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Praxis MakeHuman

Praxis MakeHuman 3D-Figuren in MakeHuman entwerfen God Mode © Hannu Vitanen, 123RF Mit MakeHuman erstellen Sie realistisch wirkende menschliche Akteure, die in Blender geschaffenen 3D- Szenen den letzten Schliff geben. Andreas Reitmaier Oft benötigt man für eine 3D-Szene nur ein, zwei menschliche Figuren, um etwas Leben mit ins Spiel zu bringen. Zwar lassen sich auch in Blender 3D-Charaktere erstellen und animieren, jedoch nur mit enorm hohem Aufwand. Unter kommerziellen Betriebssystemen hat sich deshalb schon seit geraumer Zeit das Programm Poser als Quasi- Standard etabliert, um menschliche Figuren zu entwickeln, die sich nahtlos in eine Szene integrieren – samt realistischer Haut, Haartracht und Kleidung sowie gegebenenfalls einer bestimmten Pose, die der Software ihren Namen gab. Unter Linux dagegen lag diese Anwendungsnische bislang brach. Die ärgerliche Lücke schließt nun die Open-Source- Software MakeHuman û, die als Python- Anwendung im Bedarfsfall auch unter Mac OS X und Windows ihren Dienst versieht. Für das Erstellen von Posen oder Bewegungen spielt Make- Human mit der ebenfalls freien 3D-Software Blender û zusammen. Ubuntu führt MakeHuman bereits in seinen Paketquellen, allerdings in einer veralteten Version. Sie sollten daher einen Besuch auf der Projektwebseite machen und dort die jeweils aktuelle Ver- Readme Den 3D-Welten von Blender fehlen realistische menschliche Figuren. Unter Mac OS X und Windows sorgt seit Langem das kommerzielle Poser für entsprechende Versorgung. Mit MakeHuman steht jetzt eine freie Alternative für Linux bereit. MakeHuman auf RPM-Systemen Anders als in der Online-Dokumentation angegeben, stellt das MakeHuman-Projekt derzeit ausschließlich ein DEB-Paket der Software bereit, jedoch keine RPM-Variante. Auch Rpmfind.net stöbert lediglich ein RPM-Paket der älteren Version 0.9.1 von MakeHuman auf. Damit verbleiben für die Nutzer RPM-basierter Distributionen zwei Möglichkeiten: Das Umwandeln des DEB-Packages in ein RPM-Paket mithilfe von Alien û oder das Einspielen des Programms aus dem Python-Quelltext-Archiv von der Make- Human-Website. 68 www.linux-user.de 09.2014

MakeHuman Praxis Weitere Einzelheiten fügen Sie über das Menü Geometrien hinzu. Hier gestalten Sie zum Beispiel Augen, Haare und Zähne und fügen Augenbrauen, Wimpern und Zunge hinzu 3 . Nicht alle Änderungen lassen sich unmittelbar erkension als DEB-Paket herunterladen. Dessen Installation via Software Center, Synaptic oder Gdebi nimmt eine ganze Weile in Anspruch. Die Wartezeit gestaltet sich in sofern recht unangenehm, als das System derweil keine genauen Informationen zum Verlauf zurückliefert. Nach dem Einrichten aktivieren Sie in den Einstellungen die deutsche Lokalisierung. Damit sich die Änderung auch auf die Menüs und nicht nur die Hinweise auswirkt, müssen Sie anschließend das Programm neu starten. Des Weiteren können Sie das Aussehen von Make- Human anpassen. Als Vorgabe verwendet es die im Medienbereich beliebte dunkelgraue Oberfläche. Ändern Sie dies auf Betriebssystem, erhalten Sie eine hellere Darstellung, deren Bedienelemente zudem denen der Desktop-Umgebung entsprechen. Die weiteren Einstellungen beziehen sich auf die Darstellung einiger Regler und der Oberfläche. Das Menü Werkzeuge ließe sich auch trefflich mit „Debug“ bezeichnen: Hier finden Sie vor allem Informationen zum Ablauf des Programms, darunter die geladenen Plugins sowie Benachrichtigungen und Warnbeziehungsweise Fehlermeldungen. Neuland betreten Body-Forming Nun können Sie sich den Details widmen. So finden Sie unter Modellieren | Geschlecht Einstellungen zu Brust der Frau und den Genitalien des Mannes, falls diese für Ihre Darstellung von Bedeutung sind. Daneben bietet Make- Human im Bereich Modelling die Kategorien Gesicht, Rumpf sowie Arme & Beine. Besonders die Einstellungen zum Gesicht warten naturgemäß mit einer ganzen Reihe an Parametern auf. Da kein realer Mensch völlig symmetrische Gesichtszüge aufweist, können Sie hier auch das rechte und linke Auge und Ohr unabhängig voneinander gestalten. Erscheint Ihnen das für den vorgesehenen Zweck zu aufwendig, dann nutzen Sie stattdessen die Symmetrie-Funktion, um sich die Arbeit zu erleichtern. Details MakeHuman 1.0.1 LU/makehuman/ Starten Sie MakeHuman, dann zeigt Ihnen das Programm einen neutralen Charakter an, der als Grundlage für Anpassungen dient. Sie landen dabei automatisch im Menü Modellieren, in dem Sie die Figur entsprechend Ihren Vorstellungen gestalten 1 . Im Menü Allgemein legen Sie zunächst einige grundsätzliche Daten fest, angefangen beim Geschlecht, das Sie zwischen 100 Prozent weiblich und 100 Prozent männlich festlegen – entsprechend verschieben sich bereits hier die Körperproportionen. Es folgt die Einstellung des Alters, der Größe und des Gewichts 2 . Mit den Reglern Muskeln und Proportionen tunen Sie eine dicke Couch-Potato zum Spitzensportler, über die Regler Afrikanisch, Asiatisch und Kaukasisch beeinflussen Sie neben der Hautfarbe auch die Kopfform sowie die Form der Augen. 1 Nach dem Start präsentiert MakeHuman zunächst eine vollkommen neutrale Figur, die jegliche Art spezifischer Merkmale vermissen lässt. 09.2014 www.linux-user.de 69