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Heft-DVD Deepin Linux 2

Heft-DVD Deepin Linux 2 Bewegen Sie den Mauszeiger in die rechte untere Ecke, erscheint das Konfigurationsmenü, das alle wichtigen Settings in einer einheitlichen Oberfläche vereint. Ein erneutes Login übernimmt die Änderung und zeigt nicht nur das System, sondern auch viele der installierten Programme mit deutscher Lokalisierung an. Bei einigen Anwendungen, beispielsweise bei LibreOffice, müssen Sie jedoch via Paketmanagement noch die entsprechenden Sprachdateien nachziehen. Ergonomie Der Deepin-Desktop erinnert in seinem Erscheinungsbild ein wenig an eine Mischung von Gnome 3 und Apple Mac OS X, bietet jedoch gegenüber beiden deutliche ergonomische Vorteile: Der Wegfall der Panel-Leiste am oberen beziehungsweise unteren Bildschirmrand sowie das Verlagern der Einstellmenüs in ein vertikal verlaufendes, automatisch ein- und ausklappendes Fenster am rechten Displayrand ermöglichen ein wesentlich besseres Ausnutzen der verfügbaren Monitorfläche. Während herkömmliche Panel-Leisten für Monitore im 4:3- oder 5:4-Format entwickelt wurden und in diesen Bildschirmgeometrien auch umfangreiche Menüs komplett darstellen, sind in Zeiten von 16:10- und 16:9-Displays Menüstrukturen besser am rechten oder linken Bildschirmrand aufgehoben – nicht zuletzt deswegen, weil dann Menüs mit vielen Hierarchieebenen offene Programmfenster nicht mehr komplett abdecken. Zur unkomplizierten Bedienung trägt zudem die in allen Untermenüs der Systemeinstellungen konsequent gleichartige Menüstruktur bei: Es gibt keinerlei zusätzliche Hierarchieebenen mit jeweils sich neu öffnenden Fenstern, durch die Sie sich mühsam durchklicken müssten; alle Optionsfelder werden durch aufklappbare Reiter realisiert. Die Erreichbarkeit der einzelnen Menüs über die vertikal angeordnete Symbolleiste ermöglicht darüber hinaus ein schnelles Wechseln der Menüs mit nur einem Mausklick. Die einzelnen Menüs selbst bieten zwar nicht die Fülle an Einstelloptionen wie etwa jene von KDE, gewährleisten jedoch in allen wichtigen Bereichen eine detaillierte Konfiguration des Systems. Zusätzlich achteten die Deepin-Entwickler darauf, die Farbschemata möglichst ergonomisch zu gestalten: Zwar tragen die Einstellmenüs durchgängig einen dunklen Hintergrund, die Schrift erscheint jedoch in einem hellen Farbton und damit in ausreichendem Kontrast. Aktivierte Schalter hebt das Layout durch einen Blauton hervor, sodass auch bei schlechteren Lichtverhältnissen keine Verwechslungsgefahr besteht. Dasselbe gilt auch für Optionsfelder, die aktiviert ebenfalls blau erscheinen. Der Deepin-Desktop geht außerdem sehr sparsam mit optischen Gimmicks um. Zwar nutzt er Compiz als Fenstermanager und arbeitet damit im Vergleich zu KWin oder Metacity nicht viel ressourcenschonender; wackelnde Fenster, sich drehende Würfel oder explodierende Desktops beim Herunterfahren sparten sich die Entwickler aber. Weitere pfiffige Besonderheiten offenbart die DDE-Arbeitsoberfläche beim Umgang mit Applikationen. Zwar lehnt sich die herkömmliche Anzeige der installierten Programme optisch eng an Gnome 3.x an, doch erlaubt es DDE auch, Programmsymbole mithilfe des Befehls Send to an die gewünschte Stelle zu übertragen. Dafür klicken Sie lediglich mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Applikationssymbol und wählen aus dem Kontextmenü die Option Send to desktop oder Send to dock. Möchten Sie das betreffende Programm automatisch beim Systemstart mit aktivieren, so geschieht dies im gleichen Menü durch Auswahl von Add to autostart. Die Uninstall-Option aus dem Kontextmenü ermöglicht darüber hinaus das Deinstallieren eines Programms, ohne dafür den Paketmanager bemühen zu müssen. Die Eingabe eines Passworts ist dafür nicht nötig. Software Zusätzliche Software beziehen Sie über den Deepin Store genannten Paketmanager, der eine besonders komfortable Oberfläche bietet 3 . Sie starten ihn über das zweite Icon von links im Dock. Anders als beispielsweise Synaptic listet 8 www.linux-user.de 09.2014

3 Der Deepin Store dient als zentrale Verwaltungsinstanz zum Einspielen und Deinstallieren von Programmen. er kaum Bibliotheken auf, sondern primär häufig verwendete Programme. Der Store unterteilt die vorhandenen Programme links im Programmfenster in einer vertikalen Leiste in Untergruppen. Unter jeder Applikation befindet sich eine blaugrau hinterlegte Schaltfläche, die bei einem Mausklick das betreffende Programm für die Installation vormerkt. Dies zeigt oben eine horizontale Menüleiste unter Installation an. Ein Klick darauf öffnet die Liste aller zur Installation vorgemerkten Programme und signalisiert den Fortschritt der Einrichtung anhand eines Verlaufsbalkens. Genauso einfach klappt das Deinstallieren von Programmen: Dazu wechseln Sie in den Abschnitt Deinstallation und klicken auf das Papierkorb-Symbol neben der entsprechenden Anwendung. Abschließend bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf das erscheinende grüne Häkchen. Weder das Einrichten noch die Deinstallation von Applikationen erfordert eine Passworteingabe. Das macht einerseit den Umgang mit dem Betriebssystem zwar sehr bequem, stellt aber andererseits auch ein gewisses Sicherheitsrisiko dar. Der Software-Fundus, den Deepin ausschließlich in seinen eigenen Repositories bereithält, entspricht etwa dem anderer großer Distributionen, was aufgrund der Ubuntu-Abstammung auch naheliegt. Negativ fiel die Transferrate zu den in China gehosteten Repositories auf. So dauerte es im Test des Öfteren fünf Minuten, bis Deepin auch nur deren Meta-Informationen aktualisierte. Die Download-Rate schwankte dabei zwischen 20 KByte/​s und 80 KByte/​s. In einer späteren Wiederholung erreichte die Transfergeschwindigkeit dann akzeptablere 250 KByte/​s. Maßgeschneidert Wie alle großen Desktop-Umgebungen bringt auch das Deepin Desktop Environment eigene Applikationen mit, die besonders gut mit dem System harmonieren. Dazu gehören Deepin Game, Deepin Music und Deepin Movie, die Sie jeweils über das Dock erreichen. Während die multimedialen Applikationen schlanke Abspielsoftware für verschiedenste generische Formate bieten, ist Deepin Game noch primär auf den chinesischen Markt zugeschnitten. 09.2014 www.linux-user.de 9