Untersuchungen zur Struktur und biologischen Aktivität von ...

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Untersuchungen zur Struktur und biologischen Aktivität von ...

EINLEITUNG ______________________________________________________________________ Eine weitere Methode zur Kapselisolierung ist die Extraktion mittels 1% wässriger Phenol-Lösung, in der die Zellen für 48 h langsam gerührt werden [225]. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen elektronenmikroskopische Aufnahmen von M. avium vor (siehe Abbildung 9a) und nach Phenolextraktion (siehe Abbildung 9b). Abbildung 9: Elektronenmikroskopische Aufnahmen mykobakterieller Zellen (M. avium Stamm 104) vor (a) und nach (b) Extraktion mit Phenol. Die Zellen wurden in 1% (w/v) wässriger Phenol-Lösung für 48 h bei 4°C unter leichtem Rühren inkubiert. Abbildung der Aufnahmen mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Otto Holst, Strukturbiochemie, Forschungszentrum Borstel. Vor der Behandlung mit Phenol konnten an der äußersten Zelloberfläche ausgedehnte diffuse Strukturen visualisiert werden, die Material der Kapsel darstellen. Nach dieser Behandlung erscheint die Zelle mit ihrer intakten Zellwand scharf abgegrenzt. Demnach ist es mit der beschriebenen Methode möglich, Kapselmaterial von der Zelle zu extrahieren, ohne die Zellwand zu zerstören. Aufgrund der milden Extraktionsmethoden wird daher angenommen, dass die Kapsel lediglich mit der Zellwand assoziiert ist. Es wurde gezeigt, dass auch in einigen Mykobakterien der Zellwand-Komplex von einer Kapsel umgeben ist, die aus Polysacchariden, Proteinen und geringen Mengen Lipiden besteht [40]. 1959 wurde erstmals die Existenz einer mykobakteriellen Kapsel beschrieben. Sie wurde zunächst als „kapsulärer Raum“ zwischen der Phagosomenmembran der infizierten Zelle und des Bakteriums bezeichnet [226]. Aufgrund von 32

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