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Hamburger Morgenpost Ausgabe vom 22.08.2014 (Vorschau)

38 SPORT Freitag, 22.

38 SPORT Freitag, 22. August 2014 Kaltstart ➤ Slomka:„Er ist ein Kandidat für Köln“ ➤ Beiersdorfer lobt Führungsqualitäten Cleber (M.), hier in Aktion für seinen Ex-Klub Corinthians São Paulo, will beim HSV gleich durchstarten. Katrin SusanHummeldorf:„Ich wünsche mir,dasswir nicht wieder so eine ,Ich habe Schnappatmung’-Saison erleben und am Ende nicht einmal auf den drei letzten Plätzegewesen zu sein.“ Nadine Hedwig: „Ich möchte eine Saison ohne Abstiegskampf und einen Platz im guten Mittelfeld. Wasdarüber hinaus klappt, würde mich natürlich freuen. Und ich wünsche mir, dass man mit Marcell Jansen verlängert, denn er gehört einfach zum HSV.“ Lars Wiedtke: „Ich wünsche mir,dasswir möglichst früh den Klassenerhalt in trockenen Tüchern haben und einen gesicherten Platz im Mittelfeld erreichen. Außerdem wünsche ich mir, dass Bremen hinter uns landet (aber bitte nicht absteigt, da mir sonst das Derby fehlen würde ...).“ Jan Aulich: „Ich wünsche mir, dass die vorgenommenen Änderungen Früchtetragen. Dassdurch den Umstieg auf HSVPLUS der Verein auf solide Beine gestellt wird. Dass Kontinuität Einzug hält und Ruhe herrscht. Dassdie Vereinsführung die gesteckten Ziele nicht aus den Augenverliert und stetig daran arbeitet, den Verein wieder aufzubauen. Dassdie Mannschaft die mentale Stärke entwickelt auch in schwierigen Situationen den Kopf oben zu behalten.“ Hartmut Manigk: „Ich möchte nur, dass sie sich wenigstens bemühen, guten Fußball zu spie- len. Denn das können sie, wenn sie wollen.“ Ronny Röger: „Ich wünsche Foto:Getty Images Seine Kollegen soll Cleber heute erstmals auf dem Trainingsplatz kennenlernen - und wenn alles gut läuft, gleich mit nach Köln reisen. Beim HSV trauen sie dem neuen Abwehrstar aus Brasilien einen Kaltstartzu. Die Rückennummer steht schon fest. Beim HSV wird Cleber künftig mit der „3“ auf dem Trikot auflaufen. Am Mittwoch gelandet, gestern der Medizin-Check – und schon morgenimKader für das Gastspiel zum Bundesliga-Auftakt beim 1. FC Köln? HSV-Trainer Mirko Slomka (46) schließt einen Einsatz seines neuen Abwehr-Stars nicht aus. Heute mir,dassdie Defensive künftig nicht mehr nach dem erstenGegentor in sich zusammenfällt. Didi hat allerbeste Voraussetzungen geschaffen, dassdie kommende Saison mit einem guten Mittelfeldplatz beendet werden kann.“ Jan Philipp Oehlke: „Ich wünsche mir 500 Millionen Euro von Kühne.“ Gert-Henrik Bor- mann: „Wirt- schaftli- Köln –HSV (morgen, 15.30 Uhr,Sky live) soll Cleber seine Visitenkarte abgeben. Läuft alles nach Plan, sei er zumindest ein Kandidat, um in der Domstadt dabei zu sein, so Slomka. „Ob es für mehr reicht, wird sich kurzfristig entscheiden.“ Slomka scheint großes Vertrauen in ClebersKünste zu haben. Man habe ihn ausgiebig beobachtet, sagte er. DieWünsche der MOPO-Leser für den HSV Prominente Fans hatten mit ihren Wünschen an den HSV vorgelegt. Die MOPO-Leser ziehen nach. che Konsolidierung und immer eine Handbreit Punkte über dem 16.Platz.“ Tino Nielsen: „Am schnellsten 40Punkte holen. Alles anderekommt mit der Zeit.“ Steve Nordmann:„Einfach nur eines: Leistung!“ Thomas Bode: „Ich wünsche mir, dass die Mannschaft kämpft bis zum Umfallen. Dass man den Willen sieht, alles zu machen. Und ich wünsche mir mindestens Platz zwölf. Dank Didi gibt es gute Voraussetzungen. Also, Arschbacken zusammenkneifen und gewinnen.“ Paul Lehner: „Ich erwarte, dassesmal eine Saison ohne irgendwelche Abstiegsängste vom ersten bis zum 34. Spieltag wird. Und das vielleicht auch mal zwei Spiele hintereinander gewonnen werden.“ Christian Bornholdt: „Der gesicherte Klassenerhalt mindestens drei Spieltage vor Saisonende und zwei Siege gegen Leverkusen würden mir reichen.“ Stephan Schölermann: „Ich wünsche mir eine ruhigere und erfolgreichere Saison. Dass die Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun hat und sechs Punkte gegen Werder Bremen holt.“

Freitag, 22. August 2014 SPORT 39 für „Sheriff“ Cleber Bedenken, den 23-Jährigen gleich ins kalte Wasser zu werfen, hat Slomka nicht: „Er hat 30Spiele in diesem Jahr absolviert und ist voll im Spielrhythmus.“ Doch was für ein Typist Cleber? Dietmar Beiersdorfer, der den Brasilianer vor Ort im Dressvon Corinthians São Paulo beobachtet hatte, schwärmt: „Er ist aggressiv und sprungstark. In seiner Art, den Körper einzusetzen und die Schulter auszufahren, erinnert er mich ein bisschen an Khalid Boulahrouz.“ Zudem habe er sich im Flieger aus Brasilien zurück nach Hamburgmit einem ehemaligenMitspieler vonCleber unterhalten: „Er hatihn als ,Sheriff’ bezeichnet. Ein Spieler mit Führungsqualitäten, der die Dingeauf und abseits des Platzes zu regeln weiß.“ Aber auch ein Sheriff braucht Hilfe–zumindest außerhalb des Rasens. Der HSV will Cleber die Eingewöhnung so leicht wie möglich machen. Die Suche nach einem Portugiesisch sprechenden Betreuer läuft auf Hochtouren. Beiersdorfer weiß: „Die Umstellung auf eine neue Kultur ist nicht einfach.“ Auf dem Platz dagegen traut man Cleber einen Start ohne Anlauf zu. Interview mit MisoBrecko(30) MisoBrecko(30) „Hamburgkam zu früh für mich“ Von2004 bis 2008 kickte der Slowene für den HSV. Aber erst in Köln reifte er zum Führungsspieler heran Beim HSV konnte sich Miso Brecko einst nicht durchsetzen. Beim 1. FC Köln ist der Slowene dagegen gesetzt – und geht sogar in sein drittes Jahr als Kapitän. MOPO: Köln ist zurück in der Bundesliga. Wie groß ist die Vorfreude auf den Auftakt gegen den HSV? Miso Brecko: Die Lust ist unglaublich groß. Unsere Pflichtaufgabe im Pokal haben wir gemeistert (4:0 bei FT Braunschweig, d.Red.) und nun fiebern wir dem Bundesliga-Start entgegen. Die Euphorie in Köln ist riesig. Schon in der Zweiten Ligawar die Stimmung bei den Heimspielen fantastisch. Das wollen wir jetzt nochmal toppen. Dafür werden wir auf dem Platz alles geben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gegen den HSV damit anfangen –und gewinnen werden. Von 2004 bis 2008 standen Sie beim HSV unter Vertrag. Ist das heutenochein besonderes Duell gegen den Ex- Klub? Nicht unbedingt. Natürlich verbinde ich mit dem HSV mehr, als mit anderen Vereinen. Aber es ist ja jetzt auch schon sechs Jahre her,dassich mich in Hamburg verabschiedet habe. Aktuell steht eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz. Nurmit Rafael van der Vaart habe ich damals noch zusammengespielt. Im Pokal flog Kapitän Miso Brecko (l.) mit Köln gegen Marcell Jansen und den HSV im Vorjahr raus. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Hamburg? Der HSV war eine wichtige Station in meiner Karriere. Das warmein erster Verein in Deutschland. Als ich als kleiner Junge aus Slowenien gekommen bin, wardas ein Riesensprung für mich. Alles war zehnmal größer als in Sloweni- en. Der HSV hatte damals auch eine sehr starke Mannschaft mit vielen Stars. Die Ziele waren andere als heute. Der Anspruch war, zu den Top-Fünf in Deutschland zu gehören. Ichhabe am Anfang auch gleich ein paar Spiele gemacht. Doch plötzlich saßen Sie immer öfter auf der Bank. Ja, das stimmt. Der HSV hat mich dann zweimal ausgeliehen. Erst nach Rostock und später nach Aue. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn ich in Ham- burgge- blieben wäre. Aber ich wollte unbedingt spielen. Das warmein Weg. Ich bin zufrieden –und stolz, für so einen großen Verein wie den HSV gespielt zu haben. Das war für mich eine sehr schöne Zeit. Doch nun bin ich glücklich in Köln. Und der Verein auch mit Ihnen. Sie gehen in Ihre dritte Saison als FC-Kapitän. Was bedeutet das für Sie? Das ist eine große Ehre und erfüllt mich mit Stolz. Ich versuche die Aufgabe so gutesgeht zu erfüllen. Köln ist mein Verein. Hier fühle ich mich pudelwohl. Meine Kinder sind hier geboren. Die Stadt ist zu meiner Heimatgeworden. Foto:Witters