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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

4.2014 gut

4.2014 gut www.satdigital.de HD-Plus „Pro“ von Humax Nach dem iCord Evolution legt Humax nach und bringt nun einen neuen HD-Plus-Receiver ebenfalls in der „iCord“- Produktreihe zu den Händlern. Wir haben den Humax iCord Pro im Testlabor ganz genau unter die Lupe genommen. Der iCord Pro macht schon beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck. Das relativ große Gehäuse beherbergt bereits eine eingebaute 3,5-Zoll-Festplatte mit 500 Gigabyte Kapazität. Damit empfiehlt sich das Gerät als Aufnahmereceiver mit Timeshift-Funktionalität. Allerdings enttäuschte uns dann schon, dass Humax dem iCord Pro kein Display spendiert hat, obwohl im Gehäuse genügend Platz dafür gewesen wäre. Stattdessen signalisiert eine rote LED-Leiste, die im Betrieb blau leuchtet über den aktuellen Betriebszustand des Gerätes. Einige Sensortasten links daneben erlauben eine Lautstärke- und Kanalregelung, außerdem kann das Gerät hierüber in den Standby-Modus versetzt werden. Außerdem gibt es den Kartenschacht für die mitgelieferte HD-Plus-Karte. Installation Wie beim Evolution haben die Entwickler bei Humax haben dem iCord Pro ein komplett überarbeitetes Menü spendiert. Bei der Kanalsuche kann sich der Nutzer allerdings nur zwischen einer Schnellsuche (nur Astra 19,2 Grad Ost – hier wird eine vorkonfigurierte aber aktuelle Astra-LCN-Kanalliste eingespielt) oder einer ausführlichen Kanalsuche auf Astra und Hotbird entscheiden. Tiefgreifendere Konfigurationen wie die Einrichtung einer Multifeed-Anlage oder Wechsel auf Unicable-Empfang müssen im Gegensatz dazu nach der Erstinstallation manuell durchgeführt werden. Das ist unter Umständen ein Problem: Liegt Astra 19,2 Grad Ost nämlich nicht auf DiSEqC-Position 1 sondern auf 2, 3 oder 4, wird die LCN-Liste um Zuge der Einrichtung nicht gefunden und auch ein normaler Suchlauf ist dann während der Installation nicht möglich. Dies alles kann erst im Anschluss manuell über das Menü des Gerätes korrigiert werden .Multifeedanlagen werden übrigens nur nach dem Standard DiSEqC 1.0 und dem rückkanalfähigen Gegenstück DiSEqC 2.0 unterstützt. Damit ist der gleichzeitige Empfang von mehr als 4 Positionen oder gar der Betrieb einer Drehanlage mit diesem Gerät nicht möglich. Schade ist auch, dass Humax keine Drehanlagensteuerung in den iCord Pro eingebaut hat. Erster Betrieb Dreh- und Angelpunkt ist die mittige Home-Taste auf der Fernbedienung. Drückt man diese, so erscheint das Menü als Overlay im laufenden Programm. Lediglich fünf Menüpunkte decken hier die Steuerung aller Funktionen ab: Live TV, EPG, Aufnahmen, TV-Apps und Einstellungen. Das ist wirklich sehr gut durchdacht, denn auch ohne Lesen einer Bedienungsanleitung dürften sich die Nutzer hier sehr schnell zurechtfinden. Das die Entwickler ganz besonderen Wert auf Bedienkomfort gelegt haben, zeigt sich vor allem am EPG. Dieser ist nicht wie üblich ausschließlich über die Guide-Taste auf der Fernbedienung abrufbar, sondern begegnet dem Nutzer an verschiedenen Stellen. Drückt man beispielsweise im Live-TV-Betrieb auf die „OK“-Taste, öffnet sich die Programmliste, die mit den Pfeiltasten durchgezappt werden kann. Neben dem eigentlichen Sendernamen zeigt diese Liste auch die aktuelle Sendung und sogar – sofern vorhanden – einen Screenshot der Bilder: © Coloures-pic - Fotolia.com, Auerbach Verlag 40 4.2014 | Test

Die Ausstattung des iCord Pro ist funktional, wer einen Flachbild-TV besitzt kann diesen per HDMI verbinden. Einzig Röhren TV-Besitzer sollten auf ein anderes Modell ausweichen, da die Ausgabe über Videocinch wie bei allen Geräten nicht zu empfehlen ist aktuellen Sendung an. Mittels der Links/Rechts- Pfeiltasten kann sich der Nutzer auch die folgenden Sendungen anschauen und bei Interesse eine Aufnahme oder Erinnerung programmieren. Der EPG selber ist übrigens redaktionell gepflegt und hält somit zu vielen Sendungen noch detailliertere Informationen bereit. Flotte Bedienung Humax hat auch im iCord Pro offenbar einen flotten Prozessor und genügend RAM verbaut, denn das Navigieren durch die Menüs geht sehr flink von der Hand, Apps sind schnell geöffnet und auch bei der Nutzung von HbbTV kommt keine Langeweile auf. Der Aufbau ist ausgesprochen Flink und auch hier funktioniert die Steuerung verzögerungsfrei. Aufnahme und Multimedia Dank Twin-Tuner sind zwei parallele Aufnahmen kein Problem, sofern das Gerät auch mit zwei Kabeln an Schüssel oder Multischalter angebunden ist. Dann kann sich der Nutzer aber immer noch auf den beiden gewählten Aufnahmetranspondern bewegen und einen dritten Kanal dort ansteuern. Bei nur einer laufenden Aufnahme ist man natürlich frei bei der Wahl des gewünschten Senders. Ebenfalls integriert hat Humax ein automatisches Timeshift, um bei Bedarf auch die laufende Sendung zurückzuspulen oder einfach nur anzuhalten. Nachbearbeitungsfunktionen für Aufnahmen hat Humax allerdings nicht integriert. Lediglich „Löschen“, „Kopieren“ und „Verschieben“ stehen zur Verfügung. Zumindest können damit unverschlüsselte Inhalte auf eine externe Festplatte kopiert und dann am PC weiterbearbeitet oder archiviert werden. Mit HD-Plus-Aufnahmen ist das allerdings erwartungsgemäß nicht möglich. Erfreulicherweise ist der Humax auch bei Fremdaufnamen nicht wählerisch und kann so ziemlich alle Formate wiedergeben. Lediglich der Versuch WMV-HD abzuspielen, endete in einem bunten Pixelmatsch. Allerdings klappte hier die Tonwahl bei unseren Testfiles nicht und es wurde lediglich die erste Tonspur wiedergegeben. Pay-TV Da es sich beim iCord Pro um ein HD-Plus-zertifiziertes Gerät handelt, ist der entsprechende Kartenschacht für HD-Plus natürlich bereits vorhanden. Vorteil: damit lässt sich Timeshift auch bei HD-Plus nutzen und auch dauerhafte Aufnahmen sind möglich, wenngleich beides bei den Sendern der RTL- Gruppe nach wie vor mit einer Vorspulsperre belegt ist. Keine Einschränkungen gibt es hingegen bei Free- TV-Sendern. Diese lassen sich auch problemlos auf externe Datenträger kopieren und somit dauerhaft archivieren. Dank rückseitigem CI-Slot ist auch die Nutzung anderer Pay-TV-Anbieter möglich. Hybridfunktionen Umdenken ist angesagt beim Evolution. Anstatt lineares Fernsehen und hybride Funktionen fein säuberlich zu trennen, sind die Funktionen alle miteinander verwachsen. Beispiel: Drückt der Nutzer im laufenden TV-Betrieb auf die „Search“-Taste links oben am Steuerkreuz, öffnet sich ein Suchfenster und darunter gleich konkrete Suchvorschläge zur aktuell laufenden Sendung – Humax nennt diese Funktion „Smart Search“. In unserem Test schlug das System bei der ARD-Soap „Sturm der Liebe“ gleich mit einem Link weitere Episoden auf YouTube vor, zeigte aber gleichzeitig auch weitere Sendungen mit diesem Namen auf diversen Regionalsendern der ARD an. Selbstverständlich ist die Wiedergabe Screenshots Übersichtlich und gut lesbar ist der Infobalken des Humax iCord Pro in das laufende Programm als OSD integriert Dank der Mediathekennutzung kann der Nutzer seinen TV-abend selbst gestalten und ist nicht zwingend auf lineares Fernsehen angewiesen www.satdigital.de 41