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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

Perfekte Heimvernetzung

Perfekte Heimvernetzung Hybride Nutzung und Sat>IP sind eigentlich für die meisten technisch interessierten keine Fremdworte mehr. Doch Kathrein wagt sich erstmals mit UFSconnect eine Zusammenführung der interessantesten Features für den Heimgebrauch. Nur ein müdes Lächeln dürften die innovativen Funktionen von UFSconnect bei Linux-Nutzern auslösen. Richtig: die flexible Nutzung von Tunern mittels Partnerbox oder der Zugriff auf die Aufnahmen von jeder Linux-Box im Haushalt über das Netzwerk sind hier wirklich schon „alte Hüte“. Aber: vor der Nutzung solcher Funktionen stand stets eine mehr oder weniger komplizierte Installation von Plugins und die Einrichtung der Geräte. Oft müssen hierzu auch erst spezielle Images eingespielt werden und fairerweise sei auch gesagt, dass Enigma 2 nicht gerade ein Betriebssystem für absolute Technik-Laien ist. Und das schreibe ich als überzeugte Linux-Nutzer. Heimvernetzung einfach gemacht Wenn nun ein Unternehmen wie Kathrein – durchaus bekannt für benutzerfreundliche und stets innovative Digitalreceiver – nach langer Entwicklungszeit den Startschuss für einfachste Heimvernetzung seiner Digitalreceiver vom Typ UFSconnect 906 und demnächst auch UFS 924 gibt, lohnt sich schon ein näherer Blick auf die angekündigten Features. Teilweise Noch Beta Leider erlebten wir trotz Ankündigung die Bereitstellung der offiziellen Firmware für den UFS 924 mit UFSconnect an Bord nicht mehr bis zum Redaktionsschluss. Nach Auskunft von Kathrein handelt es sich aber wirklich nur noch um die Frage von Tagen, bis auch jeder Nutzer eines Kathrein UFS 924 in den Genuss der neuen Features kommt. Im Gegensatz dazu ist die Firmware in der Version 2.0 für den UFSconnect 906 seit einigen Tagen verfügbar und damit die Features für Nutzer dieser Geräte nutzbar. Wir haben unseren UFS 924 unterdessen mit einer freundlicherweise von Kathrein zum Testen zur Verfügung gestellten Beta-Firmware versehen. Diese funktioniert schon erstaunlich gut, jedoch wird die offizielle Firmware nach Angaben von Kathrein noch stabiler laufen. Unser Testsystem besteht dabei aus einem Kathrein Sat>IP-Server EXIP 414 mit aktueller Firmware, einem UFS 924 und dem UFSconnect 906, den wir in dieser Ausgabe ja bereits ausführlich getestet haben. Mit dieser Konstellation ist der Praxisbetrieb sowohl von UFSconnet als auch Sat>IP auf dem Digitalreceiver problemlos möglich. Sat>IP Um dieses Feature im Gerät nutzen zu können, ist natürlich ein Sat>IP-Server erforderlich. Hierzu haben wir einen EXIP 414 von Kathrein an unsere Anlage angeschlossen und können dank der vier Tuner im Gerät bis zu vier unabhängige Streams über das Netzwerk abrufen. Vor der Nutzung am Receiver ist aber eine Einbindung von Sat>IP erforderlich. Den entsprechenden Menüpunkt finden Nutzer unter „Hauptmenü/Einstellungen/Antenne & Satelliten“. Normalerweise steht hier im Menüpunkt „Empfang über“ lediglich der interne Tuner. Hier stellen wir das Gerät entweder auf „interner Tuner & SAT>IP“ oder nur „SAT>IP“ ein. Während die letzte Einstellung den internen Tuner des Gerätes komplett deaktiviert, nutzt das Gerät bei der vorherigen Einstellungen Bilder: © lassedesignen - Fotolia.com, Auerbach Verlag, Kathrein 26 4.2014 | Installation

eide Empfangswege parallel. Aber Achtung: der Sat-Tuner hat Priorität und wird dann stets als erster Tuner verwendet. Steckt kein Sat-Kabel im Receiver, bleibt der Bildschirm trotz anliegendem hybriden Signal schwarz. Eine umgekehrte Priorisierung „SAT>IP und interner Tuner“ ist leider noch nicht vorgesehen. Volle Integration Kathrein integriert den interessanten Sat>IP Standard wie kaum ein anderer Anbieter tief im System. Das hat seinen Vorteil, denn so kann das Fernsehen über das Netzwerk vom Zuschauer fast unbemerkt zur deutlichen Komfortverbesserung beitragen und aus dem UFSconnect 906 einen vollwertigen Twin-Aufnahmereceiver machen. Die Empfangseinstellungen hierfür finden wir im Satellitenmenü. Über den dort vorhandenen Menüpunkt „SAT>IP“ lässt sich der Server konfigurieren. Hier kann die Anzahl der Satelliten (maximal 4 Stück über DiSEqC 1.0) eingestellt werden. Über „SAT>IP Server Information“ werden die im Netzwerk vorhandenen Sat>IP-Server gelistet. In unserem Fall meldet sich dort auch der UFS 924 sowie unser Octopus Net von Digital Devices als Sat>IP Server an und kann entsprechend mitgenutzt werden. Interessant: Je nach Menge der Server steigt auch die Anzahl der Streams im Netzwerk. Der Receiver schaltet sich flexibel auf einen freien Stream auf und nutzt automatisch freie Kapazitäten. Besonders gelungen ist die Integration in die eigentliche Kanalliste: Sat>IP wird vom Receiver in die normale Kanalliste integriert. Der Zuschauer bemerkt im Idealfall also nicht einmal, ob er über den internen Tuner oder Sat>IP fernsehen schaut. Im Falle des UFSconnect erweitert Sat>IP bildlich gesprochen das Gerät um einen zusätzlichen Tuner, denn bis zu zwei Kanäle können so mit dem Digitalreceiver genutzt werden. Das hat gerade beim „Kleinen“ von Kathrein einen großen Vorteil, denn so rüsten Sie den Single-Tuner zum Twin-Tuner auf. Doppelter Fernsehgenuss Ein Programm schauen und eines zusätzlich aufnehmen ist dadurch problemlos möglich. Apropos Aufnahmefunktion: diese ist auch bei Sat>IP vollständig gegeben. Möglich ist übrigens auch das parallele Aufzeichnen von zwei Sendungen. Dann aber sind Der EXIP 414 ist ein Sat>IP-Server von Kathrein. Er lässt sich problemlos mit in die Netzwerkstruktur bei UFSconnect integrieren und bietet den Komfort vier zusätzlicher Tuner, die von allen Geräten im Netz genutzt werden können die Nutzer bei der Wahl des Live-Programmes an die zwei Aufnahmekanäle gebunden und können nur zwischen diesen beiden Sendern wechseln. Aufnahmefunktion Wird über Sat>IP geschaut – beispielsweise weil das Gerät an einem Ort ohne Satellitenanschluss steht – sind dennoch sämtliche Komfortfunktionen am Gerät vorhanden. Das bedeutet: sowohl Aufnahme als auch das (auf Wunsch) automatische Timeshift stehen zur Verfügung. Da sich die Signalqualität von Sat>IP nicht vom normal empfangenen Satellitensignal unterscheidet, ist die Aufnahmequalität auch exakt die Gleiche – Einbusen sind nicht zu erwarten, lediglich Probleme bei der Netzwerkanbindung können zu Störungen führen. Während unseres Tests traten allerdings keinerlei Probleme beim Empfang auf. Interessanterweise sind auch bei Sat>IP alle HbbTV-Funktionalitäten gegeben. Strahlt ein Sender zusätzlich den Link zu hybriden Zusatzdiensten, wird dies auch bei Sat>IP mit einer Red-Button-Einblendung signalisiert. Pay-TV Auch hier gibt es keinen Unterschied zum klassischen Fernsehen: sowohl Original CI-Plus-Module als auch alternative Module funktionieren einwandfrei und entschlüsseln problemlos das Signal, völlig unabhängig davon, ob es sich um ein Programm vom internen Tuner oder über Sat>IP handelt. Sehr erstaunt haben uns die kurzen Umschaltzeiten bei reinem Sat>IP- Empfang. Diese sind kaum von normalen Satellitenfernsehen zu unterscheiden: Im Falle von Pay-TV (HD Plus) messen wir im Schnitt 4 Sekunden, bis ein Bild erscheint. Bei FTA-Sendern geht es mit durchschnittlich 3 Sekunden etwas schneller. Workshop Voraussetzung zur Nutzung von UFSconnect ist eine akutuelle Firmware in der Version 2.0, welche bei Bedarf auch über USB eingespielt werden kann Die Tauglichkeit des Gerätes erkennt man auf den ersten Blick am neuen Menüeintrag „UFSconnect“ www.satdigital.de 27