Januar 2014: "Ding Dong! Hier werden Sie geholfen."

stuv.uni.wuerzburg.de

Januar 2014: "Ding Dong! Hier werden Sie geholfen."

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Januar 2014

Ding Dong!

Hier werden Sie geholfen.

Wer, wie, was? Wieso, weshalb,

warum? Wer nicht fragt…

…muss sich wenigstens nicht mit unbefriedigenden

Antworten herumschlagen.

VON MAX SCHMITT

Die Universität ist ein Hort des Wissens. Bildungsstätte

Abertausender junger Menschen,

Arbeitsplatz und soziales Wildgehege der präakademisierten

Gesellschaft. Fernab des klassischen

Lehrbetriebs warten kulinarisches

Angebot, Kinderbetreuung, Auslandsaufenthalte,

Weiterbildungskurse und und und. Wer

Fremdsprachen lernen möchte, kommt im

Leben wohl kaum wo so günstig weg, wie an

der Hochschule. Wer sich engagieren und einbringen

will, findet im universitären Umfeld

unzählige Arbeitskreise, Referate und ideologische

(Hochschul-)Gruppen, die sich über

tatkräftige Unterstützung freuen. Und wer, wie

ich, ständig keine Ahnung hat, findet bei den

Fachschaften einen großen Fundus an Tipps,

Tricks und Wissenswertem rund um den Hochschulbetrieb.

Trotz des breiten Angebots werden ständig

stimmen Laut, die Uni fordere, fördere aber

nicht. Nun, es bedarf in der Tat einer klaren...

Fortsetzung auf Seite 3


Seite 2

Impressum

Sprachrohr Januar/Februar 2014

impressum

Herausgeber

Studierendenvertretung

der Universität Würzburg

Kontakt

Mensagebäude am Hubland, Zimmer 104

97074 Würzburg

Telefon: +49 (0) 931 31-85819

Fax: +49 (0) 931 31-84612

E-Mail: sprachrohr@uni-wuerzburg.de

Internet: stuv.uni-wuerzburg.de

Redaktionsleitung

Max Schmitt

Layout

Alexander Axmann

Titelseite

Julius T.... www.jugendfotos.de

Auflage

4.000 Stück

Druck

Dresdner Verlagshaus Druck GmbH

Meinholdstraße 2

01129 Dresden

Redaktion

Alexander Axmann, Alexander Bagus, Katharina

Deppisch, Amina Hussein, Christopher Kitsche,

Justus Neidlein, Lena Roder, Katharina Rühl,

Amelie Scharrer, Esther Schießer, Denise Schiwon,

Philip Stölzl, Annabel M. Talavera de Schyrbock

Redaktionelle Mitarbeit

Studierendenvertretung der Universität Würzburg

Die Hochschulgruppen der Universität Würzburg

Für die Inhalte der jeweiligen

Artikel in dieser Zeitung sind,

sofern nicht ausdrücklich

anders vermerkt, die jeweils

genannten AutorInnenen

selbst verantwortlich. Die

Gesamtverantwortung für die

Inhalte der Website liegt bei

der Studierendenvertretung

der Universität Würzburg.

V.i.S.d.P. StuV WÜ

(siehe: Art. 5, Abs. 1 BayPrG)

Der Blutspendedienst des BRK bittet um Ihre Hilfe

BLUTSPENDE

29.

Januar

2014

Studentenwerk


Mehrzwecksaal, Am Hubland

11:00 bis 15:00 Uhr

Als kleines Dankeschön erhält jeder Spender


Weitere Infos: 0800 11 949 11 (kostenlos) oder unter www.blutspendedienst.com


Seite 3

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Editorial/Inhalt

Fortsetzung von der Titelseite

... Entscheidung, ob man sich mit Scheuklappen

auf den Augen durch den Regelstudienbetrieb

treiben lassen möchte, das Studium als Absatz

in der Vita sieht und diese sogenannte „Uni“

als Mittel zum Zweck verbucht – oder man ist

auch an der Entwicklung seiner Persönlichkeit

interessiert, möchte den eigenen Horizont erweitern,

Dinge ausprobieren und mehr als Faktenwissen

aus der Zeit an der Alma Mater mitnehmen.

Allen, die meckern statt machen, kann ich

nur raten: Organisiert eure eigenen Veranstaltungen

in der Kellerperle, lernt den Umgang

mit Photoshop im Rechenzentrum, trefft euch

zum Uni-Sport, spielt Theater, fahrt mit den

Referaten auf Exkursion oder sammelt erste

journalistische Erfahrungen, hier beim Sprachrohr.

Gründet euer eigenes Referat und seid

Lobby für eure eigenen Interessen. Setzt euch,

von mir aus, für pinke Mülleiner ein, mehr

Männer im Frauen-Lacrosse-Team, kämpft mit

Gleichgesinnten gegen das Hörsaalsponsoring

oder stärkt die Rechte von Krötenleichen in

der Biologie. Hauptsache, macht was! Um mit

bekannten Worten zu schließen: „Frag nicht,

was dein[e Uni] für dich, sondern was du für

dein[e Uni] tun kannst.“


Max Schmitt für das Sprachrohr

Editorial

Liebe Lesenden,

„…sag’ beim Abschied leise Servus, nicht

Lebwohl und nicht Adieu – diese Worte

tun nur weh.“, so formuliert es Peter

Kreuder, deutsch-österreichischer

Komponist des 20. Jahrhunderts. Und

wo, wenn nicht in unseren Gefilden, ist ein

herzliches „Servus“ das, was dem Italiener „ciao“,

den Hawaiianern „Aloha“ und den Schweizern

ihr „Salü“. Ein kleines Wort, das gleichsam den

Abschied einläutet und indes als Begrüßungsformel

fungiert. So soll es kein gänzliches „auf nimmer

Wiedersehen“ sein, sondern eher ein „bis

bald – aber anders“. Nach über zwei Jahren als

Mitglied dieser Redaktion streiche ich mit dieser

Ausgabe vorerst die Segel. Die ein und andere

Kolumne findet sicher noch den Weg auf diese

Seiten, doch als Leiter des Referats

Presse werde ich mich zurückziehen.

Ja und genau aus diesem

Grund, sage ich nicht „arrivederci“,

sondern eben „Servus“ – auf

dass man sich wiederliest.

In der letzten Ausgabe des Wintersemesters

2013/14 haben wir uns der

Frage gewidmet: Was kann die Uni eigentlich für

mich tun? Ein Appell an die Schönheit, ein Gespräch

mit dem Vorsitzenden des Sprecher- und

Sprecherinnenrates, sowie Meinung, Methode

und mehr wartet auf euch – und möchten gelesen

werden. Zudem: Die ersten LeserInnenbriefe

sind da! Schaut rein…

HabeDieEhre – und Servus

Euer Max Schmitt

Erhoben

Im Gespräch mit Daniel

Janke, Vorsitzender des SSRs

mehr auf Seite 6

Erhaben

Der Wandel der Schönheit

mehr auf Seite 12

Ernährt

Gesund gegen den

Weihnachtsspeck

mehr auf Seite 14

SSR PUR

Inhalt

Sprachrohr

Januar und Februar

2014

4 Menschenrechte per Kooperation?

Kritik am Abkommen mit

der König-Saud-Universität Riad

5 Ein Haus für alle

Das Students' House ist da!

INTERVIEW

6 "Ruhe ist nicht Sinn und Zweck

dieses Amtes"

Das Sprachrohr im Gespräch mit Daniel

Janke, Vorsitzender des SSRs 2013/2014

THEMA

8 Eigenverantwortlich Medien gestalten

Das Zentrum für Mediendidaktik

9 Dummerweise Hampelmann

Student vs. Dozent

10 Vom Kurs abgekommen

Selbst steuern oder treiben lassen?

11 Umfrage

Wünsch dir was – Räume an der Uni

(UNI-)LEBEN

12 Im Wandel der Schönheit

Jeder von uns möchte schön sein

14 Leckere Rezepte

Katharina Deppisch empfiehlt

MENSAPLAN

15 Mensaplan für Studentenhaus und

Hublandmensa vom 03.02. bis 28.02.

NACHGEFRAGT

20 Heute: Was kann die Uni für mich tun?

22 Nachgefragt 2.0

Individuelle Fragen an eure

Hochschulgruppen

ANSICHTEN

24 Kommentare, Kolumnen, ein Comic

und zwei LeserInnenbriefe

KULTUR

27 Filmrezensionen

29 Buchrezensionen

30 Kulturtipps

Unser Chefredakteur empfiehlt

31 KultiMaTe

Euer Referat Kultur empfiehlt

27.1. bis 28.2.


Seite 4

SSR Pur

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Rike / pixelio.de

Menschenrechte per Kooperation?

Der Sprecher- und Sprecherinnenrat kritisiert das Abkommen

mit der König-Saud-Universität Riad

VON ALEXANDER BAGUS

m Menschen- und Bürgerrechte ist

es in Saudi-Arabien, gelinde gesagt,

nicht gut bestellt. Handabhaken

bei Diebstahl, die Vollstreckung der

Todesstrafe absolutistische Herrschaftsformen,

das Fehlen jedweder Gleichberechtigung und

Diskriminierung sexueller sowie religiöser Minderheiten

stehen dort auf der Tagesordnung.

Als im Senat die Universitätsleitung verkündete,

eine Kooperation mit der König-Saud-

Universität (KSU) in Riad abschließen zu

wollen, wurde von Seiten der studentischen

Vertreter Kritik laut. Der gesamte Sprecher- und

Sprecherinnenrat (SSR) hat sich dieser kritischen

Haltung angeschlossen. Inzwischen ist

dieser Kooperationsvertrag unterzeichnet, über

die Ausgestaltung der Details wird im Laufe des

neuen Jahres noch verhandelt. Die Kritik flaut

deswegen aber nicht ab. Auch das Verfahren an

sich stört. „Der Präsident würde sich keinen Zacken

aus der Krone brechen, wenn er so eine

Kooperation im Vorfeld an der Hochschule debattieren

ließe“, erklärt Daniel Janke, Vorsitzender

des SSR.

Die studentische Senatorin Jana Englmeier

kritisiert die Benachteiligung des weiblichen

Forschungsnachwuchses: „Bei der in Saudi Arabien

herrschenden Situation für Frauen wird

wohl niemand auch nur auf die Idee kommen,

eine Studentin oder Doktorandin dorthin zu

schicken.“ Die Benachteiligung von Frauen

beschränke sich nicht nur auf das Autofahrverbot

für Frauen oder die strikte Trennung

der Geschlechter in der gesamten Gesellschaft,

sondern gehe noch weiter, erklärt Englmeier.

„Frauen sind in Saudi Arabien nicht einmal

geschäftsfähig. Ich könnte mir dort nichts zu

essen kaufen ohne die Zustimmung meines

männlichen Vormunds!“, ergänzt sie empört.

Bei einem Treffen des Sprecher- und Sprecherinnenrat

mit der Universitätsleitung erklärte

letztere, man hoffe, durch den Austausch junger

Leute die westlichen Moralvorstellungen

von Rechtsstaatlichkeit, Gleichstellung und

Demokratie zu exportieren. Auch öffentlich

verteidigte die Uni-Leitung den Kooperationsvertrag.

Immerhin sei die KSU international

vernetzt, darunter auch deutsche Universitäten

wie die Ludwig-Maximilians-Universität

München. Es handle sich um ein „völkerverbindendes

Element zur Förderung eines gemeinsamen

Verständnisses unterschiedlicher

Nationen, Kulturen und Sprachen“. Die Vereinbarung

mit der KSU diene „der Vertiefung

und Ausweitung der bereits seit Jahren bestehenden

Zusammenarbeit“, die als Ziel einen

„bilateralen Austausch“ anstrebe. Es wird insgeheim

gehofft, so auch eine Stärkung progressiver

Kräfte in Saudi-Arabien bewirken zu

können.

Janke hält dem entgegen, dass „durch den

Austausch einiger Studierender und Promovierender

wir in Saudi Arabien nicht die Demokratie

durchsetzen werden.“ Seine Forderung

an die Universitätsleitung dafür: Eine Ergänzung

der Vereinbarung um eine explizite Formulierung

zur Frauenförderung. „Die Grundfrage

lautet doch: Wollen wir eine Kooperation

mit einer Universität eines Landes das fundamentale

Menschenrechte missachtet?“, erklärt

Janke und stellt damit die Kooperation grundsätzlich

in Frage. Nachdrücklich verweist der

SSR-Vorsitzende auf die fehlende Trennung

von Kirche und Staat sowie die absolutistische

Herrschaft des Königs, der alle Gesetzte beliebige

erlassen, ändern und aufheben kann.


Seite 5

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

SSR Pur

Alexander Bagus

Ein

HAUS

für

ALLE

Ein Ausschuss Eurer StuV erarbeitet

Nutzungskonzepte für das Students‘ House

VON ALEXANDER BAGUS

Was macht man eigentlich mit einem

Generalshaus? Mit dieser Frage setzen

sich sieben Kommilitonen und

Kommilitoninnen im Ausschuss

„Students‘ House“ auseinander. Der Ausschuss

wurde vom Studentischen Konvent im November

2013 bestellt, um Nutzungskonzepte für das

Haus zu erarbeiten. Das alte Generalshaus auf

dem Hubland Campus Nord liegt zwischen der

neuen Fußgängerbrücke und dem Sprachenzentrum

und wurde der Studierendenvertretung

(StuV) von Seiten der Universitätsleitung

zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Viele Ideen standen und stehen weiterhin

im Raum. Soll ein Bar, eine Lounge sowie ein

Proberaum dort für Studis eingerichtet werden?

Wie sieht es mit einem neuen oder weiteren

Büro für die StuV aus? Wie soll der Garten

genutzt werden? Es gibt hier viele Ideen und

Möglichkeiten, aber manches wird auch wegen

des Gebäudezuschnitts nicht funktionieren. So

wird aufgrund der Kleinteiligkeit der Räume

ein großer Besprechungs- / Schulungs- / Ausstellungsraum

sowie ein Plenarium leider nicht

möglich sein.

Auch die Barrierefreiheit liegt dem Ausschuss

am Herzen. Daher hat man sich mit Sandra

Ohlenforst von der Kontakt- und InformationsStelle

für Studierende mit Behinderung

und chronischer Erkrankung (KIS) getroffen.

Sie hat dringenden Bedarf angemeldet, was die

Absenkung des Bordsteins angeht, eine Rampe

zum Haus, einen Weg um das Haus zur Terasse

sowie eine Behindertentoilette im Erdgeschoss.

Dies wird keine günstige Angelegenheit, weshalb

der Ausschuss auch nach weiteren Geldgebern

sucht, sobald ein Konzept vom Konvent

abgesegnet wurde.

Doch bis das Haus wirklich genutzt werden

kann, gibt es – abgesehen von der Barrierefreiheit

– auch jede Menge zu tun: Der verwilderte

Garten muss auf Vordermann gebracht werden,

Böden müssen ausgetauscht werden sowie eine

Grundreinigung erfolgen. Manche Räume müssen

wohl auch zusammengelegt werden, soweit

dies möglich ist. Der Ausschuss hat sich deswegen

auch mit der Studierendenvertretung der

Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Würzburg-Schweinfurt in Verbindung gesetzt

und um Unterstützung von Seiten eines Architekturstudierenden

gebeten.

Über den Namen des Hauses fand auch von

Anfang Dezember bis Anfang Januar eine Umfrage

statt, um zu ermitteln, welchen Namen

das Haus nun tragen soll. Zehn Vorschläge standen

dabei zur Auswahl: Captain's House, Casa

Herbipolensis, Hufeisen - deine Werkstatt am

Campus, Julius Schmiede, Nyumba ya wanafunzi

(Suaheli für "Haus" bzw. "Haus der Schüler"),

Rosa Villa, Rudi-Dutschke-Haus, Students'

House, Villa Kunterbunt und White House. Das

finale Ergebnis der Abstimmung wurde vom

Sprecher- und Sprecherinnenrat bis zum Redaktionsschluss

leider noch nicht festgestellt

und dem Konvent auch noch nicht mitgeteilt.

Ein Vorschlag, der eingebracht wurde, wird

auch am schnellsten Berücksichtigung finden:

Die mögliche Einrichtung von Notunterkünften.

Es soll mittels Feldbetten und Trennwänden

mehrere kurzfristige, provisorische

Schlafplätze geben. Für Strom und Heizung ist

sowieso schon gesorgt, alleine die Wasserversorgung

bereitet derzeit noch Probleme. Auch ein

Thema, um das sich der Ausschuss kümmert.

Egal, welcher Name und welches Konzept

am Ende kommen mögen, im Fokus liegt dem

Ausschuss bei allen Überlegungen der Nutzen

für alle. Das Haus soll in seiner Funktion jedem

Studierenden dienen, dafür ist auch die Lage

optimal. Und wer Lust hat sich einzubringen,

der kann auch einfach zu den Treffen des Ausschuss,

die auf der Homepage der StuV angekündigt

werden, kommen. Jeder Kopf, der tatkräftig

mitanpacken will, ist gerne gesehen!


Seite 6

Interview

Sprachrohr Januar/Februar 2014

„Ruhe ist nicht Sinn und Zweck dieses Amtes“

Das Sprachrohr im Gespräch mit Daniel Janke, Vorsitzender des Sprecher- und Sprecherinnenrats 2013/2014

Es gibt zu vielen Fragen oft viele Meinungen

und somit viele Diskurse. Das sichert uns jedoch

Konsensentscheidungen, auch wenn die

stellenweise sehr lange dauern.

In urbanem Ambiente nehme ich

Daniel Janke in Empfang. Der Vorsitzende

des Sprecher- und Sprecherinnenrats

(SSR) hat nun rund die erste

Hälfte seiner Amtszeit hinter sich.

Wir sprechen über Wünsche, das Resignieren

und die Zusammenarbeit

mit einem buntem Haufen von StudierendenvertreterInnen,

der Hochschule

und anderen Interessenverbänden

wie der Presse.

INTERVIEW GEFÜHRT VON MAX SCHMITT

Sprachrohr: Seit Oktober 2013 bist du Mitglied

des Sprecher- und Sprecherinnenrats (SSR). Wie hat

sich seither dein Tag verändert?

Daniel Janke: Viele Termine und ein sehr

unplanbarer Alltag sind die deutlichsten Veränderungen.

Ich kann nicht mehr mein komplettes

Semester im Vorhinein organisieren,

da ich auf spontane Ereignisse und Termine

Rücksicht nehmen muss.

Ist dieser volle Kalender so einfach mit deinem Studium

vereinbar? [Anm. d. Red.: Daniel Janke studiert

Luft- und Raumfahrtinformatik]

Ich habe, in Anführungszeichen, das „große

Glück“, ein Jahr länger studieren zu dürfen

bzw. zu müssen. Da mir aktuell noch eine einzelne

Veranstaltung, besser gesagt Prüfungsleistung,

fehlt, habe ich außer dieser wenig

Pflichtstunden zu absolvieren. Ansonsten wäre

ein regelmäßiges Vollzeitstudium nicht so

leicht mit der Arbeit des SSRs vereinbar.

Das heißt, man müsste absichtlich sein Studium verlängern?

Genau, eine kleine Auszeit vom Studium, wenn

man es so nennen möchte, ist im Zuge dessen

ganz normal.

Denkst du das hindert manche daran, sich auf diese

Weise in der Hochschulpolitik zu engagieren?

Sicher, aber das war auch früher schon so. Natürlich

sind manche Zeitpläne seit Bologna

enger gestrickt, aber es gab immer Studis, die

sich gerne und absichtlich die Zeit für ein solches

Amt genommen haben – und wiederum

welche, die schnellstmöglich durch-studieren

wollten.

In dem Fragebogen, den ich euch zu Beginn des Semesters

vorgelegt habe, sagst du, deine persönlichen

Ziele für die Amtszeit sind „die Zusammenarbeit im

SSR effizient und freundschaftlich zu gestalten…“.

Wie läuft’s?

Ich sag es mal so: Wir sind eine Gruppe von

Menschen, die die Diskussion nicht scheuen.

Wo könnte man nachbessern?

Die Kommunikation ist manchmal etwas

schwierig. Das kann dazu führen, dass entweder

Arbeiten doppelt, oder gar nicht erledigt

werden – je nachdem ob sich mehrere oder

niemand zuständig fühlen. Ich denke, das sind

kleine Kinderkrankheiten, die wir auch immer

besser in den Griff bekommen. Es dauert seine

Zeit, bis sich ein Team eingespielt hat und perfekt

harmoniert.

Ein weiterer Punkt auf deiner Wunschliste war es,

„die finanzielle Situation von Unibibliothek und Studentenwerk

zu verbessern“. Wäre da eine verfasste

Studierendenschaft nicht sinnvoll? [Anm. d. Red.:

Das Sprachrohr berichtete in der Ausgabe Mai/Juni

2013 von der Verfassten Studierendenschaft.]

Definitiv. Wir setzten uns diesbezüglich regelmäßig

mit Landtagsabgeordneten der verschiedenen

Parteien an einen Tisch und ernten, je

nach Partei, Zustimmung oder Ablehnung. Aktuell

gehen wir den Weg über die Verbandsarbeit

und versuchen beispielsweise auch durch

den fzs, den Dachverband der deutschen Studierendenschaften,

an Mittel zu kommen.

Aktuell seid ihr darauf angewiesen, welche „Mittel“

– auf gut Deutsch, wie viel Geld – euch die Landesregierung

zur Verfügung stellt?

Genau, wobei man sagen muss, dass das Geld

aus der öffentlichen Hand den kleinsten Teil

ausmacht. Um genau zu sein stammen weniger

als ein Fünftel unserer Gelder vom Freistaat –

man könnte uns vielleicht als Unternehmen

bezeichnen, das staatliche Unterstützung erfährt.

Wie finanziert ihr euch sonst?

Insbesondere durch Veranstaltungen, wie die

Mensa-Party oder Campuslichter.

Von der Idee, einer sich selbst verwaltenden und

finanziell unabhängigen Studierendenvertretung,

sind nicht alle Mitglieder des aktuellen SSRs angetan.

Ist das wieder ein Beispiel für eure Meinungsvielfalt

und eine erfolgreiche Konsenssuche, oder findet

sich hier ein unüberwindbares Problem?

Auch bei diesem Thema finden sich Vor- und

Nachteile. Durch die verschiedenen Meinungen

wird ausgiebig diskutiert – und das ist eine

Art Korrektiv, das Schnellschüssen vorbeugt.

Wie vieles andere wird auch dieser Punkt von

allen Seiten beleuchtet, bevor wir handeln.

Doch eins ist klar: Es kostet Nerven und Zeit.


Seite 7

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Interview

Aber es lähmt euch nicht?

Nein.

Der alte Senator, Riccardo Altieri, hat auf die Frage

nach dem Resümee seiner Zeit geantwortet: „Engagement:

sehr hoch. Ergebnis: eher gering.“ Kannst du

schon abschätzen, was von eurer Zeit bleibt?

Eine Langzeitprognose ist schwierig. Es gibt einige

Punkte, die aktuell in der Diskussion sind,

aber was als Ergebnis nach unserer Amtszeit

bleibt, kann man noch nicht abschätzen. Für

ein Resümee ist es zu früh.

Ist nicht generell ein Jahr etwas zu kurz?

Da muss ich dir zustimmen. Ich merke seit Beginn

meiner Tätigkeit, dass allein die Amtswege

viel Zeit in Anspruch nehmen. Man benötigt

oft Monate zum Planen, Ausformulieren

und Gegensteuern. Um also große Dinge zu

ändern, sind definitiv mehrere Amtsperioden

nötig – das sieht man auch an dem zweiten

studentischen Sitz im Senat. Dieses Anliegen

hat Jahre gedauert, bis es zum Erfolg führte.

Deshalb ist vor allem eine ordentliche Übergabe

an den nachfolgenden SSR das A und O

unserer Arbeit. Nur so können längere Projekte

und Anliegen professionell und erfolgreich

verfolgt werden.

Ist die kurze Amtszeit nicht auch dahingehend ein

Problem, dass die Hochschulleitung seltener wechselt

als der SSR – und diese so versuchen kann, manches

auszusitzen?

Das wird fast jedes Jahr von Seiten der Hochschulleitung

versucht. Wir nutzen, wie erwähnt,

vor allem eine saubere und vollständige Übergabe

an den nächsten SSR, um noch nicht

abgeschlossene Anliegen weiter verfolgen zu

können. Da bleibt natürlich auch mal etwas

auf der Strecke und die Hochschulleitung pokert

immer wieder hoch. Es spielt eben jeder

mit den Karten, die er hat.

Ist bei all dem Einsatz die geringe Wahlbeteiligung –

und somit das scheinbar geringe Interesse der Studis

– manchmal ernüchternd?

Natürlich ist es manchmal ernüchternd und

traurig, wenn man große Teile seiner Zeit investiert

und dann die Zahlen sieht. Ich denke,

es würde erst wirklich auffallen, wenn wir

nichts mehr tun. Wie gesagt, viele verlängern

extra für dieses Engagement ihr Studium. Es

wäre schön, wenn das von einer breiteren Masse

gewürdigt werden würde.

Was sind eure Schritte, um etwas mehr Aufmerksamkeit

für eure Arbeit zu bekommen?

Wir planen insbesondere für den Wahlkampf

im Sommersemester einen politisch neutralen

Werbefilm zu den Hochschulwahlen. Dieser

soll in allen Mensen gezeigt werden und für

mehr Aufmerksamkeit sorgen. Des weiteren

sind wir mit dem Wahlamt im Gespräch und

wollen erreichen, dass Briefwahlunterlagen

ohne Antrag der Studierenden flächendeckend

verteilt werden dürfen. Das können

Schritte sein, um die Aufmerksamkeit und somit

die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Die mediale Präsenz war in den letzten Monaten

recht hoch. Egal ob eine baufällige Phil I oder der

Mangel an Wohnungen. Sollte das nicht ein Hebel

sein, den man bei den Studierenden ansetzen kann?

…im Sinne von „Hey, schaut mal. Wir kümmern

uns für euch.“

Da bleibt die Frage, wie hoch die Medienrezeption

durch die Studierenden ist. Viele sind

nicht die klassischen Main-Post oder Süddeutsche

LeserInnen, sondern orientieren sich

in den sozialen Netzwerken. Dort müssen wir

deutlich präsenter werden. Ich denke, mit den

Printmedien erreichen wir die breite Bevölkerung

sehr gut – bei den Studierenden sollten

wir aber mehr auf deren Kommunikationskanäle

eingehen.

Um das ganze etwas pathetisch zu formulieren: Spürt

man die angeprangerte Politikverdrossenheit der Gesellschaft

auch an den Hochschulen, oder sehen die

Leute ihre Zeit an der Uni einfach als kurzen Lebensabschnitt,

der keine weitere Aufmerksamkeit verdient

als: hingehen, durchstehen?

Viele können es sich nicht leisten, sich neben

dem eigentlichen Studium weiter mit der

Hochschule auseinanderzusetzten. Das mag

zum großen Teil der Bachelor- und Masterumstellung

geschuldet sein. Wir stellen zumindest

bei vielen fest, dass sobald das Semester startet,

der Kreislauf „Wissen aufnehmen, am Tag der

Prüfung auskotzen“ beginnt. Dieses Bulimie-

Lernen ist leider auch an den Hochschulen

angekommen und ein wahrer Zeitkiller. Ich

denke schon, dass sich manch eineR mehr einbringen

und engagieren würde, wenn er bzw.

sie mehr Freizeit hätte.

Kommen wir zu einem aktuellen Thema: Die Kooperation

mit der saudi-arabischen „King Saud University“

wurde von euch stark kritisiert. Du forderst in

einem Interview „die Ergänzung der geschlossenen

Vereinbarung um eine Formulierung zur Frauenförderung.“

Gibt es neue Entwicklungen?

Von Seiten der Hochschulleitung gab es lediglich

eine Stellungnahme, in der sich diese

überrascht zeigte, dass wir mit einer derartigen

Kooperation ein Problem hätten. Man sehe

dies nicht so eng wie wir, hieß es. Das wiederum

überrascht uns, da unsere Position zur

Gleichstellung und zum Schutz von sexuellen

Minderheiten seit Jahren bekannt und unverändert

ist. Dass wir also mit einer solchen Kooperation

ein Problem haben, sollte der Hochschulleitung

bekannt sein.

Und hat sich die Hochschulleitung seit ihrer Hoffnung,

man könne „durch den Austausch junger

Leute die […] Demokratie exportieren“, zu dem Thema

sowie euren Forderungen geäußert?

Nein, diesbezüglich gab es keine weiteren Äußerungen.

Die Marschrichtung der Hochschulleitung

ist: Diese Kooperationsvereinbarung

wurde geschlossen, ist festgeschrieben – und

dabei bleibt es.

Wo kann man ansetzen, wenn man sich als StudierendeR

einbringen möchte?

Man kann von Seiten der Hochschulleitung

fordern, dass derartige Kooperationen öffentlich

diskutiert werden. Manche Dozierende

wussten nicht einmal von dieser Kooperation,

obwohl sie Teil davon sind. Würde im Vorfeld

mehr miteinander gesprochen, könnte man

vorab Unstimmigkeiten beiseite räumen oder

zumindest Argumente beider Seiten austauschen

und gegebenenfalls den entstehenden

Unmut verhindern.

Abschließend: Was sind aktuelle Projekte, die sich

der SSR – und du im Einzelnen – auf die Fahne

geschrieben hat?

Die Ausfinanzierung steht aktuell im Vordergrund.

Im Jahr 2014 bekommen wir pro Studi

nur 0,41 Euro. 2007 waren es noch 0,75

Euro. Jedes Jahr werden es mehr Studierende

und immer weniger Geld. Wir stehen diesbezüglich

mit einigen Landtagsabgeordneten

im Gespräch und hoffen, dass sich bald etwas

zum Positiven ändert. Ein weiterer Punkt ist

die Zivilklausel, die zurzeit in den einzelnen

Fakultätsräten intensiv diskutiert wird. Dabei

wünschen sich verschiedene Fakultäten unterschiedliche

Vorgehensweisen – und wir sind

beratend tätig. Diese beiden Anliegen sind aktuell

im Fokus des SSRs.

Und was wünschst du dir für die zweite Hälfte der

Amtszeit? Noch immer Effizienz, oder doch einen guten

Wein und deine Ruhe?

Ruhe wäre schön, aber ich glaube, das ist nicht

Sinn und Zweck dieses Amtes. Ich wünsche mir,

dass wir nach dieser Amtszeit sagen können:

„Auch wenn wir nicht alles verändern konnten

was wir uns zum Ziel gesetzt haben, diese

Punkte haben wir erfolgreich durchgesetzt.“

Und dann sollten schon zwei bis drei Dinge

folgen. Es wäre wünschenswert, wenn wir nicht

nur die Statusgruppe der Studierenden, sondern

die Universität Würzburg insgesamt voran

bringen konnten. Wenn wir hier also zwei

bis drei Erfolge verzeichnen können, freue ich

mich.


Titelthema

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Umfangreiches Multimedia-Equipment für eigene Projekte gibt es im Zentrum für Mediendidaktik am Hubland

Eigenverantwortlich Medien gestalten

Das Zentrum für Mediendidaktik

Seite 8

VON JUSTUS NEIDLEIN

Dass ein Studium eigentlich vor allem

in Eigenverantwortung erst richtig

Sinn macht, geht im verschulten

Bachelor-/Master-System leicht unter.

Dabei bietet die Universität eine Vielzahl

an sinnvollen, interessanten und vor allem kostenlosen

Möglichkeiten, sich auch fernab von

fachgebundenen Seminaren und Vorlesungen

mit unterschiedlichsten Feldern zu beschäftigen.

Das Zentrum für Mediendidaktik bietet nicht

nur Seminare rund um die „digitalen Medien“,

sondern auch umfangreiches Multimedia-Equipment

für eigene Projekte.

Medienkompetenz – das ist einer jener sogenannten

Soft-Skills, die in den vergangen Jahren,

vor allem am Arbeitsmarkt, in hohem Maße an

Bedeutung gewonnen haben. Die große Bandbreite

an theoretisch zu erlernenden Kompetenzen

spiegelt dabei die Uneindeutigkeit des Medienbegriffes

wieder. Dieser Umstand ist einer der

Gründe, weshalb die Mär von der „Medienkompetenz“

oft so schwammig daherkommt.

Hier setzt das Zentrum für Mediendidaktik an.

Ziel ist ein Fundament. Eine wissenschaftliche,

aber auch ganz klar praktische Herangehensweise

an die „Medien“. Und im Speziellen natürlich

am besten die „Neuen Medien“. Damit stehen die

Türen des ZfM für Studierende aller Fakultäten

offen, um die verschiedenen Facetten der „Medien“

näher kennenlernen zu können.

Schon 1996 wurde das Zentrum auf dem

Hubland-Campus in direkter Nachbarschaft zum

Mathematischen Institut erbaut. Geldgeber und

Initiator war dabei der Mäzen Dr. Herbert Brause

mit seiner Brause-Stiftung. So waren und sind bis

heute immer aktuelle Anschaffungen für das mittlerweile

umfangreiche Equipment möglich.

Bis 2009 war das Zentrum den Lehramtsstudiengängen

unterstellt und wurde vor allem für die

mediendidaktische Ausbildung der angehenden

Lehrkräfte genutzt. Das änderte sich 2009, als

die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Gerhild

Nieding die Leitung und Thomas Möckel die Geschäftsführung

übernahmen. „Wir dachten uns,

im Rahmen des Bologna-Prozesses sei es sinnvoll,

das ZfM für Hörer aller Fakultäten zu öffnen“,

sagt Möckel rückblickend.

Und der Erfolg gibt ihnen heute durchaus

Recht. Die Seminare am ZfM, zum Beispiel zu

Themen wie Filmwissenschaften, Webdesign,

Photoshop oder Medienpsychologie, sind immer

in kürzester Zeit vollständig belegt. Die Nachfrage

reißt nicht ab. Das war jedoch nicht immer so.

„Anfangs wussten kaum Studierende von der Existenz

des ZfM“, erklärt Möckel.

Mittlerweile übersteigt die Nachfrage nach weiteren

Kursen das mögliche Angebot jedoch bei

weitem. „Wir würden uns gerne noch vergrößern

und erweitern, es gibt aber momentan einfach

nicht ausreichend Mitarbeiterstellen.“ Durch Studiengebühren

konnten in den vergangenen Jahren

weitere Stellen finanziert werden, die jedoch

durch Ausgleichszahlen nicht mehr getragen werden

können. Mittlerweile schultern zwei Mitarbeiter

das gesamte Seminarangebot des ZfM.

Obwohl die Seminare in sb@home immer innerhalb

kürzester Zeit vollständig belegt sind, lassen

sich jedoch in den meisten Fällen noch Kapazitäten

für Interessierte finden: „In Seminaren,

speziell in den praktischen, nehmen wir oft auch

über die Kapazitäten Studierende auf.“

Leider passiert es in Ausnahmen, dass die Seminare

zwar vollständig belegt sind und weitere

Interessierte dadurch abgeschreckt werden, jedoch

von den zugelassenen Studenten nur ein

Teil zur ersten Sitzung erscheint. „Ich würde mir

wünschen, dass ein Teil der Studierenden wieder

etwas von der bolognabedingten Verschulung absehen

und ein bisschen mehr Eigeninitiative ergreifen“.

Möckel sehe zwar ein, dass ECTS-Punkte

für die allgemeinen Schlüsselqualifikationen in

anderen Seminaren manchmal einfacher zu erlangen

seien, jedoch werde am ZfM eben gerade

eine praktische Herangehensweise gefördert und

gefordert. Die Seminare sind somit also auch mit

fundierter Praxis unterfüttert und bieten den Studierenden

einen besonderen Zugang zu einem

vielleicht fachfremden Interessengebiet.

Neben dem öffentlichen Seminarangebot bietet

das ZfM zusätzlich Laborräume für verschiedene

Studiengänge, wie beispielsweise für die

Medienkommunikation. „Uns ist es aber wichtig,

nicht als bloßer Zulieferer für diese Studiengänge

verstanden zu werden.“ Außerdem bietet das ZfM

den Studierenden die Möglichkeit, kostenlos und

mit fachkundiger Hilfe das zahl- und umfangreiche

Equipment zu nutzen.

„Wir sehen uns zwar nicht primär als Ausleihzentrum

– das Rechenzentrum ist auch sehr gut

ausgestattet –, aber für Spezialproduktionen sind

wir immer für Studierende, Mitarbeiter, aber

auch externe Interessierte offen.“ Beispielsweise

bietet das ZfM in seinem Tonstudio regelmäßig

das sogenannte „Public Recording“ an, bei dem

Studierende nach Anmeldung mit professionellem

Equipment Aufnahmen für andere Seminare

oder studentische Arbeiten erstellen können.

Zudem stellt das ZfM regelmäßig größere Projekte

mit Partnern wie dem Bayerischen Rundfunk

oder der Hochschule für Musik auf die Beine, bei

denen Studierende die Möglichkeit bekommen,

selbst bei einer professionellen Produktion Hand

anzulegen.

Was kann uns Studierende das ZfM geben?

Eine Menge, findet Thomas Möckel: „Der kompetente

Umgang mit Medien spielt mittlerweile

eigentlich in allen beruflichen Richtungen eine

Rolle.“ Und das gelte nicht nur für „Medienstudenten“

oder angehende Lehrer, sondern auch

für alle anderen Fachrichtungen. „Hier treffen

zum Beispiel Psychologen, BWLer, Chemiker und

Informatiker aufeinander und so ergeben sich

meistens die interessantesten Diskussionen.“


Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Titelthema

Dummerweise

Hampelmann?!

Wer lässt hier wen verhungern?

Ein Diskurs über verpasste

Chancen, Zurückhaltung

und Problemen bei der

Kommunikation zwischen

Student und Dozent.

VON CHRISTOPHER KITSCHE

Was kann die Uni für mich tun, so das

Titelthema dieser Ausgabe. Wer als

Student nicht ganz naiv an sein Studium

herangeht weiß, dass es meistens

hauptsächlich an einem selbst liegt wie die

zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt

werden. Eine naheliegende Wissensquelle ist die

des Dozenten bzw. Professors im jeweiligen Seminar

oder auch einer Vorlesung. Sie sollen den Studenten

Wissen vermitteln, sind darin bestenfalls

außerordentlich begabt und hinreichend fachlich

dafür ausgebildet und können den Studenten so

die Themen kompetent näher bringen. So ziemlich

jeder Lehrende bietet den Studierenden

nach der Veranstaltung die Chance zum Dialog.

“Gibt es noch Fragen?“ hört man hier oft. Nicht

allzu selten kommt es vor, dass daraufhin erst

mal schweigende Stille herrscht. Vereinzelt gibt

es hier und da organisatorische Fragen, z.B. zur

Klausuranmeldung oder sogar ein paar oberflächliche

Fragen zum Themenbereich, dass man aber

nochmal richtig tief in die Materie einsteigt und

so ein richtiger Diskurs entsteht, kommt relativ

selten vor. Wird die Kompetenz der Lehrenden

also nicht ausreichend genutzt? Keine Fragen zu

haben kann natürlich bedeuten, dass man alles

verstanden hat und so keinen Bedarf an Rückfragen

hat. Auf der anderen Seit kann es jedoch

auch ein Zeichen dafür sein, dass man soweit von

der Materie weg ist, dass man nicht einmal dazu

fähig ist eine Frage dazu zu formulieren. Ob der

erste Fall oder eben der zweite Fall in der jeweiligen

Situation zutrifft, darüber können die Dozenten

nur mutmaßen. Es ist letztendlich auch

nicht ihr 'Bier'. Als Student ist man letztendlich

selbst dafür verantwortlich das nötige Wissen für

die Klausur zu erlangen. Doch eigentlich schade,

für beide Seiten. Der Student schöpft nicht alle

Möglichkeiten aus, um sich optimal auf die Klausur

vorzubereiten und der Dozent, nun ja viele

von ihnen hören sich ja gerne selber reden, aber

man kann davon ausgehen, dass hohe Durchfallquoten

auch für sie höchst unerfreulich sind.

Es macht sicherlich einen Unterschied, ob die

Professoren fragen lassen oder die Rekapitulation

des Stoffs selbst durch eigene Fragen voranbringen.

Letzteres kann auch ein gutes Mittel sein,

gibt dem Professor aber weniger Auskunft, wo

die Studenten 'stehen' bzw. wo Probleme liegen,

als wenn die Studenten die Fragen selbst stellen.

Warum aber traut sich keiner so richtig aus seiner

Haut und löchert den Dozenten mit Fragen? Will

man nach ca. 80 Minuten, die einem manchmal

wie eine Ewigkeit vorkommen einfach nur nach

Hause und hat keine Lust mehr auf die verlängernde

Fragerunde, geschweige denn selbst eine

Frage zu formulieren? Hat man in den 80 vergangenen

Minuten sowieso nichts verstanden und

kann so kaum an der Wiederholung teilhaben?

Traut man sich vielleicht nicht eine bestimmte

Frage zu stellen, aus Angst sich zu blamieren?

Der Weg von Student zu Professor wirkt lang. Die

Kommunikation könnte weitaus besser sein. Zu

Ende jedes Semester wird in vielen Veranstaltungen

eine Evaluation von der Universität oder auch

vom Dozenten selbst durchgeführt. Über Sinn

und Unsinn solcher Befragungen lässt sich streiten,

ob sie wirklich wertvolle Erkenntnisse liefern

sei dahingestellt. Sie wären jedoch weitaus effektiver,

wenn der Student diese Chance zu einem

ausführlichen Feedback nutzen würde, denn oft

wirkt es so als ob solch ein Fragebogen nur eine

weitere lästige Pflichtaufgabe sei, die nur auf we-

nig Gegenliebe bei den Studenten stößt.

Weg vom Dozenten, denn nicht jedem liegt

die anspruchsvolle, wissenschaftliche Akademikersprache

und setzt bei der Nachbereitung des

Stoffs eher auf Personen, die die gleiche Sprache

sprechen und sich besser in die Studentendenkweise

hinein versetzen können und in Tutorien

mit den Studenten den Stoff aufarbeiten. Die

Distanz zwischen Studenten und Lehrenden ist

hier sicherlich geringer und auch die Bereitschaft

Fragen zu stellen ist meist größer. Doch auch hier

lassen Teilnahme und Engagement, wenn es nicht

gerade eine Pflichtveranstaltung ist, zu wünschen

übrig.

Gerade in der Uni ist die Gefahr groß in die

'sich berieseln lassen-Haltung' zu verfallen. Aktive

Teilnahme wird nicht unbedingt gefördert. Ist es

also allzu normal, dass die die Lehrveranstaltungen

des Öfteren zu einer One-Man-Show verkommen

und ein aktiver Diskurs nicht statt findet? Genau

das aber wollen die Professoren nicht. Es ist

ja auch verständlich, dass sie wenig Lust haben gegen

eine Wand zu reden und viel lieber begeisterte

Studenten, die das Gesagte kritisch hinter- und

erfragen, als es einfach nur blind hinzunehmen.

Auf diesem Wege lernt man mitunter am effektivsten.

Ein Appell an die Studierenden sich demnach

mal selbst an der eigenen Nase zu fassen und

selbst aktiv zu werden.

Hier gilt also eher in Anlehnung an das Titelthema:

“Was muss ich tun, damit die Uni etwas

für mich tun kann?“ Der erste Schritt sollte also

bestenfalls vom Studenten selbst kommen, es

bleibt zwar der Gedanke, dass der Student mehr

vom Dozenten abhängig ist als umgekehrt, aber

ohne Interaktion der Studierenden wird dieser

im Regen stehen gelassen.


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Titelthema

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Vom Kurs abgekommen

Haben wir vergessen, wie man lenkt, oder lassen wir uns absichtlich treiben?

VON DENISE SCHIWON

Die Frage „Habe ich den falschen Kurs

eingeschlagen?“ stellt sich womöglich

jeder irgendwann einmal. Im

Hinblick auf die Würzburger Studentenschaft

müsste die Frage allerdings lauten:

„Habe ich irgendeinen Kurs eingeschlagen?“.

Denn obwohl zahlreiche Kurse von der Universität

angeboten werden, warten die Stühle in den

Kursräumen oft vergeblich auf wissbegierige

Studenten, die auf ihnen Platz nehmen. Und in

manchen Fällen bleiben nicht nur einige Stühle

leer, sondern ganze Veranstaltungen müssen

wegen zu geringen Teilnehmerzahlen abgesagt

werden. Einer der Gründe dafür ist wahrscheinlich

Unkenntnis. Aber wie kommt das? Über

die diversen Angebote informiert die Universität

mittels Plakate, Flyer und in Newslettern.

Jedoch ringen im Mensagebäude am Hubland

zahlreiche Poster und Broschüren um etwas

Aufmerksamkeit der Studenten und im Vorbeigehen

fallen nur wenige Anschläge und Auslagen

ins Auge. Zudem wird der Uni-Newsletter

manchmal nur überflogen oder schon im Posteingang

in den Papierkorb verschoben. Manche

könnten behaupten, dass die Hinweise auf

verschiedene Workshops, Seminare und Kurse

zu spärlich seien und die Studenten, wenn sie

Bescheid wüssten, gerne die Angebote wahrnehmen

würden. Aber ist die Unkenntnis der

Studenten der Uni vorzuwerfen? Das denke ich

nicht, denn immerhin leben wir im 21.Jahrhundert

und die Mehrheit ist affin im Umgang mit

Smartphones, PCs und Tablets. Deshalb darf es

wohl nicht zu viel verlangt sein, die Facebookund

Twitter-Aktivitäten kurz einzustellen und

sich auf der Homepage der Universität über solche

Fortbildungsangebote zu informieren.

Man hört häufig Unmut unter den Studenten,

dass die Uni fordert, aber nicht fördert. Dieser

Vorwurf wiegt schwer und ist nicht gerechtfertigt.

Immerhin bietet allein das Rechenzentrum

223 Kurse für mehr als 2.900 Personen an und

daneben erhalten die Teilnehmer ein hochwertiges

IT-Handbuch. Die Kurse werden je nach

Bedarf alle drei bis vier Wochen oder ein- bis

zweimal pro Semester angeboten. Darüber hinaus

ist die Teilnahme für Studenten kostenlos,

genauso wie die RRZN-Schriften. Angenommen

man möchte einen Adobe-InDesign-Kurs

an der Volkshochschule (vhs) buchen, beträgt

der Studentenpreis zwischen 106,60 und 120,20

Euro und die reguläre Gebühr sogar 124 bis 141

Euro. Zu der Belastung des Kontos kommt ein

Zeitaufwand hinzu, um zum Veranstaltungsort

zu gelangen. Die Kurse des Rechenzentrums

kann man sich im Idealfall zwischen zwei Seminare

legen und so seine Lücken im Stundenplan

sinnvoll füllen. Des Weiteren bekommt man am

Ende zusätzlich eine Bescheinigung ausgehändigt,

dass man den Kurs erfolgreich absolviert

hat. Die Anmeldung erfolgt online und wenn

ein Workshop schon belegt ist, kann man sich

per Mail informieren lassen, sobald noch ein

Platz frei werden sollte. Die behandelten Inhalte

erstrecken sich auf 14 Themengebiete, wie

Textverarbeitung, Graphik, Content Management

Systeme und Statistik. Das heißt nach dem

Besuch eines Seminars kann man beispielsweise

seine Hausarbeit mit LaTeX verfassen, seine

Urlaubsbilder mit Photoshop bearbeiten

oder eine eigene Homepage mittels HTML

und CSS erstellen. Den Erwerb von Soft Skills

bietet unter anderem auch der Career Service

an. Wenn man seine Angst oder Unsicherheit

beim Vortragen vor einem Publikum verlieren

will oder man einfach seine Präsentationsweise

verbessern möchte, kann man die Seminare

„Sprachliche Gestaltung und Präsentation“ und

„Rhetorik“ besuchen. Fragt man sich wie Pressemitteilungen

entstehen und Krisenkommunikation

innerhalb und außerhalb eines Unternehmens

funktioniert, erhält man im Workshop

„Unternehmenskommunikation“ einen tieferen

Einblick in das Themengebiet. Aber auch bei

allgemeinen Sorgen und Fragen bezüglich Bewerbung

und Berufseinstieg können bestimmte

Kurse des Career Service Abhilfe schaffen. Man

kann sich Tipps an die Hand geben lassen wie

man im Vorstellungsgespräch mit dem richtigen

Auftreten, der passenden Kleidung und einer

guten Vorstellungsmappe glänzt. Oder wie man

erfolgreich Small Talk mit Vorgesetzten führt,

ohne sich ausschließlich auf den Niederschlag

vor dem Fenster zu beschränken. Ab und zu werden

überdies Termine angeboten, die meinem

Erachten nach für jeden Studenten von Interesse

sind, nämlich Bewerbungsfoto-Shootings.

Zu einem fairen Preis von zum Beispiel 20 Euro

erhält man ein bis zwei professionell angefertigte

und bearbeitete Digitalfotos. Besucht man eigenhändig

ein Fotostudio, beginnen die Preise

für Bewerbungsbilder bei rund 40 Euro.

Hinzu kommen Seminare, die vom Zentrum

für Mediendidaktik (ZfM) angeboten werden

und sich vor allem mit dem Gebiet der neuen

Medien beschäftigen und Studenten den Erwerb

von Medienkompetenzen ermöglichen.

Auch im Bereich der Linguistik kann man sein

Wissen vertiefen oder sogar erweitern, Dank

der Vielzahl an Sprachen, die im Zentrum für

Sprachen (ZFS) angeboten werden. Daneben

gibt es zahlreiche andere Stellen der Universität,

an denen ein vielfältiges Seminarangebot

wahrgenommen werden kann: Die Virtuelle

Hochschule Bayern (vhb), Globale Systeme

und interkulturelle Kompetenzen (GSiK) und

die Universitätsbibliothek, um nur einige zu

nennen. Auch im Pool für allgemeine Schlüsselqualifikationen

(ASQ) tummeln sich attraktive

Angebote für die man am Ende des Semesters

je nach Aufwand zwischen drei und fünf ECTS-

Punkten verbucht bekommt.

Doch warum werden diese Möglichkeiten

nicht ausgeschöpft? Warum müssen Workshops,

zu denen Gastdozenten eingeladen werden sollen,

abgesagt werden? Und warum müssen einige

Studenten vergeblich auf eine Zusage zu ihrem

Wunschseminar warten, während manche

Stühle im Kursraum unbesetzt bleiben, obwohl

sb@home anzeigt, dass alle Plätze vergeben

wurden? Erst neulich ergab sich solch eine Situation.

Ich besuchte einen Kurs des Rechenzentrums

und hatte kurzfristig noch einen Platz

ergattern können. Eine Freundin wollte diesen

Kurs ebenfalls gerne besuchen und wartete

wie ich auf die E-Mail, die ihr mitteilen sollte,

dass ein Platz freigeworden ist. Leider wartete

sie vergeblich, da die Benachrichtigung nicht


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Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Titelthema

kam und der Kurs im System als „ausgebucht“

gekennzeichnet blieb. Als ich im Raum saß, sah

ich mich um und es standen vier oder fünf Stühle

leer. Bis zum Ende der Veranstaltung änderte

sich nichts an dem Ausgangszustand und die

Sitze blieben unbenutzt. Die Ursache dafür ist

schnell gefunden. Studenten, die einen Platz

bekommen, aber dann doch keine Lust oder

Zeit haben am Kurs teilzunehmen, sagen nicht

ab und deshalb kann kein anderer nachrücken.

Vielleicht ist es Vergesslichkeit oder Bequemlichkeit.

Das Vergessen eines Kurses wird einem

jedoch dadurch erschwert, dass alle Seminare

und Workshops zu denen man zugelassen wurde,

im Stundenplan auf sb@home angezeigt werden

und man so daran erinnert wird, wann man welche

Veranstaltung zu besuchen hat. Zudem ist

es kein großer Zeitaufwand sich abzumelden

oder an den zuständigen Dozenten eine kurze

E-Mail zu verfassen, in der steht, dass man den

Termin nicht wahrnehmen kann. Dafür erwarten

einen keine Sanktionen und es werden auch

keine Fahndungsblätter am Campus verteilt. Es

besteht ebenfalls keine Notwendigkeit darin Rechenschaft

abzulegen warum man nicht kommt.

Schließlich kann es jedem passieren, dass man

kurzfristig erkrankt oder den 80. Geburtstag der

Oma vergisst.

Ein Mangel an Verantwortungsbewusstsein

könnte ein weiterer Grund für das Nicht-Absagen

sein. Dieses Defizit kann man nicht ohne

Weiteres beheben, denn dabei handelt es sich in

den meisten Fällen um eine tiefverwurzelte negative

Charaktereigenschaft. Das Verlassen des

Elternhauses, das auf-den-eigenen-Beinen-Stehen

und die neu gewonnene Unabhängigkeit

wächst manchen scheinbar über den Kopf, so

dass sie den Blick über die Auswirkungen ihres

Verhaltens verlieren und glauben, Verantwortung

müsste man erst im Berufsleben oder mit

dem Gründen einer eigenen Familie übernehmen.

Da man für unentschuldigtes Fehlen in

den oben genannten Kursen keine Konsequenzen

zu befürchten hat, kann durchaus der Trugschluss

entstehen, dass das Abmelden nichtig

sei. Dabei wird leider außer Acht gelassen, dass

andere Studenten darunter indirekt leiden müssen.

Während manche für alle angemeldeten

Seminare ausgelost werden, sammeln sich bei

einem anderen die Absagen an. Das ist nicht nur

frustrierend, sondern so bleibt einem ebenfalls

der Wunsch nach dem Erwerb neuer Kenntnisse

versagt. Jedoch ist es jedem selbst überlassen,

ob und für welche Seminare man sich einträgt.

Nur weil eine derartige Vielfalt angeboten wird,

muss man sie nicht automatisch nutzen. Allerdings

hat man dann genauso wenig das Recht zu

lamentieren und zu klagen, dass für Studenten

keine Möglichkeit besteht den Anforderungen,

zum Beispiel eines späteren Berufs, gerecht zu

werden. Jeder muss für sich selbst entscheiden,

was für ihn wichtig und von Vorteil sein könnte.

Das Wahrnehmen des Kursangebots der

Universität ist also jedem selbst überlassen, wie

auch der Römer Appius Claudius Caecus damals

schon zu sagen pflegte: „Jeder ist seines Glückes

Schmied“.


Wünsch Dir was

Räume an der Uni

VON JUSTUS NEIDLEIN

Der Komponist Gustav Mahler nannte

am Wörthersee neben seinem eigentlichen

Wohnhaus auch ein kleines

Komponierhäuschen sein Eigen. In

einer idyllischen Waldlichtung gelegen wünschte

er, dort auf keinen Fall gestört zu werden. Für

Jean Paul Sartre hingegen war das geschäftige

Pariser Café de Flore eine Inspirationsquelle.

Was darf‘s denn für euch sein?

Johanna hat bisher vor allem in Lernphasen

schlechte Erfahrungen mit der Universitätsräumen

gemacht: „In der Prüfungszeit ist es fast

unmöglich, überhaupt noch einen Platz zum

Lernen zu finden“, sagt sie energisch. Es gebe,

selbst wenn man sehr früh dran sei, einfach keinen

einzigen freien Platz. Und wenn dann doch

mal einer frei ist, fehlt der Stromanschluss für

den Laptop.

Ebenfalls neu an der Uni ist Johanna, die jedoch

vorher an einer anderen Universität studiert hat.

Dort habe es einen Raum gegeben, in dem man sich

zwischendurch einfach auch mal hinlegen konnte.

„Einen ruhigeren Raum mit Sofas oder ein paar Bänken“,

das vermisse sie hier in Würzburg.

Ende des vergangenen Jahres haben die Pläne

zur Instandsetzung des Students' House auf

dem Campus Hubland Nord Formen angenommen.

Der Studentische Konvent hat einen Ausschuss

zur Konzeptionierung der Räumlichkeiten

im Emil-Hilb-Weg eingesetzt, der bis Ende

Januar elementare Grundsteine zur Renovierung

legen will.

Das ehemalige Generalshaus liegt mehr oder

weniger zentral im Campus Nord, in direkter

Nachbarschaft zum Didaktik- und Sprachenzentrum.

Aber was fehlt an der Uni eigentlich

noch? Vier Studierende haben uns ein paar Ideen

geliefert.

Johannas Kommilitone Nils pflichtet ihr in dieser

Hinsicht vollkommen bei. Vor allem mit

Lerngruppen sei es sehr schwierig, einen geeigneten

Platz zu finden. Zwar gäbe es die abgetrennten

Arbeitsräume im Bibliotheksgebäude.

Einen Schlüssel für diese zu erlangen sei jedoch

kaum möglich. „Morgens stehen die Studenten

hier Schlange.“

Lukas kann eine Raumproblematik nicht

bestätigen. Er habe im Wintersemester

sein Physikstudium begonnen und bisher

immer einen Platz gefunden. Daher habe

er bisher keine weiteren Wünsche und ist

mit dem Raumangebot zufrieden. „Meine

erste Lernphase fängt nun aber erst an.

Vielleicht kommt das Problem jetzt erst

auf mich zu.“


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(Uni-)leben

janeadamsart / wordpress

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Im Wandel der Schönheit

The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der

Malerei Wikipedia Wikipedia allaccess

Antike

Mittelalter

Renaissance, Barock,

Rokoko

Mitte des 17. Jhr.

19. Jhr.

20er Jahre

VON DENISE SCHIWON

ir benutzen das einsilbige Adjektiv

beinahe täglich. Die verschiedensten

Dinge bezeichnen wir als ‚schön‘:

das Wetter, Kleidung, Möbel, andere

Menschen. Doch was ist schön? Welche Kriterien

müssen erfüllt sein damit sich eine Person oder

ein Gegenstand als schön bezeichnen darf beziehungsweise

bezeichnet wird? Laut Duden ist etwas

schön, das „von einem Aussehen [ist], das so anziehend

auf jemanden wirkt, dass es als wohlgefällig,

bewundernswert empfunden wird“. Aus dieser

Definition geht hervor, dass Schönheit durchaus

etwas Subjektives ist, da es auf „jemanden“ anziehend

wirkt und nicht auf jeden. Zum Beispiel

empfanden in den 90ern vor allem Frauen ein

Tattoo genau über dem Steißbein als schön. Dieser

Trend war wenige Jahre später wieder aus der

Mode. Zum Leid der Betroffenen, die daraufhin

vermehrt versuchten sich die Ornamente über

ihrem Gesäß mit zahlreichen Lasersitzungen entfernen

zu lassen. Zum Glück für diejenigen, die

ihr Maurer-Dekolleté nicht derart in Szene setzen

wollten. Nicht nur, dass nicht zwangsläufig jeder

dasselbe schön findet, sondern nach einiger Zeit

kann sich das auch wieder ändern. Genau diesem

Wandel unterliegen viele. Im Laufe der Zeit

verändern sich die vorherrschenden Schönheitsideale

innerhalb einer Kultur immer wieder. Was

diesem Ideal entspricht, wird unter anderem von

den Vorstellungen der Gesellschaft geprägt. Deshalb

fand man damals ein ganz anderes Aussehen

als heute erstrebenswert. Jedoch ist es falsch anzunehmen,

dass der Wunsch nach Schönheit ein

Phänomen der Jugend ist, denn dieses Verlangen

beginnt bereits wenn man in den Kinderschuhen

steckt. Zum Beispiel bekommen schöne Babys

mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung und gut

aussehende Kinder haben häufig mehr Freunde.

Wer schön ist, hat mehr Vorteile im Leben. Das ist

zwar unfair, aber Realität und wurde auch durch

verschiedene Studien belegt. So werden attraktive

Personen öfter zu Vorstellungsgesprächen eingeladen

und wenn sie vor Gericht stehen, schwingt

der Richter seltener den Hammer, um sie zu verurteilen.

Dem Schönheitsideal wollen beide Geschlechter

gleichermaßen entsprechen, aber vor allem

Frauen sollen mit einer makellosen Haut, der

perfekten Figur und einem jugendlichen Erscheinungsbild

brillieren. Doch der Trend geht mittlerweile

nicht nur in Richtung Jugendlichkeit, son-

dern scheinbar sogar hin zur Kindlichkeit. Wie

soll man diesen Vorstellungen gerecht werden?

Mit plastischer Chirurgie kann man ein Stück weit

selbst nachhelfen, aber den Lauf der Natur kann

man nicht unterbrechen. Irgendwann wächst

der Körper und mit ihm Busen, Hüften, Po, und

die Gesichtszüge reifen. Natürlich schreitet dieser

Prozess nicht bei allen gleichermaßen voran.

Manche warten noch mit 30 auf zwei Rundungen

im Brustbereich, die ein C-Körbchen ausfüllen

sollen und andere werden schneller als ihnen

lieb ist zum Inbegriff der Weiblichkeit. Trotz allem

ist es kaum möglich im fortgeschrittenen Alter

immer noch wie eine unschuldige 14-Jährige

auszusehen. Dieser Druck führt dazu, dass viele

Frauen nicht vollkommen zufrieden mit ihrem

Körper sind und einige leiden sogar unter einer

verzerrten Selbstwahrnehmung. Doch wie weit

soll diese Vorstellung von Schönheit noch gehen?

Wie weit kann man den Begriff noch ausdehnen

und Frauen dazu bringen, dass sie mit aller

Macht versuchen den Prozess ihrer körperlichen

Entwicklung aufzuhalten? Seit Ende September

werden im Metropolitan Museum in New York

zum ersten Mal die letzten Werke von Balthasar

Klossowski de Rola, der vor zwölf Jahren verstarb,

ausgestellt. Der Künstler, der von den meisten

Balthus genannt wurde, ist bekannt für seine Gemälde,

die Katzen und leicht bekleidete Mädchen

zeigen. Seine nun ausgestellten Kunstwerke sind

jedoch Polaroids, da er wegen seines fortgeschrittenen

Alters nur noch schlecht sehen konnte. Er

Balthus: Mädchenfotografie

hinterließ mehr als 2.400 Fotografien, die die Pubertät

der damals achtjährigen Anna Wahli über

acht Jahre hinweg dokumentieren. Sie entstanden

alle in den 1990er Jahren. Auf der Vielzahl

der Bilder ist das Mädchen halbnackt abgelichtet,

manchmal mit entblößter Brust und in mehr oder

weniger lasziven Posen.

Sowohl bei der Aufnahme, als auch bei der jetzigen

Ausstellung der Fotos waren Anna und ihre

Eltern damit einverstanden. Damit einverstanden,

dass das Mädchen zuerst als Lustobjekt eines Greis

fungiert und dass es nun von Menschenmassen in

großen Kunsthallen angestarrt werden darf. Den

Deutschen sollen diese Fotos nicht vorenthalten

bleiben, denn ab April können dann sie Stielaugen

machen, wenn Anna von den Wänden im Museum

Folkwang in Essen auf sie herabblickt. Kinderschützer

fordern, die Polaroids wegzusperren,

da sie pädophile Lust darstellen würden. Aber ist

es nur Balthus der kindliche Körper als begehrenswert

betrachtete? Neben ihm gibt es weitere

Künstler, die sich ebenfalls für den kindlichen,

weiblichen Körper begeistern können. Zum Beispiel

bevorzugt der Kunstfotograf David Hamilton

große, schlanke Mädchen mit ebenmäßiger Haut,

hohen Wangenknochen, Stupsnase und blonden

oder roten Haaren. Er ist fasziniert von den „jungen

Nymphen“ wie er sie nennt und er möchte

deren Verwirrung beim „plötzlichen Einbruch

der Sinnlichkeit“ in ihrer Pubertät festhalten.

David Hamilton: junge Nymphe

Aber nicht nur in der Kunst werden mädchenhafte

Modelle präferiert. In diversen Zeitschriften

werden Frauen abgebildet, die manchmal nicht

älter als 16 Jahre sind. Zudem werden ihre ohnehin

schon dünnen Körper per Bildbearbeitung

verschmälert und selbst ihre makellose Haut wird

mit einem Weichzeichner versehen. Wenn man

im Fernsehen Werbung für Anti-Aging Cremes

sieht, könnte man meinen der Bildschirm sei defekt,

weil die Dame, die das Produkt bewirbt, keinerlei

Falten zu haben scheint und zudem sieht

sie nicht älter als 25 aus. Sie sind zwar älter als

die Modelle, die Balthus und Hamilton als Motiv


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Januar/Februar 2014 Sprachrohr

(Uni-)leben

Wie veränderte Wertevorstellungen die Auffassung von Schönheit beeinflussen

Fashion Sizzle fanpop doctormarco Sports Illustrated Vogue UK memic

40er & 50er Jahre

60er Jahre

70er Jahre

80er Jahre

90er Jahre

2000

wählen, allerdings sollte eine Creme gegen Falten

Frauen ansprechen, deren Haut bereits genug

Zeit hatte, um Falten zu bilden. So wachsen mit

der steigenden Unzufriedenheit mit dem eigenen

Spiegelbild auch die gesellschaftlichen Ansprüche,

denen man gerecht werden will, um als

schön bezeichnet zu werden.

Das derzeitige Schönheitsideal der jugendlichen,

kindlichen Frau ist nun schon einige Jahre

maßgebend. Momentan ist die „thigh gap“, also

die Lücke zwischen den Oberschenkeln, wenn

die Füße nebeneinander stehen, ganz groß im

Gespräch. Sich auf das Fehlen von Oberschenkelmasse

zu konzentrieren ist jedoch nichts anderes,

als das Anstreben einer knabenhaften Figur. Dennoch

können wir hoffen, dass das aktuelle Ideal

bald von einem anderen abgelöst wird. Bekanntermaßen

veränderte sich das Schönheitsideal

immer wieder über die Jahre hinweg. In der Antike

fand man athletische Körper attraktiv und

im Gegensatz zu den Griechen hatten die Römer

nichts gegen einen dicken Bauch, der Wohlstand

symbolisierte. Im Mittelalter sollten die Frauen

mädchenhaft und schlank sein, runde Schultern

und einen nach vorne gewölbten Bauch haben.

Wohingegen in der Renaissance, im Barock und

im Rokoko das weibliche Geschlecht wohlbeleibt

sein durfte und ein Doppelkinn war ebenfalls

erwünscht. Zudem betrachtete man blasse Haut

und gerötete Wangen als schön. Der Flämische

Künstler Peter Paul Rubens malte mit Vorliebe

wohlgenährte Frauen, wobei auch weniger üppige

Rundungen bereits als attraktiv galten. Doch ab

Mitte des 17. Jahrhunderts musste die Frau wieder

weniger Speck auf den Hüften tragen oder besser

gesagt an der Taille. Die sogenannte Sanduhrfigur

wurde populär und da sie in diesem Ausmaß

meist nicht gottgegeben war, half man mit Korsetts

nach, was oft ungesunde Organverlagerungen

zur Folge hatte. Ende des 19. Jahrhunderts

sollte der gesamte Körper wieder von Schlankheit

geprägt sein. Das Schlanksein war ein Zeichen für

Erfolg und Leistung, während Übergewicht Trägheit

verkörperte.

Im 20. Jahrhundert wechselten sich die Schönheitsideale

beinahe alle zehn Jahre ab. In den

20ern war ein großer Busen nicht gern gesehen

und wenn man bei der Verteilung der Oberweite

zweimal „Hier“ gerufen hatte, drückte man

sie mit Leibgürteln flach. Ausdrucksvolle Augen,

kinnlanges, in Wellen gelegtes Haar, ein heller

Teint und eine schlanke Figur wurden als attraktiv

empfunden. Darüber hinaus entdeckte die Frau

androgyne Kleidung für sich und trug des Öfte-

ren hochgeschnittene Hosen, die heute als „Marlene-Hosen“

bekannt sind. In den 40er und 50er

Jahren waren die Sanduhrfigur und einige Pfunde

mehr wieder erstrebenswert. Frauen wie Marilyn

Monroe und Elizabeth Taylor schießen einem

sofort durch den Kopf, wenn man an diese Zeit

zurückdenkt: weiblich und kurvig. Dagegen vollzog

sich in nur zehn Jahren ein kompletter Wandel

des Schönheitsideals von kurvenreich, hin zu

dünn und kindlich. Der Busen sollte flach und

die Figur beinahe schon jungenhaft sein. Neben

Audrey Hepburn ist Lesley Lawson die Stilikone

der 60er. Sie ist besser bekannt als Twiggy, was auf

Deutsch „spindeldürr“ bedeutet. In den 70ern hat

sich diese Vorstellung nur geringfügig verändert.

Die Taille einer schönen Frau in dem Jahrzehnt

war schmal und ihre

Haarpracht voluminös. Anzeige

Wenig später wurde das

Zeitalter der Fitness

und Aerobic mit dem

Motto „Hauptsache

sportlich“ eingeläutet.

Es war die Geburtsstunde

vieler Topmodels

wie von „The Body“

Elle MacPherson. Alle

Damen wollten wie

sie definierte Muskeln

und eine gut gebräunte

Haut, dazu hatten sie

eine Vorliebe für Schulterpolster

und betonten

ihre Gesichtszüge mit

starkem Makeup. Im

Gegensatz dazu wurde

in den 90ern, Dank des

Designers Calvin Klein,

der sogenannte „Heroin

Chic“ populär. Die

Verkörperung dieser

Erscheinung war die

COUCH

damals erst 14-jährige

Kate Moss. Attraktiv waren

die, die wie sie blass

und dünn waren, eckige

Schultern, hervorstehende

Hüftknochen

und eine schmale Taille

hatten. Anschließend

erwartete zur Jahrtausendwende

zwar niemanden

der Weltuntergang,

dafür eine neue

Auffassung von Schönheit: groß, leicht gebräunt,

schlank, schmale Hüften, aber ein großer Busen.

Tatsache ist: Jeder von uns möchte schön sein.

Egal ob die Vorstellung von Attraktivität dem allgemeinen

Schönheitsideal entspricht oder nicht.

Wir alle streben in irgendeiner Art und Weise

nach Perfektion und schön sind immer nur die

anderen. Dabei ist es nicht nötig sich an anderen

oder von der Gesellschaft auferlegten Maßstäben

zu messen. Trotz der ständigen Bilderflut mit Motiven,

die uns in die Selbstzweifel treiben, müssen

wir versuchen uns von dem allgemeinen Motto

„Sei wie du bist, aber pass‘ in das Schema“ loszureißen

und unser Wohlfühlgefühl von niemand

anderem definieren zu lassen, als von uns selbst.


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(Uni-)leben

Sprachrohr Januar/Februar 2014

„Plätzchen von Mutti,

hört auf so lecker zu sein!“

Leckere Rezepte

VON KATHARINA DEPPISCH

Kaum stehen Ende September in den Supermärkten schon die ersten

kugelrunden, vollbärtigen rotweiß gekleideten Männer mit

Schokokern, da geht sie wieder los, die große Zeit der Besinnlichkeit

und stillen Gebete. Oder auch „Weihnachtliche Völlerei“

genannt. Das Schlimmste ist wohl, wenn wir zuhause im Plätzchenwunderland

bei Mutti sind und der gute Geschmack nach gebrannte Mandeln,

Vanille und Zimt gegen Gewissensbisse „Bikinifigur? Adieu!“ ankämpfen.

Das Plätzchenverlangen tritt meist als großer Sieger hervor. Bald gefolgt

von den unerwünschten Speckröllchen.

Motiviert versuchen viele Anfang Januar ihre Neujahrsvorsätze in die

Tat umzusetzen. Dabei steht oft neben „Sport“ auch „GESUNDE ERNÄH-

RUNG“ ganz oben auf der Liste. Um euch bei letzterem zu helfen, hier

ein Rezept für's nächste WG-Abendessen – super lecker, gesund und mit

Kampfansage gegen den Plätzchenspeck im Gepäck.

Bunte

„Spagetthi“ mit

Tomatenrotweinsoße

und Tofucrunch

Dauer: ca. 30 min.

vegetarisch/vegan

(für 2 Personen)

2 große Zuccini

2 Paprika

1 Möhre

v200g fester Tofu

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

5 getrocknete Tomaten in Öl

80 ml Rotwein

Italienische Kräuter

Olivenöl

2 TL Honig

Ihr schneidet die Zwiebel und hackt den

Knoblauch in kleine Stücke, dann alles in

Olivenöl oder Kokosfett bei mittlerer Hitze

anbraten.

Aus dem Tofu quetscht ihr die Flüssigkeit heraus

und zerbröselt ihn anschließend in kleine

Stückchen. Danach einige Minuten in Olivenöl

anbraten (aber bitte in einer anderen Pfanne

als Knovi und Zwiebeln!), bis er goldbraun und

knusprig ist.

Zwiebeln und Knoblauch auf einen Teller geben,

mit Salz und Pfeffer würzen und Kräuter

hinzugeben. Die Hälfte des Zwiebel-Knovi-Kräuter-Mixes

gebt ihr zu dem Tofu in die Pfanne

und lasst alles mit 2 TL Honig noch karamellisieren.

In der Zwischenzeit macht ihr eure bunten

Gemüsespagetthi. Einfach die Enden der Zuccini,

Paprika und Möhre abschneiden und entweder

mit einem Gemüseschäler in feine Streifen

schneiden, oder mit einem Spiralschneider

(was einfacher, schneller und „echtere“ Spagetthi

zaubert).

Die Hälfte des Tofucrunches aus der Pfanne

nehmen und beiseite stellen, zu der anderen

Hälfte gebt ihr die getrockneten Tomaten (vorher

klein schneiden). Jetzt löscht ihr alles mit

Rotwein ab, würzt es mit Salz, Pfeffer, Kräutern

und nehmt es nach 2 min. vom Herd. Gebt jetzt

die Tomatenrotweinsoße in eine Schüssel.

In der jetzt leeren Pfanne bei mittlerer Hitze

die Möhren (brauchen länger als das andere

Gemüse) zusammen mit dem übrigen Zwiebel-

Knoblauch-Mix in Öl 3 min. dünsten.

Dann die Zuccini- und Paprikastreifen hinzugeben

und alles weitere 3 min. (mit Deckel

auf der Pfanne) ziehen lassen, sodass sich die

Aromen verbinden können.

Die „Nudeln“ sollen aldente bleiben, da das

Gemüse zum einen knackig natürlich viel besser

schmeckt und zum andern die darin enthaltenen

Vitamine bei niedriger Hitze nicht zerstört

werden.

Auf zwei Tellern Nudeln mit Tomatenrotweinsoße

anrichten und mit dem beiseite gestelltem

Tofucrunch bestreuen. Bon Appetit!

Tipps:

Regionaler Rotwein aus Franken: Dornfelder vom Weingut

Deppisch (ca. 8 €)

GEFU Spiralschneider Spirelli (z.B. bei amazon.de, ca. 17 €)

guter Tofu (ja, es gibt Unterschiede!), z.B. von

„Taifun“ (gibt’s bei denn‘s Biomarkt, 400g ca. 2 €;

Tipp: jeden Mittwoch 6 % Studentenrabatt auf alle

Produkte)


HUBLANDMENSA

UND FRANKENSTUBE

Am Hubland

Montag bis Freitag,

11:00 bis 14:00 Uhr

Abendmensa in der Frankenstube

Montag-Donnerstag

16:30 bis 19:00 Uhr

Chinesisches Neujahr

Aktion vom 03.02. - 06.02.2014

in der Mensa Studentenhaus und Hubland

STUDENTENHAUS

UND BURSE

Am Studentenhaus

Montag bis Freitag,

11:00 bis 14:00 Uhr

Frühstück ab 9:30 Uhr

Abendmensa und Cafeteria

Montag-Donnerstag

15:00 bis 18:30 Uhr

RÖNTGENRING

Röntgenring 12

Montag bis Freitag,

11:45 bis 14:00 Uhr

JOSEF-

SCHNEIDER-STR.

Josef-Schneider-Straße

Montag bis Freitag,

11:30 bis 14:00 Uhr

Mensaplan

03.02. bis 28.02.2014

STADTMENSA UND MENSA AM HUBLAND


Seite 16

Mensaplan

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Hublandmensa

Speiseplan

MO 03

Montag 03.02.2014

Aktion Chinesisches Wokgemüse mit gebratener Hühnerbrust

in Peking-Plumsoße und Reisnudeln

Schinkennudeln mit Tomatensoße

Vegetarisch Käseknödel auf Steinpilzsoße

DI 04

Dienstag 04.02.2014

Aktion Rindfleisch in pik. Yunnan-Soße m. Shitaki- u.

Wolkenohrpilzen, Champignons u. Stockschwämmchen an gebr.

Mienudeln

Schweinerückensteak "Mexiko"

BIO Hacksteak an Bratenjus mit Püree

Vegetarisch Bunte Nudeln in Rucolapesto und Grana Padano

MI 05

Mittwoch 05.02.2014

Aktion Kantonesischer Krustenbraten vom Schwein m.

Karotten-Sesamgemüse an Ingwer-Sojasoße auf Erdnussreis

Hänchenpiccata auf Tomatenrahmsoße

VITAL Dampfkartoffeln mit Paprikaquark

DO 06

Donnerstag 06.02.2014

Aktion Vegetarisch Im Knuspermantel geback. Tofu auf chines.

Gemüsebett in süß-saurer Soße m. thailänd. Duftreis

1 Paar Bratwürste mit Wirsinggemüse

BIO Gnocchi-Spinatpfanne

Putengeschnetzeltes in Kräuterrahmsoße

FR 07

Freitag 07.02.2014

Blauer Wittling in der Kartoffelhülle mit Dip

Schweinerückensteak mit Tomate u. Mozzarella überbacken

Vegetarisch Ragout von Waldpilzen mit Kräutern

MO 10

Montag 10.02.2014

Currywurst

Putengeschnetzeltes in Kokossoße

Vegetarisch Cannelloni "Ricotta"

DI 11

Dienstag 11.02.2014

Schweinerückensteak "Yucatan"

Pangasiusfilet in Weißweinsoße

Vegan Thai-Gemüsecurry auf Basmatireis

MI 12

Mittwoch 12.02.2014

Braten von der Kalbskeule paniert mit Zitrone

Vegetarisch Falafel auf Couscous mit Garam-Masala-Dip

Hähnchenbrustschnitzel paniert mit Zitrone

DO 13

Donnerstag 13.02.2014

Chili con Carne

Ofenfrische Schweinshaxe

Vegetarisch Spiegeleier mit Spinat

FR 14

Freitag 14.02.2014

Hokifilet gebacken mit Zitrone

Schweinerückensteak "Champigon a la Creme"

Vegetarisch Gnocchi in Tomatensugo mit Gorgonzolasoße

Alle Bio-Gerichte:

DE-ÖKO-006

Kennzeichnung Wichtiger Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Wir kennzeichnen Speisen und Getränke entsprechend den lebensmittelrechtlichen,

Anforderungen. Die zugelassenen, kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe sind auf

unseren Informationskarten in Form von Fußnoten wie nebenstehend kenntlich gemacht.

Wir sind bemüht, den Einsatz von Lebensmitteln mit Zusatzstoffen auf ein Mindestmaß

zu beschränken.

Gerne sind wir bereit weitere Auskünfte zu erteilen, um unseren Gästen bei besonderen

Ernährungsanforderungen behilflich zu sein.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an unseren Küchenleiter.

Rauf Gulyev


Seite 17

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Mensaplan

Das Sprachrohr inklusive Mensaplan findet Ihr auch zum Download unter:

www.stuv.uni-wuerzburg.de/sprachrohr

MO 17

Montag 17.02.2014

Kasseler Rippenspeer mit grünen Bohnen

Rindergeschnetzeltes mit Tomaten und Oliven

Vegetarisch Gekräuterte Sfrannudeln mit Zucchini an

Kräutersoße

DI 18

Dienstag 18.02.2014

Thunfisch-Lasagne

Putenbruststeak auf asiatischem Gemüse

Vegan Veganes Chili

MO 24

Montag 24.02.2014

Putenschnitzel "Paniert"

Garniertes Sauerkraut

Vegetarisch Dampfkartoffeln mit Kräuterquark

DI 25

Dienstag 25.02.2014

Calamaris mit Chilidip

Spanferkelrollbraten mit Jus

Vegetarisch Hausgemachte Gemüselasagne

MI 19

Mittwoch 19.02.2014

Zigeunerrolle an pikanter Paprika-Zwiebelsoße

Hähnchenbrustfilet auf Blattspinat

Vegetarisch Schupfnudelpfanne mit Gemüse und Reibekäse

MI 26

Mittwoch 26.02.2014

Geflügelspieß mit Bohnen und Paprika

Vegetarisch Italienischer Pizzarösti

Schweinegeschnetzeltes "Schweizer Art"

DO 20

Donnerstag 20.02.2014

Spaghetti "Carbonara"

Rumpsteak mit Kräuterbutter

Vegetarisch Veggie-Burger

FR 21

Freitag 21.02.2013

Gegrilltes Tilapiafilet auf Lemon-Peppersoße

Schweinerückensteak mit Schinken und Käse überbacken

Vegetarisch Vegetarische Maultaschen an Kräutersoße

DO 27

Donnerstag 27.02.2014

Schweinekotelette "Paniert"

Sauerbraten "Fränkisch"

Vegetarisch Tagliatelle mit Artischockenherzen und

Tomatenwürfel

FR 28

Freitag 28.02.2014

Rotbarschfilet gebacken mit Kräuterdip

Chicken Wings u. Barbecuesoße

Vegetarisch Polenta mit Spinat und Mozzarella

1 mit Farbstoff

2 konserviert

3 mit Antioxidationsmittel

4 mit Geschmacksverstärker

5 geschwefelt

6 Geschwärzt

7 gewachst

8 mit Phosphat

9 mit Süßungsmittel

10 mit Süßungsmitteln

11 mit einer Zuckerart und Süßungsmittel

12 enthält eine Phenylalaninquelle

13 kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken

Alle Angaben ohne Gewähr.

Rauf Gulyev


Seite 18

Mensaplan

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Studentenhaus

Speiseplan

MO 03

Montag 03.02.2014

Aktion Chinesisches Wokgemüse mit gebratener Hühnerbrust

in Peking-Plumsoße und Reisnudeln

Hacksteak mit Pfefferrahmsoße

Vegetarisch Allgäuer Spätzle-Gemüsepfanne

DI 04

Dienstag 04.02.2014

Aktion Rindfleisch in pik. Yunnan-Soße m. Shitaki- u.

Wolkenohrpilzen, Champignons u. Stockschwämmchen an gebr.

Mienudeln

Putensteak "Florida"

BIO Schweineschnitzel paniert

Veget. Kartoffeltaschen mediterran auf Tomaten-Mozzarellasoße

MI 05

Mittwoch 05.02.2014

Aktion Kantonesischer Krustenbraten vom Schwein m.

Karotten-Sesamgemüse an Ingwer-Sojasoße auf Erdnussreis

VITAL Kalbsgeschnetzeltes m. Champignons u. Paprika, dazu

Zartweizen

Vegetarisch Blumenkohlkäsemedaillon auf Karottensoße

DO 06

Donnerstag 06.02.2014

Aktion Vegetarisch Im Knuspermantel geback. Tofu auf chines.

Gemüsebett in süß-saurer Soße m. thailänd. Duftreis

Putengeschnetzeltes in Champignonrahm

BIO Vegan Spaghetti des Napoli

Vegetarisch Tiroler Apfelstrudel mit Vanillesoße

FR 07

Freitag 07.02.2014

MO 10

Montag 10.02.2014

Fleischbällchen in Rahmsoße

Hähnchen Cordon bleu

Vegan Veganes Chili

DI 11

Dienstag 11.02.2014

Saftiger Rinderschmorbraten

Schweinerückensteak mit Paprikarahmsoße

Vegetarisch Karotten-Kartoffelküchle

MI 12

Mittwoch 12.02.2014

Gebratenes Rotbarschfilet auf Wirsinggemüse

Paniertes Schweineschnitzel

Vegetarisch Käsespätzle mit Röstzwiebeln

DO 13

Donnerstag 13.02.2014

Currywurst

Putensteak "Champignon a la Creme"

Vegetarisch Milchreis mit Waldbeeren

FR 14

Freitag 14.02.2014

Scholle gebacken mit Remouladensoße

Schweinerückensteak mit Kartoffel-Lauch-Topping

Bunte Kartoffel-Gemüsepfanne

Tilapiafilet im Knuspermantel mit pikantem Kräuter-Dip

Rigatonihackfleisch-Auflauf mit Spinat

Vegetarisch Thai-Gemüsecurry auf Basmatireis

Alle Bio-Gerichte:

DE-ÖKO-006

Kennzeichnung Wichtiger Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Wir kennzeichnen Speisen und Getränke entsprechend den lebensmittelrechtlichen,

Anforderungen. Die zugelassenen, kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe sind auf

unseren Informationskarten in Form von Fußnoten wie nebenstehend kenntlich gemacht.

Wir sind bemüht, den Einsatz von Lebensmitteln mit Zusatzstoffen auf ein Mindestmaß

zu beschränken.

Gerne sind wir bereit weitere Auskünfte zu erteilen, um unseren Gästen bei besonderen

Ernährungsanforderungen behilflich zu sein.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an unseren Küchenleiter.

Rauf Gulyev


Seite 19

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Mensaplan

Das Sprachrohr inklusive Mensaplan findet Ihr auch zum Download unter:

www.stuv.uni-wuerzburg.de/sprachrohr

MO 17

Montag 17.02.2014

Schweinegeschnetzeltes "süß-sauer" mit Wokgemüse

VITAL Marinierte Hähnchenkeule auf Gemüserisotto

Vegetarisches Schnitzel

DI 18

Dienstag 18.02.2014

Chicken Nuggets mit Honigsoße

Schweinekammbraten

Vegetarisch Spaghetti mit Paprika-Käsesoße und gerösteten

Kürbiskerne

MI 19

Mittwoch 19.02.2014

Rigatoni "Bolognese"

Hähnchenbrust im Knuspermantel

Vegetarisch Spinatknödel mit Gorgonzolasoße

DO 20

Donnerstag 20.02.2014

Fleischkäse mit Spiegelei

Putenrollbraten in Rahmsoße

Vegetarisch Gemüse-Soja-Lasagne

FR 21

Freitag 21.02.2013

Limandesfilet "Pesto Rosso"

Rinderhacksteak mit Paprikarahmsoße

Vegan Gebratener Reis mit Gemüse

MO 24

Montag 24.02.2014

Putenschnitzel "Paniert"

Schweinegeschnetzeltes "Ungarisch"

Vegetarisch Broccoli-Gemüseauflauf

DI 25

Dienstag 25.02.2014

Fränkischer Sauerbraten

VITAL Hähnchenbrustfilet in Feldsalatsoße auf breiten

Bandnudeln

Vegan Pizza mit Spinat, Champignons u. Tomatenwürfeln

MI 26

Mittwoch 26.02.2014

Norweger Lachsfilet in Orangen-Pfeffersoße

Siebenschwabenplatte

Vegetarisch Kartoffelpuffer mit Apfelmus

DO 27

Donnerstag 27.02.2014

Putengeschnetzeltes in fruchtiger Currysoße

Pichelsteiner Eintopf

Vegetarisch Frühlingsrolle auf asiatischem Gemüse

FR 28

Freitag 28.02.2014

VITAL Seelachsfilet gebr. auf Karotten-Kartoffelpüree mit

Lauch-Mais-Salat

Rumpfsteak an Pfeffersoße

Vegetarisch Wrap "Alabama"

1 mit Farbstoff

2 konserviert

3 mit Antioxidationsmittel

4 mit Geschmacksverstärker

5 geschwefelt

6 geschwärzt

7 gewachst

8 mit Phosphat

9 mit Süßungsmittel

10 mit Süßungsmitteln

11 mit einer Zuckerart und Süßungsmittel

12 enthält eine Phenylalaninquelle

13 kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken

Alle Angaben ohne Gewähr.

Rauf Gulyev


Seite 20

Nachgefragt

Nachgefragt.

Sprachrohr Januar/Februar 2014

HEUTE: Was kann die Uni für mich tun?

Egal ob Kurz im Rechenzentrum, Auslandsaufenthalt oder

Sport – die Uni bietet ein breites Angebot an Aktivitäten

und Weiterbildungen fernab des eigentlichen Lehrbetriebs.

Trotzdessen werden immer wider Stimmen laut, die Uni fordre

nur, statt zu fördern. Daher unsere heutige Frage: Was kann

die Uni für mich tun?

Liberale Hochschulgruppe

Natürlich ist die Frage berechtigt – die Uni ist

vor allem für uns da. Aber das kann sie nur sein,

wenn wir uns einbringen – sei es durch aktive

Mitarbeit im Seminar, durch Engagement in den

Arbeitskreisen oder, indem wir Hochschulpolitik

machen.

Diese Bereitschaft, sich selbst einzubringen,

vorausgesetzt, was kann Deine Uni für Dich

tun? Vielleicht bist Du ein Jura-Student, der

Orgel spielt und sonntags zuhause in Bamberg

den Gottesdienst begleitet. Dann kann Deine

Uni mit einem bayernweiten Semesterticket

dafür sorgen, dass Dir Dein kulturelles Engagement

keine finanziellen Nachteile bringt.

Du könntest auch eine hochbegabte Informatikerin

sein. Du leidest aber leider unter

Depressionen, weswegen Du länger für das

Studium brauchen wirst, als vorgesehen. Eventuell

weißt Du nicht, dass Dich die KIS-Beratungsstelle

beraten und unterstützen kann.

Deine Uni kann für Dich dieses Angebot ausbauen

und noch mehr Werbung dafür machen.

Möglicherweise bist Du ein weltoffener Romanist,

der gerne ein Auslandsjahr in Fès in

Marokko verbringen möchte. Du zögerst aber

noch, weil Dir hier keine von den dort angebotenen

Seminaren als Leistung angerechnet

werden. In diesem Falle kann die Uni Dir

durch Flexibilisierung der Studienpläne die

Steine aus dem Weg räumen.

Oder Du bist eine Medizinerin, die am besten

abends in der Zentralbibliothek lernen

kann. Da Du aber in der Stadt wohnst, ist es

nach dem Lernen furchtbar umständlich,

nach Hause zu kommen. Außerdem würdest

Du manchmal um Mitternacht gerne noch

weiterlernen, weil Du gerade im Flow bist. Die

Uni könnte Dir durch längere Bibliotheksöffnungszeiten

und die Durchsetzung von Nachtbussen

ans Hubland bei der WVV besser gerecht

werden.

Eine gute Uni schafft also die Rahmenbedingungen,

die für Dein bestimmtes Studium,

die für die Entfaltung Deiner Talente, die für

genau Dich als Individuum passen. Das Ziel

der LHG ist es, „die“ Uni zu Deiner Uni zu machen!


Sozialistisch-Demokratischer

Studierendenverband

An dieser Stelle werden einige Hochschulgruppen

sicherlich mit großartigen Versprechungen

wie dem Umsortieren von Parkplatzflächen,

dem Bereitstellen von bargeldlosen Aufladestationen

oder der Förderung elitärer Stipendien

auftrumpfen, um der unternehmerischen

Hochschule einen weiteren Anstrich einer reinen

Serviceeinrichtung zu verpassen.

Wir sind der Meinung, dass die Universität

in erster Linie eines für uns Studierende leisten

kann: Sie muss uns allen ein selbstständiges Studium

ermöglichen!

Natürlich bleibt eine öffentliche Einrichtung,

wie beispielsweise die Universität, nicht von

den Auswirkungen des Kapitalismus verschont

und so hat sich das Studium in den letzten

zehn Jahren gravierend hin zu einer unternehmenskonformen

Ausbildung gewandelt. Schon

längst unterliegen die Forschungs- und Lerninhalte

auf Grund rückläufiger Staatsgelder und

steigender Drittmittel der Kontrolle der spendenden

Unternehmen. Eine Wissenschaft, die

sich kritisch mit den aktuellen Zuständen und

deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft

auseinandersetzt, ist nur noch vereinzelt vorzufinden

und liegt auch in diesen Fällen in ihren

letzten Zügen.

Ziel muss es sein, dass wir als Studierende

die Möglichkeit besitzen, uns frei von ökonomischer

Zweckbindung bilden können. Die Universität

als Lernfabrik setzt insbesondere auf

kürzere Ausbildungszeiten, passgenaue Ausbildung

für spätere berufliche Funktion sowie geringere

Gehaltsansprüche. In diesem Konzept

findet die Selbstentfaltung jedes einzelnen Studierenden

keinen Platz mehr.

Wir fordern daher, dass das Angebot an kritischen

Lehrangeboten zu Gunsten eines selbstbestimmten

Studiums drastisch erhöht wird!

Hier bietet das Projekt ‚Globale Systeme und

interkulturelle Kompetenz‘ (GSiK) einen guten

Ansatzpunkt, ist durch die mangelnde Finanzierung

jedoch immer wieder in seiner Existenz

bedroht. Ein wichtiger Schritt der Universität

wäre folgerichtig, derartige Lehrangebote

zu erhalten und gegenüber der neoliberalen

Hochschulreform zu bewahren.


Juso-Hochschulgruppe

Spätestens seit der Bologna-Reform sind die

Hochschulen zu reinen Ausbildungsfabriken

für die Wirtschaft degradiert worden. Mit siebzehn

Jahren an die Universität – dem G8 sei

Dank –, mit 22 den Masterabschluss und mit 25

den Doktor in der Tasche. Da hat man sie dann,

die jungen, hochqualifizierte Menschen, die

in ihrem Fach sicher Expertise besitzen. Aber

sollen so Hochschulabsolvent*innen aussehen?

Ist das reine Vermitteln von fachlichem Wissen

die Aufgabe einer Universität? Wir Jusos sagen

nein!

Wir stehen für unsere Vorstellung von immer

umfassender Bildung, die nicht nur zur Befähigung

der Menschen zur je nach Position im Arbeitssystem

verwertbaren Arbeitskraft dient! In

unserem Verständnis ist Bildung der Schlüssel

für freie Selbstbestimmung, persönliche Selbstverwirklichung

und kritischem Hinterfragen

bestehender gesellschaftlicher Zustände.

Doch wie kann dieses Modell der Bildung

ermöglicht werden? Über eine einfache Studienreform

müssten zuerst die Studiengänge hinreichend

umgestaltet werden, um Freiräume

und Veranstaltungen zu ermöglichen, in denen

die Studierenden ihre eigenen Interessen und

Begabungen auch außerhalb ihrer Studienrichtung

pflegen können, ohne dabei dem Zwang

der Verwertbarkeit im eigentlichen Studiengang

zu unterliegen. Dazu ist jedoch der politische

Wille in den zuständigen Universitätsgremien

nötig!

Die Universität bildet den Lebensmittelpunkt

der Studierenden – mit Freude sehen wir Jusos,

dass diesbezüglich bereits die ersten Fortschritte

getätigt worden sind, beginnend am Zentrum

für Sprachen über den „CareerService“ bis hin

zum „GSiK“-Projekt. Leider reichen die Kapazitäten

dieser Einrichtungen nicht aus, um dem

Ansturm am Interesse an außercurricularen

Lehrveranstaltungen gewachsen zu sein. Wir

Jusos sehen daher sowohl die Universitätsleitung

der JMU, als auch das Land Bayern in der

Pflicht, diesen und anderen Einrichtungen die

notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen!

Du möchtest etwas an der Universität bewegen?

Dann werde hochschulpolitisch aktiv und

schau bei der Juso Hochschulgruppe vorbei!


Seite 21

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Nachgefragt

Ring christlich-demokratischer

Studenten

Ein akademischer Hochschulabschluss ist in

dem Land der Dichter und Denker ein Garant

für eine gute Ausbildung. Aus diesem Grund

tummeln sich jährlich Tausende von Erstsemestern

an den Universitäten. Betritt man jedoch

zum ersten Mal die Unibibliothek, verfällt man

leicht in Schockstarre. So viel Literatur soll gelesen,

behalten und umgesetzt werden? Fakt

ist, die Universität ist keine Schule und die Studenten

sind grundsätzlich Erwachsene und in

vielerlei Hinsicht auf sich alleine gestellt. Die

Frage, die sich nun stellt ist, welche Hilfestellungen

kann der Student von der Universität

verlangen?

Positiv hervorzuheben ist zunächst, dass die

Universität jährlich Ihr Angebot zur Förderung

der Studenten erweitert. So werden künftig Studenten

als Tutorinnen und Mentorinnen universitätsweit

eingesetzt. Diese bieten Hilfestellung

und Beratung für Studenten und geben einen

Überblick über universitäre Abläufe. Die Tutorinnen

helfen in Workshops grundsätzliche Probleme

des Studiums und des Lernens zu bewältigen.

Viele Studenten erwarten jedoch noch mehr

von der Universität. Häufig wird eine praxisorientiertere

Ausbildung verlangt, sowie eine

Reduzierung des theoretischen Stoffumfangs.

Zudem hegen viele den Wunsch, dass jeder Bachelor-Absolvent

einen Rechtsanspruch auf einen

Master-Studienplatz haben sollte. Doch sind

diese Wünsche überhaupt realistisch?

Zunächst ist zu berücksichtigen, dass es Ziel

einer akademischen Ausbildung an der Universität

ist, dass den Studenten wissenschaftliche

Qualifikationen vermittelt werden, dabei ist aber

ein hinreichendes Maß an theoretischem Wissen

unverzichtbar. Eine wesentliche Reduzierung

des Stoffumfangs würde dem hohen Niveau eines

akademischen Abschlusses nicht gerecht

werden. Es gibt außerhalb der Universität zahlreiche

andere Angebote wie bspw. ein duales

Studium oder eben Fachhochschulen, welche

einen stärkeren Praxisbezug aufweisen. Zudem

ist festzustellen, dass die meisten Hochschulen

nicht ausreichend Mittel zur Verfügung haben

um einen Master-Abschluss für alle einzurichten.

So wie es bereits bei der Erstausbildung aus Kapazitätsgründen

Beschränkungen der Zulassung

gibt, muss das erst recht bei einer abgeschlossenen

Erstausbildung hingenommen werden.

Dennoch ist es natürlich erforderlich, dass den

Unternehmen die Vorteile der Bachelor-Absolventen

besser verdeutlicht werden, damit diese

einen vernünftigen Zugang zum Arbeitsmarkt

finden.


Unabhängige Hochschulgruppe

gegen Studiengebühren/Piraten

Auf die Frage, was die Uni für uns tun könne,

sind uns sehr viele Ideen eingefallen. Der wichtigste

Punkt ist, Barrierefreiheit mindestens in

den Hörsälen zu gewährleisten. Sollte dies nicht

möglich sein, so muss in jedem Fall auf Studenten

mit Behinderung bei der Planung der Raumeinteilug

Rücksicht genommen werden.

Die Uni könnte außerdem die Gebäude auf

dem Campus Nord zur Nutzung als Studentenwohnheime

zur Verfügung stellen. Leider ist

eine Einigung derzeit nicht in Sicht.

Auch wünschen wir uns von der Uni aus eine

konsequente Umsetzung von Open Access, also

freiem Zugang zu durch Steuergelder finanzierten

Forschungsergebnissen, sowie die Einhaltung

des Datenschutzes. Kameras dürfen nur in

sicherheitskritischen Bereichen aufgestellt werden,

aber öffentliche Bereiche sind von Überwachung

durch Maschinen freizuhalten.

Die Anwesenheitspflicht bei Veranstaltungen

ist uns ebenfalls ein Dorn im Auge. Wir sind der

Ansicht, dass ein Student selbstverantwortlich

entscheiden können muss, ob er eine Übung

oder ein Tutorium besucht. Lediglich bei unbedingt

erforderlichen Veranstaltungen (z. B. Sicherheitseinweisung

für Laborarbeiten) sollte

es eine Anwesenheitspflicht geben.

Schließlich wünschen wir uns auch, dass der

StuV mehr Beachtung geschenkt wird. Sie ist

die Vertretung der Studenten, die wiederum

die größte Personengruppe an der Universität

stellt. Leider sind sie an viel zu wenigen Entscheidungen

beteiligt.


Grüne Hochschulgruppe

Die Uni bietet schon einige Angebote abseits

von den klassischen Lehrveranstaltungen:

GSiK, Sprachenzentrum, das International

Officeoder den Career Service. Doch

in Zeiten von vollen Stundenplänen mangelt

es häufig an Zeit und Raum mal nach links

und rechts schauen zu können. Schließlich

soll die Universität nicht nur ein reiner Ausbildungsort

sein, sondern auch Möglichkeiten

bieten, sich selbst als Mensch weiterzuentwickeln.

Wir wollen, dass die Uni also nicht nur

ein Ausbildungs- sondern ein Bildungsort ist.

Ein Zeichen der freien Entfaltungsmöglichkeiten

sollte auch eine möglichst große Fächervielfalt

sein, die sich nicht nur an den Bedürfnissen

des Arbeitsmarkts orientiert, sondern

allen Interessierten ein Angebot macht. Viele

Studierende engagieren sich bereits ehrenamtlich,

um Campus und Uni attraktiver und

lebendiger zu machen. Diese Arbeit verdient

großen Respekt und sollte noch viel mehr studentische

Unterstützung erfahren. Neben den

Fachschaften, Referaten und den Hochschulgruppen

gibt esauch viele andere Initiativen,

welche sich mit verschiedensten Bereichen

auseinandersetzen: Kultur, Menschenrechte

und vieles mehr.


Nachgefragt

Nachgefragt 2.0

Individuelle Fragen an eure

Hochschulgruppen

Mehr Platz für die Hochschulgruppen soll es

sein! Das hat der Studentische Konvent im

Sommer beschlossen. Nachdem sich das Redaktionsteam,

die Haare raufend, überlegt hat, wie

man diesen festen Platz gestalte könne, ob man

Protokolle des Konvents abdruckt, den Hochschulgruppen

einen Freifahrtschein in die Hand

drückt zum Selbstgestalten oder ob wir die übliche

Rubrik „Nachgefragt“ längen, sind wir zu

dem Schluss gekommen, die Hochschulgruppen

mit individuellen Fragen zu konfrontieren. Und

Sprachrohr Januar/Februar 2014

ab sofort nehmen wir Fragen entgegen, die euch,

liebe Leserinnen und Leser, interessieren! Wollt

ihr etwas Bestimmtes von einer Hochschulgruppe

wissen? Wollt ihr nachhaken, vorschlagen

oder kritisieren? Dann her mit euren Fragen

an sprachrohr@uni-wuerzbur.de Betreff: Fragen

2.0 – wir wählen aus und präsentieren euch in

der folgenden Ausgabe Fragen und Antworten.

Eure politischen Großväter stammten aus der

Flower-Generation, haben Marijuana befürwortet,

im Bundestag Strickpullover getragen und

gingen alles andere als konform mit den damals

gängigen Erwartungen. Wie viel von dieser non-

Konformität ist bei euch noch übrig geblieben?

Im März sind Kommunalwahlen – und

auf der Liste der Würzburg-SPD finden

sich der ein und die andere JusoLine.

Verlassen die besten Ratten etwa das

sinkende Schiff?

Was macht ihr eigentlich so den

ganzen Tag, jetzt wo ihr nicht

mehr im Konvent sitzt?

Was die Urgrünen einte, war die Sorge um die Zukunft, um

den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, um einen

verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen, um

auch nachfolgenden Generationen ein Leben in Wohlstand

und Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Abseits

dieser bekannten Fakten war auch die Herstellung sozialer

Gerechtigkeit, sprich soziale und wirtschafltiche Nachhaltigkeit

und Gerechtigkeit mindestens genauso ein Thema

wie Umwelt im "Urprogramm". Viele Erscheinungen dieser

Anfangszeit prägen noch heute das Bild der Grünen

und grünennahen Gruppierungen. Das Auftreten und die

Arbeitsweise der Grünen mag sich in den letzten dreißig

Jahren geändert haben, an der grundlegenden Zielsetzung

hat sich jedoch nicht viel geändert. Nur wenn wir heute

die Weichen für einen ressourcenschonenden, nachhaltigen

und zukunftsorientierten Lebensstil stellen, können

sich unsere und nachfolgende Generationen entfalten. Im

Vordergrund unserer Arbeit steht daher nicht der prinzipielle

Non-Konformismus, nicht das ideologische Dagegensein,

sondern die Ausrichtung an pragmatischen Lösung,

die unseren Zielen entgegenkommen. Zum Beispiel waren

wir gegen Studiengebühren, nicht einfach um dagegen

zu sein, sondern weil es uns wichtig war allen Menschen

unabhängig von Einkommen und Vermögen ein Studium

zu ermöglichen. Zum anderen sind wir für die Einführung

einer verfassten Studierendenschaft durchaus ein Thema,

bei dem wir mit dem Mainstream der politischen Hochschulgruppen

übereinstimmen. Selbstverständlich wird

uns politisch des Öfteren durchaus Unangepasstheit vorgeworfen:

So stehen wir zum Beispiel für die Einführung

eines Veggie-Days in den Unimensen, um das Bewusstsein

für einen kritischen Umgang mit dem Klimakiller Fleisch

zu schaffen. Auch wenn dieses Thema nicht überall auf

ungeteilte Begeisterung stößt, ist uns diese Forderung jedoch

wichtiger, als die sog. politische Mitte zu bedienen

und dabei auf unsere Außenwirkung zu achten. Ohnehin

treten wir nicht an, um Wahlen zu gewinnen, sondern um

unsere Inhalte umsetzen zu können. Der vielbeschworene

„Marsch durch die Institutionen“ ist unser Mittel, um an

der Uni für unsere Ziele eintreten zu können und einen

ökologischen Wandel an der Hochschule und in der Gesellschaft

zu bewirken. Das „provokative“ Anderssein ist

uns also nicht völlig wesensfremd, aber weder Ziel noch

Hauptinhalt unserer politischen Arbeit.


Wir Jusos sagen klipp und klar: gib jungen Menschen

Deine Stimme und wähle sie in den Stadtrat!

Nur so werden die Interessen aller Bürger*innen

Würzburgs berücksichtigt! Besonders viele Studierende

wünschen sich mehr bezahlbare Wohnräume,

soziale Politik für alle und einen verbesserten

ÖPNV zwischen Hubland und Stadtmitte. Du

möchtest mehr über unsere Positionen erfahren?

Dann schau vorbei im Neuland auf facebook.com/

jusoswuerzburg! Dort geben die Kandidat*innen

der Jusos Würzburg Einblick, was sie in Würzburg

verändern wollen. Denn der 16. März 2014 ist ein

wichtiger Tag für Würzburg – ein neuer Stadtrat

wird gewählt und da gilt für Dich: Deine Stadt. Deine

Zukunft. Deine Entscheidung.

Die Wahlliste der WürzburgSPD ist altersmäßig

bunt gemischt. Wie üblich ist unsere vielfältige Liste

im Reißverschlussprinzip abwechselnd zwischen

Frauen und Männern bestückt. Besonders erfreulich

ist, dass bei zwölf Kandidat*innen im Juso-

Alter im Schnitt alle vier bis fünf Plätze ein junger

Mensch auf der Stadtratsliste vertreten ist. Im Zuge

im Zuge ihres Engagements u.a. in der Juso-Hochschulgruppe,

im Studentischen Konvent oder

dem Sprecher*innenrat der Universität Würzburg,

dürften Dir viele aktive oder ehemals aktive Jusos

namentlich bekannt sein.

Nicht zuletzt haben hat die WürzburgSPD gemeinsam

mit dem Grünen einen hervorragenden

Oberbürgermeisterkandidaten nominiert: Muchtar

Al Ghusain. Der derzeitige Kulturreferent der

Stadt Würzburg hat eine Vision für die Stadt, für

die es sich lohnt zu kämpfen! Denn nicht umsonst

haben sich deshalb gleich zwei Parteien hinter ihm

versammelt. Unseren rot-grünen OB-Kandidaten

findest du auf facebook.com/MAGWuerzburg; das

komplette Wahlprogramm auf mag-wuerzburg.de.

Wir halten fest: das Schiff WürzburgSPD ist stabil

und bricht zu neuen Ufern auf – ohne Ratten.

Die wurden angeblich nach aktuellem Seebericht

auf Schiffen gesichtet, deren Kapitäne im politischen

Spektrum rechts der SPD anzusiedeln sind.

Bis dahin gilt: Deine Stadt. Deine Zukunft. Deine

Entscheidung.

Obwohl wir in dieser Legislaturperiode

nicht im Konvent vertreten sind,

sind wir keinesfalls untätig. Beispielsweise

gab es Mitte Dezember einen

Diskussionsabend zum Thema Bologna-Reform,

den wir durchgeführt und

auch Gäste aus der Politik eingeladen

haben. Weitere Diskussionstreffen

sind in Planung.

Wir treffen uns zudem jede zweite

Woche in der Hochschulgruppe und

besprechen aktuelle Ereignisse an

der Universität. Frank ist zudem sehr

häufig bei den Sitzungen des studentischen

Konvents anwesend.

Um die Interessen der Studenten

zu unterstützen, halten wir auch Kontakt

zur Piratenpartei, die vor knapp

zwei Jahren - ebenso wie die Freien

Wähler - ein Volksbegehren gegen

Studiengebühren initiiert haben. Wir

haben zusammen mit den beiden Parteien

Unterschriften gesammelt, obwohl

wir auch zu dieser Zeit nicht im

Konvent waren.


Seite 22

PS: Schon Briefwahlunterlagen bestellt?


Seite 23

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Nachgefragt

Ihr habt euren Namen verkürzt, wo ist

denn „Die Linke“ hin verschwunden?

Liebe LUG, oder LHG?

Wenn die Hochschulwahlen ab jetzt Universitätswahlen

heißen sollen, warum

heißt ihr nicht schon längst LUG?

Um euch ist’s erstaunlich still.

Die Ruhe vor dem Sturm, oder ist der

RCDS (noch) im Winterschlaf?

Jede Hochschulgruppe, welche die SDS.Die Linke

Bundessatzung anerkennt, hat die Möglichkeit,

ihren Namen anzupassen. Wie man auf der

Homepage des Bundes-SDS sehen kann, gibt es

da sehr viele Möglichkeiten: die Offene Liste in

Hamburg, SDS.DieLinke, DieLinke.SDS oder

eben nur SDS.

Wir in Würzburg haben uns dazu entschieden,

uns nur „SDS“ zu nennen. Zwar stehen wir der

Partei „Die Linke“ nahe, sind aber inhaltlich sowie

politisch unabhängig und üben auch Kritik

gegenüber der Partei, sowohl auf Bundesebene,

als auch auf Kommunalebene.

Als Hochschulgruppe setzen wir uns für eine

sozialistische Gesellschaftsordnung ein, kämpfen

aber auch hier und jetzt für jede konkrete Verbesserungen

für ArbeitnehmerInnen, RentnerInnen,

Arbeitslose und StudentInnen. Das beinhaltet z.B.

konkret, dass wir uns gegen Kürzungen im Öffentlichen

Dienst aussprechen. Die Linke im Bund

führt allerdings eine Politik der Anbiederung an

SPD und Grüne im Hinblick auf eine mögliche

Regierungsbildung nach der nächsten Bundestagswahl.

Die Erfahrung zeigt, dass Die Linke, wenn sie

an einer Regierung beteiligt ist, wie in einigen

Bundesländern der Fall, bereitwillig Kürzungen

im Öffentlichen Dienst mitträgt. Was wir brauchen

ist aber keine neue SPD, sondern eine Stimme

im Parlament, die laut und konsequent Nein

sagt, wenn wieder Kürzungen anstehen und dagegen

aufzeigt, wie wir ein solidarisches Leben

finanzieren könnten, z.B. durch Einführung der

Millionärssteuer, keiner Beteiligung an milliardenteuren

Kriegen, etc.

Auch auf kommunaler Ebene können wir die

Politik der Partei Die Linke nicht mittragen. Wir

sind entsetzt über die Ausgrenzungen, vieler Aktiver

Mitglieder der Linken in Würzburg und die

Anfeindungen gegenüber dem SDS durch den

Ortsverband Die Linke in Würzburg.

Wir setzten uns dafür ein, die Verhältnisse zu

ändern, aber so lange die Verhältnisse sind wie

sie sind, möchten wir eben Distanz zur Partei Die

Linke zeigen.

Desweiteren ist es uns wichtig, zu betonen, dass

ein Engagement bei uns nicht auf Mitglieder der

Partei Die Linke beschränkt sein soll. Im Gegenteil,

die meisten Menschen, die sich bei uns einbringen,

sind parteilos, manche gehören auch

anderen Parteien an. Auch im Hinblick darauf

erfolgte die Namensgebung.


Es ist richtig, daß wir eine solche Namensänderung

für die Wahlen an der Julius-Maximilians-Universität

gefordert haben. Dazu stehen wir

auch weiterhin. Für uns ist es konkreter und lebensnäher

von Universitätswahlen zu sprechen,

wenn eben Wahlen an unserer alma mater stattfinden.

„Hochschule“ ist der Überbegriff für alle

akademischen Lehranstalten und schließt damit

in Würzburg die Hochschule für Angewandte

Wissenschaften (HAW) sowie die Hochschule

für Musik (HfM) ebenso ein. „Hochschulwahlen“

bezieht sich auf diese beiden Einrichtungen

dann ebenso wie auf die Universität – auch wenn

diese an dem Wahltag der Universität gar nicht

wählen. Das ist verwirrend und irritierend. Wir

stehen für die Eindeutigkeit der Begriffe. Bei

der Landtagswahl wird im Bundesland gewählt,

bei der Bundestagswahl im Bund und so weiter.

Auch wenn dies „Parlamentswahlen“ sind, so verwendet

an jenen Tagen niemand diesen Oberbegriff.

Es geht bei der Umbenennung auch nicht

um die Herabwürdigung der HAW oder der HfM

und Privilegierung der Universität. Einheitsbrei

– gerade auch bei Begriffen – hilft uns nur nicht

weiter, daher ist es wichtig auch bei der Verwendung

von Worten immer zu differenzieren.

Warum wir jetzt diese Differenzierung selbst

nicht am eigenen Namen mitmachen, lässt sich

dabei dann auch mit Recht fragen. Die Begründung

ist aber genauso logisch, wie die oberen

Ausführungen. Als Hochschulgruppe in Würzburg

sind wir für liberale Studenten aller Würzburger

Hochschulen offen, also auch für diejenigen

der HAW und der HfM. Dies ist bei uns in

der Satzung festgehalten. Eine Umbenennung

wäre nur dann konsequent, wenn wir uns den

Angehörigen dieser beiden Hochschulen verschließen

wollen würden. Eine Gruppe, welche

die Mitgliedschaft an die Einschreibung an der

Universität bindet, sollte sich tatsächlich in Universitätsgruppe

umbenennen. Da wir aber jetzt

und auch weiterhin allen Würzburger Studenten

unabhängig von der Hochschulzugehörigkeit

offen stehen, bleiben wir wie gewohnt die LHG.



Wir als christlich-konservativer Studentenverband

halten die christlichen Feiertage hoch. Gerade

vor der heißen (Klausuren-)Phase des Semesters

ist es wichtig, noch einmal ordentlich durchzuschnaufen

und zwischen den Jahren im Kreise

von Familie und Freunden zur Ruhe zu kommen,

um die anstehenden Herausforderungen kraftvoll

meistern zu können.

Unabhängig vom Zeitpunkt ist es allerdings ein

skandalöser Akt des Vandalismus, was mutmaßlich

dem linken Spektrum zuzuordnende Täter

dieser Tage mit dem Studentenstein veranstaltet

haben. Es scheint zur – perversen – Würzburger

Tradition zu werden, dass dieser Anfang jeden

Jahres von offensichtlich unterbeschäftigten Wüterichen

verschandelt wird. Wenn in mit Leuchtfarben

aufgeschmierten Lettern zu lesen ist, dass

„deutsche Täter keine Opfer“ seien, so kann sich

jeder vernunftbegabte Mensch nur entsetzt an

den Kopf fassen. Der Studentenstein fungiert als

Mahnmal hinsichtlich der beiden Weltkriege und

als Gedenkstein für die dort gefallenen Studenten,

von denen – das nur am Rande bemerkt – gewiss

nicht alle als „deutsche Täter“ abgestempelt werden

können. Das ist nicht nur plump und dreist.

Das ist auch Sachbeschädigung und ein ebenso

geistiges wie moralisches Armutszeugnis der Vandalen,

das der öffentlichen Richtigstellung bedarf.

Abgesehen von der Auseinandersetzung mit diesem

merkwürdigen Verständnis von Meinungsfreiheit

überarbeiten wir derzeit unsere Agenda

im Hinblick auf die kommenden Aufgaben in der

Hochschulpolitik. So wird gerade ein inhaltliches

Konzept für das kommende Sommersemester

und die dann anstehenden Wahlen ausgearbeitet.

Der RCDS Würzburg will und wird sich hier

der studentischen Öffentlichkeit noch klarer und

konturierter präsentieren. Denn wenn die Erfahrungen

der RCDS-Vertreter u.a. im Studentischen

Konvent eines gezeigt haben, dann die Tatsache,

dass man den Würzburger Studenten DEN Ausweg

aus der linksideologisch geprägten Mehrheit

in der hiesigen Hochschullandschaft gar nicht

deutlich genug aufzeigen kann. Wer dort anstelle

von aufgezwungenem Essverhalten (Veggiemensa),

Ablehnung von forschungsfördernden

Drittmitteln (Zivilklausel) und der Frage, wie

vielen Grashalmen zwei überflüssige Kopien das

Leben gekostet haben, lieber Themen wie bessere

Busverbindungen, EC-Karten-Auflader in den

Mensen und den Kampf gegen die studentische

Wohnungsnot platziert sehen will, kommt nicht

umhin RCDS zu wählen.

Der Rest darf gerne weiterhin GHG/Jusos/SDS

unterstützen.


Seite 24

Ansichten

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Killer-Käse aus Österreich tötet zwei Deutsche“

Ein Kommentar VON MAX SCHMITT

Max Schmitt

studiert Germanistik

und PSS im 9.

respektive 1. Semester

Liebe Raucherinnen und Raucher, werte

Pseudo-Gutmenschen und Möchtegern-

GesundheitsfanatikerInnen, Käse tötet

Menschen. Schokolade verursacht Diabetes,

macht abhängig und sorgt global für Ausbeutung

von Mensch und Natur. Ach – und Alkohol

ist, abgesehen von Klosterfrau’schem Tropfen,

auch kein Heilmittel. Nicht nur der „Killer-Käse“

aus Österreich, wie die BILD einst titelte, hat

sechs Menschenleben auf dem Gewissen. Im

Allgemeinen ist der übermäßige Konsum von

solch fettigem Milcherzeugnis wahrlich ungesund.

Zwischen Mozzarella mit 45mg/100g und

Gouda mit 115mg/100g sind Milchprodukte

wahre Cholesterin-Bomben. Kaum zu glauben,

dass nach einer ordentlichen Cheesy Crust-Pizza

vom Italienischen Fast-Food-Versorger „Kopfbedeckung“

nicht ständig Menschen wild zuckend

vom Stuhl kippen und vor Ort einen Schlaganfall

oder gar Herzinfarkt erleiden. Kaum besser

sieht die Gesundheitsbilanz von Schokolade

aus. Vernachlässigen wir an dieser Stelle, was

die großen Erzeuger Nestle und Co. alles auf

dem Weg zum süßen Gaumenschaus verbrechen,

das Endprodukt alleine ist Grund genug, um in

dieser subjektiven, weitgehend von Zahlen befreiten

Statistik aufzutauchen. Der Grund: Typ-

2-Diabetes. Die „weltweite Pandemie“, wie es in

den Medien gerne heißt, entsteht durch falsche

Ernährung. Falsche Ernährung, die bei ihrer Beschreibung

neben einer Unmenge Kohlenhydrate

und anderer Zucker immer wieder auf das

Wort „Schokolade“ zurückkommt. Die großen

Zucker- und Weißmehlmengen im Körper führen

– oft kombiniert mit Bewegungsmangel – zu

einem steigenden Blutzuckerspiegel. Das gemeine

bei Typ-2-Diabetes; der Prozess geht schleichend

von Statten. Und was möchte ich damit

sagen? Nun, wer von Ihnen, liebe Leserin, lieber

Leser, geht zu einem adipösen Menschen, der

sich an der Bushaltestelle zwei Sandwiches und

einen Schokoriegel reinschiebt und sagt: „Entschuldigen

Sie bitte, wissen Sie eigentlich was Sie

ihrem Körper da antun?“– kaum einer. Selten

hört man auch „Also Sie da, Sie molliger Mensch,

Sie. Ihr Verhalten kostet die Gesellschaft Unsummen.

Wenn Sie so weiter machen, belasten Sie

das und ich muss dafür zahlen, dass Sie nicht

auf sich Acht geben.“ Trotz der bekannten Gefahren

– und die des Alkoholkonsums möchte

ich an dieser Stelle gar nicht erst ausführen

– sind all die angeprangerten Produkte genau

dort erhältlich, wo wir uns, wehrte Studis, den

lieben langen Tag herumtreiben: an der Uni.

Egal ob Mensa oder Caféteria, das belegte Wurstbrötchen,

ein schönes Bierchen und der fetzige

Käsebagel sind Klassiger der Hochschulgastronomie.

Und in den Automaten der Fakultät sowie

Bibliothek warten sündige Schlemmereien von

Milky Way bis Mars. Klar, Belohnungsfaktor und

so. Steigt man sonntags in den Bus, fährt zur Universitätsbibliothek

und ackert ein paar Stunden

an Referat, Klausur oder Hausarbeit, hat man

sich eine kleine energiespendende Schokodosis

verdient. Außerdem werden beim Verzehr der

süßen Sünde Endorphine freigesetzt – und das

ist gut. Nichts desto Trotz sind meine Streifzüge

durch den Lehrbetrieb – gerade am Hubland –

in der Regel davon gezeichnet, dass ich weit und

breit keine Kippen kaufen kann! Ich bin bekennender

Nikotiniker und lechze so nach einigen

Stunden in der Bibliothek nach einem glücklichmachenden

Glimmstängel. Während sich alle

um mich herum irgendwelchen Süßkram in den

Rachen kippen, bleibt es mir verwehrt, meine

Gedanken im blauen Dunst zu sortieren, den Tabakrauch

tief zu inhalieren und langsam durch

Mund und Nase wieder auszuatmen. Das hat fast

schon etwas von jogaesken Atemtechniken. Es

entspannt. Holt runter und gibt Energie für weiteres

Arbeiten. Schon das Klicken des Feuerzeuges,

das Knistern des Tabaks beim Anzünden der

Zigarette – ja und dann der erste Lungenflügelbeflügelnde

Zug… Was dem Schokoholic sein

Zucker, dem Nikotiniker die Zigarette. Also liebe

Studis: Entweder sind wir alle erwachsen genug

und können selbst bestimmen, ob wir uns Kippe,

Kaffee, KitKat und Co. in die Birne ziehen – oder,

alles was irgendwie „gesundheitsschädlich“ ist,

wird gefälligst aus den heiligen Hallen der Alma

Mater verbannt. Da aber Fisch in verseuchtem

Wasser schwimmt, Eier belastet, Getreide, Gemüse

und Obst mit Pestiziden befallen und Fleisch

ja eh voller Antibiotika ist, sollten wir vielleicht

nicht auf letzteres pochen. Zu trinken wartet

dann nur noch Wasser, statt Softdrinks, Kaffee,

Tee, Bierchen oder Milch. Ich geh jetzt eine Rauchen

– und denke mir: Selbst das Leben ist tödlich.


ou are perfect! - oder: Warum das Weihnachtsessen keine Sünde war.

Weihnachtsspeck oder Hungerhaken? Eigentlich egal! VON KATHARINA RÜHL

Katharina Rühl

studiert im 5. Semester

Deutsch, Geschichte

und Sozialkunde auf

Lehramt

Das neue Jahr hat kaum begonnen und

schon geht es wieder los: „Runter mit

dem Weihnachtsspeck“ - „Lassen Sie

die Pfunde purzeln“ - „Schlank werden - leicht

gemacht“ oder, mein absoluter Favorit einer

Marke, die mit Diätprodukten wirbt: „Schluss

mit dem Diät-Wahn“. Ja, hören wir auf damit,

aber nicht auf diese Weise. Dabei war das Weihnachtsessen

doch so gut. In meiner Familie ist

das vergangene Fest mit einem enormen Aufwand

für den Magen und die Verdauung verbunden.

Da denke ich gerne an die leckere

Ente meiner Schwiegeromi oder das tolle Fest-

mahl bei meinem Opa. Eines wird aber sofort

klar: SÜNDE! Du hättest eigentlich nur drei

Blätter Salat essen dürfen. Die Gedanken rasen

sofort: „Wo ist das nächste Fitnessstudio? Geht

das nicht auch ohne Sport? Gibt es dafür irgendwelche

Pillen?“ Tja, leider gibt es so Wunderrezepte

nicht, obwohl diese oft für viel Geld

verkauft werden. Dafür werden aber die Gedanken

der Menschen und die Darstellungen der

Medien immer beunruhigender. Junge Mädchen

fühlen sich nicht mehr schön, nur weil sie

noch Babyspeck auf den Hüften haben. Anstatt

eine vernünftige Esskultur zu etablieren, werden

Diäten angepriesen. Doch was bleibt davon

übrig? Richtig! Nur Frust. Frust, niemals so

aussehen zu können wie all die Models auf den

Werbeplakaten. Denn Dank Photoshop wünschen

diese sich wahrscheinlich ebenfalls ihrem

retuschierten Spiegelbild zu entsprechen.

Ich vermisse die Zeiten, als eine normale

Frau noch sexy und erfolgreich sein konnte,

ohne undiszipliniert zu gelten. Wir müssen

aufpassen. Wohin soll es denn führen, wenn

alle immer noch schlanker und noch schöner

und noch retuschierter sind? Wo bleibt da

die Natürlichkeit? Kein Diätbuch, nicht unsre

superschlanke Kommilitonin, und erst recht

keine Werbetafel dieser Welt sollte uns ein

schlechtes Gewissen machen! Natürlich beneide

ich meine Freundinnen, die jedes Stück

Schokolade essen können ohne ein Gramm

zuzunehmen. Aber bin ich deshalb undiszipliniert,

weil ich mir dieses Stück trotzdem gönne?

„Du bist schön so wie du bist!“ So lautet

die Antwort meines Mannes auf Selbstzweifel.

Und das möchte ich auch euch sagen: Ihr seid

schön, genau so wie ihr seid! Es ist egal, ob du

nun ein paar Kilo zu viel oder gar zu wenig auf

den Hüften hast. Es sagt nichts über dich und

deine eigene Schönheit aus! Ernähre dich gesund,

gönn dir auch mal was, sei aktiv und du

wirst dich in deiner Haut wohlfühlen! Deshalb

trotze dem Diätwahn und vergiss nicht: You are

perfect!


Seite 25

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Ansichten

Vier Jahre Sprachrohr

Ein lebendiger Nachruf VON ALEXANDER AXMANN

Alexander Axmann

studiert im 9. Semester

Geographie und

Englisch und hat 4 Jahre

lang das Sprachrohr

gelayoutet

Ich habe noch nie etwas für das Sprachrohr

verfasst. Meine Aufgabe war es immer, die

Texte und Fotos der Autoren so anzuordnen,

dass sie in der Zeitung ein vernünftiges

Konzept ergeben. Dass ich nun etwas schreibe,

hat zwei Gründe: Zum Einen ist zufällig Florian

nicht dazu gekommen, seine Kolumne zu schreiben,

und zum Anderen werde ich in naher

Zukunft, vielleicht schon nach dieser Ausgabe,

diesen Job einem Nachfolger anvertrauen.

Jetzt wäre es vielleicht angebracht, über diesen

sich fast über mein gesamtes Studium erstreckenden

Zeitraum und insgesamt 27 gelayoutete

Ausgaben ein Resümee zu ziehen. Das

fällt mir natürlich schwer, aber neben den vielen

Dingen, die sich immer wieder verändert

haben, gab es auch einige Konstanten. Zum

Beispiel InDesign und die Tatsache, dass sich

der Job leider fast immer bis lange in die Nacht

vor Druckschluss hingezogen hat. Am abwechslungsreichsten

war die jährlich wechselnde

Besetzung der Stelle des Chefredakteurs. Ich

denke oft an den Zeitpunkt in meinem ersten

Semester zurück, an den ich auf der Rückseite

des Sprachrohrs eine Stellenanzeige für einen

Layouter entdeckt habe. Eingestellt hat mich,

nachdem ich eine ordentliche Bewerbung inklusive

Lebenslauf eingereicht hatte, Michael

Weis, damals Mitglied des Sprecherrates und

für den AK Presse verantwortlich. Leute, ist das

jetzt schon lange her!

Was für ein Gefühl ist das, wenn in allen Fluren

der Universität eine Zeitung ausliegt, die man

selbst gestaltet hat? Ich würde sagen, dass es

ein besonderes Gefühl ist, eines, bei dem man

ständig versucht ist, irgendjemandem zu erzählen,

das man es selbst war, der diese Zeitung da

gemacht hat. Es ist auch ein Gefühl der Freude,

wenn endlich, nach anstrengender Arbeit, das

Sprachrohr ausliegt und ich sehen kann, dass

das, was ich vorher nur am Bildschirm gesehen

habe, auch im Druck eine gute Figur macht.

Und mit fortschreitender Erfahrung habe ich

mich auch immer weniger über die verbliebenen

Fehler im Heft aufgeregt.

Michaels Nachfolgerin hieß Anna Merhart und

ein Jahr später war es Riccardo Altieri. Danach

musste der Chefredakteur kein Mitglied des

Sprecherrates mehr sein und so arbeitete ich

mit Katharina Lichter, Melanie Krause und

schließlich mit Max Schmitt zusammen, der

seine erste Kolumne im Sprachrohr schon im

November 2011 veröffentlicht hatte.

Mir ist zu allen diesen Menschen bis heute eine

freundschaftliche Beziehung geblieben, weshalb

ich die Gelegenheit, mit ihnen zusammen

arbeiten zu können, als großes Glück bezeichne.

Darüber hinaus habe ich die anderen Mitglieder

der verschiedenen Sprecher- und Sprecherinnenräte

kennenlernen dürfen und all jene,

die hin und wieder ihre Nase durch die Tür des

SSR Büros steckten. Ich denke, dass ich mich

dadurch, dass ich auf meinen Wegen durch die

Uni so oft einem bekannten Gesicht begegnen

konnte, hier ein wenig heimischer fühle, als es

sonst der Fall gewesen wäre. Besonders erwähnen

möchte ich Frau Grimm, die einzige Person,

die damals auch schon da war. Sie war mir

sehr oft eine große Hilfe.

Dankeschön, vielen Dank allen, die mich während

dieser Zeit begleitet haben. Ich habe viel

gelernt und ich hoffe, dass ich dazu beitragen

konnte, dass Menschen das Sprachrohr in die

Hand genommen und darin etwas für sich entdeckt

haben.


Auf der Tasche des Steuerzahlers?!

Ein Kommentar VON LENA RODER

Lena Roder

studiert im 2.

Mastersemester

Germanistik und

im 4. Semester

Jura

Noch im letzten Jahr habe ich mich mit

Studienkollegen meines Freundes im

Eulenspiegel getroffen. Nach leckeren

Käsespätzle und ein oder zwei Bierchen kam

man, wie das so ist, in ein Gespräch und natürlich

wurde ich auch gefragt, was ich denn so

mache. Ganz brav antwortete ich: „Germanistik“.

Plötzlich war es etwas stiller in der Gesprächsecke

und ich wurde erstmal erstaunt und etwas

missbilligend angeschaut. Ich sollte erwähnen,

dass die Runde aus Elektrotechnik- und Maschinenbaustudierenden

bestand. Dann wurde

einer aus der Reihe, nennen wir ihn Arnold*,

regelrecht wütend und griff mich förmlich an,

er trinke nicht mit Menschen, die auf der Tasche

des Steuerzahlers liegen. Daraufhin durfte

ich mir wirklich, ungelogen eine Stunde anhören,

wie schlimm jegliche Art von geisteswissenschaftlichem

Studium ist und warum das überhaupt

noch angeboten wird. Eigentlich bin ich

in solchen Situationen nicht so zimperlich und

schlage dann auch gerne mal zurück, aber das

erschien mir in einer solchen Gruppe und auch

noch vor meinem Freund nicht ganz so gut. Also

nahm ich es als Scherz und versuchte über seine

Ansichten und wahrscheinlich die vieler Anderer

auch, zu lächeln. Bis zum Ende wurde ich im

wahrsten Sinne des Wortes ignoriert und bei jeder

neuen Runde durfte ich mir anhörten: „Mit

Germanisten stoße ich nicht an.“

So etwas war auch mir schon lange nicht mehr

passiert, dass man für das was man studiert angeschnauzt

wird, oder sogar regelrecht beschimpft.

Natürlich ist uns Geisteswissenschaftlern der

Weg nicht so leicht mit guten Meinungen wie

in naturwissenschaftlichen Bereichen geebnet,

aber muss man deswegen gleich grob werden

und unter die Gürtellinie gehen? Diese Unterhaltung

ist nun schon mehrere Tage her und ich

grüble noch immer über dieses Thema, denn es

war eben nicht das erste Mal, dass ich mit solchen

Meinungen, bis jetzt aber noch nicht in

diesem Ausmaß, zusammenstieß. Warum muss

man sich auch für sein gesellschaftskritisches,

sozialwissenschaftliches, sprachliches oder pädagogisches

Studium entschuldigen oder es auch

noch verteidigen?

Die Geisteswissenschaften waren hunderte

von Jahren das höchste Gut der Gesellschaft und

in wenigen Jahren hat sich dieses Bild drastisch

in das Negative gewandelt. Warum? Die Antwort

der Gesellschaft lautet immer wieder, man könnte

damit kein Geld verdienen. Stimmt das denn?

Ist das so? Im Vergleich meiner Freunde fanden

Natur- wie Geisteswissenschaftler nie auf Anhieb

die Stelle, die sie gerne haben wollten. Der Einstig

in den Arbeitsmarkt ist also für beide gleich

schwer und aber beide bekommen am Monatsende

einen Gehaltsscheck. Wo ist also das Problem?

Durch den lieben kleinen Arnold, der mir

wieder einmal die Augen geöffnet hat, kann ich

sagen, dass ich lieber ein kleiner guter und für

das Fach inspirierter Germanist bin, als ein arroganter

Maschinenbauer, der meint, er weiß alles

und könne über alles und jeden richten. Es fragt

sich jetzt für die Gesellschaft, wer wohl mehr

für soziale Identität, Integrität und einen guten

Menschenverstand beiträgt.


*Name geändert


Seite 26

Ansichten

Sprachrohr Januar/Februar 2014

A tribute to Germany – Unser Ruf im Ausland

Mein Auslandssemsester in Spanien VON AMINA HUSSEIN

Amina Hussein

studiert Political and

Social Studies im 4.

Semester

Nach ungefähr vier Monaten im Ausland

hat sich für mich ein ziemlich klares

Bild von der Wahrnehmung der Deutschen

im Ausland ergeben und eigentlich stehen

wir gar nicht so schlecht da. Allgemein sind

wir als sehr pünktlich und ordentlich bekannt

und einfach jeder hier kennt unsere liebe Frau

Merkel. Wir trennen Müll und sind insgesamt

schon sehr umweltbewusst. Bei Trinkspielen

werden wir meist als erste ins Team gewählt,

weil wir vor allem durch das Oktoberfest als

sehr trinkfest gelten und unser Bier sich größter

Beliebtheit erfreut. Da in Spanien der Großteil

kein Englisch spricht und Austauschprogramme

während der Schulzeit nicht so sehr verbreitet

sind, werden wir für unsere Weltoffenheit und

unseren Ehrgeiz andere Sprachen zu lernen gelobt.

Allerdings sind wir nicht gerade bekannt

für unser natürliches Rhythmusgefühl. In den

Salsa-Stunden lässt sich sehr leicht zwischen

Südländern und Deutschen unterscheiden.

Während die Deutschen Probleme haben den

ganzen Tanzschritten zu folgen und in der Regel

eher etwas steif und verloren wirken, sind

die Spanier hier ganz in ihrem Element. Auch

unsere deutsche Sprache hört sich in den Ohren

der Spanier und vor allem Italienern eher

hart an. Ein Spanier hat mir einmal erklärt, dass

sich eine Unterhaltung zwischen Deutschen fast

wie ein Streit anhört. Doch wenn wir uns dann

am Ende mit dem für die Spanier süßem Wort

„Tschüß“ verabschieden, wird aus uns wieder ein

putziges Völkchen. Es fällt uns generell etwas

schwer ohne einen genauen Plan Sachen anzugehen

und sich einfach nur treiben zu lassen,

ohne zu wissen was als nächstes kommt. Viele

junge Spanier haben mit der Arbeitslosigkeit zu

kämpfen und versuchen trotzdem gelassen und

positiv zu bleiben. In Deutschland hingegen

herrscht oft ein starker und vielleicht manchmal

sogar unnötiger Leistungsdruck. Es werden

verschiedene Praktika, Auslandsaufenthalte und

die Kenntnis von mehreren Sprachen erwartet;

vieles dreht sich um einen guten Lebenslauf

und die Angst davor wie sich etwas im Lebenslauf

macht. In dieser Hinsicht sollten wir uns

wirklich etwas weniger Stress und Gedanken machen

und einfach mal unser Leben leben ohne

im Hinterkopf immer unsere Berufsaussichten

zu haben. Unsere deutsche Vergangenheit ist

zwar immer noch präsent, aber spielt insgesamt

eigentlich keine Rolle mehr. Wir sind Europäer,

wie alle anderen auch, auch wenn ab und zu

gewisse Menschen meinen Hitler-Witze würden

bei uns gut ankommen. Doch das ist zum Glück

wirklich eher die Ausnahme als die Regel.

Im Großen und Ganzen hätte ich nicht gedacht,

dass wir so ein positives Bild von uns ins

Ausland tragen und wir vielleicht nicht auf unsere

Vergangenheit stolz sein können, aber mit

unserem Verhalten im Hier und Jetzt sind wir

auf einem guten Weg den Blick auch auf andere

Dinge in Deutschland zu lenken.


Intern Space Ship Eine Comic-Serie von Christian Neubert


Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Leserbriefe

ANONYME EINSENDUNG

Verharmlosung rechtsextremer Symbolik –

NSDAP-Adler ziert Trendklamotten

Weihnachten steht vor der Tür und wieder

werden viele Kleidungsstücke als Geschenke

unter dem Christbaum liegen.

Darunter kann auch das ein oder andere Teil von

Boy London sein. Es handelt sich dabei um eine

in den 1970er Jahren gegründete Underground-

Marke aus London. Sie wurde schon immer von

vielen Punks, Künstlern und anderen Randgruppen

getragen. In letzter Zeit erhält sie jedoch gewaltigen

Aufschwung als In-Marke, da viele Stars,

darunter auch Rihanna und Justin Bieber, Bekleidung

aus dem Boy London Sortiment tragen.

Auch hier in Würzburg gibt es einen Laden,

welcher diese Marke führt. Neben diversen Kleidungsstücken,

auf denen, in einfacher Druckschrift,

der Markennahme steht, gibt es auch Produkte,

welche ein Adler ziert, der auf dem „O“ des

Wortes Boy sitzt. Das Design dieses Adlers erinnert

stark an den Parteiadler der NSDAP. Es ist nicht

der Reichsadler, sondern klar der NSDAP-Adler,

denn die Blickrichtung des Adlers geht, wie bei

der NSDAP, nach rechts.

Als ich das bemerkte, bat ich sofort via E-Mail

um eine Stellungnahme des Ladens. Ich erhielt

auch sehr schnell eine Antwort, in der man mir

versicherte, dass weder die Marke, noch der Laden

mit dem rechtsextremen Spektrum zusammenhängen.

Man berichtete mir aber: „Dass

der Adler dem der NSDAP ähnelt, kann nicht

dementiert werden“, es würde jedoch „inhaltlich

kein Bezug“ bestehen. Man erkennt also den eindeutigen

Zusammenhang in der Darstellung und

gibt ihn sogar zu. Ein Argument gegen den Bezug

zur Nazi-Symbolik ist laut der Stellungnahme,

dass nirgends auf der Bekleidung ein Hakenkreuz

abgedruckt ist. Dieses Argument ist schlichtweg

Blödsinn, denn wäre dort ein Hakenkreuz zu sehen,

dann dürfte die Marke in Deutschland überhaupt

nicht verkauft und getragen werden. Es

fehlt tatsächlich nur noch das Hakenkreuz, um

eins-zu-eins den NSDAP-Adler zu erkennen: Bei

Boy London sitzt der Adler auf einem Kreis, dem

„O“, wie auch der NSDAP-Adler auf einem Kreis,

genauer einem Kranz, sitzt. In diesem Kreis ist bei

der NSDAP dann entsprechend das Hakenkreuz

zu finden.

Ich behaupte nicht, dass Boy London eine

rechtsextreme Marke ist. Genauso wenig behaupte

ich, dass Läden, die diese Marke verkaufen rechtsextrem

sind. Aber ich empfinde es als höchst problematisch,

wenn eine Marke so leichtfertig mit

Symbolen umgeht, die der rechtsextremen Symbolik

so nahe stehen. Dies trägt in meinen Augen

zur Verharmlosung rechtsextremer Symbolik bei

und ist somit fast schon Hohn für die vielen Opfer

des dritten Reichs. Jeder sollte sein Gewissen befragen,

ob er solche Kleidungsstücke unter dem

Christbaum vorfinden möchte.


EINGESENDET VON BEATE LESCH

Ansichten

Die Zeitungen sind voll davon – der Koalitionsvertrag

hat es Schwarz auf Weiß zu Papier gebracht.

Er ist nötig und richtig – der Mindestlohn.

Daher bin ich doch sehr verwundert, weshalb

der von den Studierenden gewählte Senator sich

so vehement dagegen stellt. Der Studentische

Konvent (das Gremium das sich um die Belange

aller Studierender kümmern soll) hat das bereits

im November erkannt und mit großer Mehrheit

die Forderung nach einem Mindestlohn von

8,50€ für alle Hiwis verabschiedet. Der reguläre

Weg wäre dann, dass der Sprecherinnen und

Sprecherrat (SSR) versucht diese Forderung

umzusetzen; also der Hochschulleitung aufzeigt,

wie wichtig eine Lohnerhöhung der Hiwis ohne

ersten Abschluss ist und eine längst überfällige

Hiwi-Lohnerhöhung in die Wege leiten muss.

So sollte das dann auch geschehen, wurde

jedoch letzte Woche innerhalb der Sitzung des

Studentischen Konvents von anderen Mitgliedern

des SSRs berichtet, dass ausgerechnet der

Studentische Senator innerhalb der Sitzung des

SSRs mit der Hochschulleitung gegen diese Forderung

argumentierte.

Das ist empörend! Und gleichzeitig ein Zeichen,

dass meine Arbeit, als in der Verwaltung

tätige Studentische Hilfskraft – zumindest vom

Studentischen Senator – offensichtlich keine

Wertschätzung erfährt. Eine Tatsache, die mir

viele Fragen aufwirft: Weiß der Studentische

Senator denn, was so viele Hiwis täglich leisten?

Verschließt sich der Studentische Senator dem

Willen der Studierenden? Ist der Studentische

Senator der verlängerte Arm der Hochschulleitung?


Filmkritik

Der Medicus (Philip Stölzl)

VON KATHARINA DEPPISCH

„Wie blass und

langweilig wäre

diese Welt ohne

Geheimnisse“ und

doch verdanken

wir der Neugier

und dem Drang

des Menschen,

diese Geheimnisse

lüften zu wollen,

unser heutiges

enormes Fachwissen

in unterschiedlichsten

Bereichen.

Lebensverlängernd ist der immer bessere Wissensstand

besonders in der Medizin. Schon seit Jahrhunderten

interessieren wir uns für den menschlichen

Körper. So auch der junge Rob Cole (Tom

Payne), der im 11. Jahrhundert im mittelalterlichen

England aufwächst. Geprägt vom Tod seiner

Mutter, durch eine damals unheilbare Krankheit,

wird in ihm die innere Berufung getrieben Heiler

zu werden. Er lernt bei bei einem alten Bader

(Stellan Skarsgård), ein umherziehender Amateurheiler.

Dessen Heilpraktiken reichen gerade

einmal von A wie Amputation, bis G wie glühendes

Eisenwerkzeug für Desinfektionszwecke. Wohingegen

die studierten Juden in den großen Städten

seriöse Medizin und Chirurgie praktizierten. Hier

erfährt Rob auch von Ibn Sina (Ben Kingsley),

dem berühmten großen Medicus, der im weit entfernten

persischen Isfahan Medizin lehrt.

Die einjährige Reise in den Orient ist für Rob

lang und beschwerlich. Im muslimischen Kalifat

sind Christen nicht geduldet. Juden werden jedoch

toleriert, weshalb es Rob unter dem Decknamen

"Jesse ben Benjamin" und getarnt als Jude

gelingt, an Ibn Sinas Schule aufgenommen zu

werden. Wissbegierig hängt der junge Engländer

dem Universalgelehrten an den Lippen. Unter

den Schülern ist auch ein bekanntes Gesicht

der deutschen Filmlandschaft zu finden: Elyas

M'Barek spielt den reichen Kaufmannssohn Karim.

Dieser sorgt sowohl als großer Prahler, sowie

auch als Klassenclown unter den Medizinschülern

nicht selten für Schmunzeln beim Zuschauer.

Der deutsche Regisseur des Filmes (Philipp

Stölzl) wagte sich als Erster an die Verfilmung von

Noah Gordons Bestsellers aus den Achtzigern.

Landschaftspanoramen von Englands Meeresklippen

und der endlos scheinenden Wüste

Persiens werden gekonnt auf die Kinoleinwand

projiziert, wo sie ihre volle Blüte entfalten können.

Die warmen Farben des Orients wirken besonders

stark, wenn sich die wunderschönen weißen

Kamele der Reisekarawane, welcher sich Rob

anschließt, farblich vom goldgelben Wüstensand

abheben.

Die Bandbreite der Themen beginnt beim

Kontrast zwischen Morgen- und Abendland, über

Glaubenskonflikte und Diskussionen zwischen

Wissenschaft und Religion, weshalb der Film auf

keinen Fall allein für Geschichtsfans sehenswert

ist!


Seite 27


Seite 28

Kultur

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Filmkritik

Perfect Sense ( David Mackenzie)

VON AMELIE SCHARRER

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon mal einen

Weltuntergangsfilm mit eingebauter Liebesgeschichte

gesehen. Und besonders angesichts

der Wetterschwankungen der letzten und der

kommenden Jahre sind Katastrophenfilme recht

aktuell. Der Film, den ich vorstellen will, zählt

nicht zu den typischen Day after Tomorrow-Hollywood-Erfolgen,

denn obwohl es sowohl Weltende

als auch zwei Liebende gibt, ist dieses Drama

von einer ganz anderen Sorte.

Susan (Eva Green, bekannt vor allem als

herzbrechendes Bond-Girl Vesper) ist Epidemieforscherin.

Als der erste Fall auftritt, weiß

noch niemand, dass dieser rätselhafte und unerklärliche

Virus bald die ganze Menschheit

erfassen wird. Erst verfallen die Opfer in eine

etwa zweistündige Depression, während der

sie nicht aufhören können zu weinen, und

danach ist der Geruchssinn verloren. Einige

Zeit später zeigt sich dasselbe Muster mit dem

Geschmackssinn. Das ist für den Koch Michael

(Ewan McGregor) und sein Restaurant problematisch,

aber als er und Susan ihre Beziehung

zueinander vorsichtig ausbauen und die

Welt ihrem Ende zusteuert, ohne dass sich ein

Hoffnungsschimmer am Horizont zeigt, ist alles

nicht mehr so wichtig. Der Film konzentriert

sich nicht auf Naturkatastrophen und die

dramatische Flucht der Helden, sondern auf

das Band zwischen den beiden, inmitten einer

Umgebung, in der nach und nach alle Sinne

verschwinden. Es ist herzzerreißend, zuzusehen,

wie sie damit umgehen. Ob sie sich gegenseitig

aus Spaß Rasierschaum füttern, weil sie

sowieso nichts mehr schmecken, oder sich die

Gerüche, nach denen sie sich so sehnen, von

einer Straßenkünstlerin auf der Geige vorspielen

lassen, die Gesellschaft um sie herum fällt

auseinander. Auf einmal sind alle gehörlos und

die nächste Viruswelle folgt auf den Fuß.

Das Ende wird nicht verraten. Fröhlich

schaut es nicht aus. Aber dieser schottische

Film „Perfect Sense“ von David Mackenzie ist so

persönlich und portraitiert ein Paar auf so menschliche

Weise, dass er meiner Meinung nach

alle anderen Filme der Weltuntergangs-Gattung

in den Schatten stellt, auch wenn er unsere

Zukunft nicht gerade mit fröhlichen Farben

malt.


Die Feuerzangenbowle (Helmut Weiss)

VON CHRISTOPHER KITSCHE

Wer die Weihnachtszeit nicht gerade damit verbringt

den überdimensionalen Berg an Uni-

Skripten durchzuarbeiten oder den allgemeinen

Weihnachtstrubel zu durchleben, schaut sich

mit Sicherheit den einen oder anderen Film an.

Meist sind es Filme passend zur Weihnachtszeit

um erst so richtig in Stimmung zu kommen.

Ein bewährter Klassiker im Uni-Kino in den

Wintermonaten ist inzwischen Heinrich Spoerl

Klassiker 'Die Feuerzangenbowle'. Die ursprünglich

als Roman verfasste Geschichte handelt

von dem erfolgreichen Schriftsteller Johannes

Pfeiffer, der sich nach Beisein in einer illustren

Herrenrunde dazu entschließt noch einmal die

Schule sozusagen aus Spaß an der Freude zu besuchen.

Schnell mausert sich Pfeiffer zum Lausebengel

und versetzt seine neue Schule eins

ums andere Mal in Aufruhr. Schlussendlich gibt

er seine wahre Identität preis und heiratet die

Tochter des Direktors.

Der Film besticht durch einfachen, vornehmen

Humor. Gerade im Uni-Kino lohnt es sich

diesen Film mit vielen anderen anzuschauen.

Der Film bietet nämlich zu Genüge Gelegenheit

der Interaktion seitens des Publikums. So stößt

man etwas immer dann an wenn das im Film

geschieht oder lässt den Wecker klingeln sobald

er auch im Film erklingt. Es gibt sogar spezielle

Fansets um die dazugehörigen Artikel kompakt

erwerben zu können.

Der Film ist mittlerweile 70 Jahre alt, hat über

die Jahre nicht an Attraktivität verloren. An vielen

Universitäten gibt es Kult-Partys in größerem

Ausmaß. Studenten sprechen schon Satz für Satz

mit und eine Aufführung des Klassikers hat einen

festen Platz im Jahresprogramm.

An eine Neuverfilmung der Feuerzangenbowle

hat sich in letzter Zeit niemand gewagt, vielleicht

auch besser so, denn mit der altbekannten

Version gleichzukommen ist wohl nahezu unmöglich.


Seite 29

Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Kultur

Buchrezension

Die Mitte der Welt (Andreas Steinhöfel)

VON ALEXANDER BAGUS

Ein Familienroman

zwischen Licht und

Schatten

Das Leben in der Provinz

als Fremder – das

kennt Phil mit seinem

17 Jahren schon zu

genüge. Obwohl er

dort aufwuchs, blieb

ihm das Städtchen mit

seinen Bewohnern

immer fremd. „Die

Jenseitigen“ sind es für Glass, seine Mutter, und

seine Zwillingsschwester Dianne, weil ein Fluß

diese von ihnen selbst trennt. Zu dritt wohnen

sie einer Villa namens „Visible“ außerhalb des

Ortes, wo sie sich gegen die Unbill der Welt

verschanzen. Eine alleinerziehende Mutter von

einem anderen Kontinent mit unzähligen Männergeschichten,

mit einer anderen Lebenskultur

ist den Alteingesessenen, den „Kleinen Leuten“

wie Phil sie einst taufte, so suspekt, dass die Kinder

für das Verhalten ihrer Mutter in Sippenhaft

genommen werden.

Ihre Außenseiterrolle wurden sie, die der Zufall

in dort stranden ließ, nie los, auch wenn die

Mutter mit der Zeit zur Seelenklempnerin der

unglücklichen Frauen der Stadt wurde. Diese Zuordnung

manifestiert sich in Begrifflichkeiten:

„Hexenkinder“ sind Phil und Dianne für ihre

Altersgenossen. Erst weit nach der Einschulung

finden sie einige ganz wenige Freunde

So hält die Familie trotz unzähliger innerer

Spannungen durch den äußeren Druck zusammen.

Phils Schwulsein macht es für ihn nicht

leichter, hat er doch nur seine beste Freundin

Kat, mit der er darüber reden kann – vor allem

wenn es um den seltsamen Nicholas geht, der

neu an der Schule ist. In ihn verliebt sich Phil

Hals über Kopf. Phils Vorliebe für Männer erscheint

dabei immer wieder als das normalste

der Welt – zumindest für ihn und sein nächstes

Umfeld.

Andreas Steinhöfels Werk ist eine fantastische,

facettenreiche Familiengeschichte. Unglaubliche

Tiefen erreicht der Autor mit diesem

Entwicklungsroman. Der Ich-Erzähler Phil verknüpft

mit unzähligen Rückblicken Vergangenheit

und Gegenwart zu einem berauschenden

Geflecht, das einen nicht mehr loslässt. Grausame,

unheimliche, kuriose, aber auch erheiternde

Episoden reichen sich die Hand und bilden

eine Komplexität, die sich nicht nur im Inhalt,

sondern auch in der Form ausdrückt.

Wie ein reißender Fluss ergreift der Roman von

dem Leser Besitz – und spuckt ihn mit dem Ende

wieder aus. Kein negatives Urteil, denn das Ausgespucktsein

äußert sich in purer Nachdenklichkeit

- dieses Werk berührt nämlich tief. „Normal“

ist weder die Familie noch ihre Geschichte. Vielleicht

bleibt eben deswegen und aufgrund des

Verlaufs der Geschichte am Ende trotz aller Begeisterung

eine Bedrückung zurück, die jeden

Leser dieses Buch nie vergessen lässt.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

(Jonas Jonasson)

VON KATHARINA DEPPISCH

Ein humorvoller historischer

Roman mit

Krimi-Charakter.

Allan Karlsson: ein

Mann, vom Leben

gesegnet und nie im

Stich gelassen. Von

Präsidenten der Vereinigten

Staaten bis hin

zum Genossen Stalin

– er hat sie alle getroffen.

China, Washington,

Moskau – er war überall. Politik? Hat ihn

nie interessiert. Religion? Völlig überflüssig, außer

wenn sich eine Schnaps-Sekte finden würde.

Atombombe? Natürlich hatte er da seine Finger

mit im Spiel. Zufällig natürlich.

Jetzt wird er schon 100 Jahre alt, lebt in einem

schwedischen Altersheim und hat keine Lust

seinen Geburtstag zu feiern. Vor allem nicht mit

der Presse und dem Stadtrat. Also verschwindet

er kurzerhand. Er steigt aus dem Fenster und

macht sich auf dem Weg zum Reisebüro. So beginnt

ein weiteres Abenteuer. Zufällig begegnet

er dem Mitglied einer bekannten Drogenbande,

stiehlt dessen Koffer und damit 50 Mio. schwedische

Kronen. Dann fährt er mit dem Bus in eine

verlassene Gegend, findet einen Partner, einen

Kleinkriminellen und gemeinsam schmieden

sie einen Fluchtplan. Wenn zwischenzeitlich ungebetene

Gäste im Kühlhaus vergessen werden,

tut ihnen das natürlich furchtbar Leid, aber aufgrund

ihres fortgeschrittenen Alters kann ihnen

das natürlich keiner übelnehmen, oder? Gleichzeitig

beginnt die Suche nach ihm. Die Presse

stürzt sich sofort auf die Story, der Staatsanwalt

will endlich seinen großen Durchbruch schaffen

und der Kommissar will einfach nur den Fall klären

und vielleicht ein paar Freunde finden. Benny,

ein Imbissbudenbesitzer, fast Arzt und fast

Literaturwissenschaftler, wird für 100.000 Kro-

nen als Chauffeur angeheuert. Gunilla fühlt sich

trotz ihres Elefanten Sonja einsam und schließt

sich der Gruppe an.

Bis zum Ende fiebert man mit. Wie geht es in

Allan Karlssons Leben weiter und wie kommen

die Freunde nun ohne größeren Schaden wieder

aus der Sache raus? Der Leser taucht automatisch

mit ein in das wohl größte Abenteuer des

Hundertjährigen.

Jonas Jonassen schafft hier mit seinem ersten

Werk einen historischen Überblick, erzählt aus

der Perspektive eines zunächst unbedeutenden

Schweden. Die Mischung aus dem aktuellen

Abenteuer und die Zwischenblenden seiner Lebensgeschichte

machen dieses Buch zum meist

verkauften Buch Schwedens und einem internationalen

Bestseller. Ein Roman, der Lust auf

mehr macht und auf humorvolle Art Kritik an

der Gesellschaft und Geschehenem übt. Wer das

letzte Jahrhundert nicht nur mit Weltkriegen

in Verbindung bringt, wird dieses Buch ebenso

lieben, wie Menschen mit Sinn für Humor und

guten Erzählungen.


Seite 30

Kultur

Sprachrohr Januar/Februar 2014

Der Chefredakteur empfiehlt

Kulturtipps

Befreiung vom Überfluss

Mo., 3.2., 19.30 Uhr, Foyer-Café, Mainfranken Theater

Aufgemerkt! Das Rätselraten hat ein Ende. Seit Monaten bilden

weiße Lettern auf schwarzem Grund eine Überschrift des Mainfranken

Theaters. „Gott“, „Gier“ und einiges mehr prangte über

den Toren des Schauspielhauses. Nun ist klar, es gibt einen thematischen

Bezug zu einem neuen Stück: „Von Geld und Götzen

– Kontrovers“. Noch bis April reihen sich Themenabende in das

Programm des Mainfranken Theaters, die sich mit diesem Thema

beschäftigen. Am 3. Februar ist Prof. Niko Paech von der Universität

Oldenburg geladen. Sein Thema: „Befreiung vom Überfluss“.

Zum Inhalt: Der Klimawandel, eskalierende Finanzmärkte,

Schuldenkrisen, die Verknappung jener Ressourcen, auf deren kostengünstiger

Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang

basierte, sowie Befunde der Glücksforschung verdeutlichen,

dass die Wachstumsparty vorbei ist. Folglich sind die Möglichkeiten

einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Demnach ist ein

prägnanter Rückbau geldbasierter Versorgungssysteme vonnöten.

Suffizienz, moderne Subsistenz und kürzere Versorgungsketten

werden dann die wichtigsten Gestaltungsoptionen sein. Zudem

ist die Postwachstumsökonomie durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet,

also durch Glück ohne Kerosin. Es wartet ein spannender

Abend, der die wichtigen Frage der Zukunft stellt – und beantwortet?

www.theaterwuerzburg.de

Di., 18.2., 19.30 Uhr, Spitäle an der Alten Mainbrücke

Im Gespräch mit Wissenschaflterinnen und Wissenschaftlern – so beschreibt das

Dialogforum seine Veranstaltungen. Und somit laden die Organisatoren auch an

diesem Abend zu einer Debatte mit ProfessorInnen der drei Würzburger Hochschulen.

Dabei treffen unterschiedliche Perspektiven, fachlich wie auch persönlich,

aufeinander und bilden eine besondere Form der Begegnung. Es warten

spannende Fragen und überraschende Antworten, wenn sich Jazz-Musiker und

Städteplaner begegnen – und eine Professorin für Gestalten und Entwerfen die

letzte Spitze des Dialog-Dreiecks bildet. Michael Ottl von der Akademikerseelsorge

und Dr. Armin Bettinger von der Katholischen Akademie Domschule leiten

den Abend, der sich nicht nur der zentrale Frage des „Menschseins“ stellt.

Um Anmeldung wird gebeten: www.domschule-wuerzburg.de

Fr., 21.2., 20 Uhr, Posthalle

Frida Gold

Sagt hallo zu Popmusik mit deutschen Texten. Was an diesem

Abend aus den Boxen schallt, ist Ergebnis des kreativen Zusammenschlusses

von Sängerin Alina Süggeler und Bassist Andreas

Weizel. Musikalisch kommen sie aus dem gitarrenlastigen Rock

und haben 2007 ihren heutigen Stil gefunden: Popularmusik.

Seither ging es für das Quartett steil bergauf. Man teilt sich Bühnen

mit Mando Diao, unterschreibt den Plattenvertrag bei Warner

Musik und begleitet Bosse auf seiner „Taxi-Tour“. In Würzburg

haben sie bereits unter Beweis gestellt, dass sie die (Post)Halle rocken

können und vor allem für ehrliche, gerade Musik stehen, die

sowohl ins Herz als auch in die Beine geht. Es darf getanzt werden,

wenn es am 21. Februar heißt: „Wovon sollen wir träumen?“

www.posthalle.de


Januar/Februar 2014 Sprachrohr

Kultur

KultiMaTe – Der neue Kulturkalender für Studis – 27. Januar- 28. Februar 2014

Puhh, das Semester ist fast geschafft... Damit wir nicht völlig zuhause vorm Computer

oder in der Bib versacken, hier ein paar Tipps zum ablenken und entspannen! Und

danach: Schöne Semesterferien! Aktuelle Kulturtipps findet ihr auch bei facebook:

www.facebook.com/ReferatKulturUniWue Falls ihr noch Ideen und Wünsche habt, was unbedingt

in der KultiMaTe berücksichtigt werden müsste, kommt doch einfach mal bei einem unserer Referatstreffen

vorbei! Oder meldet euch direkt bei uns: esther.schiesser@uni-wuerzburg.de & kristina.kindl@uni-wuerzburg.de

Kristina & Esther vom Referat Kultur

Mo 27.1. Buntes

17.30 Uhr Vegane

VoKü im Cairo

Buntes 18.15

Uhr Mythen und

Fakten in der

A s t r o n o m i e .

R i n g v o r l e s u n g.

Mo 27.01

Toscanasaal der

Residenz Film

20:00 Perlenkino – “Wild East - Würzburg-Tokyo in

6 Wochen”, Kellerperle (Eintritt frei!) Di 28.1. Literatur

19.30 Uhr Die Schönheit einer Welt in Scherben.

Martin Walsers Irrenhaus-Roman Muttersohn

(2011). Ringvorlesung. Neue Uni am Sanderring,

Brose-Hörsaal Theater 20.00 Uhr Bunbury - Ernst

sein ist alles von Oscar Wilde, theater ensemble

Theater 20.30 Uhr Comedy Lounge im Chambinzky

Mi 29.1. Buntes 14.00 - 17.00 Uhr Face Me or Fake

Me!? - Hear me, see me, feel me but beware my privacy!

- Performance P-Seminar Siebold-Gymnasium.

Kulturspeicher Buntes 19.00 Uhr "Wenn die

Bilder schon verblassen" - Salle Fischermann über

seine Erlebnisse im Konzentrationslager Theresienstadt,

Phil. 1, Hörsaal 1 Film 19:00 The Sapphires.

Filmclub. Max-Scheer-Hörsaal Theater: Stop

Kiss. English Drama Group. Stadtmensa Theater

20:00 Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Theater

20.00 Uhr Bunbury - Ernst sein ist alles von Oscar

Wilde, theater ensemble Do 30.1. TIPP Film

Internationales Filmwochenende vom 30. Januar

bis 2. Februar im Central Programmkino Kunst

- Freier Eintritt für Studierende im Kulturspeicher

Do 30.01

(an jedem letzten Donnerstag im Monat) Musik

20:00 Perl-Jam. Jam-Session in der Kellerperle

Musik: Rainer von Vielen im Cairo Theater: Stop

Kiss. English Drama Group. Stadtmensa Theater

20.00 Uhr Bunbury - Ernst sein ist alles von Oscar

Wilde, theater ensemble Fr 31.1. Buntes: 17.00

Uhr Führung im MOZ: Soziokulturelle Aspekte, Architektur

und Kunstgeschichte mit Rudi Held. Mozartgymnasium

Theater: Stop Kiss. English Drama

Group. Stadtmensa Musik 21.00 Uhr Benni Benson

und One Boy Army im Dencklerkino Theater 20:00

Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Mo 1.2.

Musik 19.00 Uhr John X Mcclane, Black Shapes,

Bob Rooney, Kellerperle Film 20.00 Uhr Ladies

Movie Night zeigt: Chutney Popcorn im WuF-

Zentrum Literatur/Theater 20.00 Uhr Storykeller:

Storytelling mit Kerstin Lauterbach und

Petra Weller im Chambinzky Theater 20:00 Uhr

"Sünde-Revue", TheaterWerkstatt So 2.2. Kunst

11.00 Uhr Ausstellungseröffnung (Toscanasaal)

Gesichter zwischen den Zeiten: Der Apostelzyklus

im Dom zu Halle (Saale) in Lichtbildern von Eberhard

Zwicker. 2. Februar – 27. April, Gemäldegalerie,

Martin-von-Wagner-Museum, Residenz.

Eintritt frei. Theater 20:00 Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt

Literatur 20.15 Uhr Poetry Slam in

der Posthalle Di 4.2. Film 19.00 Elysium. Filmclub

Uni Würzburg. Max-Scheer-Hörsaal Literatur

19.30 Uhr Erhard Löblein “Stilles Land”, Jutta

Rülander “Als lösten sich alles Formen auf”, Ulrike

Sosnitza “Ein Klick zu viel”. Lesung. Stadtbücherei

(5 €) Mi 5.2. TIPP Kunst 19.00 Uhr Diskussionsrunde

zu “Kunst am Bau” und “Kunst im Öffentlichen

Raum”, BBK-Galerie im Kulturspeicher & bis

9.2. (verlängert) Ausstellung von Matthias Braun

"Kunst und Raum" Musik – anstatt blumen in der

Kellerperle Do 6.2. Musik 19.00 Uhr Perlen Unplugged

- mit Mine und Short Story Sports, Kellerperle

Philosophie 20.00 Uhr Was erzählt uns die

Verhaltensforschung an der Fliege Drosophila über

die Natur des Geistes? Vortrag im Toscanasaal der

Residenz Theater 20.00 Uhr Bunbury - Ernst sein

ist alles von Oscar Wilde, theater ensemble Fr

7.2. Buntes: 17.00 Uhr Führung im MOZ: Soziokulturelle

Aspekte, Architektur und Kunstgeschichte

mit Jörg Fuchs Mozartgymnasium Theater 20:00

Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Musik 20.30

Uhr König Leopold – Eure Armut kotzt mich an!

Cairo Theater 20.00 Uhr Bunbury - Ernst sein ist

alles von Oscar Wilde, theater ensemble Sa 8.2.

Musik 20.00 Uhr Room4Rent, KHG Theater 20:00

Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Theater

20.00 Uhr Bunbury - Ernst sein ist alles von Oscar

Wilde, theater ensemble Musik 22.30 Uhr Still Loving

Electronic Music mit rampue (Audiolith/Berlin),

Hildegard von Binge Drinking (hintere Sanderau

Würzburg), Frickler (Klangprojektor Würzburg),

Kellerperle So 9.2. Kunst 11.00 Uhr Ausstellungseröffnung

Sophie Brandes – Mode Masken Malerei,

Spitäle (am Fuße der Alten Mainbrücke auf der

Seite der Zellerau), Ausstellung bis 9.3., Eintritt

frei Musik 20.00 Uhr Room4Rent, KHG Theater

20:00 Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Di

11.2. Theater 19.50 Uhr “10 vor 8” – Improtheater

im Chambinzky Mi 12.2. Buntes: Treffen und

Ideensammlung zur Initiative Transition Town

Würzburg: Seit Ende 2013 gibt es in Würzburg eine

Gruppe von Menschen, die hier eine Transition

Town Initiative gründen möchte. Wie kann unsere

Kommune auf die Herausforderungen und Chancen

reagieren,

die durch

das Ölfördermaximum und den Klimawandel entstehen?

Es sollen Ideen diskutiert werden, wie in

Würzburg eine solche Initiative umgesetzt werden

kann; Grundlage hierfür sind die 12 Schritte

zur Gründung einer Transition Town Initiative von

Rob Hopkins, Kellerperle Do 13.2. Musik 19.00

Uhr Aware! … Drei Bands und Vivolo e.V. (Verein

für kulturelle Zusammenarbeit), Cairo Fr 14.2.

Musik 20.00 Uhr Tornado Dreamband feat. Melissa

Muther in der Kellerperle Theater 20:00 Uhr

"Sünde-Revue", TheaterWerkstatt Sa 15.2. Musik

20.00 Uhr Monteverdichor: Honneger “Johanna

auf dem Scheiterhaufen”, Neubaukirche Theater

20:00 Uhr "Sünde-Revue", TheaterWerkstatt So

16.2. Musik 20.00 Uhr Monteverdichor: Honneger

“Johanna auf dem Scheiterhaufen”, Neubaukirche

Tipp: Literatur 19.00 Uhr Infinite Monkey (Lesebühne)

im Wunschlos Glücklich an jedem dritten

Sonntag im Monat Mi 19.2. Literatur 20.00 Uhr

Der Literatur-

Mittwoch im

So 16.02

Chambinzky

Theater 20:00 Uhr

"Sünde -Revue",

TheaterWerkstatt

Buntes 20.30

Uhr Chez Colette

– Der Kulurtalk in

der Studiobühne.

Cairo Fr 21.2.

Theater 20:00 Uhr

"Sünde -Revue",

TheaterWerkstatt

Sa 22.2. Theater 20:00 Uhr "Sünde-Revue",

TheaterWerkstatt Film 21.00 Uhr CineWuF zeigt:

Freier Fall, WuF-Zentrum Do 27.2. Musik 19.30

Uhr Perl Jam (Session), Kellerperle Fr 28.2. Musik

19.00 Uhr Manku Kapak, dearest, 52 Hertz, Kellerperle

Vorschau/Tipps:

8. - 30. März 2014 Ausstellung “Große Freiheit

Nr. 100” - Weinkauf / Arbab / Ilia: Installation,

Film und Fotographie – Innen- und Außenansichten

zum Thema Asyl, u.a. präsentiert der

iranische Künstler Ilia seine Fotographien von

FreudInnen und Bekannten in der Würzburger

Gemeinschaftsunterkunft, BBK-Galerie im Kulturspeicher

Erster Flohmarkt nach der Winterpause

auf der Talavera am 15. März 2014 Am

6.3. um 19.00 Uhr Perlen Unplugged - mit Nick

& June und Sarah Lesch in der Kellerperle

Seite 31


Seite 32

Die Studierendenvertretung und das Studentenwerk Würzburg suchen einen

Layouter (m/w)

Aufgaben

Layout des Sprachrohrs, der Zeitung der Studierendenvertretung Würzburg,

Layout für Publikationen des Studentenwerks Würzburg

Anforderungen

Gute Kenntnisee im Umgang mit Adobe InDesign und Photoshop,

Flexibilität, Teamfähigkeit, Erfahrung mit Layout-Tätigkeiten,

Interesse an hochschulpolitischen Themen

Die Vergütung der Teilzeitstelle richtet sich

nach Qualifikation und dem tatsächlichen

Arbeitsumfang und kann auch auf

Honorarbasis erfolgen. Studierende werden

bevorzugt eingestellt. Menschen mit

Behinderung werden bei gleicher Qualifikation

bevorzugt eingestellt.

Schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf bitte an

annabel.m.schyrbock@uni-wuerzburg.de

Wir wünschen euch schöne Semesterferien

und viel Glück bei euren Prüfungen!

SPRACHROHR

Das nächste Mal

am 07.04.2014

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