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Matrix3000 Syrien - Jede Seite tötet anders (Ausgabe 79) (Vorschau)

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M R<br />

ATRIX3000<br />

XMATRIX<br />

NEUES DENKEN<br />

X3000<br />

W I S S E N S C H A F T / P O L I T I K / K U L T U R<br />

Hintergründe zur <strong>Syrien</strong>-<br />

Friedenskonferenz<br />

im Januar 2014<br />

Freie Energie<br />

für alle<br />

Zeitschleife<br />

Atlantis<br />

Österreich / 7,20 EUR<br />

Luxemburg / 7,60 EUR<br />

Schweiz / 12,80 SFR<br />

Italien / 8,50 EUR<br />

3000<br />

B a n d 7 9 J a n u a r 2 0 1 4 /<br />

F e b r u a r 2 0 1 4 / 6 , 5 0 E U R<br />

<strong>Syrien</strong><br />

- <strong>Jede</strong> <strong>Seite</strong> <strong>tötet</strong> <strong>anders</strong><br />

Ü-50 Yoga<br />

Ist Denken<br />

Ballast?<br />

Urbanes Gärtnern<br />

in der Großstadt<br />

NEU: Positives aus dem<br />

Gesundheitsbereich


Besuchen Sie unseren<br />

Onlineshop<br />

www.michaelsverlag.de<br />

Thomas Valone<br />

Unipolarhandbuch<br />

€ 29,90 (D) € 30,70 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-295-5<br />

Fragen zur Energieversorgung sind brennender denn je, und wirkliche Lösungsansätze<br />

hören dabei nicht bei Alternativen Energien auf. Wesentlich weitreichendere<br />

Antworten kommen dazu aus dem Bereich der Antigravitation und<br />

Freien Energie. Der US-amerikanische Wissenschaftler Thomas Valone - einer<br />

der führenden Forscher auf diesem Gebiet - stellt mit dem vorliegenden Buch<br />

seine revolutionären Forschungsergebnisse vor. Maschinen mit mehr als 100%<br />

Wirkungsgrad sind keine Utopie. Valone stellt dies - wissenschaftlich fundiert -<br />

im Detail auch für den Laien verständlich dar. Freie Energie – Nullpunktenergie<br />

– Antigravitation – Skalarwellen und ihre Möglichkeiten, aber auch "HAARP" und<br />

das "HAARP Projekt" sind Begriffe, die mit Nikola Tesla verbunden werden. Der<br />

Michaels Verlag hat neben den Original Schriften von Nikola Tesla einige Grundlagenwerke<br />

zu diesem Thema veröffentlicht. Das vorliegende Buch gehört dazu.<br />

Umgangssprachlich redet man statt Unipolar auch von Homopolar.<br />

David Hatcher-Childress<br />

Das Buch der Antigravitation<br />

€ 19,50 (D) € 20,00 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-267-2<br />

Antigravitation? Ist die vereinte Kraftfeldenergie die Antwort auf alle<br />

Energieprobleme? In dieser wohl einzigartigen Zusammenstellung<br />

wird erforscht wie Gravitation, Elektrizität und Magnetismus den<br />

Menschen beeinfl ussen. Weitere Themen: Ist künstliche Gravitation<br />

möglich? Welche enormen Energien können wir dadurch nutzbar<br />

machen? Der "Anti-Masse-Generator", die Geheimnisse des Ufoantriebs,<br />

Freie Energie, Nicola Tesla und die Antikraft-Flugkörper der<br />

20er und 30er Jahre. Texte, Ideen und Theorien von Albert Einstein.<br />

Nicola Tesla und T. Townsend werden leicht verständlich dargestellt.<br />

David Hatcher-Childress<br />

Handbuch der Freien Energie<br />

€ 39,90 (D) € 41,00 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-291-7<br />

Ein Kompendium von Patenten und Informationen In diesem bisher<br />

wohl einmaligen Werk fi ndet der Leser eine Fülle von Informationen<br />

und Patenten zu den Themen: Freie Energie, Magnetmotoren, der<br />

Adams Motor, der Hans-Coler-Generator, Kalte Fusion, die Superconductors,<br />

N-Maschinen, Kosmische-Energie-Generatoren, Nikola<br />

Tesla, T. Townsend Brown, der Bendi-Motor und und und... Das<br />

Kompendium enthällt viele Fotos, technische Diagramme, Patente<br />

und eine Vielzahl von faszinierenden Informationen. Freie Energie –<br />

Nullpunktenergie – Antigravitation – Skalarwellen und ihre Möglichkeiten<br />

aber auch HAARP und das HAARP Projekt sind Begriffe, die mit<br />

Nikola Tesla verbunden werden.<br />

T. E. Bearden<br />

Skalartechnologie<br />

€ 34,90 (D) € 35,90 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-250-4<br />

Mit dem Wissen von T.E.Bearden zum Thema Skalartechnologie wird<br />

es in aller Deutlichkeit verständlich, dass die von Strahlenwaffen erzeugten<br />

Schwingungen verheerende Auswirkungen haben können. Die von<br />

Strahlenwaffen ausgehenden Skalarwellen können zum Beispiel Menschen<br />

lähmen - von kleineren Lähmungserscheinungen bis zu umfangreicheren<br />

Lähmungen - oder auch Adern und Gefäße zerstören, indem<br />

sie durch die Skalartechnologie zum Platzen gebracht werden können.<br />

Beardens Forschungen zeigen auf, dass auch Konzentrationschwächen<br />

herbeigeführt werden können. Es mutet schier unglaublich an,<br />

aber mit dieser Technologie können Menschen wie ein Steak in der Mikrowelle<br />

erhitzt werden, oder es können jedem lebenden Organismus<br />

jegliche Wärme entzogen werden. All dies ist längst Realität geworden.<br />

Bearden nennt in seiner Veröffentlichung erschütternde Fakten<br />

Bestelltelefon: 08861 - 5 90 18, E-mail: Info@michaelsverlag.de<br />

MICHAELS VERLAG & VERTRIEB GMBH, Ammergauer Strasse 80, D-86971 Peiting, Fax: 08861 - 6 70 91


Editorial<br />

Franz Bludorf, Chefredakteur<br />

„Only bad news is good news“, so lautet ein seit Jahrzehnten<br />

propagierter Grundsatz des amerikanischen Journalismus.<br />

Eine Formulierung, die in ihrem Zynismus wohl nur noch<br />

durch den Slogan „Nur Tote bringen Quote“ getoppt werden<br />

kann. Eine bis ins Absurde übersteigerte Sucht nach<br />

Sensationen, um Auflagen und Zuschauerzahlen hochzutreiben.<br />

Offenbar denkt man, die Menschen nur noch mit<br />

deftigen Skandalen, Mord und Totschlag erreichen zu können<br />

- und natürlich mit dem Krieg.<br />

Mir als verantwortlichem Ressortleiter für Politik bei der<br />

<strong>Matrix3000</strong> gibt das zu denken. Natürlich bringen wir auch<br />

positive Nachrichten, fährt es mir durch den Sinn, indem<br />

ich die letzten <strong>Ausgabe</strong>n unseres Magazins innerlich Revue<br />

passieren lasse. Meist sind sie aus Bereichen wie Naturwissenschaft<br />

oder Medizin, wenn bedeutende Entdeckungen<br />

gemacht wurden, die den Menschen das Leben erleichtern,<br />

die Umwelt schützen oder gefährliche Krankheiten<br />

heilen können. Positive politische Nachrichten kann nur<br />

das Leben selbst schreiben, oder <strong>anders</strong> ausgedrückt, der<br />

politische Redakteur kann über keine Welt berichten, die<br />

positiver ist als die, die er da draußen vorfindet.<br />

Immer noch fest davon überzeugt, dass es doch irgendwo<br />

positive Nachrichten geben muss, setze ich mich an den<br />

Computer und lasse das allseits beliebte Google nach der<br />

Wortkombination „Gute Nachricht Politik“ suchen. Schnell<br />

werde ich fündig und sehe einen Link „Gute Nachrichten<br />

aus Brüssel“. Selbst das soll es ja geben! Dem Link folgend,<br />

erreiche ich ein Handwerkermagazin und darin einen<br />

Eineinhalbzeiler: „Verbraucherschutz: Die EU hat die<br />

Lebensmittelkennzeichnung neu geregelt. Für Betriebe<br />

gibt es keine neuen Belastungen.“ Das ist keine gute oder<br />

schlechte Nachricht, das ist gar keine Nachricht. Was wurde<br />

neu geregelt und wie? Wird weniger oder mehr gekennzeichnet<br />

(offenbar das erstere)? Schlussfolgerung: Ob eine<br />

Nachricht „gut“ oder „schlecht“ ist, kann man nur im Kontext<br />

„für wen?“ beurteilen. Oder man verschleiert sie bis<br />

zur Unkenntlichkeit.<br />

Nächster Link. „Gute Nachrichten“ hatte auch Guido Westerwelle<br />

zu vermelden. Griechenland komme bei seinen<br />

Sparmaßnahmen gut voran, müsse aber noch mehr tun.<br />

Gut für wen? Für die Gläubiger. Weniger gut vermutlich<br />

für die Griechen. Wäre ich boshaft, könnte ich sagen: Eine<br />

Nachricht, die Guido Westerwelle für gut hält, kann nicht<br />

besonders… aber lassen wir das.<br />

Der dritte Link zu einer „guten Nachricht“ führte mich zu<br />

einer großen deutschen Tageszeitung, wo ich las: „Vor 50<br />

Jahren, am 22. November 1963, wurde US-Präsident John<br />

F. Kennedy Opfer eines Attentats. Die Hintergründe seiner<br />

Ermordung sind bis heute ungeklärt.“ Gute Nachricht? Ich<br />

gab auf.<br />

Doch für Sie habe ich tatsächlich eine gute Nachricht. Ab<br />

dieser <strong>Ausgabe</strong> der <strong>Matrix3000</strong> finden Sie bei uns ausgewählte<br />

positive Nachrichten, zunächst aus dem Bereich Gesundheit.<br />

Alles Weitere wird sich finden. Sobald ich eine positive<br />

politische Nachricht finde, die es wert ist, erwähnt zu<br />

werden, dann werden Sie die ersten sein, die es erfahren.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 3


Inhalt<br />

Ist Denken Ballast?<br />

58<br />

Denken hat in New-Age-Kreisen einen schlechten Ruf. Manche Esoteriker empfinden es als<br />

Hindernis für die spirituelle Erkenntnis und Entwicklung sowie als Ablenkung vom Leben im<br />

Hier und Jetzt. Dabei kann der Mentalkörper, ohnehin ein Teil der Persönlichkeit, durchaus in<br />

den Dienst des spirituellen Weges gestellt werden und zwischen oben und unten vermitteln. Die<br />

Mysterienschulen des Westens und der Jnana-Yoga des Ostens belegen dies.<br />

Volkserziehungs-TV<br />

54<br />

1967 startete Eduard Zimmermann mit<br />

„Aktenzeichen XY … ungelöst“, die erste<br />

Reality-Krimireihe, und ein ganzes Volk beteiligte<br />

sich an der Mörderjagd. Mittlerweile<br />

versucht eine unübersehbare Menge von<br />

„Real Life Dokus“ den Bürgern die Folgen<br />

von Ordnungswidrigkeiten drastisch vor<br />

Augen zu halten. Etwa „Achtung, Kontrolle!“,<br />

„Schneller als die Polizei erlaubt“ oder<br />

„Der Jugendknast.“ Um Mord geht es dabei<br />

schon längst nicht mehr. Aus der Perspektive<br />

sympathisch gezeichneter Ordnungshüter<br />

werden Bürger wegen Radfahrens auf<br />

der falschen Straßenseite oder Pinkelns im<br />

Vorgarten von der Kamera gnadenlos bloßgestellt.<br />

Dabei wird ein idyllisches Bild vom<br />

Prinzip „Überwachen und Strafen“ gezeichnet.<br />

Die Botschaft ist: „Du kannst dir nie sicher<br />

sein. Sie erwischen dich. Und wenn sie<br />

dich haben, ist Widerstand zwecklos“. Zweifellos<br />

dient der Boom des neuen Spießer-TV<br />

der präventiven Dressur des Fernsehvolks.<br />

Mietgärten, Landsharing<br />

und urbanes Garteln<br />

Die Unzufriedenheit über<br />

verseuchte Lebensmittel<br />

und „Labels“, die alles<br />

versprechen und nichts<br />

halten, wächst unter den<br />

Verbrauchern mehr und<br />

mehr. Alternativen sind<br />

also gefragt, werden ausprobiert<br />

und sämtlich<br />

als sehr gut angenommen.<br />

Mietgärten oder<br />

Landsharing sind eine<br />

gute Wahl – besonders<br />

für Stadtmenschen, die<br />

nicht in die doch immer<br />

noch spießige Ecke der<br />

Kleingärtner eingereiht<br />

werden möchten.<br />

36<br />

Inhalt<br />

Politik<br />

Grazyna Fosar / Franz Bludorf<br />

<strong>Syrien</strong> – <strong>Jede</strong> <strong>Seite</strong> <strong>tötet</strong> <strong>anders</strong> 8<br />

News 14<br />

Lewan Asari<br />

„Pussy Riot“ –<br />

Verschollen im Gulag<br />

Die Lebensbedingungen in<br />

russischen Straflagern 18<br />

Wissen<br />

Claus W. Turtur<br />

Freie Energie für alle<br />

Nullpunktswellen – wissenschaftlich<br />

nachweisbar und technisch nutzbar 22<br />

Quantessenz 28<br />

Klaus Scharff<br />

Zeitschleife Atlantis<br />

Wissen durch Erzählung 30<br />

Ökologie<br />

Corinna Lichtfelder-Schlegel<br />

„O’pflanzt is!“<br />

Mietgärten, Landshare, urbanes Garteln 36<br />

Gesundheit<br />

Jörg Rinne<br />

Die wundersame Heilwirkung<br />

der Melasse 38<br />

Gesundheit aktuell<br />

Positive Nachrichten, zusammengestellt<br />

von Hans U. P. Tolzin 40<br />

Gitta-Evelyn Hartmann / Cedomir Mraz<br />

Der Tesla-Energie-Generator<br />

Heilende Energieschwingungen auf<br />

Basis der Forschungen des genialen<br />

Erfinders 42<br />

4<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013<br />

Willem Wittstamm<br />

Ü 50-Yoga<br />

Lebenslust und Spannkraft in der zweiten<br />

Lebenshälfte 44


18<br />

„Pussy Riot“ – Verschollen im Gulag<br />

Inhalt<br />

Auch wenn sich seit den Tagen des Stalinismus in Russland vieles verändert hat – die Gulags,<br />

die berüchtigten russischen Straflager, meist in Sibirien, gibt es noch heute. Schauprozesse<br />

gegen Prominente wie Michail Chodorkowski oder die Aktivistinnen von „Pussy<br />

Riot“ haben die Situation im russischen Strafvollzug wieder ins Licht der Öffentlichkeit<br />

gerückt. Wie geht es in einem heutigen Gulag zu, im Vergleich zu den Schilderungen eines<br />

Alexander Solschenizyn?<br />

Das Energieproblem hat eine Lösung: sauber, umweltfreundlich,<br />

gesundheitsverträglich, unerschöpflich, kostenlos, nachhaltig. Die<br />

Rede ist von der bislang wenig bekannten Raumenergie. Gelingt es<br />

der Menschheit, Maschinen zu konstruieren, die die Energie der Nullpunktswellen<br />

anzapfen und nutzen können, wäre eine absolut saubere<br />

Energiequelle verfügbar, die nur Vorteile hat. Wie funktioniert der<br />

Raumenergiekonverter?<br />

Freie Energie für alle<br />

<strong>Syrien</strong><br />

– <strong>Jede</strong> <strong>Seite</strong> <strong>tötet</strong> <strong>anders</strong><br />

8<br />

22<br />

Der Bürgerkrieg in <strong>Syrien</strong> ist unübersichtlich. Welche<br />

Gruppen sind involviert, und welche Interessen verfolgen<br />

sie? Präsident Baschar al-Assad, ein europäisch gebildeter<br />

und kultivierter Diktator, sowie verschiedene regionale<br />

Gruppen, die zunehmend unter den Einfluss von<br />

Islamisten und Al-Kaida geraten. Grausame Morde und<br />

fragwürdige Zukunftsperspektiven. Insiderfakten über<br />

einen Konflikt, in dem es keine Unschuldigen gibt.<br />

Wurzeln<br />

Gisela Ermel<br />

Palo Volador – Der Fliegertanz<br />

Mexikanisches Ritual bleibt ein Rätsel 48<br />

Kultur<br />

Roland Rottenfußer<br />

Volkserziehungs-TV 54<br />

Spiritualität<br />

Ralf Lehnert<br />

Ist Denken Ballast? 58<br />

Rubriken<br />

Editorial 3<br />

Bedenkliches 6<br />

Gedicht 7<br />

Buchempfehlungen 35<br />

Abo 53<br />

Buchbesprechungen 64<br />

Märchen 65<br />

<strong>Vorschau</strong> 66<br />

Impressum 66<br />

Valentin Tomberg<br />

Die drei Versuchungen<br />

in der Gegenwart 62<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 5


Bedenkliches<br />

Vielleicht sollte ich Ihnen ja zuerst<br />

einmal frohe Weihnachten<br />

wünschen… Schließlich ist diese<br />

<strong>Matrix3000</strong> gerade zu den Festtagen<br />

in den Handel gekommen. Und da<br />

ich das Glück habe, nicht in Berlin-<br />

Kreuzberg zu wohnen, darf ich das<br />

sogar. Dort sind nämlich seit diesem<br />

Jahr Weihnachtsfeiern, zumindest in<br />

der Öffentlichkeit, verboten. Es sei<br />

denn, man nennt sie „Winterfest“.<br />

Kein Witz. Religiöse Feste hätten im<br />

öffentlichen Raum nichts zu suchen,<br />

so hieß es aus dem Rathaus. Mitbürger<br />

anderen Glaubens, zum Beispiel<br />

Muslime, könnten sich dadurch in<br />

ihren Gefühlen verletzt fühlen. Abgesehen<br />

davon, dass unser heutiges<br />

Weihnachtsfest wohl weniger etwas<br />

mit Religion als mit Karstadt, H&M<br />

oder MediaMarkt zu tun haben dürfte<br />

(ich hoffe, ich habe jetzt keinen vergessen).<br />

Abgesehen davon, dass aus<br />

Gründen der Gleichheit vor dem Gesetz im gleichen Atemzug<br />

auch den Muslimen öffentliche Ramadan-Feste untersagt<br />

wurden – ich habe ehrlich noch nie davon gehört,<br />

dass sich irgendjemand darüber beschwert hätte, dass die<br />

Leute Weihnachten feiern.<br />

Doch deutsche Politiker und Bürokraten sind nicht nur<br />

in der geheuchelten „political correctness“ Weltmeister,<br />

sondern auch in der Fähigkeit, auf Fragen zu antworten,<br />

die niemand gestellt hat, und Verbote zu erlassen, die<br />

niemand gefordert hat. Und so wurde im hessischen Bad<br />

Homburg das katholische St.-Martinsfest am 11. November<br />

kurzerhand in „Sonne-, Mond- und Sternefest“ umbenannt,<br />

damit auch muslimische Kinder bedenkenlos am<br />

traditionellen Laternenumzug teilnehmen konnten. Selbst<br />

der Linkspartei und dem Zentralrat der Muslime ging das<br />

zu weit. Der heilige Martin habe ein Leben geführt, das<br />

auch für einen Muslim vorbildlich gewesen sei, und außerdem<br />

habe er die Umverteilung von oben nach unten praktiziert.<br />

Das Ganze erinnerte fast schon an DDR-Nostalgie,<br />

wo man seinerzeit die Schokoladen-Weihnachtsengel als<br />

„Jahresendflügelpuppen“ verkauft<br />

hatte. Müsste man dann den Berliner<br />

Bezirk Kreuzberg nicht auch in „Berg<br />

der sich überschneidenden Linien“<br />

umbenennen?<br />

Um zu wissen, dass in der „freien<br />

Welt“ nicht mehr alles so<br />

frei ist wie noch vor einigen<br />

Menschen, Jahrzehnten, dazu hätte es keines<br />

Edward Snowden bedurft. Noch vor<br />

vierzig Jahren traute man den Bürgern<br />

zu, selbst zu entscheiden, was<br />

die es nicht<br />

gut und was schlecht für sie ist. Heute<br />

ist Gängelung im Trend. Man hat uns<br />

nicht nur unsere gute alte Glühbirne<br />

geben dürfte verboten. Eine neue Verordnung aus<br />

Brüssel ist schon im Anmarsch, wonach<br />

Klospülkästen bald gesetzwidrig<br />

Franz Bludorf<br />

sein werden, wenn sie mehr als drei<br />

Liter Wasser fassen. Kriegen die dann<br />

auch eine Zeitschaltuhr, damit keiner<br />

zwei Mal spült? Auch ein Staubsauger,<br />

der seinen Namen wirklich verdient, wird seinen Besitzer<br />

ab nächstes Jahr in die Illegalität treiben. Oder der Kaffee,<br />

wenn man ihn länger als eine halbe Stunde warm hält. Und<br />

auf alles, was dick machen könnte, müssen wir demnächst<br />

wohl eine Sondersteuer bezahlen. Geatmet werden darf<br />

vorläufig noch umsonst, obwohl das in Dresden genau so<br />

gesund sein dürfte wie ein Päckchen Zigaretten zu qualmen.<br />

Irgendwie scheinen unseren Politikern die Themen<br />

abhanden gekommen zu sein, dass sie sich mit solchem<br />

Firlefanz überhaupt beschäftigen. Vielleicht sind uns aber<br />

auch nur die Politiker abhanden gekommen, die etwas Bedeutenderes<br />

zu sagen hätten.<br />

Ein mir gut bekannter Autorenkollege hat in den letzten<br />

Jahren eine Buchreihe geschrieben über Dinge, Texte,<br />

Kräfte usw. … die es nicht geben dürfte. Vielleicht wäre das<br />

ja mal ein neues Thema für ihn: Menschen, die es nicht geben<br />

dürfte.<br />

Ich wünsche Ihnen trotz allem frohe Weihnachten. Es<br />

hört ja keiner.<br />

6<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gedicht<br />

Der kleine Fitzli<br />

Wie groß will nicht der kleine Fitzli sein!<br />

Er steigt auf einen Stuhl: „Heida! bin ich noch klein?<br />

Und bald will ich noch größer sein!“<br />

Er steigt auf einen Berg<br />

Und – ist ein Zwerg.<br />

Johann Gottfried Herder<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 7


Politik<br />

Grazyna Fosar und Franz Bludorf<br />

<strong>Syrien</strong><br />

<strong>Jede</strong> <strong>Seite</strong> <strong>tötet</strong> <strong>anders</strong><br />

8 MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Politik<br />

Der "coole Präsident":<br />

Baschar al-Assad im<br />

Gespräch mit seinen<br />

Soldaten.<br />

„Ich lasse mich nicht töten wie Gaddafi!<br />

Mischt Euch nicht in die inneren Angelegenheiten<br />

<strong>Syrien</strong>s ein! Wenn es weiter<br />

so geht, kann in der ganzen Region<br />

ein Erdbeben entstehen.“ – mit solch<br />

markigen Worten versuchte Baschar<br />

al-Assad die Amerikaner einzuschüchtern.<br />

Jahrelang hatte er keine wichtige<br />

politische Entscheidung ohne Konsultation<br />

mit seiner Mutter Anisa Makhlouf<br />

getroffen. Anfang 2013 hatte die<br />

alte Dame genug - sie bestieg ein<br />

Flugzeug und flog nach Dubai. Baschar<br />

wurde zunehmend unsicherer. So allein<br />

war er noch nie.<br />

Wenn man den Namen <strong>Syrien</strong> erwähnt,<br />

denkt jeder sofort an <strong>Syrien</strong>s<br />

Verbündete: Russland, Putin, China<br />

usw., oder – an seine Feinde: USA,<br />

manche EU-Länder und ein paar andere,<br />

kleinere Staaten. Und dabei ist diese<br />

Liste alles andere als vollständig.<br />

Aber es war nicht immer so.<br />

Vor vier Jahren dinierte Baschar<br />

al-Assad im Elysée-Palast und<br />

tauschte mit Nicolas Sarkozy und<br />

Carla Bruni humorvolle Anekdoten<br />

aus. Seine Ehefrau wurde im Buckingham<br />

Palace von Königin Elisabeth II.<br />

empfangen. Nach Damaskus kamen<br />

Gäste wie z.B. Brad Pitt, Angelina Jolie<br />

… die Liste der Prominenten ist lang.<br />

<strong>Jede</strong>r wollte in der glamourösen Welt<br />

der Familie al-Assad willkommen sein.<br />

<strong>Jede</strong>r wartete nur darauf.<br />

Wäre es möglich, dass dieser intelligente,<br />

charmante Herr für eine<br />

chemische Attacke auf seine eigene<br />

Bevölkerung verantwortlich ist und für<br />

den Tod von mehr als 1500 Menschen?<br />

Nicht jeder will es glauben. Jahrelang<br />

war es möglich, den festgefahrenen<br />

Status Quo in <strong>Syrien</strong> zu tolerieren, aber<br />

jetzt sind die Karten <strong>anders</strong> gemischt.<br />

Die Freunde sind weg, wie immer, die<br />

Feinde kann man in zwei Gruppen teilen:<br />

alte und neue.<br />

Die Situation in <strong>Syrien</strong> ist so kompliziert,<br />

dass sie nicht einfach zu überblicken<br />

und zu kommentieren ist. Wir<br />

sehen es fast täglich in den verschiedenen<br />

News Services. Man sagt ganz<br />

einfach, dass „die Kämpfe andauern<br />

oder stärker geworden sind“, aber<br />

konkrete Fakten gibt es kaum.<br />

Baschar al-Assad -<br />

cool und amerikanisch<br />

<strong>Syrien</strong>s Präsident ist cool. So sehen<br />

ihn viele Politiker, viele Prominente<br />

und viele politische Kommentatoren in<br />

der Welt. Selbst viele Syrer. Warum ist<br />

es so? Um dieses Trugbild aufrechtzu-<br />

Wie wird man ein Diktator?<br />

Seit 1971 bestand in <strong>Syrien</strong> das blutige Regime von Baschars Vater Hafis al-Assad. Sein Bruder Basil war als nächster Präsident<br />

vorgesehen. Baschar spezialisierte sich nach dem Medizinstudium auf Augenmedizin und wohnte in London, wo er sein<br />

Praktikum im Western Eye Hospital machte. Noch lief alles gut. Aber dann kam Mercedes ins Spiel. Im Jahre 1994 war die<br />

deutsche Nobelkarosse dem Fahrstil von Basil al-Assad nicht gewachsen. Er verunglückte tödlich in der Nähe von Damaskus.<br />

Das bedeutete das Ende der Karriere von Baschar als Arzt. Er kehrte zurück nach <strong>Syrien</strong> und musste lernen, „ein Präsident zu<br />

sein“. Von Natur aus eignete er sich für diese Rolle nicht besonders gut. Er sprach leise, war schüchtern – ein „Muttersöhnchen“.<br />

Dazu kam noch, dass er keine politischen und wirtschaftlichen Kenntnisse besaß.<br />

Es folgte ein Kapitel in Baschars Leben, das bis heute im Schatten bleibt. Er verschwand für zwei Jahre aus dem Land (wohin,<br />

kann man sich vorstellen) und wurde in Politik, Wirtschaft, Spionage, Militärwesen, PR-Methoden, Sport und Diplomatie geschult.<br />

Danach war er für seine Aufgabe als <strong>Syrien</strong>s Präsidenten-Diktator bereit. Er übernahm den Vorsitz der Syrischen Computergesellschaft.<br />

Mit 34 Jahren wurde er Präsident. In seinem ersten Kabinett gab es hauptsächlich Technokraten. Personenkult<br />

wurde abgeschafft. Baschar al-Assad wollte das Land modernisieren. Seiner Meinung nach „kann Demokratie hilfreich<br />

sein, um ein Land wohlhabend zu machen.“ West und Ost waren von seiner Persönlichkeit überzeugt. Ab 2010 wurde er zunehmend<br />

umstritten. Die syrische Polizei nahm 15 Kinder fest, die regierungskritische Slogans als Graffiti an Wände gesprüht<br />

hatten. Die Konfliktsituation eskalierte. Schon etwas früher hatte Baschar begonnen, sich zu einem Diktator zu entwickeln. Er<br />

ignorierte zunehmend seine Berater, die Intellektuellen, die Wirtschaftsexperten. Eine Claqueurgruppe um den Präsidenten<br />

gewann mehr und mehr Einfluss. Gewalt und Bespitzelung breiteten sich im ganzen Land aus, die Opposition wurde bekämpft,<br />

Hunderte von Intellektuellen landeten hinter Gittern. Seither sind überall die Porträts des Diktators zu sehen.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 9


Politik<br />

Die Luxusprinzessin<br />

Baschars Ehefrau Asma ist in England aufgewachsen.<br />

Sie ist die Tochter eines syrischen Arztes der<br />

Kardiologie und einer syrischen Diplomatin. Bis<br />

heute besitzt sie einen britischen Pass. Nachdem<br />

sie am King’s College ihr Informatikstudium beendet<br />

hatte, arbeitete sie in der JP Morgan Bank,<br />

wo sie auf „Übernahmen und Fusionen“ spezialisiert<br />

war. Das zahlte sich aus: Im Jahre 2000 heiratete<br />

sie den syrischen Präsidenten. Als Ehefrau<br />

von Baschar al-Assad engagierte sie sich wie jede<br />

First Lady im sozialen Bereich. Viele Festivals für<br />

Touristen und der Bau des historischen Museums<br />

in Damaskus sind mit ihrem Namen verbunden.<br />

Aber Asma liebt auch den Luxus. Während in <strong>Syrien</strong><br />

jeder Tag Mord, Totschlag, Hunger und Grausamkeit<br />

bedeutet – weilt Asma in ihrem sicheren<br />

Bunker, kauft weiter Chanel-Kleider, Schuhe von<br />

Christian Louboutin, teure Kosmetika, exklusive<br />

Möbel und Kristallglas.<br />

Sie ist auch bei Facebook präsent. Dort zeigt sie<br />

sich supermodern: sie hält eine spezielle Diät,<br />

zählt Kalorien und die Stunden des Schlafs, Distanzen,<br />

die sie gelaufen ist usw. Kurz gesagt - sie<br />

trägt ein Jawbone-UP-Armband am Handgelenk.<br />

Die bezaubernde Frau des Diktators sieht kein<br />

westliches Fernsehen (genauer gesagt – jetzt<br />

nicht mehr), über die Krise und den Krieg mag sie<br />

nichts wissen. „Das könnte sie in die Depression<br />

führen“ – so Ayman Abdel Nour, der ehemalige<br />

Berater von Baschar al-Assad.<br />

erhalten, machte der liebe Herr Präsident<br />

noch vor kurzem allein Spaziergänge<br />

ohne Bodyguards, sprach mit<br />

Passanten, natürlich nur in den Luxusbezirken<br />

der Hauptstadt, fuhr oft mit<br />

dem Mountain Bike auf Bergstrekken,<br />

fotografierte übermäßig viel,<br />

natürlich nur mit den besten Kameras.<br />

Er spricht fließend Englisch und<br />

Französisch … usw. Eigentlich voll<br />

amerikanisch. Wenn Baschar in ein<br />

Restaurant kam und alle Gäste aufgeregt<br />

aufstanden, sagte er jovial:<br />

„Na, übertreibt doch nicht, ihr wart<br />

hier zuerst.“, aber jeder wusste –<br />

man sollte es nicht ernst nehmen …<br />

Im Arabischen bedeutet Assad<br />

„Löwe“. Die Straße nennt ihn<br />

„Giraffe“ und seine Ehefrau „Entchen“.<br />

Seine Ehefrau brachte die drei<br />

Kinder persönlich zur Schule… fast<br />

wie die Prinzessinnen in England.<br />

Die erste Familie des Staates. Heute<br />

sind diese Bilder nur noch eine Erinnerung.<br />

Krieg der Interessen<br />

Die innere Struktur des Landes<br />

war schon immer sehr differenziert,<br />

die Mentalität der einzelnen<br />

Gruppen sehr unterschiedlich. Die,<br />

die den Präsidenten unterstützten,<br />

argumentierten, dass die Regierung<br />

von Baschar al-Assad für Stabilität,<br />

Ruhe und Ordnung sorge.<br />

Das habe einen Preis: eine eiserne<br />

Hand. Wäre Baschar schwächer,<br />

dann wäre schon längst alles zusammengebrochen.<br />

Baschar fand<br />

breite Unterstützung vieler Bevölkerungsgruppen<br />

wie der Christen,<br />

denen Sicherheitsdienst und Verwaltung<br />

unterstehen, der Sunniten-<br />

Elite und der mittleren Beamtenklasse.<br />

Sie alle waren für Ordnung<br />

im Land, und das sogar um jeden<br />

Preis. Massenproteste und Demonstrationen<br />

brachte der jüngere<br />

Bruder Baschars – Maher al-Assad<br />

– mit aller Macht zum Schweigen.<br />

Der Präsident präsentierte sich als<br />

Reformer. Hauptsache – alles bleibt<br />

in der Familie. Und dann – kam der<br />

Bürgerkrieg.<br />

Es steht außer Frage, dass die<br />

Situation in <strong>Syrien</strong> für uns Europäer<br />

nicht mit unseren Maßstäben zu<br />

beurteilen ist. In <strong>Syrien</strong> ist die Welt<br />

nicht schwarz-weiß, nicht einmal<br />

grau. Sie ist unübersichtlich und<br />

kompliziert. Dazu kommen noch<br />

die verschiedenen politischen, wirt-<br />

10<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Links: Aus glamouröseren Zeiten: Präsident Baschar<br />

al-Assad und seine Frau Asma (Mitte) werden in Madrid<br />

von König Juan Carlos, Königin Sophia, Kronprinz<br />

Felipe und seiner Frau Letizia begrüßt.<br />

schaftlichen und militärischen Einflüsse<br />

von außen. Präsident Obama<br />

weiß es, und Putin auch. Beide sind<br />

nicht an einem militärischen Konflikt<br />

in <strong>Syrien</strong> interessiert, der sich<br />

für die ganze Region als ein Erdbeben<br />

erweisen könnte. Und beide<br />

werden zu diesem Schritt von unterschiedlichen<br />

Lobbyisten gezwungen.<br />

Es geht in diesem Moment um<br />

die Wahrung des Gesichts. Bis jetzt<br />

steht die Diplomatie noch an erster<br />

Stelle.<br />

In einem Interview mit der amerikanischen<br />

Journalistin Barbara<br />

Walters öffnete Baschar die Hände:<br />

„Ich habe keinen Einfluss auf die Armee,<br />

sie gehört der Regierung, nicht<br />

mir.“ Manche kaufen es ihm ab, andere<br />

nicht.<br />

In <strong>Syrien</strong> ist nichts sicher, nicht<br />

einmal die Information. Selbst<br />

wenn sie sicher ist, selbst dann ist<br />

es vernünftiger, sie als unsicher zu<br />

betrachten. Die Bevölkerung ist zersplittert,<br />

und das Ausland kann nur<br />

zuschauen, weil es die wahren Probleme<br />

<strong>Syrien</strong>s nicht verstehen kann.<br />

Im Allgemeinen stellt man sich nur<br />

vor, dass man <strong>Syrien</strong> versteht, aber<br />

das ist nur eine Selbsttäuschung.<br />

In <strong>Syrien</strong> geschehen Tag für Tag<br />

Grausamkeiten. Von beiden <strong>Seite</strong>n.<br />

Doch die Unterstützung einer <strong>Seite</strong><br />

wäre für das Ausland gefährlich.<br />

Wo mehrere sich streiten, sollte<br />

man sich lieber fernhalten. Lektion<br />

Vietnam, Afghanistan und Irak – tut<br />

weh. Hundertprozentige Beweise<br />

für die Schuldigen gibt es nicht. Bei<br />

chemischen Waffen mit Sicherheit<br />

nicht. Es gibt aber Interessen einer<br />

weltweiten politischen Lobby.<br />

Die sind auch „sicher“, auf ihre Art.<br />

Eine Gaddafi-Lösung darf sich nicht<br />

wiederholen. Medwedew war eher<br />

schwach, Putin ist stark.<br />

<strong>Syrien</strong>s First Family<br />

Im engsten Sinne besteht die Familie<br />

al-Assad aus Vater, Mutter und drei<br />

Kindern. Über die Mutter lässt sich<br />

auch einiges sagen,<br />

besonders weil die Ehe<br />

von Baschar al-Assad<br />

als gut und stabil gilt.<br />

Asma ist ohne Zweifel<br />

hübsch, intelligent<br />

und berechnend. Der<br />

Ehemann hat viel Geld,<br />

und sie gibt ihm viel<br />

Gefühl. Ein idealer<br />

Fall. Asma begleitet<br />

Viele Kinder müssen<br />

bis zu zehn Stunden<br />

täglich in Waffenfabriken<br />

arbeiten.<br />

Baschar bei offiziellen Auftritten und<br />

sieht dabei bezaubernd aus wie immer.<br />

„Paris Match“ schrieb einmal<br />

über sie, sie sei „wie ein Strahl des<br />

Lichts im Land der Schatten“. Heute<br />

lebt „das Licht“ im Bunker und ist<br />

von Schatten umgeben… Die Familie<br />

von Asma stammt aus Homs, wo die<br />

Regierungstruppen bekanntermaßen<br />

besonders brutal vorgehen. Das<br />

macht ihre Lage noch schwieriger.<br />

Ob es im Bunker weiter so harmonisch<br />

zugeht, wie es die Familie al-<br />

Assad nach außen zeigt, weiß man<br />

nicht. Man macht auch Pläne für<br />

die Zukunft. Sollte es ganz schlimm<br />

kommen, würde Baschar al-Assad<br />

wohl in Moskau oder Teheran Asyl<br />

erhalten, und seine schöne Frau<br />

würde zurück nach London gehen,<br />

wo sie ein exklusives Haus besitzt.<br />

Politik<br />

In <strong>Syrien</strong> ist die Welt nicht<br />

schwarz-weiß, nicht einmal grau<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 11


Politik<br />

Bürgerkrieg in <strong>Syrien</strong> –<br />

wem nützt er?<br />

Weltweit wurde der „arabische Frühling“ als „Demokratiebewegung“<br />

bejubelt. Es stimmt – die<br />

gestürzten Staatsführer wie Hosni Mubarak oder<br />

Muammar al Gaddafi waren Diktatoren, doch,<br />

genau wie einst Saddam Hussein waren sie auch<br />

der westlichen Welt zugewandt. Frauen durften<br />

in ihren Ländern studieren und ohne Schleier auf<br />

die Straße gehen. Die „Demokratisierung“ brachte<br />

den betroffenen Ländern zumeist das Chaos<br />

oder die Herrschaft islamistischer Extremisten.<br />

<strong>Syrien</strong> – bislang ein säkularer Staat mit weitgehender<br />

Religionsfreiheit – und seinem Herrscher<br />

Baschar al-Assad könnte als nächsten dieses<br />

Schicksal drohen.<br />

Wem könnte es nützen? Die Nachbarstaaten <strong>Syrien</strong>s<br />

verfolgen jeweils ganz eigene wohlbekannte<br />

Interessen, zu denen sicher auch eine Destabilisierung<br />

<strong>Syrien</strong>s gehört. Von der internationalen<br />

Waffenlobby ganz zu schweigen. Insbesondere<br />

die Wachstumsbranche der Drohnen braucht<br />

ständig Erprobungs- und Einsatzgebiete. Während<br />

die USA im eigenen Land die Bürgerrechte<br />

beschneiden und die ganze Welt aushorchen,<br />

um die islamistische Terrorgefahr abzuwehren,<br />

unterstützen sie im Nahen Osten zum Teil die<br />

gleichen Leute als „Freiheitskämpfer“. Politische<br />

Unsicherheit treibt die Preise. Je höher der Ölpreis<br />

klettert, desto besser für den US-Dollar –<br />

und für die russischen Ölexporte.<br />

Auch die Kinder werden wohl sicher<br />

sein, so wie jetzt. Für sie<br />

ist der Krieg in <strong>Syrien</strong> ganz weit.<br />

Die Tausende Flüchtlinge in ihrem<br />

Land leben in einer anderen Realität.<br />

Ein ganz anderes Schicksal erleben<br />

z. B. diejenigen syrischen Kinder,<br />

die in den Waffenfabriken arbeiten<br />

müssen, oft bis zu 10 Stunden pro<br />

Tag. Oder die Kinder der Flüchtlinge,<br />

die sich zusammen mit den Eltern<br />

in den Grenzgebieten aufhalten. Sie<br />

lernen unter dem Druck der Kriegsgefahr<br />

die harten Bedingungen eines<br />

Lebens ohne Zuhause kennen. Hinzu<br />

kommen viele Kinder, die ge<strong>tötet</strong><br />

werden, nicht nur in den Kämpfen,<br />

sondern auch im Namen Allahs!<br />

Furcht einpflanzen<br />

In <strong>Syrien</strong> kämpfen zurzeit 30 verschiedene<br />

militärische Gruppen an<br />

den verschiedenen Fronten im Land<br />

gegen Assad. Nur ein Teil wird unterstützt<br />

von der Freien Syrischen<br />

Armee (FSA), die ganz energisch<br />

Kriegsverbrechen verurteilt. Die<br />

80.000 Soldaten befinden sich offiziell<br />

unter der Kontrolle von General<br />

Salim Idriss. Die Realität sieht aber<br />

so aus, dass die Mehrheit der Gruppen<br />

nur die Befehle lokaler Warlords<br />

ausführt.<br />

Diese Gruppen haben einen sehr<br />

differenzierten Hintergrund. Fast<br />

40.000 Kämpfer sind in der Syrischen<br />

Islamischen Befreiungsfront<br />

(SILF) zusammengefasst. Das sind<br />

die sogenannten gemäßigten Islamisten,<br />

obwohl die harmlose Bezeichnung<br />

nicht immer zutrifft.<br />

Radikaler sind die Gruppen der islamischen<br />

Puritaner, der Salafisten,<br />

ca. 30.000 Kämpfer. Ihr<br />

Hauptziel ist, das ganze Land auf eine<br />

Stufe zu führen, wie sie nach dem Tod<br />

des Propheten Mohammed existierte.<br />

Christen und Alawiten (syrische Schiiten)<br />

werden von dieser <strong>Seite</strong> als Häretiker<br />

und Ungläubige beschimpft.<br />

Die gefährlichsten Rebellen sind<br />

die von der al-Nusra-Front zum<br />

Schutz der Levante, die Al-Kaida nahestehen.<br />

Sie behaupten im Namen<br />

Gottes zu kämpfen, und ihr radikalster<br />

Flügel nennt sich Dawlat al-ʾIslamiyya<br />

fi al-'Iraq wa-l-Sham (Islamischer<br />

Staat von Irak und <strong>Syrien</strong>, abgekürzt<br />

ISIS). Beide Gruppen rekrutieren sich<br />

aus syrischen Soldaten, die einst<br />

noch zusammen mit den USA im Irak<br />

gekämpft haben!<br />

Eine besonders grausame Gruppe<br />

ist Jaish al-Muhajireen wal-Ansar<br />

(Armee der Emigranten und Helfer)<br />

eine Terrorgruppe, die sich um Abu<br />

Umar aus Tschetschenien versammelt<br />

hat.<br />

Überall in <strong>Syrien</strong> werden zunehmend<br />

die grünen Fahnen der Syrischen<br />

Revolution durch die schwarzweißen<br />

Fahnen der Islamisten und<br />

der Mujaheddin von Al-Kaida ersetzt.<br />

12<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Politik<br />

Die grausamen Exekutionen, die<br />

in Filmen live gezeigt werden, werden<br />

oft von der tschetschenischen<br />

Terrorzelle verübt. Auch viele lokale<br />

kleinere Gruppen von Rebellen, wie<br />

z.B. von Abdul Samad Issa, der eine<br />

300 Mann starke Gruppe leitet (Jund<br />

al-Scham) schießen ohne jegliche<br />

Bedenken Soldaten der syrischen<br />

Armee in den Nacken und werfen<br />

die Körper dann in Massengräber.<br />

<strong>Jede</strong>r gegen jeden, und oft ist das<br />

Motiv Rache, hauptsächlich an den<br />

Alawiten. In der Nähe von Aleppo<br />

<strong>tötet</strong> eine Gruppe von Rebellen z.B.<br />

bei Blasphemie, und danach, um<br />

den Effekt zu verstärken – schneidet<br />

man die Köpfe ab, mit einem großen<br />

Hurra, und am Ende wird alles mit<br />

der Handykamera aufgenommen.<br />

Mord und Totschlag richten sich<br />

auch gegen Frauen und Kinder. Ein<br />

anderer grausamer Film, der in<br />

die westlichen Medien durchgesikkert<br />

ist, zeigt einen Rebellen aus<br />

der Gruppe Abu Sakkar, der sich<br />

mit dem Messer über die Leiche<br />

eines Feindes beugt. Er schneidet<br />

aus dem Körper ein Stück Fleisch<br />

(man sagt, es war ein Teil der Lunge<br />

oder des Herzens), drückt es an<br />

den Mund und spielt vor, dass er<br />

es isst. Seine Kollegen schreien<br />

„Allah ist groß“. Sakkar selbst<br />

hatte später dem BBC-Korrespondenten<br />

erklärt, dass er es<br />

eigentlich nicht machen wollte,<br />

aber man müsse in den Herzen<br />

der Feinde Furcht einpflanzen<br />

und sie erniedrigen, soweit man<br />

es nur kann.<br />

Mohammed Qatta war 14<br />

Jahre alt. Er verkaufte<br />

jeden Tag zusammen mit<br />

seinen Eltern Tee in einer Bude.<br />

Eines Tages kam an die Bude<br />

ein Mann und fragte, ob er ein<br />

Schälchen umsonst bekommen<br />

könnte. „Nein, das machen wir<br />

nicht mal für den Propheten Mohammed.“,<br />

scherzte der Junge.<br />

Zufällig hörten es drei Rebellen<br />

aus einer islamischen Gruppe<br />

in Aleppo. „Wer den Propheten<br />

beleidigt, muss sterben“, ertönte<br />

ihr Schrei. Sie schleppten den<br />

Jungen auf die Straße, traten ihn<br />

mit Füssen und <strong>tötet</strong>en ihn am<br />

Ende mit einem Schuss.<br />

„Für das bessere Leben in<br />

<strong>Syrien</strong>, wenn die Rebellen gewinnen“<br />

… Die andere <strong>Seite</strong> <strong>tötet</strong><br />

vielleicht etwas <strong>anders</strong>. ▀<br />

Aus dem Leben eines<br />

Kriegskorrespondenten<br />

Sunil Patel ist 26 Jahre alt. Er hatte sich entschieden,<br />

als Kriegskorrespondent in <strong>Syrien</strong><br />

zu arbeiten. Für das Magazin „Vice“ erzählte<br />

er folgende Geschichte: „Ein Mann ist gelaufen,<br />

mit seiner Tochter in den Armen. Von ihrem<br />

Kopf strömte Blut. Der Mann weinte und<br />

machte den Eindruck, erschöpft, müde und<br />

verzweifelt zu sein, als ob er gleich umfallen<br />

würde. Jemand nahm das Mädchen und hat<br />

sie in das Haus getragen. Der Vater wurde<br />

ohnmächtig.<br />

Wie soll ich über so etwas berichten? Was<br />

sollte ich tun? Ich konnte doch nicht die Leute<br />

fragen: „Hi, was empfindest Du jetzt?“ Diese<br />

ganze Geschichte war schrecklich. Ich wollte<br />

mich nur von dort wieder verpissen.<br />

Nach einem Kampf habe ich mir zusammen<br />

mit den anderen in die Hose gemacht. Durch<br />

einen Teil der Wüste sind wir nur gerannt. In<br />

5 Minuten. So haben wir Kilis in der Türkei<br />

erreicht. Das war noch keine Rückkehr nach<br />

London, doch ich war glücklich, dass ich meinen<br />

Penis und meine Socken noch hatte. Und<br />

dass ich <strong>Syrien</strong> verlassen hatte. Ich wollte<br />

schon kein Journalist mehr werden“.<br />

Diese wahre Geschichte wird heute den Studenten<br />

des Journalismus an den Unis in England<br />

präsentiert.<br />

Wie soll man über so<br />

etwas berichten?<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 13


News<br />

US-Antiterrorkrieg:<br />

Ärzte an Folter<br />

beteiligt<br />

Im US-Krieg gegen<br />

den Terror fallen<br />

sämtliche Tabus.<br />

Wie eine zweijährige<br />

Studie von Experten,<br />

darunter<br />

Mediziner, Juristen<br />

und Militärs, ergab,<br />

haben sich Ärzte<br />

und Krankenpfleger<br />

in den Geheimgefängnissen<br />

der<br />

CIA und des Pentagon<br />

in Guantanamo,<br />

Afghanistan<br />

und anderen Ländern<br />

zu Komplizen<br />

Waterboarding.<br />

Foto: Reuters<br />

von Foltermethoden machen lassen.<br />

Im Widerspruch zum hippokratischen<br />

Eid, wonach ein Arzt<br />

nichts unternehmen darf, was<br />

seinem Patienten schadet, waren<br />

die Mediziner an Waterboarding<br />

zur Erpressung von Geständnissen<br />

oder an Zwangsernährung<br />

hungerstreikender Häftlinge in<br />

Guantanamo beteiligt. Ebenso<br />

hätten sie an Foltermaßnahmen<br />

teilgenommen, bei denen den Opfern<br />

schwere Schmerzen zugefügt<br />

wurden. Die Ärzte hätten den<br />

Übergriffen nicht nur als Zeugen<br />

beigewohnt, sondern diese sogar<br />

als „medizinisch hinnehmbar“<br />

legitimiert, so<br />

die Aussage des<br />

Medizinjuristen<br />

Leonard Rubinstein<br />

von der<br />

Johns Hopkins<br />

Universität. Dean<br />

Boyd, Kommunikationsdirektor<br />

der CIA, kommentierte<br />

die<br />

Vorwürfe lediglich<br />

damit, dass<br />

die CIA-Verhöre<br />

bereits seit 2009<br />

beendet worden<br />

seien, was nichts<br />

darüber aussagt,<br />

ob es nicht vorher<br />

doch zu den<br />

genannten Vorfällen gekommen<br />

war. Ein Pentagon-Sprecher verschanzte<br />

sich hinter der Geheimhaltung<br />

und erklärte, die Teilnehmer<br />

der Studie hätten gar keinen<br />

Zugang zu den Gefangenen oder<br />

ihren medizinischen Akten gehabt.<br />

Haare, Fingernägel und Terrorismus<br />

In Großbritannien diskutiert man derzeit<br />

Pläne, Haarfärbemittel und Nagellackentferner<br />

aus dem allgemeinen<br />

Handel zu nehmen. Aktive Substanzen,<br />

die in diesen Produkten enthalten sind,<br />

können als Komponenten für hausgemachte<br />

Bomben benutzt<br />

werden. Diese<br />

„Anti-Frauen-Pläne“<br />

werden offiziell als<br />

Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung<br />

eingestuft.<br />

Die britische Heimatschutzbehörde<br />

(„Home Office“) testet<br />

die Möglichkeiten<br />

unterschiedlicher<br />

Konstruktionen hausgemachter<br />

Bomben<br />

unter Benutzung<br />

haushaltsüblicher<br />

Substanzen, die sich<br />

in Reinigungsmitteln, Haarfarben,<br />

Nagellackentfernern etc. befinden.<br />

Hauptargument: Angeblich wurden 70<br />

terroristische Attacken Ende der neunziger<br />

Jahre mit Hilfe solcher Substanzen<br />

durchgeführt, die eine Mischung<br />

von typischen Hausmitteln darstellen.<br />

Die Untersuchungen zeigen, dass<br />

moslemische Extremisten 52 Personen<br />

allein im Jahr 2005 ge<strong>tötet</strong> und<br />

700 verletzt haben sollen mit Hilfe von<br />

Bomben, die Wasserstoffperoxyd enthielten.<br />

Diese Substanz ist in vielen Produkten<br />

der üblichen Haushaltschemie enthalten.<br />

Sie wird als Bleich- und Desinfek-<br />

Selbst aus ganz simpler Haushaltschemie<br />

lassen sich nach Angaben britischer Terrorbekämpfer<br />

Bomben herstellen.<br />

tionsmittel eingesetzt, also zu Reinigungszwecken,<br />

zur Haarfärbung, aber<br />

auch zur Reinigung von Aquarien und<br />

Swimmingpools, für Motoren usw. Auf<br />

der „schwarzen Liste“ stehen auch Kaliumchlorat,<br />

Natriumchlorat, Azeton,<br />

Schwefelsäure und Hexamin, ein Konservierungsmittel.<br />

Es gibt drei Optionen: Entweder sollen<br />

alle Produkte, die die genannten Substanzen<br />

enthalten, aus dem Handel<br />

verschwinden (was kaum vorstellbar<br />

ist), oder der Kauf könnte an Genehmigungen<br />

geknüpft werden, für die man<br />

eine besondere Lizenz besitzen muss.<br />

Die in unserer Zeit besonders naheliegende<br />

dritte Option:<br />

Der Verkauf bleibt legal,<br />

doch beim Erwerb<br />

eines Haarfärbemittels,<br />

Nagellackentferners<br />

oder Putzmittels müssen<br />

die vollständigen<br />

persönlichen Daten genannt<br />

werden – Name,<br />

Adresse, Ausweisdaten<br />

etc. Das sollte „für die<br />

Regierung ein Signal<br />

geben, wer terroristische<br />

Attacken planen<br />

könnte“.<br />

Offizielle Pläne für Verkaufsbeschränkungen<br />

bzw. Zurücknahmen aus dem Handel<br />

wurden auf einer EU-Konferenz bereits<br />

diskutiert, im Rahmen einer allgemeinen<br />

Diskussion über die freie Verfügbarkeit<br />

chemischer Substanzen, die<br />

für terroristische Handlungen benutzt<br />

werden können.<br />

Entsprechende Regulierungen aus<br />

Brüssel sind demnächst zu erwarten.<br />

14<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


News<br />

Smartphone liest Gedanken<br />

Es gibt viele Gründe, warum man<br />

solch einen Hype um die Welt der<br />

Smartphones erzeugt. Manche sind<br />

uns allen bekannt, andere überraschen<br />

uns mit Möglichkeiten, die wir<br />

so doch ☺ noch nicht erwartet haben.<br />

Die Forschungsabteilung des<br />

Pentagon (DARPA) hat sich entschieden,<br />

ein praktisches kleines Gerät zu<br />

entwickeln, das menschliche Gedanken<br />

schnell und effektiv lesen kann.<br />

Zuerst natürlich soll dieses Gerät im<br />

militärischen Bereich eingesetzt werden.<br />

Der Gedankenscanner besteht aus<br />

einem Elektroenzephalogramm<br />

(EEG), das mit einer speziellen App<br />

auf einem Smartphone gekoppelt<br />

ist. Schon heute sind Experten der<br />

Meinung, dass dieses neue System<br />

mit 50prozentiger Treffsicherheit<br />

gut funktioniert, obwohl man natürlich<br />

noch an einer besseren Version<br />

arbeitet. Würde man Soldaten mit<br />

solchen Geräten ausstatten, würden<br />

sie praktisch ihre eigenständigen Gedanken<br />

als individuelle Personen bei<br />

ihren Vorgesetzten abgeben und sich<br />

der Armee als Sklaven zur Verfügung<br />

stellen. Angeblich soll der neue Scanner<br />

nur zu medizinischen Zwecken<br />

dienen, doch seine Perspektiven für<br />

die Zukunft sind ziemlich offensichtlich.<br />

Zuerst werden die Soldaten besser<br />

gehorchen und unter totaler Kontrolle<br />

stehen. Kommen später auch<br />

zivile Smartphone-Benutzer an die<br />

Reihe? Die Mitglieder der globalen<br />

Smartphone-Gemeinde wären dann<br />

in Gefahr, ihre Individualität als einzelne<br />

Personen zu verlieren.<br />

Italienische Polizisten verhaften<br />

einen Mafiaboss.<br />

Foto: dpa<br />

EU ist Hochburg des organisierten<br />

Verbrechens<br />

Wer mafiöse Strukturen und organisiertes<br />

Verbrechen am ehesten in<br />

Russland, Ostasien oder Ländern<br />

der Dritten Welt vermutet, liegt<br />

falsch. Einem Bericht eines Sonderausschusses<br />

des EU-Parlaments<br />

zufolge befindet sich die Hochburg<br />

der organisierten Kriminalität mitten<br />

unter uns – auf dem Territorium<br />

der Europäischen Union.<br />

Schätzungen zufolge leben in der<br />

EU rund 880.000 Sklavenarbeiter,<br />

von denen fast ein Drittel sexuell<br />

ausgebeutet wird. Menschenhandel<br />

sowie der illegale Handel mit Organen<br />

für Transplantationen sind ein<br />

zweistelliges Milliardengeschäft. Alle<br />

diese Aktivitäten werden allerdings<br />

noch von der immer weiter um sich<br />

greifenden Cyber-Kriminalität in den<br />

Schatten gestellt, wodurch jährlich<br />

volkswirtschaftliche Schäden in Höhe<br />

von 290 Milliarden Euro entstehen.<br />

Hinzu kommt, so die Autoren des Berichts,<br />

die immer stärker grassierende<br />

Korruption. Die Kommission hat<br />

den Bericht dem Parlament in Straßburg<br />

im Oktober 2013 vorgelegt.<br />

„Royal Concierge“<br />

Das Ausspähen von Regierungen und<br />

Diplomaten anderer Länder seitens<br />

der USA und Großbritanniens geht offenbar<br />

noch systematischer vonstatten<br />

als bislang bekannt. Der britische<br />

Geheimdienst GCHQ etwa zapft über<br />

seine Software „Royal Concierge“ (Königlicher<br />

Portier) permanent die Zimmerreservierungssysteme<br />

von über<br />

350 Hotels in aller Welt an, die bevorzugt<br />

von Politikern und Diplomaten gebucht<br />

werden. Da die Reservierungen<br />

häufig per E-Mail erfolgen, kann man<br />

aus der Masse der Buchungen anhand<br />

der regierungstypischen Endungen<br />

der E-Mail-Adressen herausfinden,<br />

welche Diplomaten oder Politiker in<br />

Kürze in besagtem Hotel wohnen werden.<br />

Anschließend hat der Geheimdienst<br />

Zeit, die eigentlichen Überwachungsmaßnahmen<br />

in Ruhe zu planen,<br />

etwa indem man das Zimmertelefon<br />

anzapft oder, in wichtigen Fällen, sogar<br />

HUMINT-Operationen startet, d. h.<br />

menschliche Agenten vor Ort ermitteln<br />

lässt. Die Informationen über „Royal<br />

Concierge“ basieren, wie so vieles<br />

andere, auf Dokumenten, die Edward<br />

Snowden der Presse übergeben hatte.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 15


News<br />

Krieg der Maschinen<br />

Die zunehmende Anzahl von Drohnenangriffen<br />

gegen Menschen durch<br />

die Regierung Obama stößt weltweit<br />

auf immer mehr Ablehnung. Doch so<br />

grausam die Attacken mit den ferngelenkten<br />

Flugkörpern auch sein<br />

mögen, so wenig das Völkerrecht sie<br />

auch abdecken mag – die Flugobjekte<br />

werden immer noch von Menschen<br />

gestartet, kontrolliert und überwacht.<br />

In den Geheimlabors der Militärs wird<br />

jedoch längst an der nächsten Generation<br />

gearbeitet, und die Konsequenzen<br />

sind beängstigend.<br />

LAR – „Lethal Autonomous Roboter“<br />

oder zu Deutsch „Tödliche autonome<br />

Roboter“ sind die neuesten Entwicklungen<br />

aus dem Waffenarsenal<br />

der Militärs. Hierbei handelt es sich<br />

um vollkommen autark arbeitende<br />

Kriegsmaschinen, die die von ihnen<br />

anzugreifenden Ziele selbsttätig<br />

auswählen und dann auch über die<br />

geeignete Angriffswaffe entscheiden<br />

können. Vorläufig wird es sich hauptsächlich<br />

um einen weiterentwickelten,<br />

autonom einsatzfähigen Drohnentyp<br />

handeln, doch auch Roboter<br />

für den Einsatz am Boden sind für<br />

den neuartigen Krieg der Maschinen<br />

denkbar und werden in Militärlabors<br />

bereits erprobt.<br />

Die Frage, die sich viele besorgte<br />

Menschen stellen: Wie lange können<br />

wir ein solch vollautomatisiertes Waffenarsenal<br />

noch unter Kontrolle halten,<br />

bevor es sich gegen uns selbst<br />

wenden könnte? Für ihr autonomes<br />

Entscheidungspotential müssen die<br />

LARs mit reichlich Software, im Grunde<br />

mit künstlicher Intelligenz, ausgerüstet<br />

sein. Was, wenn diese technischen<br />

Wunderwerke lernfähig wären<br />

und es schaffen würden, sich aufgrund<br />

eigener Schlussfolgerungen<br />

umzuprogrammieren? Technisch ist<br />

dies schon heute ohne weiteres möglich.<br />

Niemand könnte dann ausschließen,<br />

dass sie sich hinterher nicht<br />

gegen ihre Erfinder und deren Landsleute<br />

wenden. Auch Experten halten<br />

eine solche Möglichkeit keineswegs<br />

mehr für Science Fiction. Noch viel<br />

naheliegender ist jedoch eine andere<br />

Bedrohung, durch die die autonomen<br />

Kriegswaffen ebenfalls außer Kontrolle<br />

geraten könnten. Schon längst<br />

operieren die Terrornetzwerke, gegen<br />

die sich der US-Antiterrorkrieg<br />

richtet, nicht mehr nur mit Bomben<br />

und Gewehren, sondern auch in der<br />

Cyberwelt. Hacker könnten sich in<br />

das Softwaresystem der Kampfroboter<br />

einklinken und sie kurzerhand –<br />

mit verändertem Kampfauftrag – an<br />

den Absender zurückschicken, noch<br />

bevor die ursprüngliche Zielperson<br />

ge<strong>tötet</strong> wurde. Wie der Sicherheitsausschuss<br />

des US-Repräsentantenhauses<br />

mitteilte, wurden bereits<br />

2011 die Systeme zahlreicher Drohnen<br />

auf der Creech Air Force Base<br />

in Nevada durch ein Computervirus<br />

infiziert. Diese Drohnen standen zum<br />

Glück noch unter menschlicher Kontrolle…<br />

Eine Koalition aus 45 NGOs unter<br />

dem Dachverband Campaign to Stop<br />

Killer Robots setzt sich für ein weltweites<br />

Verbot autonomer Waffensysteme<br />

ein. Die Organisation hat an<br />

die Vereinten Nationen appelliert,<br />

eine entsprechende Konvention zu<br />

verabschieden. Überraschenderweise<br />

wurde das Thema tatsächlich für<br />

den Mai 2014 auf die Agenda des zuständigen<br />

UNO-Komitees gesetzt.<br />

<strong>Syrien</strong>-Friedenskonferenz<br />

ab Januar<br />

Am 22. Januar 2014 startet in Genf<br />

die internationale Friedenskonferenz<br />

für <strong>Syrien</strong>. Nach monatelangem<br />

Hickhack über die Liste der<br />

zugelassenen Teilnehmer konnte<br />

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon<br />

im November 2013 diesen Termin<br />

bekanntgeben. An den Verhandlungen<br />

werden sowohl Vertreter<br />

der derzeitigen Regierung <strong>Syrien</strong>s<br />

als auch der syrischen Opposition<br />

teilnehmen. Die Konferenz geht auf<br />

eine gemeinsame Initiative der USA<br />

und Russlands zurück. Beide Länder<br />

waren bei den vorbereitenden<br />

Treffen in Genf durch hochrangige<br />

Vertreter ihrer Außenministerien<br />

vertreten.<br />

Ziel der Friedenskonferenz soll es<br />

sein, eine Übergangsregierung zu<br />

schaffen, die alle wesentlichen gesellschaftlichen<br />

Kräfte <strong>Syrien</strong>s vertritt.<br />

Die Regierung soll mit voller<br />

Exekutivgewalt ausgestattet werden,<br />

inklusive der vollen Befehlsgewalt<br />

über das Militär und die Sicherheitskräfte<br />

des Landes. Direkt an<br />

die Bürgerkriegsparteien gewandt<br />

betonte Ban Ki Moon, diese müssten<br />

sich darüber klar sein, das dies das<br />

Ziel sei. Er erwarte, dass sie mit der<br />

ernsthaften Absicht nach Genf kämen,<br />

den Krieg zu beenden. Über<br />

die Initiatoren der Konferenz aus<br />

Russland und den USA hinaus rief<br />

Ban Ki Moon alle „regionalen und<br />

internationalen Partner“ auf, an der<br />

Lösung des Konflikts konstruktiv<br />

mitzuarbeiten.<br />

16<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Special<br />

Business<br />

Lösegeld<br />

News<br />

Seit Beginn des Bürgerkriegs in<br />

<strong>Syrien</strong> wurden in diesem Land<br />

37 Journalisten entführt. 16 sind<br />

noch immer in Gefangenschaft und<br />

teilen ihr Schicksal mit zahlreichen<br />

Mitarbeitern humanitärer Organisationen,<br />

Priestern, freiwilligen Helfern<br />

und Volontären. In <strong>Syrien</strong> wurde das<br />

Kidnapping zu einem guten Geschäft.<br />

Auch bei früheren Konflikten, wie z. B.<br />

im Irak, waren solche Situationen an<br />

der Tagesordnung.<br />

Offiziell will kein Land Lösegeld bezahlen.<br />

Inoffiziell heißt es: „Wir haben<br />

da vielleicht bestimmte Möglichkeiten.<br />

Und Methoden. Wir haben Freunde,<br />

die möglicherweise bereit sein werden,<br />

uns zu helfen.“ Oft wird ein Stab<br />

aus mehreren Personen gegründet,<br />

der sich um entsprechende Kontakte<br />

und Strategien kümmern soll.<br />

Es gibt zwei Gründe für eine Entführung<br />

in einem Land, in dem ein<br />

Krieg oder innere Konflikte herrschen.<br />

Entweder geht es um Geld oder<br />

um Ideologie. Im zweiten Fall sind die<br />

Geiselverhandlungen und die Befreiung<br />

der Menschen besonders schwierig.<br />

Die Entführer sind nur daran interessiert,<br />

ihren Glauben, ihre Macht<br />

oder ihren Mut zu demonstrieren. Sie<br />

wollen auch mit der Tat selbst die Öffentlichkeit<br />

erreichen, was ihnen meistens<br />

auch gelingt. Unabhängig davon,<br />

ob die Geisel überlebt oder nicht.<br />

Wenn im Fokus einer Entführung<br />

Geld steht, gibt es keinen anderen<br />

Ausweg – man muss mit Verhandlungen<br />

anfangen und letztendlich<br />

das Lösegeld bezahlen. Es gibt große<br />

Consulting-Firmen, die darauf spezialisiert<br />

sind, derartige Gespräche<br />

mit Entführern zu führen und das<br />

Lösegeld zu übergeben. In diesen Firmen<br />

arbeiten Fachleute – ehemalige<br />

Spezialisten des Militärs, ehemalige<br />

Agenten. Die Firmen nehmen Aufträge<br />

von den Familien der Geiseln<br />

entgegen, von verschiedenen Organisationen,<br />

deren Mitarbeiter entführt<br />

wurden, oder sogar – von Regierungen.<br />

Arbeit gibt es mehr als genug.<br />

<strong>Jede</strong>s Jahr kommt es zu etwa 20.000<br />

Entführungen, die in den meisten Fällen<br />

mit der Übergabe des Lösegeldes<br />

enden.<br />

Es ist kaum bekannt, dass in London<br />

ein Mann lebt, der immer allein<br />

agiert und als der Beste in kritischen<br />

Entführungsfällen gilt. Sein echter<br />

Name ist nicht bekannt. Sein<br />

Pseudonym schon. Wenn er einen<br />

Auftrag bekommt, bekommt er auch<br />

die entsprechenden Daten, steigt in<br />

ein Flugzeug und fliegt ab. <strong>Jede</strong>s Mal<br />

ist es eine neue Herausforderung für<br />

ihn. Der „Negotiator“ kann sich keine<br />

Fehler leisten. Er hat inzwischen eigene<br />

erfolgreiche Methoden und Techniken<br />

entwickelt, wie man am besten<br />

Gespräche mit Entführern gestaltet.<br />

Regel Nr. 1 lautet: Man soll<br />

niemals die erste Forderung<br />

akzeptieren. Ein erfahrener<br />

Unterhändler fängt immer damit an,<br />

eine Option vorzuschlagen, die den<br />

anderen Pol, also das Gegenteil repräsentiert.<br />

Werden z. B. 10 Millionen<br />

Dollar Lösegeld gefordert, schlägt<br />

man in den Verhandlungen am Anfang<br />

etwa 543.000 Dollar vor. Das zwingt<br />

die Gegenseite, den „Wert“ der Geisel<br />

zu überdenken, erzeugt aber auch<br />

ein gewisses Maß an Aggression, mit<br />

dem man rechnen muss. Es heißt,<br />

man solle keine Summen nach oben<br />

oder nach unten abrunden. Eine Quote<br />

von 500.000 Dollar gilt als nicht gut<br />

überdacht. Aus psychologischen und<br />

taktischen Gründen sollte man immer<br />

krumme Zahlen benutzen. Sie erwekken<br />

bei der Gegenseite den Eindruck,<br />

man biete das an, was man mühevoll<br />

aufbringen kann. Die Verhandlungen<br />

laufen meistens sehr schleppend. Je<br />

länger sie dauern, desto größer sind<br />

die Chancen, dass die Geiseln überleben.<br />

Der Moment, wenn die Entführten<br />

das Geld erhalten und die Geisel<br />

noch in ihrer Gewalt haben, ist am<br />

kritischsten. Die Spannung, ob doch<br />

noch alles ein Happy End finden wird,<br />

wächst ins Unerträgliche.<br />

Bis jetzt galten Deutschland,<br />

Frankreich oder Italien als Länder,<br />

die bereit sind zu zahlen.<br />

Der Fall Susanne Osthoff ist bekannt.<br />

Doch später wurden zwei Ingenieure<br />

entführt, und die Lösegeldforderungen<br />

wurden höher. Danach kam<br />

es erneut zu Entführungen, und die<br />

Stimmen mehrten sich, man brauche<br />

vielleicht etwas bessere Strategien<br />

als nur Lösegeld zu bezahlen. Frankreichs<br />

Staatsführung ließ verlautbaren,<br />

man sei nicht mehr bereit, in<br />

Zukunft weiter zu zahlen. Doch neueste<br />

Fakten zeigen deutlich, dass die<br />

Regierung in Paris weiter zahlt. Die<br />

vier französischen Geiseln, die vor<br />

Kurzem nach Hause gekommen sind,<br />

haben laut „Le Monde“, das sich auf<br />

gute Quellen berufen konnte, 20 Millionen<br />

Dollar gekostet.<br />

Experten raten dringend davon<br />

ab, in der Geiselhaft den Helden zu<br />

spielen. Eine Flucht gelingt nur sehr<br />

selten. Die vollen Details einer Geiselbefreiung<br />

werden der Öffentlichkeit<br />

niemals vollständig bekanntgegeben.<br />

Die Entführten selbst erfahren auch<br />

nicht, wie hoch das Lösegeld war und<br />

wann und wo die Übergabe stattgefunden<br />

hat. Man hört meistens nur:<br />

„Sie hatten großes Glück, es hat geklappt.“,<br />

und das war`s.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 17


Politik<br />

"Pussy Riot"-Sängerin<br />

Nadeschda Tolokonnikowa<br />

vor Gericht<br />

„Pussy Riot“<br />

Verschollen im Gulag<br />

Die Lebensbedingungen in russischen Straflagern<br />

Lewan Asari<br />

18<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Politik<br />

Federalnaja sluzba ispolnenija nakasanij<br />

(FSIN, Föderaler Staatsgefängnisdienst)<br />

ist eine Institution,<br />

die Wladimir Putin im Jahre 2004<br />

gegründet hat. Sie entscheidet über<br />

das Schicksal von ca. 900.000 russischen<br />

Gefangenen und hält das ganze<br />

System von 900 Lagern und 200<br />

Untersuchungshaftanstalten zusammen.<br />

Die FSIN beschäftigt mehr<br />

als 350.000 Mitarbeiter.<br />

Im Vergleich zur Zeit Stalins hat sich<br />

in diesem System einiges geändert.<br />

Die Gefangenen sterben nicht mehr<br />

an Hunger und Erschöpfung. Doch<br />

die Hauptregel - Erziehung durch<br />

schwere Arbeit und das Brechen der<br />

Persönlichkeit - hat nach wie vor<br />

höchste Priorität.<br />

Die heutigen russischen Lager sind<br />

meistens sehr alt. Hier haben schon<br />

Millionen von Menschen in der Vergangenheit<br />

gelitten. Sie befinden<br />

sich meistens im „Nirgendwo“, in<br />

den Wäldern, fern von der Welt. Nur<br />

wenige existieren in der Nähe von<br />

Kleinstädten. Die Lager sind etwas<br />

aufgefrischt worden, es gibt Fenster<br />

und gestrichene Wände.<br />

Michail Chodorkowski, Marija Aljochina,<br />

die Aktivistin von der Punkgruppe<br />

Pussy Riot, und ihre Mitstreiterin<br />

Nadja Tolokonnikowa<br />

haben aufs Neue das Interesse an<br />

den Bedingungen in den russischen<br />

Lagern geweckt. Im Fall von Marija<br />

und Nadja haben ihre Anwälte Anfang<br />

2013 Strafantrag gegen Russland<br />

beim Europäischen Tribunal für Menschenrechte<br />

in Straßburg gestellt.<br />

Der Fall kommt vielleicht in zwei<br />

Jahren vor Gericht. Jetzt heißt es<br />

nur durchzuhalten und stark zu<br />

bleiben. Russische Lager haben<br />

eine große Tradition und funktionieren<br />

perfekt.<br />

Wie kommt man in ein Lager?<br />

Etwas moderner als noch vor 150 Jahren.<br />

Früher wurden die Menschen zu<br />

Fuß quer durchs Land getrieben, um<br />

nach Sibirien zu gelangen. Anfang des<br />

20. Jahrhunderts hatte Piotr Stolypin,<br />

der Premierminister des Zaren, eine<br />

bessere Idee: man sollte die Gefangenen<br />

in Zügen transportieren, in speziell<br />

dazu geeigneten Waggons, genannt<br />

„Stolypinki“. Die Mädchen von<br />

Pussy Riot wurden nach ihrer Verurteilung<br />

einen Monat lang von Moskau<br />

aus in die sibirischen Lager transportiert.<br />

Der Transport wird meistens bei<br />

Nacht vorbereitet. Von den Gefangenentransportern<br />

werden die Häftlinge<br />

mit Stockschlägen schnell in den Zug<br />

getrieben. Heutige „Stolypinki“ sind<br />

etwas moderner. Der Waggon ist im<br />

Innern in Abteilungen eingeteilt, die<br />

mit Gittern verschlossen sind. In jedes<br />

Abteil drängt man mindestens zwölf<br />

Personen.<br />

Die Reise in Richtung Osten dauert<br />

oft noch länger als im Fall<br />

der Mädchen von Pussy Riot.<br />

Die Gefangenen fahren ins Unbekannte.<br />

Manchmal werden sie geschlagen<br />

und bestohlen. Unterwegs werden sie<br />

oft auf unbestimmte Zeit in einem Gefängnis<br />

in Arrest genommen. In der<br />

Stadt Wladimir befindet sich ein großes<br />

Zentrum, Wladimirskij Central,<br />

etwa 200 Kilometer von Moskau. Hier<br />

arbeitet die zentrale Verteilung der<br />

Gefangenen. Danach werden die Häftlinge<br />

vom FSIN übernommen.<br />

Pussy Riot - Mädchen in Zellen<br />

Marija Aljochina lebt in einer Zelle,<br />

die etwa 4 Quadratmeter groß ist. Ein<br />

kleines Fenster und eine Holzpritsche.<br />

Die Direktion der Strafkolonie<br />

Nr. 28 bei Perm hat Maria in einer Isolationszelle<br />

eingeschlossen zu ihrer<br />

eigenen Sicherheit. Sie hat sich bei<br />

den Kriminellen unbeliebt gemacht.<br />

Die Rückfalltäterinnen sind auch auf<br />

sie sauer, weil sie so berühmt ist.<br />

Seitdem sie hier ist, hat die Direktion<br />

strengere Regeln eingeführt. Wenn<br />

Aljochina nach ein paar Wochen ihre<br />

"Pussy Riot" bei ihrer<br />

umstrittenen Protestaktion<br />

in der Christ-Erlöser-<br />

Kathedrale in Moskau<br />

Russlands prominenteste<br />

Lagerhäftlinge<br />

Zwei spektakuläre politisch motivierte Prozesse<br />

in Russland haben in den letzten Jahren das Interesse<br />

der Weltöffentlichkeit geweckt.<br />

Der eine betraf die Moskauer Punkrock-Band<br />

Pussy Riot, die häufig durch feministische und<br />

regierungskritische Protestaktionen aufgefallen<br />

war. Am 21. Februar 2012 führte die Gruppe<br />

eine Aktion in der Christ-Erlöser-Kathedrale in<br />

Moskau durch, in deren Verlauf die Sängerinnen<br />

religiöse Symbole und Begriffe verhöhnten und<br />

beleidigten und darüber hinaus die Jungfrau Maria<br />

aufforderten, Putin aus dem Amt zu jagen. Die<br />

Gruppenmitglieder wurden daraufhin verhaftet<br />

und wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“<br />

angeklagt. Die Sängerinnen wurden zu je zwei<br />

Jahren Lagerhaft verurteilt. Nadeschda Tolokonnikowa<br />

und Marija Aljochina mussten ihre Haftstrafen<br />

antreten, während die Strafe für das dritte<br />

Gruppenmitglied, Jekaterina Samuzewitsch, im<br />

Berufungsverfahren zur Bewährung ausgesetzt<br />

wurde. Obwohl die geschmacklose und intolerante<br />

Aktion von Pussy Riot auch im westlichen<br />

Ausland durchaus auf Ablehnung stieß, kritisierte<br />

man dennoch das drakonische Strafmaß der russischen<br />

Justiz.<br />

Der zweite Prozess war 2005 die Verurteilung<br />

des Ölmagnaten Michail Chodorkowski zu neun<br />

Jahren Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung<br />

und planmäßigen Betruges. Im Westen wurde<br />

dies oft als politisches Urteil angesehen. Wladimir<br />

Putin hätte auf diese Weise einen zu mächtig<br />

gewordenen Widersacher ausschalten wollen.<br />

Etwas differenzierter denkende politische Beobachter<br />

würdigen allerdings, dass es Putin auf diese<br />

Weise gelungen war, den russischen Öl- und<br />

Gasreichtum dem eigenen Land zu erhalten und<br />

einen Ausverkauf an multinationale Konzerne zu<br />

verhindern.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 19<br />

3000


Politik<br />

Isolationszelle verlassen wird, wird<br />

sie zusammen mit hundert anderen<br />

Gefangenen in einem Hauptsaal leben.<br />

Das kann aber sehr unangenehm<br />

werden. Aljochina näht Handschuhe<br />

für die Armee in einer großen Brigade.<br />

In einem Männerlager ist auch<br />

Michail Chodorkowski mit der Anfertigung<br />

von Handschuhen für die Armee<br />

beschäftigt.<br />

Nadja Tolokonnikowa wurde im<br />

Lager KK-14 in Mordowien inhaftiert.<br />

Sie war lange Zeit im<br />

Krankenhaus, weil sie unter starken<br />

Kopfschmerzen litt und trotzdem zu<br />

schwerer Arbeit gezwungen wurde.<br />

Sie hatte große Probleme mit den Kriminellen<br />

und mit der Direktion. Nadja<br />

arbeitete in einer großen Arbeitsbrigade<br />

und nähte dort Jacken. Die Brigade<br />

muss 320 Jacken pro Tag nähen.<br />

Die Kleidung ist für Armee und Polizei<br />

vorgesehen.<br />

Ein Tag im Lager<br />

Wecken ist vor 6 Uhr. In der Brigade,<br />

in der Nadja lebte, gibt es nur eine<br />

Toilette für hundert Frauen. In der<br />

Praxis bedeutet das, dass jede Frau<br />

weniger als 10 Minuten für die persönliche<br />

Toilette hat. Zum Appell darf<br />

man nie zu spät kommen. Danach<br />

kommt ein gemeinsamer Marsch der<br />

Gefangenen zu der sogenannten Industriezone,<br />

d. h. zu den Baracken,<br />

in denen zehn bis zwölf Stunden gearbeitet<br />

wird. In den Lagern werden<br />

meistens Möbel produziert oder Kleidung<br />

genäht. Der Lohn für die Arbeit<br />

ist höchstens ein paar Hundert Rubel<br />

im Monat (1 Rubel entspricht ungefähr<br />

0,02 Euro). <strong>Jede</strong>r kann sich dafür<br />

im Lagerladen etwas Kleines kaufen,<br />

auch persönliche Kleidung oder ein<br />

Tuch, das man vorschriftsgemäß tragen<br />

muss.<br />

Eine Brigade aus fünfzig bis hundert<br />

Menschen bleibt immer zusammen,<br />

bei der Arbeit, beim Essen,<br />

beim Waschen. In der Gruppe sind die<br />

Gefangenen besser zu beobachten,<br />

zu kontrollieren und ruhig zu halten.<br />

Sie beobachten sich untereinander<br />

selbst. Sie kontrollieren sich gegenseitig.<br />

Es gibt keine Privatsphäre.<br />

„Karzer“ ist die<br />

strengste Strafe.<br />

Eine Zelle, zwei<br />

Q u a d r a t m e t e r<br />

ohne Fenster und<br />

Bett. Sicherheitsmaßnahmen<br />

gegen<br />

eventuelle Selbstmordversuche<br />

sind vorhanden.<br />

Eine wichtige Rolle im Lager spielen<br />

Zigaretten. Sie sind eine Art Währung,<br />

die zwischen den Gefangenen<br />

ausgetauscht wird. Viele Familien,<br />

die die Erlaubnis bekommen, ein Paket<br />

pro Monat ins Lager zu schicken,<br />

verschicken nicht nur Lebensmittel,<br />

aber auch Zigaretten.<br />

Vier Kasten<br />

Schon am Anfang werden die Gefangenen<br />

einer bestimmten Kaste zugeteilt.<br />

Es gibt vier davon: die normalen<br />

Gefangenen, die Rückfalltäter, die<br />

Roten und die niedrigste Kaste – die<br />

Hennen – die Erniedrigten. Die Hennen<br />

sind von allem ausgeschlossen,<br />

haben praktisch keine Rechte in der<br />

Lagerhierarchie. Keiner darf mit ihnen<br />

sprechen oder sie berühren. Die<br />

Aktivisten der Roten kooperieren mit<br />

der Direktion des Lagers. Sie haben<br />

viel Macht, und alle haben vor ihnen<br />

Angst. Den höchsten Rang haben natürlich<br />

die Rückfalltäter, die haben<br />

keine Ängste, leben nach dem Prinzip<br />

„alles ist egal“, sie sind gewalttätig<br />

und können sogar unter jedem<br />

Vorwand töten. Diese Menschen sind<br />

schon nicht mehr in der Lage, ein<br />

normales Leben in Freiheit zu führen.<br />

Meistens sind sie zu lebenslänglich<br />

verurteilt.<br />

Die Pussy-Riot-Sängerinnen<br />

Nadeschda Tolokonnikowa,<br />

Jekaterina Samuzewitsch<br />

und Marija Aljochina<br />

(v. l. n. r.) verfolgen ihren<br />

Prozess in Moskau.<br />

Marija Aljochina sitzt seit<br />

ihrer Verurteilung im berüchtigten<br />

Gulag bei Perm<br />

(Ural) ein.<br />

Die russischen Straflager<br />

Die russischen Straflager existierten schon zur<br />

Zeit der Zaren. Im Jahre 1917 hat sich dann Wladimir<br />

Iljitsch Lenin ein neues Konzept ausgedacht:<br />

Arbeitslager für Menschen, die für das kommunistische<br />

Vaterland arbeiten. Stalin hat diese Idee<br />

noch weiterentwickelt. Die Welt hat viel über die<br />

Lagerthematik erfahren durch das Buch „Der<br />

Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn.<br />

GULag ist übrigens eine Abkürzung des Namens<br />

Glawnoje Uprawlienije Lagieriej („Hauptverwaltung<br />

der Besserungsarbeitslager“). Diese Behörde<br />

hat mehrere Tausende von Lagern in der<br />

ganzen damaligen UdSSR koordiniert.<br />

20<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Politik<br />

In den Frauenlagern arbeiten die<br />

Gefangenen öfter mit der Direktion<br />

des Lagers zusammen. In manchen<br />

Frauenlagern können Mütter<br />

mit ihren Kindern zusammenleben.<br />

Besonders, wenn sie die Kinder<br />

schon im Lager geboren haben. Die<br />

Kinder bleiben drei Jahre lang bei<br />

den Müttern. Später werden sie auf<br />

Waisenhäuser verteilt oder zur Adoption<br />

in Familien freigegeben.<br />

Katharina die Große hatte einst<br />

das Lager in Solikams im Ural gebaut.<br />

Seine Wände sind immer weiß<br />

gestrichen. Dieses Lager trägt auch<br />

den Namen „Der Weiße Schwan“.<br />

Ein anderes russisches Lager heißt<br />

„Der schwarze Delphin“. Beide gelten<br />

seit 300 Jahren als die grausamsten<br />

Lager in Russland. In beiden<br />

sitzen Menschen, die zu lebenslänglich<br />

verurteilt sind. Aus beiden ist<br />

noch niemals jemandem die Flucht<br />

gelungen.<br />

Die Folter<br />

Amnesty International tadelt Russland<br />

jedes Jahr wegen seiner Lager und der<br />

schlechten Haftbedingungen für die<br />

Gefangenen. Für das Brechen der<br />

Menschenrechte. Russland steht<br />

an zweiter Stelle in der Welt, wenn<br />

es um die Anzahl der Inhaftierten<br />

geht – zurzeit etwa 777.000 Personen.<br />

Alexander Solschenizyn<br />

und der „Archipel Gulag“<br />

„Der Archipel Gulag“ gilt als das Hauptwerk des<br />

russischen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers<br />

Alexander Solschenizyn (1918-2008).<br />

Der Autor beschreibt in diesem Roman detailliert<br />

die Verbrechen in den sowjetischen Straflagern<br />

zur Zeit des Stalinismus. Solschenizyn hatte diese<br />

am eigenen Leibe erfahren, da er als überzeugter<br />

Anhänger Lenins Ende des zweiten Weltkrieges<br />

verhaftet und zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt<br />

worden war. Anschließend wurde er freigelassen,<br />

aber auf Lebenszeit nach Kasachstan verbannt.<br />

Chruschtschow rehabilitierte den Autor<br />

zwischenzeitlich, doch nach dessen Sturz wurde<br />

Solschenizyn erneut politisch verfolgt. Nachdem<br />

der KGB Teile des Manuskripts zum „Archipel<br />

Gulag“, das im Geheimen entstand, entdeckt hatte,<br />

wurde der Autor erneut verhaftet und 1974 aus<br />

der UdSSR ausgebürgert. Durch Vermittlung von<br />

Heinrich Böll kam er zunächst in Deutschland<br />

unter und siedelte sich später in der Schweiz<br />

an. Nach der Wende in Russland wurde er 1990<br />

erneut rehabilitiert, erhielt seine Staatsbürgerschaft<br />

und kehrte 1994 nach Russland zurück.<br />

2008 starb er in seinem Haus in Moskau.<br />

Laut Untersuchungen von<br />

Amnesty International werden<br />

bis heute in den Russischen Lagern<br />

Menschen mit elektrischen<br />

Schlagstöcken gefoltert, auch andere<br />

Formen der Torturen sind an<br />

der Tagesordnung. Die Menschen<br />

werden z.B. für viele Stunden in<br />

einer Position namens „Der Briefumschlag“<br />

zusammengebunden.<br />

Das bedeutet, die Hände und Beine<br />

werden nach hinten zusammengefesselt.<br />

Oder der sogenannte Elefant:<br />

Der Gefangene bekommt eine<br />

Gasmaske, deren Atemeingang<br />

verstopft wird, um die Person lange<br />

ohne Luft zu halten.<br />

An weltweit erster Stelle bei der<br />

Anzahl der Inhaftierten stehen übrigens<br />

die USA. Dort sind es fast 2,5<br />

Millionen… Die Haftbedingungen<br />

sind dort, wie wir wissen, etwas<br />

<strong>anders</strong> – nicht unbedingt besser.<br />

Anfang November 2013 war die<br />

inhaftierte Pussy-Riot-Aktivistin<br />

Nadja Tolokonnikowa mehrere<br />

Wochen lang verschollen. Angehörige<br />

hatten keinen Kontakt zu ihr.<br />

Ihr Vater sagte, es gebe keinen Beweis,<br />

dass sie noch lebt. Die Strafvollzugsbehörde<br />

teilte daraufhin<br />

mit, dass Tolokonnikowa zu jener<br />

Zeit in ein anderes Straflager verlegt<br />

wurde. Wo das sein sollte, hat man<br />

nicht gesagt. Demonstranten protestierten<br />

in Moskau vor verschiedenen<br />

Behörden und verlangten Auskunft<br />

über Nadjas Schicksal. ▀<br />

Lewan Asari ist freier Journalist. Er stammt<br />

aus Georgien, lebt und arbeitet aber heute in<br />

Moskau und Stockholm.<br />

Die Pussy-Riot-Sängerinnen<br />

auf dem Weg ins<br />

Straflager<br />

(Fotos: Iswestija)<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 21


Wissen<br />

„Ich möchte meinen Beitrag<br />

dazu leisten, dass wir<br />

unseren Heimatplaneten<br />

Erde noch lange bewohnen<br />

können.“<br />

Prof. Dr. Claus Turtur<br />

Abb. 1 und Abb. 2: Nikola Tesla<br />

und sein legendäres Raumenergie-Auto.<br />

Für die Erlaubnis, die<br />

Bilder zu verwenden, danke ich<br />

der Familie Jebens.<br />

Das Energieproblem hat eine Lösung,<br />

absolut sauber, umweltfreundlich,<br />

gesundheitsverträglich,<br />

unerschöpflich, bei kostenloser<br />

Energie, die überall und permanent<br />

verfügbar ist, nachhaltig. Die Rede<br />

ist von der bislang wenig bekannten<br />

Raumenergie.<br />

Die Raumenergie enthält unter<br />

anderem elektromagnetische<br />

Wellen, sogenannte elektromagnetische<br />

Nullpunktswellen des<br />

Quantenvakuums. Diese ähneln „wie<br />

Geschwisterchen“ dem Licht, welches<br />

die Nutzung der Solarenergie ermöglicht,<br />

nur dass die Nullpunktswellen<br />

sich in einem niedrigeren Quantenzustand<br />

befinden.<br />

Gelingt es der Menschheit, Maschinen<br />

zu konstruieren, die die Energie<br />

der Nullpunktswellen anzapfen und<br />

nutzen können, dann wäre eine absolut<br />

saubere Energiequelle verfügbar,<br />

die nur Vorteile hat. Und jetzt kommt<br />

der Clou:<br />

• Dass diese Energie existiert, ist<br />

völlig unbestritten.<br />

• Dass sie nutzbar ist, ist bereits<br />

in Amerika und in Australien anhand<br />

funktionierender Raumenergie-Maschinen<br />

mit offiziellen Prüfgutachten<br />

bewiesen, unter anderem vom TÜV<br />

Rheinland und von anderen großen<br />

Prüforganisationen. Damit ist klar,<br />

dass die Nutzung kein technisches<br />

22<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wissen<br />

Zusammensetzung des Universums<br />

1 - violett: für Menschen sichtbare Materie<br />

2 - magenta: bisher unentdeckte Elementarteilchen<br />

3 - hellblau: Nullpunktsenergie (nach E=mc²)<br />

Und den hellblauen Anteil der Welt (des Universums)<br />

können wir als Energie nutzen!<br />

Freie Energie<br />

für alle<br />

Nullpunktswellen – wissenschaftlich nachweisbar und technisch nutzbar<br />

Claus W. Turtur<br />

Problem ist, sondern ein menschliches<br />

oder politisches – und hier liegt<br />

die einzige Schwierigkeit für das<br />

Kommen der Raumenergie.<br />

Die Existenz der Nullpunktsenergie<br />

geht schon auf die Väter<br />

der Quantentheorie zurück, auf<br />

Heisenberg, Bohr, Schrödinger und<br />

andere. Die theoretischen Voraussetzungen<br />

für den praktischen Labornachweis<br />

dieser Energie hat Hendrik<br />

Casimir anno 1948 geschaffen, doch<br />

erst 49 Jahre später hat man ihn damit<br />

ernst genommen, als schließlich<br />

anno 1997 Steve Lamoreaux von der<br />

Amerikanischen Eliteuniversität Yale<br />

den Casimir-Effekt experimentell<br />

beweisen konnte. Dabei werden zwei<br />

elektrisch ungeladene Metallplatten,<br />

die im Abstand weniger Nanometer<br />

zueinander angeordnet sind, von den<br />

Nullpunktswellen zueinander hin<br />

gedrückt. In der Computerindustrie<br />

haben diese Kräfte seit etwa 2005<br />

praktische Fertigungsrelevanz. Zu<br />

diesem Zeitpunkt war die Frage nach<br />

der Möglichkeit, aus jener Energie<br />

Maschinen permanent anzutreiben,<br />

aber schon längst geklärt – doch dazu<br />

kommen wir später.<br />

Das Ausmaß des Energievorrats<br />

Die Unerschöpflichkeit ist einer der<br />

großen Vorzüge der Raumenergie. Es<br />

besteht nämlich das gesamte Univer-<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 23


Wissen<br />

Veranschaulichung des Casimir-Effekts<br />

Die Nullpunktswellen (grün) sind überall im Raum, sie<br />

erfüllen das gesamte Universum. Aber Metallplatten<br />

wie im Bild gezeichnet blenden einige der Nullpunktswellen<br />

aus, so dass diese fehlen (blau). Da jede der Wellen<br />

einen Druck auf die Platten ausübt, führt das Fehlen<br />

der Wellen im Innenraum auch zu einem fehlenden<br />

Druck ebendort, so dass die Wellen im Außenraum stärker<br />

drücken als im Innenraum zwischen den Platten.<br />

Die Folge ist eine Kraft „F“, die die Platten zueinander<br />

hin bewegt – eine unsichtbare Kraft aus dem Quantenvakuum,<br />

die so genannte Casimir-Kraft.<br />

sum dominant aus Raumenergie. Wir<br />

wissen das aus Messungen der Astrophysik,<br />

denen zufolge unser Weltall<br />

folgende Massen-Energie-Zusammensetzung<br />

aufweist (Hinweis: Der<br />

Zusammenhang zwischen Masse und<br />

Energie geht auf Einsteins Masse-<br />

Energie-Äquivalenz zurück, d.h. E =<br />

mc²):<br />

• etwa 5 % sichtbare Materie, also<br />

Sterne, Planeten und auch das Blatt,<br />

das Sie soeben lesen,<br />

• ca. 25-30 % bisher<br />

unentdeckte Elementarteilchen<br />

(ein Bestandteil<br />

der sogenannten dunklen<br />

Materie),<br />

• ca. 65-70 % jene<br />

Nullpunktsenergie (auch<br />

Bestandteil der sogenannten<br />

dunkle Materie).<br />

Im Vergleich zum Universum<br />

ist die Menschheit<br />

viel zu klein, um das<br />

Weltall merklich zu entleeren. Und:<br />

Der Energievorrat strömt seit Menschengedenken<br />

kostenlos aus dem<br />

Universum zu uns, ohne dass dies<br />

unserer Gesundheit den geringsten<br />

Schaden zufügen würde.<br />

Auf der Ebene des Teilchenbildes<br />

der Physik hat Richard Feynman,<br />

der Vater der Quantenelektrodynamik,<br />

die Nullpunktsenergie<br />

bestätigt, nämlich anhand der<br />

sogenannten Vakuumpolarisationsereignisse,<br />

und er hat einen Nobelpreis<br />

dafür bekommen. Die Vakuumenergie<br />

zieht sich quer durch die gesamte Physik<br />

- um so lauter wird die bereits gestellte<br />

Frage nach ihrer praktischen<br />

Nutzbarkeit.<br />

Praktische Nutzung<br />

Schon seit Langem wird diese praktische<br />

Nutzung diskutiert und realisiert.<br />

Der Sohn eines Zeitzeugen berichtete<br />

mir, daß bereits anno 1930<br />

der legendäre und visionäre Nikola<br />

Der Nobelpreisträger Richard Feynman<br />

hat die Existenz der Nullpunktsenergie<br />

bestätigt.<br />

Der amerikanische Terawatt-Converter<br />

ist durch Prüfzertifikate des TÜV<br />

Rheinland bestätigt.<br />

Tesla, der auch den Stromgenerator<br />

erfunden hat, ein Auto damit angetrieben<br />

habe. Er beschreibt dies in<br />

seinem (nur noch antiquarisch verfügbaren)<br />

Buch „Die Urkraft aus dem<br />

Universum“ (Autor: Klaus Jebens,<br />

Jupiter-Verlag).<br />

Zahllose Erfinder haben seither<br />

Dutzende verschiedener Vakuumenergiemotoren<br />

entwickelt. Ständig<br />

kommen neue hinzu. Leider entpuppten<br />

sich viele der Arbeiten als<br />

Scharlatanerie, manche erwecken<br />

sogar den Eindruck, bewusst in die<br />

Irre führen zu wollen. Aber unabhängig<br />

davon muss man betonen, daß es<br />

eben auch ernsthafte Raumenergie-<br />

Forschungsergebnisse gibt, funktionsfähige<br />

Prototypen und offiziell geprüfte<br />

und verifizierte Maschinen. Der<br />

Dokumentarfilm „THRIVE“ von Foster<br />

Gamble (2011) gibt dazu interessante<br />

Hintergründe (www.youtube.com/<br />

watch?v=OibqdwHyZxk).<br />

Konsequenz: Auch wenn der Anteil<br />

der unseriösen Arbeiten<br />

bei über 90% liegt<br />

und so das Image der<br />

Raumenergie-Forschung<br />

diskreditiert, auch wenn<br />

diese Störer den Zweiflern<br />

Vorschub leisten,<br />

auch wenn dadurch die<br />

große Revolution der<br />

Energieversorgung erheblich<br />

behindert wird –<br />

wir dürfen uns nicht von<br />

solch unschönen Nebenerscheinungen<br />

verwirren lassen.<br />

Funktionsfähige Raumenergie-<br />

Konverter<br />

Beispiele einiger offiziell bestätigter<br />

Raumenergie-Konverter finden wir<br />

unter anderem hier:<br />

Der amerikanische Terawatt-Converter<br />

(Energy from Intermolecular<br />

Fluctuations, www.terawatt.com) ist<br />

durch Prüfzertifikate des TÜV Rheinland<br />

und der Underwriters Laboratories<br />

Inc. bestätigt, mit Leistungen im<br />

Bereich einiger hundert Watt.<br />

24<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wissen<br />

Abb. 3: Elektrostatischer Rotor<br />

zur Wandlung von Raumenergie<br />

in mechanische Energie einer<br />

Rotation. Von der Feldquelle<br />

strömt senkrecht ein elektrisches<br />

Feld (rot) – welches die<br />

Flügelräder anzieht (blau) und<br />

zur Drehung des Rotors führt<br />

(grün).<br />

Leistungsstärker, nämlich im Kilowatt-Bereich,<br />

ist der australische<br />

Lutec-Converter (LEA electric producing<br />

device, www.lutec.com.au), der<br />

über ein Gutachten der weltgrößten<br />

Zertifizierungsgesellschaft SGS (Société<br />

Générale de Surveillance SA)<br />

verfügt. Seine weltweit zahlreichen<br />

Patente hat jetzt die asiatische Firma<br />

„Evergreen Enterprise International<br />

Ltd.“ übernommen.<br />

Die Internetseiten dieser beiden<br />

Konverter sind von Zeit zu Zeit wechselweise<br />

verfügbar und verschwunden,<br />

in sog. „Wayback-Maschinen“<br />

aber aufrufbar.<br />

Beide Entwicklungen sind ziemlich<br />

neu und daher noch kaum<br />

bekannt - traurigerweise und<br />

überraschenderweise kennen sogar<br />

die wenigsten Fachleute im wissenschaftlichen<br />

Bereich der Energieforschung<br />

diese Maschinen. Hier besteht<br />

viel Informationsdefizit und Aufklärungsbedarf.<br />

Und jeder Mensch kann<br />

diese Aufklärungsarbeit leisten, indem<br />

sie oder er die Information über<br />

die Nutzbarkeit der Raumenergie<br />

ganz vielen Freunden und Freundesfreunden<br />

weitererzählt.<br />

Inhaltliches zur Forschung<br />

Nun ist der Autor des vorliegenden<br />

Artikels selbst Physiker und Grundlagenwissenschaftler<br />

und als solcher<br />

seit Anbeginn seiner Ausbildung mit<br />

einer gesunden Portion Skepsis ausgestattet.<br />

Deshalb musste er die Angelegenheit<br />

mit eigenen Händen im<br />

Labor untersuchen und nachmessen.<br />

Die Tragweite der Vakuumenergie-<br />

Nutzung zur Versorgung der Menschheit<br />

ist so groß, dass der Autor entschieden<br />

hat: „Ich glaube das nur,<br />

wenn ich es mit eigenen Augen sehe.“<br />

Also musste ein eigenes Experiment<br />

ersonnen, aufgebaut und<br />

durchgeführt werden. Die experimentellen<br />

Arbeiten fanden als Gastwissenschaftler<br />

an der Otto-von-Guericke<br />

Universität in Magdeburg statt.<br />

Zuerst bedurfte es einer fundierten<br />

theoretischen Grundlage. Nachdem<br />

diese entwickelt war, konnte eine Anordnung<br />

nach Abb. 3 aufgebaut werden.<br />

Im oberen Teil des Bildes sieht<br />

man eine rot gezeichnete Metallscheibe,<br />

die sogenannte „Feldquelle“,<br />

die elektrostatisch aufgeladen wird<br />

und demzufolge ein elektrostatisches<br />

Feld erzeugt. So wie ein durch Reiben<br />

elektrostatisch aufgeladenes Kunststofflineal<br />

bekanntermaßen Papierschnipsel<br />

anzieht (die meisten Leser<br />

werden das aus der Kindheit kennen),<br />

so zieht die Feldquelle die hellblau<br />

gezeichneten Rotorblätter an, wobei<br />

die anziehenden Kräfte in die Richtungen<br />

der dunkelblauen Pfeile zeigen.<br />

Lagert man den Rotor in geeigneter<br />

Weise, so kann man verhindern, dass<br />

er zur Feldquelle hochfliegt. Vielmehr<br />

gibt es eine Drehung des Rotors –<br />

und jetzt kommt der entscheidende<br />

Trick: Da die elektrische Ladung nicht<br />

von der Feldquelle abfließen kann,<br />

wird die Drehung endlos fortlaufen,<br />

ohne dass ein Strom fließt. Der Rotor<br />

kann also mechanische Leistung<br />

abgeben, ohne elektrische Leistung<br />

aufzunehmen. Dass dies tatsächlich<br />

der Fall ist, hat der Autor nicht nur in<br />

einer Kooperation mit der Universität<br />

Magdeburg nachgewiesen, sondern<br />

auch in der einschlägigen Fachliteratur<br />

publiziert. Eine Zusammenfassung<br />

der wissenschaftlichen Publikationen<br />

ist open-source zugänglich auf<br />

der Internet-<strong>Seite</strong> des Autors: www.<br />

ostfalia.de/cms/de/pws/turtur/FundE<br />

Mit dieser Wandlung von Vakuumenergie<br />

in mechanische<br />

Rotationsenergie ist die praktische<br />

Nutzbarkeit der Raumenergie<br />

erstmals auf Universitätsniveau<br />

nachgewiesen.<br />

In der Zwischenzeit hat auch das<br />

weltberühmte Massachusetts Institute<br />

of Technology (MIT) „over-unity“<br />

nachgewiesen, das ist ein Wirkungsgrad<br />

von über 100% im Bezug<br />

auf klassische Energieformen, und<br />

zwar bei der Wandlung von elektrischer<br />

Energie in Licht mittels kleiner<br />

Leuchtdioden:<br />

inhabitat.com/mit-researchers-<br />

create-led-light-that-exceeds-100-<br />

percent-efficiency<br />

gizmodo.com/5890719/scientistscreate-230+percent-efficient-ledbulbs<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 25<br />

3000


Wissen<br />

Am Massachusetts Institute<br />

of Technology wurden bereits<br />

Energieexperimente durchgeführt<br />

mit einem energetischen<br />

Wirkungsgrad von über 100%.<br />

Ein physorg.com-Artikel ist hier:<br />

www.physorg.com/news/2012-03-<br />

efficiency.html<br />

Das Abstract der APS ist hier veröffentlicht:<br />

prl.aps.org/abstract/PRL/<br />

v108/i9/e097403<br />

Aber der praktische Nutzen meines<br />

Experiments und ebenso<br />

der Nutzen des MIT-Experiments<br />

belaufen sich bisher auf rein<br />

wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn.<br />

Beim MIT liegt die gewandelte<br />

Leistung im Picowatt-Bereich mit<br />

einem Wirkungsgrad von etwas über<br />

200%, bei meinem Experiment ist die<br />

Leistung zwar um einige Zehnerpotenzen<br />

größer, nämlich im Nanowatt-<br />

Bereich, und der Wirkungsgrad liegt<br />

bei 5000%, aber in beiden Fällen ist<br />

noch viel Forschungsarbeit nötig, bis<br />

die Leistung so weit gesteigert werden<br />

kann, dass sie zur technischen<br />

Energieversorgung ausreicht. Die<br />

beiden Experimente gehören in das<br />

Reich der Grundlagenforschung, aber<br />

die technische Energieversorgung der<br />

Menschen erfordert völlig andere Anlagen.<br />

Technische Anwendung<br />

Die benötigte Erhöhung der erzielbaren<br />

Leistung ist derart gewaltig, dass<br />

sogar das elektrostatische Prinzip<br />

nicht beibehalten werden kann, weil<br />

das elektrostatische Feld eine zu geringe<br />

Energiedichte hat. Einen wesentlich<br />

größeren Energieinhalt als<br />

das elektrostatische Feld hat das magnetische<br />

Feld. Das sehen wir sofort,<br />

wenn wir die schwachen anziehenden<br />

Kräfte zwischen einem geriebenen<br />

Kunststofflineal und den erwähnten<br />

Papierschnipseln mit den starken<br />

Kräften zwischen zwei Magneten vergleichen.<br />

Soll also je eine praktisch<br />

nutzbare Energieversorgung mit Vakuumenergie<br />

möglich werden, dann<br />

ist das elektrostatische Prinzip nicht<br />

der richtige Kandidat. Wesentlich<br />

sinnvoller sehen Vakuumenergie-<br />

Konverter mit magnetischem Prinzip<br />

aus.<br />

Um die Konstruktion solch magnetischer<br />

Vakuumenergie-Systeme<br />

zu ermöglichen, hat der<br />

Autor die grundlegende Theorie der<br />

Raumenergie-Wandlung erarbeitet<br />

und dieses mit einem Berechnungsverfahren<br />

für magnetische Vakuumenergie-Konverter<br />

aller Art veranschaulicht.<br />

Zur Veranschaulichung<br />

dieser Theorie hat der Autor ein Verfahren<br />

der Computersimulation<br />

solcher Geräte<br />

erarbeitet und<br />

publiziert. Ein<br />

Beispiel dazu<br />

verwendet einen<br />

rotierenden<br />

Permanentmagneten<br />

in einer<br />

Spule (siehe<br />

Abb. 4), der eine<br />

Spannung in die<br />

Spule induziert,<br />

die wiederum auf einen Schwingkreis<br />

zurückwirkt, der wiederum den Magneten<br />

beschleunigt, der dann wiederum<br />

die Spannung in Spule und<br />

Schwingkreis erhöht, wodurch der<br />

Magnet wieder stärker beschleunigt<br />

wird usw. So wird das System aus<br />

Raumenergie beschleunigt, ohne dass<br />

klassische Energie zugeführt werden<br />

müsste. Das gelingt aber nur bei entsprechender<br />

Einstellung des Systems,<br />

damit schließlich dem System sowohl<br />

mechanische als auch elektrische Energie<br />

entnommen werden kann. Größe<br />

und Leistung der Maschine sind<br />

skalierbar. So könnte man z.B. die<br />

Abmessungen eines handelsüblichen<br />

Kühlschranks verwenden und einige<br />

Kilowatt damit aus Raumenergie erzeugen.<br />

Da hierbei eine elektrische und<br />

eine mechanische Resonanz in Einklang<br />

gebracht werden müssen, trägt<br />

der Konverter den Namen "Elektromechanischer<br />

Doppel-Resonanz-<br />

26<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013<br />

Die Grundlagenforschung<br />

des Autors<br />

fand an der Universität<br />

Magdeburg<br />

statt.


Wissen<br />

Abb. 4: Magnetisches Prinzip:<br />

Prinzipieller Aufbau des<br />

Elektro-Mechanischen Doppel-<br />

Resonanz-Konverters. In der<br />

Grafik: rot: eine Spule, gelb: ein<br />

Kondensator. Beide zusammen<br />

bilden einen sogenannten LC-<br />

Schwingkreis<br />

Konverter" (EMDR). Wissenschaftliche<br />

Publikationen finden sich unter:<br />

www.ostfalia.de/export/sites/default/de/pws/turtur/DownloadVerzeichnis/Serie-deutsch-5Artikel.pdf<br />

Sehr gerne würde ich ein derartiges<br />

System praktisch<br />

aufbauen und der Menschheit<br />

zur Verfügung stellen. Was<br />

dazu fehlt, sind „nur noch“ die<br />

technischen Ressourcen, die mir<br />

dies erlauben. Ohne Labor, ohne<br />

Budget, ohne Mitarbeiter, ohne<br />

Messgeräte, ohne Apparaturen<br />

liegen meine Forschungsarbeiten<br />

derzeit auf Eis.<br />

Alle, die die neue Energie kennenlernen,<br />

sollen wissen, sie ist:<br />

• umweltfreundlich und ohne<br />

Gesundheitsrisiken<br />

• kostenlos<br />

• unbegrenzt, immer und überall<br />

verfügbar<br />

• frei zugänglich für alle Menschen<br />

In der freien Marktwirtschaft<br />

wird nur angeboten, was nachgefragt<br />

wird. Wenn viele Menschen<br />

davon wissen, wenn Nachfrage entsteht<br />

und gesteigert wird, dann und<br />

nur dann bekommen wir Maschinen<br />

zur Nutzung dieser unerschöpflichen<br />

Energie. ▀<br />

Prof. Dr. Claus W. Turtur studierte Physik,<br />

Mathematik, Chemie und Informatik.<br />

Er promovierte<br />

in angewandter<br />

Festkörperphysik. Nach<br />

längerer Tätigkeit in der<br />

Industrie heute Professor<br />

für Experimentalphysik<br />

an der Fachhochschule<br />

Braunschweig-<br />

Wolfenbüttel. Forschungsgebiete:<br />

Nullpunktsenergie des Quanten-Vakuums<br />

(Raumenergie), insbesondere deren Nutzung<br />

als umweltverträgliche und unerschöpfliche<br />

kostenlose Energiequelle. Auf der Basis<br />

theoretischer Untersuchungen gelang ihm<br />

der experimentelle Nachweis der Existenz<br />

der Raumenergie durch deren Wandlung<br />

in klassische mechanische Energie. Die<br />

Theorie der Raumenergie-Konversion<br />

hat er inzwischen so weit entwickelt,<br />

dass ein Konzept für einen Konverter mit<br />

technisch nutzbaren Leistungen vorliegt,<br />

der einen wirtschaftlichen Einsatz zur<br />

umweltfreundlichen Energieversorgung<br />

erwarten lässt. Prof. Turtur arbeitet „open<br />

source“, d. h. seine Publikationen sind<br />

für <strong>Jede</strong>rmann kostenlos im Internet<br />

zugänglich (www.ostfalia.de/cms/de/<br />

pws/turtur/FundE). Im Michaels Verlag,<br />

Peiting, ist Prof. Turturs Buch „Kausalität,<br />

Determinismus, Glaube“ erschienen<br />

(siehe Buchempfehlungsseite).


Quantessenz<br />

Holly – schon die dritte<br />

treue Seele im Leben<br />

von Grazyna Fosar und<br />

Franz Bludorf.<br />

Wissenschaftliche<br />

Wackelforschung<br />

Wenn uns ein Hund entgegenläuft<br />

und dabei mit dem Schwanz wakkelt,<br />

dann freut er sich. Das wissen<br />

wir alle – oder glauben es zu wissen,<br />

denn italienische Verhaltensforscher<br />

der Universitäten Trient<br />

und Bari haben dieses Kommunikationsmittel<br />

der Hunde genauer<br />

untersucht und die Resultate ihrer<br />

Studien jetzt in der Fachzeitschrift<br />

Current Biology publiziert. Es zeigt<br />

sich, dass die Gebärdensprache der<br />

Tiere sehr viel differenzierter ist,<br />

als wir lange angenommen hatten.<br />

So wedeln Hunde meist asymmetrisch<br />

mit dem Schwanz. Die Rute<br />

schlägt dabei betont eher nach<br />

rechts oder nach links aus, und die<br />

Wissenschaftler fanden heraus,<br />

dass diese beiden Signale mit ganz<br />

unterschiedlichen emotionalen Zuständen<br />

der Tiere korrelieren. Nur<br />

ein asymmetrisches Wedeln nach<br />

rechts (vom Hund aus gesehen)<br />

zeigt ausgelassene Freude an. Trifft<br />

der Hund dagegen einen Artgenossen<br />

oder auch einen Menschen, der<br />

ihm weniger sympathisch ist, wedelt<br />

er häufig asymmetrisch nach links.<br />

Dies geschieht nicht zufällig, denn<br />

andere Hunde erkennen die unterschiedlichen<br />

Signale genau und<br />

reagieren entsprechend darauf. Ein<br />

„Rechtswackler“ wird freudig begrüßt,<br />

während sie auf den „Linkswackler“<br />

eher ängstlich reagieren.<br />

Der Ursprung der asymmetrischen<br />

Schwanzwackelsignale liegt darin,<br />

dass auch bei Hunden die beiden<br />

Großhirnhälften unterschiedliche<br />

Funktionen erfüllen. Wedelt der<br />

Hund nach links, ist seine rechte<br />

Gehirnhälfte dominant. Diese<br />

– beim Menschen bildhaft-intuitiv<br />

geprägte – Hemisphäre steht bei<br />

Hunden für eine eher zurückhaltende,<br />

distanzierte Stimmung. Das<br />

Wedeln nach der rechten <strong>Seite</strong> hingegen<br />

zeigt, die linke Hemisphäre<br />

ist aktiv, der Hund ist extrovertiert<br />

und seinem Gegenüber zugetan.<br />

Was die Forscher noch nicht herausgefunden<br />

haben – gibt es bei<br />

Hunden womöglich auch „Linkswedler“,<br />

bei denen also die emotionalen<br />

Stimmungen vertauscht sind,<br />

so wie es menschliche Linkshänder<br />

gibt? Und werden sie dann von anderen<br />

Hunden trotzdem richtig verstanden?<br />

Neuer Uhren-Weltrekord<br />

Die derzeit genaueste Uhr der Welt<br />

– sie steht am National Institute of<br />

Standards and Technology in Boulder,<br />

Colorado – geht in 3,7 Milliarden<br />

Jahren nur etwa eine Sekunde<br />

falsch. Ihr Herz ist ein Aluminium-<br />

Ion im angeregten Quantenzustand,<br />

das einem elektromagnetischen<br />

Feld ausgesetzt wird. Das Ion emittiert<br />

UV-Strahlung mit konstanter<br />

Frequenz von etwa einer Billion<br />

Schwingungen pro Sekunde. Dieser<br />

Wert der neuen Quanten-Atomuhr<br />

liegt deutlich über dem früherer<br />

Technologien, bei denen Cäsium-<br />

Atome verwendet wurden. Ein Laser<br />

als „Schwungrad“ sorgt für ein<br />

kontinuierliches Signal, da die Ionen<br />

nicht pausenlos „senden“. Bei einer<br />

derart hohen Frequenz kann die<br />

Zeit in kleinere Abschnitte aufgeteilt<br />

werden, wodurch sich die Genauigkeit<br />

der Zeitmessung gegenüber<br />

herkömmlichen Atomuhren um den<br />

Faktor 1000 erhöht.<br />

Bild: NASA/JPL-Caltech<br />

Der futuristische Navigationschip<br />

der US Army im Größenvergleich mit<br />

einer 1-Cent-Münze.<br />

Welt ohne GPS?<br />

Experten prognostizieren, dass<br />

ein möglicher dritter Weltkrieg<br />

mit der Zerstörung der GPS-Satelliten<br />

beginnen wird. Ist unsere<br />

Zivilisation tatsächlich schon<br />

so stark von GPS abhängig, dass<br />

dies unsere Infrastruktur entscheidend<br />

aus dem Takt bringen<br />

könnte? Satellitennavigation ist<br />

heute in der Tat unerlässlich für<br />

die ordnungsgemäße Durchführung<br />

militärischer Operationen,<br />

insbesondere bei der US Army, die<br />

unter anderem intelligente Bomben<br />

in ihrem Arsenal hat, die ihr<br />

Ziel auf der Basis von Signalen<br />

aus dem Orbit ansteuern. Daher<br />

arbeitet die Forschungsabteilung<br />

des Pentagon (DARPA) zurzeit an<br />

der Entwicklung von nur 1 cm 2<br />

großen Chips, die dank dreier Gyroskope,<br />

dreier Akzelerometer<br />

und einer sehr genauen Uhr in<br />

der Lage sein werden, selbständig<br />

ihre Position zu bestimmen. Die<br />

Technologie kann nicht nur auf<br />

dem Schlachtfeld eingesetzt werden.<br />

In naher Zukunft werden die<br />

Chips auch die Navigation innerhalb<br />

von Gebäuden oder unter der<br />

Erde erleichtern, da sie keinen<br />

freien Sichtkontakt zu den Satelliten<br />

benötigen.<br />

28<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Die mysteriösesten Orte der Erde<br />

Die Schlammvulkane von<br />

Aserbaidschan<br />

<strong>Jede</strong>r weiß, was ein Vulkan ist. Ein<br />

zumeist kegelförmiger Berg mit<br />

einem Schlot im Innern, durch den<br />

glühend heiße Gesteinsmassen aus<br />

dem Erdinnern an die Oberfläche geschleudert<br />

werden und als todbringende<br />

Lavaströme, Gesteinseruptionen<br />

und Aschewolken die Umgebung<br />

verwüsten können. Doch das stimmt<br />

so nicht immer. Weniger bekannt ist<br />

Forscher berechneten: Gerade in<br />

dem Moment, wenn die Erde unbewohnbar<br />

wird, könnte der Mars zu<br />

einer grünen und lebensfreundlichen<br />

„zweiten Erde“ mutieren<br />

(Bild: NASA/JPL)<br />

Quantessenz<br />

Wird der Mars zu „Earth 2“?<br />

es, dass es auch „kalten Vulkanismus“<br />

auf der Erde gibt. Nicht nur in Magmakammern<br />

aus geschmolzenem Gestein,<br />

sondern auch in unterirdischen<br />

Wasserdepots kann sich ein Überdruck<br />

aufbauen, der sich in einer kalten<br />

Eruption an die Erdoberfläche Bahn<br />

bricht und dabei ungeheure Schlammmassen<br />

auswirft. Auslöser für den<br />

Ausbruch eines solchen Schlammvulkans<br />

ist häufig ein Erdbeben, durch<br />

das unterirdische Kammern, in denen<br />

große Mengen sedimentgesättigten<br />

Wassers lagern, aufgerissen werden.<br />

Rund 50% aller Schlammvulkane auf<br />

der Erde befinden sich in der Kaukasusrepublik<br />

Aserbaidschan und entlang<br />

der Küste des Kaspischen Meeres.<br />

Man findet sie vereinzelt aber<br />

auch in Russland, China, in Nord- und<br />

Südamerika sowie – auf dem europäischen<br />

Kontinent – auch in Italien und<br />

Rumänien. In Aserbaidschan werden<br />

bei einer Schlammeruption oft große<br />

Mengen von Methangas ausgeworfen,<br />

das sich in der Atmosphäre leicht<br />

entzünden kann. Dann speit der ansonsten<br />

kalte Schlammvulkan auch<br />

Feuer. Bei einem Ausbruch nahe der<br />

Hauptstadt Baku im Jahre 2001 erreichten<br />

die Flammen mehrere hundert<br />

Meter Höhe.<br />

Britische Astrobiologen, die eigentlich<br />

mit der Suche nach<br />

außerirdischem Leben befasst<br />

sind, haben sich in einer Publikation<br />

in der Fachzeitschrift „Astrobiology“<br />

einmal auf „Abwege“ begeben. Sie berechneten,<br />

wie lange maximal unsere<br />

Erde noch lebensfreundliche Bedingungen<br />

für uns bieten wird. Danach<br />

hat unser Heimatplanet den größten<br />

Teil seiner Lebensspanne bereits<br />

hinter sich. In 1,75 bis maximal 3,25<br />

Milliarden Jahren wird die Sonne<br />

sich zu einem sogenannten Roten<br />

Riesen aufblähen. Die Konsequenz<br />

wird sein, dass die Temperaturen auf<br />

der Erde derart ansteigen werden,<br />

dass jegliches Wasser verdampft und<br />

Leben, wie wir es kennen, unmöglich<br />

wird.<br />

In jedem Sonnensystem gibt es<br />

eine habitable Zone, wie es Astrobiologen<br />

nennen, also einen Bereich,<br />

gerade in der richtigen Entfernung<br />

vom Zentralgestirn, damit es weder<br />

zu heiß noch zu kalt ist, so dass Wasser<br />

in flüssiger Form existieren kann.<br />

Im Fall unseres eigenen Sonnensystems<br />

befindet sich unsere Erde innerhalb<br />

dieser habitablen Zone gerade<br />

in einer idealen Position, um uns<br />

gemäßigte Temperaturen und damit<br />

komfortable Lebensbedingungen zu<br />

bieten. Doch wie jeder Stern macht<br />

auch unsere Sonne eigene Entwicklungszyklen<br />

durch, während derer<br />

sich ihre Größe und Energieabstrahlung<br />

erheblich ändern werden. Die<br />

habitable Zone ist daher keine statische<br />

Größe, sondern wandert im Verlauf<br />

der Existenz eines Sterns langsam<br />

nach außen. Pro Milliarde Jahre<br />

beträgt diese Verschiebung etwa ein<br />

Zehntel der Distanz zwischen Erde<br />

und Sonne. Dadurch lässt sich relativ<br />

genau berechnen, wie lange<br />

ein Planet in der bewohnbaren Zone<br />

bleibt. Nur in solchen Sternsystemen,<br />

in denen ein Planet genügend lange in<br />

dieser Zone sein Zentralgestirn umkreist,<br />

besteht überhaupt die Chance,<br />

dass sich auf ihm intelligente Lebensformen<br />

entwickeln können. Unsere<br />

Erde befindet sich für insgesamt 6,3<br />

- 7,8 Milliarden Jahre in der habitablen<br />

Zone, und der größere Teil dieser<br />

Zeitspanne ist bereits verstrichen.<br />

Für den Fall, dass es überhaupt<br />

noch Menschen gibt, wenn die<br />

Erde unbewohnbar wird (was<br />

ja keineswegs gesichert ist), haben<br />

die Forscher jedoch auch eine gute<br />

Nachricht parat. Es gibt in unserer<br />

relativen kosmischen Nachbarschaft<br />

Planeten, die wesentlich länger bewohnbar<br />

sein werden. So könnte der<br />

Planet Gliese 581d, der nur etwa 20<br />

Lichtjahre entfernt seine Sonne umkreist,<br />

bis zu 54,7 Milliarden Jahre lebensfreundliche<br />

Bedingungen bieten<br />

(sofern sie auf ihm überhaupt existieren).<br />

Auch Keppler 22b (600 Lichtjahre<br />

entfernt) wird noch sehr viel länger<br />

als die Erde seinen Stern in einer günstigen<br />

Entfernung umrunden. Doch<br />

für eine hypothetische Menschheit<br />

der Zukunft könnte eine Zuflucht noch<br />

sehr viel näher liegen. Das Unglück<br />

der Erde wird nämlich gleichzeitig das<br />

Glück des Mars sein. Gerade zu jener<br />

Zeit, wenn die aufgeblähte Sonne unsere<br />

Erde zu einem Wüstenplaneten<br />

verschmoren wird, werden sich die<br />

klimatischen Bedingungen auf dem<br />

Mars dramatisch verbessern. Er wird<br />

dann gerade in der idealen Entfernung<br />

zur Sonne sein, um erheblich<br />

lebensfreundlichere Bedingungen zu<br />

bieten als heute. Und das wird dann<br />

auch noch für mindestens weitere<br />

sechs Milliarden Jahre so bleiben.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 29


Wissen<br />

Was der Mythos Atlantis anbietet,<br />

erscheint in einer merkwürdigen<br />

Resonanz zur biblischen Geschichte<br />

über die Sintflut und den Turmbau<br />

zu Babel. In allen drei Geschichten<br />

wird mitgeteilt, wie Verfehlungen der<br />

Menschen das Missfallen des Gottes/<br />

der Götter hervorrufen und in eine<br />

von höheren Mächten induzierte Katastrophe<br />

führen. Gibt es in diesen<br />

Erzählungen einen Kern, der wahres<br />

Geschehen aus uralter Vergangenheit<br />

reflektiert? Diese drei Mythen<br />

besitzen Wurzeln, die weit in die Tiefen<br />

des menschlichen Wissens, der<br />

kollektiven menschlichen Erfahrung<br />

und der menschlichen Psyche hineinreichen.<br />

Doch was ist überhaupt<br />

eine Geschichte, von der man sagt,<br />

sie habe mythische Wurzeln? Ist<br />

sie eine erdichtete Erzählung, ein<br />

Produkt der freien Phantasie, eine<br />

kindische Fabel, ein Märchen für<br />

erwachsene Kinder oder vielleicht<br />

auch eine verfälschte Erinnerung an<br />

Ereignisse einer entfernten Vergangenheit?<br />

Wenn der Mythos in seinem<br />

Kern kollektives Wissen aus uralten<br />

Zeiten verbirgt, dann muss es auch<br />

möglich sein, die Essenz dieser Geschichten<br />

zu rekonstruieren. Spiegelt<br />

z.B. der Atlantis-Mythos die kollektive<br />

Erinnerung an eine globale Katastrophe,<br />

die tatsächlich stattgefunden<br />

hat? Der Mythos will offensichtlich<br />

Wissen durch Erzählung vermitteln.<br />

Klaus Scharff<br />

Zeitschleife<br />

Atlantis<br />

Wissen durch Erzählung<br />

Der letzte Sonnenaufgang<br />

von Atlantis<br />

30<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wissen<br />

Es scheint, als ob sich das verlorene<br />

Wissen der Menschheit in den Mythos<br />

verhüllt, so dass die Wahrheit immer<br />

noch hindurchschimmern kann, wie<br />

der Körper durch ein Gewebe.<br />

Wissenschaft und die Flut<br />

Der Mythos von der Sintflut findet sich<br />

in ähnlicher Form in der Überlieferung<br />

verschiedener Kulturkreise.<br />

Die ganze Menschheit hat eine<br />

Erinnerung an die Große Flut über<br />

Räume und Zeiten hinweg bewahrt.<br />

Der Autor Johannes Riem hat 1925<br />

in seinem Buch „Die Sintflut in Sage<br />

und Wissenschaft“ über 286 Sintflutberichte<br />

aus aller Welt untersucht.<br />

Die Auswertung ergab, dass die deutlichen<br />

Parallelen zwischen den Berichten<br />

aus unterschiedlichen Kulturen<br />

mehr als nur Hinweise auf einen<br />

realen Hintergrund geben müssen.<br />

Moderne Geologen erhärten diesen<br />

Verdacht, indem sie mehr und mehr<br />

Indizien über eine globale Flut zusammentragen,<br />

die sich in unserer<br />

Vergangenheit tatsächlich ereignet<br />

hat. Die moderne Forschung hat festgestellt,<br />

dass die Fauna und Flora<br />

unseres Planeten in der entfernten<br />

Vergangenheit mehrfach klimatische<br />

Katastrophen erfahren hat, die mit<br />

gewaltigen Überflutungen verbunden<br />

waren. Die aktuelle Wissenschaft gibt<br />

als mögliche Ursache für eine globale<br />

Flut vor ca. 11.000 Jahren die<br />

Bild: Sergey Batkya<br />

„Als der Mensch geschaffen wurde,<br />

war im Himmel die Hölle los.“<br />

Evan Thompson<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 31


Wissen<br />

Die Vertreibung aus<br />

dem Paradies<br />

Eiszeitschmelze an, was zu einem<br />

dramatischen weltweiten Anstieg des<br />

Meeresspiegels geführt hat. Die überlieferten<br />

Flutberichte könnten sich<br />

auch auf nur lokal beschränkte Ereignisse<br />

beziehen:<br />

a) Vulkanausbrüche (z.B. Santorin),<br />

b) geologische Verwerfungen (z.B. der<br />

nachgewiesene gewaltige Wassereinbruch<br />

vom Mittelmeer in das Schwarze<br />

Meer),<br />

c) Meteoriteneinschläge, die Tsunamis<br />

ausgelöst haben,<br />

d) Monsunkatastrophen.<br />

Für die Wissenschaft heute gibt es<br />

daher eine Reihen von Indizien (und<br />

Theorien), aber leider noch keine unstrittigen<br />

Beweise.<br />

Mythos und Psyche<br />

Doch in vielen Mythen geht es oft um<br />

mehr als historische Faktizität. In einer<br />

tieferen Ebene der Bedeutung<br />

kann der Mythos auf Geschichte verweisen,<br />

in der sich komplexe psychische<br />

Entwicklungen der Menschheit<br />

widerspiegeln. Der Mythos von einem<br />

Untergang durch die Große Flut lässt<br />

sich auch als zeitloses Muster für eine<br />

spirituelle Katastrophe interpretieren.<br />

Wenn die Menschen sich von ihren inneren<br />

Quellen der Weisheit und Liebe<br />

ablösen und diese verdrängen, dann<br />

stauen sich die spirituellen Wasser,<br />

bis sie schließlich als vernichtende<br />

Flut über die verlorenen Menschenseelen<br />

hereinbrechen. Diese Katastrophe<br />

der Flut, die aus den unbewussten<br />

Triebkräften der menschlichen Spezies<br />

hervorbricht, symbolisiert das<br />

Aufbrechen verhärteter psychischer<br />

Strukturen, die einer weiteren Entwicklung<br />

und einer Verbindung mit<br />

höheren Kräften entgegenstehen. Die<br />

Menschen ersticken und ertrinken<br />

spirituell und haben ihre Zukunft verloren.<br />

Die alten Quellen behaupten immer<br />

wieder, dass sich die spirituellen<br />

Probleme der Menschen notwendig<br />

in der materiellen Welt reflektieren.<br />

Die Überheblichkeit der atlantischen<br />

Menschen führte, ebenso wie im Mythos<br />

vom Turmbau zu Babel, direkt in<br />

den Untergang. Die durch egoistische<br />

Machtträume verführten Menschen<br />

verkennen die wirkenden Schöpfungskräfte<br />

und die subtilen Rückkopplungsschleifen<br />

dieses Universums.<br />

Dadurch stürzen sie sich und ihre Welt<br />

ins Chaos. Die Geschichte von Atlantis<br />

steht daher für die Arroganz und Hybris<br />

der Menschheit, die nur zum Untergang<br />

führen kann.<br />

Atlantis –<br />

eine Wiederholung in der Zeit?<br />

Aber die Überlebenden des Untergangs<br />

hatten, ebenso wie Noah und<br />

seine Gefährten, die Verheißung eines<br />

neuen Anfangs erhalten. So bekam<br />

die Menschheit, folgt man den alten<br />

Quellen, nach der globalen Katastrophe<br />

eine zweite Chance für einen<br />

spirituellen Aufstieg. Die universale<br />

Grundregel jeder evolutionären Aufwärtsentwicklung<br />

aber heißt: Lerne<br />

oder Wiederhole! Und genau diesen<br />

Punkt möchte die Saga von Atlantis in<br />

unser Bewusstsein/Gedächtnis rufen!<br />

Stehen wir jetzt und heute nicht genau<br />

an einem kritischen Punkt, wie im zeitübergreifenden<br />

Mythos von Atlantis<br />

beschrieben? Es scheint heute so, als<br />

ob die Konstellation von Atlantis aus<br />

uralter Zeit zurückgekehrt ist. Es gibt<br />

Indizien. Führende Technologienationen<br />

unserer Welt haben sich in einem<br />

atlantischen Waffenbündnis zusammengefunden<br />

und besitzen ein Waffenarsenal<br />

mit der Fähigkeit, die ganze<br />

Welt zu zerstören. Und politische<br />

Vertreter der NATO bezeichnen sich<br />

als ganz offiziell als Atlantiker. Die<br />

Selbstüberschätzung des modernen<br />

Menschen steht deutlich in Resonanz<br />

zur Hybris der atlantischen Kultur, wie<br />

sie von Plato beschrieben wurde. Und<br />

die potentielle Gefahr eines globalen<br />

Untergangs ist in vielen aktuellen und<br />

wissenschaftlich fundierten Szenarien<br />

präsent.<br />

Der moderne Mensch versucht<br />

gegenwärtig, die Natur und alle<br />

anderen Lebewesen mit brutaler<br />

technischer Gewalt zu dominieren.<br />

Haben wir modernen Menschen<br />

überhaupt die richtigen Lehren aus<br />

der Geschichte von Atlantis gezogen?<br />

Müssen wir die atlantische Erfahrung<br />

wiederholen, oder haben wir eine<br />

Chance, es besser zu machen? Die<br />

moderne Welt und ihre Wissenschaften<br />

reden vom unaufhaltsamen Aufstieg<br />

des Menschen. Der Mensch wird<br />

überheblich als Krone der Schöpfung<br />

bezeichnet und blickt auf eine evolutionäre<br />

Aufwärtsentwicklung, die<br />

ihn scheinbar zum Herrscher über<br />

die Erde gemacht hat. Die im kosmi-<br />

32<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wissen<br />

Im Large Hadron Collider bei<br />

CERN wird der Anfangszustand<br />

des Universums simuliert.<br />

Monsunkatastrophe. Flutopfer auf<br />

der Flucht (Ayuttjaya, Thailand,<br />

Oktober 2011)<br />

schen Zeitmaß sehr kurze Geschichte<br />

des modernen Menschen hat ihn aus<br />

einem Zustand machtloser, unbewusster<br />

Verbundenheit mit den Zyklen der<br />

Natur in die Kunstwelt einer titanenhaften<br />

Technik gehoben. In vielfältigen<br />

Formen ist der moderne, technisch<br />

begabte Mensch heute in der Lage,<br />

die globalen Gleichgewichte seines<br />

Planeten nachhaltig zu stören und die<br />

alles erhaltende Grundlage seiner eigenen<br />

Existenz zu zerstören.<br />

Doch das Wissen darüber hält ihn<br />

nicht davon ab, die Regelkreise der<br />

Natur weiterhin zu unterbrechen. Der<br />

Gewinn an ungeheurer Macht durch<br />

die Technik zahlt sich am Ende nicht<br />

aus, wenn der Mensch sie nicht mit,<br />

sondern gegen die lebendige Einheit<br />

der Natur einsetzt. Seine egoistischen<br />

und eigennützigen Triebe liegen im<br />

ständigen Kampf gegen die globalen<br />

Kräfte des Planeten. Der Mensch hat<br />

so den Planeten in eine ungeheure<br />

ökologische Krise geführt. Nach und<br />

nach dämmert es ihm, dass nur eine<br />

radikale Umkehr die Möglichkeit einer<br />

Rettung geben kann. Dabei geht es<br />

nicht um eine Rückkehr in einen vortechnologischen<br />

Zustand, sondern um<br />

eine Überwindung der wachstumsorientierten,<br />

materielle und geistige<br />

Gifte erzeugenden Technologiespirale.<br />

Und ohne die Rückbesinnung des<br />

Menschen auf die Einheit des Lebens<br />

in der Natur des Planeten kann es<br />

keine hoffnungsvolle Zukunft geben.<br />

Insbesondere dann nicht, wenn der<br />

Mensch jeden Respekt vor dem Leben<br />

und den höheren Werten verloren hat.<br />

Die subtilen und trotzdem sehr<br />

effektiven Rückkopplungsschleifen<br />

der Natur werfen jede<br />

Verfehlung des Menschen gegen die<br />

Natur auf ihn zurück. In seinem zeitlosen<br />

Kern besagt der Mythos von Atlantis<br />

und der Großen Flut aber genau<br />

dies: Wenn der Mensch die subtilen<br />

Harmonien, die sich ihm in der Natur<br />

offenbaren, nicht mehr schützt und<br />

respektiert, dann bleibt die Katastrophe<br />

unvermeidbar. Die Erinnerung an<br />

die Große Flut mahnt uns unablässig<br />

vor den Gefahren eines Absturzes<br />

in der Zeit, hervorgerufen durch<br />

menschliche Verfehlungen gegen<br />

die kosmische Ordnung. Die Frage<br />

bleibt nur, ob wir uns rechtzeitig erinnern<br />

und Verantwortung übernehmen<br />

können. Auch die Erzählungen<br />

über die Große Flut, über Atlantis und<br />

den atlantischen Untergang erscheinen<br />

daher als eine Mahnung aus den<br />

Tiefen der Zeit, sie betreffen unsere<br />

Gegenwart und Zukunft ebenso wie<br />

uralte Vergangenheit.<br />

Fraktale Wiederholung eines<br />

kosmischen Urkonflikts<br />

Die alten Mythen erzählen uns ferner,<br />

dass höhere Wesen (Götter) das atlantische<br />

Strafgericht für die Menschen<br />

herbeigeführt haben. Im sumerischen<br />

Epos von der Sintflut wird berichtet,<br />

dass die Götter uneins waren, als es<br />

um die Vernichtung der Menschen<br />

ging. Der Gott Enki widersetzte sich<br />

den Bestrebungen des Gottes Enlil,<br />

die ganze Menschheit zu vernichten,<br />

und sorgte letztendlich dafür, dass<br />

eine kleine Gruppe von Menschen die<br />

globale Katstrophe überlebte. Weiter<br />

beschreiben die alten Schöpfungsmythen,<br />

dass Streit und Kampf unter<br />

den Göttern im Universum schon da<br />

waren, bevor die Menschen geschaffen<br />

wurden. Mit einer Hierarchie von<br />

göttlichen Wesen in höheren Welten,<br />

postulieren die Mythen die Existenz<br />

von Intelligenzen in Bereichen,<br />

die jenseits unserer physikalischen<br />

Raumzeit liegen. Dies geht weit über<br />

das hinaus, was wir gegenwärtig mit<br />

dem eng gesetzten Rahmen unserer<br />

exakten Wissenschaften methodisch<br />

prüfen und ontologisch absichern<br />

können. Es sollte uns zu denken geben,<br />

dass Jenseitsbereiche, die in<br />

unsere 3D-Welt hineinwirken, in allen<br />

alten Hochkulturen ohne jeden Zweifel<br />

als real anerkannt wurden. Wenn<br />

die Wissenschaft eines Tages die These<br />

der Überwelten vorurteilslos prüfen<br />

wird, dann können gerade die alten<br />

Mythen hilfreiche und brauchbare<br />

Landkarten zur Beschreibung dieser<br />

Dimensionen liefern.<br />

Und alle Erzählungen der alten<br />

Welt kennen den Götterkampf<br />

und ein Ringen um die<br />

Ordnung im Universum. Devas gegen<br />

Asuras (Indien), Titanen gegen<br />

Olympier (Griechen), Riesen gegen<br />

Asen (Germanen), antagonistische<br />

Zwillingsschöpfer (Hopi, Mayas), Seth<br />

und Osiris-Horus (Ägypten), Ormuzd<br />

und Ahriman (Iran), Amaterasu und<br />

Susanoo (Japan) … So erzählen die<br />

Mythen aller Kulturen in vielfältigen<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 33


Wissen<br />

Vulkanausbruch<br />

Cornelisz Anthonisz. Bildern, dass es einen Krieg<br />

(Theunissen), Der im Himmel gegeben hat. Die<br />

Einsturz des Turmes christliche Tradition kennt<br />

zu Babel, 1547,<br />

den Krieg der himmlischen<br />

Radierung<br />

© Staatliche Museen zu Heerscharen unter Michael<br />

Berlin, Kupferstichkabinett, gegen Luzifer und seine Kohorten.<br />

Die Dämonen (Asuras)<br />

Foto: Volker-H. Schneider<br />

des indischen Götterhimmels bekämpfen<br />

ihre Gegenspieler, die Lichtwesen<br />

(Devas). Folgt man den alten<br />

Quellen, dann hat dieser überirdische<br />

Krieg unser Universum verwüstet.<br />

Den modernen Astronomen ist aufgefallen,<br />

dass unser Universum in seinem<br />

gegenwärtigen Zustand eher wie<br />

ein Trümmerfeld nach einer kosmischen<br />

Schlacht aussieht: Explodierte<br />

Sonnen, Galaxien auf Kollisionskurs,<br />

abstürzende Meteore, zersprengte<br />

Planeten, kreisende Trümmerhaufen,<br />

Monde mit gewaltigen Narben, turbulente<br />

Staubwolken, aggressive Strahlungsausbrüche...<br />

Streit und Kampf<br />

sind älter als die Menschheit.<br />

Der himmlische Krieg ließ in seiner<br />

Folge auch den Urmenschen aus<br />

einem Zustand der göttlichen Harmonie<br />

herausfallen. Die auf Raub und<br />

Aggression aufgebaute Ökologie der<br />

Erde zeigt sich im Mythos als<br />

unerwünschte Folge einer kosmischen<br />

Verwüstung, die im<br />

Himmel (in höheren Dimensionen)<br />

ihren Anfang genommen<br />

hat. In Resonanz zu diesem<br />

primordialen Unglück konnte<br />

auch der erschaffene Mensch<br />

seinen eigenen Verfehlungen<br />

nicht entgehen und ist noch<br />

tiefer abgestürzt. Der Kulturphilosoph<br />

Thompson formuliert<br />

dies so: Als der Mensch<br />

geschaffen wurde, war im Himmel<br />

die Hölle los. Es scheint<br />

so, als ob Atlantis die fraktale<br />

Wiederholung einer überirdischen<br />

Urkatastrophe ist. Wenn<br />

Götter die Schöpfungskräfte<br />

missbrauchen, dann stürzen<br />

sie ab. Gleiches gilt für die<br />

Menschen. Der Streit im Himmel<br />

findet so seinen Widerhall<br />

in der irdischen Welt.<br />

Die Vertreibung aus dem<br />

Paradies, der Turmbau<br />

zu Babel, die Sintflut der<br />

Bibel und der Atlantis-Mythos<br />

stehen in einer tiefliegenden<br />

Resonanz zueinander. Die<br />

wesentliche Aussage dieser<br />

uralten Mythen ist, dass die<br />

Menschheit in entfernter Vergangenheit<br />

eine oder mehrere<br />

aufeinanderfolgende kosmische<br />

Katastrophen erfahren hat. Sie wurden<br />

ausgelöst durch ungünstige suprakosmische<br />

Konstellationen und<br />

durch eigene Verfehlungen. Der Sturz<br />

führte aus einem höheren Zustand<br />

der Weltwahrnehmung (Garten Eden)<br />

in eine retardierte Stufe der Welterfahrung,<br />

in eine gefallene Welt (Erde),<br />

so behaupten es jedenfalls die alten<br />

Quellen.<br />

Wer auch immer diesen Absturz<br />

überlebt hat und als unvermeidbare<br />

Folge in dieser gefallenen Welt leben<br />

muss, trägt in sich die Erinnerung an<br />

einen höheren Zustand, ein verlorenes<br />

Paradies. Wenn also der Mensch<br />

über archetypische Wurzeln verfügt,<br />

die noch vor den tragischen Katastrophen<br />

seiner Welt liegen, dann muss<br />

er in sich die Reste der Erinnerung<br />

an seinen paradiesischen Anfang tragen.<br />

Der Mythos erscheint so als ein<br />

effektives Vehikel, dieses verlorene<br />

Wissen durch alle Zeiten zu tragen.<br />

Und wenn wir die Botschaft der Mythen<br />

verstehen und ernst nehmen,<br />

dann verstehen wir auch die Zeitspirale<br />

der menschlichen Geschichte:<br />

Lerne und steige auf oder wiederhole!<br />

Die mythologische Transmission aus<br />

der Vergangenheit erlaubt uns auch<br />

die Erkenntnis, dass die Zeitschleife<br />

durchbrochen werden kann. Das<br />

Schicksal von Atlantis muss sich nicht<br />

wiederholen!<br />

Rückkehr nach Eden<br />

Oft ruft das überlieferte Wissen, das<br />

sich im Mythos in vieldeutigen Symbolen<br />

und prägenden Bildern verkleidet,<br />

in uns Resonanzen hervor, die<br />

wir selbst nur schwer erklären können.<br />

Es spricht zu uns über die Zeiten<br />

hinweg und rührt uns an. Es ist eine<br />

Art rückerinnerndes Wissen, ein Wissen,<br />

das nie wirklich verloren war und<br />

das im kollektiven Gedächtnis der<br />

Menschheit verborgen ist. Der Mythos<br />

kann dieses rückerinnernde Wissen<br />

auf einer individuellen Ebene ans<br />

Licht holen. Es scheint so, als ob kein<br />

Lärm die Übertragung der wahren<br />

Botschaft über die Jahrtausende beeinträchtigen<br />

kann, denn eine durch<br />

Mythos hervorgerufene Rückerinnerung<br />

macht aus diesen Erzählungen<br />

zeitlose Dokumente der Wahrheit. Die<br />

mythischen Erzählungen können in<br />

diesem Sinne als ein wertvolles Erbe<br />

unserer Menschheit betrachtet werden,<br />

sie destillieren und komprimieren<br />

uraltes, wegweisendes Wissen.<br />

Der Mythos erscheint so als ein effektives<br />

Mittel, die Menschheitserinnerungen<br />

an uralte, suprakosmische<br />

Ereignisse und Erfahrungen in unser<br />

waches Bewusstsein zurückzuholen.<br />

In diesem Sinne sind die alten Mythen<br />

zeitlose Dokumente unserer<br />

Seelen, die Vergangenheit, Gegenwart<br />

und Zukunft verbinden und den<br />

Weg zurück nach Eden beleuchten. ▀<br />

Klaus Scharff studierte Mathematik und Physik.<br />

Danach war er als Lehrer<br />

mit den Unterrichtsfächern<br />

Mathematik, Physik und<br />

Informatik tätig. Er ist Übersetzer<br />

des Handbuches zu Time Wave<br />

Zero (Gaia Media) sowie der<br />

„Löwenpfadbücher“ und des<br />

Hauptwerkes „Chronotopology“<br />

von Dr. Charles Muses. Sein<br />

Hauptinteresse gilt dem Thema Zeitmaschinen und<br />

Zeitreisen. 2008 erschien sein Buch „Zeitwege in die<br />

Ewigkeit“ bei BoD.<br />

Mehr über die Forschungen und Publikationen von<br />

Klaus Scharff finden Sie auf seiner Internetseite<br />

www.lionpath.net/Time/.<br />

34<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


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Ökologie<br />

Bitte nur vom Feinsten! - Selbst gemacht ist fein gemacht<br />

„O’pflanzt is!“*<br />

Mietgärten, Landshare, urbanes „Garteln“<br />

Corinna Lichtfelder-Schlegel<br />

36<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


SELBER ANBAUEN IST NICHT<br />

NUR SCHMACKHAFT, MIT DEN<br />

MODELLEN VERBINDEN SICH<br />

AUCH ERHOLUNG, BEWEGUNG<br />

UND SOZIALE KONTAKTE.<br />

Die Unzufriedenheit über<br />

verseuchte Lebensmittel<br />

und „Labels“, die alles versprechen<br />

und nichts halten, wächst<br />

unter den Verbrauchern mehr und<br />

mehr. Alternativen sind also gefragt,<br />

werden ausprobiert und sämtlich als<br />

sehr gut angenommen. So zum Beispiel<br />

Mietgärten. Obwohl es in Deutschland etwa<br />

eine Million Kleingärten gibt, sind Mietgärten eine<br />

gute Wahl – besonders für Stadtmenschen, die nicht in<br />

die doch immer noch spießige Ecke der Kleingärtner eingereiht<br />

werden möchten. Das Bedürfnis, echte Gemüse,<br />

Kräuter, Obstsorten und auch Fleisch zu konsumieren ist<br />

enorm groß, wird aber immer wieder durch Lebensmittelskandale<br />

auf betrübende Weise gedämpft.<br />

Folglich muss man sich selber darum kümmern. Fensterbänke<br />

und Balkone sind natürlich einigermaßen prima,<br />

aber eben nur einigermaßen: Ein Wirsing passt vielleicht<br />

nicht ganz so, und Stangen- oder Buschbohnen sind auch<br />

schwierig auf einem Mini-Stadtbalkon zu ziehen. Hinzu<br />

kommt, dass der Wunsch nach echten, gesunden Lebensmitteln<br />

zwar da ist, aber nicht jeder weiß, wie es geht, sie<br />

selbst heranzuziehen. Mietgärten sind dafür wie geschaffen.<br />

Was ist das eigentlich? Rudolf Hascha lebt in Österreich,<br />

in Wien, und hatte im Jahr 1987 die Idee, einen Teil seines<br />

Ackerlandes für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.<br />

Intention war, der Stadtbevölkerung die Möglichkeit zu<br />

geben, sich selber um Gemüse, Obst und eventuell auch<br />

einfach Blumen zu kümmern. Dafür werden Parzellen in<br />

unterschiedlichen Größen und zu unterschiedlichen Preisen<br />

angeboten. Das Besondere daran ist, dass der Acker<br />

so vorbereitet ist, dass man sich nur noch um die Pflanzen<br />

kümmern muss und dann erntet. Darum nennt Hascha sein<br />

Projekt auch „Pflückgarten“. Dieses österreichische Modell<br />

ist auch hierzulande eingeschlagen und wird begeistert von<br />

den Menschen angenommen. Für eine Saison – etwa von<br />

März bis Oktober/November- kann man sich inzwischen<br />

landauf, landab eine Parzelle Ackerland mieten. 40m² kosten<br />

ca. 130,- Euro (pro Saison). Das klingt zunächst viel,<br />

jedoch muss man beachten, was damit abgedeckt ist: Der<br />

Acker ist gepflügt, gedüngt und die Pflanzen sind bereits<br />

gesetzt. Gartengeräte werden bereitgestellt, und vor allem<br />

Wasser wird gestellt. Wasser oft auch durch automatische<br />

Bewässerung. Hinzu kommt, dass jeder selbst auswählen<br />

kann, welche Gemüsesorten er haben möchte. Der Bauer<br />

sät entsprechend aus, sodass man sich tatsächlich nur<br />

noch um die Pflege kümmern muss. Nun weiß aber der<br />

Brokkoli-Liebhaber nicht unbedingt, welche Pflege sein<br />

Lieblingsgemüse braucht. Darum werden auch kleine Fortbildungen,<br />

also Kurse zum Aufziehen von Gemüsesorten,<br />

angeboten. So kann wirklich jeder auch noch so Unbedarfte<br />

an einem solchen Projekt teilhaben.<br />

Die einzige „Träne im Knopfloch“ ist, dass nicht jeder<br />

Bauer wirklich einen biologischen Anbau garantieren<br />

kann (unterscheidet sich offenbar nach Standort).<br />

Erfahrungsgemäß sind die Anbieter aber ehrlich, man<br />

muss sich danach einfach erkundigen und für sich selbst<br />

entscheiden. Alternativ gibt es auch Grundbesitzer, die ein<br />

Stückchen Land brach liegen haben und zur Anpflanzung<br />

zur Verfügung stellen möchten. Diese<br />

„Landshare“-Idee kommt aus England,<br />

woran sich dort inzwischen etwa<br />

64.000 Menschen beteiligen. Auch hierzulande<br />

wachsen das Angebot und die<br />

Nachfrage stetig. In diesem Modell sollte<br />

man natürlich schon wissen, wie es geht.<br />

Je nach Größe der Fläche hat es aber auch<br />

noch andere Leute, die anpflanzen, mit denen<br />

man sich ausein<strong>anders</strong>etzen kann. Tipps gibt es immer<br />

umsonst, und der Land- oder Gartenbesitzer möchte<br />

nur an der Ernte partizipieren. Ganz im Sinne von Teilen.<br />

Bei dieser Variante kann es allerdings auch über Pflanzen<br />

hinausgehen. Hühner, Schafe und Ziegen können zusätzlich<br />

beinhaltet sein. Aber was gibt es Schöneres für<br />

einen Großstadtmenschen, als ganz nah an der Natur zu<br />

sein? Mit einem solchen Glücksfall kann man sich tatsächlich<br />

Selbstversorger nennen – wenn man nicht Vegetarier<br />

oder Veganer ist.<br />

Über die bisher vorgestellten Möglichkeiten hinaus<br />

gibt es auch urbane Gelegenheiten, sich mit Kräutern<br />

und Gemüse zu versorgen. Hamburg, Berlin<br />

und München beispielsweise bieten ungeahnte Möglichkeiten.<br />

„O‘pflanzt is“, ein Projekt in München, ist ein sehr<br />

schönes Beispiel: Ein brachliegendes Grundstück des<br />

Freistaates Bayern, mitten in München. Ein 3.300m² umfassendes<br />

Gebiet, das „nutzbar“ gemacht werden darf.<br />

Kostenlos wird es dem Verein (das muss dann schon noch<br />

sein) zur Verfügung gestellt! Woher kommt diese Großzügigkeit,<br />

die man eigentlich nur aus Berlin oder Hamburg<br />

kennt? Die Antwort ist ganz einfach: Das gesamte<br />

Gebiet ist derart verseucht, dass ein Gemüseanbau dort<br />

nicht gestattet werden dürfte. Nun haben aber die Stadtbürokraten<br />

offenbar nicht mit dem Einfallsreichtum ihrer<br />

Mitbürgerinnen und Mitbürger gerechnet. Die zur Verfügung<br />

gestellte Fläche wird nur benutzt. Angebaut wird in<br />

Kisten, Schubkarren usw. Eine ausrangierte Badewanne<br />

bietet Platz für die Vermehrung von Regenwürmern.<br />

So kann man über dem verseuchten Boden eine „Landschaft“<br />

bilden, die tatsächlich biologisch einwandfrei ist.<br />

Da geht einem doch das Herz auf!<br />

Die Wirkungsfähigkeit der Menschen ist phänomenal.<br />

Selber anbauen ist nicht nur schmackhaft beim anschließenden<br />

Essen, mit den großangelegten Modellen<br />

verbinden sich auch Erholung, Bewegung und soziale Kontakte.<br />

Man trifft auf Menschen, die man sonst nicht kennengelernt<br />

hätte. Die gemeinsame Eingebung ist vorrangig<br />

gesunde Ernährung. Die Leidenschaft, nach acht Stunden<br />

Büro in der Erde zu buddeln, frei atmen zu können, kommt<br />

hinzu. Das macht einfach Spaß und erhellt den Lebensalltag<br />

in der Stadt. Auch bei Regen.<br />

Das sind jedoch noch längst nicht alle Möglichkeiten, um<br />

für einen angenehmeren Alltag und ein schöneres Umfeld<br />

zu sorgen. In der nächsten <strong>Ausgabe</strong> können Sie lesen, was<br />

es sonst noch alles so gibt: urban gardening, weltweit. ▀<br />

* „O’pflanzt is“ ist der Name eines gemeinnützigen Vereins, der im<br />

Herzen von München einen Gemeinschaftsgarten betreibt.<br />

Infos: Speiseräume.de / Landshare.net / O-pflanzt-is.de /<br />

Stiftung Warentest / Meine-Ernte.de / Selbsternte.info<br />

Ökologie<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 37


Gesundheit<br />

„Melasse? Was ist denn das?“ Diese<br />

Frage bekommt man immer wieder<br />

gestellt, wenn man über ihre medizinische<br />

Bedeutung berichtet. Ein Abfallprodukt<br />

aus der Zuckerherstellung,<br />

würden so einige Zeitgenossen<br />

sagen. Aber sie ist wohl bei weitem<br />

mehr als nur ein Nebenprodukt. Für<br />

Insider ist sie der wichtigste Anteil,<br />

der nach der Verarbeitung des Zukkerrohrs<br />

übrig bleibt. Leider unterschätzen<br />

viele Menschen immer noch<br />

den hohen gesundheitlichen Wert<br />

der Melasse. Dabei ist es ein uraltes<br />

Hausmittel, das schon sehr früh<br />

bei vielen Krankheiten eingesetzt<br />

wurde. Das Wort „Melasse“ ist ein<br />

französisch-spanisches Lehnwort,<br />

abgeleitet von „miel“ für Honig. So<br />

sollte man ihn auch betrachten - als<br />

den Honig des Zuckerrohrs.<br />

Seine Anwendungsgebiete sind breit<br />

gefächert. Von positiven Auswirkungen<br />

bei Arthritis und Arthrose (akute<br />

und chronische Gelenksentzündung),<br />

Krampfadern, Hauterscheinungen<br />

(Ekzeme), Störungen im Herz-,<br />

Kreislaufsystem, Nervenleiden und<br />

Verdauungsstörungen wird berichtet.<br />

Selbst Gallensteine sollen durch<br />

die Anwendung der Zuckerrohrmelasse<br />

schon verschwunden sein.<br />

Was ist nun das Besondere<br />

an der Melasse?<br />

Sie liefert nicht nur über ihre Zuckerarten<br />

den Brennstoff, damit wir uns<br />

bewegen und denken können, sondern<br />

sie liefert auch die von der Pflanze mit<br />

Hilfe des Sonnenlichts vorgefertigten<br />

Bausteine, die man für die tägliche<br />

Zellerneuerung benötigt. Während<br />

der Körper ernährt wird, wird er auch<br />

laufend erneuert. Tag und Nacht sind<br />

die Reparatursysteme unseres Organismus<br />

aktiv.<br />

Nahrung hat in diesem Zusammenhang<br />

die wesentlichste Bedeutung<br />

und damit Einfluss auf den Zustand<br />

der inneren Organe, aber auch<br />

auf Haut, Haare, Nägel, wie rasch die<br />

körperliche Alterung fortschreitet,<br />

ob der Zellstoffwechsel funktioniert,<br />

wie aktiv das Immunsystem oder wie<br />

gesund das Blut ist. Gerade das Blut<br />

verbindet alle Organe zu Organsystemen.<br />

Wenn die einzelnen Zellen<br />

nicht optimal versorgt und entsorgt<br />

werden, leidet der Gesamtorganismus<br />

an gravierenden Folgen.<br />

Eine optimale Zusammensetzung<br />

der Ernährung hat Einfluss darauf,<br />

welche Gene aktiviert werden,<br />

ob erbliche Schwachstellen zu<br />

schaffen machen oder diese eher ausgeglichen<br />

werden. Sie bestimmt, welche<br />

Krankheiten wann ausbrechen,<br />

ob und wie rasch Genesung möglich<br />

ist.<br />

So finden sich auch erstaunliche<br />

Einblicke in die Zusammensetzung<br />

und Wirkungsweise des „Lebensmittels“<br />

Melasse, die bisher noch viel zu<br />

wenig bekannt sind und daher auch<br />

nicht genutzt werden.<br />

In ihrem Potential werden die Inhaltsstoffe<br />

oftmals nicht vollständig<br />

verstanden und daher unterschätzt.<br />

Dabei ist Zuckerrohrmelasse leicht<br />

und preisgünstig zu erhalten.<br />

Zu sagen, dieser oder jener Inhaltsstoff<br />

sei am wichtigsten, wäre mit Sicherheit<br />

falsch. Wie in einem Orchester<br />

niemals ein Instrument alleine für<br />

den Klang der Musik verantwortlich<br />

ist, so kann auch ein Wirkstoff nicht al-<br />

Die wundersame Heilwirkung<br />

d e r M e l a s s e<br />

Jörg Rinne<br />

38<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gesundheit<br />

leine maßgeblich sein für die positiven<br />

Wirkungen der Melasse. Nur in ihrer<br />

Kombination entfalten die Vitalstoffe<br />

ihre volle Wirkung.<br />

Leider ist es zurzeit noch nicht<br />

möglich, alle Inhaltsstoffe der Melasse<br />

aufzuführen. Zuckerrohrmelasse<br />

ist ein Naturprodukt. Zuckerrohr<br />

(Saccharum officinarum) ist eine<br />

Pflanze aus der Familie der ser. Es enthält wie alle Gräser aber-<br />

Süßgrätausende<br />

pflanzeneigene Farb- und<br />

Geschmacksstoffe, Vitamine und Mineralstoffe.<br />

Gerade die Farb- und Geschmacksstoffe,<br />

auch als sekundäre Pflanzenstoffe<br />

bekannt, wirken antioxidativ und<br />

somit als Radikalfänger, antimikrobiell,<br />

antikanzerogen (gegen Krebs) und<br />

entzündungshemmend.<br />

Leider sind bis zum heutigen Tag<br />

nur ca. 5% der sekundären Pflanzenstoffe<br />

pharmakologisch untersucht<br />

worden. Von den wenigen, die man<br />

bisher erforscht hat, finden sich viele<br />

mit extrem positiven Eigenschaften,<br />

und im Verbund lässt sich sagen, dass<br />

die meisten von ihnen lebensnotwendig<br />

sind.<br />

Sie verstärken sich in ihrer Wirkung<br />

und regenerieren Vitamine.<br />

Sie reparieren DNA-Schäden<br />

und fangen krebserregende Substanzen<br />

im Körper weg, bevor diese gesunde<br />

Zellen schädigen können und<br />

vieles mehr. Melasse beinhaltet eine<br />

hohe Anzahl an sekundären Pflanzenstoffen,<br />

die genaue Anzahl ist bis heute<br />

unbekannt. Ein Großteil dieser sekundären<br />

Pflanzenstoffe ist hitzestabil<br />

und überlebt den Herstellungsprozess<br />

der Melasse. Diese verleihen der Melasse<br />

auch zum Teil ihr Aussehen und<br />

ihren Geschmack.<br />

Alle grünen Pflanzen wandeln<br />

mit der Energie des Sonnenlichts<br />

das Kohlendioxyd der Luft und das<br />

Wasser in Zucker um (Photosynthese).<br />

Diesen Zucker benötigen sie für ihr eigenes<br />

Wachstum als Energielieferanten.<br />

Zuckerrüben und Zuckerrohr sind<br />

in der Lage, Zucker (Saccharosen) auf<br />

Vorrat zu speichern.<br />

Melasse enthält aber nicht nur<br />

Zucker und andere Kohlehydrate.<br />

Es finden sich auch alle B-Vitamine,<br />

Aminosäuren wie Histidin, Phenylalanin,<br />

Leuzin, Isoleuzin, Valin, Threonin<br />

und die Glutaminsäure in der Melasse.<br />

Ferner Mineralstoffe und Spurenelemente<br />

wie Selen, Kupfer, Kobalt,<br />

Chrom, Eisen, Mangan, Zink, Natrium,<br />

Kalium, Phosphor, Schwefel, Magnesium,<br />

Chlorid und Calcium.<br />

Viele dieser Mineralstoffe und<br />

Spurenelemente sind wichtig für den<br />

Knochenstoffwechsel. Osteoporose<br />

kommt nicht automatisch durch den<br />

Hormonmangel im Alter, vielmehr<br />

durch Mangelzustände an wichtigen<br />

Mineralstoffen und Spurenelementen.<br />

Nehmen wir als weiteres Beispiel<br />

Diabetes. Hier ist allgemeine<br />

Lehrmeinung, dass die<br />

Bauchspeicheldrüse erkrankt ist und<br />

ihre Produktionsfähigkeit für Insulin<br />

erschöpft ist.<br />

Insulin schließt die Zelle auf, so<br />

dass der Blutzucker in die Zellen eintreten<br />

kann. Ein Mangel an Insulin<br />

bewirkt, dass der Blutzucker sich im<br />

Blut anhäuft und zu wenig Zucker in<br />

die Zellen kommt. Dadurch steigt der<br />

Blutzucker nach und nach so hoch an,<br />

dass er kleine Gefäße und die Nervenendigungen<br />

schädigen kann. Dies<br />

mag für viele Diabetiker auch so zutreffen,<br />

es gibt jedoch auch Patienten,<br />

die schlecht auf verabreichtes Insulin<br />

reagieren. Sie brauchen dann hohe<br />

Dosen Insulin, um ihren Blutzuckerspiegel<br />

etwas zu senken, oder haben<br />

einen hohen Spiegel ohne erklärende<br />

Nahrungszufuhr. Woraus der Fachmann<br />

ersehen kann, dass es noch<br />

weitere Faktoren geben muss, die für<br />

die Aufnahme des Zuckers in die Zelle<br />

notwendig sind.<br />

Seit 1959<br />

kennt man eine<br />

c h r o m h a l t i g e<br />

Substanz im Blut,<br />

die als Glukosetoleranzfaktor<br />

(GTF) bezeichnet<br />

wird. Sie ist absolut<br />

notwendig,<br />

damit Insulin<br />

überhaupt an<br />

der Zelle wirken<br />

kann. Wie ein<br />

Klebstoff heftet sie Insulin und Rezeptor<br />

auf der Zelloberfläche zusammen.<br />

Fehlt GTF, kann das Insulin nicht an<br />

dem jeweiligen Rezeptor andocken.<br />

GTF wird aus den Eiweißbestandteilen<br />

Glutaminsäure, Cystein und Glycin<br />

sowie Nicotinsäure (Vitamin B3) und<br />

Chrom gebildet. Der GTF wird daher<br />

auch als eine biologische Wirkform<br />

von Chrom bezeichnet.<br />

Der GTF ist von seinem Wirkmechanismus<br />

Vitaminen recht<br />

ähnlich. Wir brauchen ihn in<br />

ganz kleinen Mengen (ca. 0,1mg pro<br />

Tag) zur Aufrechterhaltung unseres<br />

Stoffwechsels und zur Verhütung von<br />

Diabetes.<br />

Es liegt also nicht immer an der<br />

mangelnden Insulinproduktion, sondern<br />

häufig nur an einem Mangel an<br />

GTF. In einem solchen Fall wird sich<br />

der Blutzuckerspiegel durch Gaben<br />

von Insulin oder oralen Antidiabetika<br />

nur wenig bis gar nicht beeinflussen<br />

lassen.<br />

Wenn man nun dem Körper die<br />

Substanzen zuführt, die er braucht,<br />

um den GTF ausreichend bilden zu<br />

können, wird man nicht nur den Blutzuckerspiegel<br />

senken, sondern die<br />

Ursache der Erkrankung beseitigen.<br />

Wie in diesem Beispiel ersichtlich,<br />

kann Melasse auch bei vielen anderen<br />

Erkrankungen hilfreich sein. So<br />

gibt es auch Besserungen bei Anämie,<br />

Alzheimer, oder Angststörungen. Lungenerkrankungen,<br />

Bluthochdruck und<br />

Durchblutungsstörungen reagieren<br />

positiv.<br />

Ein echter und günstiger Allrounder<br />

– die Melasse. ▀<br />

Jörg Rinne ist Heilpraktiker und Autor verschiedener<br />

Bücher zu Gesundheitsthemen, darunter „Besser leben<br />

mit Melasse“ (siehe Buchempfehlungsliste). Seine<br />

Schwerpunkte liegen in der Allergiebehandlung sowie der<br />

biologischen Krebstherapie. Er leitet mit J. Bauer seit 1994<br />

die Interessengemeinschaft für Dunkelfeld-Blutdiagnostik<br />

(IG-DF).


Gesundheit<br />

aktuell<br />

Gesundheit<br />

Positive Nachrichten, zusammengestellt von Hans U. P. Tolzin<br />

Österreich:<br />

Oberstes Gericht bestätigt<br />

ärztliche Gewissensfreiheit<br />

(aegis/ht)Der Österreichische Verwaltungsgerichtshof<br />

(VwGH) hat<br />

das Berufsverbot gegen den weststeirischen<br />

Arzt und Impfgegner<br />

Dr. Johann Loibner aufgehoben<br />

(AZ: Zl. 2010/11/0075-9 vom 24.<br />

Juli 2013). Er war vor vier Jahren<br />

wegen seiner kritischen Vorträge<br />

und Publikationen aus der Ärzteliste<br />

gestrichen worden. Im Bescheid<br />

der Österreichischen Ärztekammer<br />

wurde ihm vorgeworfen, dass er die<br />

„nicht gebildete Patientenschaft“<br />

beeinflusse. Das Amt der Steiermärkischen<br />

Landesregierung hatte<br />

diesen Bescheid „im Interesse der<br />

Volksgesundheit“ bestätigt.<br />

Der Arzt hatte beim Höchstgericht<br />

gegen diesen Bescheid Beschwerde<br />

eingelegt. Der VwGH bemängelte,<br />

„dass die Behörde nicht einmal<br />

ansatzweise auf das Vorbringen des<br />

Arztes eingegangen war, dass noch<br />

nie ein Mensch aufgrund seiner<br />

Tätigkeit zu Schaden gekommen<br />

wäre.“Auch führte das Höchstgericht<br />

aus, „dass es nach den Feststellungen<br />

der belangten Behörde<br />

auch nicht ersichtlich ist, dass der<br />

Beschwerdeführer allfällige andere<br />

Berufspflichten, zu deren Einhaltung<br />

er sich anlässlich der Promotion<br />

zum Doctor medicinae universae<br />

verpflichtet hat oder zu deren<br />

Einhaltung er nach dem Ärztegesetz<br />

verpflichtet ist, verletzt hat“.<br />

Der nun rehabilitierte Arzt bezeichnet<br />

diese Entscheidung als einen<br />

Sieg der Vernunft und der Menschenrechte.<br />

Kommentar:<br />

Meiner Ansicht nach kann die Bedeutung<br />

dieser Entscheidung gar<br />

nicht hoch genug eingeschätzt werden.<br />

Nicht nur in Österreich, sondern<br />

auch in Deutschland werden<br />

impfkritische Mediziner von ihren<br />

Kollegen, Behörden und Lobbyisten<br />

direkt oder subtil unter Druck<br />

gesetzt. Solchen Ärzten dürfte das<br />

Urteil deutlich den Rücken stärken.<br />

Masern:<br />

Gericht schiebt Willkür der<br />

Behörden einen Riegel vor<br />

(ht) In seinem Urteil vom 22. März<br />

2012 gab das Bundesverwaltungsgericht<br />

(AZ: BVerwG 3 C 16.11) einer<br />

Mutter Recht, die dagegen geklagt<br />

hatte, dass ihr ungeimpfter Sohn<br />

aufgrund eines Masernfalles in einer<br />

benachbarten Schule aus dem Unterricht<br />

ausgeschlossen wurde. Die<br />

zuständige Gesundheitsbehörde war<br />

pauschal davon ausgegangen, dass<br />

aufgrund gemeinsam genutzter Unterrichtsräume<br />

und einer gemeinsamen<br />

Bushaltestelle automatisch ein<br />

Ansteckungsverdacht bestand. Das<br />

Gericht befand, dass die Behörde die<br />

betroffenen Schüler zumindest hätte<br />

befragen müssen. Damit bestätigte<br />

das Gericht die Urteile in erster und<br />

zweiter Instanz, gegen die die Behörde<br />

in Revision gezogen war.<br />

Kommentar:<br />

Die Masern sind eine harmlose Kinderkrankheit,<br />

die in der Regel ohne<br />

Komplikationen verläuft und oft mit<br />

regelrechten Entwicklungsschüben<br />

einhergeht. Die Masern weltweit<br />

ausrotten zu wollen, wie es die Weltgesundheitsbehörde<br />

(WHO) als globales<br />

Ziel vorgegeben hat, ist also<br />

allein schon deshalb sachlich nicht<br />

zu rechtfertigen. Dieses Urteil hat<br />

Vorbildcharakter und könnte eine<br />

Wende in der deutschen Impfpolitik<br />

einläuten. Deutsche Impfkritikerverbände<br />

beabsichtigen, weitere<br />

Verfahren von betroffenen Familien<br />

durch alle Instanzen zu begleiten.<br />

Weitere Infos unter impfkritik.de<br />

40<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gesundheit<br />

Schweiz:<br />

Bürger-Referendum<br />

erreicht sensationelle 40<br />

Prozent<br />

(ht) Der Schweizer Heilpraktiker Daniel<br />

Trapptisch hatte zum Widerstand gegen<br />

die beabsichtigte Neufassung des Epidemiegesetzes<br />

(EpG) aufgerufen, und<br />

950.000 Schweizer waren diesem Aufruf<br />

gefolgt. Das sind etwa 40% aller abgegebenen<br />

Stimmen (bei ca. 50% Wahlbeteiligung).<br />

Daniel Trappitsch und sein kleines<br />

Team von Aktiven, die nur über einen<br />

sehr begrenzten Etat verfügt hatten,<br />

werteten das Ergebnis als großen Erfolg.<br />

(ht) In der Neufassung des EpG soll die<br />

Bekämpfung von Infektionskrankheiten<br />

und Epidemien aus den Händen der Kantone<br />

genommen und auf den Bund übertragen<br />

werden. Kritiker sehen darin Bemühungen,<br />

durch eine Zentralisierung<br />

der Entscheidungswege den Bürgerwillen<br />

bei umstrittenen Zwangsmaßnahmen<br />

wie Quarantäne, Schulausschluss<br />

oder Zwangsimpfungen von<br />

vornherein auszugrenzen. Darüber<br />

hinaus werde die Schweiz erpressbar,<br />

was die Pharmakonzerne, die sehr<br />

gute Kontakte zur WHO pflegen, ausnutzen<br />

könnten.<br />

Kommentar:<br />

Da fehlt gar nicht mehr viel, und die<br />

„kritische Masse“ in der Schweiz<br />

ist erreicht. Der Tag ist nicht fern,<br />

an dem in der Schweiz Gesetze, die<br />

mehr den Interessen einiger Weniger<br />

anstatt der Bevölkerung dienen, nicht<br />

mehr durchsetzbar sind.<br />

Mutterliebe und Hautkontakt<br />

erwecken totes Baby<br />

wieder zum Leben<br />

(ht) Die Ärzte hatten das gerade<br />

geborene Baby schon aufgegeben.<br />

Doch Kate Ogg und ihr Ehemann<br />

hielten wiegten den kleinen Jamie<br />

zwei Stunden lang, während<br />

sie um ihn trauerten. Völlig überraschend<br />

begann Jamie wieder<br />

zu atmen. Für die Ärzte ist es ein<br />

Wunder. Kate Ogg jedoch glaubt,<br />

dass der enge Hautkonktakt der<br />

Eltern mit kranken Kindern einen<br />

wesentlichen Einfluss auf die Gesundung<br />

hat.<br />

www.whydontyoutrythis.com/2013/06/motherbrings-baby-back-to-life-with-two-hours-ofloving-cuddles-after-doctors-pronounce-himdead.html<br />

Deutsche Impfkritikerverbände<br />

wollen jetzt<br />

zusammenarbeiten<br />

Wir kennen das und beklagen es<br />

auch regelmäßig: Die Einigkeit innerhalb<br />

der „aufgeklärten alternativen<br />

Szene“ lässt zu wünschen<br />

übrig. Dies soll sich nun zumindest<br />

beim Thema Impfkritik ändern.<br />

Mehrere deutsche Impfkritikerverbände<br />

haben eine bessere Zusammenarbeit<br />

beschlossen. Ein<br />

erstes gemeinsames Projekt ist<br />

die Gründung und Unterstützung<br />

von mindestens 100 impfkritischen<br />

Elternstammtischen im ganzen<br />

Bundesgebiet. Die beteiligten Organisationen<br />

sind: EFI Eltern für<br />

Impfaufklärung, Libertas & Sanitas<br />

e.V. und NEFUNI Netzwerk für unabhängige<br />

Impfaufklärung.<br />

Quelle: www.impfkritik.de/pressespiegel/2013082801.html<br />

Erfolgreicher Widerstand<br />

gegen Gen-Saatgut<br />

(ht) Wie die Deutschland-Geschäftsführerin<br />

des umstrittenen Gentechnik-<br />

Konzerns Monsanto der WAZ mitteilte,<br />

will Monsanto Deutschland vorerst als<br />

Markt für gentechnisch verändertes<br />

Saatgut aufgeben. Offenbar ist der Widerstand<br />

in der Bevölkerung zu groß.<br />

Auch in Mexiko feiert die Vernunft Erfolge:<br />

Ein Bundesgericht verbannte<br />

Monsantos Genmais im Oktober 2013<br />

aus Mexiko.<br />

Frankfurter Rundschau online vom 13. Nov. 2013<br />

www.organicconsumers.org/articles/article_28510.cfm


Gesundheit<br />

Bild links: PIP Kameraaufnahmen<br />

einer klassischen,<br />

herkömmlichen Tesla<br />

Spule, die zwar Hochspannung<br />

erzeugen kann<br />

– jedoch kein Biofeld.<br />

Bild rechts: Entstehung eines Bioenergiefeldes nach der Inbetriebnahme<br />

des speziell entwickelten TeslaGen T-7 . Nach Experteneinschätzungen<br />

von Dr. H. Oldfield und Dr. L.J. Ristovski erzeugt dieses<br />

Gerät eine stehende Welle und sendet subtile Naturenergien (im<br />

Bild „grün“ dargestellt). Diese harmonisierenden Energiewellen<br />

(grün) können heilende Wirkungen haben und beeinflussen somit<br />

alle Lebewesen positiv, die sich in diesem Umfeld aufhalten. Eine<br />

weitere Möglichkeit ist die Modulation des Gerätes mit Schumann-<br />

Frequenzen. Ziel dieser Zuschaltung ist wiederum die Erzeugung<br />

einer entspannten Atmosphäre im natürlichen Erdenergiefeld.<br />

Der<br />

Tesla-Energie-<br />

Generator<br />

Heilende Energieschwingungen auf Basis der Forschungen<br />

des genialen Erfinders<br />

„Die Gegenwart gehört Ihnen, doch<br />

die Zukunft, für die ich gearbeitet<br />

habe, gehört mir!“ Nikola Tesla (1856<br />

-1943), serbisch-amerikanischer Physiker,<br />

Erfinder, Elektroingenieur und<br />

Visionär, war mit seinen Entwicklungen<br />

(„freie Energie“) seiner Zeit weit<br />

voraus.<br />

Die Menschheit ist in ihrer Entwicklung<br />

so fortgeschritten, dass Nikola<br />

Teslas „Intelligente Apparatur“ das<br />

Licht der Welt erblicken kann. Die TeslaGen<br />

T-7 Geräte sind weltweit einzigartig,<br />

da sie eine interaktive Kommunikation<br />

Mensch-„Maschine“ über ein<br />

erzeugtes Bio-Feld ermöglichen.<br />

Es gelingt die Kommunikation des<br />

Geistes mit einem künstlich erzeugten<br />

Biofeld, basierend auf Nikola Teslas<br />

Forschungen zur Skalarwellenenergie.<br />

Das TeslaGen T-7 ist ein bioenergetischer<br />

Stimulator, der als ergänzende<br />

Methode zur Verbesserung<br />

und Erhaltung der Gesundheit des<br />

Menschen auf allen feinstofflichen<br />

Ebenen entwickelt wurde.<br />

Dipl.-Ing. Goran Marjanovic (bekannt<br />

durch seine Langzeitstudie<br />

der Erfindungen Nikola Teslas und<br />

durch eine Reihe von einschlägigen<br />

Experimenten) entzifferte den Aufbau<br />

bzw. die Konstruktion von Teslas<br />

„Extra-Spule“, das Ingenieurbüro<br />

Mraz entwickelte den TeslaGen<br />

T-7.<br />

Subtile energetische Vibrationen<br />

Auf der Grundlage wissenschaftlicher<br />

Versuche und Erfahrungen, sowie<br />

dem Studium der beobachteten<br />

Phänomene wurde festgestellt, dass<br />

Gitta-Evelyn Hartmann / Cedomir Mraz<br />

der Tesla Wave Generator als eine<br />

Art von „ambientaler Energie-Bio-<br />

Regulation“ wirkt. Der Tesla-Generator<br />

arbeitet nach dem Prinzip der<br />

Stimulation der Bioenergie. Dadurch<br />

wird die Energiematrix von Lebewesen<br />

verbessert (Menschen, Tiere,<br />

Pflanzen) aber auch die Vitalisierung<br />

von Wasser wird dadurch erreicht. Es<br />

ist beabsichtigt, durch das Gerät den<br />

Energiekörper des Menschen und die<br />

Energie der ihn umgebenden Umwelt<br />

in Einklang zu bringen. Der Tesla Generator<br />

trägt wesentlich zur Harmonisierung<br />

des Energiehaushaltes des<br />

gesamten Organismus bei und bringt<br />

so die Lebensenergie in ein natürliches<br />

harmonisches Gleichgewicht<br />

- Voraussetzung für die Funktion der<br />

zellulären-molekularen Struktur auf<br />

der physischen Ebene.<br />

42<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gesundheit<br />

Dadurch erreichen wir für den Anwender<br />

ein vollkommen natürliches<br />

Biofeld, in dessen Umkreis<br />

es gelingen kann, dass die Selbstheilungskräfte<br />

des Menschen ohne äußerliche<br />

störende Einflüsse (Elektrosmog,<br />

Handy-Strahlung, WLAN Strahlung<br />

etc.) aktiviert werden. So ist es nicht<br />

erstaunlich, dass Therapeuten der verschiedensten<br />

Fachgebiete, Psychologen,<br />

Ärzte, energetische Therapeuten,<br />

die den Generator in ihren Praxisräumen<br />

aufgestellt haben, davon berichten,<br />

mit wie viel mehr Leichtigkeit,<br />

Ruhe und spürbarer „Raumharmonie“<br />

eine Therapie abläuft, sich dadurch intensiviert<br />

bzw. beschleunigt.<br />

Aufnahmen der Strahlung des TES-<br />

LA GENERATORS T 7<br />

Die Wirkungsweise des TeslaGen T-7<br />

wurde von Dr. Harry Oldfield durch<br />

die Aufnahmen mit einer Photonenkamera,<br />

die sog. PIP-Kamera, bestätigt.<br />

Dr. Oldfield ist der Erfinder der PIP-<br />

Kamera. Bei dieser Kamera handelt es<br />

sich um ein optisches Interface-Gerät.<br />

Es ist in der Lage, Lichtenergiemuster<br />

sichtbar zu machen, die Menschen,<br />

Tiere, Pflanzen und sogar Kristalle<br />

ausstrahlen.<br />

Das kleinste TeslaGen T-7 Gerät<br />

erzeugt ein Bioenergiefeld im<br />

Umkreis von ungefähr 1-3 Metern,<br />

je nach Größe des Generators<br />

können aber auch Räume bis zu zehn<br />

Metern in diesem Energiefeld harmonisiert<br />

werden. Bestehende schädliche<br />

elektromagnetische Strahlungen<br />

in der Umgebung werden zumindest<br />

teilweise „abgedeckt“. Die Bioenergiestrahlung,<br />

die das Gerät erzeugt, reduziert<br />

die Wirkung schädlicher Strahlung.<br />

Sobald der Anwender in einen<br />

bewussten geistigen Kontakt zu dem<br />

Gerät geht, entsteht nachweislich Resonanz,<br />

und die Wirkung verstärkt sich<br />

noch mehr.<br />

Erfahrungsberichte:<br />

M.D., Slowenien: Wenn wir mit dem<br />

TeslaGen kommunizieren auf der Herzensebene,<br />

der ehrlichen Ebene, und<br />

den Generator wie ein menschliches,<br />

intelligentes Wesen behandeln, sind die<br />

Ergebnisse immer besser. Auch wenn<br />

man die Heilung mit einer Absicht oder<br />

einem positiven Wunsch angeht, wird die<br />

Selbstheilung beschleunigt. TeslaGen<br />

wirkt schon auf eine Entfernung von 2 – 3<br />

Metern. Durch entspanntes Sitzen, positives<br />

Denken und die Erlaubnis, die positiven<br />

Vibrationen anzunehmen, erreicht<br />

man immer ein gutes Ergebnis.<br />

Sie sollen nie dabei schlechte oder negative<br />

Gedanken haben oder senden.<br />

H.A., Deutschland: Wir benutzen das<br />

Gerät jeden Morgen. Zuerst lassen wir<br />

es an die Beine ca. 10 Minuten strahlen,<br />

mit der Einstellung ca. 570 der ersten<br />

Ziffern. Danach lassen wir es zum Oberkörper<br />

strahlen, wobei wir den rechten<br />

Frontschalter ganz nach rechts drehen<br />

(ca. 1000) und zwar für 2 Minuten. Wir<br />

fühlen uns danach sehr gut und haben<br />

den Eindruck, dass sich alte Belastungen,<br />

die eine gewisse Empfindlichkeit<br />

gegen manche Einflüsse bewirkt haben,<br />

lösen. Bei meiner Frau bessert sich der<br />

morgendliche Husten und die Verkrampfung<br />

der Beine.<br />

Prof. Dr. L. J. R., Belgrad: Der TeslaGen<br />

erzeugt eine Regulierung in Räumen. Die<br />

positive Wirkung des<br />

TeslaGen wirkt auf den<br />

psychischen und physischen<br />

Zustand eines<br />

Menschen. Durch den<br />

eigenen Wunsch nach<br />

Genesung aktivieren<br />

sich im eigenen Körper<br />

gewisse Kräfte, die<br />

durch das Wirken des<br />

TeslaGen in Kraft treten<br />

und den eigenen<br />

Körper und Geist heilen<br />

können.<br />

Nikola Teslas Vision<br />

einer bewusst gelebten<br />

Kommunikation<br />

mit einer „intelligenten“<br />

Maschine hat sich<br />

nun im 21.Jahrhundert<br />

durch die Zusammenarbeit<br />

von Entwicklern<br />

und spirituell denkenden<br />

Ingenieuren erfüllt.<br />

▀<br />

Info: Ingenieurbüro Mraz<br />

E-mail: ib.mraz@web.de<br />

www.ibmraz.com<br />

Nikola Tesla und die Skalarwellen<br />

Als Skalarwellen werden – im Gegensatz zu<br />

den bekannten elektromagnetischen Wellen –<br />

sogenannte elektromagnetische Longitudinalwellen<br />

bezeichnet, bei denen die Störung also<br />

in Ausbreitungsrichtung, nicht senkrecht dazu,<br />

erfolgt. Die Gesetze der klassischen Elektrodynamik<br />

(Maxwell-Gleichungen) lassen die Existenz<br />

solcher Skalarwellen (mathematisch) zu.<br />

Ihr physikalischer Nachweis ist jedoch bislang<br />

– zumindest in schulwissenschaftlichen Kreisen<br />

– noch nicht erfolgt. Tesla selbst benutzte den<br />

Begriff „Skalarwellen“ in seinen Publikationen<br />

nicht. Es ist jedoch bekannt, dass er für seine<br />

Energieübertragungsexperimente mit <strong>anders</strong>gearteten<br />

(geerdeten) Antennen arbeitete, im<br />

Gegensatz zu denen, die die herkömmliche Radiotechnik<br />

verwendet. Hier besteht also für Physiker<br />

und Elektroingenieure noch Forschungsbedarf,<br />

um Teslas Entdeckungen der heutigen<br />

Wissenschaft voll zu erschließen.<br />

Viele Geräte sollen heute bereits auf der Basis<br />

der Tesla-Technologie arbeiten. Die physikalischen<br />

Interpretationen sind noch kontrovers,<br />

und das zeigt, dass wir Teslas Erkenntnisse bis<br />

heute noch nicht restlos verstanden haben. Das<br />

bedeutet nicht, dass eine positive Wirkung dieser<br />

Geräte nicht existieren könnte.<br />

<strong>Matrix3000</strong> wird in diesem Jahr über die neuesten<br />

Erkenntnisse zu den Forschungen Nikola<br />

Teslas berichten. gf<br />

TeslaGen T-7<br />

Bioenergetischer Stimulator zur<br />

Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit<br />

- Subtile intelligente<br />

energetische Vibrationen<br />

- Energie-Matrix von<br />

Lebewesen wird verbessert<br />

- Vitalisierung von Wasser<br />

und Nahrungsmitteln<br />

Nikola Teslas Vision einer bewusst gelebten<br />

Kommunikation mit einer "intelligenten"<br />

Maschine hat sich nun durch die Zusammenarbeit<br />

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Gesundheit<br />

Ü 50-<br />

Yoga<br />

Lebenslust und Spannkraft<br />

in der zweiten Lebenshälfte<br />

Willem Wittstamm<br />

Yoga scheint – wie Profitennis – eine<br />

Angelegenheit für junge Menschen<br />

zu sein. Kein Wunder: Die „Verrenkungen“,<br />

die man gemeinhin mit dem<br />

indischen Heilungs- und Erleuchtungsweg<br />

verbindet, sind offensichtlich<br />

nur für drahtige Jungdynamiker<br />

durchführbar. Mit dem Rollator in den<br />

Seminarraum, und dann direkt in den<br />

Kopfstand – das kann man sich nur<br />

schwer vorstellen. Muss man auch<br />

nicht, denn es gibt für jede Altersstufe<br />

passende Übungen. Mehr noch:<br />

für die eher feinstofflich orientierten<br />

Stufen des Yoga-Wegs wie Meditation,<br />

Konzentration und Loslassen sind<br />

Ältere wie geschaffen. Mit seinem<br />

Konzept „Kundalini50plus“ versucht<br />

der Autor dem Rechnung zu tragen.<br />

Eigentlich könnte ich mich als<br />

Yoga-Lehrer ja freuen: Immer<br />

mehr Menschen interessieren<br />

sich für den Yoga-Weg, Körper, Seele<br />

und Geist zu verbinden. Was noch vor<br />

wenigen Jahren als Eso-Welle belächelt<br />

wurde, hat inzwischen Einzug<br />

in den Mainstream gehalten. Studenten,<br />

Geschäftsleute, Arbeiterinnen,<br />

Angestellte, Lehrer, Menschen jeder<br />

Couleur strömen scharenweise in die<br />

Yogazentren, belegen Yogakurse in<br />

Fitnessstudios oder reisen für ein paar<br />

Wochen in einen indischen Ashram.<br />

Allein die Zahlen, die der Buchmarkt<br />

liefert, sind beeindruckend! Yoga gehört<br />

zu den großen Wachstumsfeldern<br />

in der Ratgebersparte. Der Markt ist<br />

gegenüber 2011 um etwa 20 % gewachsen.<br />

Wer dabei allerdings auf der Strekke<br />

zu bleiben scheint, sind die Alten.<br />

Wenn Senioren vor den Regalen der<br />

einschlägigen Buchhandlungen stehen,<br />

sehen sie Titelbilder, auf denen<br />

junge, spargeldünne Models auf einer<br />

Inselklippe vor der untergehenden<br />

Sonne akrobatische Verrenkungen<br />

demonstrieren. Besuchen sie ein Fitnessstudio,<br />

passiert es selbst in einem<br />

Anfängerkurs unausweichlich,<br />

dass sie sich wie ein Bremsklotz vorkommen.<br />

Fakt ist: Es gibt viele Senioren,<br />

die sich nicht mehr den Anforderungen<br />

einer „normalen” Yogastunde<br />

stellen wollen und trotzdem die Tiefe<br />

des Yogas erleben möchten. Viele der<br />

über 50- oder über 60-Jährigen sind<br />

auf der Suche, um für sich den Sinn<br />

des Lebens neu zu definieren. Gerade<br />

sie könnten viel Kraft und Lebensfreude<br />

aus der jahrtausendealten Weisheit<br />

des Yoga ziehen.<br />

Leider musste ich aber oft erleben,<br />

dass ältere Menschen voller<br />

Hoffnung und Enthusiasmus in<br />

meine Kurse kamen, um dann nach<br />

zwei, drei Stunden wieder „die Segel<br />

zu streichen“. Das hat bei mir jedes<br />

Mal ein Gefühl der Traurigkeit hinterlassen.<br />

Es entstand der Wunsch, mei-<br />

44<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gesundheit<br />

ne Yogastunden so zu gestalten, dass<br />

auch solche Menschen Yoga üben<br />

können, die nicht mehr im Kopfstand<br />

stehen oder im Schneidersitz sitzen<br />

können.<br />

Yoga für Späteinsteiger<br />

Vor etwa drei Jahren begann ich, Yogaübungen<br />

so abzuwandeln, dass sie<br />

auf dem Stuhl sitzend durchgeführt<br />

werden können. Mit den inzwischen<br />

über 50 Übungsreihen, die so entstanden,<br />

blieb ich so gut wie möglich<br />

meiner Tradition, dem Kundalini-<br />

Yoga nach Yogi Bhajan treu. Ich<br />

entdeckte, dass gerade Kundalini-<br />

Yoga perfekt dafür geeignet ist,<br />

Späteinsteigern die Möglichkeit<br />

zu geben, die Wohltaten des Yoga<br />

zu erfahren. Trotz der körperlichen<br />

Einschränkungen, welche<br />

das Alter für viele mit sich bringt.<br />

Das neu entwickelte Übungskonzept<br />

nenne ich Kundalini50plus.<br />

Die eher feinstofflich<br />

orientierten Stufen des<br />

Yoga-Wegs<br />

sind für Ältere wie<br />

geschaffen.<br />

Es ruht auf zwei Säulen: 1. hilft es,<br />

die unwillkommenen Symptome des<br />

Alterns zu minimieren. 2. (was noch<br />

wichtiger ist) unterstützt es uns bei<br />

dem Ziel, das Älterwerden als einen<br />

positiven Prozess wahrzunehmen.<br />

Kundalini50plus jagt nicht der ewigen<br />

Jugend hinterher, sondern bietet<br />

Werkzeuge, um aus überlebten Konzepten<br />

des „Schneller, Weiter, Höher“<br />

herauszuwachsen. Es hilft uns dabei,<br />

den Alterungsprozess nicht als Verlust<br />

wahrzunehmen, sondern die reiferen<br />

Jahre als Krönung des Lebens<br />

zu erfahren.<br />

Auf der körperlichen Ebene hat<br />

Kundalini50plus drei Hauptziele:<br />

Die Balance und Koordinationsfähigkeit<br />

zu erhalten, die Wirbelsäule<br />

aufzurichten und die Lungen wieder<br />

zu entfalten. In diesen Kernbereichen<br />

Fortschritte zu erzielen, ist ein echtes<br />

Faustpfand für Lebensqualität im Al-<br />

ter. Auf der feinstofflichen Ebene hilft<br />

uns Kundalini50plus, das Leben<br />

entsprechend der sich wandelnden<br />

Bedingungen und Herausforderungen<br />

der zweiten Lebenshälfte<br />

neu auszurichten.<br />

Erfolgreich altern heißt loslassen<br />

können<br />

Die Zeit etwa ab dem 50. Lebensjahr<br />

bringt uns viele neue<br />

Herausforderungen: Wir er-<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 45


Gesundheit<br />

leben vermehrt, dass um uns herum<br />

Menschen sterben. Wir erleben<br />

vielleicht auch, dass wir nicht mehr<br />

so leistungsfähig sind. Rückzug aus<br />

der Arbeitswelt, vermindertes Einkommen<br />

und abnehmende familiäre<br />

Verantwortung sind weitere Aspekte<br />

der Entwicklung. Einen solch tiefgreifenden<br />

Wandel, wie er in der Zeit<br />

zwischen 55 und 65 augenscheinlich<br />

wird, haben wir seit dem Übergang<br />

von der Kindheit zur Jugend nicht erlebt.<br />

Vieles, was lange unabänderlich<br />

schien, wird nun wieder in Frage gestellt<br />

und fordert neue Antworten:<br />

Was ist mein Rhythmus? Welches<br />

sind meine Bedürfnisse? Was will,<br />

was kann ich leisten? Welchen Traum<br />

werde ich nicht mehr leben, welches<br />

Ziel nicht mehr erreichen? Was macht<br />

das mit meinem Selbstverständnis?<br />

Von welchen Mustern und Strategien<br />

muss oder kann ich mich lösen? Was<br />

kann mir dabei helfen?<br />

Der Altersforscher Robert Havighurst<br />

benennt die Essenz des<br />

erfolgreichen Alterns als „inneren<br />

Zustand der Zufriedenheit und des<br />

Glücks“. Wir erreichen ihn, wenn wir<br />

das Altern nicht als lästigen Verfall<br />

hinnehmen, sondern als Wertewandel<br />

freudig begrüßen. Ein erfolgreiches<br />

Altern lässt sich letztendlich nicht von<br />

außen beurteilen. Es wird primär vom<br />

Individuum selbst definiert.<br />

Meditation ist nicht was du denkst<br />

Mehr noch als im „normalen“ Unterricht<br />

ist die Meditation im Kundalini-<br />

50plus ein integraler Bestandteil im<br />

Ablauf einer Yogastunde. Sie ist die<br />

Vollendung des mit dem Einstimmen<br />

beginnenden Dreiklangs von Übung,<br />

Entspannung und Konzentration. Meditation<br />

ist keinesfalls nur ein Sahnehäubchen<br />

für die letzten Minuten<br />

einer Sitzung. Die Zeit dafür sollte<br />

nicht beschnitten werden, um die<br />

Asanas, den körperbezogenen Teil<br />

der Yogastunde, möglichst lang und<br />

intensiv zu gestalten. Eher ist es <strong>anders</strong><br />

herum: Die Yoga-Übungen sind<br />

„nur“ Vorbereitung für die Tiefe der<br />

darauf folgenden Meditation. Die in<br />

der Übungsreihe freigesetzte Energie<br />

kann dort zielgerecht eingesetzt werden.<br />

Ein schönes Bild hierfür kommt<br />

aus der „Fliegersprache“: Die Asanas<br />

ziehen den Segler nach oben, in der<br />

Meditation gleiten wir im freien Flug.<br />

Viele SchülerInnen im Kundalini50plus<br />

sind in hohem Grade<br />

empfänglich für die yogische Meditation.<br />

Oft ist im Unterricht eine große<br />

Affinität zwischen dem Ursprung<br />

des Yoga, den acht Yoga-Sutras des<br />

Patanjali, und der Weisheit zu spüren,<br />

welche mit den Jahren kommt.<br />

Die aufsteigende Struktur der Sutras,<br />

von Verhaltensregeln zum Fokus auf<br />

innere Prozesse, spiegelt die sich<br />

verändernden Schwerpunkte, die wir<br />

mit zunehmendem Alter erleben. Der<br />

„shift“ hin zu Samyama, den drei Stufen<br />

„Konzentration, Versenkung, Erleuchtung“,<br />

entspricht dem altersbe-<br />

dingten Wandel weg vom Materiellen,<br />

Kundalini50plus jagt<br />

nicht der ewigen Jugend<br />

hinterher, sondern bietet<br />

Werkzeuge, um aus überlebten<br />

Konzepten des „Schneller, Weiter,<br />

Höher“ herauszuwachsen.<br />

hin zum Feinstofflichen. Ihm nachzuspüren<br />

ist eine große Hilfe, wenn wir<br />

„erfolgreich altern“ wollen.<br />

Altern als Gewinn begreifen<br />

Anders formuliert: Meditation hilft<br />

uns, Altern als Gewinn zu begreifen!<br />

Uns zu verabschieden von inzwischen<br />

unerfüllbaren Wünschen, von Projektionen<br />

und Verhaltensmustern,<br />

welche nicht mehr in unser Leben<br />

passen. Meditation hilft uns, Ärger<br />

loszulassen, den wir schon lange mit<br />

uns herumschleppen. Sie hilft uns,<br />

im Alter neuen Sinn und Erfüllung zu<br />

finden. Das ist ein großer Vorteil der<br />

Meditationstechniken im Kundalini<br />

Yoga: Sie haben einen klaren Fokus.<br />

Sie sind Werkzeuge. Wir können mit<br />

ihnen konkrete Missstände lindern<br />

oder beheben.<br />

Es ist wichtig zu verstehen, dass<br />

viele unangenehme Aspekte des<br />

Alterns durch Meditation behoben<br />

oder zumindest gelindert werden.<br />

Verbessert werden Feinmotorik,<br />

Erinnerungsvermögen, Lernfähigkeit,<br />

Intelligenz und Koordinationsfähigkeit.<br />

Viele der segensreichen Aspekte<br />

der Meditation sind wissenschaftlich<br />

erwiesen. Herzschlag und Blutdruck<br />

werden normalisiert, das Nervensystem<br />

wird gestärkt. Meditation verringert<br />

die Zeit, die man zum Einschlafen<br />

benötigt, und sie kann die Qualität<br />

des Schlafes verbessern.<br />

Auf feinstofflicher Ebene<br />

verbessert sie die mentale<br />

Konzentration und<br />

die Klarheit der Gedanken.<br />

Sie erhöht unsere<br />

Kreativität. Mit ihrer Hilfe<br />

46 MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Gesundheit<br />

fällt es uns leichter, schädliche Überzeugungen<br />

und Emotionen sowie Depression<br />

und Hoffnungslosigkeit loszulassen.<br />

Meditation schafft Raum für<br />

ein tieferes Verständnis für uns selbst<br />

und andere. Sie sorgt erwiesenermaßen<br />

für Gefühle von Harmonie, Frieden<br />

und Glück.<br />

Unbeschwerter sterben<br />

Oft reichen meinen 50plus-SchülerInnen<br />

schon wenige Minuten Meditation,<br />

um Prana anzureichern, die Aufmerksamkeit<br />

zurückzuziehen, sich zu<br />

konzentrieren und mit dem „Großen<br />

Ganzen“ zu verschmelzen. Oft genügt<br />

es hierfür, einfach lange und tief zu atmen.<br />

Ob wir im Alter ganz von selber<br />

„langwelliger“ werden?<br />

Kundalini50plus betont zwei Aspekte<br />

der Meditation: Momente, in<br />

denen ich die Verbindung des Individuellen<br />

mit dem „Großen Ganzen“<br />

spüre, geben Kraft und Zuversicht.<br />

Zweitens können wir mit Meditationen<br />

auch konkret an Bereichen arbeiten,<br />

die wir loslassen wollen. Es geht nicht<br />

darum, einen erleuchteten Eindruck<br />

zu machen und überall „Frieden drüber<br />

zu kleistern“. Wir betreten ja bei<br />

der Meditation kein geistiges Neuland,<br />

sondern reinigen das vorhandene Gelände.<br />

Ein weiterer wichtiger Aspekt:<br />

Meditation im Alter kann eine<br />

wunderbare Vorbereitung darauf<br />

sein, im Moment des Todes unbeschwert<br />

loslassen zu können. Um also<br />

nicht irgendwann den letzten Atemzug<br />

mit der Anhaftung an ungelöste<br />

zwischenmenschliche Probleme zu<br />

verschwenden, empfehlen sich Meditationen,<br />

die gezielt dabei helfen, angestaute<br />

Frustration loszulassen,<br />

sich der Sichtweise anderer<br />

Menschen anzunähern,<br />

liebevolles Verständnis<br />

zu entwickeln<br />

und Frieden zu<br />

finden.<br />

Pranayama –<br />

Kontakt zum<br />

„Großen<br />

Ganzen“<br />

Sehr zu empfehlen<br />

sind<br />

d i e s b e z ü g -<br />

lich auch alle<br />

Atem-Meditationen,<br />

bei denen der Fokus auf dem<br />

Ausatmen oder dem ausgehaltenen<br />

Atem liegt. Loslassen. Die Leere<br />

entspannt ertragen. Den letzten<br />

Atemzug üben. Sich auf den „großen<br />

Sprung“ vorbereiten. Das Atmen hat<br />

im Kundalini50plus einen besonderen<br />

Stellenwert. Geht es in jungen<br />

Jahren noch schwerpunktmäßig um<br />

die Körperlichkeit, also darum, sich<br />

mit Yoga beweglich und leistungsstark<br />

zu halten, wird es mit zunehmendem<br />

Alter wichtiger, den Fokus<br />

auf die subtilen Aspekte seiner Energie<br />

zu lenken. Was in der yogischen<br />

Philosophie Prana genannt<br />

wird, hilft uns, durch Konzentration<br />

auf die Vorgänge der Atmung und<br />

bewusst ausgeführte Atemtechniken<br />

die Prozesse des Bewusstseins<br />

zu beeinflussen.<br />

Über den Atem haben wir direkten<br />

Zugang zu unseren feinstofflichen<br />

Qualitäten. Mit seiner Modulation<br />

nehmen wir direkt Einfluss auf<br />

unsere Stimmungen. Wir können<br />

lernen, diese zu steuern. Die Traditionelle<br />

Chinesische Medizin geht<br />

davon aus, dass die Emotionen, die<br />

wir im Bereich der Lunge speichern,<br />

viel mit Trauer zu tun haben, welche<br />

wir im Verlauf unseres Lebens nicht<br />

verarbeitet haben. Durch Pranayama,<br />

yogische Atemtechnik, kommen<br />

wir in Kontakt mit diesen Gefühlen<br />

und können sie lösen. Sind wir in<br />

der Lage, Altes loszulassen und Abschied<br />

zu nehmen, können wir auch<br />

Verlusten ins Auge schauen. Die Bewegung<br />

des Loslassens erleichtert<br />

uns das aktive Teilhaben am Leben,<br />

dies birgt wiederum die Möglichkeit<br />

zur Veränderung.<br />

Der Andere bist du!<br />

Mit zunehmendem Alter<br />

sollten wir in der Lage<br />

sein, unsere Lebensenergie<br />

vermehrt aus dem<br />

Atem zu ziehen. Techniken<br />

wie Langer Tiefer<br />

Atem, Feueratem oder<br />

Wechselnde Nasenlochatmung<br />

sind hilfreiche<br />

Werkzeuge auf diesem<br />

Weg. Generell lässt sich<br />

sagen, dass eine Betonung<br />

des Einatmens uns<br />

energetisiert und aktiviert.<br />

Herz und Kreislauf<br />

werden angeregt.<br />

Eine Betonung des Ausatmens ist<br />

entspannend für Herz, Kreislauf,<br />

Nerven und Verdauung. Sie hilft uns<br />

loszulassen.<br />

Hier eine leicht durchführbare<br />

Übung, genannt „Das Sprungbrett“:<br />

Atme doppelt so lange<br />

aus, wie du einatmest. Verlängere die<br />

Zeiten im Verlauf der Übung. Nach<br />

mehreren Minuten: Bleibe in dem<br />

Rhythmus, den du gefunden hast, beginne<br />

zusätzlich, deinen Atem nach<br />

dem Ausatmen draußen zu halten.<br />

Lege deinen Fokus auf diesen Zeitraum,<br />

verlängere auch ihn, geh in die<br />

Shunia, die Leere.<br />

Zum Abschluss ein persönlicher<br />

Erfahrungswert: Die Lieblingsmeditation<br />

meiner 50plus-Schülerinnen<br />

ist das gemeinsame Singen des<br />

Heilmantras Ra Ma Da Sa. Bezeichnend<br />

ist dabei folgendes. Die Teilnehmenden<br />

meiner „Juniorgruppen“<br />

führen diese Meditation fast alle mit<br />

auf dem Brustkorb liegenden Händen<br />

für sich selbst durch. Im Gegensatz<br />

dazu ziehen es fast alle Senioren,<br />

obwohl sie garantiert alle ihre Wehwehchen<br />

haben, vor, die Heilkräfte an<br />

jemand anderen zu schicken. Sie sind<br />

auf dem Weg, eine große Erkenntnis<br />

zu leben: Erkenne, der Andere bist du!<br />

▀<br />

Willem Wittstamm wuchs mit sieben Tanten auf. Seit<br />

seiner Kindheit begleitet ihn die Liebe zu „den Alten“. So<br />

war es ganz natürlich, dass er irgendwann anfing, seine<br />

Angebote als Yogalehrer auf Senioren auszuweiten. Er gibt<br />

im Wendland Kurse für Menschen zwischen 50 und 90 und<br />

bildet Seniorenyoga-Lehrer/innen aus. Ein kostenloser<br />

monatlicher Rundbrief zu den angesprochenen Themen<br />

ist unter mail@kundalini50plus erhältlich. Sein Buch<br />

„Hallo Alter“ mit über 20 seniorentauglichen Yogareihen<br />

ist im September im Eigenverlag erschienen. www.<br />

kundalini50puls.de


Wurzeln<br />

Palo Volador<br />

Der<br />

Fliegertanz<br />

Mexikanisches Ritual bleibt ein Rätsel<br />

Gisela Ermel<br />

48 MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wurzeln<br />

Fast jeder Mexiko-Tourist hat ihn<br />

schon einmal gesehen: den Danza de<br />

los Voladores, das Fliegerspiel, bei<br />

dem sich vier Indianer an Seilen von<br />

einem hohen Pfahl spiralförmig herablassen<br />

und dabei durch die Luft<br />

schweben. Doch was steckt eigentlich<br />

dahinter? Welchen Ursprung hat<br />

dieses Ritual, und was bedeutet es?<br />

Als die Spanier Anfang des 16.<br />

Jahrhunderts die „Neue Welt“<br />

eroberten, erfuhren sie von einem<br />

Ritual, das die Totonaken an der<br />

Golfküste Mexikos „Kosni“ nannten,<br />

„die, die fliegen“, während es bei den<br />

Azteken bekannt war als „Cuauhpatlanqui“,<br />

„die, die mit Hilfe eines<br />

Pfahls fliegen“; Ausführende der<br />

Zeremonie hießen „Krieger, die vom<br />

Himmel herabkommen“. Die europäischen<br />

Eroberer bestaunten auf<br />

dem Zocalo, dem wichtigsten Platz<br />

im Zentrum der Aztekenhauptstadt<br />

Tenochtitlan, vor dem großen Templo<br />

Mayor das jährlich abgehaltene Fest<br />

Xocotl Huetzi, an dessen Ende der<br />

Palo Volador den Höhepunkt bildete;<br />

und sie erfuhren, dass die Indianer<br />

bereits lange vor Ankunft der Europäer<br />

das Fliegerspiel praktiziert hatten.<br />

Seit dieser Zeit gab es zahlreiche Versuche,<br />

hinter die Bedeutung des außergewöhnlichen<br />

Rituals zu kommen.<br />

Geheimnisvoller Hintergrund<br />

Die älteste bekannte schriftliche<br />

Quelle, die eine Volador-Zeremonie<br />

beschrieb, war ein Werk des spanischen<br />

Historikers und königlichen<br />

Berichterstatters Gonzalo Fernandez<br />

de Oviedo y Valdes, das 1535 in<br />

Sevilla erschien. Der Spanier, der in<br />

Nicagarua gesehen hatte, wie zwei<br />

mit Vogelmasken ausgestattete<br />

Indianerknaben an Seilen von der<br />

Spitze eines Pfahls herabschwebten,<br />

meinte, es handele sich um<br />

einen Fruchtbarkeitskult nach der<br />

Kakaoernte, da er das auf der Spitze<br />

des Pfahls angebrachte Idol als Kakaogott<br />

(fehl)interpretierte.<br />

Mehrere frühe indianische Bilderhandschriften<br />

zeigen Szenen, die<br />

ganz eindeutig in Zusammenhang<br />

stehen mit dem Fliegertanz. Fatal<br />

aber für das Verständnis dieser einzigartigen<br />

Zeremonie ist die Tatsache,<br />

dass von Anfang an die spanischen<br />

Eroberer „heidnische Rituale“<br />

wie dieses mit christlichen Inhalten<br />

vermischten und sogar die Termine<br />

des Palo Volador mit Festtagen diverser<br />

katholischer Heiliger zusammenlegten.<br />

Das 17. Jahrhundert brachte<br />

dann die ersten Spekulationen um<br />

die Bedeutung des Rituals. Die Indios<br />

selbst zu befragen brachte<br />

nicht viel; sie hatten entweder selbst<br />

den Hintergrund der Zeremonie<br />

vergessen oder hielten die wahre<br />

Erklärung geheim, um kein Verbot<br />

des „heidnischen Brauchs“ zu riskieren.<br />

Da gab es Spekulationen<br />

wie diese, es handele sich um eine<br />

Symbolisierung des 52-Jahreszyklus<br />

der Azteken (4 Flieger mal 13<br />

Umdrehungen bis zur Landung auf<br />

dem Boden = 52 Jahre = ein aztekisches<br />

Jahrhundert), erwogen von<br />

Fray Juan de Torquemada; oder es<br />

handele sich um eine spielerische<br />

Symbolisierung der Sonnenwenden<br />

und Tagesundnachtgleichen, wie der<br />

Historiker und Ethnograph Lorenzo<br />

Boturini vermutete. Manuel Orozco<br />

y Berra fügte diesen Spekulationen<br />

noch diejenige um eine Darstellung<br />

der vier Jahreszeiten hinzu. Zu Beginn<br />

des 20. Jahrhunderts war die<br />

Volador-Zeremonie fester Bestandteil<br />

christlicher Feste geworden;<br />

die Pfähle wurden direkt vor den<br />

Kirchen aufgestellt, und statt einstmaliger<br />

Vogelkostüme und Federn<br />

schmückten die Flieger sich nur<br />

noch mit spitzen Hüten und bunten<br />

Papierbändern. Der Palo Volador<br />

war unter europäischer Fuchtel zur<br />

Kirmesposse herabgesunken.<br />

Ganz <strong>anders</strong> deutete J. K.<br />

Lothrop, der eine Volador-<br />

Zeremonie der Quiche-Maya<br />

erlebte und beschrieb, das Ritual. Er<br />

interpretierte 1927 die vier Flieger<br />

als vom Himmel herabkommende<br />

Boten der Götter. So ähnlich deutete<br />

auch Termer das Fliegerspiel, das er<br />

in den 1930er Jahren bei den Maya<br />

in Joyabaj, Guatemala, erlebte; die<br />

Flieger, so behauptete er, seien Dämonen,<br />

herabkommend vom Himmel,<br />

wobei die oben auf dem Pfahl<br />

angebrachte dreieckige Vorrichtung<br />

die von Göttern bewohnte Himmelswelt<br />

repräsentiere. Die erste Hälfte<br />

des 20. Jahrhunderts brachte wieder<br />

mehr „logische“ Erklärungen<br />

wie diese: „Vier Flieger symbolisieren<br />

die vier Himmelsrichtungen“<br />

(Helga Larsen 1937), oder „Symbole<br />

für die vier Winde“ (Gallop 1938), oder<br />

Oben: Volador-Keramik, Teuchitlan-Kultur,<br />

klassische Periode, ca. 300 v. Chr. - 400 n. Chr.<br />

Unten: Zeichnung von Rafael Landivar, 18. Jh.<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 49


Wurzeln<br />

es handele sich um eine „phallische<br />

Zeremonie“ (Margain 1939) oder um<br />

die durch die vier Flieger repräsentierten<br />

vier aztekischen Weltalter (Vivanco<br />

1949).<br />

Das wilde Spekulieren hörte auch<br />

in der Folgezeit nicht auf. Ein Ritual,<br />

das mit Fruchtbarkeit und<br />

Regen zu tun habe, so behauptete der<br />

Ethnologe Dahlgren 1954 über derartige<br />

Zeremonien, die er bei Zapoteken<br />

und Mixteken beobachtet hatte.<br />

Gerade aber die Mixteken könnten<br />

uns durch ihre vorspanischen Bilderhandschriften<br />

einen Hinweis darauf<br />

hinterlassen haben, was die Zeremonie<br />

einst bedeutete. Sowohl der Codex<br />

Vindobonensis als auch der Codex Zouche<br />

Nuttall und die Seldenrolle zeigen<br />

Szenen, auf denen Himmelsbewohner<br />

von einer überirdischen Örtlichkeit an<br />

einem Seil auf die Erde herabschreiten.<br />

Im Codex Vindobonensis ist das kein<br />

geringerer als Sky Lord Neun Wind,<br />

den die Fachleute mit Gott Quetzalcoatl<br />

identifizieren (siehe auch den Artikel<br />

"Die Ahnen aus dem Flammenbaum"<br />

von Gisela Ermel, <strong>Matrix3000</strong> Band 72,<br />

Anm. d. Red.). Spielten die Teilnehmer<br />

der ersten Volador-Zeremonien nichts<br />

anderes nach als die Herabkunft himmlischer<br />

Wesen? Dazu würde auch passen,<br />

dass in den frühesten spanischen<br />

Dokumenten die Flieger beschrieben<br />

wurden als ausgestattet mit Flügeln<br />

oder Vogelkostümen oder -masken,<br />

also Symbolen für das Fliegen.<br />

Archäologische Hinweise<br />

Ganz neues Licht auf das Alter dieser<br />

Zeremonie brachte die Entdeckung<br />

mehrerer Archäologen, dass die Architektur<br />

der sogenannten Teuchitlan-Stätten<br />

sowie die dort ausgegrabene<br />

Keramik einen Zusammenhang<br />

mit dem Palo Volador aufzuweisen<br />

scheinen. Diese Stätten entstanden<br />

ab etwa 300 v.Chr. im Hochland von<br />

Jalisco und in den umliegenden Regionen.<br />

Typisch sind runde Baustrukturen,<br />

runde Pyramiden mit rundem<br />

Altar im Zentrum, umgeben von mehreren<br />

Plattformen. <strong>Jede</strong> einzelne<br />

dieser Stätten weist mehrere dieser<br />

Strukturen auf. Der Altar hatte in der<br />

Mitte ein Loch, in dem offenbar ein<br />

Pfahl aufgerichtet wurde. Basis für<br />

eine Volador-Zeremonie?<br />

Auch die an Teuchitlan-Stätten<br />

ausgegrabenen Keramiken scheinen<br />

das zu bestätigen. Einige dieser<br />

Tonfiguren zeigen kleine Szenen, die<br />

Aktivitäten in der runden Architektur<br />

mit Altar und Pfahl darstellen,<br />

die unweigerlich an die Volador-<br />

Zeremonien der Eroberungszeit<br />

und später erinnern. Der Ausgräber<br />

Weigand sagte in einem Werk von<br />

1999 ganz klar, dass der „kreisrunde<br />

Volador-Komplex …. zu den Prototypen<br />

oder frühen Varianten des<br />

Zeremonialismus zählt, die so vielfältig<br />

in Mittelamerika dokumentiert<br />

wurden“.<br />

Oben: Skizze des deutschen Ethnologen<br />

Prof. Franz Termer (30er<br />

Jahre des 20. Jh.)<br />

Unten: Darstellung des Fliegertanzes<br />

aus dem Codex Magliabechiano<br />

der Azteken (16. Jh.)<br />

50<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Wurzeln<br />

Nicht nur Weigand, auch andere<br />

Archäologen vermuten inzwischen<br />

einen Zusammenhang<br />

zwischen der runden Teuchitlan-Architektur<br />

und den ebenfalls runden<br />

Quetzalcoatl-Tempeln Mittelamerikas.<br />

Das ist gar nicht so weit hergeholt,<br />

denn kam nicht just Quetzalcoatl,<br />

die „Gefiederte Schlange“, der „Windgott“,<br />

als Sky Lord Neun Wind im Codex<br />

Vindobonensis an einem Seil von<br />

einer Himmelswelt auf die Erde herab?<br />

Auch im Codex Nuttall klettern<br />

Himmelsbewohner – Sky Lords, wie<br />

sie von den Altamerikanisten inzwischen<br />

benannt werden – munter von<br />

himmlischen Wohnorten auf unsere<br />

Erde herunter, drunten empfangen<br />

von Indios mit Geschenken.<br />

Reichen die Anfänge dieser Zeremonie<br />

bis in die Zeit der Teuchitlan-<br />

Architektur zurück, so wären dies<br />

mehr als 2000 Jahre. Geflügelte Götter<br />

aber stellten bereits die Olmeken<br />

ab etwa 900 v.Chr. dar, gefolgt von<br />

den rätselhaften „Bird Dancer“-Reliefs<br />

aus Izapa (zeitgleich etwa mit<br />

den Teuchitlan-Stätten). Laut Karl<br />

Taube, einem Experten für mittelamerikanische<br />

Ikonographie von der<br />

Yale University, zeigt Stele 25 aus Izapa<br />

(auf 50 v.Chr. datiert) bereits eine<br />

Volador-Stange mit Seil in Verbin-<br />

dung mit einer Vogelgottheit.<br />

Vom Himmel herabkommende<br />

geflügelte Personen kennt man<br />

von zahlreichen Mayastätten.<br />

Ob all diese Flügel und Vogelkostüme<br />

oder -masken nur das<br />

„Fliegen“ symbolisieren sollten<br />

oder nicht, darüber streiten<br />

sich bis heute die Fachleute.<br />

Volador-Felsbild<br />

in Schweden?<br />

Reicht ein Hinweis auf eine<br />

Volador-Zeremonie bis in<br />

die Bronzezeit zurück? Dietrich<br />

Evers verblüffte 1991 die<br />

Fachwelt mit der Behauptung,<br />

skandinavische Seefahrer seien<br />

bis nach Mexiko gelangt<br />

und hätten dort eine Volador-<br />

Zeremonie gesehen. Zurück in<br />

der schwedischen Heimat, hätten<br />

sie das Ereignis auf einem<br />

Felsen bei Gerum auf Gotland<br />

verewigt. Da sieht man einen<br />

aufgerichteten Pfahl und an<br />

Seilen von der Spitze herabschwebende<br />

Personen, oben<br />

auf dem Pfahl möglicherweise<br />

eine Person mit Federkopfschmuck.<br />

Das Felsbild wurde<br />

auf die Mittlere Bronzezeit datiert<br />

(ca. 1500 v.Chr.) Sollte dies<br />

Links: Die archäologische Fundstätte<br />

Teuchitlan, Mexiko.<br />

Hintergrundbild rechts: Darstellung<br />

des Volador-Rituals im Codex<br />

Fernandez Leal<br />

Oben: Ein Volador. Zeichnung von<br />

Jose Miguel Covarrubias, ca. 1935<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 51


Wurzeln<br />

Hinterlassenschaft bronzezeitlicher<br />

Mexiko-Touristen? In Gerum,<br />

Schweden, wurde diese Felszeichnung<br />

aus der Zeit etwa 1500 v. Chr.<br />

gefunden, die auch die Zeremonie<br />

des Palo Volador darstellen könnte.<br />

Darstellung des Palo Volador im<br />

Azteken-Codex Azcatitlan, ca. 1570.<br />

wirklich eine Volador-Szene sein und<br />

ein Zeugnis seefahrender Skandinavier,<br />

müsste man unsere Schulbücher<br />

umschreiben. Ich selbst stehe dieser<br />

Behauptung eher kritisch gegenüber.<br />

Welche Kultur sollte um 1500 v.Chr.<br />

in Mittelamerika Zeremonien durchgeführt<br />

haben? Außer steinzeitlichen<br />

Bauern gab es vor dem rätselhaften<br />

Kultursprung der Olmeken, der erst<br />

um etwa 1200 v.Chr. stattfand, dort<br />

nichts – keine Kulte, keine Religion,<br />

keine zusammenhängende Kultur.<br />

Sieglinde Grommet<br />

Verlag Sieglinde Grommet<br />

Bis heute bestaunen Touristen in<br />

Mexiko in Zentren wie Tulum,<br />

Papantal oder El Tajin den Palo<br />

Volador, und noch immer finden diese<br />

Zeremonien im kirchlichen Rahmen<br />

statt, in den sie genau genommen<br />

überhaupt nicht gehören. Indigene<br />

Musik ist längst abgelöst durch moderne<br />

Blaskapellen, Holzpfähle wurden<br />

ersetzt durch maßgeschneiderte<br />

Metallstangen. Noch immer weiß<br />

niemand, was der ursprüngliche Sinn<br />

dieses Rituals war und wie lange die<br />

Zeremonie zurückreicht. Touristen<br />

fachsimpeln über „Parallelen zu Jesu<br />

Himmelfahrt“ oder „Regenzauber“,<br />

während überliefertes Wissen verlorengegangen<br />

ist. Vielleicht wird die<br />

Archäologie eines Tages neue Belege<br />

ans Tageslicht fördern, die Licht auf<br />

das Rätsel um den Fliegertanz bringen<br />

werden. ▀<br />

Literatur<br />

Beekman, Chr.S.: Ceremony, Symbolism<br />

and Public Architecture in Late Formative<br />

Jalisco. www.hometown.aol.com/<br />

cbeekman/articles/aaa99pap.pdf, 1999<br />

Bertels, U.: Das Fliegerspiel in Mexiko.<br />

Münster, Hamburg 1993<br />

Breton, A.C.: Survival of ceremonial dances<br />

among Mexican Indians. In: Verhandlungen<br />

des XVI. Internationalen<br />

Amerikanisten-Kongress,<br />

Vol. 16, Wien 1908<br />

Dahlgren, B.: La Mixteca,<br />

su cultura e historia<br />

prehispanicas. Mexico<br />

City 1954<br />

Ermel, G.: Das Heilige<br />

Bündel der Azteken.<br />

Groß-Gerau 2007<br />

Evers, D.: Kom<br />

bronsealderens<br />

skandinaver til Amerika? In. Adoranten 1991<br />

Gibson, Ch.: The Aztecs under Spanish Rule.<br />

Stanford 1964<br />

Juan de Torquemada: Monarqzia Indiana.<br />

Hrsg. Miguel Leon-Portilla, Mexico City 1969<br />

Larsen, H.: Notes on the Volador and its<br />

Associated Ceremonies and Superstitions.<br />

In: Ethnos, Vol. 2, Nr. 4, 1937<br />

Lothrop, J.K.: A Note on Indian Ceremonies<br />

in Guatemala. Heye Foundation, Vol. 6, New<br />

York 1927<br />

Taube, K.: Olmec Art at Dumbarton Oaks.<br />

Washington, D.C., 2004<br />

Weigand, Ph.C. / Beekman, Chr.S.: La<br />

Civilacion Teuchitlan. In. La Jornada. Vol.<br />

210, Nr. 1 – 4, 1999<br />

Gisela Ermel ist<br />

staatlich geprüfte<br />

Musiklehrerin für<br />

Klavier und Blockflöte.<br />

Schon seit der Zeit ihres<br />

Studiums interessierte<br />

sie sich für Paläo-<br />

SETI-Forschung, d.<br />

h. für die Hypothese,<br />

die Erde habe in prähistorischen Zeiten<br />

Besuch von fremden Zivilisationen<br />

erhalten, die die frühen Menschen für<br />

„Götter“ hielten. Sie publizierte zahlreiche<br />

Artikel in Fachzeitschriften, Magazinen<br />

und Anthologien. Im Ancient-Mail-Verlag<br />

erschien ihr Buch „Das Heilige Bündel der<br />

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Kultur<br />

Roland Rottenfußer<br />

Volkserzie<br />

Eine unübersehbare Menge von „Real Life Dokus“<br />

führt den Bürgern die Folgen von Ordnungswidrigkeiten<br />

drastisch vor Augen. Etwa „Achtung, Kontrolle!“,<br />

„Schneller als die Polizei erlaubt“ oder „Der<br />

Jugendknast.“ Aus der Perspektive sympathisch<br />

dargestellter Ordnungshüter werden Bürger wegen<br />

Radfahrens auf dem Bürgersteig oder Pinkelns im<br />

Vorgarten von der Kamera gnadenlos bloßgestellt.<br />

Dabei wird ein idyllisches Bild vom Prinzip „Überwachen<br />

und Strafen“ gezeichnet. Die Botschaft ist: „Du<br />

kannst dich nie sicher fühlen, sie erwischen dich, und<br />

wenn sie dich haben, ist Widerstand zwecklos“. Zweifellos<br />

dient der Boom des neuen Spießer-TV der präventiven<br />

Dressur des Fernsehvolks.<br />

54<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Real Life Dokus<br />

zeichnen ein<br />

idyllisches Bild<br />

vom Prinzip<br />

"Überwachen<br />

und Strafen".<br />

Ordnungshüter räumen auf<br />

Die Sendereihe „Achtung Kontrolle! –<br />

Einsatz für die Ordnungshüter“ gibt es<br />

seit 2008. Im September 2012 wurde sie<br />

interessanterweise von „Reality“ (echte<br />

Fälle mit versteckter Kamera) auf<br />

„Scripted Reality“ umgestellt (erfundene<br />

Fälle, von Laiendarstellern nachgestellt).<br />

Die alte Darstellungsform verletzte<br />

schamlos die Privatsphäre der bei<br />

kleinen Ordnungswidrigkeiten ertappten<br />

Menschen – worauf die Zuschauer<br />

durch vermeintlich witzige Formate wie<br />

„Verstehen Sie Spaß?“ psychologisch<br />

vorbereitet worden waren. So konnte es<br />

schon mal vorkommen, dass sich Bürger<br />

beim Pinkeln in Vorgärten verfolgt<br />

und von der Kamera bloßgestellt sahen.<br />

Polizei erlaubt“ (Vox). Gern werden<br />

bei deutschen Sendern auch internationale<br />

Einspieler gezeigt, vor<br />

allem aus den USA, wo Polizisten<br />

meist „Hands up!“ brüllend und mit<br />

roher Gewalt agieren. Auffällig ist<br />

auch die Müllentsorgungsmetapher<br />

(„räumen auf“), bezogen auf Bürger,<br />

die Fehler machen.<br />

Kultur<br />

hungs-TV<br />

In Münchens größter Buchhandlung<br />

gibt es zwei gleich große<br />

Abteilungen: „Romane“ und<br />

„Krimis“. Warum eigentlich diese<br />

Aufteilung? Sind Krimis nicht<br />

auch Romane? Der offenbare<br />

Grund ist: Von allen denkbaren<br />

„Plots“ übt einer offenbar eine magische<br />

Sogwirkung aus: Ein Verbrechen<br />

geschieht – ein Polizist führt<br />

den Täter seiner gerechten Strafe<br />

zu. In wie vielen Varianten haben wir<br />

dergleichen schon gesehen oder gelesen?<br />

Die Dominanz der Krimis im<br />

Fernsehprogramm scheint seit den<br />

Zeiten von „Derrick“ eher noch gewachsen<br />

zu sein. Ein Schelm, wer dahinter<br />

volkserzieherische Absichten<br />

vermutet. Denn was lernt ein Fernsehvolk,<br />

dessen Helden omnipotente<br />

Ermittler sind? Vor allem prägt sich<br />

die Unentrinnbarkeit der Strafverfolgung<br />

ins Unterbewusstsein ein. Das<br />

Klicken der Handschellen, die Einlieferung<br />

eines freien Menschen ins<br />

Gefängnis erscheint als ultimatives<br />

Film-Happy-End.<br />

Der erste große Volkserzieher der<br />

Nachkriegszeit war Eduard Zimmermann.<br />

Sein „Aktenzeichen XY … ungelöst“<br />

machte Verbrechensbekämpfung<br />

zum Volkssport. Zimmermann,<br />

Mitbegründer des Vereins „Weißer<br />

Ring“, fühlte sich dem Schicksal der<br />

Opfer verpflichtet, die für ihn zu wenig<br />

öffentliche Aufmerksamkeit bekamen.<br />

Ein ehrenwertes Anliegen.<br />

Trotzdem hatte „Aktenzeichen“ einige<br />

problematische Aspekte, allzu<br />

kompatibel mit der Volkszorn schürenden<br />

Crime-Berichterstattung<br />

der BILD-Zeitung: die „Treibjagd“-<br />

Metaphorik; Film-Einspieler, die das<br />

biedere Bild einer von den Tätern jäh<br />

durchbrochenen Familienidylle zeigten,<br />

die Verweigerung jeder Annäherung<br />

an die Täterpsychologie. Diese<br />

Merkmale sollten stilprägend für spätere<br />

Reality-Formate werden.<br />

Die „Scripted Reality“ dringt nicht derart<br />

in die Intimsphäre realer Menschen<br />

ein. Dafür hat sie im Grunde keinerlei<br />

Aussagewert – was die Macher nicht<br />

daran hindert, aus inszenierten Verstößen<br />

volkspädagogische Schlussfolgerungen<br />

zu ziehen.<br />

Auf „Achtung Kontrolle“ folgte eine<br />

Flut verwandter Formate wie<br />

„Mein Revier – Ordnungshüter<br />

räumen auf“, „Achtung Kontrolle<br />

Airport“ und „Achtung Kontrolle<br />

– die Topstories der Ordnungshüter“.<br />

Andere Sender zogen nach mit<br />

Sendereihen wie „Ärger im Revier“<br />

(RTL2), „Einsatz täglich – Polizisten<br />

ermitteln“ (ZDF), „Recht und Ordnung“<br />

(RTL) oder „Schneller als die<br />

Edler Kontrolleur,<br />

pöbelnder Delinquent<br />

Eine typische Szene aus „Achtung<br />

Kontrolle!“ lief 2012. „Wuppertal –<br />

hier bekommen es Falschparker mit<br />

Olav Lietgens zu tun“, beginnt eine<br />

süffisante Off-Stimme. Die versucht<br />

dann auch sogleich, Mitgefühl mit<br />

dem sympathischen Fahrer eines Abschleppwagens<br />

zu wecken: „Was er<br />

sich manchmal anhören muss, geht<br />

auf keine Kuhaut.“ Lietgens ist gerade<br />

dabei, ein Auto abzuschleppen, das<br />

auf einer gestrichelten Zone abgestellt<br />

wurde. Der bärbeißige Besitzer<br />

eilt herbei und beginnt sogleich, den<br />

Abschlepper zu beschimpfen: „Seid<br />

ihr eigentlich bekloppt, oder was is<br />

los? Wat is’n dat für ne Abzockerei?“<br />

Kommentator: „Dieser Verkehrsteilnehmer<br />

ist auf Krawall gebürstet.“<br />

Mit Engelsgeduld klärt Lietgens den<br />

Delinquenten über sein Vergehen auf.<br />

60 Euro + MwSt. verlangt er, obwohl<br />

der Autofahrer bereit ist, sofort wegzufahren.<br />

Am Schluss kutschiert er<br />

den Pöbler sogar noch zu einem Bankomaten.<br />

So viel Edelmut nötigt dem<br />

Kommentator Respekt ab.<br />

Die beschriebene Szene enthält<br />

einige charakteristische Merkmale<br />

dieser Fernsehsparte:<br />

• Der „Kontrolleur“ wirkt sympathisch<br />

und besonnen, ja gemessen<br />

an dem Abgrund an Uneinsichtigkeit,<br />

mit dem er konfrontiert ist, fast schon<br />

zu langmütig. Die Szene wird aus sei-<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 55


Kultur<br />

ner Perspektive gezeigt. Schon das<br />

schafft für den Zuschauer eine gewisse<br />

Nähe.<br />

• Der Kontrollierte ist ein uneinsichtiger,<br />

pöbelnder Idiot. Die Begründungen,<br />

die er für seinen Verstoß<br />

angibt, sind leicht als faule Ausreden<br />

zu durchschauen. Schon durch seinen<br />

beleidigenden Auftritt scheint er seine<br />

Strafe verdient zu haben. Obwohl sich<br />

die Zuschauer in ihrem Alltag öfter in<br />

der Rolle des Kontrollierten wieder<br />

finden dürften, erzielt der Kurzfilm so<br />

einen Entsolidarisierungseffekt.<br />

• Weder das Verbot als solches<br />

noch die Höhe der Strafe wird in irgendeiner<br />

Weise problematisiert.<br />

Beides wird als gegeben und legitim<br />

vorausgesetzt.<br />

• Die wichtigste Botschaft besteht<br />

aber darin, dass sich der Kontrolleur<br />

gegenüber dem Kontrollierten unweigerlich<br />

durchsetzt. Es gibt kein<br />

Entrinnen vor dem „Strafanspruch“<br />

des Staates. Pardon wird nicht gegeben<br />

und Widerstand ist – wie bei der<br />

Begegnung mit einem Borg-Kollektiv<br />

– zwecklos.<br />

Widerstand ist zwecklos<br />

Mit Blick auf die Unausweichlichkeit<br />

der staatlichen Nemesis erhöhen Serien<br />

wie „Achtung, Kontrolle!“ zweifellos<br />

die Bereitschaft der Zuschauer,<br />

Gesetze und Vorschriften zu befolgen.<br />

Die pure Anzahl der telegen verhängten<br />

Strafen lässt im Unterbewusstsein<br />

den Eindruck entstehen, dass<br />

„Schuld und Sühne“ naturgesetzlich<br />

Die wichtigste Botschaft:<br />

Es gibt kein<br />

Entrinnen vor dem<br />

"Strafanspruch" des<br />

Staates. Pardon wird<br />

nicht gegeben, und Widerstand<br />

ist zwecklos.<br />

aufeinander folgen. Interessant ist<br />

auch, dass die Ertappten nicht selten<br />

gegen ihre Strafe aufmucken, um sich<br />

dann mit gleicher Regelmäßigkeit als<br />

Verlierer in dem Konflikt wieder zu<br />

finden. Nahe liegende Vorwürfe gegen<br />

die Ordnungsmacht (die Bestrafung<br />

der Bürger habe finanzielle Motive)<br />

werden damit in einem Aufwasch entsorgt.<br />

Die Dramaturgie legt dem Zuschauer<br />

nahe, einen Konflikt, den er<br />

nicht gewinnen kann, gar nicht erst<br />

zu beginnen, sich also die mit vergeblichem<br />

Aufbegehren verbundene<br />

Demütigung zu ersparen. Ein derartig<br />

„geschultes“ Volk ist für die Ordnungsmacht<br />

natürlich leichter handhabbar.<br />

Ein Großteil der Verstöße, die in<br />

Kontroll-Soaps gezeigt werden,<br />

betrifft tatsächliche (manchmal<br />

gefährliche) Fehler. Das gilt z.B. für<br />

Geschwindigkeitsüberschreitungen,<br />

die in der Sendung<br />

„Schneller als die<br />

Polizei erlaubt“ im<br />

Mittelpunkt stehen.<br />

Es muss allerdings<br />

auf ein gesundes<br />

Gleichgewicht zwischen Freiheitsinteressen<br />

und Ordnung schaffenden<br />

Maßnahmen geachtet werden. Dieses<br />

Gleichgewicht verschiebt sich derzeit<br />

zunehmend in Richtung einer autoritären<br />

Ordnungsgesellschaft. Zugleich<br />

soll den Kontrollierten mittels Medienkampagne<br />

totales Einverstandensein<br />

mit dem Kontrolliertwerden aufgeschwatzt<br />

werden – gerade in Zeiten<br />

der NSA-Bespitzelung eine liche Tendenz. Parallel zu den Hass-<br />

gefährkampagnen<br />

gegen „Sozialschmarotzer“<br />

sollen auch „Zuwiderhandler“ als<br />

querulantische Idioten abgekanzelt<br />

werden, deren finaler Unterwerfung<br />

unter die Staatsmacht der „anständige“<br />

Fernsehzuschauer mit schadenfroher<br />

Befriedigung beiwohnt.<br />

Knetmasse in den Händen<br />

des Staates<br />

Der TV-Trend dokumentiert eine eskalierende<br />

Tendenz zur autoritären<br />

Unduldsamkeit, die den antiautoritären<br />

Zeitgeist der 68er-Bewegung abgelöst<br />

hat. Schon ab einer Geschwindigkeit<br />

von 51 km/h in Ortschaften<br />

zieht sich der Mundwinkel der Staatsmacht<br />

missbilligend nach unten, bis<br />

der dressierte Bürger dem interaktiven,<br />

elektronischen Hinweisschild<br />

bei 50 km/h ein gnädiges Lächeln<br />

entlockt. Die Botschaft ist: Du wirst<br />

56<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Kultur<br />

bei jedem deiner Schritte gefilmt<br />

und korrigierend ermahnt, schwebst<br />

ständig in Gefahr, dich strafbar zu<br />

machen. Dahinter steht die Fantasie<br />

eines völlig reibungsfrei funktionierenden<br />

öffentlichen Lebens, die ihrem<br />

Wesen nach nekrophil ist. Denn<br />

nur ein toter Automat funktioniert<br />

stets so, wie es der Programmierer<br />

vorgesehen hat. Der Bürger erscheint<br />

in diesem lebensfeindlichen Entwurf<br />

nicht als Subjekt des demokratischen<br />

Prozesses, sondern als Knetmasse<br />

in den Händen staatlicher Modellierkunst.<br />

Durch die Kameralinse der<br />

Kontroll-Soaps betrachtet, zeigt sich<br />

das Volk als nölender „Sauhaufen“,<br />

dem die mit überlegener Einsicht begabten<br />

Staatsbediensteten erst Ordnung<br />

einbläuen müssen.<br />

Zu begrüßen ist, dass Ordnungskräfte<br />

in den Soaps als<br />

Menschen gezeigt werden, die<br />

wahrscheinlich meist gute Absichten<br />

verfolgen. Gerichtsvollzieher müssen<br />

z.B. viel ungerichteten Zorn ihrer<br />

Klientel auf sich ziehen, obwohl das<br />

„Eintreiben“ von Steuern – jedenfalls<br />

der Idee nach – allen nützt. Typisch<br />

für „Achtung Kontrolle“ ist allerdings<br />

auch hier die maßlose Übertreibung.<br />

In einer der letzten Sendungen wurde<br />

ein „Steuersünder“ als frecher<br />

Betrüger dargestellt, der auf jeden<br />

pfändbaren Gegenstand „Finger<br />

weg!“-Aufkleber platzierte. <strong>Jede</strong>s<br />

brauchbare Stück gehörte angeblich<br />

seiner Freundin. „Ich spürte gleich,<br />

dass da etwas faul ist“ räsonierte die<br />

besonnene Gerichtsvollzieherin. Und<br />

in der Tat: Der Versuch des Schuldners,<br />

sich der gerechten Pfändung<br />

zu entziehen, war plumper Betrug.<br />

Soziale Fragen grundsätzlicher Natur<br />

werden in solchen Sendungen<br />

nicht gestellt. Die wachsende Armut<br />

in Deutschland, die unbezahlbaren<br />

Mieten in Großstädten, der boomende<br />

Niedriglohnsektor – alles keine<br />

Themen bei Repressions-TV.<br />

Die Zerstörung der Solidarität<br />

Manche Beiträge zielen auch ganz<br />

konkret auf die Zerstörung des letzten<br />

Restes von Solidarität, die Bürger<br />

untereinander noch aufzubringen<br />

vermögen. In einem Beitrag von<br />

„Schneller als die Polizei erlaubt“<br />

warnt ein Autofahrer entgegenkommende<br />

Verkehrsteilnehmer durch<br />

Lichthupe vor einer Radarfalle. Sein<br />

Pech: Er blinkt einen verdeckten<br />

Ermittler an, der sich auf Verkehrssünderjagd<br />

befindet. Der Regelbrecher<br />

wird nun mit großem Trara zum<br />

Anhalten gezwungen, belehrt, dass<br />

derartige Warnungen verboten sind<br />

und zur Kasse gebeten. „Keine kluge<br />

Entscheidung – Andere vor einer<br />

Geldstrafe bewahren wollen und<br />

selbst eine kassieren!“ kommentiert<br />

eine besserwisserische Off-Stimme.<br />

Die Lehre für den Zuschauer: Solidarität<br />

ist nur gegenüber dem Großen<br />

Bruder erlaubt.<br />

Jenseits der offiziellen Begründung<br />

für ein Verbot hat Herrschaft<br />

die Eigenschaft, sich<br />

selbst permanent zu bestätigen und<br />

zu verstärken. Der Staat hat ein Interesse<br />

daran, dass sich die Bürger<br />

immer wieder als Unterworfene<br />

erleben. Mit jedem Unterwerfungsvorgang<br />

gewinnt der Machtapparat<br />

an Kraft, zementiert sich das<br />

Machtgefälle zwischen „Oben“ und<br />

„Unten“. Fernsehsendungen, die auf<br />

unkritische Weise über Kontrollen<br />

und Strafen berichten, fördern eine<br />

Selbstentfremdung der Bürger, die<br />

Erosion ihres Selbstbehauptungswillens.<br />

Gerade<br />

bei TV-Sendern,<br />

die gleichzeitig<br />

das Niveau ihrer<br />

Unterhaltungssendungen<br />

systematisch<br />

herabsetzen,<br />

die Voyeurismus<br />

und Schadenfreude<br />

fördern und<br />

ihr Programm als<br />

Werbeumfeld für<br />

mächtige Markenfirmen<br />

verstehen,<br />

ist dies mehr als<br />

bedenklich. Die<br />

„Tugend-Republik“<br />

(Die Zeit) bauscht<br />

kleinste Verstöße<br />

zu Staatsakten auf<br />

– und was ist Spießertum<br />

anderes<br />

als ins Aggressive<br />

gewendete Engherzigkeit?<br />

Die neue TV-<br />

Spießigkeit<br />

Formate wie „Achtung<br />

Kontrolle“<br />

erzielten durchschnittlich<br />

3,1 Prozent „Marktanteil“<br />

– keine schlechte Quote, wenn man<br />

bedenkt, dass das Anschauen solcher<br />

Soaps aus Sicht der Kontrollierten<br />

eigentlich selbstquälerisch<br />

ist. Sinnvollerweise kann nur das<br />

Element „Schadenfreude“ diesen<br />

Erfolg erklären. Damit lässt sich<br />

ja nicht erst seit dem „Dschungelcamp“<br />

der große Reibach machen.<br />

Es scheint auch eine Grundbereitschaft<br />

da zu sein, aus einer Lebensangst<br />

heraus bei Mächtigen „unterzukriechen“.<br />

In einer Zeit, in der<br />

sich kaum noch jemand traut, ohne<br />

Helm und Knieschoner zu radeln,<br />

mittags ohne Licht Auto zu fahren<br />

und ohne Skistöcke spazieren zu gehen,<br />

schürt jede Regelwidrigkeit die<br />

Angst vor Anarchie.<br />

Die Quote ist aber auch der Hebel,<br />

mit dem die Fernsehzuschauer<br />

selbst mitbestim men können, wie<br />

viel Einfluss sie dem neuen TV-Spießertum<br />

einräumen wollen. Soll das<br />

Gleichgewicht zwischen der Freiheit<br />

und dem „Supergrundrecht“<br />

Sicherheit nicht noch empfindlicher<br />

gestört werden, müssen wir gegensteuern:<br />

z.B. indem wir bei Kontroll-<br />

Soaps gar nicht erst einschalten. ▀<br />

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Spiritualität<br />

Ralf Lehnert<br />

Ist Denken Ballast?<br />

„Der Denker“ des Bildhauers<br />

Auguste Rodin<br />

stellt Dante Alighieri,<br />

den Schöpfer der Göttlichen<br />

Komödie dar<br />

58<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Spiritualität<br />

Denken hat in New-Age-Kreisen einen schlechten Ruf.<br />

Manche Esoteriker empfinden es als Hindernis für die spirituelle<br />

Erkenntnis und Entwicklung sowie als Ablenkung<br />

vom Leben im „Hier und Jetzt“.<br />

So äußerte der vor einigen Jahrzehnten populäre Guru<br />

Bhagwan Shree Rajneesh (Osho): „Ignoriere die Gedanken,<br />

stehe abseits davon, und lass den Verstand tun,<br />

was er tun will. Wenn sich keiner für die Gedanken<br />

interessiert, dann macht es keinen<br />

Sinn, dass sie so laut schreien.“<br />

Diese Ansicht ist kein kalter Kaffee<br />

aus den siebziger Jahren, kürzlich<br />

las ich in einer Esoterikzeitschrift:<br />

„Ich bin nur dann wirklich, wenn<br />

ich im Sein lebe statt im Denken.<br />

‚Ich denke, also bin ich‘ ist einer<br />

der größten Irrtümer der<br />

westlichen Philosophie. Richtig<br />

ist: ‚Ich denke, also bin ich<br />

nicht‘.“<br />

Descartes meinte es gut<br />

Handelt es sich um einen<br />

Irrtum von Descartes oder<br />

um Descartes? Möglicherweise<br />

ist Descartes über sein<br />

Ziel hinausgeschossen, doch<br />

wurde er missverstanden und<br />

überbewertet gleichermaßen von<br />

den Materialisten, die ihn vor ihren<br />

Karren gespannt, wie von den Esoterikern,<br />

die ihn zum Feindbild hochstilisiert haben.<br />

Descartes bekanntes Zitat fußt auf seiner<br />

Erkenntnis, dass die Sinneswahrnehmungen<br />

relativ sind. „Die Außenwelt könnte ein bloßer<br />

Traum sein“, sinnierte er. Konsequenterweise<br />

wären auch alle auf den Sinneseindrücken<br />

beruhenden Schlussfolgerungen falsch. Mit<br />

solchen Reflektionen befand er sich in guter<br />

Gemeinschaft. Pythagoras verwies mit<br />

seinem Höhlengleichnis auf die eigentliche<br />

Wirklichkeit hinter den Erscheinungsformen,<br />

und die<br />

altindische Lehre bezeichnete<br />

die Welt als Maya, als<br />

Täuschung. Selbst die Naturwissenschaft<br />

bestätigt,<br />

dass wir nur einen Teil aller<br />

vorhandenen Frequenzen<br />

erkennen und Tiere ganz andere<br />

Ausschnitte davon wahrnehmen.<br />

Als Konsequenz seines Argwohns<br />

gegenüber den Sinneswahrnehmungen<br />

und der Erfahrungswelt<br />

postulierte Descartes eine davon<br />

losgelöste „reine Logik“, womit er<br />

glaubte, die Wahrheit angemessener<br />

erfassen zu können.<br />

Doch auch die Esoterik steht mit ihrer<br />

denkablehnenden Einstellung nicht allein<br />

da. So rechtfertigen etablierte Religionen ihre teilweise<br />

fragwürdigen Dogmen mitunter ebenfalls damit, dass sie<br />

keine Angelegenheit des Verstandes, sondern des Glaubens<br />

seien.<br />

Reicht der „Autopilot“?<br />

Von der Esoterik aus hatte es die denkrenitente Haltung<br />

nicht weit zum Lebenshilfemarkt. In den vergangenen Jahren<br />

erschienen einige „Antiratgeber“ zum Thema Erfolg, in<br />

denen die Autoren darlegen, dass man Erfolg nicht planen<br />

könne, da er als unvorhersehbares Resultat von günstigen<br />

Zufällen zustande käme. Als argumentative Schützenhilfe<br />

bemühen die Autoren auch die physikalische Chaostheorie.<br />

Ein weiterer Autor spricht vom „Autopiloten“ im Menschen,<br />

der durch „Loslassen“ erweckt wird und seinen<br />

Träger ganz automatisch an das ihm bestimmte<br />

Lebensziel führt. Diese Thesen bergen zweifelsohne einen<br />

wahren Kern. Doch sie sind einseitig, nicht „ganzheitlich“<br />

und können missverstanden werden, indem man sich etwa<br />

gehen lässt oder um nichts mehr kümmert.<br />

Der Zufall braucht eine Grundlage<br />

Denn selbst der glückliche äußere Zu- sowie der innere<br />

Einfall benötigen eine Bodenbereitung, ein emotionales und<br />

mentales Fundament, Strukturen und einen Rahmen, womit<br />

sie in Resonanz gehen und sich einklinken können. Wo<br />

nichts ist, kann auch nichts dazukommen, nicht einmal die<br />

günstige Fügung oder der Zufall (das, was einem zufällt).<br />

Obwohl Helena Petrovna Blavatsky, die Mitbegründerin<br />

der Theosophie, als (Schreib-)Medium gilt, erforschte sie<br />

die Religionen der Welt, insbesondere das Christentum,<br />

den Hinduismus und Buddhismus. Obwohl Rudolf Steiner,<br />

der Begründer der Anthroposophie, gemäß seinen Angaben<br />

in die Akasha-Chronik, das Weltgedächtnis, blicken konnte<br />

und die übersinnliche Schau auch lehrte, studierte er ebenfalls<br />

zahlreiche Weisheitslehren, u.a. die Theosophie und<br />

das Rosenkreuzertum.<br />

Bhagwan (Osho) war vor seiner Zeit als Guru Philosophieprofessor.<br />

Und er soll, so sagen manche, auch noch<br />

während seiner Zeit als Meister eine Bibliothek unterhalten<br />

und täglich Bücher gelesen haben.<br />

Nach Jakob Lorber sind alle<br />

Geschöpfe in Form gegossene<br />

Gedanken Gottes<br />

Nach Peter Altenberg träumt<br />

Gott in den Dichtern und<br />

denkt in den Genies<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000<br />

59


Spiritualität<br />

Der Philosoph Diogenes<br />

Pythagoras und Platon unternahmen weite Reisen und<br />

suchten beinahe verzweifelt nach der Wahrheit, bis<br />

sie selbst zu lehren begannen.<br />

Selbst die Stifter von Mysterienschulen und geistigen<br />

Bewegungen setzten sich also intensiv mit spirituellen<br />

Überlieferungen, Systemen und Lehrgebäuden auseinander<br />

und schlossen sich oft bewusst dem Kraftpotential<br />

einer bestimmten Tradition an. Erst auf dieser Grundlage<br />

empfingen sie neue Inspirationen und konnten ihrerseits<br />

erweiternde Impulse setzen.<br />

Schließlich müssen auch Offenbarungen aus der Geistwelt<br />

bzw. der Region der Ideen (Platon) irgendwo andocken.<br />

Dafür ist der Mentalkörper zuständig. Und je differenzierter,<br />

entwickelter und ausgebildeter er ist, desto besser kann er<br />

höherwertige Eingebungen erfassen und weiterreichen.<br />

Nicht umsonst lehrten sowohl Pythagoras als auch Platon<br />

in ihren Mysterienschulen und Akademien Mathematik<br />

und Geometrie. Neben der Vermittlung von Weisheit, wozu<br />

auch die innere <strong>Seite</strong>, die Qualitäten, der einzelnen Zahlen<br />

und Formen gehörten, klärten, schärften und differenzierten<br />

die Weisheitslehrer auf diese Weise den Geist ihrer<br />

Schüler.<br />

Was ist Denken?<br />

Nach hinduistischer und theosophischer Ansicht entspricht<br />

das Denken einem Strom, der keineswegs im Gehirn angesiedelt<br />

ist, sondern Teil der Mentalwelt ist. Dieser konzentriert<br />

sich als mehrere feine Hüllen – entsprechend den<br />

Abstufungen in der Mentalwelt - um den Körper des Menschen.<br />

Diese mentalen Hüllen koppeln an den Chakren des<br />

ätherischen Trägers an, der dem physischen Körper am<br />

nächsten ist. Auf diese Weise nehmen diese Hüllen als sogenannter<br />

Mentalleib durchaus Einfluss auf den Kopf und<br />

seine Gedanken, aber auch auf das Herz und seine Gefühle,<br />

den Bauch und seine Begierden sowie das Steißbein, von<br />

wo aus wiederum feinstoffliche Kanäle oder Nadis in den<br />

Ätherleib verlaufen. Nicht zuletzt regt der Mentalkörper<br />

mittelbar oder unmittelbar zu Handlungen an.<br />

Denken ist weiblich<br />

Das Denken stellt einen schöpferischen Akt dar. Während<br />

der eine Pol der schöpferischen Kraft dazu dient, biologische<br />

Wesen zu erschaffen, dient ihr anderer Pol dazu, Ideen<br />

und Erkenntnisse zu empfangen, auszutragen und zu gebären.<br />

Einst waren beide Pole unmittelbar miteinander vereint<br />

und der Mensch androgyn. Rudolf Steiner schildert, wie<br />

gegen Ende der lemurischen Epoche ein Teil der damals<br />

zweigeschlechtlichen Sexualkraft des Menschen geopfert<br />

wurde, um daraus das Gehirn zu erbauen. Bereits die Genesis<br />

berichtet, dass Adam (hebräisch: der Mensch), als er<br />

schlief, also unbewusst war, in zwei Geschlechter aufgeteilt<br />

wurde, um erkenntnisfähig zu werden.<br />

Der Intellekt verbindet oben und unten<br />

Die geistigen Hierarchien machten sich nach theosophischer<br />

Auffassung viel Mühe, das Ich und den Intellekt des<br />

Menschen aufzubauen. Für die Menschheit insgesamt sowie<br />

individuell war dies ein wichtiger Entwicklungsschritt<br />

auf dem Weg zum „Erwachsenwerden“. Nur so konnte der<br />

Mensch Selbständigkeit und Eigenverantwortung lernen.<br />

Zuvor lebte er instinktmäßig und unmittelbar geführt von<br />

geistigen Helfern. Sein Bewusstseinsfokus war nach innen<br />

gerichtet. Die äußere Welt nahm er nur verschwommen<br />

und traumhaft wahr. Die Bildung des Ichs bedeutete eine<br />

Emanzipation von den feinstofflichen Führern und stellte<br />

ihn auf eigene Beine. Er war kein von göttlichen Impulsen<br />

geleiteter Automat mehr, er musste allerdings erst lernen,<br />

mit seiner Freiheit umzugehen.<br />

Der bewusst zu Selbsterkenntnis und Selbstreflektion<br />

fähige Mensch war darüber hinaus die Voraussetzung<br />

dafür, dass sich das höhere Selbst<br />

sowie die geistige Monade,<br />

der göttliche Funken,<br />

Philosoph - ein Gemälde von<br />

in einen „von unten her-<br />

Jacques-Louis David<br />

auf gebauten“ Menschen<br />

als „Haus“ einsenken<br />

konnten. Der Mentalkörper<br />

stellt das Bindeglied<br />

dar, die Linse, die das<br />

Höhere mit dem Tieferen<br />

verbindet. Das Ich hat die<br />

Möglichkeit, sich bewusst<br />

zu entscheiden, mit den<br />

geistigen Anteilen zusammenzuwirken<br />

oder sich<br />

auf die biologischen und<br />

alltäglichen funktionalen<br />

60<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Angelegenheiten zu beschränken. In der Einweihungsschrift<br />

des neuen Testaments heißt<br />

der biologische Teil, der im Stall zwischen<br />

Ochs und Esel, also der Welt der Materie mit<br />

ihren Begierden und Leidenschaften, geboren<br />

wird, Jesus, und der geistige Aspekt<br />

bzw. das göttliche Kraftfeld, das sich in ihn<br />

einsenkt, Christus. „Folget mir nach!“ war<br />

eines der wichtigsten Aussprüche dieses<br />

Doppelwesens.<br />

Der Jnana-Yoga – durchs Denken zu Gott<br />

Auch die östliche Philosophie anerkennt<br />

den Nutzen des Verstandes auf dem spirituellen<br />

Pfad. Der Hinduismus vermittelt einen<br />

Yoga-Zweig, der das Denken, die Reflektion,<br />

Erkenntnis und Unterscheidung in den Mittelpunkt<br />

des Wegs zum Göttlichen stellt.<br />

Den unterschiedlichen Menschentypen<br />

entsprechend hat das östliche Yoga-System<br />

drei verschiedene Schwerpunkte entwikkelt:<br />

Neben dem Bhakti-Yoga der Liebe<br />

und Hingabe sowie dem Karma-Yoga des<br />

selbstlosen Handelns und Dienstes am<br />

Nächsten und der Gemeinschaft hat es als<br />

dritte Klasse den Jnana-Yoga geschaffen,<br />

den Weg des Hauptes und des Wissens.<br />

Nach Kirpal Singh besteht dieser steile und<br />

zugegebenermaßen nicht ganz ungefährliche<br />

Pfad „in der intensiven und gedankenvollen<br />

Kontemplation über das, was man<br />

gehört und verstanden hat“, um in Folge<br />

auch das Wahre vom Falschen sondern zu<br />

können.<br />

Denken auf einer spirituellen Grundlage<br />

Das Denken ist ein Teil der Persönlichkeit<br />

des Menschen, ein Werkzeug, das genauso<br />

zu ihm gehört wie sein Gefühlsleben<br />

und seine Lebensenergie. Es stellt sich die<br />

Frage, ob es tatsächlich sinnvoll ist, wie<br />

es manche New-Age-Lehren suggerieren,<br />

sich von der Verstandesbegabung abzuschneiden,<br />

was bis zu einem gewissen Grad<br />

sogar möglich ist durch forcierte Konzentration,<br />

Bewusstseinseinengung und -fokussierung.<br />

Ist es nicht eine wertvollere Alternative,<br />

dieses von geistigen Hierarchien in „mühevoller<br />

Kleinarbeit“ geschaffene menschliche<br />

Vorrecht konstruktiv zu nutzen im Sinne<br />

der spirituellen Entfaltung?<br />

Das Denken muss sich keineswegs in<br />

funktionalem und egobezogenem Kleinkram<br />

erschöpfen und zerreiben. Es kann<br />

sich, so wie es vorgesehen war, auch in den<br />

Dienst des Höheren stellen. Das Mentalsensorium<br />

kann und darf sich wie ein Kelch<br />

nach oben hin öffnen, zur Welt der Ideen<br />

und göttlichen Inspirationen, sich von ihnen<br />

durchströmen, nähren und bereichern<br />

lassen und das Gewonnene für sich und im<br />

Außen nutzen.<br />

In der griechischen und römischen Mythologie<br />

entspricht das Denken dem Götterboten<br />

Hermes bzw. Mercurius, der mit seinen Flügelschuhen<br />

und seinem geflügeltem Helm sich<br />

sowohl in der Waagrechten als auch Senkrechten<br />

bewegen kann und zwischen Himmel und<br />

Erde vermittelt. Als Hermes Trismegistos, dem<br />

dreimal großen Hermes, bringt er den Suchern<br />

die hermetischen Prinzipien, die universell gültigen<br />

geistigen Grundlagen, nahe.<br />

Dem Kulturphilosophen und Bewusstseinsforscher<br />

Jean Gebser zufolge sind wir jetzt an<br />

einem Punkt in der Menschheitsentwicklung<br />

angelangt, an dem der „homo integralis“ ansteht.<br />

Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass<br />

er alle bisherigen Bewusstseinsstufen von der<br />

archaischen über die magische und mythische<br />

bis hin zur mentalen in ihrer jeweils konstruktiven<br />

Form auf einer höheren Ebene zusammenbindet,<br />

so dass sie ihm je nach Bedarf zur<br />

Verfügung stehen und er aus allen schöpfen<br />

kann.<br />

Der Mensch denkt, Gott auch<br />

Nach dem hermetischen Grundsatz „wie unten,<br />

so oben“ gilt: Wenn der Mensch denkt, so<br />

denkt Gott ebenfalls.<br />

Gemäß der Auffassung von der Schöpfung<br />

als Widerspiegelung sowie Produkt des Geistes<br />

kann sie nur Attribute und Eigenschaften<br />

beinhalten, die ebenso im geistigen Ursprung<br />

zu Hause sind.. Der Mensch gilt (einschließlich<br />

seiner feinstofflichen Trägerkörper sowie geistigen<br />

Aspekte) als Ebenbild Gottes.<br />

Allein, dass die Schöpfung überhaupt existiert,<br />

belegt, dass Gott mental aktiv ist.<br />

Sonst wäre er ja ununterschieden. In<br />

einem solchen Einheitszustand könnte er sich<br />

allerdings nicht gegenübertreten und seine<br />

Qualitäten und Fähigkeiten wahrnehmen, geschweige<br />

denn, zur Entfaltung bringen.<br />

Viele Religionen und Mythologien fassen die<br />

Schöpfung und ihre einzelnen Wesen sogar als<br />

unmittelbare Gedanken Gottes auf. Jakob Lorber,<br />

der sich als Schreibknecht Gottes bezeichnete,<br />

offenbart: „Vor ihrer Materialisierung waren<br />

jene (Gottes Geschöpfe) nichts anderes als<br />

pure Gedanken. Diese Ideen stellte Gott dann<br />

mit der Kraft Seines Willens gewissermaßen<br />

außerhalb seiner selbst und gab ihnen eine<br />

Form. Innerhalb dieser reifen sie dann heran<br />

und entwickeln sich über riesige Zeiträume<br />

hinweg immer höher, bis sie schließlich wieder<br />

zu gottähnlichen Geistwesen werden.“<br />

Der Wiener Kaffeehausliterat Peter Altenberg<br />

hatte insofern gar keinen so schlechten<br />

Einfall, als er folgenden Aphorismus zu Papier<br />

brachte: „Gott denkt in den Genies, träumt in<br />

den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen.“<br />

Da fragt es sich nur noch, welcher<br />

Kategorie sich die einzelnen Esoteriker zuordnen.<br />

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Die magische Matrix<br />

Löse Deine Probleme –<br />

heile dich selbst<br />

<strong>Jede</strong> Heilung über den Quantenbereich<br />

ist wie Magie und grenzt<br />

an Wunder.<br />

Die Erklärungen und die in diesem<br />

Buch angebotenen Arbeiten<br />

über die 4D- und 5D- Matrix befassen<br />

sich mit der Ursache, die<br />

hinter dem Symptom steckt. Ist<br />

die Ursache gelöst, wird das<br />

Symptom der Gegenwart verschwinden.<br />

Dabei ist es gleichgültig,<br />

wo sich das Problem befindet.<br />

Lösbar sind: Sorgen, Krankheiten,<br />

berufliche Konflikte, emotional<br />

oder familiär Belastendes,<br />

Energiefelder, seelische und<br />

phychische Beeinträchtigungen,<br />

karmische Verwicklungen und<br />

vieles mehr.<br />

Das Arbeiten mit der Matrix in<br />

der Quantendimension ist für jeden<br />

erlernbar, auch ohne Vorkenntnisse;<br />

denn es ist mit zahlreichen<br />

Fallbeispielen versehen.<br />

So ist das Werk ein guter Ratgeber<br />

und zugleich ein Lernbuch<br />

für den interessierten Laien sowie<br />

den psychotherapeutischen<br />

Fachkundigen.<br />

Halina Kamm<br />

Die magische Matrix<br />

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Sachbuch – Lehrbuch<br />

240 <strong>Seite</strong>n, gebunden<br />

CORONA Medien Verlag<br />

ISBN 978-3-942128-07-0<br />

€ 19,90


Spiritualität<br />

Die drei Versuchungen<br />

in der Gegenwart<br />

…und die Veränderung des Denken, Fühlens und Wollens<br />

Valentin Tomberg<br />

Wenn wir das moderne geistige Leben betrachteten,<br />

so ist es ein Zusammenwirken von drei Strömungen:<br />

Wissenschaft, Kunst und Religion. Das<br />

religiöse Leben in der Gegenwart ist – von geistigmoralischen<br />

Gesichtspunkten aus betrachtet<br />

– nicht so rein, wie es sein sollte. Es ist von der<br />

Formel, die vom Christus Jesus in Bezug auf das<br />

religiöse Leben gegeben wurde:<br />

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“<br />

beträchtlich abgegangen. Auch im religiösen<br />

Leben ist das „Reich von dieser Welt“ so stark<br />

betont, dass wir im Recht sagen können: Die<br />

Religion ist der Versuchung anheimgefallen, mit<br />

dem Herrn dieser Welt zu rechnen.<br />

Wenn wir z. B. von der Geschichte Roms sprechen,<br />

so müssen wir uns gestehen, dass Rom religiös<br />

das Zentrum sein wollte, das da herrschen<br />

wollte über „die Welt und ihre Herrlichkeiten“. Und<br />

so können wir sagen, dass das römische Christentum<br />

– und es ist ja nur repräsentativ, die übrigen Formen<br />

folgen nur seinen Fußtapfen – die Welt mit ihren Herrlichkeiten<br />

in seine Macht zu gewinnen bestrebt war.<br />

Dies ist die erste Versuchung in der Wüste. Wie Sie<br />

sich wohl erinnern, war die erste Versuchung, dass<br />

dem Christus Jesus die Welt und ihre Herrlichkeit gezeigt<br />

wurden und ihm alles versprochen wurde, wenn<br />

er nur die Zentralgestalt der Welt als solche anerkennen<br />

und treu werden würde einem Zentrum, einem<br />

Punkt in der Herrlichkeit dieser Welt. Und wir können<br />

sagen: die Versuchung, mit Hilfe eines Machtprinzips<br />

die Welt zu organisieren und sie mit Hilfe eines zentralisierten<br />

Machtorganismus zu umfassen, ist etwas,<br />

was in der Geschichte durchaus eine Rolle spielt, und<br />

zwar eine Rolle, die nicht nur zu seelischen und geistigen<br />

Katastrophen, sondern auch zu blutigen Kriegen<br />

geführt hat.<br />

Wenn wir nun die andere Kulturströmung des<br />

gegenwärtigen Kulturlebens betrachten: das<br />

Leben der Kunst, so lässt es einen geistig<br />

strebenden Menschen oft unbefriedigt. Der Grund dafür<br />

liegt in der Tatsache, dass der Mensch in seinem<br />

künstlerischen Schaffen immer mehr aus tiefen, dunklen<br />

Untergründen seines Unterbewusstseins heraus<br />

schöpft. Er springt von der „Zinne des Tempels“ seines<br />

klaren Bewusstseins herunter in die Sphäre des Triebhaften,<br />

Instinktiven, um von dort aus etwas entstehen<br />

zu lassen, was als Offenbarung des Engels gelten soll.<br />

Wir können sagen: im künstlerischen Leben der Gegenwart<br />

kommt in hohem, sehr hohem Grade das Anheimfallen<br />

der zweiten Versuchung in der Wüste zum<br />

Ausdruck.<br />

Wenn Goethe in seinem „Faust“ den Mephisto als<br />

eine gemischte Gestalt dargestellt hat, wo Luziferisches<br />

und Ahrimanisches zugleich auftreten, so war<br />

der karmische Grund der, dass es Goethe in seinem<br />

Karma mit der zweiten Versuchung zu tun hatte, d. h.<br />

mit dem gleichzeitigen Auftreten von Luzifer und Ahri-<br />

62<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


Spiritualität<br />

man. Darum hat er den Mephisto als den gestaltet, der<br />

die zweite Versuchung heranbringt: von der „Zinne“<br />

herabzustürzen in den Abgrund des Unbewussten.<br />

So können wir nicht nur Goethes allerwesentlichste<br />

Lebensprüfung, sondern auch die aller anderen Persönlichkeiten,<br />

großer und kleiner verstehen: alle Menschen<br />

haben mit den drei Versuchungen zu tun.<br />

Lenken wir nun unser Augenmerk auf das Leben der<br />

Wissenschaft, da haben wir es in grandiosem Umfang mit<br />

dem Versuch zu tun, „Steine in Brot“ zu verwandeln. Denn<br />

die moderne Wissenschaft gründet sich auf die Auffassung,<br />

das tote Mineralische könne die Grundlage von allem sein,<br />

und alles Lebendige sei nur eine Folge von Bewegung dieses<br />

Mechanisch-Toten, d. h.: alles Brot entstehe aus Stein.<br />

Wir können somit sagen: der Inhalt der drei Versuchungen<br />

in der Wüste kann durchaus nicht nur aus den Evangelien<br />

herausgefunden werden, sondern auch aus einer unbefangenen<br />

Betrachtung des gesamten Kulturlebens.<br />

Die Erfahrung der niederen Natur des<br />

Menschen an der Schwelle zur geistigen<br />

Welt<br />

Wenn sich der Mensch der Schwelle<br />

der geistigen Welt nähert, die<br />

behütet wird vom „Hüter“,<br />

so hat er die Aufgabe:<br />

diese Kräfte der<br />

drei Versuchungen in seinem eigenen Wesen zu erkennen<br />

und von sich abzutun, sie diesseits der „Schwelle“ zu lassen<br />

in der Zeit, wo sein Bewusstsein jenseits der „Schwelle“ ist.<br />

Der Mensch muss in seinem Denken frei werden vom Leib,<br />

das Denken muss leibfrei werden. Da Fühlen des Menschen<br />

muss frei werden von Einfluss des Zufalls, und das Wollen<br />

des Menschen muss geläutert werden von Machtgelüsten.<br />

Denn würde der Mensch z. B. Machtgelüste über die<br />

„Schwelle“ hinübertragen in die geistige Welt, so könnte er<br />

ungeheure Zerstörungswirkungen verursachen, weil eben<br />

der Wille dann so gestärkt wird, dass er Wirkungen hat,<br />

von denen der Mensch in seinem Bewusstsein diesseits der<br />

„Schwelle“ keine Ahnung hat. Darum steht da der „Hüter“<br />

der „Schwelle“ und zeigt dem Menschen seinen Doppelgänger,<br />

d. h. er zeigt dem Menschen sein Unterbewusstsein und<br />

macht es ihm offenbar, so dass der Mensch das untrügliche<br />

und deutliche Bild des Ausmaßes und der inneren Beschaffenheit<br />

aller Kräfte, die er in sich trägt, vor sich hat, der Kräfte,<br />

die ihn in die drei Versuchungen des Daseins verstricken.<br />

Die Verwandlung der Seelenkräfte von Denken, Fühlen<br />

und Wollen jenseits der Schwelle<br />

Hat der Mensch genügend Mut, um diesen Anblick<br />

zu bestehen, ohne in Verzweiflung über seine eigene<br />

Natur zu geraten und mutlos zu werden, so dass<br />

er gleichsam lebendige Asche wird, hat der Mensch<br />

den Mut, diese Wahrheit zu ertragen, so kann er die<br />

„Schwelle“ überschreiten. Dann geschehen Verwandlungen<br />

mit seinem Denken, Fühlen und Wollen.<br />

Sein Denken wird etwas ganz anderes, als es vorher<br />

war. Wenn er bis dahin über irgendetwas<br />

nachdachte, um Schlussfolgerungen zu ziehen,<br />

wenn sein Denken so dahinfloss, dass er aus dem einen<br />

Gedanken den anderen folgerte, so wird es jetzt<br />

zu einem Strom, der nach oben gerichtet ist, verwandelt.<br />

Und zwar wird der Gedanke zu einer Frage, die zu<br />

den Hierarchien aufsteigt. Er erlebt durch sein Wesen<br />

Begegnungen mit den Hierarchien und auch mit verstorbenen<br />

Menschen. Dann kehrt er mit der Antwort<br />

zurück, und der Mensch erinnert sich ihrer beim Erwachen.<br />

Das Denken wird zur Antwort, die Denkkraft<br />

wird zur Vertikalen Erinnerungskraft.<br />

Auch das Fühlen verwandelt sich.<br />

Doch davon lesen sie in der nächsten <strong>Ausgabe</strong> der<br />

<strong>Matrix3000</strong> Verlagsanzeige_Homepage_Matrix_Dez13_26I11I13_rz_Layout ▀<br />

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Gültig bis 31.01.2014<br />

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Bücher<br />

Sanftes Heilen mit<br />

harmonischen Schwingungen<br />

Immer mehr Menschen fühlen<br />

sich für ihre Gesundheit<br />

selbst verantwortlich, und wir<br />

alle wollen möglichst lange<br />

gesund leben.<br />

Dieses Buch informiert über<br />

die interessanten, fast revolutionären<br />

Möglichkeiten<br />

moderner und eigenverantwortlicher<br />

Gesundheitsvorsorge<br />

kompetent und in leicht<br />

verständlicher Weise aus der<br />

Sicht eines erfahrenen Biofrequenz-Therapeuten.<br />

Das hier vorgestellte neue<br />

Gesundheits-Selbsthilfe-<br />

System der Eigenbehandlung<br />

mit dem Zapper der neuen<br />

Generation eröffnet neue Dimensionen<br />

gesundheitlichen<br />

Wohlbefindens. Nicht nur<br />

alltägliche Erkältungen und<br />

Grippe, sondern auch Diabetes,<br />

Gicht und rheumatische<br />

Beschwerden können durch<br />

diese Methode erfolgreich<br />

beeinflusst werden. Betroffene<br />

Menschen berichten über<br />

deutliche Verbesserungen<br />

ihres Zustandes - selbst bei<br />

schwerwiegenden Erkrankungen<br />

und Infektionen. Ein<br />

„Zapper“ zur Eigenbehandlung<br />

und Gesundheitsvorsorge<br />

gehört in jede Hausapotheke.<br />

Michael Müller<br />

Alan E. Baklayan<br />

Sanftes Heilen mit harmonischen<br />

Schwingungen<br />

(durchgehend 4-farbig)<br />

Michaels Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-89539-709-7<br />

€ 19,80<br />

Hüter der Schöpfung<br />

Im Einklang mit der Natur leben –<br />

das ist das Motto dieses Buches.<br />

Wenn wir etwas über den Zusammenhang<br />

zwischen Mensch<br />

und Natur erfahren wollen; wenn<br />

wir mehr wissen wollen über die<br />

Verbindung von Geist und Materie,<br />

von Glauben und Magie;<br />

wenn wir uns einer Zeit (wieder)<br />

verbunden fühlen möchten, in<br />

der Stunde und Tag nicht im Minutentakt<br />

mit Uhren gemessen<br />

werden und sich die Menschen<br />

noch eins mit der Natur fühlen –<br />

dann sind die Lakota, die bei uns<br />

meist als Sioux bekannt sind, die<br />

erste Adresse. Angesichts der<br />

ökologischen Probleme des Planeten<br />

Erde sollten wir nach Götzes<br />

Auffassung von denen lernen,<br />

die sich am besten mit der Natur<br />

und ihren Kreisläufen auskennen<br />

und seit jeher im Einklang<br />

mit ihr leben. Das indianische<br />

Basiswissen ist für jeden sofort<br />

nachvollziehbar, kann in jedes<br />

Weltbild integriert werden und<br />

helfen, unseren Planeten zu heilen.<br />

Man muss lediglich ein paar<br />

Grundsteine der indianischen<br />

Weltanschauung übernehmen,<br />

beispielsweise dass das ganze<br />

Universum ein Organismus ist<br />

und nicht tote Steine, die zufällig<br />

in Ellipsen umeinanderfliegen.<br />

Michael Müller<br />

Stephan Götze:<br />

Hüter der Schöpfung. Der indianische<br />

Weg zur Heilung der Erde<br />

und des Menschen<br />

Mankau Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-86374-107-5.<br />

€ 19,95 (Österreich € 20,60)<br />

Der Energie–Rebell<br />

Wärme, Strom und Kraftstoff<br />

werden am Hof des Autors<br />

selbst produziert. Warum sich<br />

das für jeden landwirtschaftlichen<br />

Betrieb rechnet, belegt<br />

der Autor im Detail.<br />

Falsche Argumente, die immer<br />

wieder dagegen vorgebracht<br />

werden und durch die<br />

Medien geistern, werden von<br />

den Autoren auch als solche<br />

entlarvt. So die Behauptung,<br />

dass man für die Produktion<br />

von Photovoltaik-Anlagen<br />

mehr Energie benötige, als<br />

man schließlich aus ihnen<br />

herausbekommt. Neue technische<br />

Entwicklungen, etwa<br />

die Stromspeicherung durch<br />

Schwungräder anstelle von<br />

Batterien, sind überdies gerade<br />

dabei, die letzten Probleme<br />

zu lösen, die einer echt<br />

dezentralen Energieversorgung<br />

noch im Wege stehen.<br />

Letztlich zeigt das Buch auch<br />

die Möglichkeiten für jeden<br />

Einzelnen auf, wie man als<br />

Besitzer eines Einfamilienhauses<br />

oder einer Wohnung<br />

möglichst energieautark werden<br />

kann.<br />

Michael Müller<br />

Klaus Faißner (Hg.)/ Wolfgang<br />

Löser<br />

Der Energie–Rebell<br />

Wärme, Strom und Kraftstoff aus<br />

regionalen Quellen –<br />

für jedermann!<br />

Stocker-Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-7020-1435-3<br />

€ 19,90<br />

Impulse zur positiven<br />

Veränderung<br />

<strong>Jede</strong>r weiß, wie schwer es ist,<br />

eingefahrene Wege zu verlassen<br />

und wirklich etwas in seinem<br />

Leben zu verändern. Die<br />

Programmierungen des Unterbewusstseins<br />

kommen einem<br />

immer wieder in die Quere, und<br />

es scheint fast unmöglich, Haltungen<br />

und Einstellungen zu<br />

modifizieren.<br />

Die erfolgreiche Schweizer Autorin<br />

und gefragte Lebensberaterin<br />

Franziska Krattinger liefert<br />

die Lösung: Schalt- und Machtworte<br />

sprengen die schweren<br />

Türen zum menschlichen Unterbewusstsein<br />

regelrecht auf.<br />

Die 144 wirkungsvollen Karten<br />

erwecken die uns innewohnende<br />

positive Macht zur selbstbestimmten<br />

Veränderung von<br />

Situationen und Vorhaben. Eines<br />

dieser Code-Worte genügt bereits,<br />

um einen unterbrochenen<br />

energetischen Fluss wieder zum<br />

Laufen zu bringen und so alles<br />

zum Besten zu lenken!<br />

Schalten auch Sie einfach um –<br />

und beobachten Sie die positiven<br />

Veränderungen in Ihrem täglichen<br />

Leben. Sie haben WIRK-<br />

LICH die Macht dazu!<br />

Michael Müller<br />

Franziska Krattinger<br />

Die Kraft der 144 Schalt- und<br />

Machtworte<br />

144 Karten mit Kurzanleitung,<br />

inkl. Miniposter, in Box<br />

Silberschnur Verlag 2013<br />

EAN: 4260075280-28-8<br />

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Roswitha Stark<br />

DER HEILER IN DIR<br />

Die inneren Seelencodes in Sekundenschnelle selbst aktivieren<br />

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TOP-TITEL!


Märchen<br />

Es war einmal ...<br />

Es war einmal eine alte Frau, die ging aufs Feld, um Kräuter zu sammeln,<br />

und kam in eine Höhle. Dort fand sie zwölf Jünglinge: es waren die zwölf Monate.<br />

Sie fragten die Alte: „Welches ist der schönste Monat?“ Sie antwortete: „Die<br />

zwölf Monate sind alle schön; der Januar macht Schnee, der Februar Regen<br />

- kurz, die zwölf Monate sind alle schön.“ Die zwölf Jünglinge sagten zu ihr:<br />

„Komm her, Alte, weil du gesagt hast, dass die zwölf Monate alle schön sind,<br />

gib uns dein Tuch!“ und sie füllten es ihr mit Geld. Die Alte sagte: „Ich danke<br />

euch sehr!“ und ging fort. Sie kam nach Hause und rief ihre Kinder und sagte<br />

zu ihnen: „Kommt her, dass wir essen und trinken, da uns Gott reichliches Geld<br />

geschenkt hat.“<br />

Es fragte sie aber eine andere Alte: „Wo hast du das Geld gefunden? Gestern<br />

war es doch noch nicht da! Woher bist du heute reich?“ Sprach zu ihr die Alte:<br />

„Gehe doch auch du dahin, wo ich hingegangen bin, und nimm deinen Korb und<br />

gehe in die Höhle dort drüben! Da wirst du zwölf Jünglinge finden, die werden<br />

dir Geld geben, wie sie es mir gegeben haben.“ Sogleich nahm sie ihren Korb<br />

und ging Kräuter zu sammeln und kam in die Höhle und fand auch die zwölf<br />

Jünglinge und sagte zu ihnen: „Guten Tag, meine Kinder!“ - „Guten Tag, Alte“,<br />

erwiderten diese. „Was willst du hier in der Höhle?“ „Mich ausruhen, ich bin<br />

etwas umhergelaufen.“ Fragten die zwölf Jünglinge sie und sagten: „Welcher<br />

Monat ist der schönste von den zwölf?“ Sie antwortete: „Alle sind sie nichts<br />

wert, alle zwölf Monate.“ Da sagten die zwölf Jünglinge zu ihr: „Bringe uns<br />

deinen Korb und dein Tuch!“ Und sie nahmen den Korb der Alten und füllten<br />

ihn mit Schlangen und bedeckten ihn mit dem Tuch und sagten zu der Alten:<br />

„Nimm den Korb und geh nach Hause! Dann rufe deine Kinder und gib ihnen<br />

Geld, um Lebensmittel einzukaufen!“<br />

Die Alte ging also nach Hause, rief ihre Kinder und sagte zu ihnen: „Kommt<br />

her, dass ich den Korb öffne und euch Geld gebe, das mir die zwölf Männer<br />

gegeben haben, die auch die Alte, unsere Nachbarin, beschenkten!“ Sie öffnete<br />

den Korb, und statt Geld zu finden, fand sie Schlangen, die bissen ihr in die<br />

Hände und liefen und bissen auch ihre Kinder. Sie schrie „Verflucht seiest du,<br />

Alte! Warum hast du mir gesagt, ich solle in die Höhle gehen, dass ich die zwölf<br />

Jünglinge finde und sie mir Geld geben. Und anstatt mir Geld zu geben, gaben<br />

sie mir Schlangen, die meine Hände bissen, sowie auch meine Kinder!“ Sagte<br />

die andere Alte: „Mir haben sie Geld gegeben, dir haben sie Schlangen gegeben.<br />

Was hast du denn den zwölf Jünglingen gesagt?“ - „ Ich habe ihnen gesagt, dass<br />

die zwölf Monate alle schlecht sind.“ - „Ich habe ihnen gesagt, dass die zwölf<br />

Monate schön sind: deshalb haben sie mir Geld gegeben und dir Schlangen,<br />

weil du gesagt hast, sie seien alle schlecht. Und sie haben dir recht getan.“<br />

Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013 MATRIX 3000 65


<strong>Vorschau</strong><br />

MATRIX3000<br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>Matrix3000</strong> Band 80, erscheint am 27. 2. 2014<br />

Der Club der Präsidenten<br />

Fünf Minuten vom Weißen Haus entfernt befindet sich ein Gebäude,<br />

zu dem zur Zeit nur fünf Bewohner unseres Planeten Zutritt haben:<br />

Der Präsident und seine vier noch lebenden Vorgänger. Der Präsidentenclub<br />

wurde auf der Treppe des Capitol gegründet und macht<br />

„keine nicht gelungenen Invasionen“. Die US-Präsidenten bilden<br />

ein Team, über alle Parteigrenzen hinweg. In Washington geht es<br />

denen am besten, die Vermittler sind zwischen denen, die haben,<br />

und denen, die können. Die Stadt bildet ein geschlossenes System<br />

aus Lobbyisten und denen, die von ihnen beeinflusst werden. Für<br />

Politik bleibt darüber hinaus nicht viel Platz.<br />

Welt ohne Null<br />

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages morgens auf, und kein<br />

Mensch weiß, was eine Null ist. Sie leben in einer Welt ohne Null.<br />

Wie würden Sie eine Zeitdauer von „30 Minuten“ einem anderen<br />

erklären? Was würde auf Ihrem 50-Euro-Schein stehen? In welcher<br />

Form könnten Sie Ihre Stromrechnung bezahlen? Wie würde<br />

die Börse funktionieren, und wie viele Liter Benzin dürften Sie tanken?<br />

Das alles natürlich ohne Null! Eine Mathematik ohne Null ist<br />

vorstellbar, und es gab sie im Verlauf der Geschichte auch schon.<br />

Doch, obwohl die Null eigentlich „Nichts“ bedeutet, wäre unsere<br />

moderne Welt ohne Null nicht die Welt, die wir kennen. Ohne das<br />

runde Nichts müssten wir auf vieles verzichten – nicht zuletzt auf<br />

die bunte Welt der Computer und Unterhaltungselektronik.<br />

Das erfundene Reich der Minoer<br />

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu einer gewaltigen<br />

Menge archäologischer Entdeckungen, die bis heute unsere<br />

Museen mit prachtvollen Exponaten schmücken. Aber es gab auch<br />

Forscher, die „ein wenig nachhalfen“, indem sie zum Besten ihres<br />

eigenen Ruhms antike Artefakte ganz einfach fälschen ließen.<br />

Als besonders dreist erwies sich der britische Archäologe Arthur<br />

Evans, der vom König für sein Lebenswerk sogar zum Ritter geschlagen<br />

wurde. Neueste Forschungsergebnisse beweisen: Arthur<br />

Evans hat in großem Stil Fälschungen anfertigen lassen und auf<br />

diese Weise eine ganze Kulturepoche erfunden, die es so nie gegeben<br />

hat – das Reich der Minoer. Durch die aktuellen Erkenntnisse<br />

müssen unsere Geschichtsbücher umgeschrieben werden.<br />

Das Auge der Zeit<br />

Wenn wir an unsere Wurzeln denken, meinen wir meistens damit<br />

die uralten Spuren früherer Zivilisationen, die bis heute ein Rätsel<br />

für uns sind, die erhaltenen Denkmäler der Vergangenheit, die<br />

Artefakte, die in Museen auf der ganzen Welt zu besichtigen sind,<br />

oder die Bauwerke aus Stein, die berühmtesten Hieroglyphen und<br />

Höhlenmalereien. Nicht so oft denken wir bei dieser Gelegenheit an<br />

die unzählbaren Schätze, die aus Gold, Silber und anderen Metallen<br />

vor Tausenden von Jahren entstanden und oft mit den schönsten<br />

Edelsteinen geschmückt sind. Von der goldenen Fibel der Etrusker<br />

über Cellinis Salzstreuer bis hin zu Salvador Dalis „Auge der Zeit“:<br />

<strong>Matrix3000</strong> auf Streifzug durch die Welt der kostbarsten Kleinodien<br />

und der seltsamsten Kunstwerke der Geschichte.<br />

Regie-Tänzer im Dunkeln<br />

Ekelszenen in „Der Antichrist“, (nicht ernst gemeintes) Verständnis<br />

für Hitler im Interview oder jetzt harte Pornografie in „Nymphomaniac“:<br />

Der Däne Lars von Trier lässt keine Gelegenheit aus,<br />

um zu provozieren und zu verstören. Dabei gehört der bekennende<br />

Depressive zu den europäischen Regisseuren, denen man filmhistorische<br />

Größe nicht absprechen kann. Symbolbeladene Drehbücher<br />

mit literarischem Anspruch („Dogville“), ein experimenteller<br />

Umgang mit filmischen Mitteln („Idioten“) und ein bis an die<br />

Schmerzgrenze ausagiertes Mitgefühl mit den Außenseitern der<br />

Gesellschaft („Dancer in the Dark“) machen von Trier zu einem der<br />

spannendsten Filmemacher unserer Zeit. Ein Porträt zum Start des<br />

neuen Films.<br />

Impressum<br />

<strong>Matrix3000</strong> erscheint zweimonatlich.<br />

ISSN 1 439-4154<br />

ISBN (<strong>Matrix3000</strong> Band <strong>79</strong>): 978-389539-896-4<br />

Redaktion MATRIX3000<br />

Ammergauer Str. 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0171-3675406<br />

franz.bludorf@matrix3000.de<br />

grazyna.fosar@matrix3000.de,<br />

Redaktionsschluß für die nächste <strong>Ausgabe</strong>,<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 80: 14. 1. 2014<br />

Chefredaktion<br />

Franz Bludorf<br />

Redaktion<br />

Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Ulrich Heerd, Ralf Lehnert,<br />

Lisa Rampertshammer, Elke Röder, Roland Rottenfußer<br />

Beiträge von<br />

Lewan Asari, Franz Bludorf, Gisela Ermel, Grazyna<br />

Fosar, Gitta-Evelyn Hartmann, Ralf Lehnert, Corinna<br />

Lichtfelder-Schlegel, Cedomir Mraz, Jörg Rinne, Roland<br />

Rottenfußer, Klaus Scharff, Hans U. P. Tolzin, Valentin<br />

Tomberg, Claus W. Turtur, Willem Wittstamm<br />

Verlag<br />

MATRIX3000 Verlag GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0 88 61/59 0 18, Telefax: 0 88 61/67 0 91<br />

info@matrix3000.de, www.matrix3000.de<br />

Art Direction<br />

Mirjam Schuster<br />

mia@thesigner.com<br />

Bilder: Angaben beim Bild oder Archiv<br />

Druck<br />

Mayr Miesbach GmbH<br />

Vertrieb<br />

MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH & Co. KG<br />

Ohmstraße 1, 85716 Unterschleißheim<br />

Tel.: 089/ 31906-296, Fax.: 089/ 31906-166<br />

www.mzv.de<br />

Bezugspreise<br />

Abo-Jahresbeitrag (6 Hefte + 3 Sonderhefte), inkl. Versand:<br />

49,– EUR (ins Ausland 62,40 EUR).<br />

Abo-Bestellung mit Abo-Bestellschein.<br />

Einzelheft: Deutschland 6,50 EUR,<br />

Österreich 7,40 EUR, Schweiz 12,80 SFR,<br />

Italien 8,50 EUR, Luxemburg 7,70 EUR<br />

Für gewerbliche Inserenten<br />

Michaels Verlag und Vertrieb GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

D-86971 Peiting<br />

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Mit Namen gezeichnete Beiträge werden von den Autoren<br />

selbst verantwortet und stellen die Meinung des jeweiligen<br />

Autors dar. Sie spiegeln daher nicht unbedingt die<br />

Auffassungen der Redaktion wider. Die Bearbeitung und<br />

Kürzung von Beiträgen behält sich die Redaktion vor. Alle<br />

Inhalte entsprechen dem besten Wissen der Redaktion<br />

nach gründlicher Prüfung, trotzdem kann keine Gewähr<br />

übernommen werden.<br />

Die Redaktion freut sich über zugesandte Textvorlagen,<br />

für unverlangt eingereichte Beiträge kann der Verlag<br />

allerdings keine Haftung übernehmen.<br />

Für Werbeanzeigen übernimmt der Verlag keine inhaltliche<br />

Verantwortung. Nachdruck und Kopie, auch in<br />

Auszügen, nur nach Abstimmung mit dem Verlag.<br />

66<br />

MATRIX 3000 Band <strong>79</strong> Januar / Februar 2013


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Thomas Ritter, Roland Roth, Roland Rottenfußer u. a.<br />

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ISBN: 978-3-89539-715-8<br />

Wie oft hört man heutzutage jemanden sagen: „Ich bin ein moderner<br />

technisch- naturwissenschaftlich gebildeter Mensch, deshalb<br />

derner technisch- naturwissenschaftlich gebildeter deshalb weiß ich, dass es Gott nicht geben kann.“ Manche<br />

Wie oft hört man heutzutage jemanden sagen: „Ich bin ein mo-<br />

weiß ich, dass es Gott nicht begründen geben diese kann.“ Haltung auch Manche mit den Worten: „Ich begründen bin ein diese<br />

Haltung auch mit den Worten: kannte Bewegung „Ich der bin „Aufklärung“. ein aufgeklärter Mensch.“<br />

aufgeklärter Mensch.“ und denken dabei an die historisch be-<br />

Dass es sich bei der Begründung des Atheismus durch die<br />

und denken dabei an die historisch bekannte Bewegung der „Aufklärung“.<br />

Aufklärung lediglich um einen historischen Irrtum handelt,<br />

zeigt der Autor, ein Physikprofessor, der moderne Ingenieure<br />

ausbildet. Er folgt dabei einer logischen Gedankenkette, die<br />

über das Wissen der Zeit der Aufklärung hinaus auch modernes,<br />

aktuelles Fachwissen des Atheismus der Mathematik und Physik durch und die Auf-<br />

Dass es sich bei der Begründung<br />

Naturwissenschaften aus dem 20. Jahrhundert berücksichtigt.<br />

klärung lediglich um einen Dabei historischen kommt er zu dem Ergebnis: Irrtum handelt, zeigt der<br />

„Ich bin ein technisch-naturwissenschaftlich orientierter<br />

Autor, ein Physikprofessor, der moderne Ingenieure ausbildet. Er<br />

Mensch, ein gelernter Physiker, und deshalb weiß ich, dass<br />

es spirituelle Wesen und Kräfte gibt.“<br />

folgt dabei einer logischen Gedankenkette, die über das Wissen<br />

Um naturwissenschaftlichen Laien einen Zugang zu dieser<br />

der Zeit der Aufklärung hinaus<br />

Thematik<br />

auch<br />

zu geben,<br />

modernes,<br />

ist das Buch allgemeinverständlich<br />

aktuelles<br />

geschrieben.<br />

Formeln sind in einen „Anhang für Naturwissen-<br />

Fachwissen<br />

der Mathematik und Physik und Naturwissenschaften aus dem<br />

schaftler“ verbannt.<br />

20. Jahrhundert berücksichtigt. Dabei kommt er zu dem Ergebnis:<br />

„Ich bin ein technisch-naturwissenschaftlich orientierter Mensch,<br />

ein gelernter Physiker, und deshalb weiß ich, dass es spirituelle<br />

Wesen und Kräfte gibt.“<br />

Um naturwissenschaftlichen Laien einen € 19,80 (D) € Zugang 20,40 (A)) zu dieser The-<br />

ISBN: 978-3-89539-715-8<br />

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matik zu geben, ist das Buch allgemeinverständlich geschrieben.<br />

Formeln sind in einen „Anhang für Naturwissenschaftler“ verbannt.<br />

Claus W. Turtur<br />

Kausalität Determinismus Glaube<br />

Claus W. Turtur<br />

Kausalität<br />

Determinismus<br />

Glaube<br />

Buchcover_Turtur.indd 1 23.03.12 13:12<br />

Josef Gruber<br />

Raumenergie-Technik<br />

288 A4-<strong>Seite</strong>n<br />

€ 49,80 (D) € 51,20 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-910-7<br />

1 Einführende Übersicht: Größte technische<br />

Revolution wird möglich<br />

2 Geräte zur Nutzung der Raumenergie<br />

3 Hinweise auf theoretische und<br />

experimentelle Grundlagen von RET<br />

4 Offenlegung geheim gehaltener<br />

Information<br />

5 Folgen der weit verbreiteten Nutzung<br />

der Raumenergie-Technik (RET)<br />

6 Ergänzende Reformen für nachhaltige<br />

Entwicklung weltweit einige Beispiele<br />

und zahlreiche Informationsquellen<br />

7 Zusammenfassung und Ausblick<br />

8 Literaturverzeichnis<br />

9 Anhänge<br />

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