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Schwerpunkt Rawtherapee

Schwerpunkt Rawtherapee 4.1 5 Lesen Sie die Tooltipps: Sie enthalten oft wichtige Informationen, an die Sie auf anderen Wegen nur schwer gelangen. Wichtige Tastenkürzel Kürzel [F11] [Strg]+[F2] [Strg]+[F3] [Strg]+[F4] [Strg]+[B] [M] [Strg]+[Q] Editormodus [F3] [F4] [C] [F] [I] [S] [Strg]+[S] [Alt]+[S] Funktion Fullscreen-Modus Dateiverwalter anzeigen Bearbeitungsschlange anzeigen Editor anzeigen aktuelles Bild in die Batch-Queue stellen Nebenfenster umschalten Rawtherapee beenden vorheriges Bild laden nächstes Bild laden Zuschneiden angepasste Darstellung Informationen umschalten Ausrichten Bild speichern Schnappschuss anlegen [Alt]+[Umschalt]+[S] Bearbeitungsprofil speichern [Z] Originalgröße (1:1) [Strg]+[Z] Aktion rückgängig machen [Strg]+[Umschalt]+[Z] Aktion wiederholen [W] Weißabgleich Dateiverwalter [F2] ausgewählte Dateien umbenennen [D] alle Filter zurücksetzen [I] Informationenanzeige umschalten [T] Mülleimer anzeigen [+]/​[–] Größe der Vorschaubilder verändern tigter Filteroptionen, bei denen es sich im Prinzip um nichts anderes handelt als um gespeicherte Histories. Sie dienen für viele Aufgaben und sind recht allgemein gehalten. Laden Sie eines der Profile, setzt das alle zuvor angewendeten Filter zurück. Deswegen sollten Sie zuerst das gewünschte Profil laden und erst danach die manuellen Veränderungen vornehmen. Ansehen und ausprobieren sollten Sie die Profile aber auf jeden Fall, denn sie setzen die Erfahrungen vieler Anwender um und bieten Hilfe in oft benötigten Situationen – etwa bei Bildern, die mit hoher Empfindlichkeit aufgenommen wurden (Default ISO High). Unter den Bearbeitungsprofilen fassen sechs Gruppen die Filter zusammen: • Belichtung: Automatische Belichtungsanpassung, Wiederherstellen von Lichtern und Schatten, Tonwertkorrekturen, Kontrast- und Sättigungsanpassung, Tone Mapping, Vignettenkorrektur (die sehr gut funktioniert), Grauverlaufsfilter, LAB-Anpassungen, CIE-Color-Filter. • Details: Verschiedene Schärfungsfilter (USM, RL-Dekonvolution û, Kantenschärfung, Mikrokontrastfilter, unterschiedliche Entrauschfilter (Impulsrauschminderung, RGB- und LAB-Filter), Defringe und ein als Kontrast nach Detailstufen benannter Filter, der etwa Darktables Equalizer entspricht. • Farbe: Weißabgleich, Dynamik, Kanalmixer, Schwarz-Weiß-Filter, HSV- Equalizer, RGB-Kurven und ein Modul für das Farbmanagement. • Verändern: Zuschneiden, Skalieren, Objektiv-Korrekturen. Das Drehen oder Ausrichten erfolgt mit einem Button am oberen Rand des Bildfensters • RAW: elementare Funktionen zur RAW- Konvertierung wie Farbinterpretation, Vorverarbeitung, RAW-SW-Punkt, Weiß- und Dunkelbild oder chromatische Aberration. • Metadaten: Auslesen und Bearbeiten von EXIF- und IPTC-Daten. Nicht immer fällt die Zuordnung von Funktionen zu den Filtern ganz einfach oder auch nur eindeutig aus. So bietet das Belichtungsmodul Funktionen an, um gezielt die Lichter und Schatten zu beeinflussen. Dasselbe erlaubt auch der weiter unten stehende Filter Schatten/​ Lichter, mit der zusätzlichen Möglichkeit, den lokalen Kontrast zu beeinflussen. Diesen beeinflusst aber gleichzeitig das Tone Mapping, auch Kontrast nach Detailstufen wirkt hierbei. Solche Verknüpfungen von Funktionen und Wirkungen finden sich in vielen Bereichen. Weiterhin erweist sich das Verwenden von Filtern oft als nicht ganz einfach. Um bestimmte Effekte zu erzielen, müssen mehrere Einstellungen in verschiedenen Filtern zusammenspielen. Ein typisches Beispiel dazu (aus einem Tooltipp für den Aktivieren-Button im Filter Tone Mapping) zeigt Abbildung 5. Viele Filter der aktuellen Version gab es auch schon in der vorherigen, oft allerdings in einer weniger ausgearbeiteten Variante. Ein typisches Beispiel ist die 40 www.linux-user.de 09.2014

Rawtherapee 4.1 Schwerpunkt in Abbildung 5 gezeigte Unscharfmaskierung (USM). Zusammen mit der zweiten angebotenen Methode RL-Dekonvolution finden Sie die USM unter Schärfen. Drei Parameter steuern eine unscharfe Maske: der Radius, die Stärke und ein Schwellwert. Alle drei lassen sich bequem durch Schieberegler einstellen 6 . Da vielen Anwendern nicht klar ist, was der Schwellwert bedeutet, erweist sich die in Rawtherapee implementierte Form als deutlich besser als ihr Pendant in Gimp: Sie zeigt quasi an, dass der Filter nur dann in einem bestimmten Bereich arbeitet, wenn sich benachbarte Pixel ausreichend unterscheiden, um eine Kante darzustellen. Außerdem erlaubt Rawtherapees Variante ein genaueres Steuern des Schwellwerts. Die Anwendung und Wirkung der Filter reicht von drastisch bis subtil. Wie Sie welchen Filter am besten verwenden, sollte Ihnen das Handbuch sagen. Allerdings steht derzeit lediglich ein englischsprachiges für das schon etwas ältere Rawtherapee 4.0 bereit û, das deutschsprachige Pendant bezieht sich auf eine noch ältere Version û. Inwieweit die dort gegebenen Hinweise noch zutreffen, müssen Sie durch Experimente herausfinden. Der Kasten Wichtige Neuerungen fasst eine Reihe besonders auffälliger Veränderungen zusammen. Wie viele andere RAW-Konverter bearbeitet Rawtherapee ausgewählte Bilder sofort. Es modifiziert auch mehrere Bilder nacheinander, indem es sie in eine Warteschlange einreiht und dann anhand der zuvor erstellten Bearbeitungsprofile der Reihe nach überarbeitet. Interessante Filter Stellen im Bild genauer zu betrachten, beispielsweise eine gleichmäßige Fläche mit mittlerer Helligkeit und eine deutlich dunklere. Fallen die Ergebnisse an beiden Stellen mit einem der zwei Algorithmen wesentlich besser aus, setzen Sie diesen zum Entwicklen ein. Ob ein Zeilenrauschfilter Ihr Bild wirklich verbessert oder es eher aufweicht, müssen Sie ebenso ausprobieren, wie die anderen Filter dieser Gruppe. Ein Dunkel- und Weißbild benötigen Sie heute in der Regel nicht mehr, da die Kameras diese schon intern erzeugen und anschließend verrechnen. Unklar bleibt, warum in dieser Gruppe die Objektivkorrekturen fehlen. Sie finden diese aber in der Verändern-Gruppe. Interessanterweise setzt Rawtherapee dabei nicht auf die häufig verwendete Lensfun-Library, sondern verwendet die von Adobe bereitgestellten LCP-Files. Um an diese zu gelangen, müssen Sie zunächst mittels Wine den Adobe DNG Converter û installieren. Anschließend finden Sie die benötigten Profile im Verzeichnis ~/. wine/drive_c/users/Public/Application\ Data/Adobe/Camera- Raw/LensProfiles/1.0/. Finden Sie kein passendes Korrekturprofil für Ihre Kamera, bietet Rawtherapee noch die Möglichkeit, die Objektivverzerrungen manuell zu korrigieren: Dazu verwenden Sie die Automatische Verzeichniskorrektur in der gleichen Gruppe. Dort gibt es auch einen Filter Farbsaum entfernen, der sogenannte chromatische Aberrationen reduziert. chromatische Aberration: Abbildungsfehler optischer Linsen, die dadurch entstehen, dass diese Licht unterschiedlicher Farbe verschieden stark brechen. Eine chromatische Aberration tritt meist an Bildrändern als grüner oder roter Farbsaum sowie an Hell- Dunkel-Übergängen als blauer oder gelber Farbsaum auf. Die in der RAW-Gruppe zusammengefassten Filter bilden die Basis für alle weiteren Umwandlungen. Sie lesen die Rohdaten ein, nehmen das Entrastern vor, definieren Schwarz- und Weißpunkt und so weiter. Um Unterschiede beispielsweise zwischen zwei Demosaicing-Algorithmen zu erkennen, wählen Sie die 1:1-Darstellung oder eine Vergrößerung davon. Dann empfiehlt es sich, mindesten zwei 6 Zwei Dialoge für die Unschärfemaskierung: Rawtherapee links, Gimp rechts. Obwohl beide im Wesentlichen identische Funktionen enthalten, wirkt die erste Form deutlich ausgereifter. 09.2014 www.linux-user.de