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Matrix3000 Higgs-Bosonen im Gehirn (Ausgabe 78) (Vorschau)

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M R<br />

ATRIX3000<br />

XMATRIX<br />

NEUES DENKEN<br />

X3000<br />

W I S S E N S C H A F T / P O L I T I K / K U L T U R<br />

Physik-Nobelpreis 2013:<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong><br />

Österreich / 7,20 EUR<br />

Schweiz / 12,80 SFR<br />

Luxemburg / 7,60 EUR Italien / 8,50 EUR<br />

3000<br />

B a n d 7 8 N o v e m b e r 2 0 1 3 /<br />

D e z e m b e r 2 0 1 3 / 6 , 5 0 E U R<br />

Rückenschmerzen<br />

CIA bestätigt<br />

Area 51<br />

Gefährliche Physik?<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong><br />

<strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong><br />

EU: Flasche zu<br />

Dekadenz<br />

Gottes Gold<br />

Atem - Tor zum Leben


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Onlineshop<br />

www.michaelsverlag.de<br />

Ulrich Heerd<br />

Das Haarp-Projekt<br />

256 Seiten,<br />

€ 23,90 (D) € 24,60 (A)<br />

ISBN: 9<strong>78</strong>-3-89539-266-5<br />

Dieses Buch stellt in bisher einzigartiger Weise den Versuch<br />

dar, eine Chronologie aufzuzeigen vom Elektrosmog über<br />

die Mobilfunktechnologie zur modernsten Strahlenwaffe. Es<br />

wendet sich trotz der Komplexität der Themas an den interessierten<br />

Laien. Es ist gelungen das Thema sprachlich in einer<br />

Form zu halten, die Vorkenntnisse nicht erforderlich macht.<br />

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das HAARP-Projekt. Die<br />

Autoren versuchen die Hintergründe, die technischen Voraussetzungen<br />

und Möglichkeiten dieser "Menschen- und Schöpfungsverachtenden<br />

Technologie" aufzuzeigen. Das Buch ist<br />

ein Mahnmal, gegen den Machbarkeitswahn. Es zeigt auf,<br />

daß die Möglichkeit von Wetterkontrolle und Bewußtseinskontrolle<br />

längst Realität geworden ist.<br />

Nick Begich / Jeane Manning<br />

Löcher <strong>im</strong> H<strong>im</strong>mel<br />

€ 23,90 (D) € 24,60 (A)<br />

ISBN: 9<strong>78</strong>-3-89539-380-8<br />

Dieses Buch handelt von der Aufdeckung<br />

der gehe<strong>im</strong>en militärischen<br />

Versuchsanlage HAARP, einem Ionosphärenheizer<br />

in Alaska, der auch als<br />

Strahlenwaffe eingesetzt werden kann.<br />

Die Autoren weisen anhand von Patenten<br />

und internen Dokumenten des US<br />

Militärs nach, dass HAARP eine neue<br />

D<strong>im</strong>ension des Ökokrieges eröffnet und<br />

eine wichtige Grundlagentechnologie <strong>im</strong><br />

Rahmen der Revolution in Militärischen<br />

Angelegenheiten des US Militärs darstellt.<br />

Diese neue Doktrin des US-Militärs<br />

sieht vor, sogenannte nicht-tödliche<br />

Waffensysteme einzusetzen, Bewußtseinskontrolle<br />

auszuüben und unsere<br />

Umwelt selbst als Waffe gegen Feinde<br />

der USA einzusetzen.<br />

Nick Begich / James Roderick<br />

Freiheit nehmen<br />

€ 26,80 (D) € 27,60 (A)<br />

ISBN: 9<strong>78</strong>-3-89539-381-5<br />

Es geht um die Grundlagen für Freiheit,<br />

Menschenwürde, individuelle Selbstverantwortung<br />

und Selbstbest<strong>im</strong>mung. "High Tech<br />

Krieg auf unseren Willen und wie wir uns<br />

wehren können".<br />

In diesem Buch geht es um Technologie und<br />

ihre Auswirkungen auf die Menschheit. Es<br />

geht um die Grundlagen für Freiheit, Menschenwürde,<br />

individuelle Selbstverantwortung<br />

und Selbstbest<strong>im</strong>mung. Die vorhandenen<br />

Materialien sind für alle schockierend.l<br />

Wir stehen technologischen Fortschritten<br />

gegenüber, die das Schicksal der Menschheit<br />

<strong>im</strong> neuen Jahrtausend völlig verwandeln<br />

können. Das Buch behandelt Themen wie:<br />

Bewußtseinskontrolle und die Manipulation<br />

der Gesundheit der Menschen durch die<br />

Verwendung von Drogen, elektromagnetischen<br />

Waffen und anderen Methoden. UND<br />

WIE WIR UNS WEHREN KÖNNEN!<br />

Nick Begich / James Roderick<br />

Freiheit leben -<br />

Verrat an Wissenschaft,<br />

Gesellschaft und Seele<br />

€ 26,80 (D) € 27,60 (A)<br />

ISBN: 9<strong>78</strong>-3-89539-382-2<br />

In diesem Buch werden fünf Hauptthemen<br />

behandelt. Es gibt ein Kapitel über neue Unterwassersonare,<br />

die vom Militär der Vereinigten<br />

Staaten für den Einsatz geplant sind,<br />

obwohl man inzwischen erkannt hat, dass<br />

es Risiken für das Leben in den Ozeanen<br />

gibt. In einem zweiten Abschnitt werden<br />

Mobiltelefone und ihre Risiken für Menschen<br />

erörtert, da wir uns auf dem Weg in eine<br />

neue und drahtlose Welt befi nden. Der dritte<br />

Teil befasst sich mit weiteren Informationssystemen<br />

und damit verwandten Technologien.<br />

Der vierte Abschnitt umfasst schließlich<br />

eine Diskussion über die Auslöschung der<br />

persönlichen Privatsphäre in den Vereinigten<br />

Staaten und auf der ganzen Welt aufgrund<br />

der neuen Technologie.<br />

Nick Begich<br />

Bewusstseins- und<br />

Gedankenkontrolle<br />

€ 25,80 (D) € 26,50 {A)<br />

ISBN: 9<strong>78</strong>-3-89539-383-9<br />

Das aktuellste Buch von Dr, Nick<br />

Begich handelt von der Manipulation<br />

des Verstandes, der Gefühle und<br />

der körperlichen Gesundheit von<br />

Menschen durch neue angewandte<br />

Technologien.<br />

In einer gewaltigen Fülle trägt er die<br />

aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse<br />

in dem Bereich zusammen.<br />

Manipulation und Kontrolle sind<br />

<strong>im</strong>mer mehr Menschen ausgesetzt.<br />

Die Steuerung des menschlichen<br />

Verstandes mit externen Mitteln ist<br />

jetzt inzwischen<br />

Wirklichkeit.<br />

Bestelltelefon: 08861 - 5 90 18, E-mail: Info@michaelsverlag.de<br />

MICHAELS VERLAG & VERTRIEB GMBH, Ammergauer Strasse 80, D-86971 Peiting, Fax: 08861 - 6 70 91


Editorial<br />

Franz Bludorf, Chefredakteur<br />

„Die Welt ist ihnen nicht mehr einfach genug.“ Mit diesem<br />

Satz umschrieb ein politischer Kommentator, was die Anhänger<br />

der rechtsgerichteten „Tea-Party“-Gruppe antrieb,<br />

ihr eigenes Land, die USA, in Geiselhaft zu nehmen. Der<br />

Vorgang dürfte in der Geschichte der westlichen Demokratien<br />

einmalig gewesen sein. Es ging den Fanatikern bei<br />

ihrer Erpressung gar nicht um die Ablehnung umstrittener<br />

Etatposten – was legit<strong>im</strong> gewesen wäre –, nicht einmal um<br />

Obamas Gesundheitsreform. Die ist längst von Kongress<br />

und oberstem Gericht abgesegnet. Das einzige Ziel war es,<br />

einen missliebigen Präsidenten vor sich her zu treiben und<br />

weitestmöglich zu demontieren.<br />

Ja, früher war die Welt einfacher. Die Schwarz-Weiß-Einteilung<br />

der Welt war recht s<strong>im</strong>pel. Hier die guten Demokraten,<br />

dort die bösen Kommunisten. Heute klappt das<br />

nicht mehr, die einstmals bösen Kommunisten sind jetzt<br />

gute Demokraten und bilden mit uns anderen guten Demokraten<br />

eine Union, die an ihrer eigenen überbordenden<br />

Größe zu ersticken droht. Zeichen des Niedergangs einer<br />

Kultur mit allen Begleiterscheinungen der Dekadenz. Die<br />

EU macht jetzt langsam die Flasche zu, für Neumitglieder<br />

wie für Migranten. Statt Mauern abzubauen, errichtet man<br />

neue, sogar innerhalb der Gemeinschaft.<br />

Anderswo macht man derzeit eine Flasche auf, die man vielleicht<br />

lieber verkorkt lassen sollte. Kein Elementarteilchen<br />

ist in der Öffentlichkeit so prominent wie das <strong>Higgs</strong>-Boson.<br />

Peter <strong>Higgs</strong> erhielt seinen Physik-Nobelpreis zu Recht, und<br />

er hatte fast 50 Jahre darauf warten müssen, dass ihn jemand<br />

ernst nahm, denn – und das vergessen viele – <strong>Higgs</strong><br />

hat das <strong>Higgs</strong>-Boson nicht „entdeckt“, sondern nur theoretisch<br />

vorhergesagt. Aber ist es auch wünschenswert, die<br />

Exper<strong>im</strong>entalphysiker vom LHC am CERN bei diesem Promi-Dinner<br />

dabeizuhaben? Stellen Sie sich vor, jemand würde<br />

in der Theorie detailliert berechnen, in welchen Phasen<br />

ein Sturz vom Berg in die Tiefe abläuft. Diese Erkenntnisse<br />

wären wertvoll, z. B. für Such- und Rettungsaktionen, aber<br />

würde man es wirklich allen Ernstes ausprobieren wollen?<br />

Eine exper<strong>im</strong>entelle Erzeugung von <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> würde<br />

die Büchse der Pandora öffnen, eine Tür, von der niemand<br />

weiß, was sich dahinter befindet. Selbst Wissenschaftler<br />

befürchten, dass es nicht unbedingt etwas Gutes ist. Man<br />

nennt die kleinen Racker nicht für umsonst „Gottesteilchen“.<br />

Wer mit ihnen hantiert, spielt Gott. Die Erforschung<br />

des <strong>Higgs</strong>-Bosons würde helfen, die physikalischen Theorien<br />

weiter zu vereinheitlichen. Das würde unsere Welt tatsächlich<br />

„einfacher“ machen. Doch wie sagten die Macher<br />

des Films „Decay“ auf ihrem Filmplakat: „Die größte Entdeckung<br />

der Physik könnte unsere letzte sein.“<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 3


Inhalt<br />

Gottes Gold<br />

48<br />

Mythen und Wunder gehören einfach zu uralten Tempeln. Manchmal auch Geschichten von<br />

verborgenen Schätzen. Auch wenn eine endgültige offizielle Bestätigung <strong>im</strong>mer noch aussteht,<br />

ist inzwischen doch bekannt, dass die fünf geöffneten unterirdischen Kammern des Sree Padmanabhaswamy<br />

Tempels in Trivandrum (Indien) enorme Schätze bergen. <strong>Matrix3000</strong>-Autor<br />

Thomas Ritter hatte als erster Europäer die Gelegenheit, den Tempel zu betreten und Seine<br />

Hoheit, Uthradam Thirunal Marthanda Varma, den Maharadscha von Tranvancore, persönlich<br />

zu interviewen.<br />

Dekadenz<br />

„Spätrömische Dekadenz“ bescheinigte Guido Westerwelle den Empfängern<br />

von Transferleistungen. Er diagnostizierte richtig, jedoch bei<br />

der falschen Zielgruppe. Dekadenz ist keine Epoche, sondern ein kulturelles<br />

Phänomen, das auftaucht, wann <strong>im</strong>mer eine Zivilisation kraftlos<br />

wird und in eine Phase des Niedergangs eintritt. Lebensverneinung,<br />

übermäßige Verfeinerung der Sinne und Liebe zum Künstlichen können<br />

ebenso Symptome sein wie die Prunksucht einer Oberschicht, die jede<br />

Bodenhaftung verloren hat. Im 19. und beginnenden 20. Jh. standen<br />

Künstler wie Baudelaire, Wagner und Trakl für ästhetisch verbrämte<br />

Todessehnsucht. Nietzsche definierte „Décadence“ als „Übergewicht<br />

der Unlustgefühle über die Lustgefühle“, das er vor allem in der Religion<br />

verortete. Heute ermöglicht die Technik wie nie zuvor eine Flucht<br />

in virtuelle Gegenwelten. Die Maßlosigkeit des spekulierenden Kapitals<br />

ist ebenso Symptom eines Verfalls wie esoterischer Realitätsverlust und<br />

der Flirt einer ganzen Kultur mit der Selbstzerstörung.<br />

54<br />

Dass Atmen lebensnotwendig<br />

ist, wissen wir<br />

alle. Dass der Atem ein<br />

äußerst wirkungsvolles<br />

Therapeutikum ist, stets<br />

und für jedermann verfügbar,<br />

ist schon weniger<br />

bekannt. Richtiges Atmen<br />

kann die Seele befreien<br />

und unseren Körper ins<br />

Gleichgewicht bringen.<br />

Der bekannte esoterische<br />

Arzt Dr. Rüdiger Dahlke<br />

erklärt die Zusammenhänge.<br />

44<br />

Der verbundene Atem<br />

- Tor zum Leben<br />

Inhalt<br />

Politik<br />

Franz Bludorf<br />

Status: Doch existent!<br />

CIA bestätigt erstmals: Die legendäre<br />

Area 51 in Nevada gibt es wirklich 8<br />

News 14<br />

Sebastian Frey<br />

EU: Flasche zu<br />

Die Gemeinschaft wird europamüde 18<br />

Sie haben gewählt<br />

Ein St<strong>im</strong>mungsbild aus Deutschland 23<br />

Wissen<br />

Grazyna Fosar / Franz Bludorf<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> <strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong><br />

Hinter den Kulissen von CERN …<br />

und hinter den Kulissen der Kulissen 24<br />

Quantessenz 30<br />

Roland Roth<br />

Zeichen <strong>im</strong> Sand<br />

Die rätselhaften Piktogramme<br />

um Area 51 32<br />

Ökologie<br />

Corinna Lichtfelder-Schlegel<br />

Bitte nur vom Feinsten!<br />

Der Schrebergarten –<br />

Selbst gemacht ist fein gemacht 36<br />

Gesundheit<br />

Michael Müller<br />

Rückenschmerzen 40<br />

Udo Sperlich<br />

Flatrate ins Universum<br />

Die Aktivierung des <strong>Gehirn</strong>potenzials 42<br />

Rüdiger Dahlke<br />

Der verbundene Atem<br />

Tor zum Leben 44<br />

4<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


24<br />

18<br />

EU: Flasche zu<br />

Das legendäre <strong>Higgs</strong>-Boson hat schon für<br />

zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Existiert<br />

es nun, oder existiert es nicht? Meist folgte<br />

vom Large Hadron Collider bei CERN ein<br />

Dementi. Die neuesten Enthüllungen aus<br />

Genf erscheinen nicht nur sensationell, sie<br />

wurden auch in ungewöhnlicher Verpakkung<br />

an die Öffentlichkeit lanciert. Unter<br />

einer Creative Commons License erschien<br />

ein Low-Cost-Spielfilm <strong>im</strong> Internet, gedreht<br />

von Physik-Doktoranden am CERN,<br />

in dem eine hypothetische Entdeckung<br />

des <strong>Higgs</strong>-Bosons wahre Horrorszenarien<br />

nach sich zieht. Die Dreharbeiten an Originalschauplätzen<br />

erfolgten mit Genehmigung<br />

des Forschungszentrums. Der Inhalt<br />

des Films ist zwar nicht von CERN autorisiert,<br />

jedoch machen CERN-Offizielle unter<br />

vorgehaltener Hand seltsame Andeutungen.<br />

Könnte eine Entdeckung des „Gottesteilchens“<br />

Konsequenzen nach sich ziehen,<br />

die unser aller Existenz bedrohen?<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> <strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong><br />

Status:<br />

Doch existent!<br />

Inhalt<br />

Vieles spricht dafür, dass Kroatien auf lange Sicht das letzte EU-Neumitglied war. Die<br />

Europäische Union scheint angesichts ungelöster Finanzprobleme ihres eigenen Erweiterungsdrangs<br />

müde geworden zu sein und zeigt sogar erste Abschottungstendenzen.<br />

Diese haben drei Perspektiven. Neben einem möglichen Aufnahmestopp gibt es auch Pläne,<br />

innerhalb der existierenden Gemeinschaft neue Pseudo-Grenzen zu errichten. Und<br />

die dritte Perspektive: An den Außengrenzen der Gemeinschaft wird mittlerweile schon<br />

scharf geschossen.<br />

8<br />

Das Jahr 2013 dürfte als ein Jahr der spektakulären Enthüllungen<br />

in die Geschichte eingehen. Nach der NSA-<br />

Affäre war die CIA an der Reihe. Es geht um die legendäre<br />

Area 51. Ihre Existenz wurde von Regierung und<br />

Militär stets kategorisch abgestritten. Jetzt existiert Area<br />

51 plötzlich doch, und zwar sogar hoch offiziell. Ein US-<br />

Gericht hat die CIA gezwungen, auf Basis des Freedom of<br />

Information Act Dokumente freizugeben, in denen sich –<br />

o Wunder – erstmals offizielle Beweise über die Existenz<br />

der legendären Gehe<strong>im</strong>basis befinden. Doch die wahren<br />

Gehe<strong>im</strong>nisse bleiben weiterhin in der Grauzone.<br />

Wurzeln<br />

Thomas Ritter<br />

Gottes Gold<br />

Sagenhafte Schätze in indischem Tempel 48<br />

Kultur<br />

Roland Rottenfußer<br />

Dekadenz<br />

Die Wiederkehr eines Phänomens 54<br />

Spiritualität<br />

Ralf Lehnert<br />

Das Universum ist Klang 58<br />

Rubriken<br />

Editorial 3<br />

Bedenkliches 6<br />

Gedicht 7<br />

Buchempfehlungen 29<br />

Abo 53<br />

Buchbesprechungen 64<br />

Märchen 65<br />

<strong>Vorschau</strong> 66<br />

Impressum 66<br />

Im Kontakt mit dem Sirius?<br />

Deborah Koye <strong>im</strong> Gespräch mit Oliver Oz 62<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 5


Bedenkliches<br />

Viele besonders empathisch und<br />

spirituell veranlagte Menschen<br />

sind mit sich selbst und der<br />

„Rettung der Welt“ so beschäftigt,<br />

dass sie mit den Problemen unserer<br />

Zeit nichts zu tun haben wollen.<br />

Sie schaffen sich ihr eigenes lokales,<br />

glückliches Biotop. Die Welt existiert<br />

weit weg, und wenn man genug Geld<br />

zur Verfügung hat, um die Außenwelt<br />

nur als Spaß <strong>im</strong> Hintergrund zu<br />

betrachten, dann funktioniert diese<br />

künstliche Konstruktion sogar ganz<br />

gut, obwohl sie erfahrungsgemäß<br />

nicht von langer Dauer ist. Konflikte<br />

und Probleme sowohl <strong>im</strong> persönlichen<br />

Bereich als auch in der Außenwelt<br />

werden unterdrückt. Perfekt unterdrückt.<br />

Zugegeben, die Methode hat auch<br />

ihre positiven Seiten, man ist <strong>im</strong>mer<br />

guter Laune, und es hat auch gar keinen Sinn, sich mit den<br />

Problemen der Welt herumzuschlagen, das Leben soll<br />

uns Lebensfreude, Gesundheit und glückliche Momente<br />

schenken. Vielleicht geht es darum, „freiwillig zufrieden“<br />

zu werden?<br />

Wir schreiben in dieser <strong>Matrix3000</strong> auch über die neuen<br />

EU-Länder. Dass es sie gibt, wissen wir alle, aber was sich<br />

in diesen Ländern abspielt, ist kaum bekannt, und die Entwicklungen,<br />

die dort stattfinden, sind uns meist egal. Aber<br />

Vorsicht – die touristische Ruhe kann täuschen. Man gibt<br />

dort viel Geld aus für Forschungsprogramme z.B. über<br />

künstliches Gewebe für genmanipulierte Menschen, oder<br />

man entwickelt neue Technologien, die es „auf keinen Fall<br />

erlauben, Geräte zu produzieren, die das Töten möglich<br />

machen können“ , sondern nur „helfen, militärische Konflikte<br />

zu koordinieren“. Mit Firmen solchen Charakters<br />

scheffeln hier, in den neuen Demokratien, neue Milliardäre<br />

ihre neuen Milliarden.<br />

Die Selbstzufriedenheit ist groß. Auf Messen schließt<br />

man teure Verträge für neue militärische Spielzeuge ab<br />

und verkauft sie als Top Secret in die ganze Welt. Die beste<br />

Milliardäre<br />

des Militärs<br />

Grazyna Fosar<br />

Konjunktur machen zurzeit Drohnen.<br />

Über den Krieg und die Drohnenproduktion<br />

erzählen die Milliardäre, so<br />

als ob sie über die Herstellung von<br />

Schokolade reden würden. Drohnen<br />

sind ein echter Hit: Sie helfen bei der<br />

Terrainerkennung, lokalisieren den<br />

Gegner und sind effektiv <strong>im</strong> Kampf.<br />

Und ah! Sie sind <strong>im</strong> zivilen Bereich<br />

so praktisch… Die Firma Domino’s<br />

Pizza in Großbritannien überwacht<br />

mit Drohnen die Lieferungen ihrer<br />

Produkte. Auch die Pizza schmeckt<br />

so natürlich besser. Wenn man vorher<br />

für genug Luftverschmutzung<br />

gesorgt hat, kann eine kleine Drohne<br />

noch schnell die aktuellen Daten<br />

über chemische und toxische Substanzen<br />

liefern. Praktisch.<br />

Nicht die Bedürfnisse sind die<br />

Eltern der Erfindungen, wie<br />

man früher dachte, sondern<br />

der Krieg, und seine Kinder haben schöne Namen: Fly<br />

Eye, MindMade, Flytronic, Radmor, TOPAZ oder FONET<br />

(die Firmen erklären <strong>im</strong> Internet genau, was diese Systeme<br />

bedeuten). Die NATO-Erweiterung hat den Weg geöffnet<br />

für viele Ingenieure, mit hervorragender Ausbildung,<br />

um ihre Superideen zu realisieren. Die Armeen in den<br />

USA, in Skandinavien, der Slowakei, <strong>im</strong> Irak, in Malaysia,<br />

Indien, China, Thailand, Taiwan, Südkorea kaufen, kaufen,<br />

kaufen. Die Käufer sind zufrieden. Die Neuen machen es<br />

billig.<br />

In einer Welt, in der H&M „für Demokratie in der Mode“<br />

sorgt, in der China uns mit Lieferungen billigster und oft<br />

giftiger Produkte überschwemmt - wer wollte da billige<br />

Drohnen kritisieren? Wozu auch? Bessere Wirkung bringt<br />

eine Reise nach Neuseeland auf den Spuren der Hobbits<br />

oder ein Besuch <strong>im</strong> Wellness-Centrum. Für die eigene<br />

innere Ruhe muss man schließlich selbst sorgen. Für<br />

Unruhe sorgen schon die Neuen in der EU. Nicht, dass es<br />

jemanden interessiert.<br />

6<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

DomiCopter - eine Drohne als fliegender Pizzabote.


Gedicht<br />

Wenn ich wüsste...<br />

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,<br />

dass ich Dich einschlafen sehe,<br />

würde ich Dich besser zudecken und zu Gott beten,<br />

er möge Deine Seele schützen.<br />

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,<br />

dass ich Dich zur Türe rausgehen sehe,<br />

würde ich Dich umarmen und küssen<br />

und Dich für einen weiteren Kuss zurückrufen.<br />

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,<br />

dass ich Deine St<strong>im</strong>me höre, ich würde<br />

jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen,<br />

damit ich sie Tag für Tag wieder sehen könnte.<br />

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,<br />

und dann einen Moment innehalten kann,<br />

um zu sagen Ich liebe Dich,<br />

anstatt davon auszugehen, dass Du weißt,<br />

dass ich Dich liebe.<br />

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,<br />

dass ich da sein kann, um den Tag mit Dir zu teilen,<br />

weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird,<br />

so dass ich diesen einen verstreichen lassen kann.<br />

Es gibt sicherlich <strong>im</strong>mer ein Morgen,<br />

um ein Versehen/Irrtum zu begehen<br />

und wir erhalten <strong>im</strong>mer eine 2. Chance,<br />

um einfach alles in Ordnung zu bringen.<br />

Es wird <strong>im</strong>mer einen anderen Tag geben,<br />

um zu sagen: Ich liebe Dich.<br />

und es gibt sicher eine weitere Chance,<br />

um zu sagen: Kann ich etwas für Dich tun?<br />

Aber nur für den Fall, dass ich falsch liegen sollte<br />

und es bleibt nur der heutige Tag,<br />

möchte ich Dir sagen, wie sehr ich Dich mag.<br />

Und ich hoffe, dass wir nie vergessen:<br />

Das Morgen ist niemandem versprochen,<br />

weder jung noch alt<br />

und heute könnte die letzte Chance sein,<br />

die Du hast, um Deine Lieben fest zu halten.<br />

Also, wenn Du auf Morgen wartest,<br />

wieso tust Du‘s nicht heute?<br />

Falls das Morgen niemals kommt,<br />

wirst Du es best<strong>im</strong>mt bereuen,<br />

dass Du Dir keine Zeit genommen hast,<br />

für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss<br />

und Du zu beschäftigt warst,<br />

um jemandem etwas zuzugestehen,<br />

was sich <strong>im</strong> Nachhinein<br />

als sein letzter Wunsch herausstellt.<br />

Halte Deine Lieben heute ganz fest<br />

und flüstere ihnen ins Ohr,<br />

sag ihnen, wie sehr Du sie liebst.<br />

und dass Du sie <strong>im</strong>mer lieben wirst.<br />

N<strong>im</strong>m Dir die Zeit zu sagen<br />

Es tut mir leid, Bitte verzeih mir,<br />

Danke oder Ist in Ordnung<br />

und wenn es kein Morgen gibt,<br />

mußt Du den heutigen Tag nicht bereuen.<br />

Verfasser unbekannt<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 7


Status:<br />

Doch existent !<br />

CIA bestätigt erstmals:<br />

Die legendäre Area 51 in Nevada gibt es wirklich<br />

Franz Bludorf<br />

8<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

Nähert man sich der Einzäunung<br />

des Geländes, tauchen<br />

sofort bewaffnete Wächter<br />

in Zivil auf, in Insiderkreisen<br />

auch „Cammo Dudes“<br />

genannt.


Das Jahr 2013 dürfte als ein Jahr der<br />

spektakulären Enthüllungen in die<br />

Geschichte eingehen. Nach der NSA-<br />

Affäre war die CIA an der Reihe. Es<br />

geht um die legendäre Area 51. Ihre<br />

Existenz wurde von Regierung und<br />

Militär stets kategorisch abgestritten.<br />

Jetzt existiert Area 51 plötzlich<br />

doch, und zwar sogar hoch offiziell.<br />

Ein US-Gericht hat die CIA gezwungen,<br />

auf Basis des Freedom of Information<br />

Act Dokumente freizugeben,<br />

in denen sich – o Wunder – erstmals<br />

offizielle Beweise über die Existenz<br />

der legendären Gehe<strong>im</strong>basis befinden.<br />

Doch die wahren Gehe<strong>im</strong>nisse<br />

bleiben weiterhin in der Grauzone.<br />

„From here to Reality“<br />

Jeffrey Richelson arbeitet als Archivar<br />

<strong>im</strong> Archiv der Nationalen Sicherheit<br />

an der George Washington University.<br />

In der umfangreichen Dokumentensammlung,<br />

die er und seine Kollegen<br />

betreuen, gab es lange Zeit eine<br />

Lücke. Sie betraf die berühmten U-2-<br />

Spionageflüge der US Air Force in den<br />

f ü n f z i -<br />

ger und frühen<br />

sechziger<br />

Jahren.<br />

Die<br />

Gehe<strong>im</strong>haltungsfrist<br />

–<br />

üblicherweise<br />

25 Jahre<br />

– war für<br />

diese<br />

Projekte<br />

längst<br />

a b g e l a u -<br />

fen,<br />

und<br />

so<br />

stellte<br />

Richelson<br />

2002 bei<br />

G e r i c h t<br />

den Antrag, die U-2-Dokumente der<br />

CIA freizugeben. Sein Antrag hatte<br />

Erfolg, doch das Material, das ihm<br />

ausgehändigt wurde, enthielt weiträumige<br />

Schwärzungen. Wozu? Was<br />

sollte an den uralten U-2-Flügen<br />

noch jemand anderes als Historiker<br />

interessieren? Richelson erneuerte<br />

seinen Antrag bei Gericht – und hatte<br />

Erfolg. Im Juni 2013 erhielt er eine<br />

neue Version, in der die Schwärzungen<br />

tatsächlich entfernt waren. Nun<br />

wurde offenbar, was die US Air Force<br />

auch nach dem Jahrtausendwechsel<br />

<strong>im</strong>mer noch hatte vertuschen wollen<br />

– die gehe<strong>im</strong>e Geschichte der Gründung<br />

von Area 51! Am 15. August 2013<br />

machte die George Washington University<br />

die Dokumente öffentlich.<br />

„Die Ranch“<br />

Der CIA-Bericht über Entwicklung<br />

und Konstruktion der U-2-Spionageflugzeuge<br />

schildert detailliert, wie<br />

die einzelnen Entwicklungsprojekte<br />

in den frühen fünfziger Jahren noch<br />

über das ganze Land verstreut abliefen.<br />

Für die Erprobung der ersten<br />

Prototypen brauchte man jedoch ein<br />

gehe<strong>im</strong>es, möglichst abgelegenes<br />

Gelände. Bei einem Erkundungsflug<br />

befanden Chefingenieur Kelly Johnson,<br />

Richard Bissell von der CIA und<br />

Colonel Osmund Ritland, Senior Air<br />

Officer des Projekts, das Gebiet am<br />

Groom Lake in Nevada für besonders<br />

geeignet. Das Terrain wurde als „Area<br />

51“ bezeichnet, was auf die Nummerierung<br />

der entsprechenden Parzelle<br />

auf den Landkarten zurückgeht. Kelly<br />

Johnson wollte einen attraktiveren<br />

Namen und nannte das Gebiet „Paradise<br />

Ranch“, woraus später nur kurz<br />

„the Ranch“ wurde.<br />

Faks<strong>im</strong>iles der ersten Seiten des<br />

freigegebenen CIA-Dokuments<br />

über die U-2-Flüge. Die Startseite<br />

ist nach wie vor komplett<br />

geschwärzt<br />

(Quelle: George Washington University)<br />

Be<strong>im</strong> U-2-<br />

Projekt waren<br />

übrigens<br />

die Verantwortlichkeiten<br />

zwischen<br />

CIA und Air Force<br />

nicht klar festgelegt.<br />

Es wurde nur<br />

vereinbart, dass die<br />

Air Force die Triebwerke<br />

und die CIA<br />

den Flugzeugrumpf<br />

und die Kameras<br />

bezahlen würde. Es<br />

war – aus heutigem<br />

Blickwinkel – der<br />

„Beginn einer wunderbaren<br />

Freundschaft“.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 9


Politik<br />

Die U-2-Flüge<br />

U-2 ist ein ursprünglich streng gehe<strong>im</strong>er<br />

Spionageflugzeugtyp der US<br />

Air Force, der in den fünfziger Jahren<br />

gebaut und in der Area 51 getestet<br />

wurde. In die Schlagzeilen kamen die<br />

U-2-Spionageflüge 1960, als ein solches<br />

Flugzeug über Swerdlowsk (heute<br />

Jekaterinburg) von der sowjetischen<br />

Luftabwehr abgeschossen wurde. Der<br />

Pilot Gary Powers (Bild oben, vor seiner<br />

U-2 stehend) wurde lebend geborgen<br />

und erhielt in Moskau einen<br />

öffentlichen Schauprozess. Es heißt,<br />

US-Präsident Eisenhower habe daraufhin<br />

aus den Maschinen die Schleudersitze<br />

ausbauen lassen, damit kein<br />

Pilot einen Abschuss überleben würde<br />

und sich eine solche diplomatische<br />

Schmach nicht wiederholen könne.<br />

1961 fanden auf Anordnung von John F.<br />

Kennedy zahlreiche U-2-Spionageflüge<br />

über Kuba statt. Die dabei gewonnenen<br />

Erkenntnisse über sowjetische Raketenbasen<br />

lösten die Kubakrise aus und<br />

führten die Welt an den Rand eines<br />

Atomkrieges. U-2-Flugzeuge sind bis<br />

heute <strong>im</strong> militärischen Einsatz. Nach<br />

dem Erdbeben <strong>im</strong> März 2011 in Japan,<br />

das die Fukush<strong>im</strong>a-Katastrophe auslöste,<br />

half ein U-2-Aufklärungsflug bei<br />

der Abschätzung der Schäden.<br />

Niemand fragt, CIA antwortet<br />

In den vorliegenden CIA-Dokumenten<br />

verdient ein Abschnitt besondere Aufmerksamkeit,<br />

der sich allen Ernstes<br />

mit dem Thema UFOs beschäftigt!<br />

Dort heißt es wörtlich: „Testflüge in<br />

großer Höhe der U-2 führten zu einem<br />

unerwarteten Nebeneffekt – einem <strong>im</strong>mensen<br />

Anstieg der Berichte über unidentifizierte<br />

Flugobjekte (UFOs). Mitte<br />

der fünfziger Jahre flogen die meisten<br />

kommerziellen Flugzeuge in Höhen<br />

zwischen 10.000 und 20.000 Fuß und<br />

Militärflugzeuge wie die B-47 und B-57<br />

in Höhen unterhalb von 40.000 Fuß.<br />

Konsequenterweise, sobald die U-2 in<br />

Höhen über 60.000 Fuß flog, begannen<br />

die Fluglotsen eine steigende Anzahl<br />

von UFO-Berichten zu erhalten.“<br />

Dieser Passus erlaubt zwei Deutungen:<br />

Bedeutet er, dass mehr und mehr<br />

Menschen die hoch fliegenden U-2-<br />

Gehe<strong>im</strong>flugzeuge irrtümlich für UFOs<br />

hielten, oder waren es die U-2-Piloten,<br />

die UFO-Sichtungen hatten, eben weil<br />

sie in so großer Höhe flogen?<br />

Das Dokument beschränkt<br />

sich trotz<br />

schwammiger Formulierungen<br />

wohl eher auf die erst-<br />

genannte Deutung. Weiter heißt es<br />

nämlich, „solche Berichte waren am<br />

verbreitetsten in den frühen Abend-<br />

stunden, bei Piloten von Flugzeugen,<br />

die von Ost nach West flogen.“<br />

Im<br />

Licht der tiefstehenden Sonne hätten<br />

hochfliegende U-2 leicht wie „feurige<br />

Objekte“ glänzen können, und zu jener<br />

Zeit habe noch niemand glauben können,<br />

dass bemannte Flüge oberhalb<br />

von 60.000 Fuß überhaupt möglich<br />

wären. Und weiter heißt es: „Nicht nur<br />

berichteten die Piloten über ihre Sichtungen<br />

an die Controller, sondern sie<br />

und Beobachter am Boden schrieben<br />

auch Briefe an die Air-Force-Einheit<br />

be<strong>im</strong> Wright Air Development Command<br />

in Dayton, die sich mit der Untersuchung<br />

solcher Phänomene be-<br />

schäftigten.“<br />

Und dann zaubert die<br />

CIA noch einen ganz alten Hut aus<br />

demselben: „Dies wiederum führte<br />

zu der Air Force Operation Blue Book.<br />

An ihrem Sitz in Wright Patterson sammelte<br />

die Operation alle Berichte über<br />

UFO-Sichtungen. Air-Force-Ermittler<br />

versuchten dann die Sichtungen zu<br />

erklären, indem man Verbindungen zu<br />

natürlichen Phänomenen herstellte.“<br />

Der<br />

Rest<br />

der<br />

Geschichte<br />

ist allbekannt. Zwei Aspekte<br />

sind hier allerdings von Interesse:<br />

Foto: Nevada Aerospace Hall of Fame<br />

10<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

Das Gelände ist ringsherum durch<br />

Zäune gesichert. Warntafeln weisen<br />

darauf hin, dass Fotografieren<br />

verboten ist und bei unbefugtem<br />

Betreten des Areals scharf geschossen<br />

werden kann.


Mitarbeiter der Area 51 wurden<br />

jahrelang Substanzen ausgesetzt,<br />

die keiner kennt und die von<br />

Firmen ohne Namen<br />

herangeschafft wurden.<br />

Politik<br />

Auch der berühmte Tarnkappenbomber<br />

F-117 Nighthawk wurde in<br />

der Area 51 getestet.<br />

E r s t e n s<br />

– die CIA bestätigt,<br />

was UFO-Forscher seit langem vermuteten:<br />

Blue Book diente nicht der<br />

„Erforschung von UFO-Phänomenen“,<br />

sondern der Auftrag der Gruppe war<br />

von Anfang an nur gewesen, die Sich-<br />

tungen zwanghaft auf „natürliche Phänomene“<br />

zurückzuführen. Also das<br />

wohlbekannte „Licht der Venus, das von<br />

einem Wetterballon reflektiert“ wurde.<br />

Zweitens beantwortet die CIA hier Fragen,<br />

die ihr in diesem Zusammenhang<br />

(Geschichte der U-2-Flüge) gar niemand<br />

gestellt hat, und sie gibt damit indirekt<br />

zu, dass Area 51 etwas mit UFOs<br />

zu tun hat. Was genau, bleibt natürlich<br />

weiterhin <strong>im</strong> Dunkeln.<br />

Doch es soll hier nicht der Eindruck<br />

entstehen, Area 51 sei nur für Ufologen<br />

interessant. Es gibt eine ganz andere<br />

Gruppe von Menschen, die ein wesent-<br />

lich vitaleres Interesse<br />

daran haben, dass die Gehe<strong>im</strong>isse<br />

der Area 51 endlich<br />

gelüftet werden. Einige dieser<br />

Gehe<strong>im</strong>nisse erweisen sich nämlich<br />

als tödlich.<br />

Die tödlichen Gehe<strong>im</strong>nisse<br />

der Area 51<br />

Fred Dunham ist heute 62 Jahre alt,<br />

ein übergewichtiger Mann von ger Statur, der eigentlich früher einmal<br />

körperlich topfit war. Doch heute<br />

ist Fred ein schwerkranker Mann. Der<br />

kräfti-<br />

Grund ist, dass er an einem ganz besonderen<br />

Ort gearbeitet hat. Er war<br />

viele Jahre lang Security Guard in der<br />

Area 51. Dunham und sein behandelnder<br />

Arzt sind sich sicher, dass die<br />

Krankheit darauf zurückzuführen ist,<br />

dass Fred jahrelang gefährlichen Substanzen<br />

ausgesetzt war. Substanzen,<br />

die keiner kennt und die von Firmen<br />

ohne Namen herangeschafft worden<br />

waren. Vermutlich war sein Todesurteil<br />

schon gesprochen, als er die gehe<strong>im</strong>e<br />

Basis erstmals betrat. Er ist kein Einzelfall.<br />

Schwere Erkrankungen und Todesfälle<br />

scheinen bei Mitarbeitern der<br />

Area 51 an der Tagesordnung zu sein.<br />

Heute kämpfen Betroffene und Hinterbliebene<br />

darum, für ihr Leid wenigstens<br />

finanziell entschädigt zu werden, jahrelang<br />

erfolglos, da auch bei ihnen die<br />

Gerichte nur feststellen konnten, dass<br />

Area 51 nicht existiert. Die Freigabe der<br />

CIA-Akten kann ihnen vielleicht neue<br />

Hoffnung auf Gerechtigkeit geben.<br />

Fred Dunham ist ein Patriot. Er<br />

hält sich an seinen Diensteid,<br />

der ihn zu lebenslanger Verschwiegenheit<br />

verpflichtet. Seinen<br />

Arbeitsort bezeichnet er nur mit Umschreibungen<br />

wie „da oben“ oder „in<br />

der Area“.<br />

Es war <strong>im</strong> Jahre 1981, als er in Las<br />

Vegas als Türsteher in einem Spielcasino<br />

arbeitete. Genau zu jener Zeit<br />

begann in Groom Lake als schwarzes<br />

Projekt die Entwicklung des Tarnkappenbombers,<br />

und offensichtlich<br />

brauchte man noch geeignetes Sicherheitspersonal.<br />

Fred wurde von<br />

einem ehemaligen Arbeitskollegen<br />

angesprochen, der ihm die Arbeit auf<br />

der gehe<strong>im</strong>en Basis als großartigen<br />

Job beschrieb. Der Lohn wäre doppelt<br />

so hoch wie <strong>im</strong> Casino in Las Vegas.<br />

Fred Dunham ließ sich nicht zwei Mal<br />

bitten.<br />

Tatsächlich erwies sich die Arbeit<br />

in der Area 51 als ein ruhiger<br />

Job. Er erfuhr, dass neben dem<br />

Militär auch noch die CIA sowie mehrere<br />

private Rüstungskontraktoren in<br />

der Area behe<strong>im</strong>atet waren. Selten<br />

kam es zu einem Unfall, und dann<br />

mussten die Sicherheitsleute schnell<br />

ausrücken, z. B. um einen abgestürzten<br />

Piloten zu bergen. An den lan-<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 11


Politik<br />

August 2013: CNN meldet<br />

als Breaking News – die CIA<br />

hat erstmals die Existenz der<br />

Area 51 eingeräumt.<br />

Die Area 51 befindet sich<br />

in dem Areal am Groom<br />

Lake inmitten des riesigen<br />

Testgeländes des Nellis Air<br />

Force Range.<br />

→<br />

Tanklastzüge liefern wöchentlich gefährliche Abfälle<br />

an, die auf dem Gelände unter freiem H<strong>im</strong>mel<br />

verbrannt werden. Die Laster sind entweder unmarkiert<br />

oder tragen Aufschriften von Firmen, die nicht<br />

existieren.<br />

gen Abenden traf man sich in Sam’s<br />

Place, dem einzigen Treffpunkt der<br />

Gegend, um etwas zu trinken und zu<br />

plaudern. Ein oder zwei Mal mussten<br />

Dunham und seine Kollegen Unbefugte<br />

vom Gelände eskortieren. Und<br />

dann waren da noch einmal die Woche<br />

die Verbrennungen, die er und seine<br />

Kollegen überwachen mussten…<br />

12<br />

Unmarkierte Laster<br />

und ihre tödliche Fracht<br />

Westlich von den Wohnquartieren, ein<br />

Stück oberhalb des ausgetrockneten<br />

Sees, war eine Mülldeponie angelegt<br />

worden. Regelmäßig trafen dort<br />

Laster ein mit kalifornischen Nummernschildern,<br />

um Abfall in eigens<br />

ausgehobenen Gruben abzuladen, der<br />

zu gehe<strong>im</strong> war, um ihn anderenorts<br />

zu entsorgen. Auf den Lastern war ein<br />

Firmenlogo „NDB“ angebracht. Wie<br />

sich mittlerweile herausstellte, hat<br />

eine Firma dieses Namens nie existiert.<br />

Scherzhaft decodierte man das<br />

Kürzel NDB zu „None of your Damn<br />

Business“ („das geht Dich verdammt<br />

noch mal nichts an“).<br />

Vieles von dem, was in den Gruben<br />

der Deponie abgeladen wurde,<br />

stammte auch aus der Area 51 selbst.<br />

Von dort brachte man auch Tanks<br />

mit gehe<strong>im</strong>en Chemikalien (über 200<br />

Liter), angeblich die Reste des gehe<strong>im</strong>en<br />

Außenanstrichs des Stealth-<br />

Bombers. Er soll so giftig gewesen<br />

sein, dass für die Feuerwehrleute des<br />

Flughafens <strong>im</strong> Fall eines Absturzes<br />

besondere Sicherheitsvorkehrungen<br />

galten, z. B. unbedingt Atemschutzmasken<br />

zu tragen. Obwohl der<br />

Stealth-Bomber heute längst nicht<br />

mehr <strong>im</strong> Einsatz ist, ist die Zusammensetzung<br />

des Anstrichs nach wie<br />

vor streng gehe<strong>im</strong>. Für viele von uns<br />

mag das eine Kuriosität am Rande<br />

sein, für Fred Dunham ist es ein Problem.<br />

Wie kann ihm ein Arzt helfen<br />

oder ein Richter Genugtuung verschaffen,<br />

wenn er nicht einmal sagen<br />

kann, welchen Substanzen er ausgesetzt<br />

war?<br />

Auf der gehe<strong>im</strong>en Deponie in der<br />

Area 51 spielte sich jede Woche<br />

<strong>im</strong>mer das Gleiche ab. Zunächst<br />

luden die gehe<strong>im</strong>nisvollen Laster<br />

ihre Fracht ab. Dann kamen Feuerwehrleute,<br />

übergossen das Ganze<br />

mit Diesel und setzten es mit einer<br />

Fackel in Brand. Das Feuer brannte<br />

normalerweise bis zu 24 Stunden,<br />

und Fred Dunham und seine Kollegen<br />

mussten alles überwachen. Mitte der<br />

achtziger Jahre, so erinnert er sich,<br />

fand dieses Ritual sogar zwei Mal pro<br />

Woche statt.<br />

Einmal pro Woche werden <strong>im</strong><br />

Freien giftige Chemikalien<br />

verbrannt. Das Feuer brennt bis<br />

zu 24 Stunden.<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

Zu jener Zeit<br />

bemerkte er<br />

erstmals bei<br />

sich einen<br />

quälenden,<br />

krampfartigen Husten. Erst ein paar<br />

Jahre später, als die Beschwerden<br />

so schl<strong>im</strong>m geworden waren, dass<br />

er nicht mehr Auto fahren konnte,<br />

ging Fred Dunham zum Arzt. Der<br />

diagnostizierte eine „Lungenentzündung“,<br />

sagte seinem Patienten aber<br />

<strong>im</strong> Vertrauen, er habe die Lunge eines<br />

Achtzigjährigen, der sein Leben<br />

lang 40 Zigaretten pro Tag geraucht<br />

hat. Fred war lebenslang Nichtraucher.<br />

Auf die Frage seines Arztes,<br />

welchen Substanzen er bei der Arbeit<br />

ausgesetzt wurde, konnte er nur<br />

schweigen. Wenig später erfolgte<br />

eine heftige Hustenattacke, während<br />

er auf der Basis Dienst tat. Daraufhin<br />

untersuchte ihn auch der Militärarzt<br />

und erklärte ihn für dauerhaft<br />

dienstuntauglich. Das Resultat: Fred<br />

Dunham verlor sofort seine Security<br />

Clearance und durfte die Basis nicht<br />

mehr betreten. Von einem auf den<br />

anderen Moment war er arbeitslos.<br />

Die Abfindung, die man ihm als Invaliden<br />

auszahlte, war nach wenigen<br />

Jahren verbraucht, und er musste<br />

sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser<br />

halten.<br />

Wie klagt man gegen das Nichts?<br />

Dunham erfuhr, dass Robert Frost,<br />

einer seiner Kollegen von der Area<br />

51, genau wie er ein kräftiger und<br />

trinkfester Bursche, unter mysteriösen<br />

Umständen gestorben war.<br />

Gerüchten zufolge sollten 20 weitere<br />

ehemalige Mitarbeiter ebenfalls<br />

krank oder tot sein. Doch Dunhams<br />

Versuch, auf Schadenersatz zu klagen,<br />

scheiterte. Bevor man nämlich<br />

klagt, muss man wissen, gegen wen.<br />

Und wer <strong>im</strong>mer es auch sein mag, es<br />

muss ihn offiziell geben.


Seit 1994 hat sich der Juraprofessor<br />

Jonathan Turley aus Washington<br />

des Falls der erkrankten<br />

Area-51-Mitarbeiter angenommen.<br />

Auch Robert Frosts Witwe wurde in<br />

die Klage eingeschlossen. Turley begründete<br />

seinen Antrag auf Schadenersatz<br />

damit, dass das Verbrennen<br />

von giftigem Abfall in einer offenen<br />

Grube auch damals schon in den USA<br />

ein Verbrechen war. Derartiger Müll<br />

dürfe nur in fünf- bis sechsstöckigen<br />

Spezialgebäuden verbrannt werden,<br />

deren Bau und Betrieb Hunderte von<br />

Millionen Dollar kostete. Die Regierung<br />

jedoch ließ das Zeug, was <strong>im</strong>mer<br />

es war, in der Area 51 unter freiem<br />

H<strong>im</strong>mel verbrennen, weil man glaubte,<br />

die Area 51 sei juristisch nicht existent.<br />

Die Offiziere auf der Area waren<br />

sich – so Turley – dessen voll bewusst,<br />

dass sie kr<strong>im</strong>inell handelten. Aber sie<br />

waren der Überzeugung, vor dem Gesetz<br />

Immunität zu genießen.<br />

Schon die ersten Schritte vor Gericht<br />

waren schwierig. Turley musste<br />

zunächst beweisen, dass die Area 51<br />

existierte und unter welchem Namen<br />

sie offiziell bekannt war. Nach monatelanger<br />

Recherche fiel ihm ein Handbuch<br />

für Sicherheitsoffiziere der Area<br />

51 in die Hände, in dem detaillierte<br />

Sicherheitsprozeduren beschrieben<br />

waren. Es konnte als Beweis für die<br />

Existenz der Einrichtung dienen.<br />

„Organismen, die die Wissenschaft<br />

noch nie gesehen hat“<br />

Als es öffentlich bekannt wurde, dass<br />

Turley dieses Dokument besaß, liefen<br />

die Regierungsbehörden Amok. „Sie<br />

klassifizierten den gesamten Inhalt<br />

meiner Kanzlei als gehe<strong>im</strong>.“, sagt er.<br />

„Vier Jahre lang durfte niemand meine<br />

Kanzlei betreten, nicht einmal eine<br />

Putzfrau, und am Ende wurde alles<br />

buchstäblich demontiert. Ich denke,<br />

in meiner Kanzlei waren Organismen<br />

am Werke, die die Wissenschaft noch<br />

nie gesehen hat – und als ich mich am<br />

Ende weigerte, alle meine Akten auszuhändigen,<br />

veranlassten sie einen<br />

Richter, mich ins Gefängnis zu sperren.“<br />

Als ein wenig Gras über die Sache<br />

gewachsen war, konnte Turley einen<br />

ersten Erfolg vermelden. Das Gericht<br />

akzeptierte die Existenz der Area 51<br />

und entschied, dass die Umweltgesetze<br />

der USA auch dort gelten. Doch<br />

das Urteil war nichts wert, weil gerade<br />

zu jener Zeit Präsident Clinton ein<br />

Eine der seltenen<br />

Luftaufnahmen der<br />

Area 51<br />

Area 51<br />

Seit Jahrzehnten kursieren Berichte – und Gerüchte – um ein supergehe<strong>im</strong>es Testgelände<br />

der US Air Force in Nevada auf dem Terrain der Nellis Air Force Base am Groom<br />

Lake, einem ausgetrockneten See nordwestlich von Las Vegas. Das Gelände hat viele<br />

Namen – Dreamland, Paradise Ranch oder auch Area 51. Es befindet sich <strong>im</strong> Nirgendwo<br />

der Wüste von Nevada. Im zweiten Weltkrieg wurde das Areal für Zielübungen von<br />

Bomberpiloten genutzt, später war es Testgelände der Atomenergiekommission. Seit<br />

1955 ist es die gehe<strong>im</strong>ste Militärforschungsanlage der USA. Der Stealth-Bomber soll<br />

dort entwickelt worden sein, und in unterirdischen Bunkern sollen angeblich Überreste<br />

geborgener UFO-Technologie lagern. Regierung und Militär haben die Existenz der Area<br />

51 viele Jahre lang abgestritten, obwohl das Gelände von einem Zaun umgeben ist, an<br />

dem Wachmannschaften in Zivil („Cammo Dudes“) scharf zu schießen drohen. Farmer<br />

wurden kurzerhand ihres Grundbesitzes enteignet, wenn das Militär mehr Platz brauchte.<br />

Dagegen vor Gericht ziehen konnten sie nicht. Man kann nicht gegen etwas klagen,<br />

was nicht existiert.<br />

Dokument unterzeichnet hatte, das<br />

die Besatzung der Basis von jeglicher<br />

Auskunftserteilung über die dortigen<br />

Aktivitäten freistellte. Die Geschädigten<br />

erfuhren damit auch weiterhin<br />

nicht, welchen Substanzen sie ihre<br />

Krankheit zu verdanken hatten. Fred<br />

Dunham erfuhr zusätzlich aus einem<br />

Report, der 2007 vom Energieministerium<br />

publiziert wurde, dass die Bechtel<br />

Corporation, die <strong>im</strong> Jahre 1996 auf<br />

der Basis einzog, eine große Anzahl<br />

früherer Dokumente vernichten ließ,<br />

weil der Vertrag mit der Regierung ihr<br />

dies gestattete.<br />

Jonathan Turley kämpft weiterhin<br />

gegen alle juristischen Widrigkeiten,<br />

doch es ist auch ein Wettlauf<br />

gegen die Zeit, und die Regierung<br />

weiß das. Jedes Jahr sterben einige<br />

der ehemaligen Area-51-Mitarbeiter,<br />

und mit ihnen sterben auch ihre Fälle.<br />

Über den Stealth-Bomber hingegen<br />

gibt es nichts mehr gehe<strong>im</strong>zuhalten.<br />

Seine Gehe<strong>im</strong>nisse sind längst<br />

in den Händen der Chinesen, die sie<br />

den Serben abgekauft hatten, als sie<br />

während des Kosovo-Krieges eines<br />

der gehe<strong>im</strong>en Flugzeuge über Belgrad<br />

abgeschossen hatten. Der erste<br />

chinesische Stealth-Bomber, der<br />

Chengdu J-20, hatte bereits <strong>im</strong> Januar<br />

2011 seinen Jungfernflug. Ausgleichende<br />

Gerechtigkeit? Immerhin<br />

hatte die NATO „aus Versehen“ auch<br />

die chinesische Botschaft in Belgrad<br />

bombardiert.<br />

Vielleicht hat man ja auf der gehe<strong>im</strong>en<br />

Deponie jahrelang etwas ganz<br />

anderes verbrannt? Etwas, was auch<br />

weiterhin niemand wissen darf?<br />

Fred Dunham jedenfalls ist längst<br />

desillusioniert. Der Arzt hat ihm prognostiziert,<br />

dass ihn seine Krankheit<br />

rund 20 Jahre seines Lebens kosten<br />

kann. Sein Stolz darüber, auf der gehe<strong>im</strong>sten<br />

Basis der Welt gearbeitet zu<br />

haben, ist gründlich verflogen.<br />

Die CIA hat das Gehe<strong>im</strong>nis um die<br />

Area 51 gelüftet. Aber das Schönste an<br />

Gehe<strong>im</strong>basen ist es ja sowieso, dass<br />

jeder weiß, dass sie existieren! ▀<br />

Literatur:<br />

The Central Intelligence Agency and<br />

Overhead Reconnaissance: The U-2 and<br />

OXCART Programs, 1954-1974. Archive<br />

of National Security, George Washington<br />

University.<br />

Groom Lake/Area 51 Security Manual. Office<br />

of Information Technology. University of<br />

California, Irvine.<br />

Angus Batey, Area 51: The Plane Truth. The<br />

Telegraph.<br />

Grazyna Fosar: “Test the Best” – Area<br />

51 und andere Militärbasen in Nevada.<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 35, September/Oktober<br />

2006<br />

Grazyna Fosar & Franz Bludorf: Status:<br />

Nicht existent. Peiting 2008<br />

Politik<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 13


News<br />

Adoptivkinder über Facebook<br />

verschachert<br />

Die schöne neue Welt der sozialen<br />

Netzwerke treibt mehr und mehr<br />

auch skandalöse Blüten. Neuester<br />

Trend aus den USA: Unliebsame Adoptivkinder<br />

werden über Facebook<br />

oder Yahoo meistbietend feilgeboten.<br />

Die Kinder werden dort zuweilen wie<br />

Haustiere angepriesen und – häufig<br />

ohne Wissen der Behörden – an<br />

Fremde weitergereicht. Die sozialen<br />

Netzwerke erweisen sich nach wie vor<br />

als ein weitgehend gesetzloser Raum.<br />

Meist handelt es sich um<br />

Adoptivkinder aus fremden<br />

Ländern, in denen Armut<br />

oder Bürgerkrieg herrschen<br />

und die von Ehepaaren<br />

in einer spontanen Reaktion<br />

des Helfenwollens<br />

aufgenommen werden.<br />

Wenn dann <strong>im</strong> Alltag die ersten<br />

Erziehungsprobleme<br />

auftreten, ist man oft der<br />

Kinder schnell überdrüssig<br />

und möchte sie wieder loswerden.<br />

Die Kinder teilen<br />

so das grausame Schicksal<br />

vieler Haustiere, die auch<br />

übereilt und unüberlegt<br />

angeschafft wurden und später nach<br />

Möglichkeit unauffällig entsorgt werden<br />

sollen. Da behördliche Überprüfungen<br />

der neuen Pflegeeltern in der<br />

Regel unterbleiben, kommen die Kinder<br />

oft in ein Umfeld, in dem sie misshandelt<br />

werden.<br />

Auch für die kleine Quita aus Liberia<br />

suchten ihre Adoptiveltern über das<br />

Internet eine neue Pflegefamilie, und<br />

es meldete sich schnell ein Ehepaar<br />

aus Illinois. Es fand lediglich ein privates<br />

Treffen mit den Leuten statt, bei<br />

dem die Interessenten „einen guten<br />

Eindruck machten“. Für die Übergabe<br />

wurde nur eine beglaubigte Bescheinigung<br />

unterschrieben. Die US-Nachrichtenagentur<br />

Reuters fand später<br />

heraus, dass Quitas neuen Pflege-<br />

Die kleine Quita wurde, wie viele ihrer<br />

Schicksalsgenossen, von ihren Adoptiveltern<br />

<strong>im</strong> Internet verschachert.<br />

Foto: Reuters<br />

eltern einige Zeit früher das Sorgerecht<br />

für die eigenen Kinder von den<br />

Behörden aufgrund psychologischer<br />

Probleme und häuslicher Gewalt entzogen<br />

worden war. Der Pflegevater<br />

wurde kurz danach wegen Kinderpornographie<br />

verhaftet und zu einer langjährigen<br />

Gefängnisstrafe verurteilt.<br />

Als Quitas frühere Pflegeeltern bei<br />

der neuen Familie nach dem Befinden<br />

des Kindes nachfragen wollten, war<br />

die Familie spurlos verschwunden. Es<br />

dauerte zwei Wochen, bis die Behörden<br />

sie ausfindig machten. Aber sie<br />

hatten für Quita wohl auch<br />

kein Interesse. Man setzte<br />

sie allein, ohne Aufsicht,<br />

in einen Bus zurück nach<br />

Wisconsin.<br />

Quitas Fall ist kein Einzelfall.<br />

Reuters fand heraus,<br />

dass innerhalb der letzten<br />

fünf Jahre über 5000<br />

Kinder in Internet-Foren<br />

angeboten wurden, meist<br />

zwischen 6 und 14 Jahren<br />

und aus fernen Ländern<br />

stammend, hauptsächlich<br />

aus Russland, China,<br />

Äthiopien und der Ukraine.<br />

Jedes fünfte von ihnen<br />

wird Opfer von Missbrauch. Die Gründe,<br />

weswegen Adoptiveltern ein Kind<br />

loswerden wollen, sind oft absurd –<br />

etwa „zu große Füße“ oder „seltsame<br />

Ohren“.<br />

Hartz IV – Prämien für Sanktionen<br />

Schon seit Langem weiß man: Nirgendwo<br />

in Deutschland sind die Jobcenter<br />

so streng wie in Berlin, was<br />

die Hartz-IV-Vergabe betrifft. In diesem<br />

Jahr verhängten die Behörden<br />

fast 20.000 Mal Sanktionen gegen<br />

Langzeitarbeitslose, mehr als doppelt<br />

so viele wie noch vor sechs Jahren.<br />

Jeder 15. Berliner Arbeitslose<br />

ist betroffen.<br />

Inzwischen ist es bekannt:<br />

Die Jobcenter-<br />

Bosse erhalten von den<br />

Bezirksämtern Quotenvorgaben<br />

für Hartz-IV-<br />

Sanktionen, und wenn<br />

diese Quoten erfüllt<br />

oder sogar übertroffen<br />

werden, gibt es satte<br />

Prämien, bis zu 4000<br />

Euro pro Jahr.<br />

Die Marschroute ist<br />

klar: Je mehr Arbeitslosen<br />

man den Hartz-IV-<br />

Regelsatz streicht, desto<br />

weniger <strong>Ausgabe</strong>n für die Stadt.<br />

Dazu noch ein kosmetischer Nebeneffekt:<br />

Statistisch sinkt auch die Anzahl<br />

hilfsbedürftiger Menschen, was<br />

sich natürlich politisch <strong>im</strong>mer als<br />

Erfolg hervorragend verkaufen lässt.<br />

Die Sanktionierten fallen dabei ganz<br />

einfach aus der Statistik heraus.<br />

Die Vereinbarungen zwischen Bezirksämtern<br />

und Jobcentern erinnern<br />

in fataler Weise an Kopfprämien.<br />

Schafft ein Jobcenter zum<br />

Jahresende z. B. „nur“ 98 Prozent<br />

der Vorgaben, bekommt der Boss<br />

nur 2088,38 Euro Prämie. Die vollen<br />

4000 werden erst bei Erreichung<br />

oder Überschreitung der 100-Prozent-Marke<br />

fällig. Da lohnt es sich<br />

natürlich, zum Jahresende noch<br />

schnell ein paar Bedürftige abzustrafen,<br />

und sei es wegen nichtigster<br />

Kleinigkeiten, z. B. einer geringfügigen<br />

Überschreitung<br />

von Mietobergrenzen<br />

(auf die der Betroffene<br />

selbst meist gar<br />

keinen Einfluss hat,<br />

weswegen man ihm<br />

wohl kaum schuldhaftes<br />

Verhalten vorwerfen<br />

kann). Auf diese<br />

Weise sind zwischen<br />

2007 und 2011 mehr<br />

als 100.000 Euro Prämienzahlungen<br />

an die<br />

Jobcenter-Chefs geflossen.<br />

14<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


News<br />

Niedersachsen hat<br />

jahrelang Journalisten<br />

ausgespäht<br />

Im Zuge der Snowden-<br />

Affäre kam es an den Tag<br />

– nicht nur Amerikaner<br />

und Briten haben mit ihrer<br />

Bespitzelungspraxis<br />

der Bevölkerung massiv<br />

Bürgerrechte gebrochen.<br />

Die inzwischen abgewählte<br />

CDU-FDP-Regierung<br />

in Niedersachsen hat<br />

jahrelang missliebige Journalisten<br />

vom Verfassungsschutz ausspähen<br />

lassen. War dies an sich schon<br />

rechtswidrig, so ging man noch zusätzlich<br />

außerordentlich perfide vor, indem<br />

man den Betroffenen auf Anfrage stets<br />

mitteilte, man habe über sie keine Daten<br />

gespeichert. Laut Gesetz muss<br />

der Verfassungsschutz auf derartige<br />

Anfragen wahrheitsgemäß antworten.<br />

Es ging dabei keineswegs um „verfassungsfeindliche“<br />

Publizisten vom rechten<br />

oder linken Rand des politischen<br />

Spektrums. Betroffen war z. B. auch die<br />

freie Journalistin Andrea Röpke, eine<br />

erklärte Antifaschistin, deren Publikationen<br />

zum Rechtsextremismus<br />

in Deutschland u. a. auch<br />

von der Bundeszentrale für<br />

politische Bildung geschätzt<br />

und zu Aufklärungszwecken<br />

übernommen werden. Pikantes<br />

Detail: Der verantwortliche<br />

Ex-Innenminister Uwe Schünemann<br />

(CDU) ist keineswegs<br />

Polit-Pensionär, sondern bastelt<br />

derweil an einem Comeback<br />

in der Kommunalpolitik.<br />

Am Tage der Bundestagswahl,<br />

am 22. September 2013, kandidierte<br />

er für das Amt des Landrats für<br />

den Landkreis Hameln-Pyrmont, die er<br />

allerdings verlor. Der Posten war vakant,<br />

seit <strong>im</strong> April 2013 der amtierende<br />

Landrat Rüdiger Butte (SPD) in seinem<br />

Büro von einem Amokläufer erschossen<br />

worden war.<br />

Gefährliches Spielzeug:<br />

Der neue Personalausweis<br />

Mit viel Euphorie wurde er eingeführt<br />

– der neue elektronische Personalausweis,<br />

der geradezu alles können<br />

soll. Ziel soll es angeblich gewesen<br />

sein, den Bürgern das Leben zu erleichtern:<br />

Elektronische Behördengänge<br />

<strong>im</strong> Internet, Kontoeröffnungen,<br />

Vertragsabschlüsse und vieles<br />

mehr.<br />

Bei Experten ist die Euphorie<br />

längst kritischer<br />

Distanz gewichen. Der<br />

elektronische Personalausweis<br />

birgt erhebliche<br />

Sicherheitsrisiken, so die<br />

Einschätzung eines IT-<br />

Experten.<br />

21 Millionen Bundesbürger<br />

sind bereits <strong>im</strong> Besitz<br />

des neuen Ausweises, 30<br />

Prozent von ihnen haben<br />

die Online-Funktionen<br />

aktivieren lassen.<br />

Und so soll es funktionieren:<br />

Der Bürger kauft<br />

sich ein billiges Kartenlesegerät,<br />

das er an seinen<br />

Computer anschließt und mit dessen<br />

Hilfe die Daten ausgelesen werden<br />

können. Da die Lesegeräte keine<br />

eigene Tastatur besitzen, muss<br />

die PIN-Nummer über die normale<br />

Computertastatur eingegeben werden.<br />

Hier liegt die erste Schwachstelle,<br />

weil seit Langem bekannt ist,<br />

dass Hacker ohne besonders großen<br />

Aufwand die Tastatureingaben<br />

eines Computers abgreifen können<br />

– Experten nennen solche Software<br />

Keylogger. Auf diese Weise können<br />

Cyberkr<strong>im</strong>inelle in Besitz der PIN<br />

kommen. Schl<strong>im</strong>mer noch: Solange<br />

der Ausweis <strong>im</strong> Lesegerät steckt,<br />

stehen auch die gespeicherten Daten<br />

dem Hacker mehr oder weniger<br />

offen.<br />

Auf diese Weise können Unbefugte<br />

z. B. den kompletten Datensatz der<br />

Rentenversicherung auslesen und<br />

damit erfahren, wo der Mensch wie<br />

lange beschäftigt war. Auch die persönlichen<br />

Daten eines Bankkontos<br />

liegen offen. So können Kr<strong>im</strong>inelle<br />

Bankkonten auf den Namen des<br />

Opfers online <strong>im</strong> Internet eröffnen,<br />

nur für ein paar Stunden, um durch<br />

Geldtransfers illegale Gelder zu<br />

waschen. Bevor das Opfer den Betrug<br />

bemerken kann, ist das Konto<br />

längst wieder gecancelt. Aber wenn<br />

man Pech hat, kann eines Tages die<br />

Staatsanwaltschaft vor der Tür stehen.<br />

Bundesinnenminister Friedrich wiegelt<br />

ab und hält den elektronischen<br />

Personalausweis nach wie vor für<br />

sicher. Jeder Bürger sei eben selbst<br />

dafür verantwortlich, seinen Computer<br />

vor Hackern zu schützen. Dies<br />

sei aber für den Laien illusorisch,<br />

so die Aussage<br />

von Experten, selbst<br />

wenn er marktübliche<br />

Virensuchprogramme<br />

und Firewalls verwendet.<br />

Selbst Rechner großer<br />

Unternehmen werden<br />

nach wie vor <strong>im</strong>mer<br />

wieder geknackt. Etwas<br />

mehr Sicherheit könnten<br />

allenfalls Komfortlesegeräte<br />

bieten, die<br />

ein eigenes Display und<br />

eine eigene Tastatur haben<br />

und die PIN nur verschlüsselt<br />

übertragen.<br />

Diese Geräte sind natürlich<br />

erheblich teurer. Noch dazu<br />

wird die Motivation zum Ankauf der<br />

Komfortgeräte konterkariert durch<br />

Aktionen der öffentlichen Hand, wie<br />

zuletzt in Münster, wo 40.000 Stück<br />

der unsicheren Billiggeräte an Bürger<br />

verschenkt wurden. Auch in<br />

Computerzeitschriften waren sie<br />

als beigelegte Gadgets eine Zeitlang<br />

sehr beliebt.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 15


News<br />

CIA-Budgetakten von 1947<br />

„unauffindbar“<br />

Die Federation of American Scientists<br />

(FAS), eine private Wissenschaftlergruppe,<br />

die sich mit der Aufdeckung<br />

von Regierungsgehe<strong>im</strong>nissen beschäftigt,<br />

hat mit Hilfe des Freedom<br />

of Information Act versucht, die Budgetakten<br />

der CIA für das Fiskaljahr<br />

1947/48 freizubekommen. Man erhoffte<br />

sich dadurch Aufklärung darüber,<br />

ob die Berichte über den Roswell-Zwischenfall<br />

von 1947 vielleicht<br />

doch der Wahrheit entsprechen.<br />

Budget- und Buchhaltungsunterlagen<br />

können manchmal verräterische<br />

Hinweise auf Aktivitäten einer Organisation<br />

geben. Die FAS hatte schon<br />

mehrere Anläufe unternommen, die<br />

Akten einsehen zu dürfen, und erhielt<br />

stets Ablehnungen „<strong>im</strong> Interesse der<br />

nationalen Sicherheit“. In diesem<br />

Jahr nun änderte die CIA ihre Politik.<br />

Man teilte dem Antragsteller lakonisch<br />

mit, man sei „nicht in der Lage,<br />

die Akten zu lokalisieren.“<br />

Offiziell kommentierte ein FAS-Sprecher<br />

diese Reaktion der CIA als ein<br />

„Zeichen schlechter Datenarchivierung“<br />

sowie jahrelanger „Überklassifizierung“.<br />

Aussagen ehemaliger<br />

US-Offiziere deuten jedoch darauf<br />

hin, dass möglicherweise mehr dahinter<br />

steckt. Richard Clayton Harris,<br />

der 1947 bei der RAAF in Roswell der<br />

für Budget und Finanzen zuständige<br />

Offizier war, hatte noch vor seinem<br />

Tod öffentlich bekannt gegeben, es<br />

habe Befehle gegeben, alle Akten, die<br />

sich auf das Jahr 1947 beziehen, zu<br />

vernichten.<br />

Rumänien:<br />

Bürgerproteste gegen Goldmine<br />

Anfang September 2013 kam es in<br />

Bukarest zu Demonstrationen gegen<br />

eine geplante Goldmine in Rosia<br />

Montana in den rumänischen<br />

Karpaten. Es war bekannt geworden,<br />

dass zum Abbau des goldhaltigen<br />

Erzes etwa 12 Tonnen<br />

hochgiftigen Cyanids zum Einsatz<br />

kommen werden – <strong>im</strong> Tagebau!<br />

Die Demonstranten wiesen darauf<br />

hin, dass durch diese Abbaumaßnahmen<br />

insgesamt vier Berge auf<br />

Dauer verseucht würden. Etwa<br />

10.000 Bergleute appellierten in<br />

einer Gegendemonstration an die<br />

Regierung, die Mine dennoch in<br />

Betrieb zu nehmen, um ihre Arbeitsplätze<br />

zu sichern.<br />

Obwohl für den Goldabbau in<br />

Rumänien die kanadische Firma<br />

Gabriel Resources zuständig<br />

wäre, beharrt die Regierung<br />

in Bukarest darauf, die geplante<br />

Mine sei in „außergewöhnlichem<br />

„Sinti- und Roma-Schnitzel“ auf<br />

der Speisekarte?<br />

Nachdem ein Forum der Sinti und<br />

Roma in Hannover eine Diskussion<br />

um das allenthalben sehr beliebte<br />

„Zigeunerschnitzel“ losgetreten hat,<br />

da man sich durch den Begriff diskr<strong>im</strong>iniert<br />

fühlte, ist in Deutschland<br />

eine erneute Anti-Diskr<strong>im</strong>inierungs-<br />

Debatte mit starker Tendenz zum<br />

Absurden hochgekocht. Selbst der<br />

Zentralrat der Sinti und Roma in<br />

Deutschland hat öffentlich erklärt,<br />

eine Umbenennung des Gerichts in<br />

„Sinti- und Roma-Schnitzel“ wäre<br />

selbstverständlich lächerlich. Allerdings<br />

seien die Ursprünge des „Zigeunerschnitzels“<br />

gar nicht bei den<br />

Sinti und Roma zu finden, sondern<br />

eher der ungarischen Küche entlehnt.<br />

Ähnliche Debatten gab es bereits vor<br />

einigen Jahren in Österreich um das<br />

dort sehr verbreitete „Esk<strong>im</strong>o-Eis“.<br />

Sollten sich die Österreicher nicht <strong>im</strong><br />

Gegenzug auch durch das weltweit<br />

so genannte Wiener Schnitzel diskr<strong>im</strong>iniert<br />

fühlen? Sollten Berliner<br />

sich nicht herabgesetzt fühlen durch<br />

den Verkauf von Schmalzgebäck, das<br />

überall „Berliner“ heißt, nur nicht<br />

in Berlin (dort heißen sie Pfannkuchen)?<br />

Ins Gespräch kamen auch<br />

Buchverleger, die aus Kinderbuchklassikern<br />

wie „Pippi Langstrumpf“,<br />

die wohl kaum unter Rassismusverdacht<br />

stehen, den aus historischen<br />

Gründen dort stehenden Begriff<br />

„Neger“ entfernten, obwohl dieser<br />

zu Astrid Lindgrens Lebzeiten noch<br />

gar nicht herabsetzend oder diskr<strong>im</strong>inierend<br />

gemeint war. Traut man<br />

heutigen Eltern nicht mehr zu, ihren<br />

Kindern historische Zusammenhänge<br />

zu erklären? Oder muss jetzt auch<br />

Agatha Christie’s berühmter Kr<strong>im</strong>iklassiker<br />

über die „Zehn kleinen Negerlein“<br />

neu übersetzt werden? Wie<br />

wäre es mit „Zehn kleine Kinder mit<br />

Migrationshintergrund“?<br />

nationalem Interesse“. Man hofft,<br />

durch die Cyanidierung 300 Tonnen<br />

Gold und 1600 Tonnen Silber<br />

zu gewinnen.<br />

Greenpeace und die Bürgervereinigung<br />

für ein sauberes Rumänien<br />

appellieren an die Verantwortlichen,<br />

das Projekt zu stoppen.<br />

Pikantes Detail: Die Bürgervereinigung<br />

trägt ihren Namen eigentlich,<br />

weil sie sich die Bekämpfung<br />

der Korruption <strong>im</strong> Lande zum Ziel<br />

gesetzt hatte. Die Nichtregierungsorganisation<br />

Europa Nostra<br />

nahm die historische Landschaft<br />

Rosia Montana in die Liste der am<br />

meisten gefährdeten Naturdenkmäler<br />

auf.<br />

16<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


News<br />

„England<br />

ist eine Insel<br />

“<br />

Ausländerfeindlichkeit in Großbritannien<br />

„Meine Herren, England ist eine<br />

Insel“. So eröffnete der französische<br />

Historiker Jules Michelet <strong>im</strong> 19. Jahrhundert<br />

<strong>im</strong>mer seine Vorträge. Und<br />

bereits <strong>im</strong> 16. Jahrhundert stellte<br />

der holländische Reisende Emanuel<br />

van Meteren fest: „Einhe<strong>im</strong>ische in<br />

England sind sehr misstrauisch, besonders<br />

Ausländern gegenüber, für<br />

die sie Verachtung fühlen“. Im Gegensatz<br />

dazu war die Bevölkerung<br />

Großbritanniens zwar auch in den<br />

letzten Jahrzehnten für einen etwas<br />

skurrilen Charakter bekannt, jedoch<br />

auch dafür, außerordentlich tolerant<br />

Fremden gegenüber zu sein. Dies ändert<br />

sich zurzeit rapide.<br />

Soziologen zufolge ist die Mehrheit<br />

der Bevölkerung nur bereit,<br />

Toleranz zu üben, wenn die<br />

Anzahl der Mitbürger ausländischer<br />

Herkunft 10 % nicht übersteigt. Wird<br />

diese Grenze überschritten, kommt<br />

es zu Spannungen. Derzeit leben in<br />

Großbritannien etwa 7,5 Millionen<br />

Menschen mit Migrationshintergrund.<br />

Das sind 13 %.<br />

Umfragen und Untersuchungen<br />

zeigen deutlich, dass bei den Briten<br />

das Gefühl wächst, die Fremden<br />

würden ihnen Arbeit und Sozialhilfe<br />

wegnehmen. Derzeit sehen 57 % der<br />

Briten die Immigration als „großes<br />

Problem“. Sogar 67 % sagen, sie sei<br />

„schlecht für das Land“. Nur 11 % der<br />

Bürger halten sie für gut. Befragt man<br />

Passanten auf den Straßen Londons,<br />

so zeigen die Menschen oft Angst,<br />

offen ihre Meinung zu sagen. Doch<br />

die Anti-Immigranten-St<strong>im</strong>mung<br />

wächst, und sie wird durch Werbeanzeigen<br />

zunehmend geschürt. Im<br />

Sommer 2013 fuhr ein Lastwagen<br />

durch sechs nördliche Stadtbezirke<br />

Londons, auf dem geschrieben<br />

stand: „Bist du in Großbritannien<br />

illegal? Besser gehe nach Hause,<br />

sonst kannst Du verhaftet werden. In<br />

Deinem Bezirk haben wir schon 106<br />

Personen verhaftet“. Es war keinesfalls<br />

die Aktion einer rechtsgerichteten<br />

Splittergruppe. Sie wurde vom<br />

Home Office bezahlt, geschah also <strong>im</strong><br />

Auftrag und mit Billigung der Regierung<br />

Cameron. Die Aktion geriet zum<br />

Skandal. Menschenrechtsorganisationen<br />

gingen gegen diese Form der<br />

Angstmache juristisch vor.<br />

Mehrfach hatte es bereits Razzien<br />

auf Londoner U-Bahnhöfen gegeben,<br />

um illegale Zuwanderer zu fassen.<br />

Auch dagegen protestierten Menschenrechtler<br />

vehement. In Großbritannien<br />

gibt es keinen Personalausweis,<br />

nur Pässe oder Führerscheine<br />

zur Identifikation (sofern man diese<br />

Dokumente besitzt). Fazit: Am Ausgang<br />

eines U-Bahnhofs ist die Hautfarbe<br />

der „Ausweis“.<br />

Großbritanniens Multikulti-<br />

Traum ist – genau wie in anderen<br />

europäischen Ländern<br />

– längst zum Trauma geworden. Statt<br />

einer multikulturellen Gesellschaft<br />

entstand eine Vielzahl von Ghettos,<br />

in denen die Ausländer unter teils<br />

unvorstellbaren Bedingungen leben<br />

müssen. Gleichzeitig ist die Gesellschaft<br />

auf die vielen Zuwanderer<br />

angewiesen. Insbesondere die zahllosen<br />

Immigranten aus den ehemaligen<br />

Kolonien in Afrika, Asien und<br />

Australien verrichten in London und<br />

anderen Großstädten oft die schwersten<br />

oder schmutzigsten körperlichen<br />

Arbeiten, die <strong>im</strong> Grunde kein<br />

Brite machen will. Ohne ihre Mitarbeit<br />

würde das öffentliche Leben<br />

Londons zusammenbrechen.<br />

Großbritannien erlebte seit dem<br />

zweiten Weltkrieg mehrere Immigrationswellen<br />

– Kriegsflüchtlinge aus<br />

Europa, Zuwanderer aus den Kolonien<br />

und schließlich aus den neuen<br />

EU-Mitgliedsstaaten in Mittel- und<br />

Osteuropa. Zuletzt vor allem aus Litauen,<br />

und das nicht einmal illegal.<br />

Ab 1. 1. 2014 wird eine neue Einwanderungswelle<br />

bevorstehen, diesmal<br />

aus Rumänien und Bulgarien, da für<br />

diese EU-Neumitglieder die siebenjährige<br />

Übergangsfrist abläuft.<br />

Die Anti-Immigrations-St<strong>im</strong>mung<br />

in Großbritannien und<br />

die Politik, die diese St<strong>im</strong>mung<br />

ausnutzt und teilweise schürt, hat<br />

zwei Seiten. Die eine ist die gezielte<br />

Erzeugung von Angst. Auf der anderen<br />

Seite befürchten viele besonnener<br />

denkende Briten, dass England<br />

dem Rest der Welt den Rücken zukehren<br />

könnte. Im Rahmen eines Pilotprojekts<br />

müssen jetzt angehende<br />

Studenten aus Nigeria, Indien und<br />

vier weiteren Ländern der Dritten<br />

Welt 3000 Pfund Kaution hinterlegen,<br />

um ein Einreisevisum zu erhalten.<br />

Diese Kaution verfällt, wenn sie<br />

nicht nach dem Studium innerhalb<br />

einer festgelegten Frist Großbritannien<br />

verlassen. Folge: Studenten<br />

aus diesen Ländern halten sich von<br />

britischen Unis fern. Die Anzahl von<br />

Studenten aus Indien sank um ein<br />

Drittel. Großbritannien gilt als zunehmend<br />

ausländerfeindlich. Die Wirtschaft<br />

befürchtet bereits, dass dies<br />

auch dem internationalen Handel des<br />

Landes schaden könnte.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 17


:<br />

Politik<br />

Statt sich zu erweitern,<br />

sollte die EU anfangen<br />

zu funktionieren.<br />

Valéry Giscard d'Estaing<br />

Sebastian Frey<br />

18<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Politik<br />

Daumen runter: Im<br />

Frühjahr 2013 lehnt das<br />

Europaparlament die<br />

Finanzplanung der EU<br />

für 2014-2020 mit großer<br />

Mehrheit ab.<br />

Als 2004 die EU durch die Aufnahme einiger<br />

postkommunistischer Staaten Mitteleuropas<br />

auf 25 Mitglieder erweitert<br />

wurde, war dies für viele noch ein Tag<br />

der Freude. Im Dreiländereck zwischen<br />

dem EU-Gründungsmitglied Deutschland<br />

und den Neumitgliedern Polen und<br />

Tschechien wurden große Feierlichkeiten<br />

veranstaltet. Die Aufnahme Kroatiens<br />

am 1. Juli 2013 hingegen wurde <strong>im</strong><br />

Grunde nur noch am Rande unter „Sonstiges“<br />

zur Kenntnis genommen. Euphorie<br />

gab es nirgendwo.<br />

Vieles spricht dafür, dass Kroatien<br />

auf lange Sicht das letzte Neumitglied<br />

war. Die Europäische<br />

Union<br />

scheint angesichts<br />

ungelöster Finanzprobleme<br />

ihres eigenen Erweiterungsdrangs<br />

müde geworden zu sein und zeigt sogar<br />

erste Abschottungstendenzen.<br />

Diese haben drei Perspektiven. Neben<br />

einem möglichen Aufnahmestopp gibt<br />

es auch Pläne, innerhalb der existierenden<br />

Gemeinschaft neue Pseudo-<br />

Grenzen zu errichten. Und die dritte<br />

Perspektive: An den Außengrenzen<br />

der Gemeinschaft wird mittlerweile<br />

schon scharf geschossen.<br />

Giscards Mahnung<br />

„Statt sich zu erweitern, sollte die EU<br />

anfangen zu funktionieren.“, brachte<br />

Frankreichs Ex-Präsident Valéry Giscard<br />

d’Estaing kürzlich die politische<br />

St<strong>im</strong>mung in Europa auf den Punkt. Mit<br />

seiner Mahnung drückte er aus, was in<br />

der EU viele Politiker denken, wenn es<br />

auch nicht jeder so krass ausspricht.<br />

Die Neuaufnahme <strong>im</strong>mer weiterer<br />

Mitglieder brachte der Gemeinschaft<br />

mehr Probleme als Vorteile.<br />

Seit dem 1. Juli 2013 ist die Bevölkerung<br />

der EU um die 4,2 Millionen<br />

Einwohner Kroatiens angestiegen.<br />

Niemand ist glücklich darüber,<br />

und es ist <strong>im</strong> Nachhinein unklar, wer<br />

diesen Schritt eigentlich gewollt haben<br />

mag. Die Kroaten sind sich dessen<br />

bewusst, dass sie von E u r o p a<br />

kurzfristig<br />

Flasche zu<br />

keine nennenswerten<br />

Vorteile zu erwarten haben.<br />

Zu groß ist die <strong>im</strong>mer noch ungelöste<br />

Finanzkrise in einigen bereits früher<br />

beigetretenen Mitgliedsländern, und<br />

die Probleme scheinen von einer Lösung<br />

weiter entfernt zu sein als je zuvor.<br />

Das vielzitierte Griechenland ist<br />

nur die Spitze des Eisbergs. Spanien,<br />

Portugal, Italien, Irland und Belgien<br />

stehen bereits seit Langem in der Warteschleife<br />

für einen Platz unter dem<br />

EU-Rettungsschirm.<br />

Slivovitz statt Sangria<br />

Dass man bei diesen Rahmenbedingungen<br />

den Beitritt Kroatiens vollzogen<br />

hat, erscheint geradezu absurd.<br />

Das Land brachte eine wirtschaftliche<br />

Rezession und eine Arbeitslosenquote<br />

von rund 15 Prozent mit in die neu geschlossene<br />

Ehe ein, sowie eine Staatsverschuldung,<br />

die rund 60 Prozent des<br />

Bruttoinlandsprodukts beträgt. Die<br />

Haupteinnahmequelle des Landes, der<br />

Tourismus, ist durch eine nicht gerade<br />

positiv zu nennende Entwicklung bedroht.<br />

Die früher meist mondänen und<br />

luxuriösen Ferienzentren an der Adriaküste<br />

werden zunehmend von prolligen<br />

Sauftouristen überschwemmt, die<br />

man früher hauptsächlich am „Ballermann“<br />

auf Mallorca traf. Slivovitz statt<br />

Sangria – Hauptsache billig. Wohlhabende<br />

und zahlungskräftige Urlauber<br />

ziehen sich angewidert zurück, luxuriöse<br />

Ferienquartiere stehen leer.<br />

Die Kroaten blicken auf ihre Beziehungen<br />

zu West- und Mitteleuropa<br />

mit gemischten Gefühlen.<br />

Im Gegensatz zum Kosovo-Konflikt<br />

hielt sich die EU während des Zerfalls<br />

des früheren Jugoslawien aus dem<br />

Krieg zwischen Serbien und Kroatien<br />

weitgehend heraus und schaute tatenlos<br />

zu, wie die zum Weltkulturerbe<br />

der UNESCO gehörenden Kulturschätze<br />

Dubrovniks unter dem Beschuss<br />

serbisch-montenegrinischer Artillerie<br />

in Schutt und Asche sanken. Erst jetzt<br />

öffnete Europa Kroatien die Tür, ohne<br />

aber dem Land wirkliche Perspektiven<br />

anzubieten.<br />

Die Flasche ist zu<br />

Steven Blockmans, ein Analytiker vom<br />

Brussels Center for European Policy<br />

Studies , ist der Ansicht, dass einige<br />

Mitgliedsstaaten aufgenommen worden<br />

sind, ohne wirklich dafür bereit<br />

gewesen zu sein. Als Beispiele nennt<br />

er Rumänien und Bulgarien. Der Beitritt<br />

dieser Länder habe der EU eher<br />

geschadet als genützt. Dennoch laufen<br />

bereits seit einigen Jahren Beitrittsverhandlungen<br />

mit weiteren Kandidaten<br />

(Island, Montenegro, Türkei). Die<br />

Verhandlungen mit Island sind derzeit<br />

eingefroren. Dafür planen Serbien und<br />

Mazedonien schon bald ebenfalls in<br />

konkrete Verhandlungen einzutreten.<br />

Doch politische Beobachter bezwei-<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 19


Politik<br />

feln, dass es auf absehbare Zeit<br />

tatsächlich zu Neumitgliedschaften<br />

kommen wird. Die<br />

EU macht langsam die Flasche<br />

zu. Gegen einen Beitritt der<br />

Türkei regen sich zahlreiche<br />

Widerstände, unter anderem<br />

aus Deutschland. Problematisch<br />

wäre <strong>im</strong> Fall eines Türkei-Beitritts<br />

auch der Status<br />

des nach wie vor türkisch besetzten<br />

Nordzypern, was mit<br />

Sicherheit auf Widerstände von<br />

Seiten Zyperns und Griechenlands<br />

stoßen würde. Im Fall<br />

Mazedoniens gibt es ein ganz<br />

s<strong>im</strong>ples Problem – wie man<br />

nämlich das Land, sollte es eines<br />

Tages beitreten, eigentlich<br />

nennen will. Bei den Vereinten<br />

Nationen wird es nach wie vor<br />

unter dem Akronym FYROM<br />

– Former Yugoslav Republic<br />

of Macedonia – geführt. EU-<br />

Mitglied will die ehemalige jugoslawische<br />

Teilrepublik aber<br />

unter ihrem selbstgewählten<br />

Namen werden – Mazedonien.<br />

Das wiederum akzeptieren die<br />

Griechen nicht, die diesen Namen<br />

als Teil ihres eigenen kulturellen<br />

Erbes beanspruchen<br />

(<strong>im</strong>merhin war Alexander der<br />

Große auch Mazedonier) und<br />

<strong>im</strong> Norden auch gleichnamige<br />

Provinzen besitzen. Bevor man<br />

Grenzen einreißen kann, muss<br />

man offenbar neue errichten.<br />

Oben: Wie hält er es mit<br />

Europa? Großbritanniens<br />

Premier David Cameron.<br />

Unten: Die FRONTEX-<br />

Zentrale in Warschau.<br />

Montenegro verwendet übrigens<br />

seit 2002 bereits aufgrund einer<br />

nationalen Entscheidung den<br />

Euro als Währung, nachdem man vorher<br />

schon drei Jahre lang die D-Mark<br />

als Zahlungsmittel verwendet hatte. An<br />

der Europäischen Währungsunion ist<br />

das Land aber nicht beteiligt. Potenzielle<br />

Beitrittskandidaten sind noch Bosnien-Herzegowina<br />

und Albanien, ebenso<br />

das Kosovo, das noch nicht einmal<br />

von allen EU-Staaten völkerrechtlich<br />

anerkannt wurde. Weißrussland und<br />

die Ukraine stehen seit Jahren auf der<br />

Fußmatte zur EU. Nichts spricht dafür,<br />

dass sie sie je verlassen werden.<br />

Hauptbefürworter einer Aufnahme<br />

weiterer Balkanstaaten sowie der Türkei<br />

in die Gemeinschaft sind nach wie<br />

vor die USA, die – obwohl selbst nicht<br />

EU-Mitglied – ständig Druck auf Brüssel<br />

ausüben. Dies hat für Washington<br />

natürlich vor allem strategische Gründe,<br />

da die Türkei und die Balkanregion<br />

wichtige Verbündete sind, um die<br />

amerikanischen Interessen <strong>im</strong> Nahen<br />

Osten notfalls auch militärisch durchdrücken<br />

zu können.<br />

„Enlargement fatigue“ –<br />

Brüsseler Müdigkeit<br />

Gleichzeitig ist in Brüssel eine seltsame<br />

Krankheit ausgebrochen, die man<br />

als „Enlargement fatigue“, also als<br />

Erweiterungsmüdigkeit bezeichnet.<br />

Die Verhandlungen mit den derzeitigen<br />

Beitrittskandidaten sind ins Stocken<br />

geraten, man beißt sich an bürokratischen<br />

Hindernissen und <strong>im</strong>mer nichtigeren<br />

technischen Kleinigkeiten fest.<br />

Nichts bewegt sich nach vorne, und es<br />

hat wohl auch keiner Lust dazu, etwas<br />

zu bewegen. Es fehlt der politische Wille<br />

dazu.<br />

Welche Gründe könnten auch dafür<br />

sprechen, eine Gemeinschaft noch<br />

zu erweitern, die bereits jetzt in einem<br />

traurigen Zustand ist? Kaum einer<br />

der Mitgliedsstaaten glaubt<br />

noch ernsthaft an einen Erfolg<br />

der EU-Integration oder daran,<br />

dass die Gemeinschaft die eklatanten<br />

Finanzprobleme wirklich<br />

eines Tages lösen könnte. Man<br />

bleibt nur Mitglied aus Angst,<br />

dass es durch eine selbständige<br />

Existenz außerhalb der EU noch<br />

schl<strong>im</strong>mer werden könnte.<br />

Gemeinsame politische Werte<br />

können kaum noch den Zusammenhalt<br />

dieser überfrachteten<br />

Gemeinschaft garantieren. Im<br />

Gegenteil – je größer die Gemeinschaft<br />

wird, desto mehr<br />

politische Schieflagen in ihren<br />

Mitgliedsstaaten hat sie auszuhalten.<br />

Beispiele sind das autoritäre<br />

und repressive Gehabe<br />

von Viktor Orbans<br />

rechtspopulistischer Regierung<br />

in Ungarn, auf das die Gemeinschaft<br />

längst nicht mehr<br />

so harsch reagiert wie noch<br />

vor einigen Jahren, als man<br />

Österreich wegen der FPÖ-<br />

Beteiligung am Kabinettstisch<br />

regelrecht zu stigmatisieren<br />

versuchte. Belgien kommt nicht<br />

einmal mit der Feindschaft zwischen<br />

seinen eigenen Bevölkerungsgruppen<br />

– Flamen und<br />

Wallonen – klar, das Land war<br />

vor kurzem erst ein Jahr lang<br />

unregierbar. Ähnliche Verhältnisse<br />

sieht man derzeit in Italien und<br />

Tschechien. Vergessen wir nicht die<br />

zunehmende Korruption, die speziell<br />

auch in Rumänien und Bulgarien um<br />

sich greift. Angesichts der fast unübersehbaren<br />

Vielfalt an Kulturen und Völkern<br />

hat sich die heutige EU als praktisch<br />

nicht modernisierbar erwiesen.<br />

An der Westfront beginnt die Gemeinschaft<br />

sogar schon zu brökkeln.<br />

Großbritanniens Premier<br />

David Cameron hat ein Referendum<br />

angekündigt, bei dem die Bevölkerung<br />

über den weiteren Verbleib in der Union<br />

abst<strong>im</strong>men kann. Werden die Briten<br />

der Gemeinschaft schon bald „Good<br />

bye“ sagen?<br />

Bereits Charles de Gaulle hatte <strong>im</strong>mer<br />

wieder vor einer Aufnahme Großbritanniens<br />

gewarnt, weshalb der Beitritt<br />

zu seinen Lebzeiten politisch auch<br />

nie durchsetzbar war. Der General war<br />

20<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


der Ansicht, die Briten wollten nur Mitglied<br />

werden, um die Gemeinschaft<br />

von innen zu destabilisieren, also die<br />

Bildung eines zu starken europäischen<br />

Machtblocks außerhalb ihrer Grenzen<br />

zu verhindern. Ganz unrecht hat er<br />

nicht behalten, und gerade in den letzten<br />

Jahren – auch <strong>im</strong> Zusammenhang<br />

mit der Snowden-Affäre – hat sich gezeigt,<br />

dass Großbritannien sich derzeit<br />

viel stärker in Richtung USA als zum<br />

europäischen Kontinent orientiert.<br />

Zone A und Zone B<br />

Noch bedenklicher st<strong>im</strong>men ernsthafte<br />

Überlegungen, die EU auch <strong>im</strong> Innern<br />

neu zu strukturieren. Man sollte wohl<br />

eher sagen – zu klassifizieren. Angesichts<br />

der fast unlösbaren Finanzprobleme<br />

strebt man offenbar eine Kerngemeinschaft<br />

der Privilegierten an,<br />

vor allem natürlich unter der Führung<br />

Deutschlands und Frankreichs sowie<br />

der anderen Gründungsstaaten (sofern<br />

Italien nicht vorher Bankrott erklären<br />

muss). Diese Zone wird das Euroland<br />

umfassen, wirtschaftlich stark sein<br />

und größeren politischen Einfluss haben.<br />

Um diese Kernzone A wird dann<br />

eine Zone B gebildet, also ein Gürtel<br />

von Satellitenstaaten, die weiterhin<br />

zwar formal Mitglieder bleiben, aber<br />

mit verringertem politischem Gewicht,<br />

mit eigener nationaler Währung und<br />

wohl auch mit zweitklassiger Ausstattung.<br />

Hierzu werden<br />

auf jeden Fall die<br />

aufstrebenden jungen<br />

Demokratien des<br />

postkommunistischen<br />

Blocks gehören. Wenn man das Ganze<br />

realistisch betrachtet, wäre allerdings<br />

eine notwendige Voraussetzung für<br />

diese Neustrukturierung, die Problemstaaten<br />

Südeuropas aus dem Euro zu<br />

entlassen.<br />

Es zeigt sich, dass gerade in die<br />

geplante Zone B aus Brüssel oft<br />

<strong>im</strong>mense Gelder gepumpt werden,<br />

teilweise Jahr für Jahr <strong>im</strong> mehrstelligen<br />

Milliardenbereich, die dann<br />

aber vor allem für<br />

nutzlose Renommierprojekte<br />

ausgegeben<br />

werden<br />

wie z. B. den opulenten<br />

Ausbau von<br />

Autobahnnetzen,<br />

für die die Bürger<br />

später dann Mautgebühren<br />

bezahlen<br />

müssen. Oder man<br />

versieht Städte mit<br />

prunkvollen Versatzstücken<br />

wie<br />

riesigen Handelszentren,<br />

marmorund<br />

goldverzierten<br />

B a n k z e n t r a l e n<br />

Politik<br />

Kommt eine Umstrukturierung<br />

der EU in "Zone A" und "Zone B"?<br />

und Luxushotelbauten, die hinterher<br />

kaum jemand braucht. Den Einzelhandel<br />

beherrschen internationale Handelsketten,<br />

zumeist aus Deutschland,<br />

Frankreich oder England, die zwar die<br />

in den jeweiligen Ländern bekannten<br />

Markenprodukte anbieten, deren Inhalt<br />

qualitativ jedoch oft mit den Originalen<br />

nicht vergleichbar ist. In einem<br />

Land, das weit von Italien entfernt ist,<br />

finanzierte die EU für 7 Millionen Euro<br />

die Anlage aufwändiger italienischer<br />

Gärten – auf einem Grundstück, das<br />

Erweiterung in Wellen<br />

Bis jetzt erfolgte die Erweiterung der ehemaligen Europäischen<br />

Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die gemäß den Römischen Verträgen<br />

von 1957 auf Betreiben der Bilderberger aus Deutschland,<br />

Frankreich, Italien und den drei Benelux-Staaten gebildet wurde,<br />

in mehreren Wellen, die jeweils unter einem best<strong>im</strong>mten Motto<br />

standen.<br />

Die erste Erweiterungswelle von 1973 umfasste wichtige NATO-<br />

Länder Nord- und Westeuropas – Großbritannien, Irland und Dänemark.<br />

Den ebenfalls geplanten Beitritt Norwegens verhinderte<br />

ein ablehnendes Referendum der Bevölkerung.<br />

1981 begann man mit Griechenland, postfaschistische Länder<br />

Südeuropas in die Gemeinschaft zu integrieren, was 1986 durch<br />

die Aufnahme Spaniens und Portugals komplettiert wurde.<br />

1995 kamen dann die klassischen „Neutralen“ hinzu – Schweden,<br />

Finnland und Österreich –, womit die EU sich erstmals über die<br />

Grenzen der NATO hinaus ausdehnte.<br />

Die postkommunistischen Staaten Polen, Ungarn, Tschechien,<br />

Slowakei, Slowenien, Litauen, Lettland und Estland, begleitet<br />

von den Mittelmeerinselstaaten Malta und Zypern, folgten dann<br />

2004 auf einen Schlag, auf dem Höhepunkt der Erweiterungswellen.<br />

Seit 2007 sind mit der Aufnahme Bulgariens und Rumäniens<br />

sämtliche ehemalige Satellitenstaaten Russlands aus dem ehemaligen<br />

Warschauer Pakt von der EU ass<strong>im</strong>iliert worden. Das 28.<br />

EU-Land Kroatien ist das bislang letzte Neumitglied.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 21


Politik<br />

der katholischen Kirche<br />

gehört, die sich das hätte<br />

auch selbst leisten<br />

können. Auch moderne<br />

elektronische Spielereien<br />

sind hoch <strong>im</strong> Kurs,<br />

obwohl die irgendwann<br />

notwendigen Ersatzteile<br />

nicht mit finanziert werden.<br />

Nach ein paar Jahren<br />

dürfte der Spaß also<br />

vorbei sein.<br />

Sl<strong>im</strong> Spurling’s<br />

Light-Life ® Tools<br />

Vorstellung und<br />

Anwendungsmöglichkeiten<br />

Seminar mit<br />

Katharina Spurling-Kaffl<br />

München 25. - 26. Januar 2014<br />

Angesichts des Flüchtlingsdramas<br />

vor Lampedusa äußerte auch die<br />

UN scharfe Kritik an der rigorosen<br />

Sicherung der EU-Außengrenzen.<br />

Information und Anmeldung:<br />

IX-EL International GmbH, Tel. +49-(0)8196-934325<br />

eMail: info@ixelgmbh.eu, www.ixelgmbh.eu<br />

FRONTEX sorgt für<br />

Ruhe<br />

Doch nicht nur hinsichtlich<br />

der Mitgliederstruktur<br />

beginnt die EU sich<br />

abzuschotten. Kaum jemand weiß es,<br />

aber an den Außengrenzen der EU wird<br />

von Zeit zu Zeit sogar schon scharf geschossen.<br />

Es geht dabei nicht darum,<br />

ob jemand hinauswill, sondern ob jemand<br />

hereinkommt.<br />

Mehrere türkische Zeitungen hatten<br />

berichtet, es sei an der Landgrenze<br />

zwischen Griechenland und<br />

der Türkei am 25. August 2011 zu<br />

einem Schusswaffengebrauch von<br />

Grenzschutzbeamten gegenüber Migranten<br />

gekommen. Die Flüchtlinge<br />

hatten versucht, den griechisch-türkischen<br />

Grenzfluss Evros mit Hilfe von<br />

Schlauchbooten zu überqueren. Dabei<br />

soll von griechischem Territorium aus<br />

das Feuer eröffnet worden sein.<br />

Es gibt einige Operationen, die – genau<br />

wie bei Gehe<strong>im</strong>diensten – sogar<br />

mit Codewörtern charakterisiert sind,<br />

um die Außengrenzen der EU notfalls<br />

mit Waffengewalt gegen unerwünschte<br />

Migranten zu verteidigen. Im Fall<br />

des griechisch-türkischen Zwischenfalls<br />

hatte es sich um die Operation<br />

„Poseidon“ gehandelt. Andere Codenamen<br />

stehen für ähnliche Operationen<br />

in anderen EU-Grenzbereichen, so<br />

etwa „Hera“ (zum<br />

Schutz der zu<br />

Spanien gehörenden<br />

Kanarischen<br />

Inseln gegen<br />

Einwanderer aus<br />

Westafrika) oder<br />

„Nautilus“ (bewacht<br />

Malta und<br />

Süditalien gegen<br />

nordafrikanische<br />

Flüchtlinge). Im<br />

Jahre 2012 wurde<br />

während der Fußball-Europamei-<br />

sterschaft das<br />

EU-Mitgliedsland<br />

Polen <strong>im</strong> Rahmen<br />

der Operation<br />

„Eurocup 12“ vor<br />

Menschen vom<br />

Nachbarland und<br />

Mitveranstalter<br />

Ukraine „beschützt“.<br />

Koordiniert<br />

w e r d e n<br />

diese Aktionen<br />

von der<br />

Europäischen Agentur<br />

für die operative<br />

Zusammenarbeit an<br />

den Außengrenzen,<br />

kurz FRONTEX genannt.<br />

Die Agentur<br />

wurde 2004 gegründet<br />

und hat ihren<br />

Sitz in Warschau,<br />

sinnigerweise in der<br />

Ulica Swietokrzyska,<br />

also der Straße vom<br />

Heiligen Kreuz (die<br />

allerdings nach einem<br />

gleichnamigen<br />

Gebirgszug in Südpolen<br />

benannt ist).<br />

Leiter von FRONTEX<br />

ist übrigens kein Pole, sondern der<br />

Finne Ilkka Laitinen. FRONTEX koordiniert<br />

die Grenzschutzoperationen nicht<br />

nur, sondern sorgt auch dafür, dass<br />

sie mit dem nötigen Nachdruck umgesetzt<br />

werden. Daher überlässt man die<br />

Ausführung nicht allein den örtlichen<br />

Polizeibehörden, sondern stellt ihnen<br />

„Experten“ aus anderen EU-Staaten<br />

zur Seite. So operieren an der bulgarisch-türkischen<br />

Grenze bereits seit<br />

einigen Jahren FRONTEX-„Experten“<br />

aus Belgien, den Niederlanden, Rumänien,<br />

Deutschland und Österreich.<br />

Zum Schutz der Außengrenzen hat<br />

FRONTEX Spezialeinheiten eingerichtet,<br />

so etwa ein Rapid Border Interventions<br />

Team (kurz RABIT), eine schnelle<br />

mobile Eingreiftruppe, die von FRON-<br />

TEX je nach Einsatzgebiet mit Spezialausrüstung<br />

versehen wird. Dazu<br />

gehören 21 Flugzeuge, 27 Helikopter,<br />

116 Schiffe, mobile Radareinheiten<br />

und weiteres technisches Spezialgerät.<br />

Das geplante System Eurosur soll<br />

diese Maßnahmen noch durch Satellitenüberwachung<br />

ergänzen.<br />

Der römische Kater<br />

„Entschlossen, durch gemeinsames<br />

Handeln den wirtschaftlichen und<br />

sozialen Fortschritt ihrer Länder zu<br />

sichern, indem sie die Europa trennenden<br />

Schranken beseitigen.“ Diesen<br />

Vorsatz bekräftigten die Staatschefs<br />

der sechs Gründungsmitglieder der<br />

EWG in der Präambel der Römischen<br />

Verträge. Heute, nach 56 Jahren,<br />

scheint davon nur noch ein großer Kater<br />

übriggeblieben zu sein. Man weiß<br />

nicht mehr, wie man mit den Folgen<br />

seiner eigenen Ideale aus früheren<br />

Zeiten umgehen soll. Die EU ist europamüde<br />

geworden. ▀


Philip G. (40): In Angermünde war ich arbeitslos. Das Städtchen<br />

ist schön, aber schon seit Langem tot. Ich kam nach<br />

Berlin und habe hier Arbeit gefunden. Gut für mich und<br />

meine Familie, doch wir wohnen <strong>im</strong> Kosmosviertel. Nur<br />

hier können wir die Miete noch bezahlen. Die Umgebung<br />

erinnert an Slums. Die Probleme mit den Immigranten sind<br />

groß und wir wissen nicht ob wir hier lange bleiben können.<br />

Ich habe Angst um meine kleinen Töchter. Wählen? Ob<br />

meine St<strong>im</strong>me etwas ändert? Ich denke, ist doch egal… Der<br />

Sänger Rainald Grebe hat geschrieben „Ich fühle mich heute<br />

so leer, ich fühle mich wie Brandenburg“ …<br />

Politik<br />

Heinz P. (51): Eisenhüttenstadt ist eine tote<br />

Stadt. Die Renovierung der Stadt hat <strong>im</strong>mens<br />

viel Geld gekostet. Doch die Menschen rennen<br />

von hier weg. Heute haben wir hier ca. 30.000<br />

Einwohner. Man reißt viele Häuser ab, und<br />

es entstehen Grünanlagen. Doch die Arbeitslosigkeit<br />

ist viel höher als früher, die Stadt<br />

hat 60 Lehrlingsstellen und keinen einzigen<br />

Bewerber. Trostlos. Wählen? Ich weiß nicht<br />

… Ich gehe, denke ich. Ich hoffe, es wird sich<br />

etwas ändern.<br />

Sie haben<br />

gewählt<br />

Nach<br />

den Wahlen ist vor den Wahlen. Eine Umfrage<br />

unter Passanten. Ein St<strong>im</strong>mungsbild aus Deutschland<br />

– nicht unbedingt die Meinung der Redaktion.<br />

Christine T. (50): Ich bin Berlinerin. Ich gehe<br />

wählen. Warum? Eigentlich weiß ich es nicht.<br />

In Berlin ist der Kontakt zwischen den Menschen<br />

aus West und Ost <strong>im</strong>mer noch schwierig.<br />

Wenn die Leute erfahren, dass du aus<br />

dem Osten bist, fangen sie an, dich freundlich<br />

zu ignorieren… Natürlich nicht alle….<br />

Martin S. (29): Ich mag die Teilung in Ost und<br />

West nicht. Ständig höre ich, dass die Preise<br />

steigen und dass der Westen daran schuld<br />

ist und dass die Renten niedrig sind und auch<br />

daran der Westen die Schuld hat. Ich habe<br />

genug von dieser Rederei. Auf politischer und<br />

psychologischer Ebene bilden die Deutschen<br />

keine Einheit. Auf der finanziellen Ebene auch<br />

nicht. Ich gehe wählen.<br />

Dora H. (24): Angela Merkel hat lange in der<br />

DDR gelebt, und heute ist sie eine der mächtigsten<br />

Frauen der Welt. Ich finde es toll. Ich<br />

habe gehört, dass sie sogar gerne „Soljanka“<br />

kocht! Diese Suppe hat meine Oma gerne gemacht,<br />

mir hat es geschmeckt. Auch unser<br />

Präsident Joach<strong>im</strong> Gauck ist aus der ehemaligen<br />

DDR. Beide wichtig in der Politik. Natürlich<br />

gehe ich wählen…<br />

Terry (59): Die Menschen aus dem Osten verbinden<br />

negative Erfahrungen, viele haben ein<br />

Gefühl, dass sie „schlechter sind“. Ich habe in<br />

der Nähe von Berlin studiert und wusste nicht<br />

mal, dass West-Berlin so nah ist. Wir hatten<br />

zwei Landkarten, DDR und Westdeutschland.<br />

Niemals kam ich auf die Idee, die Karten zusammenzufügen…<br />

Heute leben wir <strong>im</strong> östlichen<br />

Teil von Deutschland, und es geht uns<br />

viel schlechter als den Menschen <strong>im</strong> Westen.<br />

Und niemand kann es ändern, nicht einmal<br />

eine Kanzlerin aus dem Osten… Ich werde<br />

nicht wählen…<br />

Nicole (40): Deutschland ist eine Abstraktion.<br />

Wir leben in einem „Nirgendwo“. Früher haben<br />

meine Eltern 65 Mark Miete bezahlt. Heute<br />

haben sie eine viel kleinere Wohnung und<br />

bezahlen 560 Euro. Ich wähle nicht.<br />

Thomas R. (60): Der Soli n<strong>im</strong>mt <strong>im</strong>mer noch<br />

10% von unserer Steuer. Von diesem Geld<br />

macht man viel <strong>im</strong> Osten. Aber uns <strong>im</strong> Westen<br />

tut das weh. Im Westen haben wir zurzeit viele<br />

wirtschaftliche Probleme. Uns geht es auch<br />

schlechter… Wir müssen für Griechenland<br />

bezahlen und für vieles andere auf der Welt.<br />

Solche Politik unterstütze ich nicht. Am Sonntag<br />

werde ich ausschlafen...<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 23


Wissen<br />

<strong>Higgs</strong>-<br />

<strong>Bosonen</strong><br />

<strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong><br />

Hinter den Kulissen von CERN … und hinter den Kulissen der Kulissen<br />

Grazyna Fosar und Franz Bludorf<br />

Physik-Nobelpreis 2013:<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong><br />

Das Europäische<br />

Kernforschungszentrum<br />

CERN bei<br />

Nacht.<br />

24<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> können nicht direkt, sondern<br />

nur über ihre Zerfallsprozesse nachgewiesen<br />

werden. Die Theorie sagt zwei mögliche Zerfallsvarianten<br />

voraus, die in diesen Feynman-<br />

Diagrammen dargestellt sind: Links: Ein<br />

<strong>Higgs</strong>-Boson (H) zerfällt in zwei Photonen.<br />

Rechts: Ein <strong>Higgs</strong>-Boson (H) zerfällt in einem<br />

ersten Schritt in zwei Z-<strong>Bosonen</strong>, die wiederum<br />

in je zwei Leptonen (l) zerfallen.


Filmplakat des britischschweizerischen<br />

Spielfilms<br />

"Decay" ("Zerfall")<br />

Die Affäre um den britischen<br />

Horrorfilm "Decay" begann<br />

auf YouTube. Und warum<br />

sorgte der Film für so viel Aufregung<br />

in der wissenschaftlichen<br />

Welt? Weil die Hauptrolle das<br />

<strong>Higgs</strong>-Boson spielt, über das man<br />

bislang nur eines sagen kann: Es gibt<br />

Tage, an denen es als entdeckt gilt,<br />

und Tage, an denen dies noch nicht<br />

der Fall ist.<br />

Im Film haben wir es mit einer<br />

Situation zu tun, in der das <strong>Higgs</strong>-<br />

Boson tatsächlich existiert und <strong>im</strong><br />

Large Hadron Collider bei CERN in<br />

Genf erzeugt wird. Hierzu eine wichtige<br />

Bemerkung: Der Film "Decay"<br />

ist kein Dokumentarfilm, sondern ein<br />

Spielfilm, aber er wurde an Originalschauplätzen<br />

<strong>im</strong> Wartungstunnel des<br />

Large Hadron Colliders gedreht – mit<br />

offizieller Genehmigung von CERN, das<br />

den Inhalt des Films allerdings nicht<br />

autorisierte.<br />

Die Leitung des Filmprojekts übernahm<br />

der britische Physik-Doktorand<br />

Luke Thompson zusammen mit einigen<br />

seiner Studienkollegen, die auch<br />

die Hauptrollen <strong>im</strong> Film spielen. Es<br />

war eine Low-Cost-Produktion mit einem<br />

Budget von nur 3225 Dollar. Der<br />

Film wurde unter einer Creative Commons<br />

License veröffentlicht und kann<br />

gratis <strong>im</strong> Internet angesehen werden<br />

(www."Decay"film.com. Dort kann der<br />

Film in englischer Sprache auch heruntergeladen<br />

werden).<br />

Und worüber die ganze Aufregung?<br />

Der Filmtitel "Decay" heißt auf<br />

Deutsch so viel wie Zerfall. Allerdings<br />

geht es nicht um den Zerfall der be<strong>im</strong><br />

Exper<strong>im</strong>ent erzeugten Teilchen. Es<br />

geht um den "Zerfall" des <strong>Gehirn</strong>s der<br />

Wissenschaftler, die in Berührung mit<br />

diesem Exper<strong>im</strong>ent kamen. Man muss<br />

be<strong>im</strong> Sehen des Films differenzieren<br />

zwischen den Horror- und Action-Ele-<br />

menten und der wissenschaftlichen<br />

Botschaft, die dahinter stecken könnte.<br />

Wie wir alle wissen, hat die schaft <strong>im</strong> Laufe der Geschichte schon<br />

Wissen-<br />

einiges entdeckt, was sie besser nicht<br />

entdeckt hätte. Könnte das gehe<strong>im</strong>nisvolle<br />

<strong>Higgs</strong>-Boson in eine gefährliche<br />

Interaktion mit dem menschlichen <strong>Gehirn</strong><br />

treten?<br />

Professor Agnieszka Zalewska,<br />

seit 2012 Vorsitzende des Rates<br />

des Europäischen Kernforschungszentrums<br />

CERN, kommentiert<br />

den Film: „… Vielleicht ist das die richtige<br />

Form, um Gleichalterige zu den<br />

Autoren des Films mit einer wissenschaftlichen<br />

Botschaft zu erreichen.“<br />

Doch wenn wir es hier tatsächlich mit<br />

einer realen wissenschaftlichen Botschaft<br />

zu tun hätten, dann wäre sie<br />

ziemlich erschreckend. Verwandelt das<br />

hochgelobte „Gottesteilchen“ in Wahrheit<br />

Menschen in pr<strong>im</strong>itive Zombies?<br />

Hinter den Grenzen der Zeit<br />

Das CERN und die Suche nach dem<br />

<strong>Higgs</strong>-Boson beherrschten in den<br />

letzten Jahren die Schlagzeilen der<br />

Weltpresse mit <strong>im</strong>mer wieder neuen<br />

Sensationsmeldungen, die meist<br />

kurz darauf dementiert wurden. Die<br />

menschliche Psyche spielte allerdings<br />

bei diesen Nachrichten keine<br />

Rolle. Eines ist jedoch klar: Be<strong>im</strong><br />

<strong>Higgs</strong>-Boson geht es nicht nur um<br />

das nächste neue Elementarteilchen,<br />

dessen Entdeckung allenfalls<br />

für Insider von Interesse wäre.<br />

Wenn die Wissenschaft es tatsächlich<br />

schaffen sollte, zum <strong>Higgs</strong>-Boson<br />

vorzudringen, würde sie an die<br />

Grenze der Zeit stoßen. Möglicherweise<br />

könnte man sogar beobachten,<br />

was sich hinter dieser Grenze<br />

befindet.<br />

Der Large Hadron Collider, kurz<br />

LHC, gehört zu den ehrgeizigsten<br />

Wissenschaftsprojekten unseres noch<br />

jungen Jahrhunderts. Über mehr als 26<br />

Kilometer erstreckt sich der gewaltige<br />

Speicherring, der in dieser schönen<br />

Gegend am Rande der Savoyer Voralpen<br />

installiert ist – natürlich unterirdisch.<br />

Heutzutage scheint sich wirklich<br />

so ziemlich alles Interessante unterirdisch<br />

abzuspielen. Drei Milliarden Euro<br />

hat sich CERN sein Renommierprojekt<br />

kosten lassen, und mit Hilfe seiner<br />

vollen Leistung von 14 TeV (Tera-Elektronenvolt)<br />

wollen die Wissenschaftler<br />

tiefer denn je ins Innerste der Materie<br />

eindringen.<br />

Hierzu schießt man massereiche<br />

Elementarteilchen, sogenannte<br />

Hadronen, in den Speicherring,<br />

beschleunigt sie entlang dieser<br />

Rennbahn auf 99,9999991% der Lichtgeschwindigkeit<br />

und lässt sie dann<br />

zusammenkrachen. Die wichtigsten<br />

Vertreter aus der Teilchenklasse der<br />

Hadronen sind die beiden Bausteine,<br />

aus denen die Atomkerne aller Materie<br />

<strong>im</strong> Universum zusammengesetzt<br />

Wissen<br />

Die Forscher am Fermilab bei Chicago<br />

haben die <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong>forschung<br />

bereits hinter sich. Der dortige Teilchenbeschleuniger<br />

Tevatron wurde<br />

bei Inbetriebnahme des Large Hadron<br />

Collider stillgelegt. Auf dem Gelände<br />

des Tevatron weiden heute Bisons,<br />

die Fermilab-Forscher arbeiten z. T.<br />

jetzt mit den CERN-Wissenschaftlern<br />

zusammen.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 25


Wissen<br />

sind – Protonen und Neutronen. Aufgabe<br />

des LHC ist es also, um Klartext<br />

zu reden, die innersten Bausteine<br />

unserer Materie zu zerschießen.<br />

Schon von Anbeginn an war das<br />

LHC-Projekt in der Öffentlichkeit<br />

äußerst umstritten. Es ist<br />

bekannt und wird von den Forschern<br />

auch nicht geleugnet, dass bei den<br />

gewaltigen Kollisionsprozessen <strong>im</strong><br />

LHC-Speicherring mikroskopisch<br />

kleine schwarze Löcher (sogenannte<br />

Wurmlöcher) künstlich entstehen<br />

können. Viele Menschen befürchten,<br />

so ein Wurmloch könnte sich zu einem<br />

makroskopischen schwarzen<br />

Loch hochschaukeln, das am Ende<br />

Dennoch muss es klar sein,<br />

dass die Wissenschaftler sich<br />

hier auf absolutes Neuland<br />

begeben, und dazu gehört nun einmal,<br />

dass man nicht so genau weiß,<br />

was am Ende dabei herauskommen<br />

wird. Zum Beispiel hat noch nie jemand<br />

in größerem Maßstab Protonen<br />

zerschossen. Im Gegensatz zu den<br />

meisten anderen Elementarteilchen<br />

sind Protonen nämlich nicht nur außergewöhnlich<br />

stabil, sie sind nahezu<br />

unsterblich. Ihre Halbwertszeit liegt<br />

bei mindestens 10 32 Jahren, das ist<br />

eine Zahl mit 32 Nullen! Wann <strong>im</strong>mer<br />

Sie einen materiellen Gegenstand in<br />

der Hand halten – die Protonen, die<br />

in ihm enthalten sind, und das ist ein<br />

Marschroute für die Wissenschaftler.<br />

Anhand dieser Computers<strong>im</strong>ulation wissen<br />

sie, wie in etwa das Bild eines <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong>-Zerfalls<br />

aussehen sollte.<br />

existieren muss. Es gibt durchaus<br />

Baryonen, die nicht sehr langlebig<br />

sind. Das Neutron gehört zum Beispiel<br />

dazu. Wenn ein Neutron nicht<br />

in einem Atomkern gebunden ist,<br />

zerfällt es nach kurzer Zeit in<br />

ein Proton, ein Elektron und<br />

ein Antineutrino. Zusätzlich<br />

werden noch 0,<strong>78</strong> MeV Energie<br />

freigesetzt. Dieser sogenannte<br />

Beta-Zerfall wird<br />

durch eine der vier Grundkräfte<br />

des Universums, die<br />

schwache<br />

Wechselwirkung,<br />

ausgelöst.<br />

Diese zwei Aufnahmen<br />

von Teilchenzerfallexper<strong>im</strong>enten<br />

am<br />

LHC, beide aus dem<br />

Jahr 2012, verleiteten<br />

die Wissenschaftler<br />

zu der Mitteilung,<br />

das <strong>Higgs</strong>-Boson<br />

sei gefunden. Kurz<br />

darauf mussten diese<br />

Meldungen jedoch<br />

wieder dementiert<br />

werden.<br />

die Erde verschlingen würde.<br />

Die Forscher versichern allen<br />

beunruhigten Normalbürgern, dass<br />

das nicht geschehen wird, und in<br />

diesem Fall dürften sie sogar recht<br />

haben, obwohl Forscher natürlich<br />

<strong>im</strong>mer gern alles, was sie tun, für<br />

harmlos erklären, selbst wenn sie<br />

es gar nicht so genau wissen. Es ist<br />

jedoch bekannt, dass es technisch<br />

gar nicht so einfach ist, ein Wurmloch<br />

anwachsen zu lassen und es<br />

womöglich auch noch so lange groß<br />

und stabil zu halten, dass es Zeit<br />

hätte, die Erde zu verspeisen. Dazu<br />

würde man eine Menge sogenannter<br />

exotischer Materie (mit negativer<br />

Masse) brauchen. Ansonsten stürzt<br />

das ganze Wurmloch in Nullkommanichts<br />

unter der Wirkung seiner<br />

eigenen Gravitation wieder in sich zusammen.<br />

erklecklicher Anteil seiner Masse,<br />

sind so alt wie das Universum, und sie<br />

haben auch keine Absicht, demnächst<br />

abzudanken.<br />

Die Welt am Tag danach<br />

Was soll aber daran gefährlich sein,<br />

ein paar von ihnen zu zerschießen?<br />

Der Grund ist, dass die Protonen,<br />

ebenso wie die Neutronen, zu den<br />

Baryonen gehören, einer speziellen<br />

Unterklasse der Hadronen. Und für<br />

diese Baryonen gilt in der Physik ein<br />

Erhaltungssatz. So ähnlich wie der<br />

Energieerhaltungssatz, den wir alle<br />

kennen. Energie kann nicht vernichtet<br />

oder erzeugt, sondern nur umgewandelt<br />

werden. Genau das Gleiche<br />

gilt für die Anzahl der Baryonen <strong>im</strong><br />

Universum. Die muss <strong>im</strong>mer konstant<br />

bleiben. Das bedeutet nicht,<br />

dass jedes einzelne Baryon für <strong>im</strong>mer<br />

So etwas passiert in der Natur andauernd,<br />

der Prozess gehört zur natürlichen<br />

Radioaktivität.<br />

Da allerdings bei diesem Prozess<br />

nicht nur ein Baryon (das<br />

Neutron) vernichtet wird, sondern<br />

sofort ein anderes (das Proton)<br />

entsteht, bleibt die Gesamtzahl der<br />

Baryonen weiter konstant.<br />

Nur leider haben die Forscher den<br />

teuren LHC nicht gebaut, um den<br />

lumpigen Beta-Zerfall zu studieren,<br />

was heute jeder Physikstudent in seinem<br />

he<strong>im</strong>ischen Physikinstitut machen<br />

muss. Wenn die Leute bei CERN<br />

also Protonen aufeinander schießen,<br />

dann doch mit der entsprechenden<br />

Power, und wenn alles gut geht, entstehen<br />

bei der Kollision auch keine<br />

neuen Baryonen, sondern die ersehnten<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong>.<br />

26<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Wissen<br />

Der Large Hadron Collider<br />

des CERN bei Genf<br />

ist eines der ehrgeizigsten<br />

und teuersten<br />

Wissenschaftsprojekte<br />

unserer Zeit.<br />

Die Frage ist – wie wird<br />

Dunsere Welt am Tag danach<br />

aussehen?<br />

Es ist natürlich möglich, dass der<br />

Baryonen-Erhaltungssatz durch dieses<br />

Exper<strong>im</strong>ent ganz einfach verletzt<br />

wird, dass es sich also gar nicht um<br />

einen wirklichen Erhaltungssatz handelt.<br />

Nur – kein Physiker zieht diese<br />

Möglichkeit ernsthaft in Erwägung.<br />

Schließlich formulieren sie solche Erhaltungssätze<br />

nicht zum Spaß.<br />

Wenn das aber nicht so eintreffen<br />

wird, dann gibt es nur eine Möglichkeit<br />

– die vernichteten Protonen werden<br />

durch andere Baryonen ersetzt,<br />

damit die Bilanz wieder st<strong>im</strong>mt. Nur<br />

– WO SOLLEN DIE HERKOMMEN?<br />

Aus UNSEREM Universum best<strong>im</strong>mt<br />

nicht!<br />

Es könnte also sein, dass die Exper<strong>im</strong>ente<br />

mit dem LHC, wenn sie denn<br />

eines Tages so weit sind, um wirklich<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> zu erzeugen, etwas<br />

weit Schl<strong>im</strong>meres auftun als „nur“<br />

ein Wurmloch – vielleicht eine Tür zu<br />

einem Paralleluniversum, aus dem<br />

dann die fehlende Materie ersetzt<br />

werden muss? Niemand<br />

weiß es so ganz genau,<br />

aber die Konsequenzen<br />

könnten<br />

fürchterlich<br />

sein.<br />

Aber vielleicht passiert<br />

auch überhaupt<br />

nichts. Nicht, weil die Gefahren,<br />

die wir hier schilderten,<br />

nicht existieren,<br />

sondern weil die Chance<br />

besteht, dass es gar nicht<br />

so weit kommen wird.<br />

Von der eigenen Zukunft gestoppt?<br />

Dieser Meinung sind jedenfalls zwei<br />

renommierte theoretische Physiker,<br />

Holger B. Nielsen vom Niels-Bohr-<br />

Institut Kopenhagen und Masao Ninomiya<br />

vom Yukawa-Institut für Theoretische<br />

Physik der Universität Kyoto in<br />

Japan. Sie vertreten eine Ansicht, die<br />

auf den ersten Blick reichlich abgefahren<br />

klingt: Der Large Hadron Collider<br />

wird von seiner eigenen Zukunft<br />

gestoppt werden, bevor er Unheil<br />

anrichten kann. <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong>, die<br />

er in der Zukunft erzeugen könnte,<br />

schicken Quanteninformationen in die<br />

Vergangenheit, die die Durchführung<br />

des Exper<strong>im</strong>ents verhindern.<br />

Normalerweise leben wir in einer<br />

Welt, in der nicht nur die<br />

Zeit eine feste Richtung hat,<br />

von der Vergangenheit über die Gegenwart<br />

in die Zukunft. Das Gleiche<br />

gilt – zumindest nach dem „gesunden<br />

Menschenverstand“ – für die Kausalität.<br />

Erst die Ursache, dann die Wirkung.<br />

Im Grunde definieren wir erst<br />

dadurch unseren subjektiven Zeitbegriff.<br />

Schon seit längerer Zeit ist es jedoch<br />

in der Quantenphysik bekannt,<br />

dass quantenphysikalische Vorgänge<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 27


Wissen<br />

durch Naturgesetze<br />

beschrieben werden<br />

müssen, die nicht nur<br />

mit unseren vertrauten<br />

reellen Zahlen<br />

operieren, sondern mit<br />

sogenannten komplexen<br />

Zahlen. Komplexe<br />

Zahlen sind zweid<strong>im</strong>ensionale<br />

Zahlen,<br />

die aus einem realen<br />

und einem <strong>im</strong>aginären<br />

Anteil bestehen.<br />

Heute ist man ziemlich sicher<br />

– der reale Anteil einer Quanteninformation<br />

läuft „normal“<br />

von der Vergangenheit in die Zukunft,<br />

während der <strong>im</strong>aginäre Anteil rückwärts<br />

in der Zeit läuft, von der Zukunft<br />

in die Vergangenheit. Im Gegensatz zu<br />

unserer makroskopischen materiellen<br />

Realität haben Quantenobjekte in der<br />

Welt des unendlich Kleinen also die<br />

Chance, die Zeitbarriere zu überwinden.<br />

(Falls Sie hier etwas tiefer eindringen<br />

möchten - mehr dazu <strong>im</strong> Buch<br />

„Welt am L<strong>im</strong>it“)<br />

Die Eigenschaften der <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong><br />

sind in der Theorie bereits recht<br />

gut bekannt. Die Berechnungen von<br />

Nielsen und Ninomiya ergaben, dass<br />

dieses Teilchen nicht nur über materielle<br />

Schöpferkräfte verfügt, sondern<br />

tatsächlich auch die Grenzen der Zeit<br />

knacken kann. Sein „<strong>im</strong>aginärer Anteil“<br />

ist nämlich nicht Null, was u. a.<br />

a u c h<br />

mit seiner Kurzlebigkeit zusammenhängt.<br />

Ähnliches gilt für das Proton,<br />

sofern man es auf nahezu Lichtgeschwindigkeit<br />

beschleunigt und dann<br />

zerschießt. Sowohl die Erzeugung von<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> als auch die Vernichtung<br />

von Protonen sind daher Prozesse,<br />

die tatsächlich Informationen in die<br />

Vergangenheit schicken können.<br />

Nielsen und Ninomiya halten dies<br />

für eine Art Selbstschutzmechanismus<br />

des Universums. Unter Kosmologen<br />

und theoretischen Physikern besteht<br />

die Überzeugung, dass das Universum<br />

Verletzungen der Kausalität aus sich<br />

heraus verhindert. Demzufolge müssten<br />

die <strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> Informationen<br />

in die Vergangenheit schicken, die<br />

tatsächlich den Large Hadron Collider<br />

stoppen, bevor es überhaupt zu den<br />

wirklich gefährlichen Exper<strong>im</strong>enten<br />

kommt.<br />

Ob die Forscher damit recht haben,<br />

weiß noch niemand so genau. Aber<br />

die ständigen Dementis aus Genf sind<br />

schon verdächtig…<br />

Zurück zum Film<br />

Mittlerweile schreibt man<br />

dem menschlichen Bewusstsein<br />

auch Quanteneigenschaften<br />

zu. Impulse<br />

aus der Zukunft<br />

können also in unserem<br />

Bewusstsein tiefgreifende<br />

Veränderungen<br />

auslösen. Welche<br />

das sein könnten, wissen<br />

wir noch nicht. Im<br />

Film wird die Sache so<br />

dargestellt, dass die<br />

höheren <strong>Gehirn</strong>zentren<br />

vernichtet werden<br />

und nur noch das<br />

pr<strong>im</strong>itive Stammhirn<br />

funktionsfähig bleibt.<br />

Das führt dazu, dass<br />

die Wissenschaftler<br />

zu Zombies mutieren.<br />

Es ist natürlich eine<br />

sehr krasse Darstellung,<br />

die vermutlich<br />

eher in den Bereich<br />

der Science Fiction<br />

gehört. Wenn allerdings<br />

eine Gruppe von<br />

Wissenschaftlern die<br />

Menschheit vor den<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong> in<br />

derart massiver Form<br />

warnen wollte, dann<br />

wäre diese Form der<br />

Darstellung eine, die<br />

den Normalbürger erreichen würde<br />

und für ihn auch verständlich wäre.<br />

Löcher, durch die Materie aus Parallelwelten<br />

einströmen könnte, also die<br />

vermutlich reale Bedrohung, wären<br />

dagegen eine so abgefahrene Variante,<br />

dass sie mit all ihren möglicherweise<br />

fatalen Konsequenzen für Nicht-Insider<br />

kaum fassbar wäre.<br />

Kommandozentrale<br />

des LHC.<br />

Wenn Professor Zalewska also<br />

der Ansicht ist, der Film sei<br />

eine richtige Form, um eine<br />

wissenschaftliche Botschaft zu transportieren,<br />

dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:<br />

Entweder will sie Zombies<br />

auf die wissenschaftliche Ebene heben,<br />

oder es gibt <strong>im</strong> Hintergrund in der<br />

<strong>Higgs</strong>-<strong>Bosonen</strong>-Forschung eine reale<br />

und existenzielle Bedrohung, über die<br />

bis heute noch niemand offen zu reden<br />

wagt. Zitat aus dem Film "Decay": DIE<br />

GRÖSSTE ENTDECKUNG DER PHYSIK<br />

KÖNNTE UNSERE LETZTE SEIN. ▀<br />

Q uellen:<br />

Fosar, Grazyna und Franz Bludorf: Welt am L<strong>im</strong>it.<br />

Peiting 2011.<br />

"Decay". Horrorfilm, Großbritannien/Schweiz 2012.<br />

Produziert von Michael Mazur, Luke Thompson und<br />

Burton De Wilde. Regie: Luke Thompson. Quelle:<br />

www.decayfilm.com<br />

Nielsen, Holger B., und Masao Ninomiya. „Future<br />

Dependent Initial Conditions from Imaginary Part in<br />

Lagrangian.“ Proceedings of the 9thWorkshop “What<br />

Comes Beyond the Standard Models". Ljubljana:<br />

DMFA Zaloznistvo, 2006.<br />

—. „Search for Future Influence from LHC.“<br />

International Journal of Modern Physics A, vol23,<br />

Issue 6, 10. 03 2008: pp. 919-932.<br />

—. „Test of Effect from Future in Large Hadron<br />

Collider; A Proposal.“ International Journal of<br />

Modern Physics A, Volume 24, Issue 20-21, 2009: pp.<br />

3945-3968.<br />

Newsweek, 4. 2. 2013.<br />

Zur Post-Quantenphysik des Bewusstseins:<br />

Fosar, Grazyna und Franz Bludorf: Fehler in der<br />

Matrix. Peiting 2003.<br />

Fosar, Grazyna und Franz Bludorf: Intuitive Logik.<br />

Peiting 2010.<br />

28<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


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Quantessenz<br />

Quelle: Aftonbladet, Stockholm<br />

Die mysteriösesten Orte der Erde<br />

Der „Split Apple Rock“<br />

Er sieht wirklich aus wie ein riesiger<br />

steinerner Apfel, den gehe<strong>im</strong>nisvolle<br />

Riesen mit einem einzigen glatten<br />

Schnitt in zwei Hälften geteilt haben<br />

– der „Split Apple Rock“. Er ist<br />

eine der Attraktionen des Abel Tasman<br />

National Park auf der Südinsel<br />

Neuseelands. Der Nationalpark<br />

wurde 1942 gegründet und zu Ehren<br />

des Entdeckers Neuseelands,<br />

des niederländischen Seefahrers<br />

Abel Tasman benannt, dessen Namen<br />

auch die südlich von Australien<br />

gelegene Insel Tasmanien trägt.<br />

Der „Apfel“ aus Granit befindet sich<br />

etwa 50 Meter von der Küste entfernt<br />

in flachem Wasser und kann<br />

bei Ebbe zu Fuß erreicht werden.<br />

Rätselhaftes Objekt auf dem<br />

Grund der Ostsee<br />

Die schwedisch-finnische Tauchergruppe<br />

„Ocean Explorers“ stieß<br />

bei einer Unterwasserexpedition<br />

in der Ostsee<br />

zwischen<br />

Finnland und<br />

S c h w e d e n<br />

auf ein gehe<strong>im</strong>nisvolles<br />

Objekt am<br />

Meeresgrund.<br />

Das Artefakt<br />

befindet sich<br />

in einer Tiefe<br />

von 87 Metern<br />

und hat die<br />

Gestalt einer<br />

Scheibe. Sein<br />

D u r c h m e s -<br />

ser wird auf<br />

etwa 60 Meter<br />

geschätzt. In-<br />

Wissenschaftler gehen davon aus,<br />

dass die seltsame Felsformation<br />

auf natürlichem Wege entstanden<br />

ist. Man weiß jedoch weder, wie<br />

noch wann dies geschah. Daher<br />

ist der Split Apple Rock nach wie<br />

vor auch Gegenstand zahlreicher<br />

Legenden und Mythen. Die Maoris<br />

erzählen, zwei Götter hätten einst<br />

um den Felsen gestritten, und um<br />

die Streitigkeit zu schlichten, hätten<br />

sie ihn mit ihrer Götterkraft in<br />

zwei Hälften geteilt. Eine alternative<br />

Vermutung, in den Felsen sei<br />

einst Wasser eingedrungen, das<br />

während einer Eiszeit gefroren sei<br />

und den Felsen gespalten habe,<br />

klingt sicher sachlicher, aber auch<br />

weniger gehe<strong>im</strong>nisvoll. Bewiesen<br />

ist bis heute gar nichts.<br />

teressant ist<br />

die Tatsache,<br />

dass sich ausgehend<br />

vom Objekt eine etwa 300<br />

Meter lange Furche über den Meeresboden<br />

erstreckt. Diese könnte<br />

laut Aussage der Forscher ein<br />

Hinweis darauf sein, dass sich das<br />

Objekt auf dem Meeresboden bewegen<br />

könnte. Peter Lindburg von<br />

den „Ocean Explorers“ erklärte, die<br />

Gruppe sei während ihrer rund 18<br />

Jahre andauernden Forschungsarbeit<br />

schon auf so manch seltsame<br />

Dinge am Meeresgrund gestoßen,<br />

aber sie hätten noch nie etwas gesehen,<br />

was diesem Objekt auch<br />

nur entfernt ähneln würde. Insbesondere<br />

durch die runde Form sei<br />

das Artefakt einzigartig. Daten über<br />

die Position des Objekts sowie die<br />

Fotos leiteten die Forscher an das<br />

Sjöhistoriska museet, das Nationale<br />

Meeresmuseum Schwedens in<br />

Stockholm, zum Zwecke genauerer<br />

Untersuchungen weiter. Mitarbeiter<br />

des Museums teilten mit, es sei<br />

noch zu früh, um festzustellen, um<br />

was es sich bei diesem Objekt handelt.<br />

Quantenkommunikation<br />

jetzt nachgewiesen<br />

Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen<br />

ist es mehrfach gelungen,<br />

Information zwischen zwei Gaswolken<br />

zu teleportieren. Dies ist ein weiterer<br />

großer Schritt, um ein Quanten-Internet<br />

sowie ungeheuer schnelle, präzise<br />

und supersichere Netzwerke zum Austausch<br />

von Informationen auch über<br />

große Entfernungen aufzubauen.<br />

Das Exper<strong>im</strong>ent wurde durchgeführt<br />

mit Caesium in gasförmigem Zustand,<br />

das sich in zwei voneinander unabhängigen<br />

Gefäßen befand. Das erste Gefäß<br />

wurde mit einem Lichtstrahl bestrahlt,<br />

wodurch Gas und Licht in einem gemeinsamen<br />

Zustand miteinander verbunden<br />

wurden, der Informationen<br />

über den Zustand der Gasatome enthielt.<br />

Diese Information wurde dann<br />

dem Lichtstrahl aufgeprägt. Schickte<br />

man dieses Licht dann mit Hilfe eines<br />

speziellen Detektors in das zweite<br />

Gefäß, nahm das Gas dort die gleiche<br />

Atomstruktur an wie das Gas <strong>im</strong> ersten<br />

Gefäß. Dank dieser Quantenverschränkung<br />

konnten beide Gasbehälter daraufhin<br />

miteinander Informationen austauschen.<br />

Während des Exper<strong>im</strong>ents standen<br />

die beiden Gasbehälter etwa einen<br />

halben Meter voneinander entfernt,<br />

aber wie Eugene Polzik, der Leiter der<br />

Forschergruppe, mitteilte, steht dem<br />

grundsätzlich nichts entgegen, auf diese<br />

Weise Informationen auch z. B. an<br />

einen Satelliten <strong>im</strong> Erdorbit zu übertragen,<br />

d. h. über Entfernungen von<br />

einigen Tausend Kilometern.<br />

Die Exper<strong>im</strong>ente zur Quantenkommunikation<br />

finden am Niels-Bohr-<br />

Institut der Universität Kopenhagen<br />

statt<br />

30<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Quantessenz<br />

Intelligenzzentrale<br />

Herz<br />

Die heute <strong>im</strong>mer erfolgreichere<br />

energetische Medizin betrachtet<br />

den Menschen hauptsächlich<br />

holistisch. Diese konstruktive<br />

Einstellung, die schon <strong>im</strong> 20. Jahrhundert<br />

von vielen Denkern, Ärzten<br />

und Medizinwissenschaftlern postuliert<br />

worden ist, kommt auch <strong>im</strong> täglichen<br />

Leben <strong>im</strong> Bereich der Medizin<br />

mehr und mehr zum Einsatz.<br />

Die neuesten Entdeckungen der<br />

Biochemie, Biophysik und Quantenphysik<br />

bereiten einer humanen, effektiven<br />

holistischen Medizin des 21.Jh.<br />

den Weg. Die energetische Medizin<br />

geht davon aus, dass der menschliche<br />

Körper ein Energiekörper ist, der verschiedene<br />

Arten von Informationen<br />

enthält. Jeder Teil des Körpers, jedes<br />

Organ hat ein eigenes Informationsfeld,<br />

und der Körper erfasst alle Informationen<br />

als Ganzheit, holistisch,<br />

ganzheitlich.<br />

Nach neuesten Erkenntnissen<br />

spielt hierbei das Herz die Hauptrolle.<br />

Zu diesem Thema haben sich<br />

schon Kapazitäten geäußert wie Deborah<br />

Rozman (Quantum Intech),<br />

Rollin McCraty (Direktor des Institute<br />

of HearthMath), James L. Oschman<br />

(Biophysiker, Biologe), Volker Meissner<br />

(Arzt der Holistischen Medizin).<br />

Das Herz regiert das ganze System<br />

unseres Körpers. In der energetischen<br />

Medizin spielt die sogenannte<br />

kardiologische Energie eine wichtige<br />

Rolle. Alle Signale, die vom Herzen<br />

kommen, haben wichtige regulierende<br />

Eigenschaften. Wenn das Herz<br />

schlägt, emittiert es dabei eine ganze<br />

Reihe verschiedener Energien. Das<br />

sind sowohl thermische Signale als<br />

auch elektromagnetische Impulse,<br />

dazu gehören auch Licht<strong>im</strong>pulse sowie<br />

andere, die noch subtileren Charakter<br />

haben.<br />

Diese Signale erreichen alle Zellen<br />

des Körpers zusammen mit der Arbeit<br />

des Kreislaufs. Unser Herz erzeugt<br />

die stärksten rhythmischen elektromagnetischen<br />

Signale. Diese sind<br />

die Träger der Information. Untersuchungen<br />

haben gezeigt, dass das<br />

elektromagnetische Feld des Herzens<br />

sich sehr stark verändern kann.<br />

Es gibt einen Zusammenhang mit<br />

unseren Emotionen. Wut, Frust, Liebe,<br />

Empathie, Fürsorge, Irritation etc.<br />

verändern das Informationsfeld des<br />

Herzens. Das allgemeine Muster des<br />

Rhythmus verändert sich. Bei negativen<br />

Emotionen kann es zu ernsthaften<br />

Herzrhythmusstörungen kommen.<br />

Wenn das Herz seinen konstanten,<br />

natürlichen Rhythmus<br />

beibehält, arbeiten andere<br />

Organe wie das <strong>Gehirn</strong>, das Nervensystem<br />

und die Drüsen harmonisch<br />

und normal. Es gibt eine ganze Reihe<br />

positiver Emotionen, die mit unserem<br />

Umfeld in Zusammenhang stehen.<br />

Wenn wir z. B. einen schönen Sonnenuntergang<br />

beobachten, erzeugt unser<br />

Herz einen zarten Sinusrhythmus,<br />

der zu unserem <strong>Gehirn</strong> weitergeleitet<br />

wird. Man spricht auch von Herzkohärenz.<br />

Dieser Zustand verstärkt<br />

unsere Fähigkeiten bei schnellen<br />

Lernprozessen, er st<strong>im</strong>uliert auch das<br />

Immunsystem. Das Herz hat ein eigenes,<br />

sehr komplexes Nervensystem.<br />

Es speichert und überarbeitet die Informationen<br />

sogar unabhängig vom<br />

<strong>Gehirn</strong>. Es gibt also eine Reihe von<br />

Informationen, die zuerst unser Herz<br />

erreichen und erst dann das <strong>Gehirn</strong>.<br />

Besonders interessant erscheint<br />

die wissenschaftliche Untersuchung<br />

der sogenannten elektrophysiologischen<br />

Intuition. Unser Körper ist in<br />

der Lage, einen Zustand schon etwas<br />

früher zu erkennen, noch kurz bevor<br />

er sich überhaupt ereignet, zumindest<br />

wenn das Ereignis für uns eine emotionale<br />

Bedeutung hat. Hier kommen<br />

deutlich die Interaktionen zwischen<br />

Herz und <strong>Gehirn</strong> zum Vorschein. Das<br />

Herz reagiert zuerst, und danach<br />

schickt es verschiedene Impulse ins<br />

<strong>Gehirn</strong>, abhängig davon, was für eine<br />

emotionale Qualität die erlebte Situation<br />

hat. Danach reagiert das <strong>Gehirn</strong><br />

und erst dann unser Körper. Der Weg<br />

solcher intuitiver Informationen sieht<br />

also so aus: vom Herz zum <strong>Gehirn</strong>,<br />

und vom <strong>Gehirn</strong> zum Körper. Wissenschaftler<br />

behaupten, dass sowohl<br />

das Herz als auch das <strong>Gehirn</strong> einen<br />

Zugang zum Informationsfeld haben,<br />

der unabhängig von Raum und Zeit ist.<br />

Der Mensch wäre also ein holistisches<br />

System, das mit den<br />

Methoden der Quantenphysik,<br />

Quantenbiochemie und -physiologie<br />

betrachtet werden muss. Wenn das<br />

st<strong>im</strong>mt, dann übt nur die Information<br />

eine übergeordnete Kontrolle über<br />

den Menschen aus, die in seinem<br />

eigenen infomationsenergetischen<br />

Feld vorhanden ist. Dieses Wissen<br />

ist der Menschheit schon seit Äonen<br />

bekannt, nur konnte es bis jetzt keiner<br />

so klug und schön ausdrücken.<br />

Die Erkenntnisse der energetischen<br />

Medizin bereiten also einen <strong>im</strong>mens<br />

wichtigen Weg für die Heilung vieler<br />

Krankheiten und das Verständnis<br />

ihrer Ursachen, für Prophylaxe,<br />

Diagnostik und Entwicklung in vielen<br />

Bereichen des Lebens, die auch für<br />

unsere Gesundheit, nicht nur gegen<br />

sie arbeiten können. Wann wird es so<br />

weit sein, dass ein großer Teil unserer<br />

Homo-Technicus-Zivilisation bereit<br />

sein wird, das neue Denken der energetischen<br />

Medizin zu verstehen?<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 31


Wissen<br />

wurde, hier müsse ebenso nichtmenschliches<br />

Wissen eingeflossen<br />

sein. Mittlerweile war es ruhig geworden<br />

um die Wüstenlandschaft.<br />

Mit der kostenfreien Software<br />

Google Earth hat nun der Privatmann<br />

bislang ungeahnte Möglichkeiten. So<br />

kann man sich die Pyramiden von Gizeh<br />

wunderbar heranzoomen, das Umfeld<br />

des US-Pentagons so nahe heranholen,<br />

dass man einzelne<br />

Autos und Personen<br />

deutlich sehen<br />

kann, die Ebenen<br />

von Nazca virtuell<br />

überfliegen oder<br />

das eigene He<strong>im</strong><br />

in einer hochauflösenden<br />

Aufnahme<br />

herausziehen. Ein<br />

schönes Spionagewerkzeug<br />

für den<br />

Hobby-Agenten.<br />

Selbstverständlich<br />

sind hier Grenzen<br />

gesetzt. Es gibt professionelle Versionen<br />

gegen Entgelt, die weitaus mehr<br />

Möglichkeiten bieten, und mit hoher<br />

Wahrscheinlichkeit der Öffentlichkeit<br />

nicht zugängliche Varianten für Regierungsapparate.<br />

Nun sind auch hochauflösende Aufnahmen<br />

von der Gegend um Area 51<br />

möglich, und siehe da, ein interessantes<br />

Sammelsurium seltsamer Zeichen<br />

offenbahrt sich dem Betrachter bei<br />

näherem Hinsehen. Da möchte man<br />

doch glauben, dass sich die Verantwortlichen<br />

einen oder auch mehrere<br />

Scherze erlaubt haben! In der Region<br />

von einigen hundert Kilometern um die<br />

Anlage am Groom Lake erkennt man<br />

Fadenkreuze, Piktogramme und sogar<br />

abstrakte Tierfiguren. Ein Schelm, wer<br />

sich dabei in die Region um Nazca/Peru<br />

versetzt fühlt!<br />

Abb. 1<br />

Zeichen <strong>im</strong> Sand<br />

Die rätselhaften Piktogramme<br />

um Area 51<br />

Es dreht sich wieder um den so lange<br />

Zeit gehe<strong>im</strong>nisumwitternden Ort in<br />

der Wüste Nevadas. Seit der vielfach<br />

genutzten Software Google Earth tauchen<br />

insbesondere <strong>im</strong> Internet vermehrt<br />

seltsame Piktogramme in der<br />

Einöde auf, die Anlass geben zu weitreichenden<br />

Spekulationen. Als ob die<br />

amerikanische Militärbasis Area 51<br />

nicht genug Schlagzeilen machte, als<br />

man dort gehe<strong>im</strong>e Hangars in Verbindung<br />

mit der Entwicklung außerirdischer<br />

Technologie vermutete. Diese<br />

Aussagen sind allerdings bis zum<br />

heutigen Tag lediglich unbewiesene<br />

Vermutungen.<br />

In den 80er Jahren wurden in diesem<br />

Gelände von annähernder Größe<br />

der Schweiz nachgewiesenermaßen<br />

Praxis-Tests mit der damals neu entwickelten<br />

Stealth-Technologie durchgeführt.<br />

Kein Wunder, dass bei diesen<br />

futuristisch aussehenden Flugvehikeln<br />

ein Feuer der Spekulationen entfacht<br />

Roland Roth<br />

Ein haarscharf in den Boden gekratztes<br />

Fadenkreuz von mehreren<br />

hundert Metern Durchmesser<br />

gibt Rätsel auf. Deutlich sind Gebäudekomplexe<br />

und Fahrzeuge zu erkennen<br />

(Abb. 1). Offiziellen Stellen nach sind<br />

diese Kreuze Ziele für militärische Zielübungen.<br />

Weshalb dabei aber offensichtlich<br />

genutzte Häuser stehen, empfinde<br />

ich als recht mutig für die dort<br />

ansässigen Angestellten. Ein anderes<br />

Kreuz hat dabei eher die Namens- und<br />

Sinngebung eines Fadenkreuzes für<br />

32<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

Abb. 2


Wissen<br />

Abb. 4<br />

Abb. 3<br />

Bombenabwürfe verdient und sieht<br />

dementsprechend dafür vorgesehen<br />

aus (Abb. 2).<br />

Rund 250 Meter <strong>im</strong> Durchmesser<br />

misst ein kreisrundes Zeichen mit einem<br />

sechszackigen Stern darin (Abb.<br />

3). Der <strong>im</strong> Gegensatz zu den anderen<br />

Zeichen recht ungenaue Sechszack<br />

erinnert wohl eher an ein Ziel vergangener<br />

Zielübungen, allerdings ist dabei<br />

die Form des Sternes unverständlich.<br />

In der Folge entdeckt man eine Anzahl<br />

von Kreisen <strong>im</strong> hellen Wüstensand,<br />

die sich erst bei genauem Hinsehen<br />

dem Betrachter in ihrer empfindlichen<br />

Genauigkeit zeigen (Abb. 4).<br />

Ein besonderes Muster ist das Dreieck,<br />

das an allen drei Ecken symbolisch<br />

abgetrennt ist und jeweils mit drei Gebäudekomplexen<br />

versetzt ist (Abb. 5).<br />

Von besonderem Interesse ist die<br />

figurähnliche Darstellung, die ich „Das<br />

Chamäleon“ getauft habe (Abb. 6) und<br />

die mich unbewusst an die figürlichen<br />

Darstellungen aus Nazca erinnerte<br />

(Abb. 7). Das nette Tier hat eine „Blume“<br />

<strong>im</strong> Maul und einen Ausläufer am<br />

Kopfende, worin sich jeweils rechteckige<br />

Ausbuchtungen befinden, die zu einer<br />

Seite offen sind. Im „Bauchbereich“<br />

und als „Auge“ dienen kreisrunde Anordnungen,<br />

die ebenfalls mit den Ausbuchtungen<br />

versehen wurden.<br />

Unterhalb des „Chamäleons“<br />

befindet sich eine Anordnung<br />

geometrischer, eckiger Formationen<br />

mit Häusern etc. (Abb. 8) Weshalb<br />

man hier nicht einfache Rechtecke<br />

gezeichnet hat, ist für den Betrachter<br />

selbstverständlich wenig nachvollziehbar.<br />

Ein ebenfalls sehr interessantes<br />

Piktogramm ist das Dreieck<br />

mit Kreisen innerhalb der Form<br />

(Abb. 9). Der gewaltige Durchmesser<br />

von rund 1,2 Kilometern<br />

(!) und die augenscheinliche<br />

Präzision dieser Darstellung<br />

sind wahrhaft beeindruckend!<br />

Das Ausmaß der Schönheit Abb. 5<br />

dieses Zeichens ist nur aus<br />

der Luft zu erkennen. Genau <strong>im</strong><br />

Zentrum des Piktogramms fin-<br />

det sich bei entsprechendem Zoom<br />

Bombenabwürfe durchgeführt wurden,<br />

eine Gebäudeform mit einer Art Vorhof. scheint klar deutlich erkennbar zu sein,<br />

Wem will ich hier zeigen, dass er „genau<br />

hier landen soll“? Eher scherzhaft digen „Mondlandschaften“ betrachtet,<br />

wenn man sich die mehr als merkwür-<br />

gefragt, drängt sich einem diese Vorstellung<br />

be<strong>im</strong> Betrachten dieses Bildes Regelrechte Krater verteilen sich in<br />

die in der Region verteilt sind (Abb. 11).<br />

unvermittelt auf.<br />

best<strong>im</strong>mten Regionen, und ein zufälliger<br />

Besucher müsste sich unvermittelt<br />

vorkommen, als würde er auf der kraterzernarbten<br />

Mondlandschaft stehen.<br />

Anhänger der Mondverschwörungstheorien,<br />

nach denen die Amerikaner<br />

angeblich nie auf dem Mond landeten<br />

und die Mondmissionen auf der Erde<br />

nachgestellt haben, würden hier einen<br />

Nährboden finden, wo die „Dreharbeiten“<br />

dieser unglaublichen Verschwörung<br />

stattgefunden haben könnten.<br />

In weiterer Umgebung befinden sich<br />

auch zwar auf den ersten Blick recht<br />

ungewöhnliche, aber in vielen Orten zu<br />

findende Formationen. Beispielsweise<br />

die landwirtschaftlichen Anlagen, die<br />

in bewundernswerter Präzision in der<br />

Landschaft eingebettet sind.<br />

Direkt <strong>im</strong> Groom Lake befindet<br />

sich eine schnurgerade Landebahn,<br />

die an sich völlig den<br />

Normwerten entspricht. Sie wird allerdings<br />

von einem nicht ganz vollständigen<br />

Kreis umrundet, der sich nur bei<br />

genauerem Betrachten zeigt (Abb. 10).<br />

Man mag sich vorstellen, dass sich<br />

die Profis schon etwas dabei gedacht<br />

haben, was sich für einen Laien darstellt,<br />

als ob hier willkürlich <strong>im</strong> Boden<br />

gescharrt wurde. Wenn man diese Darstellung<br />

sieht, mag man den Spekulationen<br />

seine Substanz nähren, die von<br />

den Überlegungen ausgehen, dass unter<br />

der Erde weitaus größere Anlagen<br />

verborgen sind, in denen an gehe<strong>im</strong>en<br />

Projekten gearbeitet wird. Wenn doch<br />

aber schon jedermann der Name Area<br />

51 ein Begriff ist, wo sind dann die wirklich<br />

gehe<strong>im</strong>en Anlagen und Militäreinrichtungen?<br />

Dass in der Gegend um<br />

Area 51 militärische Zielübungen und<br />

Letztendlich stellt sich die Frage,<br />

weshalb man diese Formen oder<br />

Anordnungen in der Region um<br />

Area 51 konstruierte und weshalb gerade<br />

in diesen vorliegenden Formen,<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 33


Wissen<br />

Abb. 8<br />

Abb. 6<br />

Abb.7<br />

wenn man doch einfach die den, kurzen Verbindungen zwischen<br />

naheliegen-<br />

zwei Gebäuden oder Plätzen wählen<br />

oder für Zielübungen doch einfachere<br />

und zweckmäßigere Formationen<br />

gestalten könnte. Interessanterweise<br />

ähneln einige Zeichen augenscheinlich<br />

den seit Jahren vieldisktutierten Kornkreispiktogrammen,<br />

die allgemeinhin<br />

als Botschaften und Zeichen uns unbekannter<br />

Verursacher interpretiert werden.<br />

Darüber hinaus ist sehr auffallend,<br />

dass die Zeichen meist nur aus der Luft<br />

ge-<br />

sehen werden können. Wenn man davon<br />

ausgeht, dass diese Piktogramme<br />

und Darstellungen rein militärischen<br />

Ursprungs sind, ohne irgend eine utopische<br />

Bedeutung, dann stellt sich<br />

jedoch der Vergleich mit der Ebene<br />

von Nazca als besonders frappierend<br />

heraus. Sind die Zeichen um Area 51<br />

lediglich Orientierungen und Hinweise<br />

für entsprechenden<br />

Flugverkehr, dann mag diese<br />

Annahme ebenso für die Pisten<br />

und Piktogramme von<br />

Nazca legit<strong>im</strong> sein. Das wiederum<br />

wäre in der Schlussfolgerung<br />

und in Hinsicht auf<br />

ihr Alter phänomenal und<br />

fragt mehr denn je nach dem<br />

Sinn und Zweck der Formationen<br />

in Nazca...<br />

Genaue Ortsangaben der<br />

einzelnen Formationen:<br />

Kreuz: 37°25´33.80“ Nord,<br />

116°39´17.10“ West<br />

Fadenkreuz: 37°24´05.20“<br />

Nord, 116°52´04.52“ West<br />

Fadenkreuz Nr. 2:<br />

37°33´49.95“<br />

Nord, 116°51´04.02“ West<br />

Chamäleon: 37°24´16.96“ Nord,<br />

116°13´55.99“ West<br />

Dreieck: 37°37´40.27“ Nord,<br />

116°50´56.51“ West<br />

Fragen an den Autor<br />

Du hast geschrieben,<br />

die Zeichen könnten<br />

als Orientierungspunkte<br />

für Militärflugzeuge<br />

dienen, etwa<br />

für Schießübungen. Was ist dann das<br />

Merkwürdige an ihnen?<br />

Stutzig machen diese merkwürdi-<br />

gen Formen deshalb, weil für konventionelle<br />

Flugtechnologie sicher einfache<br />

Markierungen und Fadenkreuze<br />

ausreichen würden. Wenn es sich um<br />

gewöhnliche Markierungen für militärische<br />

Zwecke handeln soll, lasse ich das<br />

bei den Fadenkreuzen sicher noch gelten,<br />

jedoch nicht für die anderen Strukturen.<br />

Zudem sind die Strukturen unbeschädigt,<br />

sogar die Fadenkreuze sind<br />

keineswegs zerstört, und es sind auch<br />

keine Bombenkrater erkennbar wie bei<br />

den kraterzernarbten Regionen. Diese<br />

"Mondlandschaften" könnte man schon<br />

eher als Bombentestgelände deuten,<br />

da sie offensichtlich auch für solche<br />

Zwecke genutzt wurden. Wenn die<br />

Markierungen eine Bedeutung für Militärflugzeuge<br />

haben sollten, dann gut<br />

und gerne als Orientierungspunkte und<br />

Landezonen. Fragt sich nur, für welche<br />

Art von Vehikel oder Technologie.<br />

Gibt es unter den Nazca-Formationen<br />

eine Figur, die von der Form her mit<br />

denen von Area 51 vergleichbar wäre?<br />

Ich habe oft Kornkreispiktogramme<br />

gesehen, die gewisse Ähnlichkeiten<br />

mit Bodenmarkierungen von der Area<br />

51 - Region haben, zumindest erinnern<br />

mich manche Formationen in Kornfeldern<br />

unvermittelt an diese Bodenmarkierungen.<br />

Es wäre interessant, einmal<br />

über mögliche Zusammenhänge nachzudenken.<br />

Nazca-Formationen, die exakt denen<br />

der Area 51-Bodenmarkierungen<br />

gleichen, kenne ich bislang nicht<br />

(manche besitzen wohl aber gewisse<br />

Ähnlichkeiten), jedoch haben beide<br />

eine frappierende Gemeinsamkeit: Die<br />

Formationen in beiden Regionen sind<br />

praktisch nur aus der Luft als solche zu<br />

erkennen. Das habe ich <strong>im</strong> Beitrag in<br />

Bezug auf Nazca herauszustellen versucht,<br />

denn wenn es sich bei den Area<br />

51-Markierungen um militärische<br />

Markierungen handelt, zeigt es uns<br />

unzweifelhaft einen nachvollziehbaren<br />

Sinn und Zweck der Nazca-Formationen:<br />

Diese Linien und Scharrzeichnungen<br />

waren nicht für irgendwelche<br />

rituellen Frondienste am Boden gedacht,<br />

sondern als Markierungen und<br />

Orientierungshilfen für Vehikel aus der<br />

Luft konzipiert.<br />

Ob diese Linien und Figuren in Nazca<br />

von den Menschen nur aus Verehrungszwecken<br />

gestaltet wurden (Cargo-Kult),<br />

weil ihre Vorfahren einst die<br />

34<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Wissen<br />

Abb. 10<br />

Abb. 9<br />

Götter vom H<strong>im</strong>mel herniederfahren<br />

sahen und sich der Wunsch etablierte,<br />

diese Götter durch die Scharrzeichnungen<br />

wieder "herbeizurufen" oder<br />

herbeizuwünschen, wäre dann die<br />

folgerichtige These, der man nachgehen<br />

sollte.<br />

Wenn die Area-51-Formen nicht<br />

für militärische Flugzeuge dienen,<br />

wozu könnten sie dann nützlich sein?<br />

Schließlich malt niemand so etwas<br />

zum Spaß kilometerlang auf den Boden.<br />

Wäre es möglich, dass es eine<br />

neue Flugtechnologie gibt, die sich<br />

nicht nur an üblichen Koordinaten<br />

orientiert, aber auch bei der Übung<br />

Formen benötigt? Zum Beispiel,<br />

wenn ein Gerät mit Antigravitation<br />

arbeiten würde, könnten Formen <strong>im</strong><br />

Spiel sein.<br />

Viele, die sich die Bodenzeichen in<br />

der westlichen Wüste der USA angesehen<br />

haben, rätseln über den Sinn<br />

und Zweck dieser Markierungen.<br />

Allerdings lässt sich darauf keine<br />

schlussendlich befriedigende Antwort<br />

geben. Einige sind der kühnen<br />

Behauptung zugetan, dass es eindeutig<br />

Zeichen für außerirdische Raumschiffe<br />

sind. Die Symbole in der Wüste<br />

sollen "Signalhilfen" sein, damit<br />

die Aliens sicher auf der Erde landen<br />

können. Manche vermuten auch, dass<br />

es sich bei den Zeichen um Botschaften<br />

an Aliens <strong>im</strong> All handelt. Doch<br />

würden Außerirdische überhaupt so<br />

denken wie wir und würden sie diese<br />

Zeichen dann überhaupt so interpretieren<br />

wie wir es tun? Ich denke, mit<br />

Außerirdischen haben diese Markierungen<br />

nichts zu tun.<br />

Andere deuten die Symbole stischer. Viele sind der Meinung, dass<br />

realies<br />

sich wirklich nur um militärische<br />

Markierungen für Bombenabwürfe<br />

und Flugmanöver oder auch unterirdische<br />

Bunkeranlagen handelt. Auch<br />

von Stellungen diverser militärischer<br />

Waffentechniken oder Zielkreuzen ist<br />

die Rede. Jedoch nicht für landende<br />

UFOs, sondern für unbemannte Drohnen<br />

oder Atombomben-S<strong>im</strong>ulationen.<br />

Aber auch die Idee von Markierungen<br />

für neuartige bzw. exotische Technologien<br />

<strong>im</strong> Entwicklungsstadium oder<br />

gehe<strong>im</strong>e Tests mit Antigravitation sind<br />

natürlich durchaus eine akzeptable<br />

Variante, die man nicht außer Acht lassen<br />

sollte. ▀<br />

Literatur zum Thema:<br />

Fosar, Grazyna: “Test the Best” – Area<br />

51 und andere Militärbasen in Nevada.<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 35, September/Oktober<br />

2006<br />

Kornkreise – Gehe<strong>im</strong>technologie aus Area<br />

51? <strong>Matrix3000</strong> Band 37, Januar/Februar<br />

2007<br />

Geise, Gernot und Gerhard Wisnewski:<br />

Mond(f)lüge. Worüber Mondbilder<br />

erzählen – worüber<br />

Astronauten<br />

schweigen.<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band<br />

31, Januar/Februar<br />

2006<br />

Roth, Roland:<br />

Technogötter<br />

Roth, Roland:<br />

TERRA ENIGMA<br />

© Bilder 2006<br />

Digital Globe +<br />

Google Earth, MfG<br />

Abb. 11<br />

Roland Roth ist freier Schriftsteller und<br />

Journalist. Er befaßt sich seit seiner Jugend<br />

mit den Rätseln der Welt. Sein Interesse legt er<br />

dabei auf Existenz und Ethik extraterrestrischer<br />

Zivilisationen und der Zukunft der Menschheit<br />

<strong>im</strong> Kosmos. Er ist Autor zahlreicher Bücher.<br />

Beiträge in Anthologien und Zeitschriften aus<br />

dem In- und Ausland. Zuletzt Autor des Buches<br />

"Technogötter". Roland Roth ist Herausgeber<br />

des interdisziplinären Special-Interest-Magazins<br />

Q`PHAZE – Realität anders!<br />

Informationen: qphaze.alien.de,<br />

E-Mail : roth-verlag@web.de<br />

Sieglinde Grommet<br />

Verlag Sieglinde Grommet<br />

Justus-Liebig-Str. 1, 61184 Karben<br />

Tel. 0 60 39 - 4 26 95<br />

Fax 0 60 39 - 92 17 10<br />

info@macht-der-gedanken.de<br />

www.macht-der-gedanken.de


Ökologie<br />

Bitte nur<br />

vom Feinsten<br />

Der Schrebergarten - Selbst gemacht ist fein gemacht<br />

Corinna Lichtfelder-Schlegel<br />

Eine außerordentliche<br />

Vielfalt<br />

an Lebensmitteln<br />

aus aller<br />

Welt gibt es in unseren<br />

Discountern,<br />

Supermärkten und<br />

Feinkostgeschäften<br />

zu erstehen.<br />

Hinzu kommen die<br />

Bioläden und Wochenmärkte.<br />

Wenn<br />

man an den richtigen<br />

Orten wohnt,<br />

kann man auch gleich<br />

ab Hof einkaufen. Und<br />

egal wo man einkauft, alles<br />

ist selbstverständlich „nur<br />

vom Feinsten“. Jedoch,<br />

wer das noch glaubt,<br />

ist selber schuld:<br />

CMS-Gemüse<br />

<strong>im</strong> Bioladen<br />

aus Hybrid-<br />

Saatgut hergestellt,<br />

falsch<br />

d e k l a r i e r t e<br />

Maria Schwach<br />

„Bio-Eier“ in Wahrheit aus Massentierhaltung, mit Formaldehyd<br />

gespritztes Obst und Gemüse, mit diversen Viren<br />

verseuchte Erdbeeren, mit Dioxin vergiftete Eier, Sch<strong>im</strong>melpilz-Gift<br />

(Aflatoxin) in der Milch, Genmais und so weiter<br />

und so fort. Die Liste ließe sich endlos weiterführen.<br />

Immer mehr Menschen haben von solch miserablen<br />

Zuständen und Machenschaften die Nase gestrichen<br />

voll und überlegen sich andere Methoden, zumindest<br />

an echtes, frisches Gemüse, Obst und frische Kräuter zu<br />

kommen. Leider steht aber nicht jedermann ein Garten zur<br />

Verfügung, wo es sich am einfachsten anbietet, solcherlei<br />

anzubauen. Ganz davon abgesehen, kann sich auch nicht<br />

jeder ein Haus oder eine Wohnung mit Garten erlauben.<br />

Mit ein wenig Glück (und je nach Region und Stadt heute<br />

leider für ziemlich viel Geld) kann man sich aber in einen<br />

sogenannten Schrebergarten-Verein einkaufen, dessen<br />

Ursprung man etwa <strong>im</strong> Jahr 1798 findet (übrigens nicht<br />

von Schreber selbst hervorgerufen, sondern von Carl von<br />

Hessen). Solche Kleingärten wurden damals aus der Not<br />

heraus erdacht. Forciert durch die fortschreitende Industrialisierung<br />

wuchs die Bevölkerung in den Städten<br />

enorm schnell. Das hatte zur Folge, dass nicht alle gleichermaßen<br />

mit Lebensmitteln versorgt werden konnten,<br />

respektive es sich die meisten gar nicht leisten konnten,<br />

sich der Gesundheit zur Genüge, wenigstens in den Grundzügen<br />

zu ernähren. Und das bedeutete große Armut. Der<br />

Mildtätigkeit einiger Fabrikanten, Stadtverwaltungen, Lan-<br />

36<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Ökologie<br />

WIE LÖST MAN DAS<br />

HUNGERPROBLEM?<br />

ÜBERRASCHENDERWEISE<br />

KOMMEN ANSÄTZE AUS<br />

RUSSLAND!<br />

GENMANIPULIERTE "BIO"-<br />

PRODUKTE, FALSCH<br />

DEKLARIERTE ODER GAR<br />

VERSEUCHTE LEBENSMITTEL -<br />

SELBSTVERSORGUNG IM<br />

SCHREBERGARTEN KANN EINE<br />

ALTERNATIVE SEIN.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 37


Ökologie<br />

desherren und den Wohlfahrtsverbänden ist es zu verdanken,<br />

dass die Idee der Selbstversorgung in die Tat umgesetzt<br />

werden konnte. Die Menschen konnten sich für eine<br />

sehr geringe Pacht (ohne sich vorher einzukaufen) ein bis<br />

zu 400m² großes Stück Land, den „Armengarten“, nutzbar<br />

machen und so das Wichtigste an Gemüse und Obst selber<br />

anbauen. Man durfte sich damals sogar ein Häuschen darauf<br />

bauen, was der einhergehenden Wohnungsnot wohltuend<br />

entgegen kam.<br />

Bis heute hat sich die Kleingarten-Kultur, auch Laubenpieper-Kultur<br />

genannt, gehalten. Längst sind<br />

die weitaus meisten Kleingartenanlagen in Vereinen<br />

organisiert, und bis auf wenige Ausnahmen Mitglied<br />

<strong>im</strong> Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG).<br />

Wenn man die Nichtmitglieder <strong>im</strong> Dachverband grob<br />

schätzt und zu den Mitgliedern addiert, kann man behaupten,<br />

dass es insgesamt etwa eine Million Kleingärtner<br />

in unserem Lande gibt. Immerhin. Nun hat natürlich<br />

jeder Verein seine eigene Satzung, und man muss mit<br />

dieser doch eigenen Kultur auch klarkommen. Während<br />

die einen eine Gartenzwergkolonie bevorzugen, bauen<br />

die anderen lieber Kartoffeln und Salat an. Wobei es allerdings<br />

gewisse Vorschriften zu beachten gibt, die <strong>im</strong><br />

Bundeskleingartengesetz (BKleingG) geregelt sind. Da<br />

heißt es unter anderem: “Ein Kleingarten <strong>im</strong> Sinne des<br />

Bundeskleingartengesetzes ist gemäß §1 Abs. 1 BKleingG<br />

ein Garten, der dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen<br />

gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur<br />

Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf,<br />

und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung)<br />

und in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit<br />

gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen,<br />

Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind<br />

(Kleingartenanlage).“<br />

Zu 1.: BGH III ZR 281/03c): „In der Regel ist wenigstens<br />

ein Drittel der Fläche für den Anbau von Gartenerzeugnissen<br />

für den Eigenbedarf zu nutzen.“<br />

Und weiter heißt es in §3:<br />

„Ein Kleingarten soll nicht größer als 400 Quadratmeter<br />

sein. Die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes<br />

und der Landschaftspflege sollen bei der Nutzung und<br />

Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden.<br />

Eine Laube ist mit höchsten 24m² Grundfläche einschließlich<br />

überdachtem Freisitz zulässig. Die Laube darf nicht<br />

zum dauerhaften Wohnen geeignet sein.“<br />

Außer am Höchstmaß einer Parzelle hat sich also seit<br />

1798 einiges geändert und ist stärker reglementiert<br />

worden. Das Gute ist allerdings, dass der Trend zum<br />

Eigenanbau mehr und mehr zun<strong>im</strong>mt. 64 Prozent aller<br />

Pächter, die seit 2000 einen Garten übernommen haben,<br />

sind jünger als 55 Jahre. 45 Prozent der Neuverpachtungen<br />

gingen bereits zwischen 2003 und 2008 an Familien.<br />

38 MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Ökologie<br />

WOHIN GEHT DIE REISE?<br />

Was kommt, wenn die Seele geht?<br />

Leben und Tod, Re inkarnation und Schicksal …<br />

Das Werk „Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft“<br />

bietet schlüssige Antworten auf<br />

wichtige Lebensfragen.<br />

Gerade Kindern bietet der Kleingarten ein wunderbares<br />

Pendant zu den Betonburgen und Asphaltwüsten der<br />

Großstädte, nämlich das persönliche Erlebnis von Säen,<br />

Wachsen, Gedeihen und Ernten von gesundem Gemüse<br />

und Obst. Dann wissen und verstehen sie auch, dass die<br />

Früchte in der Marmelade nicht <strong>im</strong> Supermarkt „irgendwie“<br />

hergestellt wurden, sondern tatsächlich wachsen.<br />

Es muss ja nicht nur ein Drittel der gepachteten Fläche<br />

als Nutzfläche beansprucht werden, es darf gerne<br />

auch ein bisschen mehr sein. Und außerdem macht sich<br />

ein Gartenzwerg sicher auch ganz schön <strong>im</strong> Kartoffelbeet<br />

oder unter dem Kirschbaum. Die Aufteilung der Nutzung<br />

lässt sich in den Vereinssitzungen oder einfach am Gartenzaun<br />

<strong>im</strong>mer wieder neu diskutieren, womit man auch<br />

den sozialen Kontakten gerecht wird, die in einer Kleingartenkolonie<br />

entstehen. Das Besondere an einem Schrebergarten<br />

ist nicht nur die Ruhe und Erholung, die eine<br />

Parzelle gewährt. Die Begegnung und der Dialog zwischen<br />

Menschen mit unterschiedlichster Lebensgestaltung<br />

lässt alle gemeinsam am Erfolg der Ernte und der Schönheit<br />

ihres Gartens erfreuen. Und der Hartz IV-Empfänger,<br />

der zu besseren Zeiten eine Parzelle beziehen konnte, hat<br />

hier die Möglichkeit sich einzubringen, der Frustration zu<br />

entfliehen, nützlich zu sein. Obendrein ist die Ernte billiger<br />

und dre<strong>im</strong>al leckerer! ▀<br />

Die „Gralsbotschaft“ erhalten Sie als Taschenbuch-<br />

Gesamt ausgabe für nur 12,– €, das eBook für 8,99 €.<br />

Verlag der Stiftung Gralsbotschaft<br />

Schuckertstr. 8, 71254 Ditzingen,<br />

Tel.: +49 (0)7156 9532-15, Fax: +49 (0)7156 18663<br />

E-Mail: bestellung@gral.de, www.gralsbotschaft.org<br />

Erhältlich über<br />

den Buchhandel<br />

oder online unter<br />

www.gral.de<br />

Links zum Thema:<br />

kleingarten-bund.de, topagrar.com, ndr.de, spiegel.de , BGH.de


Gesundheit<br />

Rückenschmerzen<br />

Michael Müller<br />

85 Prozent der<br />

Bundesbürger<br />

haben mindestens<br />

einmal <strong>im</strong> Leben<br />

Schmerzen <strong>im</strong><br />

Kreuz<br />

40<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Gesundheit<br />

Die Wirbelsäule ist einer der am meisten<br />

strapazierten Körperteile des<br />

Menschen. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen<br />

zu den häufigsten Krankheiten<br />

in Deutschland gehören. Mindestens<br />

einmal <strong>im</strong> Leben Schmerzen <strong>im</strong><br />

Kreuz haben laut Robert-Koch-Institut<br />

bis zu 85 Prozent der Bundesbürger.<br />

Laut Statistiken sind über 25 Millionen<br />

Menschen in Deutschland von<br />

Rückenschmerzen betroffen. Die<br />

Kosten für die Behandlung von<br />

Rückenschmerzen<br />

sollen<br />

in Deutschland in Milliardenhöhe<br />

und die Kosten<br />

durch Arbeitsausfall<br />

sogar <strong>im</strong> zweistelligen<br />

Milliardenbereich liegen.<br />

Nach Angaben<br />

der Krankenkassen<br />

sind<br />

Bandscheibenvorfälle,<br />

Hexenschuss und<br />

Schmerzattacken<br />

<strong>im</strong><br />

Rücken die häufigste Ursache<br />

für Arbeitsunfähigkeit.<br />

Und die Probleme nehmen<br />

zu: Seit Jahren steigt die<br />

Zahl der Rückenschmerzgeplagten.<br />

Das liegt nicht nur am Alter mit<br />

seinen unvermeidlichen Verschleißerscheinungen.<br />

„Die Ursachen sind bei<br />

fast allen Betroffenen gleich: zu wenig<br />

Bewegung, untrainierte Muskeln,<br />

Stress und andere psychische Belastungen“,<br />

sagt Prof. Ingo Froböse vom<br />

Zentrum für Gesundheit der Deutschen<br />

Sporthochschule Köln.<br />

Die Wirbelsäule verschleißt mit der<br />

Zeit, diese Abnutzung löst Schmerzen<br />

aus. Denn mit den Jahren werden die<br />

Bandscheiben, unsere körpereigenen<br />

Stoßdämpfer und Abstandhalter zwischen<br />

den einzelnen Wirbeln, mürbe,<br />

rissig und schmaler. Wird der Rücken<br />

überlastet, stülpt sich eine morsche<br />

Bandscheibe gern mal in den Wirbelkanal.<br />

Fachleute nennen diese Vorwölbung<br />

Bandscheibenprotrusion. Unter<br />

Umständen rutschen Teile davon sogar<br />

ganz in den Wirbelkanal, das ist dann<br />

ein Bandscheibenvorfall.<br />

Das kann wehtun, muss es aber<br />

nicht. Abgenutzte Bandscheiben, Wirbel,<br />

Gelenke und Bänder sind wie Falten<br />

und graue Haare natürliche Begleiterscheinungen<br />

des Alterns. Früher<br />

nahm man diese Zipperlein entweder<br />

hin - oder mangels Beschwerden gar<br />

nicht erst zur Kenntnis. Heute können<br />

teure bildgebende Verfahren wie Kernspin-<br />

oder Computer-Tomographie die<br />

Verschleißprozesse sichtbar machen,<br />

etwa eine verrutschte Bandscheibe oder<br />

veränderte Wirbelknochen. Was die bis<br />

dahin völlig schmerzfreien Betroffenen<br />

oftmals ziemlich verblüfft und ratlos zurücklässt.<br />

Bei manchen Menschen setzt der<br />

Verschleiß früher ein, bei anderen<br />

später. Schwere körperliche<br />

Arbeit, einseitige Belastungen, ungesunde<br />

Lebensweise, zu langes Sitzen<br />

am Arbeitsplatz oder zu wenig Bewegung<br />

beschleunigen den Prozess.<br />

Dann tut der Rücken vielleicht schon in<br />

jüngeren Jahren weh. Diese Schmerzen<br />

sind <strong>im</strong> Grunde nichts anderes als<br />

der Protest unserer Muskulatur, denn<br />

wer sich wenig bewegt, vernachlässigt<br />

dieses körpereigene Stützkorsett. Vor<br />

allem die Bauch- und Rückenmuskeln<br />

spielen hier eine wichtige Rolle. Sie<br />

können den Rücken entlasten. Sind sie<br />

jedoch zu untrainiert, überfordert das<br />

ihre Möglichkeiten, sie verspannen und<br />

verhärten sich. Viele Geplagte nehmen<br />

automatisch eine Schonhaltung ein, das<br />

heißt, sie versuchen, den betroffenen<br />

Körperbereich ruhig zu stellen, um ihn<br />

nicht noch mehr zu belasten. Mit dieser<br />

Taktik tun Sie sich aber nichts Gutes, <strong>im</strong><br />

Gegenteil: Eine Schonhaltung ist nichts<br />

anderes als eine falsche Haltung, und<br />

die überfordert auf Dauer andere Teile<br />

des Rückens.<br />

Viele Ursachen für Rückenbeschwerden<br />

liegen in der Tiefe.<br />

Unter den oberflächlichen, großen<br />

Rückenmuskeln liegen kurze Muskeln<br />

unmittelbar auf der Wirbelsäule.<br />

Sie verbinden die Wirbelkörper miteinander,<br />

halten sie beweglich und stützen<br />

die Wirbelsäule.<br />

Voraussetzung dafür ist, dass sie<br />

kräftig und gut trainiert sind. Dann tragen<br />

die tiefliegenden, kurzen Muskeln<br />

maßgeblich zur Stabilität bei, und die<br />

Bänder müssen die Haltearbeit nicht<br />

alleine leisten.<br />

Sehr häufig sind die tiefen Rückenmuskeln<br />

allerdings untrainiert. Bei vielen<br />

Menschen erfordert der Tagesablauf<br />

wenig Muskelarbeit (Büro), oder die Arbeit<br />

trainiert zwar die großen oberflächlichen<br />

Muskeln gut, die kurzen in der<br />

Tiefe aber nicht.<br />

Hier kommt der X-Bar3 als opt<strong>im</strong>ales<br />

Trainingsgerät für die<br />

tiefe Muskulatur zum Einsatz.<br />

Der X-Bar3 ist mehr als nur ein<br />

Trainingsgerät.<br />

Mit seinem handlichen Griffelement<br />

und der einzigartigen Verdreifachung<br />

der Schwingstäbe setzt er über<br />

300 Muskeln in Bewegung.<br />

Über die Schwingung in Verbindung<br />

mit der stochastischen Wirkung des<br />

patentierten Griffs st<strong>im</strong>uliert der X-<br />

Bar3 die kleinen Muskeln an der Wirbelsäule.<br />

Dadurch wird die Wirbelsäule<br />

stabilisiert, und viele Ursachen für<br />

Beschwerden können vermieden oder<br />

verbessert werden.<br />

Nur fünf bis sieben Minuten pro Tag<br />

fördern Kraft, Koordination, Konzentration<br />

und öffnen den Raum zu einem<br />

völlig neuen Lebensgefühl. ▀<br />

Händler können den Gymnastikstab über<br />

NLG beziehen siehe Seite 57


Gesundheit<br />

Flatrate ins<br />

Universum<br />

Die Aktivierung des <strong>Gehirn</strong>potenzials<br />

Udo Sperlich<br />

Unter dem Titel „Nullpunktenergie<br />

trifft Alchemie“ berichtete Michael<br />

Müller <strong>im</strong> Band 76, August 2013 über<br />

die Anwendung von „ad fontes spezial“,<br />

dem Energie- und Lichtsystem<br />

der Firma ad fontes nullpunktenergie<br />

GmbH. Hier nun eine vertiefende<br />

Fortsetzung des Artikels.<br />

Der Mensch ist von Hause aus<br />

eine Schnittstelle zwischen der<br />

geistigen und der materiellen<br />

Welt. So ist er „konstruiert“. Das bedeutet,<br />

dass er eigentlich ständig Informationen<br />

aus der geistigen Welt<br />

bekommt und damit verbunden die<br />

Aufgabe besteht, diese Informationen<br />

in die Materie, in die Welt zu bringen.<br />

Einen solchen Vorgang nennen wir<br />

Inspiration, und jemand tut etwas Inspiriertes.<br />

Alltäglich? Weit gefehlt.<br />

Wann waren Sie das letzte Mal inspiriert,<br />

d. h. taten sie etwas Richtiges,<br />

aber ihre Wissensquelle befand sich<br />

eindeutig nicht da, wo man sie vermuten<br />

könnte (z. B. Internet)? Stellen Sie<br />

sich vor, ihr tägliches Tun besteht aus<br />

einer einzigartigen Verknüpfung von<br />

bestehenden Fakten und – nennen wir<br />

es mal „nicht gewusstem“ Wissen. –<br />

Sie wären ziemlich erfolgreich, egal<br />

was sie vorhaben oder womit sie ihre<br />

Zeit verbringen.<br />

Würden sie ihr volles Potenzial<br />

leben, wäre das eben Geschilderte<br />

ein völlig normaler,<br />

alltäglicher Vorgang für sie. Nichts<br />

Besonderes. Womit wir be<strong>im</strong> Thema<br />

wären: Was ist das volle Potenzial eines<br />

Menschen? Schreiben wir ein EEG<br />

unserer <strong>Gehirn</strong>aktivitäten, erkennen<br />

wir in dem Schwingungsbereich 35 bis<br />

45 Schwingungen pro Sekunde (Hertz)<br />

die Aktivität eines wachen Menschen.<br />

Hier findet eindeutig Arbeit, Denkarbeit,<br />

statt. Wir erkennen die zwei<br />

<strong>Gehirn</strong>hälften und sehen, dass die<br />

eine Hälfte des <strong>Gehirn</strong>s dominant ist,<br />

d. h., die sichtbaren Schwingungen<br />

haben eine größere Amplitude als die<br />

der anderen Hälfte. Alle paar Stunden<br />

wechselt die Dominanz. Dann sind<br />

die Schwingungen der anderen Seite<br />

stärker ausgeprägt und haben die<br />

weitaus größere Amplitude. Das ist<br />

normal, sagt die Fachwelt. Der Autor<br />

und Entwickler des ad fontes Energie-<br />

und Lichtsystems ist da ganz<br />

anderer Meinung. Er glaubt nicht,<br />

42<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

1 unter genügend Energievorrat verstehen wir ein Energiefeld (Aura) um den Menschen herum von mindestens 5<br />

Metern Radius. Zur Erinnerung: Menschen in Mitteleuropa haben durchschnittlich 10 – 30 cm Energievorrat. Die<br />

Anwendung von einem ad fontes spezial erweitert das Energiefeld eines Menschen auf über 100 Meter.


Alphawellen einer jungen Frau <strong>im</strong> entspannten<br />

Wachzustand, vier Wochen nach<br />

Individualisierung von ad fontes spezial,<br />

dem Energie- und Lichtsystem der Firma<br />

ad fontes nullpunktenergie GmbH.<br />

dass Menschen zwei <strong>Gehirn</strong>hälften<br />

haben, damit sie über<br />

eine „Reservehälfte“ verfügen.<br />

Er spricht von eklatantem<br />

Energiemangel. Hätten wir<br />

Menschen hier in Mitteleuropa<br />

genügend Lebensenergiereserven,<br />

würden beide <strong>Gehirn</strong>hälften<br />

kohärent, also <strong>im</strong> Gleichtakt<br />

arbeiten.<br />

Aber es gibt noch andere<br />

Bereiche <strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong>, die<br />

Schwingungen erkennen lassen.<br />

Nämlich, wenn sich ein Mensch<br />

in der Einschlaf- oder Aufwachphase<br />

befindet oder in tiefer Meditation ist.<br />

Zu diesen Zeiten gibt es so gut wie keine<br />

Schwingungen <strong>im</strong> aktiven Bereich,<br />

wohl aber relativ langsame zwischen 7<br />

und 13 Herz. Alphawellen. Wenn unser<br />

<strong>Gehirn</strong> diese Wellen produziert, gewinnen<br />

wir eine höchst bemerkenswerte<br />

zusätzliche Eigenschaft. Wir sind mit<br />

dem ganzen Universum verbunden, ja<br />

könnten Fragen stellen, bekämen Antworten.<br />

Wir sind „online“, hätten eine<br />

„Flatrate“ ins Universum. Leider ist<br />

die Einschlaf- und Aufwachphase oder<br />

die Meditation nur in einem abgesenkten<br />

Bewusstseinszustand möglich und<br />

nutzt uns deshalb gar nichts.<br />

Ganz anders verhält es sich bei<br />

Menschen, die ein genügend großes<br />

Energiefeld um sich herum haben,<br />

also diejenigen, die genügend Energievorrat<br />

haben. Bei denen arbeiten beide<br />

<strong>Gehirn</strong>hälften kohärent mit gleich großen<br />

Amplituden (!) und, man höre und<br />

staune, das <strong>Gehirn</strong> macht Alphawellen<br />

<strong>im</strong> leicht entspannten Wachzustand,<br />

die sich natürlich ebenfalls als große,<br />

Gesundheit<br />

starke, kohärente Schwingungen zeigen.<br />

(Siehe Abb.)<br />

Zwei kohärent arbeitende <strong>Gehirn</strong>hälften<br />

und Alphawellen <strong>im</strong> Wachzustand<br />

sind das Kennzeichen eines<br />

Menschen in seinem vollen Potenzial.<br />

Natürlich hat er einen „messerscharfen“<br />

Verstand, denn unter diesen Bedingungen<br />

hat sogar sein IQ „zugenommen“.<br />

Zum vollen Potenzial gehört aber<br />

noch mehr. Zum Beispiel ist das Gefühlszentrum<br />

(Herzchakra) 24 Stunden<br />

rund um die Uhr eingeschaltet.<br />

Normalerweise arbeitet es nur temporär,<br />

weil es zu viel Energie braucht,<br />

die oft für andere überlebensnotwendige<br />

Funktionen benötigt wird. Zur<br />

Erinnerung: Gefühle und Emotionen<br />

brauchen bis zu dreihundert Mal mehr<br />

Lebensenergie als Denken. Diese<br />

Menge steht uns hier in Mitteleuropa<br />

üblicherweise nicht zur Verfügung.<br />

In der vor uns liegenden Zeit, von<br />

der wir denken, sie würde <strong>im</strong>mer<br />

„dunkler“, ist es von großer Bedeutung<br />

„womit“ wir überlebenswichtige<br />

Entscheidungen treffen.- Mit nur eineinhalb<br />

<strong>Gehirn</strong>hälften oder mit zwei,<br />

„wie geschmiert“ arbeitenden, Hälften,<br />

mit Alphawellen <strong>im</strong><br />

Wachzustand, einem erhöhten<br />

IQ, einer „Flatrate“<br />

ins Universum und einem<br />

„eingeschalteten“, funktionierenden<br />

Gefühl ist die<br />

Chance ungleich größer,<br />

sich richtig zu entscheiden.<br />

Viele Menschen glauben,<br />

dass, wenn das volle<br />

Potenzial gelebt wird, dies<br />

schon „Erleuchtung“ sei.<br />

Es klingt zu schön und ist<br />

weit entfernt, viel zu weit,<br />

um Realität zu sein. Leider ist das volle<br />

Potenzial erst der Anfang, die Basis.<br />

Von hier aus ist Entwicklung wahrscheinlich.<br />

Alle Bücher, die sie bis<br />

dahin gelesen haben, alle Seminare,<br />

die sie, bevor sich das volle Potenzial<br />

eingeschaltet hat, mitgemacht haben,<br />

waren Wissenserweiterung und wahrscheinlich<br />

in Teilgebieten richtig, aber<br />

nicht ganzheitlich genug gedacht. Entwickelt<br />

haben Sie sich kaum.<br />

Mit der Entwicklung ist es, gestatten<br />

Sie mir diesen Vergleich,<br />

wie mit Sauerteig.<br />

Solange wir uns die Frage stellen, ist<br />

er nun schon gegangen, ist er wahrscheinlich<br />

nicht oder nur unbedeutend<br />

gegangen. Wäre er gegangen, würde<br />

er über den Schüsselrand „in die Freiheit“<br />

streben und die Frage „ob oder<br />

ob nicht“ wäre überflüssig.<br />

Der "Dreh- und Angelpunkt" ist<br />

der vorhandene Energievorrat. Diesen<br />

messen wir in Metern als Energiefeld<br />

(Aura) um uns herum. Um also das<br />

volle Potential "anzuschalten", muß<br />

die Aura mindestens fünf Meter Radius<br />

haben. ▀


Gesundheit<br />

Der verbundene<br />

Atem<br />

– Tor zum Leben<br />

Rüdiger Dahlke<br />

Von allen wirksamen Therapeutika<br />

ist der Atem für jeden Menschen<br />

am leichtesten verfügbar. Leider ist<br />

das Wissen, wie er eingesetzt werden<br />

kann, um Blockaden aufzulösen<br />

und den Organismus mit Energie zu<br />

überfluten, nur wenig verbreitet.<br />

Die Art, wie wir atmen, gibt Aufschluss<br />

darüber, wie wir uns fühlen,<br />

welche Hemmungen und Ängste uns<br />

„einschnüren“. Umgekehrt, kann<br />

richtiges Atmen – das bedeutet:<br />

verbundenes Atmen – die Seele befreien.<br />

Selbst spirituelle Gipfelerlebnisse<br />

sind möglich, wenn wir<br />

Ein- und Ausatem harmonisieren.<br />

Der Atem verbindet Individuum und<br />

Umwelt, Geben und Nehmen, Körper<br />

und Geist. Darüber hinaus können<br />

wir durch richtiges Atmen sogar den<br />

H<strong>im</strong>mel auf die Erde holen.<br />

Die Atmung ist die für unser<br />

Leben unverzichtbare<br />

Form der Kommunikation.<br />

Alles Lebendige atmet und<br />

ist dabei ständig <strong>im</strong> Austausch<br />

miteinander, nur die Frequenz<br />

und Tiefe des Atems variiert in<br />

großer Breite. Während manche<br />

Wasserschildkröten die<br />

Luft über eine Stunde anhalten,<br />

gelingt es uns Menschen nur<br />

<strong>im</strong> Minutenbereich. Unserer<br />

Atmung, die unter Sauerstoffverbrauch<br />

die lebenserhaltenden Verbrennungsprozesse<br />

<strong>im</strong> Organismus<br />

unterhält, steht die Atmung der Pflanzen<br />

gegenüber, die anstatt Sauerstoff<br />

zu verbrauchen, ihn <strong>im</strong> Gegenteil <strong>im</strong><br />

Rahmen der Photosynthese erzeugen.<br />

Dadurch wird die sauerstoffverbrauchende<br />

Oxidation in wundervoller<br />

Weise ergänzt. Pflanzen und Menschen<br />

beziehungsweise Tiere sind in<br />

einem großen Atemkreis seit Anbeginn<br />

der Zeiten miteinander verbunden.<br />

Wo <strong>im</strong>mer wir hinsehen, erblikken<br />

wir Verbindungen, die der Atem<br />

schafft und erhält. Sobald wir aufhören<br />

zu atmen, fallen wir aus der<br />

Verbundenheit, und das Leben in der<br />

polaren Welt der Gegensätze hört auf.<br />

Laut Genesis hat Gott uns das Leben<br />

über seinen Odem eingehaucht und<br />

damit der unsterblichen Seele auf<br />

Zeit ein He<strong>im</strong> <strong>im</strong> Körper geschaffen.<br />

Wenn sie dieses <strong>im</strong> Tode wieder verlässt,<br />

hört der Atem auf, weshalb man<br />

in alten Zeiten einen Spiegel unter die<br />

Nase hielt, um den Tod festzustellen.<br />

Wenn er nicht mehr vom Ausatem beschlug,<br />

ging man davon aus, der See-<br />

lenvogel sei endgültig ausgeflogen.<br />

Von allen wirksamen<br />

Therapeutika ist der<br />

Atem für jeden<br />

Menschen am leichtesten<br />

verfügbar.<br />

Die Seele ist ein „Hauch“<br />

Die alten Griechen hatten aus gutem<br />

Grund nur ein einziges Wort für<br />

Hauch und Seele: Psyche. Durch das<br />

hinduistische „Atman“ klingt noch unser<br />

deutsches Wort Atem hindurch,<br />

und Inder sprechen bis heute von einem<br />

Mahatma, was große Seele und<br />

großer Atem zugleich bedeutet, und<br />

verleihen diese Bezeichnung als Ehrenamen<br />

wie etwa an Mahatma Gandhi.<br />

Aber auch wir holen uns noch mit<br />

der Inspiration, wörtlich der Einatmung,<br />

Zugang zu höheren Einsichten.<br />

Tatsächlich vermittelt der Atem in<br />

mancher Hinsicht zwischen Welten,<br />

ist er doch als einzige Organfunktion<br />

gleichermaßen vom Willen wie auch<br />

vom Unbewussten steuerbar. Über<br />

die Lungenflügel verbindet der Atem<br />

die linke archetypisch weibliche mit<br />

der rechten männlichen Körperhälfte,<br />

wie auch den Oberkörper über die<br />

Zwerchfellbewegung mit dem Unterleib.<br />

Vor allem aber ist der Atem Verbindungsglied<br />

von Körper und<br />

VSeele, aber nicht nur das. Sein<br />

Einfluss reicht noch weit darüber<br />

hinaus bis zur göttlichen Sphäre<br />

der Einheit. Dadurch stellt die<br />

Atemfunktion eine einzigartige<br />

Beziehung zwischen Polarität und<br />

Einheit her, auf die einzugehen<br />

sich lohnt. Hier liegt die enorme<br />

Chance des verbundenen Atems,<br />

der, leichter und beschwingter<br />

als andere Techniken, Brücken<br />

schlagen kann zwischen unserem<br />

Leben in der Polarität und seinem<br />

Ziel, der Einheit.<br />

Lungenflügel sind wie Bäume<br />

Der Atemstrom kommt – laut Bibel<br />

– von Gott und verbindet uns<br />

mit Gott und der Einheit. Es zeigt<br />

sich, dass in Momenten transzendentaler<br />

Erfahrung, wenn sich die Grenzen<br />

von Zeit und Raum auflösen und<br />

der Mensch reines Sein erlebt, der<br />

44<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Gesundheit<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 45


Gesundheit<br />

Atem zum Stillstand kommt, ohne<br />

dass wir physisch sterben. Lediglich<br />

das Ego stirbt in solch begnadeten<br />

Momenten. Betroffene gelangen in<br />

die Welt jenseits des Todes, wo alle<br />

vertrauten Gesetze, die sich auf Raum<br />

und Zeit stützen, ihre Bedeutung verlieren.<br />

Entwickelte Menschen wie indische<br />

Gurus und tibetische Lamas<br />

haben solche Exper<strong>im</strong>ente über sich<br />

ergehen lassen. Über Ein- und Ausatem<br />

bindet uns die Lungenfunktion<br />

also an die polare Welt der Gegensätze.<br />

Hört sie auf, hört auch die Welt der<br />

Gegensätze für uns auf zu existieren,<br />

und es beginnt eine D<strong>im</strong>ension, der<br />

nur noch religiöse Beschreibungen<br />

gerecht werden.<br />

Auch die moderne medizinische<br />

Wissenschaft kann uns heute<br />

einige Atemgehe<strong>im</strong>nisse entschlüsseln.<br />

Jahrhunderte nach Paracelsus<br />

können wir inzwischen dessen<br />

Analogie-Gleichung „Mikrokosmos<br />

(Mensch) = Makrokosmos (Erde)“ am<br />

Beispiel der Lungen von Mensch und<br />

Welt gut nachvollziehen. Nicht nur in<br />

der symbolischen Be-Deutung, sondern<br />

auch in der Funktion entsprechen<br />

die inneren Lungenbäume in<br />

unseren Brustkörben den äußeren<br />

Ein- und<br />

Ausatmung<br />

werden zu einer Art<br />

Atemkreis verbunden.<br />

Bäumen der Vegetation. Der menschliche<br />

Bronchialbaum steht lediglich<br />

auf dem Kopf. Sein Stamm, die Luftröhre,<br />

teilt sich in der Tiefe der Brust<br />

in die beiden Hauptstämme des Bronchialbaumes,<br />

deren Bronchialäste<br />

sich dann wie bei jedem Baum <strong>im</strong>mer<br />

mehr auffächern bis zu den feineren<br />

Verzweigungen der Bronchien, um<br />

schließlich in filigrane Bronchiolen<br />

zu münden. Den Blättern des grünen<br />

Baumes entsprechen die Lungenbläschen<br />

oder Alveolen bis in anatomische<br />

Details. Beide arbeiten gleichermaßen<br />

nach der Methode der Oberflächenvergrößerung<br />

und holen Sauerstoff herein<br />

<strong>im</strong> Austausch gegen Kohlendioxid, das<br />

sie an die äußere Atmosphäre abgeben.<br />

Den Sauerstoff holen sie <strong>im</strong> Fall<br />

der Blätter aus der Luft, <strong>im</strong> Fall der<br />

Alveolen aus dem Blut.<br />

Falsches Atmen als Angstsignal<br />

Aber nicht nur der lebensnotwendige<br />

Gasaustausch hängt vom Atem ab,<br />

auch der zwischenmenschliche Kontakt<br />

was die Sprache angeht, ist ein<br />

Kind des Atems. Sprache ist nichts<br />

anderes als die Modulation des Ausatemstromes.<br />

Wir atmen alle dieselbe<br />

Luft und teilen uns einander über<br />

Schwingungsveränderungen unserer<br />

Atemluft mit. So ist das urprinzipielle<br />

Thema der Lunge Kommunikation<br />

und Kontakt.<br />

Der Fluss unseres Atems in der<br />

Sprache verrät viel über unsere<br />

seelische Lebenssituation,<br />

was nicht verwundert, wenn wir bedenken,<br />

wie uns die Seele einst über<br />

den Atem eingehaucht wurde und<br />

dass „Psyche“ <strong>im</strong> Griechischen auch<br />

Windhauch heißt. Moderne Geräte,<br />

sogenannte Voice-analyser können<br />

einiges über den Besitzer der jeweiligen<br />

St<strong>im</strong>me verraten. Besonders<br />

das Angstniveau entlarvt sich in<br />

der St<strong>im</strong>me, aber auch <strong>im</strong> st<strong>im</strong>mlosen<br />

Atem. Nur wer ohne Angst ist,<br />

kann frei durchatmen und sprechen.<br />

Ansonsten kommt der Atem eher gepresst<br />

gegen Widerstand heraus, der<br />

seinerseits Symbol für den Widerstand<br />

ist, den man <strong>im</strong> Leben erlebt. Wo der<br />

Atem stockt, sind Angst und Schrecken<br />

meist nicht fern. Wenn man nicht dieselbe<br />

Luft mit jemandem atmen will,<br />

steckt meist Ablehnung und oft auch<br />

Angst vor dem anderen dahinter. Das<br />

lateinische„angustus“ heißt eng und<br />

verrät so noch <strong>im</strong> Sprachbild die Angst,<br />

die dabei <strong>im</strong> Spiel ist. Wenn es eng wird<br />

<strong>im</strong> Leben, kann der Atem nicht mehr<br />

frei fließen.<br />

Ein vibrierendes Gefühl<br />

von Lebendigkeit<br />

Hinzu kommt, dass der Beginn des<br />

Atems in der polaren Welt untrennbar<br />

mit der Enge des Geburtskanals<br />

verbunden ist. Der erste Atemzug war<br />

für die meisten von uns, die das Licht<br />

der Welt erblickten, bevor Frederic<br />

Leboyer die Geburt von beängstigenden<br />

Zwängen und Schikanen befreite,<br />

ein denkbar schreckliches Angsterlebnis.<br />

Kaum waren wir der Enge des<br />

Geburtskanals entronnen, wurde unsere<br />

noch pulsierende Nabelschnur<br />

gekappt. Damit aber wurden wir in ein<br />

existentiell bedrohliches Erstickungstrauma<br />

geschickt. Die Lungenflügel<br />

mussten sich in diesem Panikgefühl<br />

des Erstickens ruckartig entfalten, was<br />

mit einem überwältigenden brennenden<br />

Schmerz erlebt wurde. Das Gefühl<br />

war in der Regel so entsetzlich, dass<br />

die meisten der solcherart zur Begrüßung<br />

gequälten Seelen zeitlebens nie<br />

mehr einen solch tiefen Atemzug wagten.<br />

Ergebnis ist jenes Geatme, was wir<br />

bei vielen Erwachsenen erleben, die<br />

sich nur noch einen geringen Teil jener<br />

Energie nehmen, die ihnen eigentlich<br />

zustünde.<br />

46<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Auf der anderen Seite kann die<br />

spätere Begegnung mit dem eigenen<br />

vollen Atem, wie sie die<br />

Therapie des verbundenen Atems ermöglicht,<br />

zu ganz unglaublichen Energiephänomenen<br />

führen, die zeigen, wie<br />

anders wir eigentlich gemeint sind. Bei<br />

dieser Atemtechnik wird ohne Unterbrechung<br />

Ein- und Ausatem zu einer<br />

Art Atemkreis verbunden, wodurch<br />

deutlich mehr Sauerstoff beziehungsweise<br />

Prana hereingeholt und deutlich<br />

mehr Kohlendioxid abgeatmet wird.<br />

Das Ergebnis ist eine bewusste Überschwemmung<br />

des Organismus mit Energie.<br />

Dieser Überfluss kann nicht nur<br />

in einem fließenden und vibrierenden<br />

Gefühl von Lebendigkeit in allen Körperregionen<br />

spürbar werden, sondern<br />

sich auch in einem ungewohnt mächtigen<br />

Energiestrom äußern, der an Barrieren<br />

und Blockaden brandet und hier<br />

zu unangenehmen Sensationen von<br />

Enge und Verkrampfung führt. Lassen<br />

die Betroffenen jedoch ihren Einatemstrom<br />

kontinuierlich weiter fließen,<br />

wird seine Kraft <strong>im</strong>mer stärker und<br />

kann schließlich die Blockaden wegspülen,<br />

was Erfahrungen von Befreiung<br />

und Erleichterung mit sich bringt<br />

und bis in transzendente Bereiche führen<br />

kann. Keine andere Therapieform<br />

verbessert nach meinen Erfahrungen<br />

in so kurzer Zeit mit so relativ geringem<br />

Aufwand die energetische Situation<br />

so nachhaltig wie der verbundene<br />

Atem.<br />

Hinauf in lichte Sphären!<br />

Den befreienden Erfahrungen auf der<br />

körperlichen Ebene entsprechen ähnlich<br />

lösende Erlebnisse <strong>im</strong> seelischen<br />

Bereich. Knoten, die energetisch aufweichen,<br />

verschwinden erfahrungsgemäß<br />

auch körperlich und können<br />

seelisch leichter losgelassen werden.<br />

Selbst spirituelle Erfahrungsebenen<br />

werden über den verbundenen Atem<br />

zugänglich, und nicht selten ergeben<br />

sich Gipfelergebnisse und Lichterfahrungen<br />

auf diesem Weg. Für den<br />

Erlebenden sind diese Momente unbeschreiblich<br />

und entziehen sich unserem<br />

an polare Sinneswahrnehmung<br />

gebundenen sprachlichen Darstellungsmöglichkeiten,<br />

zumal Raum und<br />

Zeit in diesen Bereichen nicht mehr <strong>im</strong><br />

üblichen Sinn existieren. Was dem Betrachter<br />

– etwa dem Atemtherapeuten<br />

– als eine Minute erscheint, kann für<br />

den Transzendierenden eine zeitlose<br />

Erfahrung von Einheit und Unendlichkeit<br />

sein.<br />

Wie sich die Tiefenpsychologie<br />

der mythologischen Assoziationen<br />

der Antike bediente, um<br />

ihre Erfahrungen mit Bildern beziehungsweise<br />

Archetypen zu umschreiben,<br />

ist der verbundene Atem analog<br />

ein Mittel der Höhenpsychologie, um<br />

Vorgriffe auf die h<strong>im</strong>mlischen Sphären<br />

unseres letztendlichen Lebenszieles,<br />

die Befreiung oder Erleuchtung,<br />

zu ermöglichen. Insofern möchte ich<br />

den verbundenen Atem als Mittel und<br />

Weg in meinen Seminaren nicht mehr<br />

missen. Wo wir mit Werkzeugen der<br />

Tiefenpsychologie Schatten erfahren<br />

und verarbeiten, brauchen wir als Gegengewicht<br />

die Leichtigkeit des verbundenen<br />

Atems, der uns - nachdem<br />

entsprechende Barrieren durchatmet<br />

sind - in die lichten Höhen unserer eigentlichen<br />

Best<strong>im</strong>mung führt, wenn<br />

wir uns auf ihn einlassen.<br />

Atemtherapie gegen<br />

Geburtstraumata<br />

Die Therapie mit dem verbundenen<br />

Atem ist z.B. eine wundervolle und mit<br />

wenig Aufwand verbundene Möglichkeit,<br />

sein eigenes Geburtstrauma zu<br />

klären. Sie wäre von daher die beste<br />

denkbare Geburtsvorbereitung, könnte<br />

sie doch verhindern, dass Geburtstraumata<br />

und die damit zusammenhängende<br />

Angst von Generation zu Generation<br />

weitergegeben werden. Solange aber<br />

die Schulmedizin hier entgegen jahrzehntelangen<br />

Erfahrungen von einer<br />

schwerwiegenden Symptomatik ausgeht,<br />

werden weder Hebammen noch<br />

Gynäkolog(inn)en diese Chance <strong>im</strong> Sinne<br />

der Schwangeren zu nutzen wagen.<br />

In die verschiedensten Psychotherapierichtungen<br />

hat die Methode dagegen<br />

inzwischen Eingang gefunden und<br />

leistet ausgesprochen gute Dienste bei<br />

der energetischen Aufarbeitung von<br />

Blockaden und emotionalen Behinderungen.<br />

Gesundheit<br />

Das Ergebnis<br />

ist eine bewusste<br />

Überschwemmung<br />

des Organismus mit<br />

Energie.<br />

Eine Fülle von Krankheitsbildern,<br />

die mit gestörten Atemfunktionen<br />

zusammenhängen, könnten hier<br />

ebenfalls eine Lösung oder jedenfalls<br />

Erleichterung finden. Der Asthmatiker,<br />

der in der Regel den Einatem überbetont<br />

und deshalb gar nicht mehr zum<br />

Ausatmen kommt, könnte <strong>im</strong> harmonischen<br />

Fließen-lassen des verbundenen<br />

Atems gleichsam ein Ritual zur<br />

Heilung seiner Einseitigkeit finden. Die<br />

zeitlose biblische Weisheit, dass Geben<br />

seliger sei als Nehmen, macht dieses<br />

Krankheitsbild in eindrucksvoller Wei-<br />

se deutlich. Der verbundene<br />

Atem ist bei der Umsetzung<br />

dieser Erkenntnis in die Praxis von<br />

großer Hilfe. Wie wir <strong>im</strong> allgemeinen<br />

atmen, reicht zum Überleben. Leben<br />

aber ist mehr, und der verbundene<br />

Atem kann uns die Tür dazu öffnen. Er<br />

wird so zu einem wundervollen Tor zur<br />

Fülle des Lebens. ▀<br />

Infos zu Rüdiger Dahlke: www.taman-ga.at/<br />

seminarkalender/seminare-dezember-2013.html<br />

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Seiten, € 19,99<br />

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Dr. Rüdiger Dahlke ist Arzt<br />

und Psychotherapeut mit<br />

Zusatzausbildungen für<br />

Naturheilkunde und Homöopathie.<br />

Er war langjähriger Herausgeber<br />

der Zeitschrift Esotera. In<br />

seinen zahlreichen Büchern<br />

und Seminaren vermittelt er<br />

hauptsächlich das Wissen über Archetypische Medizin<br />

(Symbolsprache der Krankheitsbilder), über Atemund<br />

Psychotherapie, Heilfasten und Meditation.<br />

Rüdiger Dahlke betreibt gemeinsam mit seiner Frau<br />

ein Heilkundezentrum in Niederbayern.<br />

Kontakt: www.dahlke.at und www.taman-ga.at<br />

Ruediger Dahlke<br />

Arzt - Autor-psychotherapeut<br />

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Wurzeln<br />

Gottes<br />

Gold<br />

Thomas Ritter<br />

48 MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Wurzeln<br />

Mythen und Wunder gehören einfach<br />

zu uralten Tempeln. Manchmal<br />

auch Geschichten von verborgenen<br />

Schätzen. Die hektische Aufregung<br />

und mediale Aufmerksamkeit, welche<br />

der Öffnung uralter unterirdischer<br />

Kammern des Sree Padmanabhaswamy<br />

Tempels in Trivandrum<br />

folgten, stehen in einem scharfen<br />

Kontrast zu der erhabenen Ruhe,<br />

welche sonst das gewaltige Bauwerk<br />

umgab. Schon von Weitem ist<br />

sein Gopuram, der massive Torturm,<br />

zu erkennen. (Gopuram nennt man<br />

in Indien trapezförmige Tempel-<br />

Pyramiden, die an planetarisch ausgerichteten<br />

Kraftorten stehen). Er<br />

erhebt sich seit Menschengedenken<br />

über den geschäftigen Straßen von<br />

Thiruvananthapuram (Trivandrum),<br />

der Hauptstadt des indischen desstaates<br />

Bun-<br />

Kerala.<br />

Schätze unter Polizeischutz<br />

Auch wenn eine endgültige offizielle<br />

Bestätigung <strong>im</strong>mer noch aussteht,<br />

ist inzwischen doch bekannt, dass die<br />

fünf geöffneten unterirdischen Kammern<br />

enorme Schätze bergen. Wahrscheinlich<br />

lagert dort die weltweit<br />

größte Sammlung an Gold und Silber,<br />

verarbeitet zu kunstvollen Statuen,<br />

prächtigem Schmuck, wertvollen Gefäßen<br />

und zahllosen Münzen. Faustgroße<br />

Diamanten, außergewöhnlich<br />

reine Rubine und Smaragde, phantastisch<br />

klare Saphire sollen zu dieser<br />

außergewöhnlichen Kollektion gehören,<br />

die niemandem anders geweiht<br />

ist als Gott Vishnu selbst – hier in seiner<br />

Form des „Padmanabha Swamy“<br />

– der “Erlauchte mit dem Lotusnabel”.<br />

Ihm gehört der weltweit größte<br />

bekannte Tempelschatz, dessen Wert<br />

rund 15 Milliarden Euro betragen soll.<br />

Kein Wunder, dass heute hier<br />

die Polizeipräsenz erdrückend<br />

ist. Drei Kordons bewaffneter<br />

Wächter schützen das Heiligtum. Zunächst<br />

passiert man die Kontrollen<br />

der lokalen Polizei, dann jene der in<br />

Tarnanzüge gekleideten Militärpolizei,<br />

um zuletzt den berühmten „Black<br />

Cats“, einer Eliteeinheit der indischen<br />

Sicherheitskräfte, Auge in Auge gegenüberzustehen.<br />

Liegt auch dieser<br />

Check Point hinter einem, steht dem<br />

Besuch des Tempels nichts mehr <strong>im</strong><br />

Wege – vorausgesetzt, man ist Hindu.<br />

Seit dem 2. Mai 2012 tobt ein erbitterter<br />

Rechtsstreit um den Tem-<br />

pelschatz. Seine Hoheit, Uthradam<br />

Thirunal Marthanda Varma, das<br />

92jährige Oberhaupt<br />

der königlichen Familie<br />

von Travancore,<br />

fordert vom Obersten<br />

Gericht Keralas,<br />

dem Staat die Verfügungsgewalt<br />

über<br />

das Vermögen und<br />

den Tempel wieder<br />

zu entziehen. Bis zur<br />

Unabhängigkeit Indiens<br />

war der Sree<br />

Padmanabhaswamy<br />

Tempel nicht nur ein<br />

königlicher Tempel,<br />

sondern auch der<br />

Familientempel des<br />

Königshauses von<br />

Tranvancore. Dies<br />

macht seinen bis heute einzigartigen<br />

Status aus.<br />

Goldketten <strong>im</strong> Padmanabhaswamy<br />

Tempel<br />

Legenden, Überlieferungen<br />

und Fakten<br />

Der Tempel gehört zu den heiligsten<br />

Stätten Südindiens, da seine Existenz<br />

bereits in den ältesten indischen<br />

Epen erwähnt wird. Es ist heute nicht<br />

mehr genau zu ermitteln, wer wann<br />

genau die Originalstatue des Sree<br />

Padmanabhaswamy hier aufstellte,<br />

da es aus jener Zeit keine schriftlichen<br />

Überlieferungen gibt. Einige<br />

bekannte Schriftsteller, Forscher und<br />

Historiker wie Dr. L.A.Ravi Varma von<br />

Travancore, sind der Meinung, dass<br />

der Tempel am ersten Tage des Kali<br />

Yuga errichtet worden ist. Das wäre<br />

vor rund 5.000 Jahren gewesen. Die<br />

Frühgeschichte des Tempels existiert<br />

lediglich in legendärer Form.<br />

Eine dieser Legenden findet sich in<br />

einem uralten Palmblattmanuskript<br />

mit dem Titel “Ananthasayana Mahatmya”.<br />

Es beschreibt, dass der Tempel<br />

ursprünglich von einem Tulu Brahmanen<br />

mit Namen Divakaramuni am<br />

950. Tag des Kali Yuga errichtet worden<br />

sei. Der Brahmane soll damals<br />

als Einsiedler an diesem heiligen Ort<br />

gelebt haben.<br />

Andere Historiker und Forscher<br />

hingegen halten den Thiruvambadi<br />

Schrein des Sree Krishnaswamy,<br />

der sich <strong>im</strong> Zentrum des<br />

eigentlichen Tempels befindet, für<br />

das älteste Bauwerk hier. Es gibt eine<br />

Beschreibung ‘Bhagavatha Purana’<br />

(canto 10, Kapitel 79), das Sree Bala<br />

Beherbergen die<br />

Gehe<strong>im</strong>kammern<br />

des Sree<br />

Padmanabhaswamy Tempels<br />

den größten Goldschatz der<br />

Welt?<br />

Der Maharadscha von<br />

Travancore<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 49


Wurzeln<br />

Rama den “Spanandoorapuram” auf<br />

seiner Pilgerfahrt besuchte. Gemäß<br />

den lokalen Überlieferungen verweist<br />

dies auf den Schrein von “Ananthasayanam”<br />

in “Thiru Ananthapuram”.<br />

Ebenso existiert <strong>im</strong> sogenannten<br />

‘Brahmanda Purana’ ein Hinweis auf<br />

den “Syanandoorapura”. Diese Beschreibungen<br />

stützen den in Südindien<br />

weit verbreiteten Glauben, der Sree<br />

Padmanabhaswamy Tempel habe ein<br />

sehr hohes Alter und sei von jeher ein<br />

Zentrum der Verehrung des Hindugottes<br />

Vishnu. Die Verse und<br />

Kammer B ist durch<br />

"Naga Pasam ,<br />

den Schlangenfluch, versiegelt.<br />

Kompositionen Nammalvars, eines bedeutenden<br />

Heiligen der Vishnuanhänger,<br />

belegen zweifellos, dass der Tempel<br />

bereits <strong>im</strong> 5. Jahrhundert existierte.<br />

Inschriften belegen, dass das Heiligtum<br />

von Beginn an durch ein lokales<br />

Komitee verwaltet wurde, welches den<br />

Namen ‘Ettara Yogam’ trug. Antike<br />

Palmblattmanuskripte zeigen, dass die<br />

Fundamente des Tempels durch einen<br />

Herrscher namens Cheraman Perumal<br />

gelegt wurden. Dieser lokale Fürst<br />

galt aufgrund seiner Frömmigkeit bereits<br />

zu Lebzeiten als Heiliger. Er soll<br />

ebenfalls die Pflichten der Priester und<br />

Verwaltungsangestellten des Tempels<br />

geregelt haben. Mehr als fünfhundert<br />

Jahre später, um das Jahr 1050, wurde<br />

der Tempel zum ersten Mal durch den<br />

damaligen Herrscher rekonstruiert<br />

und instandgesetzt.<br />

Die nächsten schriftlich überlieferten<br />

Ereignisse datieren<br />

aus der Zeit zwischen 1335 und<br />

1384, als das Königreich Tranvancore,<br />

wie es nun hieß, durch einen weisen<br />

und mächtigen Herrscher mit Namen<br />

Veera Marthanda Varma regiert wurde.<br />

Unter seiner Regentschaft wurde<br />

das Heiligtum mehr und mehr zum<br />

königlichen Tempel. Einige Urkunden<br />

belegen, dass um 1375 zum ersten<br />

Mal hier Alpasi Utsavam gefeiert<br />

wurde – das Alpasi Festival, eine bedeuten-<br />

de, zehntägige<br />

Zeremonie,<br />

w e l c h e<br />

b i s<br />

h e u t e<br />

jedes halbe Jahr be- gangen<br />

wird.<br />

Zwischen 1459 und 1460 wurde die<br />

Statue Sree Padmanabhaswamys in<br />

ein “Exil” gebracht, da die schadhafte<br />

Decke des Allerheiligsten repariert<br />

werden musste. Mitte 1461, nach der<br />

Rekonstruktion, wurde die Statue <strong>im</strong><br />

Rahmen einer großen Zeremonie am<br />

alten Ort wieder aufgestellt.<br />

Im Jahr 1566 A.D. erfolgte die<br />

Grundsteinlegung für den mächtigen<br />

Gopuram, der seither den<br />

östlichen (Haupt-)Eingang des Tempels<br />

bewacht. Eine schwere Brandkatastrophe<br />

zerstörte <strong>im</strong> Jahr 1686<br />

fast den gesamten Tempel mit Ausnahme<br />

der Statue Sree Padmanabhaswamys.<br />

Erst 1724 begann der<br />

Wiederaufbau. Er wurde durch den<br />

1729 an die Macht gelangten Herrscher<br />

Marthanda Varma energisch<br />

vorangetrieben. Schon zwei Jahre<br />

später war der Tempel fertig, inklusive<br />

einer neuen Statue des Gottes, die<br />

von den Gläubigen bis heute verehrt<br />

wird. Während der Regierungszeit<br />

Marthanda Varmas wurde der Tempel<br />

auch mit einer wallartigen, mehrere<br />

Meter hohen Mauer eingefasst. Es<br />

ist überliefert, dass diese Arbeit von<br />

4.000 Steinmetzen, 6.000 Bauarbeitern<br />

und 100 Elefanten innerhalb von<br />

sechs Monaten vollbracht wurde. Der<br />

Gopuram von 1566 wurde auf seine<br />

heutige Höhe erweitert. Im Innern des<br />

Bauwerkes entstand ein einzigartiger<br />

überdachter Korridor aus massiven<br />

Steinen, der dafür sorgte, dass Tempelprozessionen<br />

nun unabhängig von<br />

der jeweiligen Wetterlage durchgeführt<br />

werden konnten. Von diesem<br />

Korridor aus führen zwei Treppen in<br />

die Tiefe des Tunnelsystems, das<br />

die Schatzkammern des Tempels<br />

beherbergt. Den Gläubigen ist der<br />

Zutritt streng verboten.<br />

Der reichste Gott der Welt<br />

Den Tempel zu betreten, ist eigentlich<br />

nur Hindus erlaubt. Es gilt zudem<br />

ein spezieller Dresscode. Männer<br />

betreten den Tempel mit freiem<br />

Oberkörper, gehüllt in den Dhoti oder<br />

Lunghi, einen traditionellen Wickelrock.<br />

Frauen jeden Alters tragen traditionell<br />

den Sari. Fotoapparate, Mobiltelefone<br />

und ähnliche Erfindungen<br />

der Neuzeit haben <strong>im</strong> Tempel nichts<br />

zu suchen.<br />

Unter diesen Umständen ist es<br />

schon ein kleines Wunder, dass der<br />

Autor – wahrscheinlich als erster<br />

Weißer überhaupt – Zutritt zum Tempel<br />

erhielt. Diesem Wunder hat Seine<br />

Hoheit, Uthradam Thirunal Marthanda<br />

Varma, der Maharadscha von<br />

Tranvancore, durch seine Fürsprache<br />

ein wenig nachgeholfen.<br />

In seiner Gegenwart wurden <strong>im</strong> vergangenen<br />

Jahr auf Beschluss des<br />

Obersten Gerichtshofes von Indien<br />

auch die gehe<strong>im</strong>en Schatzkammern<br />

geöffnet, welche in einer Tiefe von<br />

sechs Metern unter dem Tempel liegen.<br />

Sie enthalten nach bisherigen<br />

Berechnungen Wertgegenstände <strong>im</strong><br />

Wert von mindestens 15 Milliarden<br />

Euro, darunter Gold und Diamanten,<br />

Schmuck, goldene Gefäße, Waffen,<br />

goldene Figuren von Göttern, Menschen<br />

und Tieren, Diamantgeschmeide<br />

mit einem Gewicht von 500 Kilogramm<br />

und einer Länge von sechs<br />

Metern sowie säckeweise Goldmün-<br />

50<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Der Maharadscha <strong>im</strong><br />

Gespräch mit dem<br />

Autor<br />

zen, die unter anderem<br />

aus Nepal und Italien<br />

stammen. Dieser Fund<br />

machte Sri Anantha<br />

Padmanabha Swamy<br />

von Thiruvnanthapuram<br />

mit einem Schlag zum<br />

reichsten Gott der Welt.<br />

Das Gehe<strong>im</strong>nis der<br />

„Kammer B“<br />

Doch trotz des Gerichtsbeschlusses<br />

blieb<br />

eine der unterirdischen<br />

Schatzkammern verschlossen<br />

– die mysteriöse “Kammer<br />

B”. Dieser Raum gilt den Tempelpriestern<br />

und Gläubigen als sehr gehe<strong>im</strong>nisvoll<br />

und besonders heilig. Eine Öffnung<br />

sei mit unkalkulierbaren Risiken<br />

verbunden. Schon die eiserne Tür der<br />

Kammer wirkt mysteriös. Sie ist mit<br />

den Darstellungen von zwei goldenen<br />

Kobras versiegelt und besitzt keinerlei<br />

sichtbaren Schließmechanismus.<br />

Der Überlieferung zufolge ist die<br />

gehe<strong>im</strong>e Kammer einst mittels der<br />

„Naga bandham“ oder „Naga paasam“<br />

Mantren – mächtigen Zauberformeln<br />

und Flüchen - von Magiern<br />

versiegelt worden, die zur Zeit König<br />

Marthandavarmas <strong>im</strong> 16. Jahrhundert<br />

lebten.<br />

Die Nagas werden bis zum heutigen<br />

Tag in Asien verehrt. Es<br />

sollen gottgleiche Wesen sein,<br />

denen es möglich ist, ihre Gestalt zu<br />

wandeln, sowohl als Mensch oder als<br />

Schlange zu erscheinen. Nicht nur in<br />

Indien, sondern in ganz Südostasien<br />

genießen Schlangen, insbesondere<br />

Kobras (Naga) kultische Verehrung.<br />

Sowohl <strong>im</strong> Hinduismus als auch <strong>im</strong><br />

Buddhismus stehen sie als Symbol<br />

für Weisheit und Wahrhaftigkeit.<br />

Die Tür einer auf diese Weise versiegelten<br />

Gehe<strong>im</strong>kammer kann den<br />

Tempelpriestern zufolge nur von Sadhus<br />

oder anderen heiligen Männern<br />

geöffnet werden, die Erfahrung in der<br />

Überwindung des „Naga Bandham“<br />

oder „Naga Pasam“ – des Schlangenfluches<br />

– haben. Sie müssen dazu das<br />

mächtige „Garuda Mantra“ in einer<br />

best<strong>im</strong>mten Weise rezitieren. Garuda<br />

– ein Mischwesen aus Adler und<br />

Mensch – gilt in der indischen Mythologie<br />

als Überwinder der Schlangen.<br />

Eine Öffnung auf andere Art ist nicht<br />

möglich, sondern birgt Gefahren für<br />

Leib und Leben des unkundigen Neugierigen.<br />

In unseren Tagen gibt es<br />

allerdings weder in Indien noch sonst<br />

irgendwo auf der Welt jemanden, der<br />

die alte Kunst der Mantrikas noch beherrscht.<br />

Wenn das „Garuda Mantra“ nämlich<br />

in der rechten Weise rezitiert<br />

wird, dann öffnet sich der Überlieferung<br />

zufolge die Tür automatisch,<br />

ohne weiteres menschliches Zutun.<br />

Jeder Versuch einer mechanischen<br />

Öffnung hingegen ist zum Scheitern<br />

verdammt. Im Gegenteil, so behauptet<br />

der Astrologe des Maharadschas<br />

von Travancore, sollte die Tür gewaltsam<br />

geöffnet werden, so drohen<br />

nicht nur dem Tempel, sondern sogar<br />

Indien und dem Rest der Welt furchtbare<br />

Katastrophen, vergleichbar mit<br />

dem am 21.12.2012 glücklicherweise<br />

nicht eingetretenen Weltuntergang.<br />

Schließlich ist der Tempel Vishnu geweiht,<br />

dem Hüter der Schöpfung.<br />

Gerüchten zufolge sollen<br />

bei einer gewaltsamen<br />

Öffnung von<br />

„Kammer B“ toxische<br />

Stoffe und<br />

giftige Gase<br />

freigesetzt<br />

w e r d e n .<br />

W a h r -<br />

scheinlicher<br />

ist da<br />

Wurzeln<br />

schon die Spekulation, dass<br />

der Raum einen noch gewaltigeren<br />

Schatz verbirgt als<br />

jenen, der bereits gefunden<br />

wurde. Möglicherweise wird<br />

dieser Schatz von zahlreichen<br />

Kobras bewacht, welche<br />

“Kammer B” bewohnen<br />

sollen, und mit ihrem Biß<br />

jeden ungebetenen Besucher<br />

ins Jenseits befördern<br />

können. Im Gespräch mit<br />

dem Autor ließ der 92-jährige<br />

Maharadscha von Tranvancore<br />

durchblicken, dass<br />

in “Kammer B” all jene kostbaren<br />

Götterstatuen aufbewahrt werden,<br />

die <strong>im</strong> Lauf der Jahrhunderte durch<br />

neue Idole ersetzt wurden. Demnach<br />

sei dieser Raum weniger aus materiellen<br />

Gründen, sondern vor allem aus<br />

spiritueller Sicht besonders heilig und<br />

daher mit einem Tabu belegt. Deshalb<br />

ist die eiserne Tür der Kammer bis<br />

zum heutigen<br />

Tage verschlossen.<br />

Nach Auskunft des<br />

Maharadschas birgt ein<br />

an Kammer B angren-<br />

Das künstliche Objekt<br />

zender Tunnel einen<br />

von Aiud (Rumänien)<br />

gehe<strong>im</strong>en Selbstzerstörungsmechanismus.<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 51


Wurzeln<br />

Der Padmanabhaswamy<br />

Tempel<br />

Nach Auskunft Seiner Hoheit,<br />

Uthradam Thirunal Marthanda<br />

Varma, führt von der gehe<strong>im</strong>nisvollen<br />

„Kammer B“ ein Tunnel<br />

bis zur nahe gelegenen Arabischen<br />

See. Dieser Tunnel birgt eine Art von<br />

Schutz- und Selbstzerstörungsmechanismus,<br />

welcher das unterirdische<br />

System der Schatzkammern<br />

flutet und dadurch den Tempel zum<br />

Einsturz bringt, sofern die Tür von<br />

“Kammer B” gewaltsam geöffnet<br />

wird. Am Ende dieses als Fluchttunnel<br />

konzipierten Ganges befindet sich<br />

ein kleiner Hafen, in dem eine mysteriöse<br />

Maschine, Saubha V<strong>im</strong>ana genannt,<br />

vor Anker liegen soll.<br />

Sichtbar, unsichtbar –<br />

und nicht dementiert!<br />

Zahlreiche Sanskrittexte enthalten<br />

Hinweise, daß die Götter des alten Indien<br />

regelrechte Schlachten mit Hilfe<br />

der V<strong>im</strong>anas schlugen. So heißt es <strong>im</strong><br />

Epos “Ramayana”:<br />

"Der Pushpak V<strong>im</strong>ana, welcher<br />

die Sonne überstrahlt und meinem<br />

Bruder gehört, wurde vom mächtigen<br />

Ravana in Auftrag gegeben. Diese<br />

exzellente Flugmaschine bewegt<br />

sich überall hin. Sie sieht aus wie eine<br />

strahlende Wolke am H<strong>im</strong>mel.“<br />

Im Mahabharata, dem mehr als<br />

108.000 Doppelverse umfassenden<br />

indischen Nationalepos, wird eine<br />

Wesenheit namens Asura Maya beschrieben.<br />

Er soll über ein V<strong>im</strong>ana mit<br />

12 Decks verfügt haben.<br />

Im Samarangana Sutradhara heißt es:<br />

"Stark und belastbar muss der<br />

Rumpf eines V<strong>im</strong>ana sein. Er soll einem<br />

riesigen Vogel gleichen und aus<br />

leichtem Material gefertigt sein. In<br />

seinem Zentrum befindet sich der<br />

Quecksilbermotor mit dem eisernen<br />

Wärmetauscher darunter. Durch die<br />

Energie des Quecksilbers wird die<br />

Turbine in Gang gesetzt. Auf diese<br />

Weise kann jemand, der <strong>im</strong> Innern<br />

des V<strong>im</strong>ana sitzt, große Distanzen<br />

am H<strong>im</strong>mel zurücklegen. Der V<strong>im</strong>ana<br />

kann senkrecht starten und landen,<br />

sich aber auch horizontal vorwärts<br />

und rückwärts bewegen. Mit der Hilfe<br />

solcher Maschinen sind einerseits<br />

die Menschen in der Lage, sich in die<br />

Luft zu erheben. Anderseits ist es den<br />

h<strong>im</strong>mlischen Wesen auf diese Weise<br />

möglich, zur Erde zu kommen."<br />

Über den Saubha V<strong>im</strong>ana berichten<br />

die alten Inder Folgendes:<br />

"Die Flugmaschine, welche Salva<br />

benutzte, war sehr gehe<strong>im</strong>nisvoll.<br />

Sie war so außergewöhnlich, dass sie<br />

in der Luft von einem Augenblick auf<br />

den anderen erscheinen und wieder<br />

verschwinden konnte. Manchmal war<br />

der V<strong>im</strong>ana sichtbar, manchmal nicht,<br />

so dass die Krieger der Yadu Dynastie<br />

niemals sicher sein konnten, wo<br />

sich die Flugmaschine gerade befand.<br />

Einmal sahen sie den V<strong>im</strong>ana am Boden,<br />

dann flog er wieder in der Luft.<br />

Manchmal stand er bewegungslos auf<br />

einem Hügel, dann wieder schwamm<br />

er <strong>im</strong> und sogar unter Wasser. Diese<br />

wundervolle Flugmaschine bewegte<br />

sich am H<strong>im</strong>mel wie ein<br />

wirbelndes Feuerrad – nicht<br />

für einen Moment hielt der<br />

V<strong>im</strong>ana inne“ (Bhaktivedanta,<br />

Swami Prabhupada,<br />

Krsna).<br />

Wartet solch V<strong>im</strong>ana<br />

möglicherweise in<br />

den unterirdischen<br />

Anlagen des Sree Padmanabhaswamy<br />

Tempels von Thiruvnanthapuram<br />

auf seine Entdeckung?<br />

Der Maharadscha lächelte auf diese<br />

meine Frage: „Mein Herr, Sie werden<br />

sicher verstehen, dass ich Ihnen<br />

die Existenz einer solchen Maschine<br />

nicht einfach so bestätigen kann. Dementieren<br />

jedoch will ich sie ebenso<br />

wenig.“ ▀<br />

Literatur<br />

India: A Sacred Geography, Diana L Eck,<br />

Harmony, 2012<br />

1000 Decorative Designs from India (Dover<br />

Pictorial Archives), Devi Thapa, Kiran Chaudhri<br />

and V. S. Navalkar, Dover Pubn Inc., 2007<br />

Avatars, Gods and Goddesses of Vedic Culture,<br />

Stephen Knapp, Createspace, 2010<br />

Encountering God: A Spiritual Journey from<br />

Bozeman to Banaras, Diana L. Eck, Beacon<br />

Press, 2003<br />

Kerala. India's Garden of the Gods, Edda<br />

Neumann- Adrian, Michael Neumann- Adrian,<br />

Olaf Krueger and Edda Neumann-Adrian,<br />

Bucher, Munich, 2006<br />

Kathakali Dance-Drama: Where Gods and<br />

Demons Come to Play: When Gods and Demons<br />

Come to Play, Phillip B. Zarrilli, Routledge, 1999<br />

V<strong>im</strong>ana Aircraft of Ancient India and Atlantis,<br />

Adventures Unl<strong>im</strong>ited Press, David Hatcher<br />

Childress, Adventure Unl<strong>im</strong>ited, 1991<br />

Thomas Ritter ist Historiker und Jurist. Er gehört zu den<br />

bekanntesten deutschsprachigen<br />

Sachbuchautoren. Er ist auch als<br />

freier Journalist tätig und schreibt<br />

für mehrere Zeitschriften. Bekannt<br />

wurde er auch als „der reisende<br />

Ritter“, der faszinierende Bildungsund<br />

Forschungsreisen für seine<br />

Leser zu gehe<strong>im</strong>nisvollen Orten auf<br />

der ganzen Welt veranstaltet.<br />

Weitere Informationen:<br />

ritterreisen@aol.com,<br />

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Kultur<br />

„Spätrömische Dekadenz“ bescheinigte Guido<br />

Westerwelle den Empfängern von Transferleistungen.<br />

Der Außenminister diagnostizierte richtig,<br />

jedoch bei der falschen Zielgruppe. Dekadenz<br />

ist keine Epoche, sondern ein kulturelles Phänomen,<br />

das auftaucht, wann <strong>im</strong>mer eine Zivilisation<br />

kraftlos wird und in eine Phase des Niedergangs<br />

eintritt. Lebensverneinung, übermäßige Verfeinerung<br />

der Sinne und Liebe zum Künstlichen können<br />

ebenso Symptome sein wie die Prunksucht<br />

einer Oberschicht, die jede Bodenhaftung verloren<br />

hat. Nietzsche definierte „Décadence“ als ein<br />

„Sich-Weglügen aus der Wirklichkeit“. Heute ermöglicht<br />

die Technik wie nie zuvor eine Flucht in<br />

virtuelle Gegenwelten.<br />

Dekadenz<br />

– die Wiederkehr eines Phänomens<br />

Roland Rottenfußer<br />

54<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Kultur<br />

Jean Floressas Des Esseintes ist<br />

ein exzentrischer französischer<br />

Adeliger des Fin du Siècle. Der<br />

Rentier lebt vereinsamt in seinem kostbar<br />

ausgestatteten Haus in der Pariser<br />

Vorstadt. Des Esseintes fühlt fast körperlichen<br />

Ekel vor der Begegnung mit<br />

gewöhnlichen Menschen und widmet<br />

sich einzig seinen erlesenen ästhetischen<br />

Interessen. Er liest die morbiden<br />

Werke Baudelaires und Poes, bewundert<br />

die schwülstige Malerei Gustave<br />

Moreaus, züchtet Orchideen und versucht<br />

mit Hilfe von Likören die Wirkung<br />

von Orchesterinstrumenten auf die<br />

Zunge zu übertragen. Mit der Figur Des<br />

Esseintes hat der französische Autor<br />

Joris Karl Huysmans in seinem Roman<br />

„Gegen den Strich“ (1884) den Prototyp<br />

des Décadents geschaffen. „Bewegung<br />

erschien ihm überdies unnütz. Er<br />

glaubte, dass die Phantasie leicht die<br />

vulgäre Wirklichkeit der Dinge ersetzen<br />

könne“, beschreit Huysmans seine Romanfigur.<br />

„Übrigens schien das Künstliche<br />

Des Esseintes das kennzeichnende<br />

Merkmal des menschlichen Geistes<br />

zu sein. Er pflegte zu sagen, die Natur<br />

sei überholt; durch die abstoßende<br />

Einförmigkeit ihrer Landschaften und<br />

ihres H<strong>im</strong>mels habe sie endgültig die<br />

aufmerksame Geduld des Raffinierten<br />

ermüdet.“<br />

Konsequenterweise zieht der feinsinnige<br />

Adelige Kunstblumen den natürlichen<br />

vor. Die Schönheit der Frauen,<br />

findet er, werde durch die der von<br />

Menschen geschaffenen Maschinen<br />

übertroffen. „Gibt es hienieden ein in<br />

den Freuden des Fleisches erzeugtes<br />

und aus den Schmerzen der Gebärmutter<br />

entstandenes Wesen, dessen<br />

Modell, dessen Typ glänzender und<br />

blendender ist als jener der beiden<br />

Lokomotiven, die auf den Linien der<br />

Nordbahn fahren?“ Des Esseintes Lebensstil<br />

führt jedoch zu nervöser Erschöpfung<br />

und zum Zusammenbruch.<br />

Huysmans Roman enthält neben skurrilen<br />

Details auch eine reizvolle Analyse<br />

des „dekadenten“ Charakters. Aus<br />

einer fortschreitenden Ermüdung der<br />

Lebenskraft erwachsen eine übermäßige<br />

Verfeinerung der Sinne, Hypochondrie<br />

und Eskapismus (die Flucht in<br />

künstliche Traumwelten). Eine besonders<br />

verlockende Gegenwelt ist die der<br />

Religion. Daher überrascht es nicht,<br />

wenn die Hauptfigur aus „Gegen den<br />

Strich“ als frommer Katholik endet.<br />

Der schrecklichen Wirklichkeit<br />

entrinnen<br />

Damit illustriert die Figur Des Esseintes<br />

auch trefflich die klassische Décadence-Definition<br />

Friedrich Nietzsches,<br />

der sie vor allem aus seiner Religionskritik<br />

ableitet: „Jene ganze Fiktions-<br />

Welt hat ihre Wurzel <strong>im</strong> Hass gegen<br />

das Natürliche (die Wirklichkeit), sie ist<br />

Ausdruck eines tiefen Missbehagens<br />

am Wirklichen.“ Schuld daran ist jedoch<br />

nicht die Realität selbst, sondern<br />

der Mensch, der zu schwach ist, um sie<br />

zu ertragen. „Wer allein hat Gründe,<br />

sich wegzulügen aus der Wirklichkeit?<br />

Wer an ihr leidet. Aber an der Wirklichkeit<br />

zu leiden heißt eine verunglückte<br />

Wirklichkeit sein. Das Übergewicht<br />

der Unlustgefühle über die Lustgefühle<br />

ist die Ursache jener fiktiven Moral<br />

und Religion: ein solches Übergewicht<br />

aber gibt die Formel ab für ‚décadence’.“<br />

(„Der Antichrist“, 1995) Auch<br />

der Romanfigur Des Essaintes erzählt<br />

eine gehe<strong>im</strong>nisvolle St<strong>im</strong>me von einer<br />

„fieberhaften Sehnsucht nach dem Unbekannten,<br />

ihrem unerreichten Ideal,<br />

ihrem Bedürfnis, der schrecklichen<br />

Wirklichkeit des Daseins zu entrinnen.“<br />

Um nun den etwas gewagten<br />

Bogen von Nietzsche zu Guido<br />

Westerwelle zu schlagen: „Dekadenz“<br />

war in keiner Epoche in den<br />

Wohnsilos der Armen und Prekären<br />

zuhause. Sie benötigt zu ihrer Entfaltung<br />

ein Min<strong>im</strong>um an Wohlstand<br />

und fühlt sich in Kreisen des Adels<br />

und der „Society“ pudelwohl. Ein Des<br />

Esseintes brauchte sich um Geld nie<br />

Sorgen machen – er hatte es einfach.<br />

Die Verfeinerung der Sinne setzt voraus,<br />

dass man von den gröberen Notwendigkeit<br />

des Broterwerbs befreit<br />

ist. Dasselbe gilt für das Urbild jeder<br />

Dekadenz, die „spätrömische Dekadenz“.<br />

Fettleibige Römer mit geschminkten<br />

Damen, die sich an maßlosen<br />

Fressorgien ergötzen – dieses<br />

Klischeebild aus den Filmen Fellinis<br />

und Asterix-Heften porträtiert <strong>im</strong>mer<br />

die Upper Class.<br />

Epochen nachlassender<br />

Lebenskraft<br />

Generell bezeichnet der Begriff „Dekadenz“<br />

die Wesensart von Menschen,<br />

die in einer Epoche nachlassender<br />

Lebenskraft zuhause sind.<br />

„Dekadent“ ist dann auch die Kultur<br />

(Dichtung, Musik, Architektur usw.)<br />

als Ausdruck dieses Zeitgeists. Jede<br />

Zivilisation unterliegt nach Oswald<br />

Spengler einem Zyklus von Aufstieg<br />

und Verfall. Nach der vitalen Gründungsphase<br />

wird eine Hochblüte erreicht,<br />

auf diese folgt unweigerlich<br />

eine Periode das Abstiegs. „Decadere“<br />

ist das lateinische Wort für „fallen,<br />

sinken“. In seinem Hauptwerk<br />

„Der Untergang des Abendlands“<br />

behauptete Spengler: „Allzu viel<br />

Bewusstheit tötet den echten Willen,<br />

den instinktiven Drang zur Tat.“<br />

Mit wachsender Verfeinerung einer<br />

Kultur und ihrer Fähigkeit zu <strong>im</strong>mer<br />

abstrakteren Geisteserzeugnissen,<br />

schwindet zugleich die Lebenskraft.<br />

Dekadenz ist somit keine historische<br />

Epoche, der sich best<strong>im</strong>mte Jahreszahlen<br />

zuordnen ließen, sondern eine<br />

Kulturtendenz, die sich in der Spätphase<br />

jeder Zivilisation zeigt.<br />

Gustave Moreau,1850 Gustav Kl<strong>im</strong>t, 1914 Franz von Stuck, 1905<br />

55


Kultur<br />

Der Verfall der Römischen Weltmacht<br />

hing von einigen politischen<br />

und ökonomischen<br />

Bedingungen ab: Einmal war da die<br />

Überdehnung des Reiches. Soldaten<br />

mussten an allen Enden der bekannten<br />

Welt die Kontrolle aufrechterhalten.<br />

Dazu kam der Verfall der Gründungsideale,<br />

die das Weltreich einmal konstituiert<br />

hatten. Ein Nachlassen des<br />

Selbstbehauptungswillens der führenden<br />

Schicht war festzustellen, eine<br />

fortschreitende Verweichlichung auf<br />

der ökonomischen Basis einer Sklavenhaltergesellschaft.<br />

Eward Gibbon<br />

formulierte schon Ende des 18. Jahrhunderts<br />

in seinem Buch "The History<br />

of the Decline and Fall of the Roman<br />

Empire" die Theorie, Rom sei nicht<br />

durch äußere Angriffe, sondern durch<br />

inneren Verfall zugrunde gegangen.<br />

Auch dem Christentum gab Gibbon<br />

eine Mitschuld daran. Neuere Untersuchungen<br />

über diese Epoche haben<br />

sich zwar von der „Dekadenztheorie“<br />

(<strong>im</strong> Sinne eines Sittenverfalls der Oberschicht)<br />

abgewandt, betonen jedoch die<br />

Finanzierungsprobleme des gealterten<br />

Weltreichs.<br />

Wissende Wehmut<br />

der Sterbensreife<br />

Um zu verdeutlichen, was „Dekadenz“<br />

bedeuten kann, will ich noch einmal<br />

kurz die Phase beschreiben, in der<br />

„Gegen den Strich“ entstanden ist:<br />

Dichter wie Baudelaire, Mallarmée,<br />

George oder später Trakl trieben in der<br />

Lyrik die Verfeinerung der künstlerischen<br />

Mittel auf die Spitze. Inhaltlich<br />

wurde dies begleitet von Tendenzen<br />

der Todessehnsucht, der „Lust am Untergang“.<br />

Ein Beispiel für Dekadenz-<br />

Lyrik: „O die Wollust des Todes. O ihr<br />

Kinder eines dunklen Geschlechts. Silbern<br />

sch<strong>im</strong>mern die bösen Blumen des<br />

Bluts an jenes Schläfe, der kalte Mond<br />

in seinen zerbrochenen Augen.“ (Georg<br />

Trakl: „Traum und Umnachtung.“)<br />

Den Décadent umweht die „wissende<br />

Wehmut der Sterbensreife“ (Thomas<br />

Mann).<br />

Oft entströmte der aus der Romantik<br />

herkommenden Todessehnsucht<br />

auch ein spirituellmystisches<br />

Aroma – am deutlichsten<br />

erkennbar in Musik und Text von Wagners<br />

„Tristan und Isolde“: „In des<br />

Welt-Atems wehendem All ertrinken,<br />

versinken, unbewusst – höchste Lust!“<br />

Wie der Wagner-Kritiker Nietzsche<br />

anmerkte, lag speziell dem spirituellen<br />

Impuls ein Widerstand gegen das<br />

Wirkliche zugrunde – aus Mangel an<br />

Lebenskraft. Charakteristisch war<br />

aber auch, dass sich die Kunst von<br />

klassischer Harmonie und Ästhetik<br />

abwandte und den Verfall, den Tod, ja<br />

das Abscheuliche und Ekel Erregende<br />

zum künstlerischen Gegenstand erhob.<br />

Charles Baudelaire verursachte<br />

u.a. deshalb mit seinem berühmten<br />

Gedichtband „Die Blumen des Bösen“<br />

(1857) einen Skandal. Sein Gedicht<br />

„Ein Aas“ schildert die Gedanken eines<br />

Mannes bei der Betrachtung eines<br />

Tierkadavers.<br />

„Dekadenz“ als neoliberaler<br />

Kampfbegriff<br />

Gibt es auch heute Hinweise darauf,<br />

dass wir in einer „dekadenten“ Epoche<br />

leben? Vielleicht müssen wir, um dies<br />

zu beantworten, nicht Gedichte lesen,<br />

sondern uns zunächst viel allgemeineren<br />

Tendenzen zuwenden. Schon die<br />

galoppierende Umweltzerstörung hat<br />

dazu geführt, dass unsere Epoche vielfach<br />

als Endzeit und Ära des Verfalls<br />

beschrieben wurde. Auch der Untergang<br />

des amerikanischen Imperiums<br />

mit seinen Satellitenstaaten ist mehr<br />

als einmal beschworen worden: auch<br />

mit Parallelen zum Römischen Reich.<br />

Politisch-sozial betrachtet, haben wir<br />

es gewiss mit einer „Überdehnung des<br />

Weltreichs“ wie auch mit einem Abfall<br />

von den Werten der Gründerzeit zu tun:<br />

Freiheit, Gleichheit, Demokratie. Zu<br />

schaffen macht uns außerdem eine<br />

eskalierende Unterfinanzierung der<br />

Gemeinschaftsaufgaben. Dazu kommt<br />

eine zunehmende soziale Spaltung,<br />

die das „Reich“ von innen bedroht,<br />

während von außen gleichsam ökonomische<br />

„Vandalenstürme“ stattfinden.<br />

Es hat den Anschein, als wollten weniger<br />

satte und ausgebrannte Völker,<br />

z.B. aus China, Indien und Südamerika,<br />

„uns“ die globale Führungsstellung<br />

streitig machen.<br />

Dieses Deutungsmuster ist jedoch<br />

mit Vorsicht zu genießen<br />

ist, da dahinter zugleich eine<br />

Manipulationsstrategie der neoliberalen<br />

„Elite“ zu wittern ist. Der Vorwurf,<br />

„die Deutschen“ seien zu satt,<br />

hätten zu viel Freizeit usw., zielt darauf<br />

ab, weitere Leistungsreserven <strong>im</strong><br />

Dienst der globalen Zwingherren zu<br />

mobilisieren. Nur durch Härte gegen<br />

sich selbst könne die in „spätrömischer<br />

Dekadenz“ versumpfende Unterschicht<br />

<strong>im</strong> Wettbewerb aller gegen<br />

alle mit den leistungswilligen und<br />

genügsamen Völkern des Ostens konkurrieren.<br />

Der Missbrauch des Deka-<br />

Die Flucht in Scheinwelten<br />

aus Unbehagen am Wirklichen<br />

- hier treffen sich<br />

Esoterikwelle und Cyberspace<br />

auf ebenso groteske<br />

wie beängstigende Weise.<br />

56<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Kultur<br />

denzvorwurfs hat nicht erst mit Westerwelle begonnen. Wir<br />

müssen ihn durchschauen und gleichzeitig darauf hinweisen,<br />

wo die wahren „Des Esseintes“ unserer Zeit zu finden sind: in<br />

der Oberschicht. Bei denen also, die sich ihren überzüchteten<br />

Genüssen und kulturellen Interessen nach Belieben widmen<br />

können, weil sie Geld (sprich: missbrauchte Menschen) „für<br />

sich arbeiten lassen“. Ein Blick in die „Society-Magazine“ der<br />

Privatsender wie „Schickeria de Luxe“ (RTL II) mag einen<br />

Eindruck davon vermitteln, wie moderne Dekadenz aussieht.<br />

Realitätsdrückeberger<br />

<strong>im</strong> Cyberspace<br />

Es gibt aber neben diesem obszönen Tanz auf der Titanic<br />

noch ein anderes „Des Esseintes-Syndrom“, eine Form von<br />

Dekadenz, von der fast alle von uns bedroht sind. Nicht nur<br />

der Reichtum hat durch die Dynamik von Zins und Zinseszins<br />

historisch unvergleichliche Höhen und somit „Dekadenz-<br />

Anreize“ hervorgebracht; auch die technische Entwicklung<br />

erleichtert heute, was Nietzsche das „Sich-Weglügen aus<br />

der Wirklichkeit“ nannte. Ganz <strong>im</strong> Sinne eines Des Esseintes<br />

suggerieren virtuelle Welten, Filme und Online-Spiele, „dass<br />

die Phantasie leicht die vulgäre Wirklichkeit der Dinge ersetzen<br />

könne“. Dies gipfelt darin, dass Mediensüchtige mehr<br />

Zeit <strong>im</strong> Internet oder vor dem Fernseher verbringen als in<br />

der guten alten „Offline“-Welt.<br />

Ja selbst die Realität n<strong>im</strong>mt in Zeiten wuchernder Großstand-Moloche,<br />

wo sterile Architektur und technische<br />

Apparaturen das Bild beherrschen, <strong>im</strong>mer mehr den<br />

Charakter des Künstlichen an. Das von Menschen Gemachte<br />

verdrängt das Natürliche, wodurch selbst der Körper als<br />

Relikt unserer Tierhaftigkeit „verdächtig“ wird. Schon streben<br />

„Transhumanisten“ eine zunehmende Verschmelzung<br />

des Organischen mit dem Technischen an. Die Zukunft, so<br />

scheint es, gehört dem Cyborg. Aber sind wir nicht längst<br />

Mensch-Maschinen, auch wenn unsere Körper (noch) nicht<br />

von Implantaten entstellt sind? Haben wir nicht Maschinen<br />

und den von ihnen erzeugten synthetischen Träumen die<br />

Kontrolle über unser Leben in einem zuvor unvorstellbaren<br />

Ausmaß überlassen? Die Flucht in Scheinwelten aus Unbehagen<br />

am Wirklichen – in dieser Dekadenz-Definition treffen<br />

sich Esoterikwelle und Cyberspace auf ebenso groteske wie<br />

beängstigende Weise.<br />

Der Sog in den Abgrund<br />

Auch die Lust am Grausamen, Ekelhaften und Grotesken,<br />

die bei den Dichtern des 19. Jahrhunderts noch in ästhetisch<br />

hochwertiger Form auftrat, kehrt heute wieder: in Gestalt<br />

seichter Horrorfilme, die den Zuschauer durch Abtrainieren<br />

des Mitgefühls für seine Rolle als Rädchen <strong>im</strong> Produktionsgetriebe<br />

zurichten. Dekadenz – ist das nicht auch das Absterben<br />

der natürlichen Instinkte dafür, was der Seele gut<br />

tut? Wir müssen zusehen, dass der Flirt mit dem Dunklen,<br />

die Lust am Denaturierten und hochgezüchtetes Realitäts-<br />

Drückebergertum nicht einen Sog in den Abgrund erzeugen<br />

– letztlich ein Einverstandensein mit dem eigenen Untergang.<br />

Xavier Naidoo, zeitkritischer Exponent der Unterhaltungskultur,<br />

hat es prophetisch vorweggenommen: „Diese<br />

Welt war verlogen. Diese Welt war nie rein. Sie liegt am Boden,<br />

um zu sterben, und ich lass sie sterben, denn ich weiß,<br />

so soll es sein.“ ▀<br />

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MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013<br />

Orpheus befreit Eurydike<br />

aus der Unterwelt durch sein<br />

Spiel auf der Lyra – Gemälde<br />

von Michael Putz-Richard


Seit alters her schildern Sagen und Mythologien<br />

die <strong>im</strong>mense Kraft und Wirksamkeit von<br />

Musik: Wenn Apollon, der Gott des Lichts,<br />

der Heilung und der Künste, auf seiner Lyra<br />

spielte, brachte er seine ganze Umgebung<br />

zum Schweigen - selbst der Kriegsgott unterbrach<br />

seine Aktionen. Auch Pythagoras war auf seiner<br />

Leier so versiert, daß er aggressive und feindlich gesinnte<br />

Menschen besänftigen und umst<strong>im</strong>men konnte. Das alte<br />

Testament berichtet, wie David durch das Spiel auf seiner<br />

Harfe einen bösen Geist, der Saul belästigte, vertreiben<br />

konnte (1. Samuel 14ff). Ovid erzählt über Orpheus, daß<br />

dieser mit seinem Gesang und seiner Lyra wilde Tiere<br />

besänftigen konnte. Iason nahm Orpheus anlässlich der<br />

Suche nach dem goldenen Vlies mit auf sein Schiff Argo,<br />

damit er durch seine Musik den Takt für die Ruderer vorgeben,<br />

die eigenen Leute aufbauen sowie die Feinde und<br />

Naturgewalten beherrschen konnte. Das Vertrauen in<br />

sein musikalisches Können ermutigte Orpheus schließlich,<br />

in die Unterwelt hinabzusteigen, um seine Gattin<br />

Eurydike zu befreien, die kurz nach der Vermählung an<br />

einem Schlangenbiss gestorben war. Mit seiner Kunst<br />

gelang es ihm, den Wachhund Kerberos abzulenken, so<br />

daß er die Eingangspforte passieren konnte. Später rührte<br />

er durch seine Klänge selbst den Gott der Unterwelt,<br />

Hades, und dessen Gattin Persephone so zu Tränen,<br />

daß sie ihm Eurydike, wenn auch unter einer Bedingung,<br />

mitgaben.<br />

Musik beeinflusst <strong>Gehirn</strong>wellen<br />

Auch die aktuelle Forschung bestätigt die Effizienz<br />

von Musik, was anhand von <strong>Gehirn</strong>wellen-Messungen<br />

belegbar ist Jede einzelne <strong>Gehirn</strong>zelle emittiert elektrische<br />

Impulse, die sich zu <strong>Gehirn</strong>wellenmustern „addieren“,<br />

die best<strong>im</strong>mten Bandbreiten zugeordnet werden.<br />

Die Wissenschaft unterscheidet zwischen fünf Frequenzbereichen:<br />

Delta-Wellen (Tiefschlaf), Theta-Wellen (tiefe<br />

Entspannung), Alpha-Wellen (leichte Entspannung), Beta-<br />

Wellen (gewöhnliches Tagesbewusstsein) und Gamma-<br />

Wellen (hohe Konzentration, transpersonale Erfahrungen).<br />

„Alles was sich <strong>im</strong> H<strong>im</strong>mel und auf<br />

Erden ereignet, ist musikalischen<br />

Gesetzen unterworfen.“<br />

Cassiodor<br />

Delphinlaute senken die <strong>Gehirn</strong>wellen-Frequenz<br />

Die Forscherin Dr. Olivia De Bergerac aus Sydney hat herausgefunden,<br />

warum die Begegnung mit Delphinen so<br />

heilsam und wohltuend sein kann. Zu ihrer Orientierung<br />

senden Delphine ähnlich wie Fledermäuse unentwegt<br />

Pfeif- und Klicklaute <strong>im</strong> Ultraschallbereich aus. Die Wissenschaftlerin<br />

brachte Probanden in einen zweistufigen<br />

Kontakt zu den Meeressäugern. Dabei maß sie mittels EEG<br />

die <strong>Gehirn</strong>ströme der Versuchspersonen vor, während und<br />

nach dem Treffen. Zuerst beobachteten die Probanden die<br />

wild lebenden Tiere vom Schiff aus, danach schwammen<br />

sie mit ihnen. Die Wissenschaftlerin kam zu dem Ergebnis,<br />

daß die Delphine <strong>im</strong> <strong>Gehirn</strong> der Probanden ein Wellenmuster<br />

<strong>im</strong> Alpha-Theta-Bereich auslösten.<br />

Musik löst Resonanzen aus<br />

Doch warum reagieren wir derart empfänglich und sensibel<br />

auf Musik und Klänge?<br />

Damit uns Musik berühren und wirksam sein<br />

kann, muss sie etwas in uns ansprechen, was<br />

bereits in uns ist, also eine Resonanz, einen<br />

Sri Krishna spielt auf seiner<br />

Bambusflöte<br />

Spiritualität<br />

Die hohe Wirkkraft von Musik zeigt sich daran, daß<br />

sie fähig ist, sämtliche <strong>Gehirn</strong>wellen-Frequenzen<br />

zu induzieren. Die gewöhnliche Unterhaltungs- und<br />

Popmusik aktiviert die Beta-Wellen. Manche Menschen<br />

lassen diese Art von Musik oft <strong>im</strong> Hintergrund laufen, weil<br />

sie damit ihre alltäglichen Aufgaben besser bewältigen<br />

können. Indische und zum Teil westliche klassische sowie<br />

New-Age-Musik und Naturgeräusche wie Wind oder<br />

Meeresrauschen wirken entspannend, können uns aus<br />

dem Alltag heben, die Kreativität anregen und in Meditation<br />

führen. Diese Art von Klängen evoziert Alpha- und auch<br />

Theta-Wellen. Darüberhinaus gibt es speziell entwickelte<br />

Musik, die durch unhörbare Frequenzen sogar fähig ist,<br />

Delta-Wellen <strong>im</strong> menschlichen <strong>Gehirn</strong> zu aktivieren. Damit<br />

fördert sie die Schlafbereitschaft und verlängert die<br />

Tiefschlafphasen. Wiederum andere Musik synchronisiert<br />

die beiden <strong>Gehirn</strong>-Hälften und kann zu außerkörperlichen<br />

Erfahrungen führen, indem sie Gamma-Wellen induziert.<br />

Widerklang, in uns auslösen. Möglicherweise erinnert<br />

uns Musik neben der konkreten Wirkung des speziellen<br />

Musikstückes an universelle Gesetzmäßigkeiten, die ihr<br />

zugrunde liegen und die sie transportiert. In bezug auf<br />

analoge Ebenen formulierte Goethe: „Wär nicht das Auge<br />

sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken; läg nicht in<br />

uns des Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches entzücken?“<br />

Rudolf Steiner erklärte: „Die Tonwelt spricht<br />

zum Innersten des Menschen“, denn dem Menschen „ist<br />

seine He<strong>im</strong>atwelt <strong>im</strong> Musikalischen gegeben.“<br />

Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013 MATRIX 3000 59


Spiritualität<br />

Der Klang als Schöpfer des Universums<br />

Viele Schöpfungsmythen bestätigen, daß die Musik „h<strong>im</strong>mlischen“<br />

Ursprungs ist, ja daß sie sogar die Schöpfung ins<br />

Leben gerufen hat und sie fortwährend unterhält.<br />

Nach der hinduistischen Philosophie hat Om (Aum),<br />

der Urklang, aus dem auch alle anderen Klänge<br />

entspringen, das Universum geschaffen. Der Klang<br />

gilt dabei als erste Manifestation des Absoluten – genauso<br />

wie das „Wort“ oder der „Logos“, von dem zu Beginn des<br />

Johannes-Evangeliums die Rede ist: „Am Anfang war das<br />

Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“<br />

„Wort“ und „Logos“ sind vielschichtige Begriffe, die das<br />

Klangliche miteinschließen.<br />

Im Sanskrit gibt es noch weitere Worte für Klang, u.a.<br />

„Nada“. Der altindische Ausdruck „Nada Brahma“ zielt auf<br />

das gleiche. Er heißt wörtlich: der „klingende Gott“.<br />

Das Göttliche offenbart sich durch Klang<br />

Nicht zufällig werden die H<strong>im</strong>melsboten in vielen Kulturen<br />

als Musiker dargestellt. Im Westen sind es die singenden<br />

und Trompete, Harfe oder Violine spielenden Engel, <strong>im</strong><br />

Osten bläst Lord Krishna seit jeher auf seiner Bambusflöte<br />

und die Göttin Saraswati auf ihrer Veena.<br />

Auch die Verbindung zu Gott, sein Wirken und sein Eingreifen<br />

erfolgen nicht klanglos.<br />

Als Moses auf dem Berg, ein Symbol für die Distanz<br />

zum Alltag und die Nähe zum Göttlichen, die Gesetzestafeln<br />

in Empfang nahm, war er umgeben von Blitz, Feuer,<br />

Donner und dem „Ton einer sehr starken Posaune... Und<br />

der Posaune Ton ward <strong>im</strong>mer stärker.“ (2, Moses 19,16ff)<br />

In der Offenbarung des Johannes, welche die innerseelischen<br />

Transfigurationsprozesse auf dem Weg zum<br />

als neues Jerusalem bezeichneten Geistzustand beschreibt,<br />

dröhnt die empfangene St<strong>im</strong>me wie ein tosender<br />

Wasserfall, und nach dem Öffnen des siebten Siegels stoßen<br />

sieben Engel in sieben Posaunen.<br />

Damit die Seele ihre mystische Hochzeit mit dem Geist<br />

feiern kann, wird sie durch den h<strong>im</strong>mlischen Klang gelockt<br />

und genährt. Im 1. Korinther 15,52 heißt es dazu: „Es wird<br />

die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen<br />

unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ Mit<br />

der Auferstehung der Toten ist also der innere<br />

Seelenmensch gemeint, der in anderen<br />

Metaphern und Märchen, etwa <strong>im</strong> Dornröschen,<br />

auch als schlafend, bezeichnet wird.<br />

Wenige Zeilen vor dem obigen Zitat heißt es nämlich ohnehin:<br />

„daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben<br />

können.“<br />

Das harmonikale Universum<br />

Doch auch außerhalb von Religion und Mythologie stellen<br />

Philosophen und Forscher <strong>im</strong>mer wieder einen Zusammenhang<br />

zwischen Universum und Klang her. Diese<br />

Ergebnisse legen nahe, daß der Klang das Universum erschaffen<br />

hat oder aber, daß es übergeordnete Strukturen<br />

gibt, die sich sowohl <strong>im</strong> Universum als auch in der Musik<br />

wiederfinden. Selbst <strong>im</strong> zweiten Fall wäre Musik ein probates<br />

Mittel, um die Strukturen des Universums nach dem<br />

Analogieverfahren zu offenbaren. Der Sitar-Virtuose Ravi<br />

Shankar postulierte sogar, daß es „das höchste Ziel der<br />

Musik“ sei, „das Wesen des Universums zu enthüllen.“<br />

Bereits Pythagoras war der Ansicht, daß die Abstände<br />

der Planeten zueinander sowie ihre Rotationsgeschwindigkeit<br />

harmonische Muster und Proportionen bildeten.<br />

Denn er ging davon aus, daß Gott nichts Unst<strong>im</strong>miges und<br />

Chaotisches schaffen würde. Darüberhinaus war Pythagoras<br />

fähig, den transzendenten Klang zu hören, der die<br />

ganze Schöpfung durchzieht (siehe mein Artikel „Die göttliche<br />

Melodie“ in der Matrix 3000-<strong>Ausgabe</strong> 60 vom November/Dezember<br />

2010). Pythagoras nahm allerdings an, daß<br />

dieser Klang durch die Bewegungen der Planeten erzeugt<br />

werden würde.<br />

Auf diesen Gedankengängen des griechischen Philosophen<br />

baute der Astronom und Mathematiker<br />

Johannes Kepler auf. Indem er das heliozentrische<br />

Weltbild und die elliptischen Bahnen der Planeten zugrunde<br />

legte, maß er die Bewegungen und Abstände der Planeten<br />

zueinander unter Berücksichtigung ihrer kleinsten<br />

und größten Winkelgeschwindigkeit. Kepler fand heraus,<br />

daß alle dabei gewonnenen Zahlenrelationen harmonikalen<br />

Musikintervallen entsprechen wie etwa Oktave, Quinte,<br />

Terz oder Sexte. Er resümierte: „Es sind also die H<strong>im</strong>melsbewegungen<br />

nichts anderes als eine fortwährende<br />

mehrst<strong>im</strong>mige Musik.“ Im Gegensatz zu Pythagoras meinte<br />

er diese Aussage aber sinnbildlich, bezogen auf die zu<br />

Tage tretenden harmonikalen, musikalischen Grundstrukturen.“<br />

Heute gibt es diverse Computers<strong>im</strong>ulationen – etwa<br />

von dem Ingenieur und Programmierer Hartmut<br />

Warm - , die die harmonikalen Planetenbewegun-<br />

Sieben Widderhorn blasende<br />

Priester bringen die Mauern<br />

von Jericho zum Einsturz<br />

60<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Die hinduistische Göttin Saraswati<br />

mit ihrer Veena<br />

Spiritualität<br />

gen nachvollziehen und die<br />

Ästhetik der dabei langfristig<br />

entstehenden harmonischen<br />

Formen und Muster veranschaulichen.<br />

Das Oktavgesetz in der<br />

Chemie<br />

Auch in der Chemie findet sich<br />

eine Entsprechung zur Musik.<br />

Die Tonleiter besteht aus<br />

sieben Tönen. Nach dem<br />

siebenten Ton wiederholen<br />

sich die Töne auf einer höheren<br />

Oktave, der achte Ton<br />

ist wieder der erste Ton, das<br />

„C“. Der britische Forscher<br />

John Alexander Newland,<br />

der deutsche Chemiker Julius<br />

Lothar Meyer und der russische<br />

Wissenschaftler D<strong>im</strong>itrij I. Mendelejew<br />

entdeckten unabhängig voneinander das Gesetz<br />

der Oktaven in der Chemie. Es besagt, daß, wenn man<br />

die chemischen Elemente nach ihrer steigenden Atommasse<br />

anordnet, das achte Element, das Fluor, in seinen<br />

Eigenschaften dem ersten und damit leichtesten Element,<br />

dem Wasserstoff, ähnelt und das neunte Element, das Natrium,<br />

dem zweiten Element, dem Lithium, etc.<br />

Die Grund-Saiten des Universums<br />

Nach neueren physikalischen Theorien ist das Universum<br />

aus Strings aufgebaut. Dieser Begriff ist gerade in seiner<br />

Mehrdeutigkeit gut gewählt. Denn „String“ heißt nicht nur<br />

Faden, sondern auch Saite – und darüberhinaus ebenfalls<br />

(Hals-)Kette. Diese letztgenannte Bedeutung entspricht<br />

dem geschlossenen String. Denn gemäß den String-Theorien<br />

kommen diese Fäden oder Saiten vor allem in Kreisform<br />

vor. Der Kreis und die Kugel wiederum stellen die<br />

Grundform des Universums dar und stehen als Ursymbole<br />

für das Ewige, Ganze und Vollkommene. Die Mehrzahl<br />

„Strings“ bedeutet zudem sowohl „Streichinstrumente“<br />

als auch „Streicher“.<br />

Die diversen String-Theorien besagen, daß die Basisteile<br />

der Schöpfung aus Fäden oder Saiten<br />

bestehen und diese sich je nach ihrer Schwingungsfrequenz<br />

als die unterschiedlichen bekannten Elementarteilchen<br />

wie etwa Elektronen oder Quarks zeigen.<br />

Analog kann man auch auf einer Gitarren- oder Geigensaite<br />

verschiedene Töne erzeugen.<br />

Die sieben und zwölf Töne<br />

Aufgeführt sei noch eine weitere Ordnungskomponente<br />

der Musik, zu der sich zahlreiche Parallelen finden lassen:<br />

Die Tonleiter besteht, wir<br />

erwähnten es bereits, ausgerechnet<br />

aus sieben<br />

Tönen. Zählt man die<br />

restlichen Halbtöne<br />

dazu - diese entsprechen<br />

den fünf<br />

schwarzen Tasten<br />

innerhalb einer Oktave<br />

auf dem Klavier<br />

-, so kommen wir auf<br />

zwölf Töne. Gerade<br />

die „Sieben“<br />

und die „Zwölf“<br />

gelten als „magische“<br />

oder heilige<br />

Zahlen und<br />

kommen verstärkt<br />

in den Mythologien,<br />

aber auch <strong>im</strong> Alltag vor:<br />

So haben wir sieben Wochentage<br />

und zwölf Monate, zwölf Tages - sowie<br />

Nachtstunden, zwölf Raunächte (nach Weihnachten) und<br />

die früher gängige Zähleinheit war ebenfalls das Dutzend.<br />

Die Astrologie kennt sieben Grundprinzipien bzw. klassische<br />

Planeten und zwölf Tierkreiszeichen. Es gibt beispielsweise<br />

sieben Zwerge, sieben Berge, sieben Chakren,<br />

sieben Sakramente, sieben Gemeinden (in der Johannes-<br />

Offenbarung), sieben Strahlen Gottes (in der Theosophie),<br />

Sieben-Jahres-Rhythmen (nach Penny McLean, Rudolf<br />

Steiner u.a.) und – das passt doppelt zum Thema – gemäß<br />

Josua 6,4ff <strong>im</strong> Alten Testament gingen sieben Priester am<br />

siebten Tage sieben mal um die Stadt Jericho und bliesen<br />

dabei in ihre sieben Widderhörner. Daraufhin stürzte die<br />

Stadtmauer von Jericho ein. Offenbar war der Schall fähig,<br />

die Eigenfrequenz der Mauer in Schwingung zu versetzen.<br />

Materie als kristallisierte Klangfiguren<br />

Bereits vor 2500 Jahren deutete Pythagoras auf einen<br />

Felsen und erklärte seinen Schülern, er sei zu Stein gewordene<br />

Musik. Es spricht vieles dafür, daß die Materie<br />

als geordnete und strukturierte Energie tatsächlich durch<br />

musikalische Schwingungen und Ordnungsprinzipien stabil-<br />

und zusammengehalten wird.<br />

Der Theosoph und Rosenkreuzer Max Heindel bringt<br />

eine anschauliche Analogie zwischen „kleiner“ und<br />

„großer Welt“. Er zeigt den Schöpfungsvorgang und<br />

die Formbildung auf anhand der nach einem Physiker benannten<br />

Chladnischen Klangfiguren: „So wie sich geometrische<br />

Sandfiguren auf einer Platte bilden, deren Rand<br />

man mit einem Violinbogen streicht, so sind die Formen,<br />

die wir um uns sehen, kristallisierte Klangfiguren der Urtypenkräfte.“<br />

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Erkenne Dich selbst!<br />

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Spiritualität<br />

Im Kontakt mit dem Sirius?<br />

Channelmedium Deborah Koye <strong>im</strong> Gespräch mit Oliver Oz<br />

So neumodisch wie das Wort „Channeling” auch klingen mag, der geistige Kontakt zu höherd<strong>im</strong>ensionalen<br />

Wesen hat Tradition. Von den Orakeln des antiken Griechenland bis zu den<br />

Prophezeiungen der Hopi hatte die Menschheit schon <strong>im</strong>mer eine Verbindung zu Bewohnern<br />

anderer D<strong>im</strong>ensionen. Führt man sich das breite Feld der Präastronautik mit seinen unzähligen<br />

Funden und Indizien vor Augen, wird ein Muster deutlich: Von Anbeginn der Menschheitsgeschichte<br />

waren andere Wesen unsere steten unsichtbaren Begleiter und nahmen <strong>im</strong>mer<br />

wieder Kontakt mit Hilfe medialer Menschen auf. Heute zu Tage gibt es ein paar Stars unter<br />

den Channelmedien, die durch ihre herausragenden Fähigkeiten wertvolle Botschaften vermitteln.<br />

Eine von ihnen heißt Deborah Koye und lebt als gebürtige Amerikanerin in Deutschland. Sie<br />

ist ein wahres Wunderkind der geistigen Kräfte: Hellsehen, Auralesen, Radiästhesie und Heilen<br />

sind nur einige ihrer vielen Fähigkeiten. Am bekanntesten jedoch ist sie als Tieftrance-<br />

Medium. Es ist mir deshalb eine Freude, mit ihr dieses Interview machen zu dürfen.<br />

Du bist als Tieftrance-Medium tätig. Was bedeutet „Tieftrance”<br />

überhaupt?<br />

• Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus berichten, dass<br />

man es mit einem Koma vergleichen kann. Ich schließe meine<br />

Augen und falle in einem Zustand des Nichts. Ich lasse total los,<br />

habe keine Angst und gehe ins Vertrauen. Dann gibt es einen<br />

Punkt, ab dem ich mich nicht mehr erinnern kann. Wenn ich<br />

dann zurückkomme, hat ein Wesen durch mich gesprochen.<br />

Wie kam es dazu? Bist du mit dieser Fähigkeit geboren worden,<br />

oder hat sich das entwickelt? Erzähle bitte von deinem<br />

Werdegang.<br />

• Die Fähigkeit der Tieftrance wurde mir quasi in die Wiege gelegt.<br />

Als Kind war ich schon hellsichtig und habe andere Wesenheiten<br />

gesehen. In meiner Kindheit wurde ich öfters von Außerirdischen<br />

abgeholt, die vom Sirius kamen. Sie halfen meine<br />

Fähigkeiten zu erwecken.<br />

Du wurdest <strong>im</strong> Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung<br />

untersucht. Was kam dabei heraus?<br />

• Sie waren sehr an meinen <strong>Gehirn</strong>aktivitäten interessiert, die<br />

ich während des Trancezustandes habe. Ich wurde an diverse<br />

Messinstrumente angeschlossen, und sie fanden heraus, dass<br />

meine linke <strong>Gehirn</strong>hälfte während der Trance in einen komatösen<br />

Zustand versetzt wird. Sie waren sehr überrascht und<br />

wollten wissen, wie ich das mache. Ich konnte ihnen auch nicht<br />

mehr sagen als dass ich loslasse und mich ins Nichts fallen<br />

lasse.<br />

Menschen besuchen deine Vorträge und kommen zu dir um<br />

eine persönliche Schutzengelsitzung zu erhalten. Hat jeder<br />

Mensch einen Schutzengel, und was sagt er in der Regel zu<br />

seinem Schützling?<br />

• In meinen Vorträgen möchte ich vermitteln, dass jeder<br />

Mensch mit seinem Schutzengel in Verbindung treten kann. Jedoch<br />

gibt es viele Menschen, die noch nicht dazu fähig sind, und<br />

ihnen helfe ich durch eine persönliche Schutzengelsitzung. Für<br />

viele Menschen sind die Sitzungen ein Aha-Erlebnis. Es geht<br />

<strong>im</strong>mer darum, dass der Engel dich darauf hinweisen möchte,<br />

welche Aufgaben du dir in deinem Leben gesetzt hast und<br />

welche Entwicklungen du machen möchtest. Letztendlich sind<br />

wir hier alle da, um die bedingungslose Liebe zu leben. Unser<br />

Schutzengel hilft uns und unterstützt uns, dies zu tun.<br />

Du hast mir erzählt, dass du in der Vergangenheit Austreibungen<br />

gemacht hast. Gibt es Dämonen wirklich? Gibt es die<br />

Unterscheidung zwischen Gute und Böse in der geistigen<br />

Welt?<br />

• Dieses Thema ausführlich zu behandeln, würde den Rahmen<br />

dieses Interviews bei weitem sprengen. Aber wichtig zu wissen<br />

ist, dass ursprünglich Gut und Böse eine Einheit waren. Doch<br />

sie wurden <strong>im</strong> Laufe der Zeit getrennt, und so existiert eine<br />

Dualität in der geistigen Welt, wie auch hier auf Erden. Es gibt<br />

die Schattenwelt, wie es das lichtvolle Reich gibt. Und ja, ich<br />

habe früher viele Austreibungen gemacht. Es gibt tatsächlich<br />

Menschen, die von Dämonen besetzt sind. Hier gilt das Gesetz<br />

der Resonanz. Wenn ich mich sehr viel mit dem Negativen beschäftige,<br />

dann ziehe ich Wesenheiten an, die sich damit wohlfühlen.<br />

Ebenfalls ziehen Drogen- und Alkoholmissbrauch negative<br />

Wesen an. Ist dies der Fall, kann es zu einer Besetzung<br />

kommen. Auch Wohnungen und Orte können besetzt werden.<br />

Du bist ja ein erstaunlich vielseitiges Medium. Nicht nur zu<br />

Engeln hast du Kontakt. Auch Sirianer und sogar Naturwesen<br />

sprechen durch dich. Mich interessiert sehr, was diese Wesen<br />

zu sagen haben. Zeichnest du ihre Botschaften auf? Hast<br />

du vor, das zu veröffentlichen, wie du es bereits mit „Sambola<br />

der Gnom” getan hast.<br />

• Ich bin Künstlerin, und deshalb bin ich kein Mensch, der<br />

konsequent alles aufschreibt. Doch ich habe viele liebevolle<br />

Menschen um mich, die diese Aufgaben übernehmen, und so<br />

wurden schon die Bücher „Bedingunglose Liebe” und „Sambo-<br />

62<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Aufgang des Sirius<br />

über Glastonbury.<br />

Spiritualität<br />

Könnte Sirius bewohnt sein?<br />

Über Kontakte mit „Wesen vom Sirius“ berichteten<br />

schon des Öfteren unterschiedliche<br />

Channel-Medien. Ob die Urheber der Botschaften<br />

wirklich vom Sirius kommen, muss<br />

jeder für sich aufgrund seiner Überzeugungen<br />

beantworten. Was man allerdings nicht<br />

außer Acht lassen sollte: Sirius ist ein Fixstern<br />

wie unsere Sonne (nur viel größer),<br />

also ein glühend heißer Gasball. Dort wohnt<br />

mit Sicherheit niemand. Genauer gesagt, ist<br />

Sirius ein Doppelsternsystem aus zwei Fixsternen<br />

Sirius A und Sirius B. Es wäre natürlich<br />

denkbar, dass es <strong>im</strong> Sirius-System ein<br />

Planetensystem gibt. Allerdings ist Sirius mit<br />

ca. 300 Millionen Jahren ein äußerst junger<br />

Stern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in<br />

dieser kurzen Zeit auf einem seiner hypothetischen<br />

Planeten intelligentes Leben bereits<br />

entwickelt hat, ist daher gering. fb<br />

la der Gnom” veröffentlicht. Das sind Geschichten von einem<br />

Gnom, der uns seine Welt näher bringen will. Die Hauptaussage<br />

von Sirius und auch von den Naturwesen ist, dass wir<br />

als Menschheit endlich aus der Angst gehen und erkennen<br />

sollten, dass wir Schöpfer unserer Realität sind. Wir sollten<br />

uns nicht mit negativem Gedankengut beschäftigen, denn alles,<br />

was wir denken und fühlen, erschafft unsere Zukunft. Es<br />

ist gut, über die Vorgänge unserer Welt, wie beispielsweise<br />

die Illuminaten, zu wissen. Doch man sollte sich nicht täglich<br />

damit beschäftigen. Ja, die Erde wird sich ändern, und<br />

sie wird sich reinigen. Aber wenn die Menschen gemeinsam<br />

aufwachen, können wir durch die Kraft der Liebe alles ändern<br />

und eine friedvolle Welt ohne Angst erschaffen.<br />

Du bist ja nicht nur als Medium, sondern auch als Künstlerin<br />

tätig. Du malst wunderbare Bilder, die energetisch die<br />

Schwingung der Engel in sich tragen. Gibt es einen besonderen<br />

Prozess, bei dem du diese Bilder malst, und welche<br />

Wirkung haben sie?<br />

• Bei der Malerei bin ich absolut <strong>im</strong> Jetzt und verbinde mich<br />

mit der höherd<strong>im</strong>ensionalen Welt in Halbtrance. Wenn ich<br />

zum Beispiel den Erzengel Metatron male, dann lasse ich<br />

mich fallen, verbinde mich mit seiner Energie, und es entstehen<br />

unglaublich schöne Kunstwerke. Diese Gemälde<br />

sind nicht bloß Bilder. Sie sind Energiebilder, die den Zweck<br />

haben, mit der Engelenergie auf die Aura des Betrachters<br />

einzuwirken. Sie erheben die Energie der Menschen und ihrer<br />

Umgebung.<br />

Frau Koye, ich danke Ihnen für das Gespräch.<br />

• Ich bedanke mich auch vielmals. ▀


Bücher<br />

Astro-spiritueller<br />

Begleiter<br />

Der Mond hat einen besonderen<br />

Einfluss nicht nur auf den Menschen,<br />

sondern auch auf die Natur.<br />

Also auch auf das Wachstum<br />

und sogar die Inhaltsstoffe von<br />

Pflanzen.<br />

Sonne und Mond stehen bei diesem<br />

Kalender <strong>im</strong> Mittelpunkt.<br />

Für jeden Tag finden sich Kurzdeutungen<br />

auf der Grundlage der<br />

vedischen Mondastrologie und<br />

des Mond- und Sonnenstandes<br />

<strong>im</strong> westlichen Tierkreis. Täglich<br />

sind die Ephemeriden mit allen<br />

Planetenständen 12:00 Uhr aufgeführt.<br />

Der Kalender vermittelt eine<br />

Fülle an Informationen zu Vollund<br />

Neumonden, astrologischen<br />

Hintergründen und spirituellen<br />

Themen. Der Schwerpunkt liegt<br />

auf der psychologisch/spirituellen<br />

Ebene. Mit zwei Seiten für<br />

jede Woche bleibt genug Platz<br />

für persönliche Einträge und Notizen.<br />

Mit zahlreichen Illustrationen<br />

und Fotos und jährlich neuen<br />

Textbeiträgen. Natürlich auch<br />

mit allen Jahres- und Monatsübersichten,<br />

Ferienterminen,<br />

Adressenregister und Platz für<br />

Notizen.<br />

Da die Interpretation zur Best<strong>im</strong>mung<br />

des richtigen Tages recht<br />

kompliziert ist, wurden in dem<br />

Kalender Gartentipps mit Symbolen<br />

in der Monatsübersicht<br />

zusammengestellt. So kann man<br />

leicht erkennen, an welchen Tagen<br />

die Konstellation für welche<br />

Arbeit am besten (oder auch weniger<br />

gut) ist.<br />

Ulrich Heerd<br />

Wolfgang Bartolain<br />

Sonne-Mond-Kalender 2014<br />

Die astro-spirituelle Jahresbegleitung<br />

ISBN 9<strong>78</strong>-3-939272-74-8<br />

€ 15,00<br />

Die einzigartigen Kräfte<br />

der MACA-WURZEL<br />

Dies ist das erste populärwissenschaftliche<br />

Buch über<br />

die peruanische Wunderknolle<br />

Maca, verfasst von einem<br />

Wissenschaftler, der sein Lebenswerk<br />

dieser einzigartigen<br />

Knolle widmet. Das Buch stützt<br />

sich auf seine eigenen wissenschaftlichen<br />

Untersuchungen<br />

und klinischen Studien sowie<br />

auf die der einschlägigen peruanischen<br />

Wissenschaftler. Der<br />

erste, populärwissenschaftliche<br />

Teil, erklärt in verständlicher<br />

Weise die Wirkungsweise von<br />

Maca, erzählt über Geschichte,<br />

Herkunft, Anbaugebiet, die unterschiedlichen<br />

Maca-Farben<br />

und schildert die Anwendungsgebiete<br />

der jeweiligen Farbausprägung.<br />

Der zweite Teil geht auf<br />

wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

und Untersuchungen ein. Das<br />

Buch informiert über die Erfolge<br />

der Maca-Therapie in der Menopause,<br />

zur Verbesserung der<br />

Knochendichte, und den Einsatz<br />

bei Osteoporose, bei Prostata-<br />

Problemen, zur Steigerung der<br />

Konzentration, Leistung und<br />

körperlichen Fitness, zum Ausgleich<br />

des Hormonhaushaltes<br />

und über viele weiter Anwendungsgebiete.<br />

Über die anregende<br />

Wirkung auf die männliche<br />

und weibliche Sexualität<br />

wussten schon die alten Inkas<br />

Wunderdinge zu berichten.<br />

Michael Müller<br />

Henry O. Meissner<br />

Die einzigartigen Kräfte der<br />

MACA-WURZEL<br />

Wissenschaftliche Fakten hinter<br />

traditionellem Wissen<br />

Earth Oasis Verlag<br />

ISBN 9<strong>78</strong>-3-89539-526-0<br />

€ 16,90<br />

Das Genie<br />

eines Meisters<br />

Was ist der Unterschied zwischen<br />

unserem Universum und<br />

dem Universum eines Meisters?<br />

Schauen wir uns kurz das Beispiel<br />

eines besonderen Armreifes<br />

an. Ein Armreif aus geflochtenem<br />

Kupferdraht oder aus<br />

Sterlingsilber – dieser Armreif<br />

ist für die meisten von uns ein<br />

formschönes Schmuckstück –<br />

mehr nicht. Im Universum eines<br />

Meister wird aus einem Stück<br />

gedrehtem Metalldraht ein Produkt,<br />

das die Leistungsfähigkeit<br />

dessen steigert, der es trägt,<br />

und dessen Gesundheit fördert.<br />

Es wird zu einem altägyptischen<br />

Weisheitsprodukt, zu einem<br />

Produkt, das modernsten wissenschaftlichen<br />

Erkenntnissen<br />

entspricht, zu einem Schmuckstück,<br />

das die Blicke auf sich<br />

zieht, zu einem Produkt, das die<br />

Abwehrkräfte steigern kann.<br />

Wie das: Bei Untersuchungen<br />

und Messungen in der Königskammer<br />

der Großen Pyramide<br />

von Gizeh wurde ein spezielles<br />

Maß entdeckt, das sogenannte<br />

„ägyptische“ oder auch "Sacred"<br />

Cubit. Dieses Cubit ist ein Vielfaches<br />

vom Radius des Wasserstoffatoms<br />

sowie der Wellenlänge<br />

des sichtbaren Lichts auf<br />

der Erde. Es steht ebenfalls <strong>im</strong><br />

exakten Verhältnis zur Erdanziehungskraft<br />

(Gravitation), der<br />

Masse der Erde und des Erdmagnetfeldes.<br />

Die Länge eines<br />

Cubits entspricht 1,69443 Meter.<br />

Michael Müller<br />

Sl<strong>im</strong> Spurling, Susan Anderson<br />

Das Genie eines Meisters<br />

ISBN 9<strong>78</strong>-3-89539-091-3<br />

€ 19,70<br />

Traumhaft vegetarisch<br />

Das Buch ist prall gefüllt mit<br />

Rezepten, die bereits in der<br />

Praxis in unzähligen Kochkursen<br />

zubereitet wurden.<br />

Der bekannte Bestsellerautor<br />

Thomas Janßen bleibt auch<br />

dieses Mal seinem Anspruch<br />

treu: „Rezepte, die jeder<br />

nachkochen kann.“<br />

Leckere Rezepte machen<br />

dieses Buch für jeden unverzichtbar,<br />

der Spaß und Freude<br />

daran hat, mit einfachen<br />

Handgriffen den tollen Geschmack<br />

eines Gerichts für<br />

sich zu entdecken.<br />

Das Buch macht Lust auf Fingerfood,<br />

auf leckere, schnelle<br />

Gerichte, und selbst eingeschworene<br />

Fleischesser<br />

werden begeistert sein von<br />

diesen schmackhaften, würzigen,<br />

leckeren vegetarischen<br />

Gerichten.<br />

Durchgehend sind alle Gerichte<br />

mit Farbfotos versehen,<br />

die während der Zubereitung<br />

des jeweiligen Gerichts in den<br />

verschiedenen Kochkursen<br />

gemacht wurden.<br />

Michael Müller<br />

Thomas Janssen<br />

Tapas & Fingerfood<br />

Traumhaft – Vegetarisch<br />

Michaels Verlag<br />

ISBN 9<strong>78</strong>-3-89539-922-0<br />

€ 12,80<br />

64<br />

MATRIX 3000 Band <strong>78</strong> November / Dezember 2013


Märchen<br />

Gibt es einen Weihnachtsmann?<br />

Im Jahre 1897 schrieb die damals acht Jahre alte Virginia O’Hanlon aus New York einen Brief an die Tageszeitung<br />

„Sun“, der sie absolute Wahrheitsliebe attestierte. „Ich bin acht Jahre alt“, schrieb Virginia an den<br />

Chefredakteur Francis Church. „Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt,<br />

was in der Sun steht, ist <strong>im</strong>mer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“<br />

Dem Chefredakteur Church war dieser Brief so wichtig, daß er selbst antwortete - auf der Titelseite seiner<br />

Zeitung und in großer Aufmachung:<br />

Liebe Virginia,<br />

Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, daß es nicht geben<br />

kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem<br />

Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.<br />

Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.<br />

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiß wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue.<br />

Weil es alles das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein.<br />

Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen<br />

Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem<br />

Schönem bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müßte verlöschen.<br />

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch<br />

den Märchen nicht mehr glauben. Gewiß, Du könntest<br />

Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute<br />

ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner<br />

von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was<br />

würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so.<br />

Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge blieben<br />

meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf<br />

Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.<br />

All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen<br />

-, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch<br />

siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop<br />

aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du<br />

wirst einige bunte Steine finden, nichts weiter.<br />

Warum?<br />

Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt,<br />

einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Erde<br />

zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können<br />

ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit<br />

dahinter auf einmal zu erkennen sein. „Ist das denn auch<br />

wahr?“ kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der Welt ist<br />

wahrer und nichts beständiger.<br />

Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar<br />

in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu<br />

erfüllen.<br />

Frohe Weihnacht, Virginia,<br />

Dein Francis Church.<br />

Dieser Brief wurde über ein halbes Jahrhundert alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite dieser<br />

Zeitung in großen Lettern abgedruckt.<br />

(Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit)<br />

Quelle: Rainer Holbe, Die Botschaft der Engel. Knaur Verlag<br />

Band Band <strong>78</strong>48 / November/Dezember / 2013 2008 MATRIX 65<br />

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<strong>Vorschau</strong><br />

MATRIX3000<br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>Matrix3000</strong>-Sonderheft „Mystery-Welten“,<br />

erscheint am 28.11.2013<br />

Sie hatten schwarzes Blut<br />

„Wir, die anderen ..., wir sind keine Menschen. Wir waren<br />

eher da als die Inka, noch bevor der Vater des H<strong>im</strong>mels<br />

Taiú die Menschen erschaffen hat, die Aymara, die Ketschua,<br />

die Weißen.“ Am Ufer des Titicacasees in Bolivien<br />

leben Menschen, die fest davon überzeugt sind, dass ihre<br />

Vorfahren vor Urzeiten aus dem All auf die Erde gekommen<br />

sind. Noch heute sollen einige reinblütige Nachkommen<br />

der „Uros“, wie sie genannt werden, auf schw<strong>im</strong>menden<br />

Inseln <strong>im</strong> See leben. Und woran erkennt man die<br />

Fremden?<br />

Der Tod spielt Football<br />

Bei den Football-Spielern der San Diego Chargers geht die<br />

Angst um. Seit sie das große Finale um den Superbowl erreichten,<br />

scheint die Mannschaft auf einer Todesliste zu stehen.<br />

Acht der damaligen Spieler sind inzwischen tot, keiner von ihnen<br />

wurde älter als 45 Jahre. Und die Überlebenden fürchten,<br />

wer von ihnen der nächste sein könnte. Ist „Final Destination“<br />

Realität geworden?<br />

Die rätselhaften Hessdalen-Lichter<br />

Gehe<strong>im</strong>nisvolles Norwegen: Im abgelegenen Gebirgstal<br />

Hessdalen ben<strong>im</strong>mt sich seit etwa 30 Jahren die Realität merkwürdig.<br />

Es kommt zu bizarr geformten Lichterscheinungen, die<br />

zuweilen an Lichtreklame erinnern, es werden fliegende zigarren-<br />

oder scheibenförmige Objekte oder pulsierende schwarze<br />

Löcher gesichtet. Auch Spuren <strong>im</strong> Erdboden oder Verletzungen<br />

bei Tieren wurden schon beobachtet. Das Besondere an den<br />

Vorkommnissen ist: Sie erscheinen mit solcher Regelmäßigkeit,<br />

dass sie sich wissenschaftlich erforschen und dokumentieren<br />

lassen.<br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>Matrix3000</strong> Band 79, erscheint am 19.12.2013<br />

Syrien – Jede Seite tötet anders<br />

Der Bürgerkrieg in Syrien ist unübersichtlich. Welche<br />

Gruppen sind involviert, und welche Interessen verfolgen<br />

sie? Präsident Baschar al-Assad, ein europäisch gebildeter<br />

und kultivierter Diktator, sowie verschiedene regionale<br />

Gruppen, die zunehmend unter den Einfluss von Islamisten<br />

und Al-Kaida geraten. Grausame Morde und fragwürdige<br />

Zukunftsperspektiven. Insiderfakten über einen Konflikt,<br />

in dem es keine Unschuldigen gibt.<br />

Freie Energie für alle<br />

Das Energieproblem hat eine Lösung: sauber, umweltfreundlich,<br />

gesundheitsverträglich, unerschöpflich, kostenlos, nachhaltig.<br />

Die Rede ist von der bislang wenig bekannten Raumenergie.<br />

Gelingt es der Menschheit, Maschinen zu konstruieren,<br />

die die Energie der Nullpunktswellen anzapfen und nutzen<br />

können, wäre eine absolut saubere Energiequelle verfügbar,<br />

die nur Vorteile hat. Wie funktioniert der Raumenergiekonverter?<br />

Impressum<br />

<strong>Matrix3000</strong> erscheint zwe<strong>im</strong>onatlich.<br />

ISSN 1 439-4154<br />

ISBN (<strong>Matrix3000</strong> Band <strong>78</strong>): 9<strong>78</strong>-3-89539-894-0<br />

Redaktion MATRIX3000<br />

Ammergauer Str. 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0171-3675406<br />

grazyna.fosar@matrix3000.de,<br />

franz.bludorf@matrix3000.de<br />

Redaktionsschluß für die nächste <strong>Ausgabe</strong>,<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 79: 5.11.2013<br />

Chefredaktion<br />

Franz Bludorf<br />

Redaktion<br />

Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Ulrich Heerd, Ralf Lehnert,<br />

Lisa Rampertshammer, Elke Röder, Roland Rottenfußer<br />

Beiträge von<br />

Franz Bludorf, Rüdiger Dahlke, Grazyna Fosar, Sebastian<br />

Frey, Deborah Koye, Ralf Lehnert, Corinna Lichtfelder-<br />

Schlegel, Michael Müller, Oliver Oz, Thomas Ritter,<br />

Roland Roth, Roland Rottenfußer, Udo Sperlich<br />

Verlag<br />

MATRIX3000 Verlag GmbH<br />

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Österreich 7,40 EUR, Schweiz 12,80 SFR,<br />

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66<br />

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auf Schloss<br />

Dragsholm<br />

Die rätselhaften<br />

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• Sie hatten schwarzes Blut • Der Tod spielt Football<br />

• Die rätselhaften Hessdalen-Lichter • Eine Nacht auf dem Mars<br />

• Die Roboter des Prinzen von Sansevero • Silent City - Orte <strong>im</strong> Nichts<br />

• Geisterjagd auf Schloss Dragsholm u. v. a.<br />

Beiträge von Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Reinhard Habeck, Walter-Jörg Langbein, Ralf Lehnert,<br />

Thomas Ritter, Roland Roth, Roland Rottenfußer u. a.<br />

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Seit 25 Jahren<br />

wissen wir:<br />

MVV, Ammergauerstr. 80, 86971 Peiting, PVSt. Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, B51 151<br />

„Wirtschaftliche Konkurrenten werden zu Feinden Amerikas“<br />

„US Gehe<strong>im</strong>dienste sehen bei wirtschaftlicher Bedrohung den „Verteidigungsfall“ gegeben.“<br />

„Wenn zukünftig irgendwo in der Bundesrepublik eine Bombe detoniert, wird man gezwungen sein, auch Behörden<br />

des Staates in den Kreis der Täter einzubeziehen.<br />

Hamburger Abendblatt<br />

„ … die Tendenz entfernt sich vom Ost/West Militärkonflikt hin zu einer globalen Bedrohung wirtschaftlicher Fragen.<br />

Wirtschaftsfragen sind bereits ein Schlüsselbereich unserer Außenpolitik und unserer (CIA-) Aufgaben bezüglich der<br />

nationalen Sicherheit. Es gibt eine Vielzahl von wirtschaftlichen Fragen, die unsere Sicherheit unmittelbar betreffen…“<br />

Rede des damaligen CIA Direktors William Webster vor der Los Angeles World Affairs Council am 19,9,1989<br />

„Durch die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet (gemeint ist hier der vermeintliche Terrorismus) haben die westlichen<br />

Industriestaaten ihre Verteidigung gegen die Geißel der Menschheit aufgenommen.<br />

Die hohe Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Nachrichtendiensten und der Justiz in der BRD und den amerikanischen<br />

Behörden wissen wir außerordentlich zu schätzen“<br />

So Vernot Walters, der CIA Spitzenagent und Botschafter der USA in Deutschland in seiner ersten Rede (als Botschafter<br />

in Deutschland) am 27.4.89<br />

Alle Zitate entnommen aus dem Buch<br />

Jonathan May<br />

DIE MACHT I<br />

Gehe<strong>im</strong>gesellschaften<br />

Jonathan May<br />

Die Macht (I)<br />

Michaels Verlag 1997<br />

ISBN 9<strong>78</strong>-3-89539-069-2<br />

€ 23,90

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