1. Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht. 2. Bildung umfasst ...

uniregensburg

1. Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht. 2. Bildung umfasst ...

1. Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht.

2. Bildung umfasst mehr als die bloße Befähigung, einen Beruf ausüben zu

können.

3. Bildung ist mehr als Ausbildung.

4. Erst durch Bildung kann jeder Mensch selbstverantwortlich und

selbstbestimmt an der Gesellschaft teilhaben, sie kritisch hinterfragen und

aktiv mitgestalten.

5. Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.

6. Bildung bestimmt über Lebenschancen und darf deshalb niemandem

vorenthalten werden.

7. Wer lernen will, muss lernen können.

8. Der Hochschulzugang muss jedem Menschen gleichermaßen offenstehen.

9. Der Zugang zu höherer Bildung darf nicht das Vorrecht einer privilegierten

Schicht sein.

10. Studiengebühren stellen das Grundrecht auf Bildung in Frage.

11. Studiengebühren sind kein Fortschritt, sondern ein historischer Rückschritt.

12. Bildung ist keine Ware.

13. Bildung ist ein öffentliches Gut und muss öffentlich finanziert werden.

14. Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, dass sich alle Menschen nach ihren

Wünschen und Fähigkeiten bilden können.

15. Der Staat darf sich nicht zu Lasten der Studierenden aus seiner finanziellen

Verantwortung für Bildung zurückziehen.

16. Studiengebühren bedeuten den Ausstieg aus der solidarisch finanzierten

Hochschulbildung als Gemeinschaftsaufgabe.

17. Studiengebühren sind der erste Schritt in Richtung einer Privatisierung von

Bildungschancen und –risiken.

18. Mit der Einführung von Studiengebühren wird genau die Hintertüre

geöffnet, die es dem Staat erlaubt, sich aus seiner finanziellen

Verantwortung für die Bildung davonzustehlen.

19. Der Staat ist dafür verantwortlich, bestehende Chancenungleichheiten

auszugleichen.

20. Die Frage, ob genug Geld da ist für Bildung, ist eine Frage der politischen

Prioritätensetzung.

21. Studiengebühren verschärfen die soziale Selektion.

22. Die soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems ist bereits jetzt

erschreckend hoch.

23. Kinder aus sozial höher gestellten Schichten haben eine 7,4-fach höhere

Chance, die Hochschule zu erreichen, als Kinder aus sozial schlechter

gestellten Familien.

24. Nur 12% aller deutschen Studierenden kommen aus sozial niedrigeren

Schichten.

25. Für einen modernen demokratischen Staat ist es völlig inakzeptabel, dass

nicht die Fähigkeiten eines Kindes über seinen Bildungsweg entscheiden,

sondern der Geldbeutel der Eltern.


26. Studiengebühren schaffen eine weitere finanzielle Hürde, die Menschen

aus sozial schlechter gestellten Familien vom Studium abschrecken.

27. Wenn Studiengebühren kommen, werden sich viele Eltern zweimal

überlegen, ob sie ihr Kind zum Studieren schicken.

28. Studiengebühren belasten vor allem Familien.

29. In Österreich hat die Einführung von Studiengebühren zu einem Rückgang

des Anteils von Studierenden aus sozial schlechter gestellten Schichten

geführt.

30. Frauen werden durch Studiengebühren besonders benachteiligt.

31. Das BAföG darf nicht abgeschafft werden – vielmehr muss es ausgebaut

werden.

32. Studiengebühren verstärken die Abhängigkeit der Studierenden von ihren

Eltern und behindern ihre Selbständigkeit als junge Erwachsene.

33. Die soziale Selektion im deutschen Bildungssystem beginnt bereits im

Kindergarten.

34. Die soziale Selektion wird im dreigliedrigen Schulsystem fortgesetzt und

zementiert.

35. Kindertagesstätten müssen gebührenfrei sein.

36. Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, eine Kindertagesstätte zu

besuchen.

37. Büchergeld ist abzulehnen, ebenso alle anderen Maßnahmen, die

schulische Bildung von finanzieller Leistungsfähigkeit abhängig machen.

38. Das hochselektive dreigliedrige Schulsystem muss umgestaltet werden.

39. Sozialverträgliche Studiengebühren gibt es nicht.

40. Kreditmodelle zur Finanzierung von Studiengebühren sind nicht

„sozialverträglich“.

41. Die Aussicht, mit einem Schuldenberg ins Berufsleben zu starten, schreckt

finanziell schlechter gestellte Menschen vom Studium ab.

42. Darlehensmodelle lösen nicht das prinzipielle Problem, dass Bildung durch

Studiengebühren von finanzieller Leistungsfähigkeit abhängig gemacht

wird.

43. Es gibt in Deutschland kein ausgebautes Stipendiensystem, gerade einmal

2% aller Studierenden in Deutschland bekommen Stipendien.

44. Auch in Ländern mit ausgebautem Stipendiensystem findet soziale

Selektion statt.

45. Stipendien helfen immer nur einer schmalen Elite.

46. Studiengebühren sind ökonomisch unsinnig.

47. Bildung schafft Vorteile für die gesamte Gesellschaft.

48. Über je mehr „Intelligenz“ ein Land verfügt, desto mehr Wohlstand,

wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität kann es für alle seine

Bewohner zur Verfügung stellen.

49. Bayern verfügt bereits jetzt über zu wenig Akademiker.

50. Langfristig kann nicht garantiert werden, dass Studiengebühren an den

Hochschulen verbleiben.


51. Die zu erwartenden Einnahmen aus Studiengebühren würden nicht einmal

ausreichen, um die Kürzungen von 2004 auszugleichen.

52. In Österreich sind die Studienbedingungen seit der Einführung von

Studiengebühren um keinen Deut besser geworden, da gleichzeitig der

Bildungshaushalt schrittweise gekürzt wurde.

53. Der bayerische Staat hat sich bereits in der Vergangenheit immer mehr aus

der Bildungsfinanzierung zurückgezogen.

54. Niemand kann garantieren, dass im Bildungshaushalt nicht weiter gekürzt

wird.

55. Es ist nicht die Aufgabe der Studierenden, Haushaltslöcher zu stopfen.

56. Der Zwang zum effizienten und schnellen Studieren führt zu einer

Verarmung des geistigen und kulturellen Lebens an der Uni.

57. Studiengebühren führen zu einer einseitigen Ausrichtung des Studiums an

ökonomischen Verwertbarkeitskriterien.

58. Der Zwang zum effizienten und schnellen Studieren führt zu einem

entsolidarisierten Studierverhalten.

59. Überall, wo Studiengebühren eingeführt wurden, sind sie im Lauf der Zeit

angestiegen.

60. In Australien wurden innerhalb von 10 Jahren aus 250 Dollar zwischen

3600 und 6000 Dollar.

61. Die im Moment diskutierten 500 Euro pro Semester werden von

verschiedener Seite bereits als „Einstiegshöhe“ bezeichnet.

62. Das DIW rechnet mittelfristig mit Studiengebühren in Höhe von 2500

Euro.

63. Die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte fordert

Studiengebühren in Höhe von 4000 Euro pro Semester.

64. Das Gebührenmodell der TU München sieht bis zu 5000 Euro pro Semester

vor.

65. Ein Viertel aller Studierenden hat weniger als 600 Euro pro Monat zur

Verfügung.

66. Bereits jetzt sind zwei Drittel aller Studierenden erwerbstätig.

67. Das Bild vom „faulen Studenten“ ist ein Mythos – im Durchschnitt haben

Studierende eine 42-Stunden-Woche.

68. Ein hoher Zeitaufwand für Erwerbstätigkeit geht immer zu Lasten des

Studiums und zieht dieses in die Länge.

69. Studierende aus finanziell schlechter gestelltem Elternhaus sind auf

Einkommen aus eigener Erwerbstätigkeit angewiesen.

70. Wenn Studiengebühren kommen, werden noch mehr Studierende nebenbei

arbeiten müssen.

71. Das Studium in Bayern ist bereits jetzt nicht kostenlos.

72. Sogenannte „Verwaltungskostenbeiträge“ sind bereits Studiengebühren.

73. Langzeit- und Zweitstudiengebühren führen bereits jetzt zu einer

Benachteiligung sozial schlechter gestellter Studierender.


74. Die verbreitete Vorstellung, Langzeitstudierende seien „faule

Bummelstudenten“, geht völlig an der Realität vorbei.

75. Langzeitstudiengebühren benachteiligen Studierende, die sich ihren

Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.

76. Langzeitstudiengebühren benachteiligen Studierende mit Kind.

77. Hochschulen können nicht nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien

geführt werden.

78. Hochschulen sind keine Dienstleistungsunternehmen.

79. Hochschulen müssen als Orte der kritischen Reflexion eine

gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen können.

80. Die Hochschule soll Motor der gesellschaftlichen Entwicklung sein.

81. Studierende dürfen nicht zu „Kunden“ der Hochschule degradiert werden.

82. Studierende sind ein integraler Bestandteil der Hochschule und müssen

aktiv und kritsch in Forschung und Lehre mitgestalten können.

83. Studierende müssen die Möglichkeit haben, ihre Interessen effektiv zu

vertreten und an Entscheidungen, die ihre Hochschule betreffen,

mitzuwirken.

84. Die Demokratie an der Hochschule muss ausgebaut werden, anstatt

hierarchische Unternehmensstrukturen einzuführen.

85. Studentische Mitbestimmungsrechte müssen konsequent ausgebaut werden.

86. Die studentische Selbstverwaltung muss gestärkt werden.

87. Demokratie muss gelebt werden – auch und gerade an der Hochschule.

88. Die Einführung von Studiengebühren ist nur ein Teil der allgemein

vorherrschenden Politik des Bildungs- und Sozialabbaus.

89. Die Beschneidung sozialer Rechte und Errungenschaften ist nicht

hinzunehmen.

90. Studiengebühren sind noch keine beschlossene Sache.

91. Studiengebühren sind weder Naturgesetz noch Sachzwang.

92. Studiengebühren können verhindert werden – wenn wir es wollen.

93. Wer vorschnell resigniert, spielt den Gebührenbefürwortern in die Hände.

94. Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren.

95. Freie Bildung für alle!

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine