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Eulenspiegel Stoppt den irren Mautokraten! (Vorschau)

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Schuld & Sühne Der büßende Schröder Aber ich bin ein sparsamer, bescheidener Christ geblieben. Umso reumütiger bekenne ich meine Sünde: Ich habe verschwenderisch einen Euro im Einkaufswagen stecken gelassen und bin voller Hochmut – »Hoffart«, wie es in der Sure 32 heißt – mit meinem Kasten Moët & Chandon aus dem Laden gegangen. Meine Buße: Ich hole mir den Euro über verstärkte Nebentätigkeit im Schweiße meines Angesichts zurück. Hannover (dpa) Sieben Jahre Kanzlerschaft haben nicht nur in Gerhard Schröders Gesicht Spuren hinterlassen, auch in seiner Seele. Bei einer Predigt in der Marktkirche bekannte der 70-Jährige: »Meine Seele hat im politischen Leben Schaden genommen.« Es seien Menschen gestorben. Schröder weiter: »Aber man muss sich klarmachen, dass auch der, der nicht handelt, Schuld auf sich laden würde.« Zweimal im Jahr bittet die Gemeinde in Hannover Prominente auf die Kanzel. Und die waren auch schon da: Andrea Nahles Ja, ich habe gesündigt. Seit meine Chefin auf Diät ist, leere ich heimlich ihren Papierkorb, um die verschmähten Pralinen zu fressen. Ich belüge mich ein bisschen, das sei ein Akt sozialer Gerechtigkeit, denn sie bekommt ständig Pralinen geschenkt, ich aber nie. Ja, ich trage schwer an meiner Schuld. Doch ich sühne auch, denn noch schwerer fällt mein Hüftgold ins Kontor. Sebastian Edathy Ich bin ein Mensch, der zu seinen Schwächen steht. Eine ist die Vorliebe für glitzerndes PVC-Papier. Ich hätte die Teddys für meine kleinen Freunde nicht in solch umweltschädlichem Material verpacken sollen. Das entspricht nicht meinem Grundsatz der Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder. Mein Vorschlag für eine politische Lösung: Mangelnde Sensibilität sollte in der EU als 11. Todsünde gelten! Sigmar Gabriel Ja, auch ich habe Schuld auf mich geladen. Als ich meinem Arschabwischer – meine Partei beschäftigt den jungen Mann aus Marokko auf Minijobbasis, offiziell nennt man ihn »Body- Facility-Manager« – nicht zu seinem einjährigen Dienstjubiläum gratuliert habe. Ich finde, so viel Respekt muss sein. Ich wünschte, ich könnte das wieder gutmachen, zumal ich mir bewusst bin, dass sich aus meiner Behinderung – Arme zu kurz für hinten – keine moralischen Vorrechte ableiten lassen. Peter Gauweiler Nun, es ist ja bekannt, dass meine Nebeneinkünfte mit etwa 1 Million Euro pro Jahr etwas über dem Durchschnitt liegen. Uli Hoeneß Gott sieht alles. Doch er ist gütig und kann, anders als die Oberfinanzdirektion, verzeihen. Ich habe Schuld auf mich geladen: Als ich den gleichmäßigen Atem meines Zellengenossen vernahm und ihn schlafend wähnte, habe ich in meiner Gefängnisunterhose nach meiner strammen Nürnberger gegriffen. Es war abscheulich, und ich gelobe, die Hände künftig auf der karierten Bettdecke ruhen zu lassen, wie es der Vollzugsordnung entspricht. Frau Dr. h. c. Annette Schavan Ich habe ja neulich meinen neuen Job als Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, also ganz nah bei Gott, angetreten. Zuvor musste ich reinen Tisch machen. Der Teufel persönlich muss mich geritten haben, als ich zum 60. der Kanzlerin das geile rote Jackett anzog! Eitelkeit ist eine Sünde. Erst recht, der Freundin die Kerle wegschnappen zu wollen (Altmaier)! Ich betete Rosenkranz, bis mir die Lippen bluteten. Felice von Senkbeil Bildquellen: welt.de; promiflash.de; Ingolfo; t-online; cinema.de, spreeradio.de; worldpress EULENSPIEGEL 9/14 41