungszeiten<br />

von mehreren Stunden möglich.<br />

Präzisionsarbeit<br />

Die Verschlusszeit kontrollieren Sie mithilfe des<br />

Verschlusses – einem feinmechanischem<br />

Gerät, welches sich vor dem Bildsensor Ihrer<br />

D<strong>SLR</strong> befindet. Die Herausforderung beim<br />

Design des Verschlusses ist, auch extrem<br />

schnelle Belichtungszeiten präzise regulieren<br />

zu können. Aufgrund der starken Belastungen<br />

des Verschlusses gibt <strong>Canon</strong> für seine D<strong>SLR</strong> in<br />

der Regel an, für wie viele Auslösungen der Verschluss<br />

ausgelegt ist. Der Verschluss einer 1D<br />

1/1000 Sek<br />

Längere Verschlusszeiten sorgen für dramatische<br />

Effekte, sofern sich Objekt oder Kamera bewegen.<br />

soll 300.000 Auslösungen aushalten, eine 5D<br />

Mark II 150.000 und eine 50D 100.000. Bei Einsteiger-Systemen<br />

ist diese Angabe oft nicht zu<br />

finden, man geht jedoch von einer Lebensdauer<br />

von etwa 50.000 Auslösungen aus. Mithilfe verschiedener<br />

Programme lässt sich die Anzahl<br />

bisheriger Auslösungen ermitteln – beispielsweise<br />

mit EOSinfo (http://astrojargon.net/<br />

EOSInfo.aspx).<br />

Bewegungen erlaubt<br />

Bei der Verschlusszeit geht es – ähnlich wie bei<br />

der Blende – aber um mehr, als nur die richtige<br />

Belichtung der Bilder. So lässt sich mit der<br />

Belichtungszeit beispielsweise auch die<br />

Unschärfe im Bild regulieren. Dieser Effekt ist<br />

aber nur erkennbar, wenn sich entweder die<br />

Kamera oder das Motiv bewegen. Auch bei statischen<br />

Objekten ist die Verschlusszeit gera-


So fällt der Vorhang …<br />

Bei kurzen Verschlusszeitenwird das Bild durch einen bewegten Spalt belichtet<br />

Der Verschluss Ihrer EOS-Kamera kontrolliert, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Dafür<br />

kommen zwei „Vorhänge“ zur Anwendung. Einer öffnet sich zum Beginn der Belichtung,<br />

der andere schließt sich, um die Belichtung zu beenden. Bei längeren Verschlusszeiten<br />

sind bei manchen Belichtungen beide Vorhänge geöffnet. Bei sehr kurzen<br />

Belichtungszeiten (1/200 Sekunde und kürzer), schließt sich der zweite<br />

Vorhang bereits, während der erste noch geöffnet<br />

ist. So wird immer nur eine Spalte des Sensors der<br />

Belichtung ausgesetzt.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Die zwei-Vorhangs-Konstruktion<br />

stellt sicher, dass alle Bereiche<br />

gleichmäßig belichtet werden.<br />

Der obere Teil wird als erstes<br />

belichtet, wird aber vom zweiten<br />

Vorhang auch als Erstes wieder<br />

verdeckt.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Zum Beginn der Belichtung ist der erste<br />

Vorhang komplett geschlossen und der<br />

zweite komplett offen. Nach jedem <strong>Foto</strong><br />

werden die Verschlussvorhänge von der<br />

Kamera in diese Position zurückgesetzt<br />

– um sofort wieder auslösebereit zu sein.<br />

Sensor<br />

projiziertes Bild<br />

Herkömmliches Blitzen ist bei<br />

Verschlusszeiten, die kürzer<br />

als 1/200 oder 1/250 Sekunde<br />

sind, unmöglich, da zu keinem<br />

Zeitpunkt beide Vorhänge<br />

komplett geöffnet sind<br />

Verschluss-Bewegung bei 1/60 Sek auf<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Schritt für Schritt<br />

Verschluss-Bewegung bei 1/1000 Sek<br />

Am Ende der Belichtungszeit ist der<br />

erste Vorhang komplett geöffnet und<br />

der zweite komplett geschlossen<br />

Verschlusszeit prüfen und anpassen<br />

auf<br />

Sensor<br />

projiziertes Bild<br />

Illustration: Andy McLaughlin<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Sie erkennen die Verschlusszeit<br />

im Sucher. Drücken Sie<br />

den Auslöser halb und die<br />

Verschlusszeit erscheint im Sucher<br />

ganz links im unteren Balken.<br />

Alternativ lässt sich die<br />

Belichtungszeit bei vielen<br />

EOS-D<strong>SLR</strong>s auch auf dem LCD<br />

anzeigen. Drücken Sie dafür den<br />

Auslöser erneut halb herunter.<br />

Hochklassige D<strong>SLR</strong>s wie die<br />

40D oder 5D verfügen über<br />

ein zweites LCD, wo alle Setuprelevanten<br />

Daten zu sehen sind,<br />

unter anderem die Verschlusszeit.<br />

Am einfachsten lässt sich die<br />

Verschlusszeit im Av-, Tv- oder<br />

P-Modus kontrollieren. Mit dem<br />

Wählrad lässt sich die Verschlusszeit<br />

dann anpassen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 81<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Die Verschlusszeiten-Skala verstehen<br />

Bei <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>s können Sie zwischen zwei unterschiedlichen Verschlusszeiten-Skalen wählen<br />

– einer mit 1/2- und einer mit 1/3-Schritten (siehe Schritt für Schritt auf dieser Seite). Mit jedem<br />

ganzen Schritt wird die Menge des auf den Sensor fallenden Lichts verdoppelt (oder halbiert).<br />

Full Ganze Full stops stops Stufe 1/2 1/2-Stufe stops stops 1/3rd 1/3-Stufe 1/3rd stops<br />

stops<br />

1/4000<br />

f/2.8<br />

f/2.8<br />

1/4000 1/3000<br />

1/4000<br />

1/3200<br />

1/2000<br />

1/2000<br />

1/2500<br />

1/2000<br />

1/1500<br />

1/1500<br />

1/1250<br />

1/1000<br />

1/1000<br />

1/1000<br />

1/800<br />

1/500<br />

1/750<br />

1/500<br />

1/640<br />

1/500<br />

1/400<br />

1/350<br />

1/320<br />

1/250<br />

1/250<br />

1/250<br />

1/200<br />

1/180<br />

1/180<br />

1/125<br />

1/125<br />

1/125<br />

1/100<br />

1/90<br />

1/90<br />

1/80<br />

1/80<br />

1/60<br />

1/60<br />

1/30<br />

1/30<br />

1/60<br />

1/60<br />

1/45<br />

1/45<br />

1/30<br />

1/30<br />

1/20<br />

1/20<br />

1/60<br />

1/60<br />

1/50<br />

1/50<br />

1/40<br />

1/40<br />

1/30<br />

1/30<br />

1/25<br />

1/25<br />

1/20<br />

1/20<br />

1/15<br />

1/15<br />

1/15<br />

1/15<br />

1/15<br />

1/15<br />

Schritt für Schritt<br />

82 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Eine Stufe Eine Drittelstufe Eine Stufe = Verschlussvorhang doppelt so lange geöffnet<br />

Kurze<br />

Verschlusszeiten<br />

schnelle Zeiten = scharfe Bilder<br />

von bewegten Objekten<br />

langsame Zeiten = Unschärfe<br />

bei bewegten Objekten<br />

Lange<br />

Verschlusszeiten<br />

1/2- oder 1/3-Schritte?<br />

Ihre EOS-<br />

Kamera lässt<br />

Sie zwischen zwei<br />

Verschlusszeiten-<br />

Skalen (1/2- oder<br />

1/3-Schritte)<br />

wählen. Um die<br />

Skala zu ändern,<br />

drücken Sie den<br />

Menü-Button und<br />

scrollen Sie zu den<br />

benutzerdefinierten<br />

Einstellungen.<br />

Elektronischer<br />

Verschluss<br />

Die originale EOS-1D, welche in 2001 auf den<br />

Markt kam, besaß einen elektronischen Verschluss,<br />

der vom CCD-Sensor gesteuert wurde.<br />

Dadurch wurden Verschlusszeiten von bis zu<br />

1/16.000 Sekunde erreicht, die Blitz-Synchro-Zeit<br />

lag bei 1/500 Sekunde. Später verwendete<br />

<strong>Canon</strong> CMOS-Sensoren, welche einen mechanischen<br />

Verschluss notwendig machten, um die<br />

Belichtung zu kontrollieren. Zwar bieten diese keine<br />

solch schnellen Verschlusszeiten mehr, aufgrund<br />

vieler Vorteile sind sie dennoch sinnvoll.<br />

de beim Freihand-<strong>Foto</strong>grafieren entscheidend –<br />

schon die geringste Bewegung der Kamera verursacht<br />

ein unscharfes Bild. Ist die Belichtungszeit<br />

kurz genug, werden diese Bewegungen nicht festgehalten.<br />

Ab welcher Verschlusszeit ein Bild in der<br />

Regel unscharf wird, hängt von unterschiedlichen<br />

Faktoren ab (beispielsweise von einem bildstabilisierten<br />

Objektiv oder vom Wind). Der wichtigste<br />

Faktor ist jedoch die Brennweite des Objektivs. Je<br />

weiter Sie in eine Szene hineinzoomen (und je<br />

geringer das Blickfeld wird), desto eher sind<br />

Kamera-Verwacklungen erkennbar. Je höher die<br />

Brennweite Ihres Objektivs ist, desto kürzer sollte<br />

auch die Belichtungszeit sein. Als Richtlinie gilt,<br />

dass die Verschlusszeit im längsten Fall der<br />

Brennweite entsprechen soll. Bei einem 50-mm-<br />

Objektiv sollten Sie also Zeiten von höchstens<br />

1/50 Sekunde nutzen. Durch die Verwendung<br />

eines Stativs werden solche Probleme natürlich<br />

gänzlich eliminiert und Ihnen sind bei der Wahl der<br />

Belichtungszeit und somit auch bei der Wahl der<br />

Blende keine Grenzen gesetzt. Die Bewegung<br />

Ihrer Motive spielt auch eine Rolle. Soll Ihr Motiv<br />

Die genaue Bezeichnung hängt vom<br />

jeweiligen EOS-Modell ab. Wählen Sie<br />

Exposure Level Increments und aktivieren Sie<br />

im Anschluss die von Ihnen bevorzugte Skala<br />

– wir empfehlen 1/2-Schritte.


komplett scharf abgebildet werden, müssen Sie<br />

eine sehr schnelle Verschlusszeit wählen. Die<br />

richtige Wahl hängt dabei auch von der Größe<br />

des Objekts im Bild und von der Bewegungsrichtung<br />

ab. Falls sich Ihr Motiv direkt durch den<br />

Bildausschnitt bewegt, benötigen Sie eine kürzere<br />

Belichtungszeit, als wenn es sich auf die<br />

Kamera zu bewegt. Je größer Ihr Objekt im Bild<br />

erscheint, desto schneller muss die Verschlusszeit<br />

sein. Sie müssen Bewegungen aber nicht<br />

immer einfrieren – viele Motive wirken eindrucksvoller,<br />

wenn sie mit langen Verschlusszeiten<br />

aufgenommen werden. Die Kunst ist<br />

hierbei, eine Verschlusszeit zu wählen, die die<br />

Unschärfe gewollt aussehen lässt. Ein Stativ ist<br />

zudem zum einen nützlich, um statische Szenen<br />

scharf zu fotografieren. Zum anderen hilft<br />

es auch, bewegte Objekte künstlerisch verschwommen<br />

festzuhalten.<br />

ihre Aufgabe!<br />

Verschluss in Funktion<br />

Fokusebene<br />

EOS-<strong>SLR</strong>s nutzen<br />

einen sogenannten<br />

vertikalen Schlitzverschluss<br />

– die<br />

Vorhänge öffnen und<br />

schließen sich und<br />

sind vor dem Sensor<br />

zu finden.<br />

Doppelvorhang<br />

Der Verschluss-<br />

Mechanismus ist aus<br />

zwei hauchdünnen<br />

Vorhängen konstruiert.<br />

Einer fällt zu Beginn, der<br />

zweite fällt Ende<br />

der Belichtung.<br />

Motor<br />

Der Verschluss-<br />

Mechanismus<br />

besitzt einen<br />

eigenen Motor, um<br />

die Verschluss-<br />

Vorhänge zu<br />

kontrollieren. Ein<br />

weiterer Motor<br />

steuert den<br />

Spiegel, welcher<br />

beim Auslösen<br />

hochgeklappt wird.<br />

Ausdauer<br />

Die Lebensdauer<br />

variiert je nach<br />

Modell. Eine<br />

aktuelle EOS-1D<br />

ist auf 300.000<br />

Auslösungen<br />

ausgelegt.<br />

Bewegung einfrieren – unscharf arbeiten?<br />

Mitzieher<br />

1/10 sec<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Jonny Gawler<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

1/10 sec<br />

1/250 sec<br />

1/1000 sec<br />

Einer der <strong>große</strong>n Vorteile einer D<strong>SLR</strong><br />

ist, dass Sie die Wahl haben, ob Sie<br />

Bewegungen einfrieren oder artistisch<br />

verwischen lassen wollen. Für diese<br />

Aufgabe benötigen Sie einen Freiwilligen<br />

als bewegtes Motiv. Die Person<br />

muss sich einige Male an Ihnen (zu<br />

Fuß oder mit dem Fahrrad) an Ihnen<br />

vorbeibewegen.<br />

Wählen Sie als Belichtungsmodus<br />

Tv und setzen Sie<br />

ISO bei 400 fest. Montieren Sie<br />

die Kamera auf einem Stativ und<br />

wählen Sie den kontinuierlichen<br />

(AI Focus) Autofokus aus.<br />

Setzen Sie eine Verschlusszeit<br />

von 1/4000 Sekunde fest<br />

(auf dem LCD steht u. U. 4.000).<br />

Wenn die Blenden-Zahl blinkt,<br />

benötigen Sie eine höhere ISO-<br />

Empfindlichkeit. <strong>Foto</strong>grafieren Sie<br />

anschließend eine kleine Serie<br />

Ihres Freiwilligen.<br />

Wiederholen Sie dies mit<br />

langsameren Verschlusszeiten.<br />

Probieren Sie 1/1000s,<br />

1/250s, 1/60s, 1/15s und 1/4s aus.<br />

Sie erhalten unterschiedliche<br />

Effekte.<br />

Betrachten Sie jedes Ihrer<br />

Bilder am Computer genauer.<br />

Welche Verschlusszeit friert die<br />

Szene perfekt ein – und welche lässt<br />

die Bewegung verschwimmen?<br />

Als optionale Aufgabe für<br />

Fortgeschrittene: Wiederholen<br />

Sie die Übung mit der Mitzieher-Technik.<br />

Ziehen Sie Ihre<br />

Kamera mit der Bewegung des<br />

Freiwilligen mit. Achten Sie auf die<br />

passendsten Verschlusszeiten.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 83<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Chris George<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 6<br />

Wann nutze ich<br />

welchen Modus?<br />

Wenn Ihnen nur<br />

eine sehr kurze<br />

Verschlusszeit<br />

wichtig ist, ist die<br />

Zeitautomatik (Av)<br />

die richtige Wahl.<br />

Für künstlerische<br />

Effekte wie<br />

Unschärfe wählen<br />

Sie die Blendenautomatik<br />

(Tv).<br />

84 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

<strong>Das</strong> Wählrad Ihrer Kamera besitzt oft ein<br />

Dutzend Funktionen oder mehr – es ist<br />

aber nicht offensichtlich, was diese alle<br />

machen. Wie wir herausfinden werden, sind einige<br />

dieser Belichtungsmodi nützlicher als andere. In<br />

den letzten Lektionen haben wir uns mit der Wahl<br />

der passenden Blende und Verschlusszeit<br />

beschäftigt. Wir haben herausgefunden, wie die<br />

Blende die Schärfentiefe beeinflusst und wie wir<br />

mit der passenden Verschlusszeit gestochen<br />

scharfe <strong>Foto</strong>s – oder auch eine künstlerische<br />

Unschärfe – erhalten. Wenn Sie eine bestimmte<br />

Verschlusszeit (oder Blende) auswählen, muss die<br />

Blende (oder die Verschlusszeit) dementsprechend<br />

angepasst werden. Der Belichtungsmodus<br />

regelt dabei, welche Settings Sie vornehmen und<br />

welche Einstellungen Sie der Kamera überlassen.<br />

Die Belichtungsmodi einer typischer EOS-D<strong>SLR</strong><br />

lassen sich in drei unterschiedliche Typen<br />

einteilen. Die traditionellen Modi werden auch als<br />

„kreative Modi“ bezeichnet – hierzu zählen M, Av,<br />

Tv und P. Hier bestimmen Sie stets die exakte<br />

Verschlusszeit oder die Blende, sodass Sie<br />

bestimmte Effekte erzielen können.<br />

Bezaubernde Bilder<br />

Zur zweiten Gruppe zählen die Basic-Modi.<br />

Hierbei handelt es sich um automatische<br />

Belichtungsmodi, bei denen die Kamera die<br />

Blende und die Verschlusszeit einstellt. Diese<br />

Modi werden mit Porträt oder Sport bezeichnet<br />

und bieten eine One-Size-Fits-All-Lösung für<br />

beliebte <strong>Foto</strong>motive. Unglücklicherweise treffen<br />

diese Modi häufig falsche Entscheidungen. Der


Belichtungsmodi kennen<br />

Alle Funktionen des Einstellrads auf einen Blick<br />

Die Anzahl der Belichtungsmodi, die Ihnen zur Verfügung stehen, hängt von Ihrer EOS-<br />

Kamera ab. Manche Modi (beispielsweise CA) finden sich nur auf sehr neuen Kameras,<br />

manche Modi der Basic-Sektion hingegen sind auf High-End-Modellen wie der EOS<br />

5D oder 7D nicht zu finden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Optionen<br />

einer 550D.<br />

Vollautomatik<br />

Der „Idioten-Modus“ mit dem grünen Quadrat – die Kamera<br />

nimmt alle Einstellungen automatisch vor.<br />

Kreativ-Automatik<br />

Nur bei neueren D<strong>SLR</strong>s. Lässt Sie auf einfache Weise<br />

Bildhelligkeit, Schärfentiefe und Farbton anpassen.<br />

Manuelle Belichtungseinstellung<br />

Sie legen Blende und Verschlusszeit fest, die<br />

Kamera zeigt eine Belichtungsmessung an.<br />

Zeitautomatik<br />

Sie entscheiden sich für eine Blende, die<br />

Kamera wählt die passende Verschlusszeit.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Landschafts-Modus<br />

Wählt eine Blende für maximale Schärfentiefe, überschreibt<br />

aber andere Einstellungen (siehe Seite 86).<br />

Nahaufnahmen-Modus<br />

Wählt für unscharfe Hintergründe <strong>große</strong> Blende aus,<br />

überschreibt manche Einstellungen (siehe Seite 86).<br />

Sport-Modus<br />

Wählt kurze Verschlusszeit, um Szene einzufrieren. Überschreibt<br />

auch andere Einstellungen (siehe Seite 86).<br />

Nachtporträt-Modus<br />

Kombiniert den Blitz mit einer langen Verschlusszeit,<br />

überschreibt andere Einstellungen (siehe Seite 86).<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Blendenautomatik<br />

Sie wählen die Verschlusszeit, die Kamera<br />

wählt die Blende aus.<br />

Illustrations: Andy McLaughlin<br />

Programmautomatik<br />

Kamera legt Blende und Verschlusszeit fest<br />

– Sie können die Settings aber anpassen.<br />

Video-Aufnahmen<br />

Modus für HD-Video-Aufnahmen, nur bei neueren<br />

EOS-Kameras zu finden.<br />

Porträt-Modus<br />

Legt für einen unscharfen Hintergrund eine <strong>große</strong> Blende<br />

fest, überschreibt aber andere Einstellungen (siehe Seite 86).<br />

Schritt für Schritt<br />

Blitz-aus-Modus<br />

Vollautomatik-Modus, der den Blitz<br />

deaktiviert (siehe Seite 86).<br />

Schärfentiefenautomatik<br />

Optimiert Blende und Fokus um sicherzustellen, dass<br />

wichtige Bereiche scharf sind (siehe Seite 86).<br />

So stellen Sie den P-Modus richtig ein<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Wählen Sie mit dem Einstellrad<br />

die Programmautomatik (P) .<br />

Blende und Verschlusszeit werden<br />

abhängig von Ihrem ISO-Modus, der<br />

Belichtungsmessung und dem<br />

Objektiv von der Kamera eingestellt.<br />

Die Einstellungen sind nur<br />

Vorschläge – achten Sie auf<br />

Verschlusszeit und Blende. Drücken<br />

Sie den Auslöser halb herunter und<br />

kontrollieren Sie die Werte im<br />

Sucher oder auf dem LCD.<br />

Wenn Sie eine kürzere<br />

Verschlusszeit oder größere<br />

Blende nutzen möchten, drehen<br />

Sie das Rad hinter dem Auslöser im<br />

Uhrzeigersinn nach rechts. Die<br />

Einstellungen ändern sich.<br />

Wenn Sie eine längere Verschlusszeit<br />

oder kleinere Blende nutzen<br />

möchten, drehen Sie das Rad hinter<br />

dem Auslöser bis zu den gewünschten<br />

Einstellungen gegen den Uhrzeigersinn<br />

nach links.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 85<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Die Basis-Modi verstehen<br />

Viele EOS-Kameras verfügen über Bildsymbol-Programme. Diese Modi verwenden die<br />

Standard-Belichtungsmessung, deaktivieren die Belichtungskorrektur und wählen die ISO-<br />

Empfindlichkeit automatisch aus. <strong>Das</strong> Raw-Format wird (außer bei der 50D) nicht unterstützt.<br />

Der A-DEP-Modus legt<br />

automatisch eine Blende und<br />

eine Verschlusszeit fest. Die Blende<br />

wird so gewählt, dass die wichtigen<br />

Objekte des Bildes im Schärfentiefen-Bereich<br />

liegen.<br />

Porträt-Modus<br />

Priorität: Schärfentiefe begrenzen. Belichtungs-Programm: größtmögliche<br />

Blende, die den Hintergrund verschwimmen lässt. Bild-Stil: Porträt.<br />

Aufnahme-Modus: kontinuierlich. AF-Modus: One-shot. Blitz: Auto (mit<br />

Rote-Augen-Korrektur).<br />

Landschafts-Modus<br />

Priorität: Schärfentiefe maximieren. Belichtungs-Programm: wählt kleinste<br />

Blende aus, welche bei herrschenden Lichtverhältnissen sinnvoll ist. Bild-Stil:<br />

Landschaft. Aufnahme-Modus: ein Bild. AF-Modus: One-shot. Blitz:<br />

deaktiviert.<br />

Nahaufnahmen-Modus<br />

Priorität: Schärfentiefe begrenzen. Belichtungs-Programm: wählt größtmögliche<br />

Blende aus, welche bei herrschenden Lichtverhältnissen sinnvoll<br />

scheint. Bild-Stil: Standard. Aufnahme-Modus: ein Bild. AF-Modus:<br />

One-shot. Blitz: Auto.<br />

Sport-Modus<br />

Priorität: Bewegungen einfrieren. Belichtungs-Programm: wählt die<br />

kürzeste Verschlusszeit aus, welche bei herrschenden Lichtverhältnissen<br />

möglich ist. Bild-Stil: Standard. Aufnahme-Modus: kontinuierlich. AF-<br />

Modus: AI Servo. Blitz: deaktiviert.<br />

Nachtporträt-Modus<br />

Priorität: ausgeglichene Belichtung zwischen Low-Light-Hintergrund und<br />

nahem Motiv. Belichtungs-Programm: langsame Verschlusszeit, sodass der<br />

Hintergrund nicht zu dunkel ist. Bild-Stil: Standard. Aufnahme-Modus: ein<br />

Bild. AF-Modus: One-shot. Blitz: Auto.<br />

Blitz-aus-Modus<br />

Priorität: für Low-Light-Szenen, wo ein Blitz nicht nötig oder verboten ist.<br />

Belichtungs-Programm: wählt Verschlusszeit und Blende für eine dezente<br />

Low-Light-Belichtung. Bild-Stil: Standard. Aufnahme-Modus: ein Bild.<br />

AF-Modus: AI Focus. Blitz: deaktiviert.<br />

Schritt für Schritt<br />

86 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Den kniffligen A-DEP-Modus meistern<br />

Der A-DEP-Modus wählt für<br />

maximale Schärfentiefe nicht<br />

nur die Blende aus, er optimiert<br />

auch die Fokus-Punkte – am<br />

Objektiv muss daher AF (und nicht<br />

MF) eingestellt sein.<br />

Drücken Sie den Auslöser<br />

halb herunter, der A-DEP-<br />

Modus misst dann die Distanz aller<br />

AF-Punkte. Scharfe Punkte werden<br />

mit einem roten Licht gekennzeichnet.<br />

Porträt-Modus wird so immer eine <strong>große</strong> Blende<br />

einstellen, um den Hintergrund unscharf zu<br />

fotografieren – das passt aber nicht zu allen<br />

Porträt-Bildern. Problematisch für viele ambitionierte<br />

<strong>Foto</strong>grafen ist außerdem, dass die Kamera<br />

bei diesen Modi auch andere Einstellungen<br />

selbstständig verändert. So haben Sie keinen<br />

Einfluss auf den Autofokus-Modus und den<br />

Weißabgleich – oft wird die Kamera außerdem<br />

nicht im RAW-Format fotografieren.<br />

In der dritten Gruppe sind gemischte Modi zu<br />

finden. <strong>Das</strong> A-DEP-Setup beispielsweise ist eine<br />

intelligente Option, welche mithilfe des Mehrfeld-<br />

Autofokus versucht, die Schärfentiefe im<br />

Hauptbereich Ihres Bildes zu maximieren. Der<br />

Modus kann sehr hilfreich sein – muss aber mit<br />

Sorgfalt verwendet werden (siehe Schritt-für-<br />

Schritt-Anleitung).<br />

Tv oder Av?<br />

Am wichtigsten ist es, den Umgang mit den Modi<br />

der ersten Gruppe zu lernen. Aber welcher<br />

Modus ist der beste? Av oder Tv? P oder M? Oft<br />

hängt die Wahl vom persönlichen Geschmack<br />

des <strong>Foto</strong>grafen ab. Es ist jedoch sinnvoll, die<br />

Vorteile jedes Modus kennenzulernen. Av<br />

beschreibt die Zeitautomatik beziehungsweise<br />

die Blendenvorwahl. Bei diesem Modus stellen<br />

Sie die Blende ein, die Verschlusszeit wird für<br />

eine passende Belichtung von der Kamera<br />

ausgewählt (basierend auf dem ISO-Modus, der<br />

Helligkeit der Szene und der gewählten Belichtungsmessung).<br />

Av ist zweifelsohne der<br />

vielseitigste Modus. Trotz des Namens Blendenvorwahl<br />

lässt sich mit diesem Modus auch eine<br />

bestimmte Verschlusszeit leicht wählen – drehen<br />

Sie so lange am Blenden-Wählrad, bis die<br />

gewünschte Verschlusszeit erscheint.<br />

Tv funktioniert genau andersherum und steht<br />

für Blendenautomatik. In diesem Modus<br />

entscheiden Sie sich für eine Verschlusszeit, die<br />

Kamera legt die Blende fest. Dieser Modus ist oft<br />

nicht so nützlich wie Av, da die Kamera in vielen<br />

Überprüfen Sie, welche<br />

AF-Punkte aktiv sind – Bereiche,<br />

die scharf erscheinen sollen,<br />

müssen aufleuchten. Auch kleine<br />

Anpassungen machen bei der finalen<br />

Komposition <strong>große</strong> Unterschiede.


Der manuelle Modus<br />

Einige erfahrene <strong>Foto</strong>grafen bevorzugen den<br />

manuellen Modus. Viele tun dies aufgrund von<br />

Angewohnheit – bei älteren Kameras, mit<br />

denen viele ältere <strong>Foto</strong>grafen ihr Handwerk gelernt<br />

haben, war nur der manuelle Modus verfügbar.<br />

<strong>Foto</strong>grafen waren daher gezwungen, alle<br />

Einstellungen selbst vorzunehmen. In bestimmten<br />

Situationen ist der manuelle Modus aber auch<br />

heutzutage noch sinnvoll – beispielsweise, wenn Sie<br />

die Belichtungsmessung gezielt ignorieren oder nur<br />

als Anhaltspunkt nutzen wollen. Auch im manuellen<br />

Modus sehen Sie im Sucher jedoch eine Wertung der<br />

von Ihnen gewählten Einstellungen. Der Modus bietet<br />

sich besonders in Kombination mit einem Studio-<br />

Blitz an, wenn Blende und Verschlusszeit dem Motiv<br />

angepasst sind, der Blitz aber für eine bessere<br />

Belichtung sorgen soll. Auch bei Serienaufnahmen ist<br />

der manuelle Modus hilfreich.<br />

Fällen keine zur Verschlusszeit passende Blende<br />

findet. Die Zahl der verfügbaren Blenden ist<br />

wesentlich geringer als die Zahl der Verschlusszeiten<br />

– üben Sie daher besser das Finden der<br />

richtigen Blende. Im manuellen Modus legen Sie<br />

sowohl die Blende als auch die Verschlusszeit<br />

fest; in der oberen Box zeigen wir einen Anwendungsbereich<br />

dieses Modus. Der letzte kreative<br />

Modus heißt P und steht für Programm. Dieser<br />

Modus eignet sich hervorragend zum Einstieg in<br />

die kreativen Belichtungsmodi. Die Kamera<br />

wählt hier sowohl Blende und Verschlusszeit so,<br />

dass Sie voraussichtlich ein scharfes Bild<br />

erhalten – die gewählten Werte lassen sich aber<br />

mithilfe des Wählrads leicht anpassen. Mit<br />

Ausnahme der Basic-Modi haben Sie in allen<br />

anderen Belichtungsmodi die volle Kontrolle<br />

über sonstige Einstellungen an Ihrer Kamera.<br />

Der manuelle Modus eignet sich für die<br />

Studio-<strong>Foto</strong>grafie (oben), oder beim<br />

<strong>Foto</strong>grafieren vor schwarzem<br />

Hintergrund (rechts).<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Es ist wichtig zu lernen, dass die exakte Wahl<br />

des Belichtungsmodus nicht entscheidend ist<br />

– in vielen Situationen erhalten Sie mit allen<br />

Kreativ-Programmen identische Kombinationen<br />

aus Blende und Verschlusszeit. Nutzen Sie<br />

diese Aufgabe, um neue Modi auszuprobieren.<br />

Finden Sie ein Motiv für eine Nahaufnahme.<br />

Wir haben einen Frosch<br />

genutzt, ein Ornament einer Uhr ist aber<br />

sicher eine einfachere Option.<br />

Stellen Sie mit dem Einstellrad den<br />

P-Modus ein. Wählen Sie dann die<br />

größtmögliche Blende aus (typischerweise<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Neue Modi testen!<br />

f/2.8 oder f/5.6) und machen Sie ein <strong>Foto</strong>.<br />

Wiederholen Sie das im Av-Modus. Legen<br />

Sie mit dem Einstellrad wieder die<br />

größtmögliche Blende fest.<br />

Machen Sie ein weiteres Bild, nutzen Sie<br />

jetzt den Tv-Modus und stellen Sie dafür<br />

erneut die größtmögliche Blende ein.<br />

Nutzen Sie für Ihr letztes Bild den<br />

manuellen Modus. Wählen Sie größtmögliche<br />

Blende und eine passende Verschlusszeit<br />

aus, sodass die Kamera eine ausgeglichene<br />

Belichtung anzeigt.<br />

Chris George<br />

Chris George<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Achten Sie vor allem auf die<br />

Blende. Wenn die Angabe blinkt,<br />

kann der A-DEP-Modus – u. U. trotz der<br />

maximalen Blende – die Kamera nicht so<br />

einstellen, dass alle Bereiche gestochen<br />

scharf erscheinen.<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Chris George<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 7<br />

Was sind Belichtungsmessungen?<br />

Selektiv<br />

Die Mehrfeldmessung<br />

eignet<br />

sich für<br />

dezentrale<br />

Porträts, die<br />

mittenbetonte<br />

Integralmessung<br />

für Motive, die<br />

sich in der<br />

Bildmitte<br />

befinden.<br />

Mittenbetont<br />

Um eine korrekte Belichtung zu erhalten, ist<br />

die Wahl der richtigen Belichtungsmessmethode<br />

entscheidend. In den letzten<br />

Lektionen dieser <strong>Foto</strong>schule haben wir uns über<br />

Verschlusszeiten, Blenden und Belichtungsmodi<br />

informiert – bevor Sie diese aber richtig einstellen<br />

können, müssen Sie die Helligkeit der Szene<br />

messen. Hierfür stehen Ihnen die verschiedenen<br />

Belichtungsmessungsmodi zur Verfügung. Ihre<br />

EOS-D<strong>SLR</strong> bietet natürlich ein integriertes<br />

Messverfahren an. Unglücklicherweise müssen<br />

Sie aber mehr tun, als nur die Messung zu<br />

aktivieren. Prinzipiell kann die Helligkeit innerhalb<br />

eines Bildes stark variieren. So erscheint der<br />

88 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Wählen Sie die Spotoder<br />

Selektivmessung,<br />

wenn Ihr Motiv<br />

wesentlich heller/<br />

dunkler als der<br />

Hintergrund ist.<br />

Himmel beispielsweise meist wesentlich heller als<br />

der Vordergrund – dann benötigen Sie eine Art<br />

Durchschnittsmessung. Den richtigen Durchschnitt<br />

zu finden ist aber auch nicht einfach, da<br />

der Hauptbereich Ihres Bildes (je nach Komposition)<br />

auch unterschiedlich hell sein wird. <strong>Canon</strong>-DS-<br />

LRs bieten aus diesem Grund verschiedene<br />

Belichtungsmessungen – die meisten Kameras<br />

verfügen über drei oder vier Modi (bei Basic-Modellen<br />

fehlt oft die Spot-Messung). Einige dieser<br />

Modi sind in bestimmten Situationen passender<br />

als andere. Es gibt jedoch nicht immer nur eine<br />

einzige, richtige Entscheidung – bei der Wahl des<br />

Modus für ein Szenario spielt auch die<br />

Spot<br />

Die 18%-Regel<br />

18% Grau<br />

18% Grüntöne<br />

18% Rottöne<br />

18% Blautöne<br />

Jede Messmethode nimmt eine gleichmäßige<br />

Verteilung der Helligkeit über die<br />

verschiedenen Messbereiche hinweg an.<br />

Der durchschnittliche Grauton reflektiert<br />

18 Prozent des Lichts dieses Bildbereichs.<br />

Bei dieser durchschnittlichen<br />

Helligkeit wird jede Farbe berücksichtigt.


Belichtungsmessungen auf einen Blick<br />

Wie die Modi funktionieren und wann Sie zum Einsatz kommen<br />

Punktmessung<br />

Die Punktmessung (auch<br />

Spotmessung) misst die<br />

Intensität des Lichts nur in<br />

einem kleinen Bereich um die Bildmitte herum.<br />

Der Durchschnitt wird durch Messung von 2 bis<br />

4 Prozent des Bildes berechnet (je nach Modell).<br />

Nicht alle D<strong>SLR</strong>s verfügen über diesen Modus.<br />

Dieser 3D-Graph zeigt den gemessenen<br />

Bereich der Punktmessung.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Der mittlere Kreis im Sucher zeigt ungefähr,<br />

welcher Bereich gemessen wird.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Selektivmessung<br />

Alle EOS-D<strong>SLR</strong>s bieten diesen<br />

Modus. Er misst die Intensität<br />

des Lichtes in einem etwas<br />

größeren Bereich als die Spotmessung. Der<br />

Durchschnitt wird durch 8 bis 13 Prozent<br />

(abhängig vom Kameramodell) des Bildes<br />

berechnet.<br />

Mittenbetonte<br />

Integralmessung<br />

Sie misst die Intensität<br />

des Lichts im ganzen Bild,<br />

schenkt den mittleren Bereichen aber größere<br />

Beachtung. Anders als bei der Mehrfeldmessung<br />

wird der Fokus nicht beachtet, sodass für jedes<br />

Bild das gleiche Schema verwendet wird. Messmethode<br />

ist bei allen EOS-D<strong>SLR</strong>s verfügbar.<br />

Mehrfeldmessung<br />

Der Standard-Modus ist die<br />

Mehrfeldmessung – dieser<br />

kommt in den Basis-Belichtungsmodi<br />

(siehe Seite 84) automatisch zum<br />

Einsatz. <strong>Das</strong> Licht wird überall gemessen, bei der<br />

Durchschnittsberechnung werden die Fokus-<br />

Bereiche stärker gewichtet.<br />

Schritt für Schritt<br />

Der Graph der Selektivmessung<br />

deckt mehr des Bildes ab.<br />

Der Graph ist in der Bildmitte höher,<br />

da diese Bereiche stärker beachtet<br />

werden.<br />

Der Graph dieser Messung<br />

verändert seine Form, je nachdem<br />

wo sich das Motiv befindet.<br />

Die Abdeckung der Selektivmessung geht<br />

etwas über das Zentrum des Suchers hinaus.<br />

Die Hauptmessbereiche liegen bei den sieben<br />

zentralen Fokuspunkten.<br />

Die Hauptbereiche hängen davon ab, welche<br />

AF-Punkte genutzt werden.<br />

Die Belichtungsmessung ändern<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Drücken Sie den Belichtungsmessungs-Button<br />

– symbolisiert<br />

durch ein augenförmiges Icon<br />

in einem Rechteck. Bei einigen<br />

Kameras ist das gewünschte Menü<br />

über das Quick Menü erreichbar.<br />

Sie haben drei oder vier Modi<br />

zur Auswahl. Die Icons<br />

symbolisieren (von links nach<br />

rechts) die Mehrfeld-, Selektiv-,<br />

Spot- und Integralmessung.<br />

Nutzen Sie das Rädchen<br />

(oder die Cursor-Tasten<br />

neben dem LCD) Ihrer EOS-<br />

D<strong>SLR</strong>, um von einer Messmethode<br />

zur nächsten zu<br />

wechseln.<br />

Bei einigen neueren<br />

Kameras müssen Sie die<br />

ausgewählte Belichtungsmessmethode<br />

noch mit dem<br />

Drücken des zentralen<br />

Set-Buttons bestätigen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 89<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Auf den Kontrast achten<br />

Unglücklicherweise kann Ihre EOS-D<strong>SLR</strong> nur einen gewissen Umfang an Farbtönen<br />

registrieren – und nicht, wie das menschliche Auge, die ganze Helligkeit der Szene erkennen.<br />

<strong>Das</strong> führt bei High-Contrast-Szenen – beispielsweise wenn Sie mittags bei hoch stehender<br />

Sonne, gegen das Licht oder Nachtlandschaften fotografieren – zu Problemen. In solchen<br />

Fällen spielt es keine Rolle, welche Belichtungsmessung Sie auswählen, da entweder bei den<br />

Highlights oder bei den Schatten Details verloren gehen. Solange Sie Ihre Komposition nicht<br />

verändern, ist die beste Belichtung ein Kompromiss: Sie müssen entscheiden, welche<br />

Bildbereiche am wichtigsten sind und somit weiterhin detailreich erscheinen sollen. Bei der<br />

Outdoor-<strong>Foto</strong>grafie ist es in der Regel sinnvoll, darauf zu achten, dass wichtige Bereiche nicht<br />

überbelichtet werden – dunkle Bereiche lassen sich im Nachhinein noch aufhellen.<br />

Modell<br />

1000D 10% – 7 AF-Punkte 35 Bereiche<br />

1100D<br />

1200D<br />

450/500D<br />

70D<br />

Schritt für Schritt<br />

Drücken Sie den Auslöser<br />

Ihrer EOS halb herunter,<br />

wird die Belichtungsmessung<br />

aktiv. Im Sucher und auf dem<br />

LCD finden Sie dann die<br />

Belichtungsmessung.<br />

9%<br />

7.7%<br />

4%<br />

3%<br />

90 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

9 AF-Punkte<br />

19 AF-Punkte<br />

Richten Sie die Kamera auf<br />

das Motiv oder den Bereich,<br />

den Sie messen wollen. Drücken Sie<br />

die Stern-Taste auf der Kamera-<br />

Rückseite, um die Belichtungsmessung<br />

zu arretieren.<br />

35 Bereiche<br />

100/550/600/650/700D 9% 4% 9 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

7D<br />

6D<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

EOS-Belichtungsmessung nach Modellen<br />

Selektiv<br />

10%<br />

10%<br />

9.4%<br />

8%<br />

Spot<br />

2.3%<br />

3.5%<br />

Mehrfeld<br />

19 AF-Punkte<br />

11 AF-Punkte<br />

Bereiche<br />

63 Bereiche<br />

50D 9% 3.8% 9 AF-Punkte 35 Bereiche<br />

60D 6.5% 2.8% 9 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

5D Mk II 8% 3.5% 9 AF-Punkte 35 Bereiche<br />

5D Mk III 6.2% 1.5% 61 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

63 Bereiche<br />

63 Bereiche<br />

1D Mk IV 13.5% 3.8% 45 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

1Ds Mk III 8.5% 2.4% 19 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

1D X 6.5% 2.5% 61 AF-Punkte 63 Bereiche<br />

–<br />

–<br />

9 AF-Punkte<br />

9 AF-Punkte<br />

63 Bereiche<br />

63 Bereiche<br />

Im Sucher erscheint nun<br />

ein grüner Stern, der die<br />

Aktivierung der Feststellung<br />

signalisiert. Setzen Sie Ihr Bild<br />

neu zusammen und nutzen Sie<br />

die gespeicherte Messung.<br />

Bei High-Contrast-Szenen gibt es keine ideale<br />

Belichtung – entweder ist der Himmel (dafür<br />

nicht das Boot) oder das Boot (dafür nicht der<br />

Himmel) richtig belichtet.<br />

persönliche Erfahrung eine Rolle. Die verbreitetste<br />

Belichtungsmessung – welche auch beim<br />

Auspacken Ihrer Kamera eingestellt ist – ist die<br />

Mehrfeldmessung. Um auf einen anderen Modus<br />

zu wechseln, müssen Sie unter Umständen den<br />

Belichtungsmodus (zu M, Av, Tv oder P) ändern.<br />

Die Mehrfeldmessung ist zweifelsohne der<br />

aufwendigste Belichtungs-Modus. Der Modus<br />

analysiert die Szene und versucht zu erkennen,<br />

was für eine Art Bild Sie gerade aufnehmen.<br />

Daraufhin übermittelt er durch die Zuhilfenahme<br />

der durchschnittlichen Helligkeit eine passende<br />

Verschlusszeit-Blenden-Kombination. Die<br />

Mehrfeldmessung unterteilt die Szene in mehrere<br />

Die Belichtungs-Feststellung nutzen<br />

Wenn Sie die Belichtungsarretierung<br />

wieder entfernen<br />

möchten, drücken Sie<br />

die Taste rechts des Sterns. Der<br />

grüne Stern verschwindet<br />

daraufhin aus dem Sucher.<br />

Chris George


Zonen, so stehen der Kamera mehrere Messungen<br />

zur Verfügung. Außerdem nutzt dieser<br />

Modus Informationen vom Autofokus, um<br />

herauszufinden, wo sich Ihr Hauptmotiv befindet.<br />

Wenn der Fokuspunkt also beispielsweise im<br />

linken Bildbereich liegt, wird sich die Mehrfeldmessung<br />

auf diesen Bereich konzentrieren. Bei<br />

Verwendung des manuellen Fokus konzentriert<br />

sich die Messung auf die Bildmitte. Die mittenbetonte<br />

Integralmessung hingegen ignoriert den<br />

Fokus und nimmt grundsätzlich an, dass sich Ihr<br />

Motiv in der Bildmitte befindet, was auch bei<br />

vielen Bildern zutrifft. Außerdem ist leicht<br />

vorherzusehen, wann dieser Modus falsche<br />

Informationen liefert – so lässt sich einfach<br />

erkennen, wann eine Belichtungskorrektur<br />

notwendig ist. Auch wenn das Motiv sich nicht<br />

exakt in der Mitte befindet, kann diese Belichtungsmessung<br />

in Verbindung mit der Belichtungs-Feststellung<br />

dennoch zu einem passenden<br />

Resultat führen.<br />

Punkt- und Selektivmessung<br />

Bei <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>s finden sich noch zwei weitere<br />

Modi: die Selektiv- und Punktmessung (häufig<br />

auch Spotmessung). Diese Modi arbeiten<br />

einfacher und berücksichtigen nur einen kleinen<br />

Bereich für die Messung – der restliche Bereich<br />

wird ignoriert. Der Unterschied zwischen den<br />

Modi liegt darin, dass der berücksichtigte<br />

Bereich der Selektivmessung ungefähr dreimal<br />

so groß wie der der Punktmessung ist. Folgerichtig<br />

ist die Punktmessung daher präziser,<br />

allerdings von der Anwendung her auch<br />

schwieriger, da Sie einen Punkt auswählen<br />

Eine Frage des<br />

Ausgleichs<br />

Erwarten Sie nicht, dass Sie bei all Ihren<br />

Bildern eine Belichtungsmessung finden<br />

werden, die für eine ideale Belichtung sorgt.<br />

Oft ist es wichtig, zusätzlich zur Belichtungsmessung<br />

die Belichtungskorrektur zu<br />

nutzen, um das gewünschte Resultat zu<br />

erzielen. <strong>Das</strong> ist vor allem bei unkonventionellen<br />

Bildern, bei denen die Belichtungsmessmethoden<br />

der EOS-D<strong>SLR</strong>s falsche<br />

Annahmen treffen, notwendig. Ein Beispiel<br />

dafür ist eine Szene, welche überwiegend<br />

aus hellen Farbtönen besteht – wie bei<br />

Schnee oder Knoblauchzehen, wie in<br />

unserem Beispiel. Hier benötigen Sie eine<br />

Belichtungskorrektur von +1 oder +2. Bei<br />

sehr dunklen Szenen muss die Belichtungskorrekturzahl<br />

folgerichtig negativ sein.<br />

Nutzen Sie bei Weiß-in-Weiß-Bildern für die<br />

richtige Belichtung unabhängig von der<br />

gewählten Messmethode die Belichtungskorrektur<br />

oder auch den manuellen Modus.<br />

müssen, der für die Belichtungsmessung<br />

herangezogen wird. Diese Messmethoden lassen<br />

sich am besten in Kombination mit der Belichtungs-Feststellung<br />

verwenden und eignen sich<br />

für <strong>Foto</strong>s, bei denen der Hintergrund wesentlich<br />

dunkler als das Motiv ist (beispielsweise wenn ein<br />

Künstler auf einer Bühne steht oder Sie ein<br />

Porträt mit einer dunklen Landschaft im<br />

Hintergrund fotografieren).<br />

Probleme bei der Messung<br />

Es ist wichtig zu realisieren, dass Sie in bestimmten<br />

Situationen mit keiner Belichtungsmessung<br />

ein korrektes Resultat erhalten werden. Dieses<br />

Problem ist durch die Funktionsweise der<br />

unterschiedlichen Messmethoden bedingt. Sie<br />

messen das Licht, welches vom Motiv reflektiert<br />

wird – und nicht das Licht, welches auf Ihr Motiv<br />

fällt. Diese Reflektionsmessung wird durch die<br />

Farbe und Helligkeit des Motivs verzerrt. Helle,<br />

weiße Objekte reflektieren mehr Licht als dunkle<br />

Objekte. <strong>Das</strong> Durchschnittssystem, welches von<br />

den Modi genutzt wird, nimmt an, dass die<br />

durchschnittliche Helligkeit der Durchschnitt aus<br />

den einzelnen, gemessenen Bereichen ist. Aus<br />

diesem Grund ist beim <strong>Foto</strong>grafieren von sehr<br />

hellen oder dunklen Motiven die Belichtungskorrektur<br />

notwendig.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Den Punkt finden!<br />

Die Punkt- und<br />

Selektivmessung sind<br />

gut geeignet, um bei<br />

schwierigen Lichtverhältnissen<br />

die richtige<br />

Belichtungsmessung<br />

zu finden. Die<br />

Schwierigkeit dabei ist<br />

zu entscheiden,<br />

welche Messbereiche stärker gewichtet<br />

werden sollen. Experimentieren Sie mit<br />

unterschiedlichen Setups.<br />

Erstellen Sie ein Gegenlicht-Setup<br />

(beispielsweise eine Person vor einem<br />

Fenster – sie muss natürlich kein Ballett<br />

wie in unserem Beispiel machen). Beziehen<br />

Sie den Raum mit ins Bild ein.<br />

Nutzen Sie die Punkt- oder<br />

Selektivmessung. Arretieren Sie die<br />

Belichtungsmessung anschließend.<br />

Nehmen Sie das Bild auf und analysieren<br />

Sie die Belichtung.<br />

Wiederholen Sie den zweiten Schritt<br />

mehrfach – messen Sie die Helligkeit<br />

jedoch immer an anderen Stellen. Erhalten<br />

Sie bessere oder schlechtere Resultate?<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 91<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Chris George<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 8<br />

Worum geht es<br />

beim Weißabgleich?<br />

Auto-weiSSabgleich<br />

Der automatische<br />

Weißabgleich funktioniert<br />

in vielen Fällen gut, doch<br />

unter schwierigen<br />

Bedingungen ist das<br />

Ergebnis verbesserungswürdig<br />

– wie in unserem<br />

Beispiel eines künstlich<br />

beleuchteten Gebäudes.<br />

Für Neulinge in der digitalen Spiegelreflexfotografie<br />

wird der Begriff Weißabgleich<br />

ein noch größeres Fremdwort<br />

darstellen als all die anderen Begriffe wie<br />

ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsoptionen,<br />

Autofokuseinstellungen und so weiter. Anders<br />

als die zuletzt genannten Eigenschaften<br />

existierte der Weißabgleich in Prä-Digitalzeiten<br />

höchstens in den erweiterten Einstellungen<br />

einer Videokamera. Ein Weißabgleich ist<br />

jedoch essenziell, um eine korrekte Farbwiedergabe<br />

zu gewährleisten, da Licht nicht nur in<br />

seiner Helligkeit variiert, sondern auch in<br />

dessen Farbe – besser gesagt seiner Farbtemperatur<br />

–, welche von rot bis hin zu blau<br />

das komplette Spektrum beinhalten kann. <strong>Das</strong><br />

menschliche Auge kann diese Unterschiede<br />

sehr gut kompensieren. Es ist nahezu egal, ob<br />

Sie ein Blatt Papier unter Tages- oder unter<br />

Kerzenlicht betrachten, da es immer weiß<br />

92 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

erscheinen wird. Genau diese Anpassung<br />

geschieht innerhalb der Kamera durch den<br />

Weißabgleich, damit Farben unter jeder Art<br />

des Lichts authentisch abgebildet werden.<br />

Ihre <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong> besitzt eine Reihe von<br />

Möglichkeiten, um den Weißabgleich zu<br />

kontrollieren und so authentische Farben zu<br />

gewährleisten. Im Werkszustand ist Ihre<br />

Kamera jedoch auf den automatischen<br />

Weißabgleich voreingestellt, was wie für eine<br />

Automatik üblich nicht immer für ein optimales<br />

Ergebnis sorgt. Neben dieser Automatik<br />

existieren in der Regel eine Reihe weiterer<br />

Voreinstellungen für definierte Situationen mit<br />

unterschiedlicher Farbtemperatur des Lichts.<br />

Diese Farbtemperatur wird in Kelvin (K)<br />

gemessen. Da der automatische Weißabgleich<br />

nur einen Umfang von 3000 bis 7000 K<br />

verarbeiten kann, gibt es unter Lichttemperaturen,<br />

die außerhalb dieses Bereichs liegen,<br />

manueller weiSSabgleich<br />

oder bei Mischlichtsituationen Probleme mit<br />

der korrekten Farbwiedergabe. Beispiele für<br />

solche Situationen sind per Flutlicht beleuchtete<br />

Gebäude bei Nacht oder eine Landschaftsszene<br />

mit durch Nebel gebrochenes<br />

Licht, welches nicht selten eine Farbtemperatur<br />

über 7000 K besitzt.<br />

Wie zuvor bereits erwähnt existieren eine<br />

Reihe manueller Voreinstellungen für unterschiedliche<br />

Lichtbedingungen. Diese Voreinstellungen<br />

sind durch ein Menü erreichbar und<br />

jeweils durch ein eindeutiges Symbol ihrem<br />

Eisatzzweck entsprechend zuzuordnen. Der<br />

Blitz zum Beispiel entspricht einer Lichttemperatur<br />

von 5900 K, während eine Glühlampe die<br />

übliche Farbtemperatur einer Wolframlampe<br />

von 3200 K signalisiert. <strong>Foto</strong>grafieren Sie<br />

hingegen unter Tageslicht, so existieren drei<br />

weitere Optionen. Die Farbtemperatur von<br />

Tageslicht variiert je nachdem, ob es sich um


Farbtemperatur und die Kelvin-Skala<br />

Die Farbdarstellung variiert je nachdem, welche Weißabgleichvoreinstellung gewählt wurde<br />

1000 K<br />

2000 K<br />

Kerzenlicht<br />

Sonnenaufoder<br />

untergang<br />

AWB<br />

3000-7000 K<br />

Der automatische<br />

Weißabgleich (AWB)<br />

arbeitet lediglich in<br />

einem beschränkten<br />

Bereich des<br />

Möglichen<br />

Presets<br />

3200-7000 K<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

K<br />

2500-10000 K 2000-10000 K<br />

Einige wenige<br />

EOS-Modelle<br />

ermöglichen die<br />

Direkteingabe der<br />

Farbtemperatur<br />

des Lichts (K)<br />

Den größen Farbtemperaturumfang<br />

ermöglicht das<br />

Auslesen der<br />

Farbinformationen<br />

aus einem Testfoto<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

3000 K<br />

4000 K<br />

5000 K<br />

6000 K<br />

Blitz<br />

Glühlampe<br />

Je höher die Wattleistung<br />

einer Glühlampe, desto<br />

höher die Lichttemperatur<br />

Durchschnittliches<br />

Sonnenlicht<br />

Studioleuchte<br />

Glühlampe<br />

3200 K<br />

Neonlampenlicht<br />

4000 K<br />

Tageslicht<br />

5200 K<br />

Blitz 5900 K<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

7000 K<br />

8000 K<br />

9000 K<br />

10000 K<br />

Bewölkter<br />

Himmel<br />

Dunst<br />

<strong>Das</strong> Licht, das von der<br />

Atmosphäre reflektiert wird,<br />

besitzt eine blaue Farbe<br />

Klarer, blauer Himmel<br />

Bewölkt<br />

6000 K<br />

Schattig 7000 K<br />

<strong>Das</strong> Weißabgleichmenü<br />

Ihrer EOS<br />

ermöglicht den<br />

Schnellzugriff auf<br />

sechs Voreinstellungen<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Schritt für Schritt<br />

Versetzen Sie die Kamera<br />

in einen der Modi P, Tv, Av<br />

oder M.<br />

Kontrollieren Sie den Weißabgleich<br />

Drücken Sie den Taster für den<br />

Weißabgleich auf der Schulter<br />

oder Rückseite der Kamera.<br />

Ihre EOS hat den automatischen<br />

Weißabgleich voreingestellt, aber<br />

es gibt weitere Voreinstellungen.<br />

Nutzen Sie Steuerkreuz oder<br />

Einstellrad, um eine Option zu<br />

wählen. Bestätigen Sie mit Set.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 93<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Die Vorteile der RAW-Verarbeitung<br />

Arbeiten Sie mit RAW und verändern Sie den Weißabgleich später<br />

Softwareoptionen<br />

Jedes Bildbearbeitungsprogramm<br />

mit RAW-Verarbeitung<br />

erlaubt Ihnen die Anpassung des<br />

Weißabgleichs. Eine kostenlose<br />

Variante hört auf den Namen<br />

<strong>Canon</strong> Digital Photo Pro und wird<br />

mit Ihrer Kamera mitgeliefert.<br />

Voreinstellungen<br />

Ein Drop-down-Menü erlaubt<br />

Ihnen die Auswahl derselben<br />

Voreinstellungen, wie sie auch an<br />

Ihrer D<strong>SLR</strong> verfügbar sind.<br />

Präzise Kontrolle<br />

In DPP ist es Ihnen auch möglich, einen<br />

genauen Kelvin-Wert direkt einzugeben.<br />

Mischlicht<br />

Zu Zeiten der Analogfotografie wurde die<br />

Farbtemperatur mithilfe von Filtern im<br />

Druckvorgang oder in Form von Folien<br />

vor dem Objektiv während der Aufnahme<br />

angepasst. Aber auch bei der digitalen<br />

<strong>Foto</strong>grafie kann dies hilfreich sein, wenn<br />

unter Kunstlicht mit einem Blitz<br />

gearbeitet werden soll. Dazu können Sie<br />

einfach eine orangefarbige (CTO-)<br />

Farbfolie vor Ihren Blitz spannen, um<br />

dessen Farbtemperatur der des<br />

Umgebungslichts anzupassen.<br />

Schritt für Schritt<br />

Machen Sie ein Testfoto unter<br />

der Lichtbedingung, die Sie im<br />

<strong>Foto</strong> vorfinden möchten. Ein weißes<br />

Papier oder eine Graukarte in der<br />

Mitte sorgt für mehr Genauigkeit.<br />

94 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Vorher<br />

Navigieren Sie über das Menü<br />

zum Punkt Custom White<br />

Balance und bestätigen Sie mit Set.<br />

Nachher<br />

Wählen Sie Ihr Referenzfoto<br />

aus und bestätigen Sie<br />

abermals mit Set.<br />

direktes Licht, innerhalb der Atmosphäre<br />

gebrochenes Licht oder um Schatten handelt.<br />

Während hartes, direktes Sonnenlicht einer<br />

Farbtemperatur von 5200 K entspricht, besitzen<br />

die beiden Einstellungen für bewölkte oder<br />

schattige Situationen eine Voreinstellung von<br />

6000 K beziehungsweise 7000 K.<br />

Die Variationen des Weißabgleichs ermöglichen<br />

Ihnen nicht nur eine Anpassung hin zu<br />

realistischen Farben, sondern eröffnen Ihnen<br />

auch einen gewissen kreativen Freiraum, um<br />

unterschiedliche Lichtstimmungen zu simulieren.<br />

K steht für Kelvin<br />

Ein erweiterter Bereich zum Festlegen der<br />

Lichttemperatur ist nicht mit allen EOS- Gehäusen<br />

verfügbar, ermöglicht jedoch die manuelle<br />

Eingabe des jeweils genau benötigten Wertes.<br />

Dabei steht Ihnen in dem durch das Menü anzuwählenden<br />

Werkzeug der Bereich von 2500 K<br />

bis 10000 K zur Verfügung. Mindestens genauso<br />

nützlich und mit allen EOS-Gehäusen verfügbar<br />

ist die Weißabgleichanpassung. Dabei steht<br />

Ihnen ein Bereich zwischen 2000 K und 10000 K<br />

zur Verfügung und erlaubt das Setzen des Weißabgleichs<br />

mithilfe eines bereits angefertigten<br />

<strong>Foto</strong>s mit <strong>große</strong>m Anteil an grauen oder weißen<br />

Flächen. Dazu eignet sich zum Beispiel eine<br />

Graukarte, die Sie in der Mitte des Sucherbildes<br />

platzieren – selbstverständlich unter exakt der<br />

Lichtbedingung, die Sie auch in Ihrem <strong>Foto</strong> nutzen<br />

möchten. Zwar können auch ohne eine Graukarte<br />

brauchbare Ergebnisse erzielt werden,<br />

doch die Fehleranfälligkeit ist dabei höher.<br />

Entspannter Arbeiten mit RAW<br />

Der während des <strong>Foto</strong>grafierens gesetzte<br />

Weißabgleich ist jedoch nicht in Stein gemeißelt<br />

und kann im Nachhinein problemlos durch<br />

Bildbearbeitung verändert werden. Voraussetzung<br />

dafür ist das Benutzen eines der RAW-Formate,<br />

die im Qualitätsmenü zur Auswahl stehen.<br />

Hier steht der volle, vom Sensor erfasste<br />

Eigenen Weißabgleich durchführen<br />

Sie haben nun einen Weißabgleich<br />

durchgeführt. Um die<br />

Wirkung nutzen zu können, wählen<br />

Sie nun den entsprechenden Punkt<br />

im Weißabgleichmenü aus.


Informationsumfang zur Verfügung, was eine<br />

verlustlose Anpassung erst möglich macht.<br />

Daher könnten Sie auch damit argumentieren,<br />

dass man sich während des <strong>Foto</strong>grafierens<br />

gar nicht um den korrekten Weißabgleich zu<br />

kümmern hätte, da eh alles im Nachhinein verändert<br />

werden könne. Doch um einen ersten<br />

Eindruck der Szene und dessen Abbildungsqualität<br />

zu bekommen, ist es in vielen Fällen sehr<br />

wichtig, ein möglichst dem Endergebnis entsprechendes<br />

<strong>Vorschau</strong>bild auf dem Kameradisplay<br />

zu erhalten.<br />

the<br />

Ihre Aufgabe!<br />

Es ist nicht immer notwendig, den<br />

Weißabgleich 100 % wirklichkeitsgetreu<br />

anzuwenden. <strong>Das</strong> gilt nicht nur,<br />

weil eventuelle Anpassungen später<br />

durchgeführt werden könnten,<br />

sondern um besondere Effekte und<br />

Bildwirkungen herzustellen. Mit<br />

diesen drei Tricks lassen Sie Ihre<br />

Bilder interessanter wirken.<br />

Setzen Sie den Weißabgleich kreativ ein<br />

Schatten<br />

Abgleich<br />

anpASSen<br />

<strong>Das</strong> WB Korrektur-Menü<br />

erlaubt Ihnen das Feintuning<br />

der Weißabgleicheinstellung<br />

durch Anpassung<br />

der Farben in den<br />

blauen, roten, grünen<br />

oder magentafarbenen<br />

Bereichen. <strong>Das</strong> sorgt z. B.<br />

für wärmere Farben trotz<br />

der Arbeit mit dem automatischen<br />

Weißabgleich.<br />

Eine Reihe ermöglicht<br />

Ihnen zudem das Anfertigen<br />

dreier identischer<br />

<strong>Foto</strong>s mit unterschiedlichem<br />

Weißabgleich.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Glühlampe<br />

Verwenden Sie einen „falschen“<br />

Weißabgleich, um die Farbwiedergabe<br />

Ihrer <strong>Foto</strong>s zu optimieren!<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Suchen Sie sich ein<br />

Motiv unter normalem<br />

Sonnenlicht, doch verwenden<br />

Sie statt der korrekten<br />

Voreinstellung für diese<br />

Situation jene für bewölkte<br />

Bedingungen. So entsteht<br />

eine wärmere Lichtstimmung,<br />

was besonders bei Portrait<br />

Machen Sie ein neues <strong>Foto</strong> mit der<br />

jetzt aktuellen Einstellung. Denken<br />

Sie daran, den Weißabgleich unter<br />

wechselnden Bedingungen anzupassen.<br />

oder Architekturfotografie<br />

gut wirkt.<br />

Sonnenaufgänge wirken<br />

fotografiert oft weniger<br />

spektakulär als in Ihrer<br />

Erinnerung. Mithilfe eines<br />

manipulierten Weißabgleichs<br />

können Sie dem entgegenwirken.<br />

Verwenden Sie die<br />

Voreinstellung Schatten oder<br />

setzen Sie auf die Direkteingabe<br />

eines sehr hohen Wertes<br />

um 10000 K.<br />

Verpassen Sie Ihren<br />

Bildern ein Aussehen, als<br />

wären sie unter Mondlicht<br />

entstanden. Die Auswahl der<br />

Voreinstellung einer Wolframglühlampe<br />

oder der Direkteingabe<br />

eines Wertes um 2500 K gibt Ihrem<br />

<strong>Foto</strong> eine Einfärbung in Blautöne. <strong>Das</strong><br />

wirkt auch gut für geisterhafte Halloweenporträts.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 95<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 9<br />

Digitale Bilddatenverarbeitung<br />

In der Vergrößerung ist jedes<br />

Digitalfoto ein Mosaik aus<br />

Quadraten, wobei jedes davon<br />

eine von 16,7 Millionen Farben<br />

darstellen kann. Um diese<br />

Farbvielfalt zu erzeugen,<br />

benötigt es jedoch eine<br />

Menge Rechenaufwand, da<br />

die einzelnen Pixel auf Ihrem<br />

Bildsensor erst einmal<br />

farbenblind sind.<br />

Ihre Kamera muss weit mehr Arbeitsschritte<br />

durchführen, um aus dem im Sucher<br />

sichtbaren <strong>Foto</strong> ein auf die Speicherkarte<br />

gebanntes Bild zu erzeugen, als Sie im ersten<br />

Augenblick vielleicht denken. Zwischen dem<br />

Bildsensor und der Speicherkarte liegen viel mehr<br />

Stationen der digitalen Datenverarbeitung. <strong>Das</strong><br />

Wissen darüber, welche Vorgänge innerhalb der<br />

Kamera vor sich gehen, hilft Ihnen nicht nur zu<br />

verstehen, welch grandioses Stück Technik Sie in<br />

den Händen halten. Es erleichtert auch das<br />

Verständnis vieler Optionen, die Sie über das<br />

Menü anwählen können.<br />

Die erste Lektion, die es zu lernen gibt, besteht<br />

96 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

darin, zu wissen, dass es sich erst hinter dem<br />

Sensor um eine digitale Datenverarbeitung<br />

handelt. Der Bildsensor an sich ist eine analoge<br />

Komponente. Er erzeugt ein analoges Signal,<br />

welches erst später digitalisiert wird, um<br />

weiterverarbeitet werden zu können. Noch auf<br />

der Ebene des Bildsensors erfolgt zudem die<br />

Verstärkung der Signale zur Erhöhung der<br />

ISO-Empfindlichkeit. <strong>Das</strong> erfolgt auf fast<br />

identischem Wege wie bei der heimischen<br />

Stereoanlage – ebenfalls noch mit den Analogsignalen<br />

des Bildsensors.<br />

Der Bildsensor beinhaltet Millionen lichtsensitiver<br />

<strong>Foto</strong>zellen, die oft auch als Pixel betitelt<br />

werden. Diese <strong>Foto</strong>zellen besitzen in aktuellen<br />

Geräten einen Durchmesser von 0,004 mm, was<br />

etwa 1/16 eines menschlichen Haares entspricht.<br />

Jede <strong>Foto</strong>zelle erzeugt ein elektrisches Signal<br />

anhand der Helligkeit des einfallenden Lichts.<br />

Farbinformationen werden nicht wahrgenommen.<br />

Um Farben interpretieren zu können,<br />

verfügt jede <strong>Foto</strong>zelle nicht nur über eine eigene<br />

Mikrolinse zur Bündelung, sondern auch über<br />

einen winzigen Farbfilter, wobei mehrere<br />

<strong>Foto</strong>zellen am Ende zu einem Pixel zusammengefasst<br />

werden (siehe Abbildung auf der rechten<br />

Seite).<br />

Die eigentliche Arbeit während der<br />

Photos: Chris George


Vom Licht zur Bilddatei<br />

<strong>Das</strong> durch das Objektiv<br />

abgebildete Motiv wird<br />

in ein komplexes elektrisches<br />

Signal gewandelt,<br />

bevor es in Form<br />

einer Datei auf der Speicherkarte<br />

festgehalten<br />

wird. Dieser Ablaufplan<br />

erklärt den Vorgang innerhalb<br />

der Kamera.<br />

Motiv<br />

<strong>Das</strong> vom Motiv reflektierte<br />

Licht wird durch das Objektiv<br />

eingefangen und fokussiert.<br />

Objektiv<br />

Mosaikfilter<br />

Bildensor<br />

Analogelektronik<br />

Digitale Bildverarbeitung<br />

Analog-Digitalwandler<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Puffer<br />

Bildspeicher<br />

Der Analog-Digitalwandler<br />

wandelt die analogen Daten des<br />

Bildsensors in für Computertechnik<br />

verwertbare binäre<br />

Digitalsignale.<br />

<strong>Canon</strong>s digitale Kameragehäuse<br />

besitzen einen<br />

oder zwei DIGIC-<br />

Prozessoren zur<br />

Verarbeitung der<br />

Bilddaten.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Die Farbfiltereinheit<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

B<br />

G<br />

B<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

Obwohl als Digitalkamera<br />

bezeichnet: Ein Großteil<br />

der Verarbeitung erfolgt<br />

analog.<br />

Jede <strong>Foto</strong>zelle auf dem<br />

Sensor kann ausschließlich<br />

Helligkeitsinformationen<br />

verarbeiten und<br />

keine Farbinformationen.<br />

Daher besitzt jeder<br />

<strong>Foto</strong>zelle einen roten,<br />

blauen odergrünen Filter<br />

vor sich. Die Anordnung<br />

dieser Filter erfolgt mosaikähnlich<br />

und wird anhand des Erfinders<br />

Bayerfilter genannt. Bei diesem Erfindungsprozess<br />

wurde festgestellt, dass doppelt so viele grüne Filter im Vergleich zur Anzahl<br />

der roten und blauen Filter ein schärferes Bild hervorbringen. Ein komplexer<br />

Prozess in der Nachverarbeitung sorgt dafür, dass aus den verschiedenen<br />

Informationen ein komplettes Bild mit korrekten Farben entsteht.<br />

G<br />

B<br />

G<br />

B<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

B<br />

G<br />

B<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

G<br />

R<br />

Moiré-Effekt<br />

Ihr <strong>Canon</strong>-Gehäuse verfügt nicht<br />

nur über ein Farbmosaik vor dem<br />

Bildsensor, sondern auch einen<br />

Tiefpassfilter über dem gesamten<br />

Sensor. Dieser Tiefpassfilter dient<br />

dazu, das vom Objektiv auf den<br />

Sensor abgebildete Bild unschärfer<br />

zu machen. <strong>Das</strong> ist<br />

nötig, damit der in der<br />

Struktur einem Gitter<br />

ähnliche Sensor in<br />

Verbindung mit<br />

geraden Linien im<br />

Bild keine Abbildungsfehler<br />

verursacht. Diese<br />

Abbildungsfehler<br />

sind meist einem<br />

Wellenmuster<br />

ähnlich (siehe<br />

Beispiel auf der rechten<br />

Seite). Der Einsatz des<br />

Tiefpassfilters macht<br />

jedoch ein nachträgliches<br />

Schärfen des <strong>Foto</strong>s<br />

in der Kamera oder in der<br />

Nachbearbeitung nötig.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 97<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Dem Puffer immer einen<br />

Schritt voraus sein<br />

Der letzte Schritt der Datenverarbeitung besteht darin, die<br />

Informationen auf die Speicherkarte zu schreiben. Dabei<br />

existiert durch die maximale Datentransferrate ein<br />

Flaschenhals. Um Datenverlust<br />

vorzubeugen, besitzt<br />

die Kamera einen Zwischenspeicher,<br />

der die Information<br />

vorbehält und ein stetiges<br />

Schreiben auf die Speicherkarte<br />

sicherstellt. Die<br />

Größe dieses Puffers variiert<br />

je nach Kamera signifikant,<br />

doch auch der größte<br />

Zwischenspeicher ist schnell<br />

gefüllt, wenn der Serienbildmodus<br />

genutzt wird. Über den<br />

Füllstand des Puffers informiert<br />

Sie eine Anzeige im Sucher.<br />

Wenn der Zwischenspeicher<br />

vollständig gefüllt ist, verweigert<br />

die Kamera zunächst<br />

die Weiterarbeit, bis wieder<br />

Platz für ein neues <strong>Foto</strong> geschaffen<br />

ist. Während die Anzahl der<br />

RAW-Dateien im Zwischenspeicher<br />

aufgrund deren Größe<br />

beschränkt ist, können weit mehr<br />

JPEG-Daten in jenem behalten<br />

werden, bis der Puffer vollläuft.<br />

Daher kann es in manchen<br />

Situationen sinnvoll sein, JPEG<br />

den RAWs vorzuziehen.<br />

Chris George<br />

SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

Die Zahl rechts zeigt an, wie<br />

viele Bilder noch in den Puffer<br />

passen – hier ist noch Platz für neun<br />

Serienbilder ohne Verzögerung.<br />

Nach dem Auslösen beginnt<br />

eine rote LED am Kartenschacht<br />

zu leuchten. Sie bleibt so<br />

lange an, bis der Puffer geleert ist.<br />

98 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Um einen<br />

vollen Pufferspeicher<br />

zu verhindern, kann die<br />

Verwendung von<br />

JPEGs beim <strong>Foto</strong>grafieren<br />

von Action<br />

sinnvoll sein.<br />

Behalten Sie die Anzeige im<br />

Sucher im Auge, wenn Sie<br />

den Serienbildmodus nutzen.<br />

Verarbeitung der Daten liegt nun darin,<br />

diese einzelnen <strong>Foto</strong>zellen zusammenarbeiten<br />

zu lassen, um ein fertiges Bild mit<br />

korrekten Farben zu erhalten. Eine<br />

Mischfarbe wird beispielsweise durch<br />

Interpolation von zwei nebeneinander<br />

befindlichen und mit Farbfiltern ausgestatteten<br />

<strong>Foto</strong>zellen aufgenommen. So<br />

werden die Farbinformationen jedes<br />

einzelnen Pixels hergestellt. Selbst im<br />

JPEG-Modus können 256 verschiedene<br />

Abstufungen bezüglich der Helligkeit und<br />

16,7 Millionen Farbabstufungen registriert<br />

werden. Mehr Daten bietet der RAW-Modus,<br />

in dem entweder 4.096 oder 16.384<br />

Helligkeitsabstufungen bei ebenfalls 16,7<br />

Millionen Farben registriert werden<br />

können. So entstehen 68 Milliarden<br />

beziehungsweise vier Trillionen<br />

mögliche Farbvariationen pro Pixel.<br />

Rechenleistung<br />

Die verfügbare Rechenleistung, die zur<br />

Verarbeitung dieser Informationen zur<br />

Verfügung steht, variiert von Kamera zu<br />

Kamera. Je mehr Pixel sich auf dem<br />

Sensor befinden, desto mehr Rechenleistung<br />

wird benötigt. Anders als bei<br />

Ihrem Computer zu Hause kann man<br />

diese Leistung jedoch nicht einfach durch<br />

den Austausch einzelner Komponenten<br />

steigern, um eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit<br />

zu erzielen. Die Fähigkeit,<br />

Bildinformationen schnell verarbeiten zu<br />

können, wird je nach fotografischem Genre<br />

mehr oder weniger benötigt. Ein Beispiel für<br />

<strong>große</strong>n Anspruch an die Rechenleistung ist<br />

die Sportfotografie. Hier braucht es einen<br />

<strong>große</strong>n Pufferspeicher und eine starke CPU,<br />

um die im Puffer liegenden Daten schnell<br />

verarbeiten zu können. So wird unmittelbar<br />

die mögliche Bildrate beeinflusst. Beachten<br />

Sie auch, dass je nach Kamera, ausgewähl­<br />

So voll ist Ihr Zwischenspeicher ...<br />

500 2.8 9<br />

500 2.8 7<br />

0<br />

Wenn der Zwischenspeicher voll<br />

ist, können Sie keine weiteren<br />

Bilder machen, bis Daten auf die<br />

Speicherkarte geschrieben sind.


SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Einen eigenen Picture Style erschaffen<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Verändern Sie den Picture Style,<br />

um die Farben und Kontraste zu<br />

erhalten, die Sie benötigen. Drücken<br />

Sie auf die Taste mit der Beschriftung,<br />

die einem sechszackigen Stern ähnelt.<br />

tem Format und verwendeter Speicherkarte<br />

nur einige wenige Bilder nacheinander in voller<br />

Serienbildgeschwindigkeit gespeichert<br />

werden können. Um das zu umgehen, können<br />

Sie von RAW zu JPEG wechseln, um kleinere<br />

Dateien auf die Speicherkarte schreiben zu<br />

lassen. Schnellere Speicherkarten helfen in<br />

manchen Fällen ebenfalls.<br />

Finden Sie Ihren Style<br />

Die Wahl zwischen JPEG und RAW beeinflusst<br />

auch die Art der Datenverarbeitung. Ein<br />

Schlüsselpunkt dazu ist das ausgewählte<br />

Picture Style. Hierbei wird der Auswahl des<br />

Films aus Zeiten der Analogfotografie<br />

nachempfunden, indem Sie unterschiedliche<br />

Farbwiedergabe sowie verschiedene Vorgaben<br />

von Sättigung und Kontrast auswählen<br />

können. Die Auswahl des Picture Styles ist<br />

stark von Ihrem eigenen Geschmack abhängig.<br />

Ein Großteil der EOS-Gehäuse bietet zudem die<br />

Möglichkeit der Individualisierung von Picture<br />

Styles. Die Arbeit mit RAW-Dateien hingegen<br />

wird nicht durch Picture Styles beeinflusst.<br />

Anders sieht es in jedem JPEG-Modus aus,<br />

was das Picture-<br />

Style-Menü zu<br />

einem wichtigen<br />

Anlaufpunkt<br />

während des<br />

Kreativprozesses<br />

macht.<br />

Sie erhalten sechs Voreinstellungen<br />

(P für Porträt, L für<br />

Landschaft und so weiter). Einige<br />

Gehäuse bieten zudem Speicherplätze<br />

für eigene Voreinstellungen.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Jede Voreinstellung kann<br />

durch eigene Veränderungen<br />

verbessert werden. Wählen Sie<br />

dazu ein Vorlage aus und drücken<br />

Sie auf Disp.<br />

Pictures Styles erscheinen angesichts der<br />

Optionen in der RAW-Verarbeitung beinahe als<br />

eine Art Gimmick. Nichtsdestotrotz beeinflussen<br />

Picture Styles das Aussehen der Bildvorschau<br />

auf dem Kameradisplay, was sie zu einem<br />

wichtigen Werkzeug zur korrekten Beurteilung<br />

vor Ort macht. <strong>Das</strong> ist sowohl im RAW-Modus,<br />

als auch bei der Verwendung von JPEGs wichtig.<br />

Fertigen Sie eine Serie aus sechs<br />

Bildern an, bei denen jede<br />

Voreinstellung der Picture Styles einmal<br />

Anwendung erfährt. Da sowohl Beleuchtung<br />

als auch Motivwahl die Auswahl<br />

des Picture Styles beeinflussen,<br />

sollten Sie ein Testfoto mit einem<br />

von Ihnen präferierten Motiv<br />

machen.<br />

Natürlich<br />

Nun können Sie Schärfe,<br />

Kontrast, Sättigung und<br />

Farbton dem eigenen Geschmack<br />

anpassen.<br />

Finden Sie Ihren Style<br />

Sehen Sie sich die unterschiedlichen<br />

<strong>Foto</strong>s an und entscheiden Sie, welche<br />

Version Ihnen am meisten zusagt.<br />

Für einige EOS-Gehäuse besteht die<br />

Möglichkeit der Personalisierung durch<br />

eigene Picture Styles. Weitere Infos erhalten<br />

Sie auf der Hersteller-Homepage: www.<br />

canon.co.jp/imaging/picturestyle/file/<br />

index.html.<br />

Landschaft<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 99<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 10<br />

So blitzen Sie<br />

richtig!<br />

Es existiert ein Punkt, an dem Blitzeinsatz<br />

Sinn ergibt. Oft wird er als Atmosphärenvernichter<br />

verschrien und daher von vielen<br />

<strong>Foto</strong>grafen gemieden. Dabei kann ein Blitz in vielen<br />

Situationen sogar eine essenzielle Zutat zu einem<br />

gelungenen <strong>Foto</strong> darstellen – egal ob im Dunkeln<br />

oder unter Tageslicht. Den integrierten Blitz sollten<br />

Sie dabei jedoch nur mit Vorsicht einsetzen. Wichtig<br />

für ein natürlich aussehendes geblitztes Bild<br />

sind Belichtungseinstellungen, die den Blitz nicht<br />

zur Hauptlichtquelle machen. Daher müssen Sie<br />

nicht nur die ISO-Empfindlichkeit, Blende und<br />

Belichtungszeit passend zur Szene wählen, sondern<br />

auch auf die Blitzleistung in Relation zu Szene<br />

und den restlichen Einstellungen achtgeben. <strong>Das</strong><br />

kann entweder manuell oder durch die Kamera<br />

gesteuert geschehen. Dabei ist die benötigte Blitzleistung<br />

hauptsächlich von der Größe der Blendenöffnung<br />

und dem Abstand zum Motiv abhängig.<br />

Außerdem wird weniger Blitzleistung bei größerer<br />

ISO-Empfindlichkeit benötigt.<br />

Blitzsynchronzeit<br />

Wichtig zu wissen ist, dass die Belichtungszeit so<br />

gut wie gar keine Rolle bei der Belichtung mit Blitzeinsatz<br />

spielt. Beachten Sie jedoch, dass konstruktionsbedingt<br />

nicht der volle Umfang der Belichtungszeiten<br />

verfügbar ist (siehe dazu auch Seite<br />

102). Bei normalen Blitzen müssen Sie darauf<br />

achten, dass die Belichtungszeit die Blitzsynchronzeit<br />

nicht unterbietet, da es sonst zu Abschattun-<br />

Synchronzeit<br />

Solange Sie kein HSS<br />

nutzen (siehe Seite 102),<br />

müssen Sie beachten,<br />

keine Belichtungszeit<br />

schneller als 1/200 bis<br />

1/250 Sekunden zu verwenden.<br />

Unterschreiten<br />

Sie diese Zeit, so deckt<br />

der Verschluss einen Teil<br />

des Bildes ab, was zu<br />

einem schwarzen<br />

Abschnitt führt.<br />

100 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Der Einsatz eines Blitzes ist beim<br />

Porträtieren einer Person auch<br />

außerhalb des Studios sinnvoll,<br />

um Kontraste und Farben<br />

aufzuwerten – nutzen Sie ihn<br />

aber nicht als Hauptlichtquelle.<br />

Ohne Blitz<br />

gen durch den Verschlussvorhang am unteren<br />

Bildrand kommt. Normalerweise befindet sich die<br />

Blitzsynchronzeit zwischen 1/200 und 1/250sek.<br />

Glücklicherweise können viele Einstellungen bei<br />

der Verwendung eines Blitzes der Kamera überlassen<br />

werden. Normalerweise wird bei Einsatz des<br />

Kurze Synchronzeit<br />

Mit Blitz<br />

internen Blitzes oder eines Systemblitzgerätes die<br />

kürzeste Belichtungszeit automatisch auf die<br />

Blitzsynchronzeit eingestellt.<br />

Ein kleiner Stolperstein liegt in der maximalen<br />

Reichweite des Blitzlichts. Diese variiert zwar je<br />

Korrekte Synchronzeit<br />

Photos: Chris George


Schnell wie der Blitz<br />

Ein eingebauter Blitz oder ein Systemblitz<br />

regelt die abgegebene Blitzleistung durch<br />

Verkürzen der Abbrenndauer. Diese Abbrenndauer<br />

kann zwischen 1/1000 sek. bis hin zu<br />

1/50000 sek. betragen. Unter dunklen Bedingungen<br />

kann ein Blitz so Ereignisse einfrieren,<br />

die für das Auge sonst unsichtbar sind.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Anatomie eines Systemblitzes<br />

<strong>Das</strong> passiert unter dem Kleid Ihres Systemblitzes<br />

Kondensator<br />

Dieses Spannungsreservoir<br />

hält die durch einen Transformator<br />

erzeugten 300V für die<br />

Blitzröhre vor.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Keine Tricks –<br />

dieser Mischvorgang<br />

wurde<br />

mithilfe eines<br />

Blitzes eingefroren.<br />

Austrittsscheibe<br />

Eine angeraute<br />

Scheibe sorgt für<br />

eine möglichst<br />

gleichmäßige<br />

Ausleuchtung durch<br />

den Blitz.<br />

Blitzröhre<br />

Eine mit Xenongas gefüllte<br />

Glasröhre, die mit Hochspannung<br />

durchschossen wird,<br />

erzeugt das Blitzlicht. Eine die<br />

Röhre umgebende Spule richtet<br />

die Gasatome aus, um die<br />

Wirkung zu verstärken.<br />

Reflektor<br />

Eine reflektierende Folie stellt sicher,<br />

dass so viel Licht wie möglich in Richtung<br />

der Austrittsscheibe gelangt.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

nach Blitz, ist aber stets begrenzt. Befindet sich<br />

das Motiv zu weit entfernt, hat ein Blitz wenig bis<br />

gar keine Wirkung. So wird der Blitzeinsatz bei<br />

einigen Einsatzgebieten unsinnig.<br />

E-TTL und E-ttl ii<br />

Die Belichtungsmessung unter Einsatz eines<br />

Blitzes läuft etwas anders ab, als man es vom<br />

normalen <strong>Foto</strong>grafieren kennt. Es kommt zum<br />

Einsatz von E-TTL (Evaluative Through The Lens)<br />

Schritt für Schritt<br />

oder der moderneren E-TTL II-Messmethode.<br />

Beiden Methoden gemein ist die Messung der<br />

Blitzleistung erst kurz vor dem Auslösen und die<br />

Erfassung des endgültig vom Objekt reflektierten<br />

Lichts über den herkömmlichen Belichtungsmesser.<br />

<strong>Das</strong> alles erfolgt durch einen kurzen vorgeschalteten<br />

Lichtimpuls, der nahezu unsichtbar für<br />

das menschliche Auge ist.<br />

Die E-TTL II-Messung baut auf dem Vorgänger<br />

auf, bezieht jedoch die vom Objektiv übermittelten<br />

Entfernungsdaten in die Berechnung der Blitzleistung<br />

mit ein. So wird eine noch natürlichere<br />

Belichtung erreicht und die Fehleranfälligkeit bei<br />

sehr dunklen oder sehr hellen Flächen verringert.<br />

Leider existieren auch Situationen, in denen<br />

das komplexe automatische Blitzbelichtungssystem<br />

nicht wie gewünscht funktioniert. Daher<br />

wird unter komplizierten Studioblitzaufbauten<br />

eher auf vollmanuelle Kontrolle gesetzt, um<br />

Kontrolle über die Blitzbelichtung<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Wechseln Sie in den Av-<br />

Modus und nehmen Sie eine<br />

geeignete Blendenöffnung mit<br />

dem Wahlrad. Die Kamera wählt<br />

nun eine Belichtungszeit für einen<br />

exakt belichteten Hintergrund.<br />

Überprüfen Sie das<br />

Ergebnis. Nutzen Sie bei<br />

Über- oder Unterbelichtung des<br />

Vordergrunds die Blitzbelichtungskorrektur<br />

und machen Sie erneut<br />

ein <strong>Foto</strong>.<br />

Bei Über- oder Unterbelichtung<br />

des Hintergrunds<br />

können Sie die Belichtung mit der<br />

herkömmlichen Belichtungskorrektur<br />

anpassen. Dadurch wird die<br />

Belichtungszeit verändert.<br />

Wählen Sie eine negative<br />

Belichtungskorrektur, wenn<br />

der Hintergrund zu hell erscheint.<br />

Eine positive Korrektur hilft bei zu<br />

dunklem Hintergrund.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 101<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Eine Frage von Sekundenbruchteilen<br />

Die Auswirkungen der Belichtungszeit und der Blitzmodi auf das Ergebnis<br />

ERSTER VerschlussvoRHang<br />

In allen automatischen<br />

Blitzmodi erfolgt ein<br />

kurzer Messblitz, um die<br />

benötigte Abbrenndauer<br />

einstellen zu können.<br />

Zweiter VerschluSSVorhang<br />

High-speedsynchronisierung<br />

Der Blitz wird bis zu<br />

50000x innerhalb einer<br />

Sekunde abgefeuert<br />

(siehe unten).<br />

Vorhänge<br />

geschlossen<br />

Sind Kamera und Blitz auf den<br />

zweiten Verschlussvorhang<br />

eingestellt, so wird der Blitz am Ende<br />

des Belichtungsvorgangs<br />

abgefeuert. <strong>Das</strong> ist bei sich<br />

bewegenden Objekten oder bei<br />

langsameren Belichtungszeiten als<br />

üblich hilfreich.<br />

Messblitz<br />

Messblitz<br />

Erster Vorhang<br />

in Bewegung<br />

Vorhänge<br />

geschlossen<br />

Erster Vorhang<br />

in Bewegung<br />

High-Speed-Sync<br />

Die HSS-Kompatibilität mancher Systemblitze<br />

erlaubt es, Belichtungszeiten<br />

deutlich schneller als die herkömmliche<br />

Blitzsyncronzeit zu verwenden. So können Sie<br />

die Blende weiter öffnen, ohne eine Überbelichtung<br />

des Hintergrunds durch eine zu lange Belichtungszeit<br />

zu erhalten. <strong>Das</strong> ist vor allem bei Porträts im Freien<br />

hilfreich. So können lichtstärkere Objektive und deren<br />

Freistellungspotenzial ausgenutzt werden. Beachten<br />

Sie, dass die Blitzleistung hierbei stark abnimmt.<br />

102 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Beide Vorgänge<br />

vollständig geöffnet<br />

Erster Vorhang<br />

in Bewegung<br />

Messblitz<br />

Blitz wird<br />

abgefeuert<br />

Zweiter Vorhang<br />

in Bewegung<br />

High-Speed-Syncronisierung<br />

Normal-Blitz<br />

f/9<br />

Beide Vorgänge<br />

vollständig geöffnet<br />

Zweiter Vorhang<br />

in Bewegung<br />

Vorhänge<br />

geschlossen<br />

Zweiter Vorhang<br />

in Bewegung<br />

Blitz wird<br />

abgefeuert<br />

Vorhänge<br />

geschlossen<br />

f/2.8<br />

Der Verschluss besteht aus<br />

zwei metallischen Vorhängen.<br />

Der erste Vorhang öffnet zu<br />

Beginn der Belichtung, der<br />

zweite schließt, um den<br />

Belichtungsvorgang abzuschließen.<br />

Der Blitz muss<br />

abgefeuert werden, wenn<br />

der Verschluss vollständig<br />

geöffnet ist.<br />

In normalen Modi wird der Blitz bei Öffnung<br />

des ersten Verschlussvorhangs ausgelöst.<br />

Vorhänge<br />

geschlossen<br />

HSS-BLITZ<br />

Bei Belichtungszeiten<br />

schneller als die übliche<br />

Blitzsyncronzeit<br />

moderner Gehäuse von<br />

etwa 1/200sek wird die<br />

Blitzbelichtung während<br />

des Ablaufens der<br />

Verschlussvorhänge<br />

durchgeführt.<br />

Illustration: Andy McLaughlin<br />

Chris George


Blitzen<br />

auf den<br />

zweiten Verschlussvorhang<br />

Fehler zu minimieren. Dazu wird die Kamera<br />

meist auf die Blitzsynchronzeit eingestellt, die<br />

Blende anhand der benötigten Tiefe der<br />

Schärfenebene geschlossen und die Blitzleistung<br />

manuell der gewünschten Belichtung<br />

angepasst.<br />

Doch abseits teurer Aufbauten mit mehreren<br />

Blitzgeräten können in weniger komplexen<br />

Situationen auch mit dem integrierten Blitz<br />

verwertbare Ergebnisse erzielt werden. Verwenden<br />

Sie den Blitz am besten im Av-Modus,<br />

da er dort nur als Aufhellblitz genutzt wird und<br />

nicht die Hauptlichtquelle darstellt, was in<br />

vielen „plattgeblitzten“ Problembildern die<br />

Hauptursache ist. Als Aufhellblitz genutzt<br />

versucht das Gehäuse sowohl Hinterals<br />

auch Vordergrund exakt zu belichten.<br />

Blitzbelichtungskorrektur<br />

Sollten Sie dennoch feststellen, dass die Blitzleistung<br />

zu hoch oder zu niedrig ist, können Sie<br />

für diesen eine gesonderte Belichtungskorrektur<br />

einstellen. Bei Mittelklasse- und Profimodellen<br />

können Sie diese Funktion bequem über<br />

das Schulterdisplay samt den umgebenden<br />

Tasten ansteuern, kleinere EOS-Gehäuse<br />

besitzen hierfür ein gesondertes Menü.<br />

Möchten Sie hingegen die Belichtung des<br />

Hintergrundes anpassen, so müssen Sie auf<br />

die herkömmliche Belichtungskorrektur zurückgreifen.<br />

Einsteigergehäuse wie die 550D<br />

oder ähnlich besitzen hierfür eine +/- Taste,<br />

welche beim Drehen am Einstellrad gedrückt<br />

gehalten werden muss, während größere<br />

Modelle wie die 5D II oder 7D die Funktion<br />

direkt am Daumenrad besitzen.<br />

Erster Vorhang<br />

Normalerweise wird der Blitz so schnell<br />

wie möglich abgefeuert, nachdem der<br />

Verschluss vollständig geöffnet ist. <strong>Das</strong><br />

kann jedoch bei längeren Belichtungszeiten<br />

als üblich zu unerwünschten<br />

Nebenwirkungen führen, wenn sich das<br />

Motiv bewegt. In diesem Fall verschwimmt<br />

das Motiv, was auch als Entstehung<br />

eines Geisterbilds bekannt ist. Vermeiden<br />

können Sie dies durch Blitzen auf<br />

dem zweiten Verschlussvorhang. Dabei<br />

wird der Blitz abgefeuert, sobald der<br />

Verschluss beginnt sich zu schließen.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Die Hintergrundbelichtung anpassen<br />

Der Verwendung eines Blitzes sorgt<br />

in der Regel für makellos belichtete<br />

Vordergründe, doch der Hintergrund<br />

erscheint oft zu hell oder zu dunkel. In<br />

Innenräumen mangelt es oft an<br />

Helligkeit des Hintergrunds, im Freien<br />

wird jener jedoch schnell überbelichtet,<br />

was zu ausgebrannten Flächen<br />

führt. Mit der Belichtungskorrektur<br />

können Sie dem entgegenwirken.<br />

Nutzen Sie bei Porträts in<br />

Innenräumen oder im freien<br />

nach Anbruch der Dunkelheit den<br />

Av-Modus und eine lange Belichtungszeit.<br />

Bei Verwendung eines<br />

Stativs können Sie auch die<br />

ISO-Empfindlichkeit auf ISO800<br />

oder ähnlich verringern, um einen<br />

verwackelten Hintergrund zu<br />

vermeiden.<br />

Der Hintergrund in einer<br />

solchen Situation wird<br />

generell zu dunkel belichtet.<br />

Steuern Sie dem mit einer<br />

Belichtungskorrektur von<br />

+1 oder +2 entgegen und lösen<br />

Sie erneut aus.<br />

Beim Einsatz eines Blitzes<br />

draußen bei Sonnenschein<br />

wird der Hintergrund Ihres <strong>Foto</strong>s<br />

oft überbelichtet sein. Hier können<br />

Sie mit einer Belichtungskorrektur<br />

von -1 bis -2 entgegenwirken und<br />

erneut auslösen.<br />

Chris George<br />

Belichtung 1/60 sek bei f/6.7<br />

-2 EV<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Syncronisierung auf dem zweiten<br />

Verschlussvorhang ist vor allem für<br />

Motive in Bewegung hilfreich.<br />

Zweiter Vorhang<br />

+/-0 EV<br />

Belichtung 1/250 sek bei f/6.7<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 103<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

ISO100<br />

Lektion 11<br />

Worum geht<br />

es bei<br />

ISO?<br />

Zu Zeiten der analogen <strong>Foto</strong>grafie waren es<br />

die Filme, die unterschiedliche Empfindlichkeiten<br />

besaßen und so die Möglichkeit<br />

eröffneten, schnellere Belichtungszeiten für<br />

Objekte in Bewegung zu verwenden oder das<br />

<strong>Foto</strong>grafieren unter wenig Licht ohne Stativ<br />

möglich machten. Diese Empfindlichkeit wurde in<br />

mehreren Skalen angegeben. Die prominentesten<br />

Vertreter hören auf die Namen ASA und DIN,<br />

welche zum heute verwendeten ISO zusammengefasst<br />

wurden. Digitale Kameras nutzen<br />

selbstverständlich keinen Film mehr, doch die<br />

ISO-Skala zur Beurteilung der Lichtempfindlichkeit<br />

ist geblieben. Da der Sensor anders als ein<br />

Film schlecht ausgewechselt werden kann, um<br />

104 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

ISO1000<br />

Belichtung 20 sek bei f/9<br />

die Empfindlichkeit zu verändern, erfolgt diese<br />

Anpassung durch eine Verstärkung der elektrischen<br />

Signale, die der Bildsensor liefert. <strong>Das</strong> kann<br />

man sich in etwa so vorstellen wie die Lautstärkeregelung<br />

eines Radios. Ist Ihnen die Lautstärke zu<br />

gering, um etwas verstehen zu können, erhöhen<br />

Sie die Lautstärke, um diesen Umstand auszugleichen.<br />

Genauso funktioniert die Verstärkung<br />

der Signale vom Bildsensor, um schnellere<br />

Belichtungszeiten bei weniger Licht erreichen zu<br />

können.<br />

Vorteile der Digitaltechnik<br />

Der Vorteil der Digitaltechnik liegt darin, dass<br />

die ISO-Empfindlichkeit für jedes <strong>Foto</strong> individuell<br />

Chris George<br />

Belichtung 1/15 sek bei f/5.6<br />

Sie benötigen eine hohe ISO-Empfindlichkeit bei<br />

wenig Licht nur, wenn kein Stativ verfügbar ist oder<br />

sich das Motiv in Bewegung befindet. Ansonsten<br />

können Sie mit niedrigen Werten arbeiten.<br />

eingestellt werden kann. <strong>Das</strong> macht die<br />

ISO-Empfindlichkeit zu einem mächtigen<br />

Werkzeug für den <strong>Foto</strong>grafen und erlaubt<br />

scharfe <strong>Foto</strong>s unter beinahe jeder Bedingung.<br />

ISO ist die Bezeichnung der internationalen<br />

Organisation für Standardisierung – eine<br />

Einrichtung, die Tausende beglaubigte<br />

Standards für viele verschiedene Bereiche auf<br />

den Weg gebracht hat. In der <strong>Foto</strong>grafie ist dies<br />

lediglich eine Abfolge von Nummern. Die<br />

Grundempfindlichkeit des Bildsensors eines<br />

EOS-Gehäuses liegt bei ISO100 und kann durch<br />

wenige Handgriffe erhöht werden. <strong>Das</strong><br />

Verdoppeln des Wertes von ISO100 auf ISO200<br />

bedeutet eine Verdoppelung der Empfindlichkeit<br />

und führt zu einem Belichtungsvorteil von<br />

einer Blendenstufe, indem die Blende weiter<br />

geschlossen werden kann oder die Belichtungszeit<br />

halbiert werden kann. Diese Verdoppelung<br />

geht immer weiter die Skala entlang über<br />

ISO100, 200, 400, 800, 1600 und so weiter. Der<br />

maximal einzustellende ISO-Wert ist vom Alter<br />

und der Klasse Ihres EOS-Gehäuses abhängig.<br />

Von ISO3200 bis ISO204800 bei aktuellen<br />

Chris George


Die ISO-Skala kennenlernen<br />

Verdoppelung des Wertes bedeutet Verdoppelung der Empfindlichkeit<br />

Was das L<br />

bedeutet<br />

Manche Top-EOS-<br />

Gehäuse wie die 5D II<br />

verfügen über eine<br />

L-Einstellung, die<br />

äquivalent zu ISO50 ist<br />

und die Hälfte der<br />

Empfindlichkeit im<br />

Vergleich zu ISO100<br />

bietet. Besonders für<br />

Landschaftsfotografie<br />

ist diese Einstellung<br />

nützlich, da so leicht die<br />

Bewegung von Wasser<br />

durch Unschärfe<br />

dargestellt werden<br />

kann.<br />

hohe iso Geringe iso<br />

Geringe Empfindlichkeit<br />

Hohe Empfindlichkeit<br />

ISO<br />

100<br />

ISO<br />

200<br />

ISO<br />

400<br />

ISO<br />

125<br />

ISO<br />

160<br />

ISO<br />

250<br />

ISO<br />

320<br />

ISO<br />

500<br />

ISO<br />

640<br />

ISO<br />

800<br />

ISO<br />

1.000<br />

ISO<br />

1.250<br />

ISO<br />

1.600<br />

ISO<br />

2.000<br />

ISO<br />

2.500<br />

ISO<br />

3.200<br />

ISO<br />

4.000<br />

ISO<br />

5.000<br />

ISO<br />

6.400<br />

ISO<br />

8.000<br />

EIN stop<br />

ZWEI stops<br />

1/3 stop<br />

Weniger Rauschen<br />

Mehr Rauschen<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

SCHRITT<br />

FÜR SCHRITT<br />

Individual-ISO<br />

Unter Erweiterte Einstellungen<br />

können Sie bei der<br />

Abstufung der ISO-Empfindlichkeit<br />

zwischen ganzen oder Drittelstufen<br />

wählen, um schnellere<br />

Änderungen zu ermöglichen.<br />

Manche D<strong>SLR</strong>s besitzen eine<br />

Auto-ISO-Funktion, die die<br />

Empfindlichkeit auswählt. Ideal für<br />

Schnappschüsse aus der Hand.<br />

Je nach Gehäuse können<br />

Sie zudem die maximale<br />

ISO-Empfindlichkeit begrenzen,<br />

die die ISO-Automatik nutzen<br />

soll, um unerwünschtes<br />

Rauschen zu reduzieren.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

ISO<br />

10.000<br />

ISO<br />

12.800<br />

ISO204.800 – Rekord!<br />

Die höchstmögliche Empfindlichkeit variiert je nach Kameramodell. Manche<br />

Gehäuse besitzen eine höhere Empfindlichkeit als die zur Zeit üblichen ISO12.800.<br />

<strong>Canon</strong>s Topmodell 1Dx (links) besitzt eine maximal mögliche Empfindlichkeit von<br />

ISO204.800. <strong>Das</strong> allgemeine Niveau hat sich über die Jahre stark gesteigert. Die<br />

<strong>Canon</strong> EOS DCS 1 besaß 1995 noch eine maximale Empfindlichkeit von ISO100.<br />

Der höchstmögliche<br />

ISO-Wert Ihrer Kamera<br />

wird mit einem H gekennzeichnet<br />

und muss über die ISO-<br />

Erweiterung in den erweiterten<br />

Einstellungen aktiviert werden.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 105<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Helligkeitsrauschen<br />

Farbrauschen<br />

106 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Chris George<br />

Die Arten des<br />

Bildrauschens<br />

Es existieren zwei verschiedene Arten<br />

des Bildrauschens. Luminanzrauschen<br />

erscheint wie leichtes<br />

Sprenkeln in einfarbigen Flächen und<br />

ähnelt im Aussehen stark dem vom<br />

analogen Film bekannten Bildkorn.<br />

Farbrauschen hingegen besitzt<br />

verschiedene Farben und erzeugt den<br />

Eindruck eines regenbogenähnlichen<br />

Schimmers über dem Bild in der Struktur, die<br />

einem Ölgemälde nicht unähnlich ist. Es<br />

ist wichtig, beide Arten des Bildrauschens<br />

separiert zu betrachten, da<br />

beide mit verschiedenen Tools optimal<br />

entfernt werden können. In einem<br />

RAW-Konverter existieren oft zwei<br />

verschiedene Regler für beide Arten.<br />

So wird sichergestellt, dass so wenig<br />

Details wie möglich während der<br />

Optimierung verloren gehen.<br />

Die Signalverstärkung<br />

Anpassung der ISO-Empfindlichkeit durch Signalverstärkung<br />

Viel Licht<br />

Schwache Anregung<br />

Weniger Licht bedeutet ein schwächeres<br />

Ausgangssignal vom Bildsensor.<br />

Wenig Licht<br />

Großes Signal<br />

Elektrische Verstärkung<br />

Eine Lösung dieses Problems besteht in der<br />

Verstärkung des schwachen Signals.<br />

Kleines Signal<br />

Topmodellen ist vieles möglich. In manchen<br />

Fällen sind die höchsten ISO-Werte an Modellen<br />

im Auslieferungszustand gesperrt und müssen<br />

über die erweiterten Einstellungen unter dem<br />

Punkt „ISO-Erweiterung“ aktiviert werden. Der<br />

Grund dafür liegt darin, dass mit jeder Erhöhung<br />

der Empfindlichkeit auch die Bildqualität<br />

abnimmt. Eine Verstärkung sorgt dazu noch für<br />

Bildfehler in Form von Rauschen, welches<br />

stärker im Bild sichtbar wird, je höher die<br />

Verstärkung stattfindet. Daher sollten Sie die<br />

höheren ISO-Empfindlichkeiten mit Vorsicht<br />

nutzen!<br />

Empfindlichkeit erhöhen?<br />

Manche <strong>Foto</strong>grafen versuchen mit allen Mitteln,<br />

die ISO-Empfindlichkeit gering zu halten, um<br />

störendes Bildrauschen zu vermeiden. Dabei ist<br />

Rauschfreiheit nicht alles. Ein Erhöhen der<br />

Empfindlichkeit erlaubt Ihnen das Verwenden<br />

einer schnelleren Belichtungszeit, was wiederum<br />

Verwackeln und Bewegungsunschärfe<br />

entgegenwirkt und so deutlich sichtbarere<br />

Effekte zur positiven Veränderung der Bildqualität<br />

beisteuert. Ein verrauschtes Bild ist immer<br />

besser als ein unscharfes. Außerdem kann mit<br />

einer erhöhten Empfindlichkeit oft die Blende<br />

weiter geschlossen und eine tiefere Schärfen­<br />

Große Amplitude<br />

Starkes Licht sorgt für ein<br />

größeres Signal vom Bildsensor,<br />

so ist weniger Signalverstärkung<br />

notwendig.<br />

Geringe Verstärkung<br />

ISO<br />

ISO<br />

ISO<br />

ISO<br />

Alternativen<br />

Sie müssen nicht zwangsweise die Empfindlichkeit<br />

erhöhen, da auch das Verlängern der<br />

Belichtungszeit für eine stärkere Belichtung sorgt.<br />

Hohe Verstärkung


Der Kleinbild-<br />

Vorteil<br />

Je größer der von der Kamera verwendete<br />

Bildsensor, desto weniger Rauschen wird bei<br />

identischer ISO-Empfindlichkeit produziert.<br />

<strong>Canon</strong> nutzt je nach Klasse der Gehäuse<br />

unterschiedliche Sensorgrößen. Während<br />

EOS 5D- und EOS 1Ds-Gehäuse den größten<br />

Sensor im Kleinbildformat besitzen, verfügen<br />

1D-Gehäuse über kleinere APS-H-Sensoren<br />

und 7D- sowie alle zwei-, drei- und vierstelligen<br />

Gehäuse über einen APS-C-Sensor, der<br />

lediglich 40 Prozent der Fläche eines<br />

ebene erzielt werden. Handelt es sich um<br />

statische Objekte und können Sie ein Stativ<br />

einsetzen und so die ISO-Empfindlichkeit ruhig<br />

bei ISO100 belassen. Die fehlende Empfindlichkeit<br />

können Sie hier mit einer längeren Belichtungszeit<br />

kompensieren. Auch beim Einsatz<br />

eines Blitzes können Sie abgesehen von der<br />

erhöhten Reichweite auf eine Verstärkung<br />

verzichten.<br />

Je kleiner das zu verstärkende Signal,<br />

desto eher wird Bildrauschen auffällig.<br />

Sorgen Sie für mehr Licht, so wird das<br />

Signal größer und das Rauschen wird<br />

verringert.<br />

Wenig Rauschen<br />

Viel Rauschen<br />

Verstärkung = Rauschen<br />

APS-C-Sensor:<br />

Er besitzt nur 40 %<br />

der Fläche eines<br />

Kleinbildsensors.<br />

Kleinbildsensors<br />

besitzt. Da die jeweiligen<br />

<strong>Foto</strong>zellen auf einem<br />

Kleinbildsensor größer sein und so mehr<br />

Licht aufnehmen können, muss weniger<br />

Verstärkungsaufwand aufgebracht werden.<br />

So wird Entstehen von Bildrauschen effektiv<br />

verringert und tritt erst bei einer größeren<br />

Verstärkung auf.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Wie gut ist Ihre EOS<br />

im High-ISO-Bereich?<br />

Viele <strong>Foto</strong>grafen fürchten sich vor den Auswirkungen<br />

einer hohen ISO-Empfindlichkeit. Doch sehr oft<br />

ist eine starke Signalverstärkung kaum sichtbar<br />

auf dem fertigen <strong>Foto</strong>. Im Folgenden finden Sie<br />

heraus, bis zu welcher ISO-Empfindlichkeit Ihre<br />

EOS noch verwertbare Ergebnisse liefert.<br />

Stellen Sie sicher, dass die ISO-Erweiterung<br />

sofern verfügbar in den erweiterten<br />

Einstellungen aktiviert ist.<br />

Bauen Sie sich ein Motiv in Fensternähe<br />

auf. Wählen Sie Objekte, die eine <strong>große</strong><br />

Farbvielfalt gewährleisten und eine größere<br />

Fläche dunkle Töne beinhalten. Wir<br />

verwendeten einige Buntstifte auf<br />

schwarzen Karton.<br />

Mit Ihrer auf einem Stativ<br />

montierten Kamera<br />

können Sie nun eine Serie<br />

Bilder bei jeweils unterschiedlichen<br />

ISO-Werten anfertigen<br />

(100, 200, 400, 800 usw.).<br />

Betrachten Sie die Ergebnisse<br />

an Ihrem Computer und<br />

achten Sie in einer Vergrößerung auf das<br />

Rauschen. Entscheiden Sie, ab welcher<br />

Empfindlichkeit das Ergebnis für Sie zu<br />

starkes Rauschen beinhaltet.<br />

Überprüfen Sie die Einstellungen<br />

bezüglich der High-ISO-Rauschreduzierung<br />

in den erweiterten Einstellungen.<br />

Wiederholen Sie die Arbeitsschritte<br />

nach einer Veränderung.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

ISO100<br />

Kleinbildsensor:<br />

Er ist rund 1,6 mal größer als<br />

die von vielen EOS-Modellen<br />

genutzten Sensoren.<br />

ISO1600<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 107<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule wichtige DSlr-Techniken FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 12<br />

Speicher und<br />

Formate<br />

Ihre <strong>Canon</strong>-Kamera erlaubt das Speichern der Bilder<br />

in zwei verschiedenen Formaten: dem RAW- und<br />

dem JPEG-Format. Doch wenn Sie durch die Menüs<br />

Ihrer Kamera navigieren, finden Sie einige weitere<br />

Einstellungsmöglichkeiten diesbezüglich: S oder M,<br />

Tortenstücke oder Treppenstufen. Was bedeuten diese<br />

Optionen? JPEG ist das wohl meistverbreitete Dateiformat<br />

für digitale Bilddaten. <strong>Das</strong> hat den Vorteil, dass<br />

diese Dateien auf nahezu jedem Gerät ohne Umwandeln<br />

geöffnet werden können. Die Bezeichnung ist eine<br />

Abkürzung für Joint Photographic Experts Group ,<br />

welche die Spezifikationen festgelegt hat. <strong>Das</strong> Dateiformat<br />

besitzt den Vorteil, dass die Dateigröße vollständig<br />

skalierbar ist. So können die Bilddaten komprimiert<br />

werden, um kleinere Dateien zu erhalten. Dies ist besonders<br />

bei der Nutzung auf Webseiten oder in E-Mails<br />

sinnvoll. Leider wird mit sinkender Dateigröße auch die<br />

Bildqualität verringert, was sich in Komprimierungsartefakten<br />

äußert. Ihr EOS-Gehäuse besitzt zwei verschiedene<br />

Komprimierungsgrade, aus denen Sie wählen<br />

können. Die höhere Qualität ist durch ein tortenstückähnliches<br />

Symbol gekennzeichnet , während die<br />

geringere Qualität ein Symbol besitzt, welches an<br />

Treppenstufen erinnert .<br />

Pixel zählen<br />

Doch nicht genug: Neben den Qualitätseinstellungen<br />

stellt Ihre Kamera Sie auch vor die Wahl, aus wie vielen<br />

Pixeln das fertige Bild konstruiert werden soll. Für<br />

Schritt für Schritt<br />

Ihre Kamera speichert im Aus- Navigieren Sie durch die<br />

lieferungszustand Bilder als JPEG. Einstellungen, bis Sie zum<br />

Möchten Sie dies ändern, müssen Sie Punkt „Qualität“ gelangen, und<br />

sich zunächst in das Menü begeben. bestätigen Sie mit Set.<br />

108 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Kleine JPEGs (oben)<br />

enthalten weniger Pixel<br />

und werden stärker<br />

komprimiert, was zu<br />

deutlich sichtbaren<br />

Artefakten führt.<br />

Für den Einstieg in das RAW-Format<br />

Die Anzahl der Optionen<br />

variiert je nach Kameramodell.<br />

Wählen Sie entweder das reine<br />

RAW-Format oder RAW+JPEG.<br />

Große JPEGs (links) und<br />

RAW-Dateien (oben)<br />

nutzen die volle Sensorauflösung<br />

und eine<br />

geringe Komprimierung,<br />

damit auch kleinere<br />

Details erhalten bleiben.<br />

Haben Sie sich entschieden,<br />

müssen Sie abermals per Set<br />

bestätigen. Stellen Sie sicher, dass<br />

Ihre Auswahl übernommen wurde.<br />

Chris George


<strong>Das</strong> Zahlenchaos überblicken<br />

Speicherkarten gibt es in vielen Größen, Geschwindigkeiten und Klassen<br />

CompactFlash<br />

<strong>Das</strong> traditionelle Speicherkartenformat<br />

existiert in zwei Stärken. Class I besitzt<br />

eine Dicke von 3,3 mm, Class II-Karten<br />

sind 5 mm dick. Beide Typen passen in<br />

eine EOS-Kamera, doch auf dem Markt<br />

befinden sich nur noch fast ausschließlich<br />

Class I-Modelle.<br />

Kapazität<br />

Die Kapazität wird in Gigabyte<br />

(GB) gemessen. Ältere Karten<br />

können noch eine Angabe in<br />

Megabyte (MB) besitzen.<br />

1024MB entsprechen 1GB.<br />

SD<br />

Die kleineren SD-Karten<br />

erfreuen sich immer größerer<br />

Beliebtheit. Sie sind in drei<br />

Kategorien zu unterteilen: SD,<br />

SDHC und SDXC (siehe unten).<br />

Schloss<br />

Nach unten geschoben können<br />

keine Daten mehr gespeichert<br />

oder gelöscht werden.<br />

2GB<br />

8GB<br />

32GB<br />

256<br />

608<br />

2.112<br />

1.024<br />

2.432<br />

8.448<br />

Größere Karten<br />

nicht kompatibel<br />

mit älteren <strong>SLR</strong>s<br />

CompactFlash®<br />

16 GB<br />

8GB<br />

6<br />

133x<br />

Speed<br />

Wie viele Bilder passen drauf?<br />

Die Anzahl der<br />

Bilder variiert je<br />

nach Auflösung,<br />

Qualität<br />

und der<br />

Kamera ...<br />

CompactFlash®<br />

16 GB<br />

SD Die Secure Digital (SD)-Karte ist der<br />

meistverbreitete Typ dieses Kartenformats.<br />

Ältere Originalkarten besitzen eine<br />

Kapazitätsgrenze bei 2GB<br />

SDHC Die neueren High Capacity (HC) SD-<br />

Karten sind besonders für Nutzer einer D<strong>SLR</strong><br />

sinnvoller, da diese eine Kapazität bis zu 32GB<br />

besitzen. Diese Karten können ab der EOS 450D<br />

verwendet werden.<br />

SDXC SDXC Die neuen eXtended<br />

Capacity-Karten erlauben eine Kapazität bis zu<br />

2TB (2000GB) und können erst ab der EOS<br />

550D, 600D und 60D verwendet werden.<br />

6 megapixel<br />

60MB/s<br />

UDMA<br />

12 megapixel<br />

120 75<br />

60MB/s<br />

UDMA<br />

Vergoldete Kontakte<br />

an der Kartenunterseite<br />

Übertragungsgeschwindigkeit<br />

Einige Karten<br />

verfügen darüber<br />

hinaus noch über<br />

eine Angabe der<br />

Übertragungsgeschwindigkeit<br />

in<br />

Vielfachen. 133x<br />

entspricht dabei<br />

etwa 20MB/s.<br />

Eine Übersicht<br />

erhalten Sie in der<br />

Tabelle rechts.<br />

18 megapixel<br />

460 285<br />

2.290 1.590<br />

480 300<br />

1.840 1.040<br />

9.160 6.360<br />

1.920 1.200<br />

7.360 4.160<br />

36.640 25.440<br />

50-Pin-Anschluss<br />

Übertragungsgeschwindigkeit<br />

Je schneller die mögliche<br />

Übertragungsgeschwindigkeit,<br />

desto besser die Performance<br />

im Serienbildmodus oder beim<br />

Anfertigen von Videos. Die<br />

Angabe erfolgt in Megabyte<br />

pro Sekunde (MB/s).<br />

UDMA<br />

Die neueste Generation der CompactFlash-<br />

Karten nutzt das schnelle UDMA (ultra direct<br />

memory access)-Protokoll.<br />

CompactFlash®<br />

16 GB<br />

Klasse<br />

SD-Karten werden in verschiedene Klassen unterteilt, um einen<br />

besseren Überblick über die Schreibgeschwindigkeit zur Verfügung<br />

zu stellen. <strong>Das</strong> ist besonders beim Anfertigen von Videos<br />

wichtig. Eine Class 2-Karte verfügt über eine Schreibgeschwindigkeit<br />

von mindestens 2MB/s, während eine Class 6-Karte<br />

6MB/s und eine Class 10-Karte über 10MB/s bieten kann.<br />

40x<br />

66x<br />

100x<br />

133x<br />

200x<br />

300x<br />

400x<br />

600x<br />

VP630XX<br />

Geschwindigkeiten<br />

60MB/s<br />

UDMA<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 109<br />

B/s<br />

A<br />

Flash®<br />

6MB/s<br />

10MB/s<br />

15MB/s<br />

20MB/s<br />

30MB/s<br />

45MB/s<br />

60MB/s<br />

90MB/s<br />

Anatomie der Speicherkarte<br />

Unter der Haube einer CompactFlash-Karte<br />

Viele Bausteine<br />

Eine Speicherkarte ist vollgepackt mit komplexer Elektronik,<br />

die den Datenstrom lenken und verarbeiten soll, sowie den<br />

Kontakt zwischen Speicher und Endgerät herstellt.<br />

Flash-<br />

Speicher<br />

VP630XX<br />

Die Bilddaten werden<br />

auf einem oder<br />

mehreren Speicherbausteinen<br />

im Inneren<br />

der Speicherkarte<br />

abgelegt.<br />

UDMA<br />

60MB/s<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

16 GB<br />

CompactFlash®<br />

Doppellader<br />

EOS-Gehäuse der 1D-Serie verfügen<br />

sowohl über CompactFlash- als<br />

auch über SDHC-Slots. Sie können<br />

sich für einen Typ entscheiden oder<br />

beide gleichzeiting nutzen, um die<br />

Ausfallsicherheit zu erhöhen oder<br />

um JPEGs und RAWs getrennt zu<br />

speichern. Dieses Feature wurde<br />

mit der Mark-II-Version eingeführt.<br />

MJFH8-LX414BN<br />

50-Pin-Anschluss<br />

50 Pins innerhalb der Kamera oder des Kartenlesers<br />

sorgen für die Kontaktaufnahme zum<br />

Speicher. Die Pins können leicht verbiegen, also<br />

seien Sie vorsichtig. Die Reparatur ist sehr teuer.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

20MB RAW<br />

Formatieren oder<br />

Löschen?<br />

Es existieren zwei unterschiedliche Wege, um Ihre<br />

Bilder nach erfolgter Übertragung auf den PC von<br />

der Speicherkarte zu entfernen. Die „Bilder<br />

löschen“-Option entfernt ausschließlich die Bilder<br />

aus den von der Kamera auf der Speicherkarte<br />

angelegten<br />

Ordnern. Es ist<br />

eine bessere<br />

Option, die<br />

gesamte<br />

Speicherkarte<br />

zu formatieren,<br />

um diese<br />

komplett zu<br />

leeren.<br />

110 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Die Dateigröße einer<br />

RAW-Datei ist<br />

abhängig vom<br />

Detailgrad der<br />

abgebildeten Szene.<br />

Die Details im<br />

Architekturfoto links<br />

resultieren in einer<br />

größeren Datei als bei<br />

den schlichten<br />

Strukturen im<br />

Sonnenaufgang.<br />

10MB RAW<br />

die größtmögliche Auflösung können Sie L (Large)<br />

auswählen. Die Hälfte der vollen Auflösung wird mit<br />

M (Medium) auf die Speicherkarte gebannt, noch<br />

einmal halbiert wird die Auflösung mit S (Small). Die<br />

kleinsten Bilddateien erhalten Sie mit , so können<br />

Sie am meisten Bilder auf einer Speicherkarte speichern.<br />

Die bestmögliche Auflösung und Qualität<br />

erhalten Sie mit . Die beste Wahl für viele Situationen<br />

ist – bessere Ergebnisse erhalten Sie im<br />

Speicherplatz-intensiven RAW-Format. Hier werden<br />

die Rohdateien des Bildsensors minimal komprimiert<br />

auf der Speicherkarte abgelegt, was einem<br />

digitalen Negativ nahekommt. Dabei wird der größtmögliche<br />

Tonwertumfang genutzt, was für eine<br />

gelungene Nachbearbeitung unerlässlich ist. Nachteilig<br />

sind die <strong>große</strong>n Dateien im RAW-Format, die<br />

lange brauchen, um auf die Speicherkarte geschrieben<br />

zu werden. Auch der Puffer wird schneller gefüllt.<br />

Daher sollten Sie überlegen, in Actionsequenzen<br />

doch auf den JPEG-Modus zurückzugreifen, um<br />

keinen Moment zu verpassen.<br />

RAW-Verarbeitung<br />

RAW-Dateien müssen durch eine spezielle Software<br />

verarbeitet und in ein JPEG umgewandelt<br />

werden, bevor sie weiterverwendet werden können.<br />

Spätestens dabei werden Sie die Vorteile, die<br />

das RAW-Format mit sich bringt, zu schätzen<br />

wissen und die Nachteile vergessen. Sie erhalten<br />

mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung durch<br />

einen gesteigerten Tonwertumfang. So können Sie<br />

z. B. einfach den Weißabgleich anpassen, die Belichtung<br />

korrigieren oder die Farbwirkung verändern.<br />

<strong>Das</strong> alles ist in dem Umfang mit einer JPEG-<br />

Datei nicht möglich. Während der Komprimierungsgrad<br />

des RAW-Formats nicht zu verändern<br />

ist, können Sie auf einigen EOS-Kameras die Auflösung<br />

durch Auswahl des mRAW- oder sRAW-Modi<br />

reduzieren, um mehr Bilder auf der Speicherkarte<br />

speichern zu können, ohne auf die Vorteile des<br />

RAW-Formats verzichten zu müssen.


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Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 13<br />

Worum geht<br />

es beim<br />

Histogramm?<br />

Die Entscheidung über ein gelungenes Bild<br />

mit einer gelungenen Belichtung fällt bei<br />

Anwendung einer D<strong>SLR</strong> sehr einfach. Kurz<br />

nachdem Sie den Auslöser betätigt haben,<br />

erscheint ein <strong>Vorschau</strong>bild auf dem rückseitigen<br />

Display. Hier können Sie sofort sehen, ob das <strong>Foto</strong><br />

über- oder unterbelichtet ist. Warum sollten Sie<br />

sich also damit herumschlagen, das Histogramm<br />

analysieren zu wollen? Natürlich ist das Histogramm<br />

kein Ersatz für das vollwertige <strong>Vorschau</strong>bild.<br />

Dennoch erlaubt die mathematische<br />

Darstellung der Tonwertverteilung einige<br />

wertvolle Rückschlüsse auf das Endergebnis.<br />

Quantität statt Qualität<br />

Die qualitative Auslegung der <strong>Vorschau</strong>bilder<br />

macht es nahezu unmöglich, eine verbindliche<br />

Beurteilung über die Belichtung eines einzelnen<br />

<strong>Foto</strong>s zuzulassen. Die Grafik hingegen lügt nicht<br />

und zeigt exakt die quantitative Verteilung der<br />

Bildanteile über den kompletten Tonwertbereich<br />

auf. Sobald Sie sich etwas mit dem Histogramm<br />

und dessen Darstellung beschäftigt haben, wird<br />

Schritt für Schritt<br />

Beginnen Sie mit einem Druck<br />

auf die <strong>Vorschau</strong>taste auf der<br />

Kamerarückseite, um bereits<br />

geschossene <strong>Foto</strong>s anzuzeigen.<br />

112 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

es Ihnen in Zukunft viel leichter fallen, die<br />

korrekte Belichtung Ihres <strong>Foto</strong>s zu beurteilen und<br />

eine passende Belichtungskorrektur durchzuführen.<br />

Außerdem enthält die Grafik wertvolle<br />

Informationen über den Kontrastumfang einer<br />

Szene und zeigt deutlich auf, wann die Grenze<br />

<strong>Das</strong> Histogramm einblenden<br />

Ihre EOS besitzt mehrere<br />

Einblendemöglichkeiten für Ihre<br />

Bilder. Um den jeweiligen Modus zu<br />

wechseln, müssen Sie auf Disp.<br />

beziehungsweise Info drücken.<br />

Drücken Sie die entsprechende<br />

Taste so lange, bis das Helligkeitshistogramm<br />

eingeblendet wird. Neben<br />

dem <strong>Vorschau</strong>bild werden außerdem<br />

weitere Informationen eingeblendet.<br />

Jedes EOS-Gehäuse<br />

kann durch eine<br />

simple Grafik einen<br />

Eindruck der Art der<br />

Belichtung geben – je<br />

nach Modell stehen<br />

auch Farbkanäle zur<br />

Auswahl.<br />

Einige Modelle bieten auch die<br />

Aufschlüsselung in die<br />

einzelnen Farbkanäle an. Drücken<br />

Sie die Disp./Info-Taste erneut, um<br />

in diese Ansicht zu wechseln.


Bildvorschau mit Histogramm<br />

Werfen Sie stets einen Blick auf das Histogramm<br />

Belichtungskorrektur<br />

Mit der Belichtungskorrektur können Sie das<br />

Histogramm während der Aufnahme nach<br />

rechts oder links verschieben.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Mitteltöne<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Bildvorschau<br />

<strong>Das</strong> <strong>Vorschau</strong>bild zeigt Ihnen im<br />

Gegensatz zum Histogramm weit<br />

mehr als nur die Helligkeitsverteilung.<br />

Einstellungen<br />

Dieser Anzeigemodi zeigt<br />

Ihnen zusätzlich weitere<br />

Informationen zu Ihrem<br />

<strong>Foto</strong> an.<br />

Anzahl der Pixel<br />

ScHAtten<br />

Helligkeit der Pixel<br />

Histogramm<br />

Die Struktur und<br />

Position der Grafik<br />

innerhalb der Skala gibt<br />

Aufschluss über die<br />

Belichtung und den<br />

Kontrast der Szene.<br />

Tonwertbereich<br />

Dunkel bis hell<br />

Lichter<br />

Der Graph erfasst die Helligkeit jedes Pixels<br />

im Bild und stellt deren Verteilung im Bezug<br />

zur Helligkeit dar. Auf der rechten Seite<br />

befinden sich die dunklen Töne, im linken<br />

Abschnitt die helleren. Linien unterteilen die<br />

einzelnen Bereiche der Tonwerte zur<br />

besseren Orientierung.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

dessen erreicht ist, womit der Sensor fehlerfreie<br />

Bilder umsetzen kann. So wird Ausbrennen von<br />

Lichtern und Absaufen von Schattenbereichen<br />

vermieden und das allgemeine Qualitätsniveau<br />

gesteigert.<br />

Standardmäßig verfügt jede EOS-Kamera<br />

über ein einblendbares Helligkeitshistogramm,<br />

welches die einzelnen Helligkeitsabstufungen in<br />

256 Bereiche basierend auf dem JPEG-Bild<br />

unterteilt.<br />

Rechts ist es am hellsten<br />

Der dunkelste Ton darstellbar in einem Histogramm<br />

ist mit der Null belegt und befindet sich<br />

am linken Rand der Grafik, während der hellste<br />

Ton durch eine 255 dargestellt wird und am<br />

rechten Ende der Skala beheimatet ist. Zwischen<br />

diesen beiden Begrenzungen finden sich alle<br />

möglichen Abstufungen. Auf der vertikalen<br />

Y-Achse befindet sich nun die Häufigkeit in Pixeln<br />

jeder einzelnen Stufe.<br />

Anders als die weitverbreitete Meinung<br />

existiert kein ideales Histogramm. Manche Motive<br />

beinhalten schlicht und ergreifend mehr hellere<br />

Töne als ein anderes. Dazu kommt, dass zwei<br />

Histogramme nie identisch aussehen werden. Es<br />

ist das Zusammenspiel der einzelnen Tonwerte,<br />

das eine ideale Histogrammform ausmacht.<br />

Die beste Ausnutzung des Potenzials Ihrer<br />

Kamera erhalten Sie, wenn das Histogramm<br />

Die Belichtung beurteilen<br />

Unterbelichtung<br />

Befindet sich ein Großteil des<br />

Histogramms auf der linken<br />

Seite des Histogramms, so<br />

befinden sich viele dunkle<br />

Töne im <strong>Foto</strong> und es ist<br />

vermutlich unterbelichtet.<br />

Überbelichtung<br />

Schlägt das Histogramm am<br />

rechten Rand der Skala an,<br />

so besteht das <strong>Foto</strong><br />

hauptsächlich aus hellen<br />

Tönen und die Gefahr einer<br />

Überbelichtung liegt nah.<br />

Korrekte Belichtung<br />

Eine ideale Belichtung nutzt<br />

den vollen Bereich der Skala<br />

aus ohne den rechten oder<br />

linken Rand zu berühren. Es<br />

existiert kein Detailverlust in<br />

Schatten oder Lichtern.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 113<br />

Photos: Chris George<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Formensprache des Histogramms<br />

Diese Formen zeigen sofort bestimmte Aufnahmesituationen<br />

Hoher Kontrast<br />

Anschlagen am linken Rand<br />

– Detailverlust in Schatten<br />

Geringer Kontrast<br />

Keine Schatten<br />

Weißer Hintergrund<br />

High-Key-Situation: kein<br />

nennenswerter Schatten<br />

Schwarzer Hintergrund<br />

Ausschlag am linken Rand<br />

– schwarzer Hintergrund<br />

Schritt für Schritt<br />

Sie benötigen eine EOS mit<br />

Liveview-Unterstützung (ab<br />

der 450D) und Sie müssen in<br />

diesen Modus wechseln<br />

Anschlagen am rechten Rand<br />

– Lichter sind ausgebrannt<br />

Keine Lichter<br />

Großer Ausschlag am rechten<br />

Rand – <strong>große</strong>r Anteil heller Töne<br />

Low-Key-Situation:<br />

keine Lichter im Bild<br />

Sofern noch nicht geschehen<br />

müssen Sie Liveview<br />

aktivieren. Sie finden diese Option<br />

im Menü.<br />

114 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Einige Szenen besitzen<br />

einen größeren Tonwertumfang<br />

als der, den Ihre<br />

D<strong>SLR</strong> umsetzen kann. Ein<br />

Graufilter oder das <strong>Foto</strong>grafieren<br />

zu einer anderen<br />

Tageszeit kann helfen,<br />

den Kontrastumfang zu<br />

verringern. Alternativ<br />

können Sie auch unterbelichten,<br />

um das Ausbrennen<br />

zu verhindern.<br />

Einige Szenen besitzen<br />

einen größeren Tonwertumfang<br />

als der, den Ihre<br />

D<strong>SLR</strong> umsetzen kann.<br />

Ein Graufilter oder das<br />

<strong>Foto</strong>grafieren zu einer<br />

anderen Tageszeit kann<br />

helfen, den Kontrastumfang<br />

zu verringern.<br />

Manchmal müssen helle<br />

Flächen einfach offensiv<br />

belichtet werden, um<br />

reines Weiß darzustellen.<br />

Hier sehen Sie ein<br />

Beispiel anhand eines<br />

weißen Hintergrunds im<br />

Studio.<br />

Eine dunkle Bildstimmung<br />

resultiert in einem<br />

Histogramm mit<br />

Schwerpunkt im linken<br />

Bereich der Skala. <strong>Das</strong><br />

muss nicht immer ein<br />

Problem sein. Wenn Sie<br />

reines Schwarz abbilden<br />

möchten, kommt Ihnen<br />

das entgegen.<br />

Je nach Kameramodell<br />

können Sie Liveview nun<br />

durch Drücken der Set- oder der<br />

Liveview-Taste verwenden.<br />

etwa die Form einer Glocke besitzt. Es sollte zu<br />

den Rändern hin abfallen und in der Mitte einen<br />

gleichmäßigen Ausschlag zeigen. Einen Graphen,<br />

der entweder rechts oder links anschlägt, sollten<br />

Sie hingegen vermeiden. <strong>Das</strong> bedeutet nämlich,<br />

dass es zu Detailverlust durch ausgebrannte<br />

Lichter oder absaufende Schattenpartien kommt.<br />

Nicht ausbrennen lassen<br />

In der Digitalfotografie ist eine Überbelichtung<br />

sehr schwer in der Nachbearbeitung zu korrigieren.<br />

Daher ist es bei Motiven mit <strong>große</strong>m<br />

Kontrastumfang besser, das Histogramm an der<br />

linken Seite anschlagen zu lassen als an der<br />

rechten. Unterbelichtete Bestandteile sind<br />

einfacher zu korrigieren.<br />

Etwas Vorsicht sollten Sie beim Ablesen des<br />

Histogramms walten lassen. Zum einen nimmt<br />

die Grafik nur einen sehr kleinen Bestandteil des<br />

Bildschirms ein, was es schwierig macht, die<br />

Begrenzungen zu erkennen. Zum anderen basiert<br />

das Histogramm auf dem JPEG-Bild. Sollten Sie<br />

mit RAW-Dateien arbeiten, stehen Ihnen statt 8<br />

Bit einer JPEG-<strong>Vorschau</strong> ganze 12 oder 14 Bit in<br />

der Nachbearbeitung zur Verfügung. So können<br />

ausgebrannte Lichter oder absaufende Schattenbereiche<br />

leichter rekonstruiert werden. Auch<br />

sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass<br />

manche Bildbereiche an den Begrenzungen<br />

anschlagen müssen – einfach weil es sich dabei<br />

um reines Schwarz oder Weiß handelt. Lichtreflexionen<br />

werden immer ausgebrannt erscheinen<br />

und ein strahlend weißer Hintergrund im Studio<br />

ist ebenfalls weiß und nicht dreckig grau.<br />

Wenn Sie während des Belichtens auf<br />

ausgebrannte Lichter achtgeben müssen, so<br />

sollten Sie dennoch nicht übervorsichtig werden.<br />

Es ist in der Digitaltechnik nämlich immer besser,<br />

so hell wie möglich zu belichten. <strong>Das</strong> liegt daran,<br />

dass die Kamera in den hellsten 20 Prozent des<br />

Tonwertumfangs die größte Empfindlichkeit<br />

besitzt. Bei einer auch nur leichten Unterbelichtung<br />

kommt es daher zu Qualitätsverlusten durch<br />

Rauschen. Einige EOS-Gehäuse besitzen daher<br />

Histogramm im Liveview verwenden<br />

Wie schon bei der Bildvorschau<br />

können Sie hier die<br />

Ansicht durch Druck auf Disp./Info<br />

verändern.


<strong>Das</strong> Histogramm im Liveview verwenden<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

<strong>Das</strong> Histogramm während des <strong>Foto</strong>grafierens benutzen<br />

Live Histogramm<br />

Im Liveview wird das Histogramm über das<br />

dargestellte Bild gelegt. Verändern Sie<br />

Bildausschnitt oder Belichtungseinstellungen,<br />

so passt es sich der neuen Situation an.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Einstellungen<br />

In dieser Ansicht werden<br />

auch die aktuellen<br />

Einstellungen<br />

eingeblendet.<br />

neben dem herkömmlichen Helligkeitshistogramm<br />

auch eine Anzeige pro Farbkanal – jeweils<br />

für rot, grün und blau ein eigener Graph. Diese<br />

Darstellung besitzt verschiedene Vorzüge:<br />

Unterscheiden sich die drei Farbkanäle stark, so<br />

kann ein falscher Weißabgleich vorliegen. Auch<br />

kann ein einzelner Farbkanal bereits übersteuert<br />

sein, obwohl das Helligkeitshistogramm noch<br />

nicht am rechten Rand angelangt ist (zum<br />

Beispiel bei einer strahlend roten Blume). Doch<br />

versteifen Sie sich nicht zu sehr auf die einzelnen<br />

Farbkanäle. In vielen Fällen reicht die Betrachtung<br />

des Luminanzhistogramms für eine Beurteilung<br />

der Belichtung aus.<br />

Bildschirmlupe<br />

Belichtungssimulation<br />

Diese Option ist für manche Situationen sehr<br />

hilfreich. Hierbei wird das Bild automatisch<br />

anhand der getätigten Einstellungen aufgehellt<br />

oder abgedunkelt, um eine <strong>Vorschau</strong> des<br />

Ergebnisses zu erhalten. Sie können diese<br />

Funktion bei manchen Gehäusen auch im Menü<br />

auch deaktivieren.<br />

Dieser Bereich wird Ihnen vergrößert dargstellt, wenn Sie die Zoomtaste Ihrer<br />

EOS betätigen. Mit dem Steuerkreuz wird der Bildausschnitt verschoben. Bei<br />

vergrößerter Darstellung wird das Histogramm ausgeblendet.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Reizen Sie es aus<br />

Einer der Hauptvorteile bei der Arbeit mit<br />

dem Histogramm liegt darin, dass Sie<br />

den Tonwertbereich voll ausnutzen und<br />

dabei auch noch das Rauschen verringern<br />

können. <strong>Das</strong> machen Sie, indem<br />

Sie die Belichtung nach rechts verschieben<br />

und so die höhere Empfindlichkeit des Bildsensors<br />

in diesem Bereich ausnutzen, ohne<br />

jedoch Lichter ausbrennen zu lassen.<br />

Errichten Sie ein Stillleben in der<br />

Nähe eines Fensters wie diese<br />

Vase mit Blumen. Verwenden Sie ein<br />

Stativ, um einen gleichbleibenden Bildausschnitt<br />

zu gewährleisten. Fertigen<br />

Sie ein <strong>Foto</strong> im Av-Modus und unter<br />

Verwendung der Mehrfeldmessung an.<br />

Betrachten Sie das Histogramm.<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

Drücken Sie so lange auf Disp./<br />

Info, bis Sie das Histogramm auf<br />

dem Hauptdisplay eingeblendet<br />

bekommen.<br />

Befindet sich das Histogramm<br />

nicht vollständig am rechten<br />

Rand der Skala, so können Sie nach<br />

Anwendung einer positiven Belichtungskorrektur<br />

einen erneuten Versuch<br />

starten. Machen Sie sich keine<br />

Sorgen, sollte das Bild zu hell erscheinen –<br />

dies kann später korrigiert werden.<br />

Sollten Sie am rechten Rand angelangt<br />

sein, so müssen Sie eine negative Belichtungskorrektur<br />

anwenden und das Histogramm<br />

erneut überprüfen.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 115<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

t<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 14<br />

Videos mit einer<br />

D<strong>SLR</strong>-Kamera filmen<br />

<strong>Das</strong> Filmen mit einer D<strong>SLR</strong> ist ein umstrittenes<br />

Thema. Manch einer kann nicht<br />

ohne Videofunktion, andere wünschen<br />

sich gar, dass diese Möglichkeit nie erfunden<br />

worden wäre. Doch so schnell wird der Modus<br />

nicht mehr aus aktuellen und zukünftigen Gehäusen<br />

zu verdrängen sein. Sollten Sie sich dazu entschließen,<br />

auch einmal einen Blick auf dieses<br />

Neuland zu werfen, so stellen Sie schnell fest,<br />

dass es einige Unterschiede im Vergleich zum<br />

klassischen <strong>Foto</strong>grafieren gibt. Als Erstes wird<br />

Ihnen auffallen, dass es wie schon beim <strong>Foto</strong>grafieren<br />

mehrere Formate zur Auswahl gibt. Ihre<br />

EOS speichert Videoclips üblich im H.264-<br />

Format als .MOV-Container. Analog zu den<br />

stehenden Bildern lassen Sie hier verschiedene<br />

Einstellungen tätigen. Sie können hier<br />

zum Beispiel die Auflösung variieren. Die<br />

höchste Qualität liefert die FullHD(1080p)-<br />

Option mit derselben Auflösung, die auf einer<br />

Bluray vorzufinden ist. Nachteilig ist hierbei<br />

die maximale Clipdauer von ungefähr 12 Minuten,<br />

die durch die 4GB-Grenze des Dateisystems<br />

gesetzt wird. Verringern Sie die Auflösung,<br />

so können Sie etwa 24 Minuten am<br />

Stück aufnehmen. Im Vergleich zu Camcordern,<br />

die mehrere Stunden am Stück zu speichern<br />

in der Lage sind, klingt das zunächst<br />

wenig. Doch beachten Sie, dass es bei<br />

Schritt für Schritt<br />

Gehäuse mit HD-Videooption<br />

(ausschließlich der 1D- und<br />

5D-Modelle) besitzen diese Funktion<br />

auf dem Moduswahlrad, um schnell<br />

dorthin wechseln zu können.<br />

116 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Verhältnis 4:3<br />

Verhältnis 16:9<br />

Im Menü können Sie zwischen<br />

dem europäischen PAL- und<br />

dem amerikanischen NTSC-Format<br />

und so dem verfügbaren Bildwiederholratenbereich<br />

wählen.<br />

Außerdem können Sie hier<br />

Auflösung und Qualität der<br />

Clips einstellen. <strong>Das</strong> beeinflusst auch<br />

die maximale Länge der einzelnen<br />

Clips.<br />

Verhältnis 3:2<br />

<strong>Das</strong> Seitenverhältnis<br />

verändert sich<br />

im Videomodus.<br />

Während normale<br />

Bilder ein Verhältnis<br />

von 3:2<br />

besitzen, können<br />

Sie im Videomodus<br />

zwischen<br />

16:9 oder dem<br />

klassischen 4:3<br />

wählen.<br />

Erster Kontakt mit den Videoeinstellungen<br />

Die Autofokusoptionen im<br />

Videomodus variieren. Am<br />

besten sorgen Sie vor dem Start für<br />

die richtige Schärfenebene und<br />

deaktivieren den Autofokus.<br />

Photos: Chris George


Die Anatomie einer HD-D<strong>SLR</strong><br />

Die Funktionen und Eigenheiten einer videofähigen <strong>Canon</strong> EOS-Kamera<br />

Speicherkarte<br />

Schnelle Speicherkarten<br />

sind ein Muss für reibungslose<br />

Videoaufzeichnung.<br />

<strong>Canon</strong> empfiehlt Karten mit<br />

einer minimalen Schreibgeschwindigkeit<br />

von 8MB/s<br />

bzw. 60x oder schneller.<br />

Auslöser<br />

Sie können Standbilder<br />

während einer aktiven<br />

Videoaufzeichnung<br />

aufnehmen. Beachten<br />

Sie aber, dass die<br />

Videoaufzeichnung<br />

währenddessen für 1<br />

bis 2 Sekunden aussetzt.<br />

Videomodus<br />

Diese EOS 550D besitzt einen<br />

dedizierten Videomodus, der einfach<br />

über das Moduswahlrad anwählbar<br />

ist. <strong>Das</strong> ist jedoch nicht bei allen<br />

Gehäusen so einfach der Fall.<br />

Blitz<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Der Aufklappblitz besitzt keinen<br />

Nutzen im Videomodus. Für eine<br />

zusätzliche Aufhellung müssen Sie<br />

auf weiteres Zubehör zurückgreifen.<br />

Eingebautes<br />

Mikrofon<br />

Dieses Mikrofon zeichnet<br />

eine Monotonspur auf,<br />

die viele Nebengeräusche<br />

beinhaltet und sich<br />

oft nicht nah genug an<br />

der gewünschten<br />

Szene befindet.<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

Illustration: Andy McLaughlin<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

Wechselobjektive<br />

Die Möglichkeit,<br />

Wechselobjektive<br />

anzubringen, ist<br />

einer der<br />

Hauptgründe,<br />

warum viele<br />

ambitionierte Filmer<br />

vom Camcorder zur<br />

D<strong>SLR</strong> wechseln.<br />

Weg des Lichts<br />

Die Kamera wird automatisch in den<br />

Liveview-Modus versetzt, da der Spiegel im<br />

Videomodus hochgeklappt werden muss. Sie<br />

werden daher nichts durch den Sucher<br />

erkennen können.<br />

Mikrofonanschluss<br />

Ein Mikrofonanschluss erlaubt es Ihnen, ein zusätzliches<br />

Mikrofon anzuschließen, welches Ihren Bedürfnissen<br />

besser entsprechen wird als das eingebaute Mikrofon.<br />

Alternativ können Sie den Ton auch separat über einen<br />

externen Recorder aufzeichnen.<br />

Verfügbare Bildwiederholraten<br />

Je nach Modell und gewählten Einstellungen stehen verschiedene Bildwiederholraten zur Auswahl<br />

Auflösung 1100D 500D 100/1200/<br />

70/700D<br />

1080p (1980<br />

x1080 Pixel)<br />

720p (1280x<br />

720 Pixel)<br />

VGA (640x<br />

480 Pixel)<br />

550/600/<br />

650D<br />

- 20fps 30, 25, 24fps 30, 25,<br />

24fps<br />

30,<br />

25fps<br />

60D/<br />

6D/7D<br />

30, 25,<br />

24fps<br />

EOS 5D<br />

Mk II<br />

30, 25,<br />

24fps<br />

EOS 5D<br />

Mk III<br />

30, 25,<br />

24fps<br />

Videoanschluss<br />

Der <strong>Canon</strong>-übliche Audio-/Videoausgang<br />

besitzt leider keine<br />

HD-Auflösung und ist daher für<br />

viele Vorhaben ungeeignet.<br />

1D Mk IV/<br />

1D X<br />

30, 25,<br />

24fps<br />

30fps 50, 60fps 50, 60fps 50, 60fps – 50, 60fps 50, 60fps<br />

- 30fps 25, 30fps 50, 60fps 50, 60fps 25, 30fps 50, 60fps 50, 60fps<br />

HDMI-Anschluss<br />

Eine Mini-HDMI-Buchse<br />

sorgt für den hochauflösenden<br />

Output für<br />

entsprechende Wiedergabegeräte.<br />

Allerdings<br />

werden Sie einen Adapter<br />

für den Anschluss<br />

herkömmlicher HDMI-<br />

Kabel benötigen.<br />

<strong>Foto</strong>-Begriffe<br />

1080p<br />

Full-HD-Videoformat mit 1080<br />

Pixel vertikaler Auflösung<br />

(1920x1080). <strong>Das</strong> p steht für<br />

progressive Verarbeitung und<br />

bedeutet, dass jedes Einzelbild<br />

aus einem Vollbild besteht.<br />

HDMI<br />

Abkürzung für High Definition<br />

Multimedia Interface. Die<br />

Stecker kommen in zwei Typen<br />

vor: Typ A wie an Ihrem TV<br />

oder Typ C wie an Ihrem<br />

Kameragehäuse.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 117<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

Chris George<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Praxistipps<br />

Bereiten Sie sich auf Ihr Motiv vor<br />

Die ideale Bildwiederholrate und Auflösung für Ihre Sequenz<br />

Ungünstige Ergonomie<br />

D<strong>SLR</strong>s sind in der Lage, Videos in sehr guter<br />

Qualität aufzuzeichnen, was an den <strong>große</strong>n<br />

Bildsensoren und hochwertigen Objektiven<br />

liegt. Doch an der Handhabung erkennt man,<br />

dass die Gehäuse nicht zum Filmen entwickelt<br />

wurden. Der Sucher funktioniert nicht mehr,<br />

was Sie zur Nutzung des Displays zwingt.<br />

<strong>Das</strong> ist gerade bei längeren Sequenzen oder<br />

ungünstigen Umweltbedingungen nicht ideal.<br />

118 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Cliplänge<br />

Es zahlt sich aus, eine Szene kurz zu<br />

fassen, doch manchmal geht es nicht<br />

anders und Sie müssen die komplette<br />

Situation filmen wie etwa bei einem<br />

Konzert. Bei einer Auflösung von 1080p<br />

können Sie jedoch nur 12 Minuten am<br />

Stück aufnehmen, in VGA-Auflösung<br />

steigern Sie die Dauer auf etwa 24<br />

Minuten.<br />

ein look wie im kino<br />

Um Ihren Clips ein Aussehen wie aus dem<br />

Kino zu verleihen, sollten Sie die Modi<br />

720p oder 1080p nutzen. So wird das<br />

Widescreen-Seitenverhältnis verwendet<br />

und eine Bildwiederholrate von 24fps<br />

steht zur Auswahl, was der Wiederholrate<br />

der üblichen professionellen<br />

Videokameras entspricht.<br />

Zeitlupe<br />

Eine besonders interessante Möglichkeit<br />

in der Bearbeitung besteht darin, die Geschwindigkeit<br />

herabzusetzen und so eine<br />

Zeitlupe von einzelnen Sequenzen zu erstellen.<br />

Dazu wird eine Bildwiederholrate<br />

von 50 bis 60fps benötigt. Actionszenen<br />

sind ein beliebter Einsatzzweck, doch<br />

auch andere Genres können von der Detailbetrachtung<br />

profitieren.<br />

Bewegung einfrieren<br />

Die Auswahl der Belichtungszeit für Videos<br />

ist eingeschränkt. Sie können je nach Bildwiederholratekeine<br />

Belichtungszeit länger<br />

als 1/30 bis 1/60sek verwenden. Kurze Belichtungszeiten<br />

wie etwa 1/100sek können<br />

bei Bewegungen zu Ruckeln führen. Sollten<br />

Sie jedoch Einzelbilder knackscharf analysieren<br />

wollen, so können Sie auch kurze<br />

Belichtungszeiten nutzen.<br />

Die EOS 60D (Abbildung rechts) besitzt ein<br />

Klappdisplay, was einige Aspekte angenehmer<br />

macht, doch es ist nicht der Weisheit letzter<br />

Schluss. Auf dem Zubehörmarkt existieren<br />

viele Erweiterungen, die das Filmen mit einer digitalen<br />

Spiegelreflexkamera erleichtern, so zum<br />

Beispiel externe Monitore, Bildschirmlupen,<br />

Geräte, die das manuelle Fokussieren erleichtern<br />

sowie abenteuerliche Rig-Systeme.<br />

einer ernsthaften Produktion eher zu einzelnen<br />

Clips von wenigen Sekunden Länge kommen wird,<br />

die später zusammengefügt werden. Neben der<br />

auflösungsschwachen VGA-Variante existiert auch<br />

noch die Möglichkeit, die Standard-HD-Auflösung<br />

720p zu verwenden. Auch hier existiert eine Grenze<br />

von etwa 12 Minuten oder 4GB pro Einzelclip, doch<br />

dafür erhalten Sie hier die Wahl zwischen verschiedenen<br />

Bildwiederholraten, um flüssigere Bewegungen<br />

gewährleisten zu können. Außerdem kann mit<br />

einer höheren Bildwiederholrate als den üblichen<br />

25fps leichter eine Zeitlupe in der Verarbeitung am<br />

Computer erzeugt werden. Und es existiert auch<br />

die klassische, von professionellen Filmkameras<br />

bekannte 24fps-Bildwiederholrate.<br />

Klangempfehlung<br />

Ein HD-EOS-Gehäuse besitzt ebenfalls die Möglichkeit,<br />

synchron zur Videospur eine Tonspur aufzunehmen.<br />

Als Format steht unkomprimiertes PCM<br />

zur Verfügung, was zumindest theoretisch die beste<br />

Vorlage für qualitativ hochwertigen Ton liefert.<br />

Doch in der Praxis ist es alles andere als einfach, für<br />

den guten Ton zu sorgen. <strong>Das</strong> integrierte Mikrofon<br />

des Gehäuses ist nicht mehr als eine primitive Notlösung<br />

und sollte ganz schnell aus Ihren Gedanken<br />

verbannt werden. Die Position ist alles andere als<br />

optimal. So werden beispielsweise Griffgeräusche<br />

mit aufgenommen. Zur Aufrüstung bieten alle<br />

videofähigen Modelle abgesehen von der 500D<br />

einen Anschluss für ein externes Mikrofon, welches<br />

Sie näher am Objekt der Begierde platzieren<br />

können. So erzielen Sie ein viel besseres Ergebnis.<br />

Alternativ können Sie auch einen hochwertigen


Einstellungen am Bildschirm prüfen<br />

<strong>Das</strong> Display zeigt nicht nur den Bildausschnitt, sondern auch weitere Informationen<br />

Restzeit<br />

Hier wird Ihnen je nach Aufnahmeaktivität die noch<br />

verfügbare Aufnahmedauer auf dem Speichermedium<br />

und die bereits bestehende Cliplänge angezeigt.<br />

Bildwiederholrate<br />

Anzahl der Bilder pro<br />

Sekunde im Clip<br />

Videoauflösung<br />

Anzahl der verwendeten<br />

horizontalen Pixel im Clip.<br />

1920 entspricht dem<br />

1080p-Modus<br />

AF-Modus<br />

Die Autofokus-Anzeige<br />

variiert je nach Gehäuse.<br />

Belichtungskorrektur<br />

Hauptbelichtungskontrolle<br />

im Videomodus. Hier können<br />

Sie die Helligkeit des Clips<br />

variieren.<br />

externen Recorder verwenden und die Tonspuren<br />

hinterher synchronisieren. Auch das Fokussieren<br />

kann während des Videografierens zum Problem<br />

werden. Da die Clips im Liveview-Modus angefertigt<br />

werden, steht Ihnen exakt das kontrastbasierte<br />

Autofokussystem wie bei stehenden Bildern und<br />

der Betrachtung per Liveview zur Verfügung. Der<br />

Quick-AF-Modus, in dem der Spiegel kurze Zeit<br />

heruntergeklappt wird ist für Videos leider ungeeignet,<br />

da so eine Unterbrechung der Aufnahme<br />

stattfindet. Um akkurat fokussierte Ergebnisse zu<br />

gewährleisten sollten Sie daher im Vorfeld manuell<br />

fokussieren. Alternativ besteht die Option, den<br />

Fokus vorher durch den phasenbasierten Autofokus<br />

zu ersetzen und dann zum Filmen das Objektiv<br />

unverändert auf manuelle Fokussierung<br />

umzustellen. Auch die Belichtung können<br />

Sie manuell festlegen, doch mit wenig Zeit<br />

für Experimente liefert die Automatik<br />

ausreichende Ergebnisse. Auch hier<br />

kommen die klassischen drei Faktoren<br />

aus ISO-Empfindlichkeit, Blende und<br />

Belichtungszeit zum Tragen – und<br />

die Belichtungskorrektur kann<br />

verwendet werden. Nutzen Sie<br />

auch beim Filmen gerne<br />

weit geöffnete Blenden,<br />

so sollten Sie über die<br />

Anschaffung eines Graufilters<br />

nachdenken, um den<br />

Lichteinfall zu reduzieren.<br />

IHRE AUFGABE!<br />

Szenisches Denken<br />

Videographie bedeutet mehr als nur die<br />

Aufnahmetaste drücken. Sie müssen<br />

vorher in Szenen denken und sich<br />

überlegen, wie Sie Ihre Idee am besten umsetzen.<br />

Eine Szene ist ein Bestandteil eines Videos,<br />

welches aus vielen zusammengeschnittenen<br />

Szenen entsteht. Die Aufteilung in interessante<br />

Perspektiven und Ansichten ist die wahre Kunst,<br />

doch wie lang sollte eine Sequenz sein?<br />

Schauen Sie Fernsehen und achten Sie<br />

auf die Schnittführung und die Dauer<br />

einzelner Szenen.<br />

Analysieren Sie, wie viele Einzelszenen<br />

pro Minute verwendet werden. <strong>Das</strong> variiert<br />

je nach Genre. Ein Actionfilm wird mehr<br />

Schnitte verwenden als eine Dokumentation.<br />

Ein 30sekündiger Werbespot wird<br />

wiederum mehr verwenden.<br />

Einige Szenen sind länger als andere.<br />

Nahaufnahmen werden üblicherweise<br />

weniger lange eingeblendet, wie zum Beispiel<br />

Totale. Je weniger Details der Zuschauer<br />

wahrnehmen muss, desto kürzer kann die<br />

Einblendung sein.<br />

<strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Schule<br />

Aufnahme<br />

Der rote Punkt signalisiert Ihnen<br />

den aktuellen Status der Aufnahme.<br />

Behalten Sie ihn im Auge, um ein<br />

Abbrechen des Vorgangs schnell<br />

feststellen zu können.<br />

2 secs<br />

10 secs<br />

Lautsprecher<br />

Wiedegabe der aufgezeichneten<br />

Audiotonspur. Wenn<br />

kein Kopfhöreranschluss<br />

zur Verfügung steht, bleibt<br />

dies Ihr einziges Kontrollinstrument<br />

für die korrekte<br />

Aufzeichnung.<br />

Belichtungsmodus<br />

Entweder automatisch (wie in<br />

dem Fall) oder manuell (M).<br />

ISO<br />

30 secs<br />

Noch wichtiger im Videomodus<br />

als bei Einzelbildern: Da die<br />

Spannweite der Belichtungszeit<br />

begrenzt ist, müssen Sie mehr<br />

mit der Empfindlichkeit arbeiten.<br />

Versuchen Sie diese Erfahrungen auf<br />

Ihre Videos zu übertragen. Kürzen Sie<br />

Szenen auf das Wesentliche und verwenden<br />

Sie verschiedene Perspektiven und Brennweiten.<br />

Eine Nahaufnahme sollte höchstens<br />

zwei bis fünf Sekunde, weitere Ansichten<br />

können bis zu 30 Sekunden lang sein.<br />

2014 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 119<br />

Ihre <strong>Canon</strong> beheRRSChen<br />

<strong>Canon</strong>-Dslr-Schule<br />

wichtige DSlr-Techniken<br />

FortgeSChrittene Techniken


Fortgeschrittene Techniken wichtige DSlr-Techniken <strong>Canon</strong>-Dslr-Schule Ihre <strong>Canon</strong> beherrschen<br />

D <strong>Canon</strong> Schule<br />

Lektion 15<br />

Alles über<br />

die Akkus<br />

Analoge Kameras waren einst sehr<br />

simpel gestrickt: Der komplette<br />

Vorgang beim Auslösen geschah<br />

mechanisch und es gab keine<br />

Schritt für Schritt<br />

Viele EOS-Modelle besitzen<br />

eine austauschbare Zusatzbatterie<br />

in der Bodenplatte nah des<br />

Hauptakkus.<br />

Hitze<br />

elektrische Komponente im<br />

Gehäuse. Im Kontrast steht die<br />

heutige Technik, bei der ohne<br />

Batterie gar nichts funktioniert.<br />

Auch wenn der Li-Ion-Akku Ihrer<br />

<strong>Canon</strong> EOS-Kamera einige Hundert<br />

Auslösungen hält, bevor Sie ihn<br />

wiederaufladen müssen: Er muss<br />

eine Menge Komponenten mit<br />

elektrischer Energie versorgen. Nicht<br />

nur das Display und bis zu zwei<br />

Prozessoren zur Signalverarbeitung<br />

wollen Strom haben. Auch die<br />

Motoren, die die früher noch vollständig<br />

mechanischen Vorgänge der<br />

Spiegel- und Verschlussbewegung<br />

übernehmen, benötigen Strom, um<br />

arbeiten zu können. Der größte<br />

Stromkonsument einer modernen Mittelklasse-D<strong>SLR</strong><br />

ist jedoch der eingebaute Blitz. Für<br />

diesen muss ein hochkapazitiver Kondensator<br />

aufgeladen werden, damit der Blitzröhre<br />

sehr schnell viel Energie zur Verfügung<br />

gestellt wird. Ein so geblitztes Bild erzeugt<br />

Bei den beliebten günstigeren<br />

Modellen sitzt diese<br />

Batterie im selben Schacht wie der<br />

Hauptakku. Diesen müssen Sie für<br />

den Austausch entfernen.<br />

120 <strong>Das</strong> ultimative <strong>Canon</strong>-D<strong>SLR</strong>-Handbuch 2014<br />

Kälte<br />

mindestens den doppelten Energieaufwand<br />

eines normalen <strong>Foto</strong>s ohne Blitzeinsatz.<br />

Chemieunterricht<br />

Was passiert eigentlich im Inneren der<br />

kleinen grauen Blöcke, die wir in das Gehäuse<br />

schieben, um es mit Energie zu versorgen?<br />

Die Sicherungsbatterie austauschen<br />

Ziehen Sie nun den kleinen<br />

Schlitten heraus, der die<br />

Knopfzelle in Position hält. Entfernen<br />

Sie die Batterie und achten Sie darauf,<br />

diese mit dem gleichen Typ zu ersetzen.<br />