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4.2014 Empfehlung der

4.2014 Empfehlung der Redaktion www.satdigital.de Mehr als ein normaler DiSEqC-Motor DiSEqC-Motoren gibt es viele. Sie sehen alle irgendwie gleich aus und drehen Sat-Schüsseln bis zu 1,2 m Durchmesser. Die Unterschiede liegen jedoch im Detail! Wir haben einen Motor herausgepickt, der sich in seinen Eigenschaften grundlegend von den anderen Modellen unterscheidet. Der Alsat Dark Motor ist ein kleines Kraftpaket, der mit einigen exklusiven Features aufwartet, die ihn für den DXer äußerst interessant machen. Ausstattung Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Alsat Dark DiSEqC-Motor nicht von anderen DiSEqC- Motoren. An der Unterseite finden sich die beiden F-Buchsen, über die die Verbindungen zum Receiver und dem LNB mit üblichen Antennenkabeln herzustellen sind. Weiter sind neben den Buchsen zwei abgedichtete Druckknöpfe eingebaut, über die der Motor vor Ort nach Ost und West gedreht werden kann. Auch die beiden LEDs, die unter anderem die Drehrichtung signalisieren, kennt man bereits von Auf den Receiver kommt es an Aus extremen Sat-Positionen wieder in Richtung Süden zu drehen braucht so richtig viel Strom. Mehr, als mancher Receiver bereit ist, abzugeben. Dreht sich der Alsat nicht, ist das keine Fehlfunktion des Motors, sondern ausschließlich eine Schwäche des Receivers, der für derlei Extremeinsätze schlicht nicht ausgelegt ist. Wird der Motor mit einem geeigneten Receiver gesteuert, macht die Drehanlage mehr Spaß als je zuvor. anderen DiSEqC-Motoren. Neu ist allerdings das Display an der Oberseite. Es erlaubt ein gradgenaues ansteuern und wieder finden beliebiger Satellitenpositionen. Sensationell ist auch sein enormer Drehbereich von +/- 80°. Damit dreht der Alsat Dark Motor weiter, als der Sichtbereich zu den Satelliten selbst bei perfekten Voraussetzungen ist. Montage Vor der Montage ist der Motor in den U-Bügel zu schrauben. In diesem Zuge wird auch gleich der Breitengrad (Latitude) des Wohnorts festgelegt. An der Antenne ist ferner die Deklination mit den Elevationsschrauben einzustellen. Wobei der Deklinationswert, also grob 7°, von 35° abzuziehen ist. Die beiden F-Buchsen befinden sich gut geschützt an der Unterseite. Damit sind sie zwar kaum Regen oder Schnee ausgesetzt, dafür aber relativ schwer zugänglich. Nachdem die Kabel normalerweise nur einmal am Motor angeschlossen werden, sollte das egal sein. Enormer Drehbereich Übliche DiSEqC-Motoren drehen Antennen um plus/ minus 60°. Meist jedoch etwas weniger. Angenommen, der lokale Südpunkt liegt auf 16° Ost, wäre der Drehbereich mit DiSEqC-Motoren von der Stange auf etwa den Bereich 76° Ost bis 44° West. In vielen Fällen Bilder: © peshkova - Fotolia.com, Auerbach Verlag/Thomas Riegler 52 4.2014 | Test

mag das reichen. Hat man jedoch freie Sicht nach allen Richtungen, kann man selbst mit üblichen Durchmessern ab etwa 90 cm noch weit darüber hinaus empfangen. So ist im deutschen Westen Amazonas 2/3 auf 61,0° West und im Osten Horizons 2 auf 85° Ost durchaus noch zu bekommen. Was aber voraussetzt, dass der DiSEqC-Motor so weit drehen kann. Der Alsat Dark Motor ist dazu jedenfalls in der Lage. Sehr leise Beim Drehen fällt sofort auf: Der Alsat Dark Motor ist ausgesprochen leise. Bei ihm muss man schon sehr genau hinhören, um ihn überhaupt wahrzunehmen. Damit ist er die ideale Wahl für all jene, deren Nachbarn sich von dem genau genommen auch nicht lauten Geräuschen anderer solider DiSEqC-Motoren genervt fühlen. Damit steht selbst dem intensiven Dreheinsatz in lauen Sommernächten nichts im Wege. Drehpraxis Von jedem Drehmotor wird eine hohe Wiederkehrgenauigkeit gefordert. Nur sie gewährleistet auf lange Sicht stets optimalen Empfang auf allen Sat-Positionen, ohne diese ständig korrigieren zu müssen. Ein Highlight des Alsat Dark Motors ist ein an der Oberseite eingebautes dreistelliges Display. Die beiden ersten Stellen sind in grün, die dritte in rot ausgeführt. Sie geben die Ausrichtung des Motors auf 0,1 Grad genau an. Womit der Motor in 0,1-Grad- Schritten gedreht werden kann. Diese Gradanzeige kann man auch als Zählwerk interpretieren, so wie es bei klassischen Drehanlagen mit 36-V-Schubstangenmotor üblich war. Die Zahl am Display gibt konkret an, wohin die Antenne gerade zeigt. Sie deckt sich aber nicht mit der Gradzahl der Orbitpositionen der angepeilten Satelliten. Denn 0° zeigt der Motor dann an, wenn er exakt nach Süden zeigt. Wohnt man zum Beispiel auf der geografischen Länge von 10° Ost, ist Süden und somit 0° genau dort, wo Eutelsat 10A positioniert ist. Dreht man den Motor nach Osten, bis am Display 092 zu lesen ist, hat man ihn bis Astra 19,2° Ost gedreht. Mögliche Hindernisse Eine weite Auslenkung aus der Südrichtung bedeutet für jeden Motor eine besondere mechanische Beanspruchung. Besonders dann, wenn an ihm eine schwere Antenne montiert ist. Unsere Schüssel bringt es inklusive LNB auf etwas über 10 kg. Sie mit dem Alsat Dark Motor in die östliche oder westliche Endposition zu drehen, stellt keine Herausforderung dar. Sie ist aber umso größer, je näher die Schüssel aus der Endstellung wieder in Richtung Süden gedreht werden soll. Gerade in dem Punkt erlebten wir eine Schrecksekunde, als sich der Motor partout nicht drehen wollte. War er wegen unserer schweren Schüssel abgeraucht? Immerhin gelang es uns mit anheben der Antenne, den Motor wieder zum Drehen zu bewegen. Die Ursache lag nicht in der miesen Qualität des Motors, sondern im Receiver. Um den Spiegel wieder nach Süden drehen zu können, ist aus dem Bereich der 80°-Endstellung so richtig viel Strom erforderlich. Den vermögen aber längst nicht alle Sat-Receiver bereitzustellen. Wird mehr Strom benötigt, als der Receiver abgeben kann, beginnt der Motor sich erst gar nicht zu drehen. Nachdem wir unsere Settop-Box gegen eine andere ausgetauscht haben, wird die Schüssel anstandslos von +80° bis -80° und wieder zurück anstandslos gedreht. Womit der Alsat-DiSEqC-Motor seine Feuerprobe für den Einsatz schwerer Antennen bravourös bestanden hat. Noch ein Tipp am Rande: Der Motor dreht sich leichter, wenn der Receiver auf einen horizontal ausgestrahlten Sender eingestellt ist. Programmierung Der Alsat Dark Motor wäre bereits ab Werk vorprogrammiert. Schenkt man der Bedienungsanleitung Glauben, jedoch mit etlichen falschen Parametern. Wie Astra 1 auf 21° Ost oder der britische Astra auf 31° Ost. Was aber egal ist. Über die beiden Taster am Motor lässt sich der Speicher leicht zurücksetzen und die Neuprogrammierung ebenso schnell über den Receiver bewerkstelligen. Gelungen Der Alsat Dark Motor erfüllt alle Wünsche, die man als DXer haben kann. Viele Positionsspeicher, sehr leiser Betrieb und sehr großer Drehbereich. Die Gradanzeige am Motor ist zwar nur als Einstellhilfe gedacht. Sie kann aber auch im DX-Einsatz wertvolle Dienste leisten. THOMAS RIEGLER Details zum Motor Während man die Tasten zum Drehen bedient, sieht man am Display genau, wohin die Antenne gerade zeigt An der Unterseite des Motors befi nden sich die Anschlüsse für die Antennenkabel, zwei Taster zum Drehen vor Ort und zwei Signalisierungs-LED www.satdigital.de 53