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Praxis MakeHuman nen:

Praxis MakeHuman nen: Bei Zähnen und Zunge kommt es beispielsweise darauf an, ob der Mund überhaupt geöffnet ist. Bei den Geometrien versteckt sich auch die Abteilung Kleidung. Hier stehen einige Textilien zur Wahl, die Sie den Figuren anziehen können. Die Auswahl fällt nicht besonders groß aus, ermöglicht aber schon einmal, die Figuren in anderen Programmen zu nutzen, ohne sich dort noch um Kleidung kümmern zu müssen. Materialien Über das Menü Materialien bringen Sie mehr Abwechslung in die Garderobe. Sobald Sie das Modell gewandet haben, erscheint in der linken Seitenspalte unter Kleidung das entsprechende Accessoire, das Sie nun über die Auswahl in der rechten Seitenspalte variieren. In der Regel offeriert MakeHuman hier unterschiedliche Farb- oder Texturvarianten für das gewählte Kleidungsstück 4 . In der linken Seitenspalte finden Sie unter Mensch noch einige Parameter, die Sie anpassen können. Für die meisten dort angezeigten Elemente (etwa Zähne oder Haare) stehen keine oder nur wenige Optionen zur Verfügung, doch der Parameter Haut verleiht der Figur ein charakteristisches Aussehen: Aus den drei Charakter-Typen Asiatisch, Afrikanisch und Kaukasisch stehen jeweils feminine und maskuline Hauttypen zur Auswahl. Animation vorbereiten MakeHuman bringt keine eigene Funktion zum Animieren der Figuren mit. Diese Aufgabe übernimmt im direkten Zusammenspiel die 3D-Software Blender und realisiert sie über ein Spezialwerkzeug namens MakeWalk. Im Menü Posieren/​ Animieren finden Sie daher nur die Funktion, die Figur für den entsprechenden Export vorzubereiten. Das Modell erhält damit eine an das Ziel angepasste Motorik, sprich: Ansatzstellen zur Animation im später verwendeten Zielprogramm, beziehungsweise für eine bestimmte Darstellung im 3D-Programm. Das Menü Rendern bietet eine Vorschau auf das zum Export vorbereitete Modell. So erhalten Sie die Möglichkeit, die Kreation innerhalb von MakeHuman noch hier und da zu verbessern. Allerdings kann das Ergebnis mit einem komplexen Rendering nicht mithalten. Außenstelle Blender 2 Mit ein paar wenigen Reglern gestalten Sie die Figur schon ein wenig menschlicher. Das Geschlecht, die Proportionen und diverse ethnische Merkmale lassen das Modell deutlich realistischer erscheinen. MakeHuman interagiert eng mit Blender, sowohl zum Ausbau der Funktionen, als auch zur späteren Animation der erstellten Figuren. Dazu dienen verschiedene Blender-Erweiterungen, die Sie bei Bedarf von der MakeHuman-Homepage herunterladen und nach .blender/Version/scripts/addons in Ihrem Home- Verzeichnis entpacken. Die Addons stehen dann in Blender über das entsprechende Menü zur Verfügung. Neben dem bereits erwähnten Make- Walk, mit dem Sie Ihre Figuren innerhalb von Blender animieren, gibt es Make- Clothes, mit dem Sie Kleidungsstücke für den Einsatz in MakeHuman entwerfen. Grundsätzlich funktioniert das auch ohne das Plugin, doch hilft Ihnen Make- Clothes beim Anpassen an die Figuren. 70 www.linux-user.de 09.2014

MakeHuman Praxis Außerdem stellt es einige grundsätzliche Funktionen zum Formen bereit, die dafür sorgen, dass die Kleidung auch sitzt und sich später zusammen mit den Figuren bewegen kann. Das Zusatzwerkzeug MakeTarget ermöglicht, in Blender die grundsätzlichen Polygonnetze für die MakeHuman-Figuren anzupassen beziehungsweise zu erweitern. Damit lassen sich komplett neue Figuren gestalten oder Ergänzungen modellieren. Dazu zählen etwa zusätzliche Formen für Nase und Ohren, die Sie mit den in MakeHuman vorhandenen kombinieren können. Mit dem MHX Importer bereiten Sie MakeHuman-Dateien für den Einsatz in Blender vor. Die gemeinsame Programmbasis Python gestaltet den Austausch zwischen MakeHuman und Blender deutlich umfangreicher, als er mit Standard-Austauschformaten möglich wäre, was die Angelegenheit für den Anwender deutlich vereinfacht. Fazit 3 Durch die Definition von Haaren, Augen und anderen Gesichtsmerkmalen erhalten die Figuren ein individuelles Aussehen. Mit MakeHuman gelingt es auch Einsteigern schnell, menschenähnliche Modelle für das Weiterverarbeiten in 2D/​3D-Programmen zu erstellen. Wenige Grundeinstellungen genügen, um charakteristische Merkmale festzulegen. Die Regler sind dabei so gestaltet, das Sie kaum einmal über das realistische Maß hinausschießen können. Das vermeidet muskulöse Hulks ebenso wie Pinocchio-Nasen. Seine Stärken spielt MakeHuman besonders im Zusammenspiel mit Blender aus, wobei die Kooperation in beide Richtungen funktioniert. So können Sie in Blender Grundstrukturen und Bekleidung erstellen und anders herum die Modelle aus MakeHuman nach Blender exportieren und dort sehr einfach zum Leben erweckt. Erstaunlicherweise bietet der Download-Bereich des Projekts bislang nur wenige zusätzliche Möglichkeiten, lediglich eine Handvoll Kleidungsstücke und ein einziges einsames Figur-Modell bevölkern diese Seiten. Offenbar muss MakeHuman erst einmal deutlich bekannter werden und eine lebhaftere Community anziehen. (jlu) n Weitere Infos und interessante Links www. linux‐user. de/ qr/ 33059 4 MakeHuman hält eine kleine Auswahl an Garderobe vor. Die Option Verberge Flächen unter Kleidung sorgt dafür, dass zum Beispiel nicht die Knie durch die Jeans hindurchragen. 09.2014 www.linux-user.de 71