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Uetersener Nachrichten Ausgabe vom 22.08.2014 (Vorschau)

12 | Schleswig-Holstein

12 | Schleswig-Holstein UETERSENER NACHRICHTEN FREITAG, 22. AUGUST 2014 STAUGEFAHR Hier wird gebaut > Fuhlsbüttler Straße: Im Kreuzungsbereich Hellbrookstraße Einbahnstraße stadtauswärts, Einengung auf einen Fahrstreifen. Vollsperrung Einmündung Hellbrookstraße. Bis voraussichtlichEnde November. > A7,Langenfelder Brücke: Die Fahrstreifen Richtung Flensburg sind verengt und auf die westliche Brückenhälfte verlegt. > Kreuzung Kieler Straße/Sportplatzring: Kurz hinter A7-Abfahrt Stellingen (stadteinwärts)bis5.Oktober erhebliche Behinderungen. > A1: Anschlussstelle HH- Billstedt bis Kreuz HH-Ost auf zwei Spuren eingeengt. 3Nachrichten 40 Flüchtlinge in 24 Stunden LÜBECK/PUTTGARDEN Innerhalb von 24 Stunden hat die Bundespolizei bei KontrolleninLübeck und Puttgardenfast 40 Flüchtlinge aufgegriffen, die sich nicht ausweisenkonnten. DieMenschenstammen aus Syrien, Eritrea, denPalästinsergebieten und Afghanistan, teilteein Sprechermit.AmMittwoch hattenBeamteineinemZug von Hamburg nach Kopenhagenzunächst fünf MännerundeineFrauaufgegriffen. Bei einerPkw-Kontrolle im Fährhafen Puttgarden wurden sechs Kinderund Erwachsene in einemAuto gestoppt.GesternentdecktenBeamteineinemZug in Richtung Fehmarn 25 Menschenohne Ausweise. lno Emil Paaschruft Wurst zurück DAMENDORF DieAufregung ist groß bei derFirma EmilPaaschKatenschinken aus Damendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Am Dienstagwurde die Geschäftsleitung informiert, dass bei einemProdukt der Verdacht einerSalmonellen-Belastung besteht.So das Ergebnis eineramtlichenBeprobung.Betroffen ist die in einer200 Gramm- Packung verkauftefrische Zwiebelmettwurst, die am 15. und 18. August mit dem Mindeshaltbarkeitsdatum vom 28. August ausgeliefert wurde. Eine entsprechende Lebensmittelwarnung findet sich auf derInternetseite des KielerLandwirtschaftsministeriums.Wie Anja Paasch mitteilt, sei die Ware,die am 15. August in die Lädender Umgebung ausgeliefertwurde, komplettwiederzurückgeholt worden. EinenVertrieb in andere Bundesländerhabe es nicht gegeben. Würste, die am vergangenenMontaginden Handel gingen, seienteilweise verkauft worden. ame Strategien zur Landarzt-Gewinnung MEDIZINERMANGEL Ehemals dichtes Praxen-Netz wird dünner /Angebote der Gemeinden können Versorgung sichern BAD SEGEBERG Schleswig- Holstein braucht dringend Lösungsideenfür dendrohenden Medizinermangel auf dem Land. Der Landarzt, der nach einem langen Tag in seiner Praxis mit schweren Beinen und in Gummistiefeln zu seinen Patienten in den kleinen Dörfern fährt, ist ein aussterbenderBeruf.„VielejungeÄrzte wollensich lieberanstellen lassen, um nebenihrem Beruf auch noch Zeit zu finden, eine Familiezugründen“,sagtMarco Dethlefsen von der Kassenärztlichen Vereinigung KVSH. Von den etwa 1900 Hausärzten in Schleswig-Holstein seien mehr als die Hälfteüber50Jahrealt, jeder Dritte schon über 60. „In den kommenden Jahren werdenrund 600 Medizineroffiziell in Rente gehen können“ – ein DrittelallerAllgemeinmediziner. Nachwuchsindergleichen Größenordnung ist jedoch nicht in Sicht. Dabei gibt es in Deutschland –statistisch gesehen–keinen Ärztemangel, sagteder Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag, Edgar Franke (SPD) vor einigen Tagen auf einer Diskussionsveranstaltung im nordfriesischen Tönning.Inden Ballungszentren gebe es teilweise sogar eine deutliche Überversorgung. Dem stehe jedoch im ländlichenRaum oft ein zunehmenderMangel an Hausärzten gegenüber, sagte Franke. Es reiche nicht, das Studium für den Hausarzt attraktiver zu machenund für denHausarztberuf zu werben. „Wir müssenes In Niedersachsen gibt es die „Rollende Arztpraxis“, um dem Medizinermangel entgegenzutreten –das Projekt steht vor dem Aus. DPA auch finanziell attraktivermachen, Hausarzt zu sein“, fordert derSPD-Politiker. Derzeit versucht die KVSH, denÄrztemangelinSchleswig- Holstein mit einerKampagne „Wir müssen es auch finanziell attraktiver machen, Hausarzt zu sein.“ Edgar Franke (SPD) Bundestagsabgeordneter unter dem Slogan „Sei Chefarzt -werde Landarzt!“ in den Griffzubekommen. Doch die Aktion findet nicht genügend Zuspruch. Viele junge MedizinerwollenihreKarriere nicht mit einereigenenPraxisstarten–egal, ob Einzel- oderGemeinschaftspraxis, sagt KVSH-Sprecher Dethlefsen. „Der Trend geht zum Angestelltenverhältnis - zunehmend auch in Teilzeit.“ Dort wartet auf die Mediziner ein geregelter acht Stunden-Tag, während der freiberufliche Landarzt in seinem„Fulltime- Job“ leicht auf zwölf Stunden und mehr kommt. Lösungsmodelle anderer Bundesländerfür dendrohenden Medizinermangel brachtenbislang ebenfalls nicht den erhofften Erfolg.WennderPatient nicht zum Arzt kommt, muss derArzt ebenzum Patientengehen, ist ein Ansatz in Niedersachsen. Dort wartet jetzt im Landkreis Wolfenbüttel ein zur Arzt-Praxis umgebautes Wohnmobil zu festen Sprechzeiten. Doch der „rollendenArztpraxis“ droht zum Ausflugsschiffahrt halbiert Ankünfte in Küstenhäfen innerhalb von zehn Jahren dramatischgeschrumpft KIEL DerAusflugsverkehr vor den Küsten Schleswig-Holsteins erlebt einen massiven Schwund: Innerhalb eines Jahrzehnts habensich die Ankünftevon Fahrgastschiffenin denHäfen an Nord-und Ostsee halbiert.Das geht aus Zahlen des Statistikamts Nord hervor. Verzeichnete es im Jahr 2004 noch 11325 Ankünfte, waren es 2013 nur noch 5564. DerVerkehrsexperteder Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg, Frederik Erdmann (Foto), beobachtet denEinbruch mit Sorge. „Für die touristische Attraktivität Schleswig-Holsteins sind Fahrgastschiffe ganz elementareAngebote.“ DasnördlichsteBundeslandbraucheeinen Grundstock davon auch künftig,uminder Konkurrenz etwa mit Mecklenburg-Vorpommern zu bestehen. Auch wenn das Ausmaß des Einbruchs Erdmann überrascht – grundsätzlich deckt sich die Abwärtstendenz mit seiner Wahrnehmung: „Es gibt eine Marktkonzentration.“ Zwei wesentliche Gründe sieht der IHK-Mann dafür: zum einen die Pflicht zu kostspieligen Umbauten derSchiffe,umgestiegenenSicherheitsanforderungenzuentsprechen. ZumandereneinenWandel auf derNachfrageseite. „Gerade mit kleinen Schiffen ist es schwer geworden, Angebote darzustellen, die den Geschmack der Fahrgäste treffen“, beobachtet Erdmann. „Allein die Fahrt gilt nicht mehr als Attraktion an sich.“ Maßgeschneiderte Angebote für unterschiedliche Zielgruppenseiengefragt. Fürdie Zukunft sind Ideen gefragt Thementouren etwa oder Fahrten mit Veranstaltungen an Bord. Als Positiv-Beispiele nennt derIHK-Fachmann die Schiffe derauf Sylt ansässigen „Adler-Reederei“ oder die neue „Schlei-Princess“ der KappelnerReedereiMüller. Es handelt sich um einen Raddampfer-Nachbau, dersich in denWintermonaten auch stationär als Restaurant nutzen lässt. EinenÜberblick übergestrichene Routen gibt es nicht, doch Beispiele finden sich landauf, landab: Die Wyker Dampfschiffsreedereietwahat sich in dem der Statistik zugrunde liegenden Zeitraum von ihren Ausflugsdampfern „Rüm Hart“ und „Störtebeker“verabschiedet.InEckernförde stellte2010 nach 13 Jahren die „Seebad Borby“ den Betrieb ein. Gründe sieht Erdmann in derÜberalterung von Schiffen und gesetzlich vorgeschriebenen Umbauten. Christof Schwaner, Sprecher des Verbands Deutscher Reeder in Hamburg,weist zudemauf eine Verdreifachung derBrennstoffpreise innerhalb weniger Jahrehin. fju 3Info Passagierzahlen Laut Statistikamt Nord stiegen auf Fahrgastschiffen in Flensburg 2007 noch75889 Passagiereeinundaus,enthältdieTabelle für 2013 nur noch234. In Glücksburg sank die Zahl derselben Periode von 74582 auf null. Auf Helgoland schmolz der Zuspruch der Fahrgäste von 405736 auf 387706. Jahresende das Aus, sagt Thomas Rampoldt von derÄrztegenossenschaft Nord. In Schleswig-Holstein wollen deshalb drei Gemeinden aus dem Kreis Dithmarschen denärztlichenNachwuchsmit neuartigen Angeboten aufs platte Land zu locken. InBüsum, Lundenund St.Michaelisdonn sollen gemeindeeigene Praxen entstehen, in denen junge Hausärzteals Angestell- teimTeammitweiterenHaus- ärzten arbeiten können. Die Kommunennutzendafür eine gesetzliche Regelung, die erst 2012 von den Politikern geschaffenwurde. Ärztezentren unter Regie der Kommunen sollen nach Auffassung der KVSH jedoch die Ausnahme bleiben. „Vorrang habenimmerfreiberufliche Lösungen aus der Mitte derÄrzteschaft“, sagt Dethlefsen. Wolfgang Runge, dpa 3Ärzte im Norden Festanstellungen als Problem In Schleswig-Holstein gibt es eine relativ hohe Zahl angestellter Mediziner in Arztpraxen. Derzeit arbeiten nach KVSH-Angaben 689 Ärzte in der ambulanten Versorgung: 191 Hausärzte, 473 Fachärzte und 25 Psychotherapeuten. Für die medizinische VersorgungseidaseinProblem:TrotzgleichgebliebenerZahlderÄrzte könne man letztendlich von einem Ärztemangel sprechen, da angestellte Ärzte weniger Zeit für die Patienten zur Verfügung haben, erklärt KVSH-Sprecher Marco Dethlefsen. Sechs Milliarden Euro für Breitbandausbau KIEL Für einen flächendeckenden Breitbandausbau in Schleswig-Holstein sind nach Expertenschätzung in den kommenden Jahren Investitionen inHöhe von vier bis sechs Milliarden Euro nötig. „In Städten funktioniert derInternet-Ausbau, im ländlichen Raum wird esdagegen problematisch“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer(SPD)nacheinemTreffenmit VertreterndesBundesverbandes Breitbandkommunikation(Breko).Schwierigsei es insbesondere, die letzten fünf Prozent derBevölkerung in dünn besiedelten Gebieten zu versorgen. Deshalb will die Landesregierung bis 2020 FördermittelinHöhe von rund 50 MillionenEurofür denGlasfaser-Ausbau in besonders schwer erschließbaren Regionen auf dem Land zur Verfügung stellen. „Wenn ein AusbauimWettbewerbnichtwirtschaftlich erfolgen kann, ist ein Engagement des Staates gerechtfertigt und angesichts der Bedeutung von Breitband auch notwendig für die Infrastruktur“,sagte Meyer. dpa Zehn-Zentner-Bombe entschärft BAD OLDESLOE Experten des KampfmittelräumdiensteshabengesternNachmittag in Bad Oldesloe eine Zehn- Zentner-Bombe unschädlich gemacht. Die Entschärfung sei planmäßig und ohne Zwischenfälle verlaufen,sagte eine Polizeisprecherin. Wegen des Einsatzes hatten etwa 2000 Menschen ihre Wohnungen und Arbeitsstätten verlassenmüssen. DerBlindgänger war am Montag bei Bauarbeiten in einem Wohngebiet entdeckt worden. Am Dienstaghatte die Sprengung einer Zehn-Zentner-Bombe in HesseneinenKraterindie A3beiOffenbachgerissen,die deshalb bis gestern Morgen gesperrtwar. lno

UETERSENER NACHRICHTEN FREITAG, 22. AUGUST 2014 | Hamburg 13 Cyclassics: Polizei begleitet Sex-Täter POLIZEIESKORTE Ein ehemals Sicherungsverwahrter fährt mit HAMBURG Bei denHamburg Cyclassics will am Sonntag auch ein ehemaliger Sicherungsverwahrteranden Start gehen. Das ungewöhliche an diesemTeilnehmerdes Jedermannrennens: Der54-Jährige werdebei derFahrtdurch die Stadt von zwei Polizeibeamten begleitet, heißt es aus Kreisen der Ordnungshüter. Offiziell will sich die Polizei nicht zudemVorgang äußern. DiePolizei verweist darauf, dass der verurteilte Sexualstraftäter seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Februar 2012 ein freierMann sei. Dennoch wirdJensB.seither permanent von Hamburger Polizisten und Sozialarbeitern begleitet und überwacht –24Stunden amTag, 365 Tage im Jahr.Die Polizeiführung hatte entschieden, B. wegeneinermöglichenRückfallgefahr permanent im Auge zu behalten (siehe Kasten). Der54-Jährige trainiere seit Wochen„wie ein Besessener“ für die Teilnahme am Jedermannrennen der Cyclassics, berichtet die Bild-Zeitung. DerVeranstalter hat derPoli- 3Hintergrund Sicherungsverwahrung Der Hamburger Jens. Bwar 1987 wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes in Göttingen verurteilt worden. Er hatte eine 29- Jährige –sodas Urteil –vergewaltigt und anschließend auf die Frau eingestochen. Das Opfer überlebte nur knapp. In der Verhandlung bescheinigte ein Psychiater dem Täter,der schon zuvor mehrfach Mädchen und Frauen sexuell missbraucht hatte, eine „schwere seelische Abartigkeit“. Weil das Gericht eine erhebliche Gefährdung der Öffentlichkeit sah, erhielt B. zu seinen 15 Jahren Strafhaft noch zehn Jahre Sicherungsverwahrung. Genau diese nachträgliche Verlängerung wurde mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs untersagt. B. kamfrei, obwohl er weiterhin als potenziell gefährlichgilt –und wird nun überwacht. pt Weltkriegs-Bombe in Hamburggesprengt HAMBURG Teile einerFünf- Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind am späten Mittwochabend in Hamburg-Steinwerder gesprengt worden. Die FeuerwehrmeldeteinderNacht,es habe sich dabei um einen in mehrere Teile zersplitterten Blindgänger gehandelt. Der Kampfmittelräumdienst habe die Bombenteile mit dem Zünder zunächst in ein etwa HAMBURG Derradikale Umbau des Fördersystems für Schulabgänger ohne Lehrstelle in Hamburg zeigt erste Erfolge. So sei seit demErsetzen der bisherigen Übergangsangebote und Warteschleifen durch die neue dualisierte Ausbildungsvorbereitung die Zahl der vermittelten Jugendlichen deutlich gestiegen, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) gestern. Bei dem neuen Angebot wechseln Jugendliche ohne zwei Meter tiefes Loch verlegt und dann kontrolliertgesprengt. Dabei sei ein Krater von etwa acht Meter Durchmesser entstanden. Der Sprengbombe war im Hafengelände während Bauarbeiten entdeckt worden. Im Umkreis von 300 Metern wurdedas Gebiet abgesperrt. An gleicherStelle war bereits in vorige Woche eine Bombe entschärft worden. lno Zukunft für Jugendliche ohne Lehrstelle Ausbildungsplatz zwar auf Berufsschulen, arbeiten aber gleichzeitig an zwei bis drei Tagen pro Woche in „echten Betrieben“. Dieses Angebot habe im vergangenen Jahr dazu beigetragen, „dass 47 Prozent derSchülerdirekt einen Ausbildungsplatz gefunden haben“, sagte Rabe. Das sei erheblich mehr als die Maßnahmen der Vergangenheit mit einer Erfolgsquote von acht bis fünfzehn 15 Prozent. lno Hamburger Jugendliche ohne Lehrstelle können an einem Projekt teilnehmen, das Theorie und Praxis verbindet. DPA zei bestätigt, dass sich B. angemeldet hat.Trittdieseram Sonntagtatsächlich an, müssten auch seine beamteten Schattenmännerinden Fahrradsattelsteigen. Der entlassene Sextäter lebtineinemehemaligenBauernhofimStadtteilMoorburg, den die Stadt eigens für die UnterbringungehemaligerSicherungsverwahrter hatte umbauen lassen. In dem Gebäude ist auch Platz für die Polizisten und Sozialhelfer, die B. rund um die Uhrüberwachen. Gegen diese Dauerbegleitung geht derMann juristisch vor und hat in dererstenInstanzRechtbekommen. Das Verwaltungsgericht entschied, dass es für die Nonstop-Überwachung eines freien Bürgets keine ausreichende Rechtsgrundlage gebe. Weil die Innenbehörde gegen das Urteil Rechtsmitteleingelegt hat, bleibt es einstweilen beim Status Quo–auch beim RennenamSonntag. Markus Lorenz HAMBURG/BERLIN DieBundesregierung kann noch nicht sagen, wie viel Geld sie für eine deutsche Stadt als Ausrichter Olympischer Spiele bereitstellen würde. Grundsätzlich unterstütze sieabereinedeutscheBewerbung,heißt es in derAntwort HAMBURG Dashat es in Hamburgs Politik noch nicht gegeben: Gleich drei Bezirksamtsleiter mussten gesternimRathaus antreten, umzum Tod der kleinen Yagmur Stellung zu nehmen. Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) sollte das Trio der Bezirks-„Bürgermeister“ erklären, wie die Dreijährige trotz Dauerbetreuung durch Jugendämter zu Tode geprügelt werden konnte. Yagmur war im vorigen Dezember nach massiven MisshandlungenaneinemLeberriss innerlich verblutet. Ihre Mutter muss sich derzeit wegenMordes vor Gericht verantworten, derVateristwegenKörperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassenangeklagt. SeitihrerGeburtbefandsich Yagmur inder Obhut städtischerSozialarbeiter,zunächst in ihrem Geburtsbezirk Bergedorf,dannbeiihrerPflegemutter inEimsbüttel, schließlich in Mitte, in dessenZuständigkeit das MädcheninMümmelmannsberg schließlich starb. „Hamburger Deern“ DPA HAMBURG GenerationenvonMenschenhabendasschauspielerischeSchaffeninFilmenundaufderBühnevonHeidi Kabel geschätzt.Der unvergessene Star des Hamburger Ohnsorg-Theaters wäre am27. August 100 Jahre alt geworden. Ihre frühere Wirkungsstätte widmet der am15. Juni 2010 verstorbenen„HamburgerDeern“eine „Heidi- Kabel-Nacht“. DasTheater verwandelt sich in einenKinosaal und die Zuschauerkönnennoch einmal denwohl beliebtesten Klassiker mit Heidi Kabel auf derFilmleinwand erleben: „Tratsch im Treppenhaus“. dpa Bund unterstützt deutsche Bewerbung für Olympische Spiele des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Antwort des Berliner SPD-Abgeordneten Swen Schulz. Vor einer Entscheidung des DeutschenOlympischenSportbundes seienkeine Aussagen zu finanziellen Leistungen möglich.2017 BezirksamtsleiterimFallYagmur:„WirwarennichtnahgenugandemMädchen“ Andy Grote (SPD), Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte. DPA Bezirk-Mitte-Amtsleiter Andy Grote (SPD) räumte imAusschuss eine Reihe von Fehlern in seiner Bezirksbürokratie ein. „Wir waren nicht nah genug dran an dem Mädchen“, sagte Grote selbstkritisch. So hättendie Mitarbeiter des zuständigen Allgemeinen SozialenDienstes(ASD)dieGefährdungssituation bei Yagmur unterschätzt.Laut Grotehabe es im Umgang mit dem Kind teils individuelle Fehler, aber gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Austragungsort für die OlympischenSpiele 2024 bekannt. ObBerlin oder Hamburg sich bewirbt, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund Ende dieses Jahres. lno Andy Grote räumt Fehler ein auch „viele Praxisfehler“ sowie Organisationsmängel gegeben.ImErgebnisließdasJugendamt Mitte zu, dass Yagmurihren Elternzurückgegeben würde − obwohl diese schon damals im Verdacht standen, ihre Tochter misshandelt zu haben. Eine Ursache derverhängnisvollenamtlichen Fehlerkette sah der Amtschef in einerpersonellen Unterbesetzung der bezirklichen Sozialarbeit. Als Konsequenz werdeder Bezirk Mitte in diesemBereich 15 zusätzliche Stellenerhalten.Die Ausschreibungenliefen gerade, ab Herbst werde die Besetzung beginnen. Grote „Wir sehen denFall Yagmurals Verpflichtung, immer weiter an einem besseren Kinderschutz zu arbeiten.“ Die Befragung des Mitte-Chefs dauerte am Abend deutlich länger als die vorgesehenen zwei Stunden. Im Anschluss sollten seine Amtskollegen Thorsten Sevecke (Eimsbüttel) und Arne Dornquast (Bergedorf) im PUAbefragtwerden. mlo TIPPS Hamburg heute > Summer Jazz Festival in Eppendorf, unter anderem mit dem Lutz Büchner Quartett, ab 18 Uhr,Marie-Jonas- Platz, Eintritt frei. > „Der kleine Tag – Das Sternenmusical“, Planetarium Hamburg (Otto-Wels- Straße 1), ab sechs Jahren, 11 Uhr zehn Euro. >Beatles-Tour, auf den Spuren der Fab Four auf der Reeperbahn, Treffpunkt Große Freiheit 39, 17 Uhr, Tickets 20,50 Euro. >Hamburger Zaubernächte im Sprechwerk (Klaus-Groth-Straße 23), 20 Uhr,Tickets 24,90 Euro. 3Nachrichten Einbrecher stürzt durch Dach HAMBURG Ein mutmaßlicherEinbrecherimHamburgerStadtteil St.Pauli ist am Mittwoch auf der Flucht vor derPolizei durchein Dach gestürzt und hat sich schwerverletzt.Wie ein Polizeisprechergesternmitteilte, hatte eine Bewohnerin bemerkt, wie der35-Jährige auf einemGerüst zu den oberenEtagenkletterte, und die Polizei alamiert. DerMann flüchtetevor denBeamten in ein Treppenhaus.Dortsprang er in derzweiten Etage durch ein offenes Fenster auf ein Vordach, das jedoch unter seinemGewicht zusammenbrach. lno Protest gegen den Dalai Lama HAMBURG Gegenden Besuch des Dalai Lama in Hamburg rührtsich Protest.Die International ShugdenCommunity (ISC), eine Buddhisten- Dachorganisation, hat für morgeneine Demonstration vor demHamburger Congress Centrum (CCH) angekündigt, wo derDalai Lama sprechenwird. Der Protest richtet sich laut einemSprechergegendas vom Dalai Lama verhängte Verbot derGlaubenspraxis von Dorje Shugden. Laut ISC setzender Dalai Lama und seine Organisationen dieses Verbot gewaltsam durch. epd Biker stirbt bei Kollision mit Taxi HAMBURG Bei einemVerkehrsunfall in Hamburg- Winterhude ist gesternein Motorradfahrer ums Leben gekommen. Wieeine Polizeisprecherin mitteilte, stießder 27-Jährige mit einemTaxizusammen. Nach Angabenvon Zeugensoll derZweiradfahrer nach starker Beschleunigung übereine rote Ampel gefahrenund mit einemTaxizusammengestoßen. lno