Sachwert Magazin Online Nr 25

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Editorial

JulienD.Backhaus,Herausgeber&Chefredakteur

ÜberBulenunddie

nächstePrintausgabe

FENCHELJANISCH

ISMAILGÖKBLICKWINKEL

InteligenteStrategien

fürIhresichereZukunft

Sachwert

schlägt

Geldwert!

Impressum ISSN2197-1587

ChefredakteurJulienD.Backhaus

ExpertenbeiratThomasHennings

AsistenzEva-MariaPlachetka

VerlagGLN4260268980001

BackhausVerlag

BremerStraße24,31608Marklohe

Telefon(05022)891828

Telefax(05022)891374

E-Mailinfo@backhausverlag.de

HerausgeberJulienD.Backhaus

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Redaktionwiderspiegeln.AleInhaltesindUrheberechtlichgeschütztunddürfenohne

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nochverbreitetwerden.

InterviewsführtenJulienBackhaus

RedaktioneleBildnachweise:pixabay,depositphotos

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Telefon(0421)36497522

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Titel

Perma-Bullen:

Ehrbarer Kaufmann

statt Draghiödie

Verantwortungsvolles Handeln statt rücksichtslose

Geld- und Schuldenpolitik

Von Claus Vogt

rorem depositphotos

Prinzipiell gilt in der Finanzindustrie

das Credo „bull sells“. Es ist bewusst

doppeldeutig gewählt: „bull“ bezieht

sich also nicht nur auf bullish, sondern

auch auf ein ganz anderes in den USA

sehr gebräuchliches Wort, das mit bull

beginnt.

Nur eine verschwindend geringe

Zahl von zumeist unabhängigen Analysten

wagt es, dieses Credo zu missachten

und stattdessen warnende

Töne anzustimmen, sobald die Risiken

an den Finanzmärkten bestimmte

Schwellenwerte überschritten haben.

Unter rein verkäuferischen Gesichtspunkten

ist diese Strategie natürlich

falsch. In einem gesamtgesellschaftlichen

Kontext hingegen richtig.

Schließlich steht sie in der Tradition

der vom Aussterben bedrohten Spezies

des ehrbaren Kaufmanns, die bekanntlich

dem Leitbild einer

verantwortungsvollen Teilhabe am

Wirtschaftsleben folgt.

Im Vergleich mit den Permabullen

und Schönrednern richtet die selten

gewordene Unterart von Analysten,

die klar und deutlich vor offensichtlichen

Risiken warnen, kaum Schaden

an. Die Mahner wollen ihr Publikum ja

nur vor dem Eingehen zu hoher Risiken

und den damit normalerweise fast

immer verbundenen hohen Verlusten

bewahren. Der dadurch entstehende

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 25


Titel

Schaden beschränkt sich auf entgangene

Gewinne.

Das große Heer der Permabullen

hingegen versteht es, selbst die allerhässlichste

Braut noch schön zu reden,

um sie an den Mann zu bringen. Soll

der doch sehen, was er später davon

hat. Neue Markt- oder Telekom-Aktionäre

werden sich wahrscheinlich noch

daran erinnern, was das bedeuten

kann.

Sie sollten wissen, worauf Sie sich

einlassen

Die wenigen Mahner, die es gibt, werden

in der Öffentlichkeit gerne als Pessimisten

und „Permabären“

dargestellt. Dabei haben sie alle nur zu

bestimmten Zeiten lautstark vor Risiken

gewarnt, und zu anderen Zeiten

ebenso klar und deutlich zum Einstieg

geblasen. Die von Journalisten vergebenen

Titel wie Crash-Prophet werden

dieser komplexen Realität natürlich

nicht gerecht, sondern verkürzen sie

auf irreführende Weise.

Leider kennen wir keine Methode,

mit der wir den Zeitpunkt des Platzens

einer Spekulationsblase präzise vorhersagen

können. Aber wir sind in der

Lage, Spekulationsblasen und unverhältnismäßig

hohe Risiken zu erkennen.

Sobald der Irrsinn an den

Märkten Einzug hält und sinnvolle

ökonomische Grundregeln verdrängt,

beginnen wir unsere Kunden und

Leser von Krisensicher Investieren vor

den unvermeidlichen Folgen dieser

Fehlentwicklungen zu warnen. Jeder

Anleger sollte zumindest wissen, mit

welchen Risiken er es zu tun hat, um

selbst entscheiden zu können, ob er

sich diesen Risiken aussetzen möchte

oder lieber eine Zuschauerrolle einnehmen

will.

Zuschauer, solange der Irrsinn regiert,

und Käufer nach dem Crash

Solange der Irrsinn regiert und Notenbanker

wie Draghi, Yellen und Kuroda

weltweit die Druckerpresse unbegrenzt

in Gang setzen dürfen, können

Aktienkurse trotz deutlicher Überbewertung

weiter steigen. Dann können

Sie sich als Zuschauer, der die Party bereits

verlassen hat, immerhin damit

trösten, dass Sie erstens kein Geld verlieren

und zweitens der unausweichliche

Crash nur umso schlimmer

ausfallen wird, je höher die Kurse steigen

und je größer die realwirtschaftlichen

Ungleichgewichte werden.

Und wenn der Crash dann kommt

und allgemeine Panik herrscht, dann

haben Sie sowohl die Mittel als auch

den kühlen Kopf, um ganz gelassen

den Wiedereinstieg zu planen. Sie

können dann zu Schnäppchenpreisen

und überschaubaren Risiken investieren,

anstatt in Zeiten der Massenverblendung

zu spekulieren.

Wenn die aktuelle Blase platzt,

wird es an den Aktien- und Rentenmärkten

sehr ungemütlich werden.

Für die meisten Anleger wird es dann

ebenso heftige Verluste hageln wie in

den Jahren 2001/02 und 2008/09.

Handeln Sie also jetzt, bevor es zu spät

ist.

„Hau den Bär“ ist übrigens typisch für

die Endphase von Spekulationsblasen

und damit ein zusätzliches Warnsignal

für die extrem überbewerteten und

überhitzten Aktien- und Rentenmärkte.

Der Autor Claus Vogt ist Gründer

der Vermögensverwaltung Aequitas

Capital Partners GmbH, einer auf vermögende

Privatanleger und institutionelle

Investoren spezialisierten

Vermögensverwaltung. 2004 schrieb

er zusammen mit Roland Leuschel das

Buch "Das Greenspan Dossier". Gemeinsam

schreiben sie nun den Börsenbrief

„Krisensicher Investieren“.

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 25


Edelholz Anzeige

Edelholz:

Hohes Standortpotenzial,

hohe Erträge

Der Standort einer Baumplantage beeinflusst ihre Leistungsfähigkeit in einem größeren

Ausmaß, als sich viele Anleger träumen lassen.

Wer eine Immobilie kauft, achtet als erstes

auf den Standort, die dort erzielbaren Mieten

und Entwicklungsperspektiven. Bei

modernen Holzinvestments ist diese Sichtweise

noch nicht verbreitet. Das sollte sie

aber: Der Standort einer Baumplantage beeinflusst

ihre Leistungsfähigkeit in einem

größeren Ausmaß, als sich viele Anleger

träumen lassen.

Einer der ersten Experten für die Standortqualität

von tropischen Baumplantagen ist

der international anerkannte Forstwirtschaftsingenieur

Dr. Diego Perez. Der aus

Costa Rica stammende Waldbauexperte

hat bereits 2005 die Dissertation „Stand

growth scenarios for Tectona grandis plantations

in Costa Rica“ veröffentlicht, eines

der ersten wissenschaftlichen Werke zu

diesem Thema, das auch am renomierten

CATIE Institut für tropischen Waldbau

noch heute konsultiert wird.

Das Fazit der Wissenschaft zum Thema

Standortqualität: In Gebieten, die eine

mittlere Produktivitätsklasse aufwiesen,

wuchsen die Bäume um ein Drittel höher

als in der niedrigen Produktivitätsklasse

und gewannen dreimal so viel Biomasse.

In der höchsten Klasse wuchsen sie um

mehr als die Hälfte höher und erzielten

sogar das Zehnfache und mehr an Volumen.

Die Standortqualität erhöht demnach

maßgeblich das Potenzial eines Baumplantage,

hohe Erträge zu erzielen. Aus diesem

Grund suchen erfahrene Investoren bei der

Auswahl von Waldbeständen gezielt nach

Anbietern, deren Plantagen einer hohen

bis sehr hohen Qualitätsklasse angehören.

Um diesen Nachweis zu erbringen, reicht

es heute nicht mehr aus, sich auf Erfahrungswerte

oder einen „guten Riecher für

Standorte“ zu berufen. Der Edelholzproduzenten

Life Forestry hat deshalb beim

Aufbau seiner Plantagen Dr. Diego Perez

als Berater hinzugezogen. Gemeinsam mit

dem Forstwirtschaftsingenieur Manuel

Solis leitet er seit vielen Jahren die Plantagen

von Life Forestry in Costa Rica und

Ecuador.

Teakholzproduzenten wie Life Forestry suchen

für ihre Baumplantagen nach Standorten,

die dem natürlichen Lebensraum

des Teakbaums am Meisten entsprechen.

Ideal sind Temperaturen zwischen 21 und

Dr. Diego Perez und Manuel Solis

28 Grad Celsius, eine Niederschlagsmenge

zwischen 1.000 und 1.800 Millimeter pro

Jahr, Trockenzeiten von drei bis sieben Monaten

sowie Anbauflächen in Höhenlagen

von 600 bis 1.200 Metern über dem Meeresspiegel.

Darüber hinaus spielen Bodeneigenschaften

wie der pH-Wert, der

Stickstoffgehalt, Bodenfeuchte, Entwässerung,

Textur und Tiefe eine tragende Rolle.

Heute stehen für jedes Anbauland umfassende

Standortindizes zur Verfügung, die

von Wissenschaftlern entwickelt wurden

und eine erste Einordnung der Anbauregionen

ermöglichen. Mithilfe der Standortindizes

und eigenen Messverfahren

können die attraktivsten Plantagenstandorte

innerhalb eines Landes oder einer Region

identifiziert werden. Im zweiten

Schritt werden die Anbauflächen innerhalb

der Plantage Stück für Stück in verschiedene

Qualitätsklassen eingeteilt. Ähnlich

wie beim Weinbau werden verschiedene

„Lagen“ identifiziert.

Die Standortklassifizierung ist eine Wissenschaft

für sich. Gelingt sie, können die

Forstwirte für jedes Stück die optimalen

Pflegemaßnahmen entwickeln. Umgekehrt

können die falschen Anbau- und Pflegemaßnahmen

dazu führen, dass Bäume

auch an Standorten in Spitzenqualität nur

mittelprächtig gedeihen. „Wir drehen lieber

jeden Stein um, als eine Information zu

übersehen, die für den Anbau von Teakbäumen

innerhalb einer bestimmten Anbaufläche

wichtig sein könnte“, erklärt

Forstwirtschaftsingenieur Manuel Solis, der

die Planung und das Management der

Plantagen von Life Forestry Ecuador verantwortet.

Viele der Teakbestände von Life Forestry

sind mittlerweile zehn Jahre alt, so dass die

Forstwirte und Kunden am Lebendobjekt

prüfen können, ob der Standort einer

Finca klug gewählt wurde. Die Antwort erfordert

an dieser Stelle keine wissenschaftlichen

Messungen mehr: Die Höhe der

Teaks, die saftigen Blätter und der breite

Stammumfang sprechen für sich.

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 25


Kommentar

Der Wohlstand der Deutschen

ist akut gefährdet

Das anerzogene Sicherheitsbedürfnis in der Kombination mit Niedrigzinsanlagen

wird den Wohlstand der meisten Deutschen gefährden

Der gesamte Finanz- und Kapitalmarkt

bedingt eine Neuorientierung bei

Geldanlagen.

Die Ausrichtungen werden anspruchsvoller

und komplexer für Anleger und Investoren.

Wie investiere ich aktuell mein Geld? Wie

behalte ich meine Liquidität? Wie kann ich

mindestens die Inflation ausgleichen? Wie

erhalte ich trotzdem Gewinne? Wie kann

ich schleichenden Enteignungen ausweichen?

Was passiert bei Crashszenarien mit

meinem Vermögen?

Spannend wie ein Stummfilm

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen

täglich Anleger, die entweder Anlagebeträge

einmalig investieren oder aber noch

Vermögen aufbauen möchten und müssen.

Das Niedrigzinsumfeld in den weitverbreiteten

klassischen Anlageformen ist

mittlerweile so spannend wie ein Stummfilm

aus den 1920er Jahren. Verzinsungen

in Höhe zwischen 0% und 1,5% sind mittlerweile

normal und werden teilnahmslos

von dem Großteil der Bank affinen Sparer

hingenommen. Welche Auswirkungen hat

genau dieses Niedrigzinsumfeld? Sämtliche

Anlageformen, die sich gesetzlich als

„mündelsicher“ schimpfen dürfen, werden

u.a. durch festverzinsliche Papiere (auf

den Begriff „Wert“-Papier verzichten wir

hier bewusst) gespeist, somit sind reale Gewinne

nicht zu erwirtschaften. Mündelsichere

Papiere existieren Kraft Gesetzes z.B.

in klassischen Lebens- und Rentenversicherungen,

Bausparverträgen, Festgeldkonten,

Bundes(…)papieren, festverzinslichen

Anlagen. Das anerzogene Sicherheitsbedürfnis

in der Kombination mit Niedrigzinsanlagen

wird den Wohlstand der meisten

Deutschen gefährden bzw. hohe zukünftige

Vermögensverluste bescheren. Was

muss zusätzlich erläutert werden? Man

achte immer noch zusätzlich auf eine steigende

Inflation zum heutigen Ist-Stand

und die stetigen Eingriffe der Steuerpolitik

auf Geld- und Kapitalanlagen. Ein riesiger

„Kuchen“, an dem man sich zukünftig

noch mehr seitens der Politik bedienen

muss, um die Haushalte zu bedienen.

Sparen in der falschen Phase

Über 80% der Deutschen sparen genau in

diesen Niedrigzinsanlagen für das Alter an.

Genau hierin liegt die immense Gefahr.

Das eigene Sparziel ist teilweise jahrzehntelang

entfernt, es tut heute noch nicht

weh! Mit dem Rentenalter 65 oder 67

haben ausnahmslos alle nur ein Problem,

man kann die Zeit des sinnvollen Sparens

und der Vermögenssicherung nicht mehr

zurückdrehen! Wer sich ernsthaft Gedanken

um sein bisher Erspartes oder um sein

zukünftig angestrebtes Sparvermögen

macht, der muss ich bewusst sein, dass die

ganze Finanzwelt sich bereits verändert

hat und sich noch weiterhin gravierend

verändern wird.

Vermögen neu strukturieren

Eine aktive Vermögensum- bzw Neustrukturierung

ist ausnahmslos für alle Sparer

notwendig, wenn man nicht hohe Vermögensverluste

erleiden möchtze. Und wer

will das schon? Dabei gilt zu beachten,

dass man für den eigenen mittel- und

langfristigen Anlagebereich den Anteil der

Niedrigzinsanlagen ohne Wenn und Aber

reduzieren muss, um hier Optimierungen

und Wertsteigerungen in seinem Portfolio

zu erreichen, eine andere Chance besteht

definitiv nicht. Dazu sollte man eine gesunde

und vor allem selbst nachvollziehbare

Mischung und Streuung seiner

Anlageklassen durchführen und den Sachwertanteil

erheblich aus- und aufbauen.

Der Sparer muss seine Geldanlagen komplett

überprüfen, abwägen und teilweise

neu ausrichten und muss sich vor allem

aktiv mit diesen wichtigen Themen auseinander

setzen. Nur so ist auch später ein

Wohlstand im Alter noch möglich.

Der Autor Thomas Hennings ist spezialisiert auf die

Makroökonomie und Sachwertmakler.

Goodluz depositphotos


Kommentar

Immobilien vs.

Staatsanleihen

Immobilien sind das

bessere Investment

Der Vorstand der Real I.S. AG, Jochen Schenk, vergleicht in seinem Kommentar

für das Sachwert Magazin die Renditen von Immobilien und Staatsanleihen

andresr depositphotos

Die Differenz zwischen den Total Returns

von Büroimmobilien an den europäischen

Top-Standorten und den

Renditen von vergleichsweise sicheren

Staatsanleihen ist heute so groß wie

nie zuvor: Rund 3,5 Prozent mehr lassen

sich mit Immobilien erzielen. Investoren

und Marktbeobachter fragen

sich gegenwärtig, ob Büroinvestments

auch langfristig ein attraktives Investment

sind. Ihre Befürchtung: Die Objekte

sind bereits zu teuer für eine attraktive

Anlage. Fallende Mieten oder

steigende Renditen und damit entsprechend

sinkende Immobilienpreise

könnten beim späteren Verkauf Verluste

bescheren. Ich halte selbst unter

einer ausgeprägten Risikobetrachtung

ein Immobilieninvestment weiterhin

für attraktiv und vergleichsweise lohnend

– vorausgesetzt, die Immobilien

werden professionell ausgewählt und

bewirtschaftet.

Extrembeispiel

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, dass

die Immobilienpreise extrem fallen

müssten, damit die Total Returns von

zum Beispiel Büroimmobilien hinter

jenen von Staatsanleihen zurückblei-

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 24


en. Für sicherheitsorientierte und regulierte

Anleger sind ausgewählte

Bonds derzeit eine der wenigen großvolumigen

Anlagealternativen – sie

müssen sich allerdings mit äußerst geringen

Renditen zufrieden geben. Die

Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen

etwa verzeichnete in den vergangenen

Jahren einen Abwärtstrend

und schwankte zuletzt um 1,5 Prozent

p.a. Das heißt: Wer heute in eine

zehnjährige Bundesanleihe investiert,

wird bei Rückzahlung des Rentenpapiers

einen Gesamtrückfluss von rund

115 Prozent erzielen. Zum Vergleich:

Die durchschnittliche Spitzenrendite

für Büroimmobilien in den Top-7-Städten

Deutschlands liegt derzeit bei rund

fünf Prozent p.a. Durch diese jährliche

Ausschüttung ergibt sich für den Investor

bei einer Investmentlaufzeit von

zehn Jahren ein Überschuss von 50

Prozent – allein aus dem Cashflow der

Immobilie. Noch nicht berücksichtigt

ist dabei der Erlös durch den Verkauf

des Gebäudes. Sind der Kauf- und

Veräußerungspreis netto gleich, erzielt

der Investor bei diesem Investment

einen Total Return von 150 Prozent.

Das heißt unter Risikogesichtspunkten:

Selbst wenn der Verkaufspreis des Objekts

35 Prozent unter dem Kaufpreis

liegt, wird immer noch das Ergebnis

eines Bonds-Investments von 115 Prozent

erzielt.

Anfangsrenditen

Dass das Szenario eines solchen Preisrückschlags

extrem ist, macht ein Blick

auf die Anfangsrenditen deutlich:

Würde die Immobilie lediglich für 65

Prozent des ursprünglichen Kaufpreises

veräußert, hieße dies, dass die Ankaufsrendite

für jene Top-Immobilien,

deren Anfangsrendite heute im

Schnitt bei knapp fünf Prozent lieg,

auf 6,6 Prozent ansteigt – ein Wert,

der beim Verkauf hochwertiger Objekte

in der Vergangenheit noch nicht

zu beobachten war und der auch

künftig unwahrscheinlich scheint.

Auch die Befürchtung derart stark fallender

Mieten scheint unbegründet –

zumindest, wenn sich Investoren auf

entsprechende Standorte konzentrieren.

Für Büroimmobilien in Top-Lagen

gehen Marktbeobachter davon aus,

dass die Spitzenmieten in den kommenden

Jahren weiter steigen. Das gilt

sowohl für zahlreiche deutsche Städte

wie Berlin, München, Hamburg und

Düsseldorf als auch für viele europäische

Großstädte wie Paris und Amsterdam.

Treiber für das

Mietpreiswachstum ist das niedrige

Fertigstellungsvolumen. Besonders die

von vielen Unternehmen nachgefragten

modernen Büroflächen sind rar.

Daran dürfte sich auf absehbare Zeit

kaum etwas ändern, sodass die Mieten

aufgrund hoher Nachfrage bei geringem

Angebot weiterhin steigen

sollten. Eigentümer bestehender Objekte

können davon profitieren. Voraussetzung

dafür ist ein aktives

Assetmanagement, das auf aktuelle

Marktentwicklungen reagiert, indem

es beispielsweise Flächen an die Nutzerbedürfnisse

anpasst.

Das von vielen

befürchtete

Risiko

von Preisrückschlägen

ist überschaubar

Immobilien schneiden besser ab

Insgesamt zeigt die sicherlich vereinfachte

Darstellung meiner Meinung

nach deutlich: Im Vergleich der Assetklassen

Staatsanleihe und Immobilien

schneiden letztere unverkennbar besser

ab, auch unter Einrechnung der

geringeren Liquidität. Das von vielen

befürchtete Risiko von Preisrückschlägen

ist überschaubar. Selbst wenn die

Veräußerungserlöse deutlich hinter

den Kaufpreisen zurückbleiben sollten,

erzielen Investoren mit Immobilien

immer noch bessere Resultate als mit

Bonds. Diese Annahme befreit jedoch

nicht von der Aufgabe, mögliche Immobilieninvestments

genau zu prüfen

und Chancen und Risiken abzuwägen.

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 24


Diamanten

Was bei Diamanten

den Preis bestimmt

Die „4 C‘s“ beim Diamantenkauf –

Clarity, Color, Cut, Carat

Diamanten üben eine große Anziehungskraft

auf Menschen aus. Sie sind selten,

wertvoll, begehrt und vor allem bieten sie

mittlerweile auch eine attraktive Investitionsmöglichkeit

zum Vermögensschutz. Jedoch

ist Diamant nicht gleich Diamant.

„Beim Kauf eines Diamanten müssen gewisse

Qualitätsstandards eingehalten und

berücksichtigt werden. Neben der Reinheit,

der Farbe und des Schliffs ist das Gewicht

eines Diamanten von entscheidender

Bedeutung für die Qualität und letztlich

des Wertes des Steines“, weiß der Diamantenexperte

und Geschäftsführer von

DIAMONDSTOXX, Dr. Ulrich Freiesleben.

Clarity – Reinheit

Die Reinheit eines Diamanten wird daran

bemessen, in welchem Maße er frei ist von

irgendwelchen Einschlüssen - den so genannten

"Fingerabdrücken der Natur".

Fast alle Diamanten zeigen Einschlüsse von

nicht kristallisiertem Kohlenstoff - also des

Stoffes, aus dem sie entstanden sind. Oft

sind die Einschlüsse mit bloßem Auge nicht

zu sehen und werden erst bei vielfacher

Vergrößerung erkennbar. Je reiner ein Diamant

ist, desto seltener ist er auch. Größere

Einschlüsse können die Schönheit

merklich beeinträchtigen. Ein Anlagediamant

sollte in der Regel das Qualitätsmerkmal

IF (Internally Flawless) „lupenrein“

besitzen.

Color – Farbe

Bekannt ist der Diamant als farbloser Edel-

Franka Lupin fotolia

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 25


Diamanten

stein. Hochfeines Weiß ist jedoch äußerst

selten. Es ist das Ideal eines Kristalls, der es

vermag, weißes Licht wie ein Prisma in alle

schillernden Regenbogenfarben aufzubrechen.

Diamanten mit einer deutlichen reinen

Farbe sind äußerst selten; sie werden

"Fancies" genannt und kommen in fast

wiegt. Zur Vermögenssicherung geeignet

sind 0,50 ct Halbkaräter aufwärts in den

gesuchten Größen.

Zusammenfassung – Diamanten als

Wertanlage

„Die 4 C’s sind die wichtigsten, den Preis

Deutschlands Top-Experte für

Diamanten: Dr. Ulrich Freiesleben

allen Farben vor. Bekannt sind vor allem

leuchtend gelbe Töne, selten rosa, pink,

orange, extrem selten blau und grün. Zur

nachhaltigen Vermögenssicherung eignen

sich Diamanten in den Farben D-G („hochfeines

Weiß“ und „bis feines Weiß“)

Cut – Schliff

Erst der wohlproportionierte Schliff verleiht

dem Diamanten sein unverwechselbares

Leuchten. Der Schliff ist das Kriterium, das

der Mensch direkt beeinflussen kann - die

anderen hat die Natur bei jedem Stein vorgegeben.

Ein guter Schliff reflektiert das

sprichwörtliche Feuer eines Diamanten

durch richtige Proportionen und die Anordnung

seiner Facetten (Flächen, die das

Licht in bestimmten Winkeln reflektieren).

Die meisten Diamanten werden mit 57

(oder 58 inklusive der Kalette) Facetten geschliffen.

Die Qualitätsstufen sind: sehr

gut, gut, mittel, gering. In einem geschliffenen

Diamanten mit guten Proportionen

wird das Licht von einer Facette zur anderen

reflektiert und strahlt dann durch das

Oberteil des Steines zurück. Ist der Schliff

des Diamanten zu spitz oder zu flach, entweichen

Lichtstrahlen durch das Unterteil

des Steins. Die Schliffqualität bei Diamanten

zur Wertanlage sollte immer mit „Excellent“

beurteilt sein.

Carat – Gewicht

Carat ist die Einheit, in der das Gewicht

eines Diamanten angegeben wird. Ein

Karat wiegt 0,2 Gramm und entspricht

100 Punkten, demgemäß hat ein Diamant

mit 50 Punkten also 0,5 Karat und wiegt

0,1 Gramm. Wichtig ist, dass Karat ein

Maß für das Gewicht, nicht die Größe,

eines Diamanten ist. Daher ist ein zweikarätiger

Diamant nicht doppelt so groß wie

ein einkarätiger, obwohl er das Doppelte

bestimmenden Merkmale. Je größer ein

Diamant, je weißer seine Farbe, je sauberer

seine Reinheit und je höher seine Schliffqualität

desto teurer und wertvoller ist ein

Diamant. Zu Anlagezwecken geeignete

Diamanten sollten in jedem Fall nur in den

höchsten Qualitäten und nur innerhalb der

gesuchten Größen gekauft werden. Schon

kleine Nuancen in den Qualitäten können

große Unterschiede im Preis bedeuten“,

rät Katja Herrmann, Geschäftsführende

Gesellschafterin von DIAMONDSTOXX.

Wer sich für Diamanten

zur Vermögenssicherung

entschieden

hat, sollte beim Kauf

und der Beschaffung

der Steine gut beraten

sein.

Darüber hinaus sind weitere Qualitätsmerkmale

wie Polish, Proportionen, Fluoreszenz

und das Zertifikat von sehr großer

Bedeutung in Bezug auf den Preis und

Wert eines Diamanten. Wer sich für Diamanten

zur Vermögenssicherung entschieden

hat, sollte beim Kauf und der

Beschaffung der Steine gut beraten sein.

Es ist vor allem darauf zu achten, dass er

es mit ausgewiesenen und erfahrenen Experten

zu tun hat, die über die notwendigen

Zugangswege verfügen und einen

guten Ruf genießen.

SACHWERT MAGAZIN ONLINE Nr. 25

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