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LinuxUser Fotos bearbeiten (Vorschau)

Schwerpunkt Bilder

Schwerpunkt Bilder aufbereiten Mit Gimp zum optimierten Foto Aufpoliert Nach dem Urlaub liegen Hunderte Fotos auf dem Computer und harren der Verwertung als Papierabzug, in Fotokalendern oder Fotobüchern. Jetzt gilt es, aus den besten Bildern das Optimum herauszuholen. Dr. Karl Sarnow © Sandra Gray, Freeimages.com Readme Gimp bietet eine Fülle großartiger Werkzeuge, um Bilder in beinahe jede erdenkliche Richtung zu manipulieren. Während auch Einsteiger einfachere Aktionen wie das Geraderücken des Horizonts weitgehend problemlos bewerkstelligen, wird es beispielsweise beim Freistellen von Objekten schon kniffliger. Beim Vergleich von Digitalkameras mit klassischen Analogen verblüfft deren Intelligenz. Die mitdenkende Digitale gibt kein Bild verloren, selbst unter den armseligsten Lichtverhältnissen produzieren sie häufig noch korrekt belichtete Bilder. Meist versorgt die Digitalkamera den Besitzer auch mit einer Schärfeleistung, die dessen brillengeschwächtes Auge nicht mehr liefert. Dafür sorgt eine Unmenge Computerleistung im Inneren der mehr oder minder zierlichen Kameras. Wozu dann also noch Bildbearbeitung am heimischen PC? Ursachenforschung In der inzwischen weitgehend technikorientierten Gesellschaft vertrauen viele dem Rechnern nahezu grenzenlos – so auch dem Computer in der Kamera. Und dann ist da dieses eine Bild, von dem sich der Fotograf bei der Aufnahme so viel versprach und das nun in der JPEG- Datei so jämmerlich aussieht. Was ist passiert? Da gibt es eine ganze Reihe von möglichen Ursachen: • Der hohe Bildkontrast führte zu einer Mittelwertbildung der Belichtung, die dunkle Bereiche im schwarzen Morast versinken und helle „absaufen“ lässt. • Die ungewöhnliche Farbumgebung verführte die Kamera zu einer Weißlichtbalance, die nicht der Bildstimmung entsprach. • Das fotografierte Objekt erscheint zwar scharf, der Hintergrund aber auch – was den Bildeindruck erheblich beeinflusst. Besonders Kompaktkameras leiden unter einer viel zu großen Schärfentiefe. • Die Szene war zu dunkel, um sie ohne Blitz abzulichten. Die bekanntesten Folgen: rote Augen bei Personen im Bild und starker Kontrast bei Aufnahmen mit räumlicher Tiefe. • Bei einer Architekturaufnahme kippt das Bauwerk wegen der nach oben 26 www.linux-user.de 09.2014

Bilder aufbereiten Schwerpunkt 1 Das Bild des Karibus weist zwar im Mittel die richtige Belichtung auf, die bildwichtigen Teile erscheinen aber zu dunkel. geneigten Kamera optisch nach hinten weg: die unschönen stürzenden Linien. • Der Horizont erstreckt sich schief übers Bild – das Meer läuft aus. • Manchmal lichtet die Kamera das Motiv wesentlcih präziser ab als eigentlich gewünscht: Sie betont in Porträts leichte Hautunreinheiten und Fältchen mehr, als Fotograf und Porträtiertem lieb ist. Hier liegt zwar kein Kamerafehler vor, das macht das Resultat aber auch nicht besser. Bei den meisten der genannten Probleme hilft ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, das Foto zu retten, die besondere Stimmung zu erhalten oder sie gar zu verbessern. Linux-Nutzer bevorzugen dafür beinahe traditionell Gimp (http://​ gimp. org), das hilft, die genannten Bildprobleme zu beseitigen. Die derzeit aktuelle Version 2.8 steht in den Repositories aller großen Distributionen zum Download bereit. Werte und klicken im Dialog auf Diese Einstellung als Kurven bearbeiten. Wie schon im Bild ersichtlich, dokumentiert auch das Histogramm die zu dunkle Gesichtspartie, die es aufzuhellen gilt. Da es sich beim Histogramm um Bildteile zu dunkel Abbildung 1 zeigt ein in Gimp geladenes Foto eines Karibus zusammen mit dem Histogramm der Aufnahme. Letzteres starten Sie im Menü unter Farben | 2 Die Veränderung der Kennlinie führt zum Aufhellen der zu dunklen Bildteile. Dieses Verfahren lässt sich einfach anwenden, verursacht aber Lücken im Histogramm. 09.2014 www.linux-user.de 27