Untersuchungen zur Struktur und biologischen Aktivität von ...

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Untersuchungen zur Struktur und biologischen Aktivität von ...

EINLEITUNG

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genannten Antigen MPB83 wurde die Glycosylierung als Trisaccharid aus (13)-

gebundenen Mannose-Resten charakterisiert [243].

Aus der Kapsel von M. tuberculosis wurden als Hauptbestandteile der Polysaccharide

ein Glucan, ein Arabinomannan und ein Mannan isoliert und strukturell charakterisiert.

Das Glucan und das Arabinomannan konnten aus Kulturüberständen von M. tuberculosis

isoliert werden [244]. Bereits 1938 wurden durch Seibert et al. serologisch

aktive Polysaccharide aus M. tuberculosis isoliert, u.a. eine sog. „Polysaccharid-

Fraktion II“, die Kulturüberstände opaleszieren ließ [245;246;247], und die aus heutiger

Sicht sicher dem Glucan entspricht [248]. Das Glucan weist durch seine

α-(14)-Bindungen strukturelle Ähnlichkeiten zum cytosolischen mykobakteriellen

Glycogen auf. Das Arabinomannan und das Mannan hingegen ähneln strukturell den

Glycan-Anteilen von LAM und LM [40].

Untersuchungen mit einem monoklonalen Antikörper, der das Glucan aus M. tuberculosis

erkennt (mAb 24c5), weisen daraufhin, dass eine konstante Menge des Glucans

in vitro und in vivo auf der äußersten Zelloberfläche von M. tuberculosis exprimiert

wird, und dass ähnliche Antigene in weiteren Mykobakterien-Spezies vorhanden sind

[248].

Analog dazu konnten in verschiedenen Substämmen von M. bovis BCG α-Glucane

isoliert werden, die identische strukturelle Eigenschaften zu dem Glucan aus M. tuberculosis

aufweisen, und denen anti-neoplastische Eigenschaften hinsichtlich oberflächlicher

Harnblasenkarzinome (siehe 1.1.2.1.2) nachgewiesen werden konnten [249].

Da der Einsatz von ganzen Mykobakterien als Lebend-Vakzine in der Therapie des

Urothelkarzinoms mit nicht zu unterschätzenden Komplikationen [250] und

signifikanter Mortalität [251] assoziiert ist, könnten isolierte (Glyco)Strukturen aus

M. bovis BCG mit nachgewiesenen Anti-Tumor-Effekten die Immuntherapie des

Blasenkarzinoms entscheidend verbessern – wenn nicht sogar Behandlungen anderer

Tumoren auf diese Weise ermöglichen. So identifizierten präklinische Studien im

Mausmodell ein rekombinant hergestelltes Lipoprotein aus M. tuberculosis (PstS1

antigen) als potenten Wirkstoff für diese Krebstherapie [252].

Zudem wurde durch eine Heißwasser-Extraktion von einem Substamm von M. bovis

BCG ein weiteres Glucan isoliert, das aus einer Wiederholungseinheit von

α-(16)-verknüpften D-Glucose-Resten besteht [253].

Das Glucan aus M. tuberculosis mit angenommener Molekülmasse vom 100 kDa

besteht in der Wiederholungseinheit aus fünf bis sechs α-(14)-verknüpften

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