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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

Flachantenne contra

Flachantenne contra Campingschüssel Kleine Sat-Antennen rücken in den Fokus, wenn man nicht ohne weiteres eine eigene Schüssel montieren darf, oder man aus ästhetischen Gründen nur eine besonders unauffällige haben möchte. Für solche Zwecke bieten sich kleine Flachantennen und so genannte Campingschüsseln an. Freilich darf man von ihnen nicht das erwarten, wozu übliche große Schüsseln in der Lage sind. Dennoch funktionieren sie besser, als man erwarten würde. Es kommt allerdings auf Details an. Wir haben beide Systeme einem Praxistest unterzogen. Selfsat H30D Selfsat bietet seit Jahren kleine, aber leistungsfähige Flachantennen an. Die kleine Selfsat-H30D-Antenne gibt es in drei Ausführungsvarianten. Einmal als Single-Version für nur einen oder als Twin- für zwei oder Quad-Lösung für vier Teilnehmer. Mit der Quad-Variante lässt sich auch eine größere Mehrteilnehmeranlage realisieren. Dazu braucht es aber einen zusätzlichen Multischalter. Die kleinen Selfsats sind mit rund 49 × 25 cm aktiver Fläche und einer Dicke von 6 cm nur etwa halb so groß, wie jene aus der rosenheimer Edelschmiede. Dennoch versprechen sie Empfangsleistungen, die einer herkömmlichen 60-cm-Schüssel ebenbürtig sind. Die 4,5 kg schwere Selfsat H30D ist in eine Kunststoffschale eingebaut. Sie soll das eindringen von Wasser ins Innere verhindern. Auch der an der Rückseite montierte LNB befindet sich innerhalb der Verkleidung und entzieht sich so bis auf seine Anschlüsse unseren Blicken. Die Rauschzahl des verbauten LNB gibt der Hersteller nicht bekannt. Stattdessen wird der Antennengewinn mit 33,7 dBi bei 12,7 GHz angegeben. Eine Zahl, mit der nur die wenigsten etwas anzufangen wissen. Bilder: © Tomasz Zajda - Fotolia.com, Auerbach Verlag/Thomas Riegler 58 4.2014 | Installation

Zum Vergleich: Eine herkömmliche 75-cm-Schüssel bringt es auf etwa 37 dBi, eine 90er auf rund 38,7 dBi und eine 110er auf ungefähr 40 dBi. Montagemöglichkeiten Das im Lieferumfang der Selfsat H30D enthaltene Montagematerial erlaubt, die Antenne entweder fest an der Wand oder an einem Mast zu montieren. Bei der Ausführung wurde Wert auf Stabilität und somit lange Lebensdauer gelegt. Womit die kleine Flachantenne alle Voraussetzungen erfüllt, um eine größere, auffälligere Standardschüssel dauerhaft zu ersetzen. Campingantenne Typische Campingantennen haben einen Durchmesser zwischen 35 und 40 cm und kommen mit reichlich Montagezubehör in Koffern. Sets ab etwa 80 Euro enthalten auch einen einfachen Receiver. Ohne ihn gibt es solche Teile bereits ab rund 40 Euro. Wir haben uns für unseren Vergleichstest für eine 35er-Schüssel entschieden, die von mehreren Firmen angeboten wird. Ihr ist ein Single-LNB mit einer Rauschzahl von 0,1 dB beigepackt. An der Antenne ist bereits ein klappbarer LNB-Arm montiert. In diesen ist der LNB mit einer simplen Kunststoffschelle zu stecken. Die Schüssel lässt sich sehr schnell auf den gewünschten Satelliten ausrichten. Minischüssel montieren An Montagematerial ist ein Saugnapf enthalten, mit dem sich die Minischüssel an glatten Oberflächen fixieren lässt. Allerdings lässt die Haftkraft sehr schnell nach und die Schüssel kann schon nach einer oder zwei Stunden locker werden und etwa von der Fensterscheibe herunterfallen. Weiter ist ein multifunktionelles Gestänge enthalten, das als Spannzwinge, Wandhalterung oder Mastschelle dienen kann. Auf der Unterseite der Schüssel befindet sich ein Bolzen mit rund 10 mm Durchmesser. An seinem unteren Ende hat er ein Gewinde. Mit diesem Bolzen ist die Antenne in den Saugnapf-Fuß zu stecken. Die Fixierung erfolgt lediglich mit einer Schraube mit Kunststoffgriff, mit der der Bolzen einfach eingespannt wird. Am Gestänge für die Wand- oder Masthalterung ist der Minispiegel ebenfalls nur mit dem Bolzen zu befestigen. Eine solide, unverrückbare Verbindung Glossar Elevation: Schräge, mit der die Antenne gen Himmel zum Satelliten schaut. Skew: Je nach angepeilter Satellitenposition ist die Antenne für optimalen Empfang um einige Grad schräg aus der Horizontalen auszurichten. Bei herkömmlichen Schüsseln geschieht dies durch drehen des LNBs. kommt dabei nicht zustande. Es bedarf nicht viel Kraft, um die Schüssel zu verdrehen. Wozu bereits eine Windböe reichen würde. Gleiches trifft übrigens auch auf die Elevationseinstellung zu. Denn auch die lässt sich nicht wirklich fest schrauben. Für den Einsatz am Campingplatz reicht so eine 35er-Schüssel allemal. Wobei man hier stets nur vom stundenweisen Betrieb ausgeht und dann das Equipment wieder zusammenpackt. Für mehr ist zumindest unsere 35er- Schüssel nicht zu gebrauchen. Nicht nur, dass sich ihre sehr filigran bemessene Masthalterung nur unter Einsatz von Gewalt auf eine übliche Wandhalterung montieren ließ. Sofern sie nicht absolut windgeschützt montiert ist, muss man die Antenne öfter wieder neu einzurichten, als einem lieb ist. Zudem ist zu hinterfragen, wie langlebig die vielen Kunststoffkomponenten an der Antenne sind. Selfsat H30D im Test Vor der Inbetriebnahme ist an der Rückseite der Selfsat-Flachantenne zunächst ein Gelenk anzuschrauben, mit dem später die Elevation und der Skew einzustellen sind. An ihm ist auch ein Stützrohr im Achtkantprofil zu befestigen. An dessen Rückseite ist die Fixierungshalterung anzuschrauben. Sie kann entweder an einer Wand fest angeschraubt oder zur Masthalterung ergänzt werden. In beiden Fällen sieht die Bauanleitung eine waagrechte Montage der Fixierhalterung vor. Da wir die H30D an einem Mast befestigen möchten, weichen wir von dieser Vorgabe ab und schrauben das Teil senkrecht am Stützrohr an. Der Vorteil: Die Führungshalterung hat an der zum Mast zeigenden Seite eine Kerbe, mit der die gesamte Mastschelle besser und stabiler am Antennenmast Installation Die Flachantenne Selfsat H30D hat eine aktive Antennenfläche von rund 49 × 25 cm. Im Lieferumfang ist reichlich Zubehör zu finden Verglichen mit einer herkömmlichen Sat-Schüssel wirkt die Selfsat H30D klein und unauffällig www.satdigital.de 59