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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

Screenshots Kanal D

Screenshots Kanal D lockt, wie viele andere türkische Privatsender, auf den Ostbeam der Türksats. Mit der Inbetriebnahme von Türksat 4A wird dies schwieriger Türksat 2A sendet über zwei Beams. Die Ausläufer des Ostbeams (blau) reichen bis Süddeutschland und helfen, diesen Beam zu empfangen Mehrheit der Zuschauer begeistert. Die urheberrechtlich unbedenklichen Sendungen, die währenddessen über den Westbeam nach Europa abgestrahlt werden, locken indes kaum einen müden Hund hinter dem Ofen hervor. Verständlich, schließlich sind diverse Talk-Formate oder belanglose Dokumentationen nicht gerade jene Inhalte, mit denen man sich einen genüsslichen TV-Abend macht. Dennoch können die Europa-Versionen der Sender von Interesse sein, wenn man lieber Eigenproduktionen der Sender sieht. Wegen der attraktiveren Inhalte ist der Wunsch nach den auf den Ostbeam aufgeschalteten Programmen sehr groß. Meist lässt er sich mit einem noch vertretbaren größeren Antennenaufwand erfüllen. So lässt sich, je nach Wohnort zumindest ein Teil der begehrten Sender in die gute Stube holen. Noch! Schreckgespenst Türksat 4A? Türksat 4A ist der mit Abstand größte und flexibelste Satellit der Türksat-Flotte. Neben dem Ku-Band, hat er auch Übertragungskapazitäten im Ka-Band an Bord. Neben Europa und dem westlichen Asien deckt er auch Afrika ab und nutzt mehrere Beams. Soweit bislang bekannt, unterscheiden sie sich von dem, was wir bis jetzt gewohnt waren. Der Westbeam soll zwar für eine Empfangserleichterung sorgen und in unseren Breiten dem Empfang ab 50 cm ermöglichen. Sein Ostbeam soll in Richtung Europa aber kaum über die Grenzen Griechenlands hinaus verfügbar sein. Bereits an der griechischen Nordküste werden 180 cm prognostiziert. Zum Vergleich: bei Türksat 2A liegt die offizielle 180-cm-Grenze bei München, bei Türksat 3A gar nördlich von Oslo in Norwegen. Aufgrund der bis zum Redaktionsschluss durchgeführten Tests muss davon ausgegangen werden, dass der Wechsel von Türksat 2A auf den neuen 4A vor allen in den westlichen Gebieten Europas, mit dem Verlust etlicher türkischer Sender verbunden sein wird. Wie dick es tatsächlich kommen wird, wird die Empfangspraxis nach dem Wechsel, also ab dem 28. Juli, zeigen. Eins steht aber fest: Ohne neuerlichen Suchlauf wird ab diesem Datum nichts mehr gehen, denn der Wechsel bringt eine ausgiebige Umbelegung vieler Pakete mit sich. Ein Suchlauf sollte an diesem Tag auf dem Transponder 7, Frequenz 11,844 GHz vertikal (SR 2 222, FEC ¾) mit eingeschalteter Netzwerksuche erfolgen. Auf besagtem Kanal sind die neuen Transponder hinterlegt. Ebenfalls sinnvoll ist ein Blindscan auf dem kompletten Türksat-Satelliten wenn dies der Receiver erlaubt. Erst nach erfolgter Umstellung wird sich zeigen, welche Antennendurchmesser künftig erforderlich sein werden um neben den Europaversionen von Star TV, ATV, Show TV und Co auch die Inlandsversionen und vor allem die HD-Versionen dieser Sender zu empfangen. Letzt genannte werden uncodiert auf Türksat 4A ausgestrahlt werden. THOMAS RIEGLER Screenshots Neben einem im Vergleich zu Türksat 2A großzügiger nach Europa strahlenden Ostbeam hat Türksat 3A auch einen speziellen Türkei-Spotbeam Der Ostbeam des Türksat 4A (blau) lässt in unseren Breiten schlimmes erahnen Bilder: Auerbach Verlag/Thomas Riegler, Türksat 22 4.2014 | Empfang

Wettersatellitenbilder auf dem eigenen Bildschirm Das globale und regionale Wettergeschehen wird von zahlreichen Satelliten aus dem All beobachtet. Zu ihnen gehören unter anderem die geostationären europäischen MSG- oder die amerikanischen GOES-Satelliten und Erdtrabanten mit polarer Umlaufbahn, wie die amerikanischen NOAAs oder die europäischen Metops. Bilder: © harvepino - Fotolia.com Direkt empfangen können wir diese Satelliten kaum. Vor allem nicht mit herkömmlichem Equipment. Denn sie senden auf anderen Frequenzbereichen und nutzen andere Übertragungsformate als das vom Sat-TV bekannte DVB-S/S2. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Erderkundungssatelliten über Umwege zu sehen. Kurzer Rückblick Bereits während der 1990er-Jahre erlangte der Empfang von Wettersatteliten erstmals das Interesse der Sat-DXer. Damals sendeten noch die Meteosat-Satelliten der ersten Generation analog im 1,6 GHz-Bereich. Sie nahmen Bilder der Erde in drei Spektralbereichen, dem sichtbaren Licht, dem Wasserdampf-Gehalt, Antennendurchmesser Der Empfang der Eutelsats auf 9° und 10° Ost stellt keine besondere Herausforderung dar und funktioniert mit 90 cm Durchmesser bereits sehr gut. Auch die C-Band- Signale des Eutelsat 5 West A auf 5° West sind bereits mit 120 cm zu bekommen. Etwas mehr Blech, ab etwa 150 bis 180 cm, braucht es für den Eumetsat-Empfang im C-Band auf SES-6 auf 40,5° West. Auch wenn die beiden C-Band-Positionen den Hauch des Exotischen versprühen, gibt es im Ku-Band deutlich mehr an Wetterdaten zu erforschen. sowie im Infrarot-Spektrum auf. Diese Daten wurden von Eumetsat in Darmstadt empfangen, nachbearbeitet und wieder zurück zu Meteosat gesendet. Dort wurden die bearbeiteten Bilddateien auf zwei Kanälen noch einmal ausgestrahlt. Nach einem festen Sendeplan gab es auf Kanal 1 nur Meteosat-Bilder, Übersichten und Ausschnittsvergrößerungen, zu sehen. Auf Kanal 2 wurden auch Bilder anderer Erdbeobachtungssatelliten zugänglich gemacht. Für den Empfang dieser beiden Kanäle wurde von Grundig eine eigene Meteosat-Empfangsanlage vertrieben. Sie kostete etwa € 800 und enthielt entweder eine rund 1,5 m lange Yagi-Antenne oder einen rund 100-cm- Spiegel mit Kanalumsetzer. Das Empfangsgerät war per Scart an den Fernseher anzuschließen. Die Übertragung eines jeden Bilds dauerte rund drei Minuten. Es wurde Zeile für Zeile aufgebaut und man konnte am TV zusehen, wie es sich allmählich aufbaute. Etwa um die Jahrtausendwende wurden die alten Meteosats durch eine neue Satelliten-Generation, die MSGs (Meteosat Second Generation), ersetzt. Sie beobachten nun das Erdgeschehen auf 12 Kanälen und haben eine deutlich verbesserte Auflösung. Außerdem sendet man nun digital. Auf bekannten TV-Satelliten Auch heute noch bereitet Eumetsat die von verschiedenen Erderkundungssatelliten gesammelten Daten www.satdigital.de 23