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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

Die Hardware Gemessen an

Die Hardware Gemessen an heutigen Maßstäben war die Bildqualität jedoch noch mehr als bescheiden. Hier eine Aufnahme vom Mai 2003 Für 100 € bekommt man gemeinsam mit der Berechtigung zum Eumetsat- Empfang eine Software-CD-Rom und einen USB-Token auf und strahlt sie nach einem festen Sendeplan wieder aus. Diesmal setzt man jedoch auf klassische TV- Satelliten. Wie für Europa bis Ende 2014 auf Eutelsat 9 A auf 9° Ost im Ku-Band, sowie auf 5° West auf Eutelsat 5 West A für Afrika und auf 40,5° West auf SES 6 für Amerika jeweils im C-Band, jeweils in DVB- S. Im August startete für die Europa-Versorgung der Wechsel auf Eutelsat 10A, wo man künftig in DVB-S2 ausstrahlen wird. Was man braucht Mit dem herkömmlichen Sat-Receiver können wir die Eumetsat-Kanäle auf den TV-Satelliten nicht empfangen. Denn bei ihnen handelt es sich um Datendienste. Ihre bloße Existenz lässt sich zumindest mit einem PC-Receiver und geeigneter Analyse-Software, wie Easy Blindscan Pro (EBS) oder Transedit, nachweisen. Schaut man damit nach, welche Dienste über diese Transponder ausgestrahlt werden, stößt man auch über den Eintrag „Eumetsat“. Was aber noch nicht heißt, dass man mit einem PC-Receiver alleine bereits Wetterdaten empfangen kann! Ohne Registrierung geht nichts Um Eumetsat-Daten empfangen zu können, ist eine Registrierung bei Eumetsat erforderlich, die auch für Privatpersonen möglich ist. Dazu braucht man lediglich unter https://eoportal.eumetsat.int/userMgmt/ login.faces einen neuen User-Account anzulegen. Dabei merkt man schnell, dass hier zumindest Basis- Englisch-Sprachkenntnisse erforderlich sind. Nach Erhalt eines Bestätigungsmails sind im User Profil die weiteren Anmeldeschritte vorzunehmen. Zunächst ist unter Service Subscriptions EUMETCast anzuklicken. So heißt der über Satellit angebotene Datendienst. Weiter ist die Empfangsart Europa, Afrika oder Amerika auszuwählen. Selbst wenn wir mit geeigneten Antennen alle drei Services empfangen könnten, müssen wir uns hier für einen entscheiden, also für Europa. Auf der nächsten Registrierungsseite möchte Eumetsat wissen, wie wir die Daten zu nutzen gedenken. Hier sind Personal Use und Amateur Meterology auszuwählen. In einem Textfeld werden wir aufgefordert, die beabsichtigte Datennutzung kurz zu beschreiben. Wie etwa für Studienzwecke. Der nächste Anmeldeschritt ist der spannendste. Hier ist auszuwählen, welche Services man abonnieren möchte. Annähernd 100 davon stehen zur Wahl. Einige Anwendungen werden bekannt vorkommen, die meisten nicht. Hier empfehlen wir, zumindest die Meteosat-, NOAA- und Metop-Services auszuwählen. Wenn wir mit dem Eumetsat-Empfang schon Neuland betreten, soll es sich schließlich auszahlen. Um überhaupt Eumetcast-Daten empfangen zu können, sind das Eumetcast Client Software Licence Package für € 60 und eine Eumetcast Key Unit, ein USB-Token, für € 40 erforderlich. Abschließend sind nur noch die Zahlungsmodalitäten auszufüllen. Nach einigen Tagen erhält man ein Mail mit der Registrierungsbestätigung und der Laufzeit der Freischaltung. Sie liegt bei 3 Jahren. Etwa gleichzeitig wird man auch ein Päckchen mit der Software-CD und dem USB-Token erhalten. Installation Um Eumetcast am Rechner zum Laufen zu bringen, sind im Wesentlichen drei Programme zu installieren. Einmal ist das die Software der vorhandenen Sat- Empfangskarte, dann noch die so genannte EKU- und Empfangsparameter Position Transponder Frequenz Polarisation Symbolrate FEC Norm 9° Ost 63 11,977 GHz h 27500 3/4 DVB-S (bis 31.12.2014) 10° Ost C4 11,263 GHz h 33000 3/5 DVB-S2 8PSK (ab 1.8.2014) 10° Ost C4 11,263 GHz h 33000 2/3 DVB-S2 16APSK (ab 1.8.2014) 5° West CO2 3,732 GHz LZ 11963 2/3 DVB-S 40,5° West 22A 3,803 GHz LZ 27500 7/8 DVB-S Bilder: Auerbach Verlag/Thomas Riegler 24 4.2014 | Empfang

Inbetriebnahme Während der Installation braucht man eigentlich nichts zu tun, als sich exakt an die Vorgaben zu halten Auf Empfang. Bereits die Tellicast-Startseite zeigt, wie viele Daten gerade empfangen und auf die Festplatte geschrieben werden Tellicast-Software. Auf der CD-Rom sind nicht nur die beiden Eumetsat-Programme, sondern auch die Softwares für verschiedene Sat-Karten enthalten. Wir gehen einmal davon aus, dass der PC-Receiver aber schon am Computer installiert ist. Weshalb wir hier nicht näher darauf eingehen. Die zu installierenden Softwares setzen Windows 7 oder das inzwischen abgelaufene Windows XP voraus. Auf der CD-Rom sind neben den Programmen auch ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen enthalten. Sie zeigen der Reihe nach in Abfolgen von Screenshots, alle Installationsschritte und die dabei vorzunehmenden Einstellungen. Da auch beschrieben ist, welche Reaktionen nach einzelnen Schritten auftreten sollten, geben sie uns das Gefühl, eigentlich nichts falsch machen zu können. Da sind wir aber einem Irrglaube aufgesessen. Funktionsprinzip Mit der herkömmlichen Software, mit der man mit PC-Sat-Receivern am Computer fernsehen kann, kommt man nicht weiter. Dazu braucht es spezielle Datenempfangsprogramme, die entweder als Gratissoftware aus dem Internet heruntergeladen werden können oder zum Software-Lieferumfang verschiedener PC-Receiver gehört. Jeder PC-Receiver hat eine eigene MAC-Adresse, die zum Beispiel auf einem Aufkleber auf der Geräteunterseite zu finden sein kann. Sie ist der Schlüssel, dass die Tellicast- und die Datenempfangssoftware der Sat-Karte miteinander kommunizieren können. Tellicast-Software Der Tellicast-Software kommt eine Schlüsselrolle beim Empfang der Eumetsat-Daten zu. Sie erkennt, welche Datenkanäle über den Eumetsat-Datenstrom gerade ausgestrahlt werden, stellt die Verbindung entsprechend der eigenen Lizenz her und sorgt dafür, dass die empfangenen Dateien auf der Festplatte gespeichert werden. Dazu muss Tellicast aber erst einmal funktionieren. Zeigt sich die Software mit einem rot unterlegten „T“ in der unteren Menüleiste des Rechners, ist dies nicht der Fall. Bereits während der Installation sollte dieses T zumindest in gelb unterlegt sein. Dann erst versucht Tellicast eine Verbindung zu den Datenkanälen aufzubauen. Dies kann aber erst gelingen, wenn das Tellicast-Symbol weiß unterlegt ist. Wenn nichts geht Es kann vorkommen, dass die IP-Datenempfangssoftware des PC-Receivers bestimmungsgemäß arbeitet, dass der an einem freien USB-Steckplatz angedockte Eumetsat-Token so arbeitet wie er soll, die Tellicast- Software aber dennoch nicht von gelb auf weiß wechselt. Ursachen für den nicht zustande kommenden Verbindungsaufbau zum Receiver kann es mehrere geben. Der einfachste Fehler liegt in der Reihenfolge der Inbetriebnahme. Die Tellicast-Software startet üblicherweise automatisch gleich nach dem Hochfahren des Rechners. Zu der Zeit ist der PC-Sat-Receiver jedoch noch kaum auf Empfang. Damit kann Tellicast keine Daten empfangen. Sie schafft es auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt eine Verbindung aufzubauen. Zur Problembehebung ist Tellicast zu schließen und noch einmal zu starten, nachdem sichergestellt ist, dass mit der IP-Datensoftware des Receivers bereits Daten empfangen werden. Dann sollte auch Tellicast arbeiten.Kommt man selbst nicht klar, bleibt nur, den Eumetsat-Helpdesk zu kontaktieren. Was man am besten per e-mail mit einer detaillierten Fehlerbeschreibung und soweit möglich, mit Screenshots versehen, macht. Auch wenn Sie Eumetsat in Darmstadt in Deutsch anschreiben, wird das Antwortmail höchstwahrscheinlich in Englisch verfasst sein. Zieht man den Telefonkontakt vor, sind gute Englischkenntnisse Voraussetzung. Denn das internationale Team ist zum Teil unserer Muttersprache nicht mächtig. Hilfreich kann auch sein, wenn am Rechner ein Fernwartungstool, wie Teamviewer installiert ist. Über ihn kann man Eumetsat gestatten, Tellicast aus der Ferne zum Laufen zu bringen. Auf Empfang Ist man endlich auf Empfang, gibt die Tellicast-Software bereits auf der Startseite einen Überblick über die Anzahl der gerade empfangenen Datenkanäle.Wie die Bilder dargestellt werden und welche Möglichkeiten der wettersatellitenempfang alles bietet, erfahren Sie im zweiten teil in der kommenden Ausgabe. THOMAS RIEGLER www.satdigital.de 25