P.T. MAGAZIN 05/2014

ptmagazin

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Offizielles Magazin

des Wettbewerbes

„Großer Preis

des Mittelstandes“

P.T. MAGAZIN

für Wirtschaft und Gesellschaft

10. Jahrgang | Ausgabe 5 | 2014 | ISSN 1860-501x | 3 Euro

www.pt-magazin.de

Hexenmeister am Regler

Die Urangst vor der Sintflut

Optimiert

Neue Ideen durch den

„Großen Preis des

Mittelstandes“

Uneins

Der Länderfinanzausgleich

spaltet die Republik

Verspielt

Die „Generation Game“ stellt

besondere Anforderungen

an Unternehmen


P.T. MAGAZIN 5/2014

Foto: Sue Gardner / Wikimedia

Commons (CC BY-SA 3.0)

Reicher blinder

Robin Hood

Schwer enttäuscht vom Scheitern der

1968er Revolution zog sich ein Hippie-

Pärchen zurück und lebte fortan kärglich

von Ziegenzucht in der südfranzösischen

Provinz. Im Mai 1971 kam ihr Sohn Thomas

zur Welt. Seine wohlhabenden und

konservativen Großeltern in Paris, so

hörte er als Kind, seien bei der „gaullistischen

Mafia“.

Der tägliche Kampf gegen „die

Bonzen“ und die alltägliche Diskussion

der Thesen von Karl Marx, Leo Trotzki

und Mao Tse-Tung prägten den Kleinen.

Mit 18, nach dem Fall der Eisernen Vorhangs,

besuchte er 1989 das, von Nicolae

Ceaușescu durch kommunistische Planwirtschaft

völlig heruntergewirtschaftete,

Rumänien und war tief erschüttert:

„Das immunisierte mich lebenslänglich

gegen denkfaule, antikapitalistische

Rhetorik, denn wenn du diese leeren

Läden siehst, diese Menschenschlangen,

die für nichts anstehen … dann wurde

mir klar, dass wir Privatvermögen und

Märkte brauchen, nicht nur wegen der

ökonomischen Effizienz, sondern auch

für die persönliche Freiheit.“ (zitiert

nach Ulrich Hostmann, FBV, 2014, S. 21)

Lange hielt die Immunisierung

jedoch nicht an. Schon 1993 promovierte

der junge Ökonom Thomas Piketty zum

Thema „Umverteilung“. Heute ist sein

Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“

ein Bestseller. Nobelpreisträger Paul

Krugmann hält das „opus magnum“ für

das vielleicht wichtigste volkswirtschaftliche

Werk des Jahrzehnts. Piketty selbst

sieht sich bereits auf einer Ebene mit

Marx und Einstein und propagiert eine

„Weltformel“: r > g. Angeblich sei die

Kapitalrendite r immer höher als die

Wachstumsrate g des Bruttoinlandsprodukts.

Das führe zu einer Vermögensungleichheit,

die sozialer Sprengstoff sei.

Es ist erschütternd, dass 250 Jahre

nach der europäischen Aufklärung eine

„Weltformel“ bejubelt wird, der nicht

mal die ausgesprochen linken Professoren

uneingeschränkt zustimmen können:

„Würde ich feststellen, dass meine

Theorie und meine Zahlen dermaßen

auseinandergehen, hätte ich schlaflose

Nächte.“, sagte der Wirtschaftsweise

Peter Bofinger.

Piketty stört das nicht. Als öffentlich

bestellter Wissenschaftler wird sein Einkommen

jeden Monat sicher überwiesen.

Im Gegensatz zu den Millionen Selbstständigen

und Unternehmern musste

der Revoluzzer dafür keinen einzigen

Auftrag akquirieren. Soziale Markwirtschaft

und Mittelstand kommen daher

bei Piketty nicht vor. Er scheint noch

nie gehört zu haben, dass das deutsche

Wort „Mittelstand“ wie „Kindergarten“

und „Rucksack“ sogar in die englische

Sprache übernommen wurde. Ihn interessiert

auch nicht, dass es gerade in

Frankreich, Großbritannien oder Italien

zwar Staatswirtschaft und viele Kleinunternehmer,

aber keinen starken unternehmerischen

Mittelstand gibt. Ihm ist

egal, dass aus dieser Perspektive seine

ganze Theorie hinfällig werden könnte.

Er ignoriert auch, dass allein in China

Millionen neue Unternehmer hunderte

Millionen Chinesen aus bitterer Armut

geholt haben.

Für solche Realitäten, die im Widerspruch

zu seinen Thesen stehen, ist

der „Robin Hood“ Piketty blind. Den

akademischen Elfenbeinturm verließ er

vorsichtshalber nie. Er hat seinen persönlichen

Reibach gemacht. Mit dem

Schlachtruf „Enteignet die Reichen!“

verkaufte er in nur wenigen Wochen

300.000 Exemplare seines 600-Seiten-

Wälzers und wurde Millionär.

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Nominiert, reflektiert, optimiert

„Der Große Preis des Mittelstandes“ ist

nicht nur eine gute Gelegenheit sich der

Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern

auch das eigene Unternehmen und sich

selbst zu hinterfragen

Foto: Damien Pollet / Flickr.com/ CC BY-SA 2.0

Seite 14

Seite 56

Seid mutig, Stadträte!

Wie Kommunen wieder glücklich werden

und den Weg aus den Schulden finden,

zeigt Hanspeter Georgi und nimmt dabei

Planer und Entscheider in die Pflicht

Foto: © mojolo / fotolia.com

Ich sage nur ein Wort: Plastik

Moderne Kunststoffe sind Alleskönner,

doch ihre Vielseitigkeit lässt Müllberge

wachsen und ruft die EU zu Lösungsvorschlägen

auf, die noch mehr Probleme

verursachen könnten

Foto: Ethan Hein / flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Balleinladung... Seite 26

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In diesem Heft

Gesellschaft

6 Hexenmeister am Regler

Geht es nach den Massenmedien,

ist der Klimawandel ein unaufhaltsamer

apokalyptischer Reiter

10 Der Abgott aus Halle

Maßlosigkeit und Machtstreben der

Eliten zogen Europa im Jahr 1517

in den Abgrund. Wer zurückblickt,

entdeckt erstaunliche Parallelen zur

Gegenwart

12 Die neuen Autonomen

Die Zielgruppe ist tot. Individualität

bestimmt Märkte und Gesellschaft –

Unternehmen müssen umdenken

14 Seid mutig, Stadträte!

In vielen Kommunen wachsen die

Schuldenstände unaufhörlich. Dieses

Schicksal ist alles, nur nicht

unabänderlich

16 Verfassungsbeschwerde gegen EEG

Ein Textilunternehmen setzt sich zur

Wehr

17 HILFE, DIE GRÜNEN VERWELKEN!

über eine Oppositionspartei, der es

zunehmend an Schwung und Identität

fehlt

Oskar-Patzelt-Stiftung

20 Nominiert, reflektiert, optimiert

Eine Nominierung beim „Großen

Preis“ bietet jedem Unternehmer

die Chance, sein Handeln zu hinterfragen

und zu optimieren

24 Kontaktmanagement für

Champions

Um den „Großen Preis des Mittelstandes“

herum bestehen hervorragende

Möglichkeiten zur Kooperation

und Eigenwerbung

28 Mangels Nachfolger geschlossen?

Die Akademie Unternehmensnachfolge

zeigt Wege zur erfolgreichen

Unternehmensnachfolge auf

Wirtschaft

30 Überforderung durch Industrie 4.0

Die Umsetzung des neuen Industriestandards

stockt

34 Chinas Reformen – Deutschlands

Profit

Die Wirtschaftsmacht China, setzt

ihren Höhenflug fort – und die Deutschen

werden mit dabei sein

36 Zug + Wolke = Sicherheit

Neue Sensortechnik soll Zugfahren

noch sicherer machen

38 Zu tiefe Einblicke

Unternehmen sollten Finanzbehörden

nicht mehr als nötig zeigen

P.T. MAGAZIN 5/2014

(Cover: Montage: R. Eichner-Ernst / OPS Netzwerk GmbH

Screenshot: Living Earth / Sean McGrath seanmcgrath /Flickr.com/ CC BY 2.0


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P.T. MAGAZIN 5/2014

42 Last Exit „Mea Culpa-Strategie“

Image-Krise? Kein Problem, „mea

culpa“ hilft sicher durch den

Mediensturm

44 „Der Wohlfahrtsstaat“: Gottvater

Staat und sein Ende

Der Wohlfahrtsstaat hat sich

schlichtweg übernommen

46 Neukundenakquise: Ergänzen oder

Verstärken?

Welche Hebel Sie zur erfolgreichen

Neukundenakquise einsetzen können

50 Geben ist seliger denn nehmen…?

Die Einen wollen nicht mehr zahlen,

die anderen nicht verzichten. Der

Länderfinanzausgleich spaltet die

Republik

54 Vibration mit Pfiff

Das Fraunhofer LBF setzt auf die

Kraft der Vibration

56 Ich sage nur ein Wort: Plastik

Plastik wird zunehmend zum Problem

58 Gute Mitarbeiterführung

Wie Führungskräfte Mitarbeitern

Bestleistungen ermöglichen

60 Werden Unternehmen zu

Spielgruppen?

Die nächste Generation von Angestellten

stellt besondere Anforderungen

Seite 44

„Der Wohlfahrtsstaat“: Gottvater Staat

und sein Ende

Trotz aller Widerstände und scharfsinnigen

Gegenargumente hat sich der deutsche

Staat in seinem Wohlfahrtswahn in

eine Sackgasse manövriert

62 Esco – denkanstößig

Die Kolumne von Esco Schrader.

Thema: Kompetenzen und Absatzgebiet

64 Die Lebens-Zwischen-Bilanz

Ein Blick zurück kann Unternehmern

neue Kraft und Ideen verleihen

Regional

66 Alles am Fluss: Die Metropolregionen

an Rhein, Main und Neckar

An den Strömen Südwestdeutschlands

wachsen Ideen und erfolgreiche

Unternehmen

68 Main-Tauber-Kreis – Wirtschaftsraum

mit Perspektiven

Innovation, Sicherheit und langfristige

Perspektiven bietet der Main-

Tauber-Kreis

70 Quo vadis, Kommune?

Der „Wegweiser Kommune“ bringt

Licht ins Dunkel

71 6. Forum Effektive Fabrik

Schlanke Prozesse und zukunftssichere

IT-Tools

Lifestyle | Auto

72 Emotion auf Rädern

– der Mazda CX-5

Mazdas neue Formensprache weckt

Urinstinkte

Leserbriefe | Impressum

74 Ungenutzte Chancen auf dem

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Gesellschaft

6

„Hexenmeister am Regler“, schrieb das

Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am

7. Juli 2014 und fragte ganz unschuldig:

„Ein Psycho-Experiment beunruhigt die

Netzgemeinde: Wie weit können Facebook

und Google das Verhalten ihrer

Nutzer manipulieren?“ Diese Frage

hätte er selbstkritisch an sich selber stellen

und eine offene Diskussion darüber

einleiten müssen, wie häufig er in seiner

Existenz Information und Desinformation

geschickt zum Zwecke der Manipulation

vermengt hat. Hat er immer klar

differenziert zwischen Information und

Interpretation? Hat er nicht stets Nachricht

und Meinung implizit vermischt

und „Nachrichtenpolitik“ betrieben und

nach seinem politischen Gutdünken

durch die Berichterstattung „Wirklichkeit“

konstruiert und damit konstituiert?

Der Medienkritiker Walter Lippman

prägte für Journalisten den Ausdruck

„Gatekeeper“. Diese „Pförtner“ entscheiden,

was an „News“ weiterbefördert

und was der Öffentlichkeit vorenthalten

wird. Jede Zeitung sei das Ergebnis einer

Serie von Selektionen, die in den Köpfen

des Publikums Bilder einer politisch

gewünschten Pseudoumwelt installiere,

aber nicht die reale Wirklichkeit abbilde.

Die derart erzeugte öffentliche Meinung

ist ein Konstrukt. Moderne Massenkommunikation

– DER SPIEGEL hat es speziell

auf die intellektuelle und politisch

relevante Elite abgesehen – arbeitet mit

Stereotypen. Diese Wunschbilder entstehen

durch die Reduktion der Komplexität

der Wirklichkeit und manipulieren

so die Wahrnehmung der Leser. Dabei

sind die Nachrichtenmedien für uns alle

das „Fenster zur Welt“, der Welt jenseits

unserer persönlichen Alltagserfahrung.

Hexenmeister am Regler

Zur Rolle der Medien bei der globalen politischen

Klima-Transformation

Doch alles, was wir durch das „Fenster“

sehen, ist gefiltert, selektiert und politisch

eingefärbt.

Klaus Bölling, von 1974 bis 1984

Regierungssprecher der sozialliberalen

Bundesregierung, schrieb 1988 in einem

Beitrag „Der Journalist als Parteigänger“

mit Blick auf die journalistischen „Sittenwächter“:

„Wer das Ideal des kritischen

Bürgers, des mündigen Bürgers, missachtet,

wer politische Sachverhalte schönt,

wer nicht der Aufklärung dient, sondern

der partiellen Irreführung, der betreibt

willentlich oder fahrlässig Manipulation.“

Journalisten „sollen nicht indoktrinieren,

sie sollen nicht manipulieren, sie

sollen nicht den Ehrgeiz haben, in einer

Welt, die nicht heil ist, Harmonievorstellungen

zu verbreiten, sondern sie sollen

den kritischen Bürger mit Urteilsgrundlagen

beliefern. Das ist ihre Pflicht.“

Von der Druckerpresse zur „Freiheit

eines Christenmenschen“

Im Jahre 1520 erschien von Martin Luther

die Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“

mit einem für das ausgehende

Mittelalter epochalen Satz: „Ein

Christenmensch ist ein freier Herr über

alle Dinge und niemand untertan“. Binnen

zweier Jahre erzielte sie 36 Auflagen

in deutscher, englischer, niederländischer,

spanischer, italienischer und

tschechischer Sprache.

Der ungeheure Erfolg und die alle

Sprachgrenzen überschreitende Breitenwirkung

der Reformation war letzten

Endes Johannes Gänsfleisch zum

Gutenberg aus Mainz (1400-1468)

und seiner Erfindung des Buchdruckes

1435 zu verdanken. Seine Drucktechnik

mit beweglichen Lettern veränderte

die Formen der Kommunikation.

Montage: R. Eichner-Ernst / OPS Netzwerk GmbH / Screenshot: Living Earth / Sean McGrath seanmcgrath /Flickr.com/ CC BY 2.0 /

P.T. MAGAZIN 5/2014


P.T. MAGAZIN 5/2014

Im Jahre 1448 errichtete Gutenberg

in Mainz eine „Druckfabrik“, in der

u.a. auch das erste Formular der Weltgeschichte,

der Ablassbrief, gedruckt

wurde! Der Ablassbrief wurde mit der

Zeit ein Politikum und rief Martin Luther

auf den Plan, der schließlich zur Reformation

und Spaltung der Christenheit

führte.

Foto: Unsplash/pixabay.com/

Public Domain CC O

Medien sind unser Fenster zur Welt.

Durch bewusste oder unbewusste Fehlinformation

kann jedoch der Blick auf die

Welt getrübt werden.

Luther bediente sich fleißig der

neuen Drucktechnik Gutenbergs. Dynamik

und Tempo der Reformationsbewegung

sind ohne sie nicht denkbar.

Um 1500 zählte man in 250 Städten

Europas 1.120 Druckereien, die bis dahin

27.000 Druckschriften in einer Auflage

von 20 Millionen Exemplaren hergestellt

hatten. Die Drucktechnik machte

auch den Weg frei für eine Volksbildung.

Martin Luther und Philipp Melanchthon

trieben vor allem in Sachsen die Alphabetisierung

kräftig voran. Um die Geistlichen

und Lehrer mit Büchern zur Elementarbildung

auszustatten, verfasst

Luther um 1529 ein „Enchiridion. Der

kleine Catechismus für die gemeinen

Pfarrer und Prediger“.

Vom Handels- und Nachrichtenverkehr

zum Postdienst und Zeitungswesen

Die Ausweitung, Belebung wie Beschleunigung

des Handels im 11. Jahrhundert

brachte auch Bewegung in den Nachrichtenverkehr

und das Postwesen.

Kaiser Maximilian I. von Österreich

beauftragte Franz von Taxis 1489 mit

dem Aufbau einer Poststrecke, deren

Einfluss sich über halb Europa erstreckte.

An den Knotenpunkten der Poststrecken

entwickelten sich Nachrichtenzentralen,

entstanden Zeitungen. „Zeitung“ leitet

sich vom mittelniederdeutschen Wort

„Tiden“ ab, das so viel wie „sich ereignen“

bedeutet. Bis ins 19. Jahrhundert ist eine

Zeitung eine Nachricht. Ab 1621 entstanden

Postzeitungen und zum 1. Juli 1650

erschien in Leipzig sechs Mal pro Woche

die „Einkommende Zeitung“, das erste

auf vier Seiten gedruckte Tagesblatt.

Besonderen Aufschwung nahm

das Zeitungswesen in den USA mit der

Gründung des „Spektator“ 1711. Im Jahre

1783 zählte man 43 Zeitungen in den

USA, um 1800 waren es 180 Zeitungen

und 1850 mehr als 2.500 Zeitungen. Dieser

Aufschwung war deshalb so rasant,

weil die Zeitungen sich keinerlei politischen

Repressalien ausgesetzt sahen. In

Europa hatte einzig England bereits 1695

das alte Zensurstatut abgeschafft. In der

Schweiz wurde 1848 die Pressefreiheit

garantiert. Diese erfolgte im Deutschen

Reich 1874 durch das Reichspressegesetz.

Was den amerikanischen und englischen

vom deutschen Journalismus

unterscheidet ist das Problem der Objektivität,

die Trennung von Nachricht und

Meinung. P. C. Scott, der Herausgeber

des Manchester Guardian, sagte einmal:

„Facts are sacred, comments are free“.

Nachricht und Meinung sind inhaltlich

getrennt, auch organisatorisch in

Nachrichtenredaktion (news department)

und Meinungsredaktion (editorial

department). Das bedeutet keine politische

Abstinenz des Journalisten. Es geht

um Anstand, Ehrlichkeit und Fairness,

um Fairness gegenüber Lesern, Hörern,

Zuschauern als Bürger eines demokratischen

Staatswesens. Es ist ein Gebot

journalistischer Berufsethik, dem Publikum

die Chance zu eigener Meinungsbildung

einzuräumen und es nicht als

Manipulationsobjekt anzusehen.

„Dem Bürger,

der nur die eine Seite kennt,

nutzt seine Entscheidungsfreiheit

nichts Er wird gegängelt

wie eh und je; nur

diesmal von denen, die sich

selbst zu den professionellen

Verteidigern der Demokratie

ernannt haben.“

Peter Glotz, dt. Politiker und Publizist

Essentiell für eine Demokratie ist nun

einmal die Meinungsfreiheit. Deutsche

Journalisten reizt eher die intellektuelle

Tätigkeit des Redakteurs, englische

Journalisten die aufregende Tätigkeit

eines Reporters. Die „neutrale“ Berichterstattung

wird bei deutschen Journalisten

zu 95 Prozent vom „Lehrmeister“

überschattet, der Nachricht und Meinung

vermengt und sich unberufen zum

„Erzieher“ und Wächter korrekten politischen

Denkens berufen fühlt.

Journalisten, Posaunenengel ideologischer

Wunschvorstellungen einer heilen

Klima-Welt

„Zum ‚Ethik-Bedarf‘ eines Journalisten in

hochindustrialisierten Gesellschaften“

schrieb 1988 Peter von Zahn: „Unserem

Beruf wird allerhand zugemutet, je mehr

er sich in die Bereiche der Wissenschaft

und der Werbung, der Geheimdienste

und der Öffentlichkeitsarbeit ausdehnt.

Es wird Großmäuler unseres eigenen

Standes geben, die den Journalisten als

Vermittler, Künder, Deuter, Warner und

Mahner der postindustriellen Gesellschaft

im dritten Jahrtausend preisen

und uns eine Funktion zuweisen, die

ursprünglich einmal Religionsstifter,

Komödianten und Philosophen vorbehalten

war. Vor der Interpretation ist

die genaue Bestandsaufnahme zu

besorgen.“ Der Journalist muss sich vor

allem um Tatsachengenauigkeit bemühen,

um der Wahrheitspflicht zu genügen.

Keinesfalls darf er sich in die Rolle

eines Missionars oder Propagandisten

einer heilen Welt hinein loben lassen,

der dann aber doch nichts tut, als ihm

bei Pressekonferenzen serviertes Herrschaftswissen

unkritisch, bildmächtig

und wortgewaltig zu verbreiten.

Keine journalistische Meisterleistung,

sondern eine Fehlleistung erster

Güte gelang dem SPIEGEL am 13.

August 1986. Als mögliche Folge der

Klima-Katastrophe wurde der Kölner

Dom in die Nordsee hinein manipuliert,

wohl um die Urangst vor der Sintflut

wiederzubeleben. Vorangegangen war

am 20. Januar 1986 eine Pressekonferenz

der Deutschen Physikalischen


Gesellschaft

8

Gesellschaft e. V., bei der den Journalisten

die „Warnung vor der drohenden Klimakatastrophe“

vorgestellt und erläutert

wurde. Gut ein halbes Jahr hatte

sich DER SPIEGEL Zeit gelassen, genügend

Zeit, in der seine Wissenschaftsjournalisten

sorgfältig hätten recherchieren,

sich einarbeiten und sachkundig

machen können. Zur Wahrheitsfindung

hätte unbedingt auch die juristische

Grundregel des „audiatur et altera pars“

befolgt werden müssen. Noch überwog

die Skepsis. Eine objektive Berichterstattung

muss bei solch hypothetischen

Anklagen und prophetischen Behauptungen

Gegenmeinungen einholen, um

den Lesern die faire Chance zu geben,

selbst kritisch nachzufragen und sich

eine eigene Meinung zu bilden. Diesen

Akt der Wahrheitssuche hat DER SPIEGEL

unterlassen, schon in der Kontrollphase

versagt und die journalistische Objektivitätsnorm

verletzt. Nach der 1979 von

der UNESCO verabschiedeten Weltinformationsordnung

hat das Publikum das

Recht auf mediale Faktenprüfung, um

die Möglichkeit zu haben, Aussagen und

Ereignisse objektiv zu würdigen.

Die SPIEGEL-Redakteure haben sich

als „Durchlauferhitzer“ betätigt und aus

Bequemlichkeit, falschem Respekt oder

ideologischer Bruderschaft als Korrelat

der Wissensmacht versagt. Wenn eine

Zensur nicht stattfindet, dann ist die

Kontrollfunktion einer freien Presse

noch wichtiger, denn „Wissen ist Macht“.

Beides muss kontrolliert werden! Jeder

Journalist, insbesondere ein Wissenschaftsjournalist,

hat die Pflicht, in seiner

Berufsarbeit eine möglichst weitgehende

Annäherung an die Wahrheit zu

suchen. Das Gebot objektiver Berichterstattung

verbietet es ihm, seine Leser

in einem Halbwahrheiten-Dilemma zu

lassen. Er hat die Pflicht, nach der Wahrheit

zu suchen und sie nicht zu ignorieren.

Journalistische Aussagen müssen

ebenso wie wissenschaftliche Aussagen

„wahr“ sein, um überhaupt „objektiv“

sein zu können. Wenn schon die Wissenschaft

Selektion und Komplexitätsreduktion

betreibt, dann muss ein Journalist

den Lesern eine Brücke zur komplexen

Realität schlagen.

Die DPG warnte vor dem „Treibhauseffekt“,

der „Erderwärmung“, dem „Meeresspiegelanstieg“,

kurz, vor der „Klimakatastrophe“

und machte die modernen

Industriegesellschaften für die „Klimakrise“

verantwortlich. Das Wort „Klimakatastrophe“

war bis dato ein in der deutschen

Sprache unbekannter, weil völlig

unsinniger und in sich widersprüchlicher

Begriff, der sozusagen „Feuer und Wasser“

verband. „Feuer“ mag „Katastrophen“

auslösen, die mit Wasser löschbar

sind. Kann aber ein anhand des vergangenen

Wetters statistisch errechneter

und damit „toter“ statischer Mittelwert

eine künftige „Katastrophe“ auslösen?

Nein! Alles andere ist numerische Computer-Kaffeesatzleserei!

Ein Wissenschaftsjournalist muss

von den Bedeutungsunterschieden von

Wetter, Witterung und Klima wissen.

Er muss auch die international gültige

Definition von „Klima“ als vom Wetter

abgeleitetes und den „mittleren Zustand

des Wetters“ an einem Ort der Erde

repräsentierendes „Ding an sich“ kennen.

Dabei gilt „Klima“ immer nur für

eine bestimmte Zeit, einen – als „Norm“

deklarierten – 30-Jahres-Zeitraum. Er

muss wissen, dass jeder statistisch

abgeleitete Wert ein abstrakter Wert

ist. Dies gilt für eine mittlere Temperatur

wie eine mittlere Lebenserwartung

oder ein mittleres Einkommen. Solche

Mittel-Werte ändern sich auch mit der

Zeit, wenn man sie als gleitende Mittelwerte

darstellt. Erst dann ergeben sie

einen Sinn und inspirieren zu der Frage,

was die Veränderungen ausgelöst haben

mag. Aber nein, man errechnet „Jahresmitteltemperaturwerte“

und spekuliert

anhand von Zufallsschwankungen, ob

es wärmer oder kälter wird. Wer sich

auf dieses Spiel einlässt, ist befangen

und gefangen und kommt aus der vorgegebenen

Argumentationsspirale nicht

heraus.

Recherche-Empfehlungen für

Wissenschaftsjournalisten

Wenn auch die „Klimakatastrophe“ bei

den meisten Menschen als reale Möglichkeit

verinnerlicht wurde und nicht

mehr hinterfragt wird, so ist es doch

nie zu spät, zur Vernunft zukommen,

das Ruder einfach rumzuwerfen und das

„Theaterstück“ zu beenden.

Wenn Wissenschaftler Hiobsbotschaften

apokalyptischer Natur aussenden,

dann sollten bei jedem Wissenschaftsjournalisten

alle Alarmglocken

läuten. Dann sollte er ruhig oder „cool“

bleiben. Wir müssen uns auf das rückbesinnen,

was man „gesunden Menschenverstand“

nennt. Diesem allein

verdankt die Menschheit den heutigen

Wissensstand. Der Mensch musste zuallererst

sich in der Natur orientieren und

zurechtfinden. Er musste sie aufmerksam

und nachhaltig beobachten, um

Erfahrungen und Wissen anzusammeln.

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Vom Wald in die Wüste. Geht es nach den Massenmedien ist dieses Zukunfts-Szenario

unausweichlich, obwohl es sich nur um eine Hypothese handelt

P.T. MAGAZIN 5/2014


Die technische Entwicklung führte von

der Steinzeit über die Kupfer- und Bronzezeit

zur Eisenzeit bis in die Moderne,

das Atomzeitalter.

Der Mensch kann die Erde zerstören,

er kann auch sich selbst zerstören, er

kann sich aber nicht aus der Natur verabschieden.

Er kann in der Luft keine Straßen

bauen mit „Leitplanken“, die dem

Wetter seine Wege weisen. Er ist ein biologisches

Wesen und somit in die Natur

eingebunden. Er braucht zum Leben Sauerstoff,

Wasser und Nahrung, die von

den „Primärproduzenten“, den grünen

Pflanzen, über die Photosynthese geliefert

wird. Die Pflanzen brauchen wiederum

Licht und Wärme der Sonne sowie

H2O und CO2, um Nahrung für Mensch

bevor Turbulenz einsetzt, warme Luft

aufsteigt, sich adiabatisch abkühlt und

sich kleine wie größere Haufenwolken

am Himmel bilden. Steht die Sonne

hoch am Himmel, sind die Tage lang, ist

es warm, haben wir Sommer. Steht die

Sonne tief über dem Horizont, sind die

Nächte lang, ist es kalt, haben wir Winter.

Das ist der Rhythmus der Natur, an den

sich alles Leben angepasst hat.

Es sind unstrittige physikalische

Erkenntnisse, dass jede Masse nicht nur

eine Schwerkraft ausübt, sondern eine

Temperatur hat und elektromagnetische

Strahlung aussendet. Jeder Körper kühlt

sich ab, unweigerlich, auch der Erdkörper!

Damit auf ihm Leben möglich wird,

muss er beheizt werden. Dies macht die

Bild: PDPics/pixabay.com/ Public Domain CC O Foto: US Department of Education/Flickr.com/ CC BY 2.0

Für ordentliche Berichterstattung und Meinungsbildung sind Fakten unerlässlich.

Sonne, die sich wiederum „verzehrt“, um

Leben auf der Erde zu ermöglichen. Dies

alles ist Allgemeinwissen, das auch Wissenschaftsjournalisten

eigen ist. Umso

erstaunlicher ist es, dass sie sich von der

DPG haben den Bären von der „Erderwärmung“

durch CO2 wie der „Klimakatastrophe“

haben aufbinden lassen

und dieses „Schreckgespenst“ unkritisch

und ungeprüft über die Welt verbreitet

haben. Sie hatten alle Möglichkeiten

der Recherche, um dieses „Gespenst“

von Beginn an zu entzaubern, aber sie

haben sie nicht genutzt. Warum haben

die 1986 zur Pressekonferenz geladenen

Journalisten nicht unbekümmert

wie das „Kind“ aus ihrer praktischen

Lebenserfahrung heraus pragmatische

Sinnfragen gestellt? Das künstlich auf

Fiktionen gegründete Theoriegebäude

„Treibhaus“ wäre wie ein Kartenhaus in

sich zusammengefallen! ■

Wolfgang Thüne

Screenshot: Living Earth

P.T. MAGAZIN 5/2014

und Tier zu erzeugen. Das zum Leben

essentielle CO2 soll ein „Umweltgift“,

gar ein „Klimakiller“ sein? Doch wo hat

je das CO2 das Wetter getötet? Wo ist

jemals ein Einfluss des CO2 auf die sich

permanent ändernden Temperaturen

festgestellt und nachgewiesen worden?

Der Mensch kennt seit Urzeiten den

Tagesgang der Temperatur, der sich wiederum

mit dem Jahresgang des Sonnenstandes

ändert. Er weiß, dass zum

Abend hin mit untergehender Sonne die

Temperaturen sinken und vom Boden

her die Luft abgekühlt wird. Erst mit Sonnenaufgang

werden zunächst der Boden

und dann die aufliegende Luft erwärmt,

Über den Autor

n Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne blickt auf eine über 35-jährige meteorologische

Berufserfahrung, u.a. beim Wetteramt Frankfurt und beim ZDF, zurück.

Seit 1990 ist er Referent für naturwissenschaftlich-technische Grundsatzfragen

der Umweltpolitik. Er ist einer der größten Kritiker des „Treibhauseffekts“ und

populistischer Klimahysterie. Seine Bücher „Der Treibhaus-Schwindel“ und „Freispruch

– für CO2!“ sorgten für gehörigen Wirbel in der Diskussion um Erderwärmung

und CO2-Einsparung.


Der Abgott aus Halle

Weil die Maßlosigkeit der Eliten immer abstrusere Formen annahm,

taumelte Europa ins Chaos. Das war 1517.

Gesellschaft

10

Foto: Wikimedia Commons PD

Johann Tetzel, Ablasskrämer mit

„unsolidem Lebenswandel“

Foto: Wikimedia Commons PD / aiwaz.net

Der Preis ist heiß: Durch illustre Darstellungen (wie hier Hans Memling „Das jüngste

Gericht“) wurde das Fegefeuer zum realen Bedrohungsszenario, von dem man sich gerne

freikaufte. Heute löst man das elegant über Steuern, Maut und Sonderabgaben.

Es ist 500 Jahre her. Am 22. Juli 1514

weihte Erzbischof Albrecht von Brandenburg

(1490-1545) die Magdalenen-

Kapelle in der Moritzburg von Halle. Der

Sakralbau bekam von ihm eine besondere

Aufgabe zugewiesen. In den Rang

einer Stiftskirche erhoben, sollte er der

Aufbewahrungsort für seinen großen

Reliquienschatz, das Hallesche Heiltum,

sein. Albrechts Pläne waren gewaltig.

Die Saalestadt wollte er zum Wallfahrtsort

machen. Religiöse Kostbarkeiten

waren dafür eine Voraussetzung. Das in

der Burgkapelle aufgestellte und später

wegen seiner Opulenz in den Dom

überführte Heiltum umfasste 353 Reliquiare

mit rund 22.000 Einzelreliquien,

darunter sollen 42 ganze Körper von

Heiligen gewesen sein, die in prächtigen

Gefäßen aufbewahrt wurden. Allein der

ideelle und materielle Wert der gesamten

Sammlung lässt sich heute nur noch

erahnen.

Sobald das Geld im Kasten klingt...

1517 holte Albrecht den Dominikanermönch

Johann Tetzel in die Hallenser

Moritzburg, womit ein fast grenzenloser

Ablasshandel begann, um die Sammelleidenschaft

Albrechts – und noch einige

weitere kostspielige Vergnüglichkeiten

– zu finanzieren. Für Martin Luther war

die Entwicklung im katholischen Halle

unerträglich. Albrechts Reliquienverehrung

und der Ablasshandel stieß auf

seine klare Ablehnung, da nach Luthers

Meinung Sünden nicht von Menschen,

sondern nur durch die Gnade Gottes vergeben

werden können. Empört nagelte

er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen

an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg

und schrieb am selben Tag noch

einen Brief an Albrecht. Dort hieß es

unter anderem: „Es wird im Land umhergeführt

der päpstliche Ablaß unter Ew.

Kurfürstlichen Gnaden Namen zum Bau

von Sankt Peter. Ich will dabei gar nicht

über der Ablaßprediger großes Geschrei

Klage führen, das ich nicht gehört habe.

Aber ich beklage die falsche Auffassung,

die das arme, einfältige, grobe Volk

daraus entnimmt und die jene Prediger

allenthalben marktschreierisch rühmen.

Denn die unglücklichen Seelen glauben

infolgedessen, wenn sie nur Ablaßbriefe

lösen, seien sie ihrer Seligkeit sicher...”

Foto: Wikimedia Commons PD

Albrecht von Brandenburg. Der Großschuldner

lieferte Martin Luther ans

päpstliche Messer.

Auf eine Antwort des „Abgotts von Halle”

wartete Luther vergebens. Albrecht

hatte nichts Besseres zu tun, als Luthers

Ablassthesen ohne Verzögerung nach

Rom zu schicken. Nach etlichen Streitschriften

und Scharmützeln – Luther

beschimpfte den Papst als Antichrist –

wurde Luther 1521 schließlich vom Papst

exkommuniziert und mit der Reichsacht

belegt. Doch die Spaltung war da, die

Reformation ließ sich nicht mehr aufhalten.

Und als größter Gegenspieler des

Reformators trug Albrecht maßgeblich

zu Luthers Verurteilung durch den Heiligen

Stuhl bei.

… die Seele in den Himmel springt

In Halle gingen Heiligenverehrung und

Ablasshandel weiter. Das Geschäft mit

P.T. MAGAZIN 5/2014


Info

n Sachsen-Anhalt war Luthers Zuhause und

ist das Ursprungsland der Reformation. Die

Gedanken der Reformation haben Europa

verändert und Anhänger in der ganzen Welt

gefunden. An den Originalschauplätzen der

Reformation ist noch heute Luthers Leben und

Wirken zu erkunden. Weitere Informationen

unter www.halle-selk.de und

www.luther-erleben.de

dem Seelenheil lockte riesige Ströme

von Gläubigen und wurde für die Bürger

auch ein Wirtschaftsfaktor. „Während

des achttägigen Festes zur zweiten

Halleschen Heiltumsweisung 1521

konnte ein Ablass für mehr als 39 Millionen

Jahre verkauft werden“, berichtet

Ulf Dräger, Kustos der Stiftung Moritzburg.

Die Einnahmen aus dem selbst für

die damalige Zeit absurden Ablasshandel

hatte Albrecht bitter nötig. Seine

Sammelleidenschaft und die verschwenderische

Hofhaltung verschlangen

unvorstellbare Summen. Für die Pfründenhäufung

forderte Papst Leo X. von

ihm 24.000 Gulden. Geld lieh sich der

Erzbischof im ganzen Reich. „Das Bank-

haus der Fugger gab ihm gegen die

Hälfte der Einnahmen aus dem Ablasshandel

Kredit“, erläutert Dräger. Der

Ablasshandel war für Albrecht also das

lukrativste Mittel, den Verpflichtungen

seiner Gläubiger nachzukommen.

Als Albrecht seine Lieblingsresidenz 1541

„Funktioniert die Regierung nicht,

muss das Volk regieren“ (Martin Luther)

auf Druck der Stände verlassen musste,

gelangte der Kirchenschatz nach Mainz

und Aschaffenburg. Um Schulden zu

begleichen, war er gezwungen, Teile

davon zu verkaufen. Bis auf wenige Reliquien

ist nichts mehr erhalten.

Und die Moral von der Geschichte?

Dass es ohne Moral nicht geht. Albrechts

und Tetzels Ablassgaukelei war letztlich

der Zunder für den 30-jährigen Krieg. An

dessen Ende standen entvölkerte Landstriche

und eine desolate Un-Struktur.

Amtsmissbrauch, Habgier und bedenkenloses

Schuldenmachen sind dennoch

nicht aus der Mode gekommen.

Die modernen Abgötter verbrennen

genauso bedenkenlos wie vor 500 Jahren

Geld. Tetzels Erlösermärchen wurden

lediglich durch ein Paragraphendickicht

abgelöst. Das unmündige Volk wird

längst nicht mehr durch das Fegefeuer,

sondern von RTL2 und Dieter Bohlens

Heilsversprechen in Schach gehalten.

Der Abgott ist tot. Es lebe der Abgott. ■

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Gesellschaft

12

Die neuen Autonomen

Dem Klassenkampf sind die Klassen

abhanden gekommen. Nicht etwa, weil

– wie Marx weissagte – der „Endzustand“

einen klassenlosen Gesellschaft

ohne Staat erkämpft wurde, sondern

weil sich der Klassenbegriff klammheimlich

wie von selbst erledigt hat. Im Zuge

der Individualisierung, zunehmenden

Mobilität sowie der Auflösung traditioneller

Beziehungsstrukturen und Abhängigkeitsverhältnisse

lässt sich dem

gesellschaftlichen Wandel nicht länger

mit Klassen, Schichten, Gruppen oder

Milieus beikommen. Das, was Helmut

Kohl in den 90ern als „Spaßgesellschaft“

abkanzelte, taugt weder als Definition

noch als Merkmal. Und doch umschreibt

es eine Fragmentierung, die alle Bereiche

der Gesellschaft ganz konkret verändert.

Mit der aktuellen Lebensstil-Studie

liefern die Autoren des Zukunftsinstituts

(www.zukunftsinstitut.de/lebensstile2014)

ein neues Erklärungsmodell

für den gesellschaftlichen Wandel. Auf

Basis repräsentativer Daten beleuchten

sie die Gesamtgesellschaft und machen

darunter die Innovatoren aus, an denen

sich die Masse orientiert – von den Creativiteens

über die Sinn-Karrieristen bis

zu den Forever Youngsters.

Die Zielgruppe ist tot. Es lebe der

Lebensstil.

Ob alt oder jung, ob links oder rechts,

ob studiert oder nicht: All das sagt

immer weniger darüber aus, wie ein

Mensch lebt. Nichtsdestotrotz bleiben

Menschen soziale Wesen, die sich über

Gemeinschaften definieren. Nur dass

diese Gemeinschaften heute fließender

sind und sich über eine Mischung aus

Werten, Einstellungen und Konsumpräferenzen

darstellen – kurz: Lebensstilen.

Voraussetzung von "Lebensstilen" ist

ein gewisser Grad an Wohlstand. Wer

arm ist, hat weder Geld noch Zeit für

selbst bestimmte Freizeitgestaltung.

Nur wer das Leben meistert, kann einen

Lebensstil entwickeln. Für 90 Prozent

der Bevölkerung aller westlichen Industriestaaten

sind die Freiheitsgrade, das

eigene Leben so oder anders zu gestalten,

stark gewachsen. Die junge Generation

wird in globalen Konsum-und

Arbeitsmärkten groß. Sie wollen keine

neuen Freiheitsgrade erkämpfen. Sie

wollen die bestehenden Freiheitsgrade

mit Sinn und Inhalt zu füllen.

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Im individualisierten 21. Jahrhundert taugen Klassen

und Milieus nichts mehr. Ein neues Modell der Gesellschaft

rückt Lebensstile in den Mittelpunkt – mit

Konsequenzen für Marketing und Konsum.

Die zentrale Frage, die in der Studie

beleuchtet wird: Wo stellen sich

bei allen Individualisierungstendenzen

diese gemeinsame Lebensstile heraus?

Und: Gibt es Gruppierungen, die eine

Leitbildfunktion haben und heute den

Lebensstil für morgen prägen?

P.T. MAGAZIN 5/2014

Um sich völlig neue Welten zu erschließen,

braucht es Autonomie - und Mut.

© RFsole / fotolia.com

Antworten auf den Wandel

Die Autoren der Studie suchten also nach

Ähnlichkeiten in der Vielfalt und wurden

fündig, indem sie biografische Lebenssituationen

ins Zentrum der Analyse

rückten. Auch wenn moderne Lebensläufe

keiner linearen Logik mehr folgen,

so macht es eben doch noch einen

Unterschied, ob das Leben durch Ausbildung,

Elternschaft, etc. geprägt ist. Die

verschiedenen Stationen des Lebens sind

heute jedoch durch besondere Herausforderungen

bestimmt. Wie lassen sich

beispielsweise Beruf und Familie miteinander

vereinen? Die Innovatoren einer

Gesellschaft finden hierauf kluge Antworten

und prägen durch ihr Verhalten

einen neuen Lebensstil.

Selbstverständlich autonom

Insgesamt zehn innovative Lebensstile

machen die Autoren aus. Sie alle eint,

dass sie ein hohes Autonomieverständnis

haben, auf Augenhöhe angesprochen

werden wollen und meist ganz andere

Ansprüche haben als häufig angenommen.

Zum Beispiel die Creativiteens –

die Innovatoren innerhalb der Jugendgeneration.

Sie wachsen in einem Meer

an Möglichkeiten auf, ertrinken jedoch

nicht darin, sondern nutzen sie spiele-

risch. Erfahrungen und Experimente sind

wichtiger als geradlinige Pläne. Talente

und Leidenschaften sind der Kern ihres

Lebenswandels. Die neuen Medien sind

für sie das zentrale Werkzeug, um eine

Spur zu hinterlassen: Vom Mitmach-Web

zum Mitmach-Leben. Wer sie ansprechen

möchte, muss offen und ehrlich

sein und ihnen einen Resonanzboden

für ihre Kreativität bieten. Mit dem klassischen

Marketing können sie nichts

anfangen.

Lebensstile sind schwer zu fassen,

aber erfassbar

Basis der Studie bilden neben einer

umfassenden Trendanalyse und Expertengesprächen

mit führenden Soziologen

die Markt-Media-Daten „best for

planning“ (b4p). Grundgesamtheit ist

die deutschsprachige Wohnbevölkerung

ab 14 Jahren in Deutschland. Insgesamt

wurden 30.274 zufällig ausgewählte

Personen zu ihren Einstellungen und

Verhaltensweisen befragt. Auf diesem

repräsentativen Datensatz basiert die

individuelle Auswertung des Zukunftsinstituts,

mit der eine Quantifizierung

der neuen Lebensstile möglich wird. Die

Autoren haben insgesamt zehn Gruppierungen

mit Leitbildcharakter ausmachen

können, die den folgenden Anteil

innerhalb ihrer Altersgruppe haben.

14 Prozent der Altersgruppe 55+

sind "Silverpreneure". Diese 3,7 Millionen

setzen auf aktives Altern. Sie wollen

auch im Rentenalter noch berufstätig

sein und setzen mit ihrem Engagement

wichtige Impulse für ein neues Altersbild

in der Gesellschaft.

10,4 Prozent dieser Altersgruppe

sind "Forever Youngsters". Für diese 2,6

Millionen Bürger ist das Rentenalter der

Beginn der besten Lebenszeit. Sie stürzen

sich Voll Neugier und Tatendrang

in neue Aktivitäten, testen ihre Grenzen,

ergreifen Initiativen, verwirklichen

Träume. •


Seid mutig, Stadträte!

In sieben Thesen zur schuldenfreien Kommune: Hanspeter Georgi über die Vorbildfunktion

kommunaler Entscheider – und den Willen, zum Ziel zu kommen

Foto: geralt / Gerd Altmann / pixabay.com (Public Domain CC 0)

Gesellschaft

14

1. Wer als Unternehmer oder nur als

Privatperson investiert, wägt Risiko und

Chance ab. Irrt er sich und macht Verlust,

trägt er den Schaden. Im ungünstigsten

Fall droht Insolvenz. Haftung und Verantwortung

gehören wie eineiige Zwillinge

zusammen. Haftung ist nicht nur

eine Voraussetzung für die Wirtschaftsordnung

der Sozialen Marktwirtschaft,

sondern generell Grundprinzip unserer

freiheitlichen, nicht kollektivistischen

Gesellschaftsordnung. „Volle Klarheit

muss vor allem über eines bestehen:

jede Beschränkung der Haftung löst eine

Tendenz zur Zentralverwaltungswirtschaft

aus“, schrieb Walter Eucken schon

im Jahre 1959 allen politischen Entscheidern

ins Stammbuch. Erinnern sollte

sich heute besonders die Politik, die für

das neue Reglement des Bankensektors

in Deutschland wie Europa verantwortlich

ist: Bankenregulierung darf nicht

zulasten des steuerzahlenden Bürgers

gehen. Und dieser Bürger wartet immer

noch auf eine adäquate Lösung.

2. Nimmt der Bürger die finanzielle

Misere der Kommunen in den Blick, muss

er automatisch an diese Gleichung von

Haftung und Verantwortung denken. Er

freut sich dagegen über Meldungen, dass

es Städte und Gemeinden in Deutschland

gibt, die mit Herz und Verstand, mit

Ehrgeiz und Leidenschaft, mit Ausdauer

und Zielstrebigkeit „Schluss mit dem

Schuldenmachen“ zur Richtschnur ihres

Handelns machen, die darüber hinaus

den Schuldenberg abbauen und künftig

ohne neue Schulden auskommen.

3. Allen diesen Vorbildern und guten

Beispielen gemein ist ein gleichgerichtetes

Verhalten von Stadtführung, sprich

Bürgermeister, Stadtverwaltung, Stadtrat

und allen Bürgern einer Gemeinde.

Sie formulieren zu Beginn der neuen,

auf Schuldenfreiheit gerichteten Kommunalpolitik,

eine Strategie, die im Laufe

der Umsetzung von allen beherzigt und

beachtet wird. Die Strategie setzt sich

zusammen aus: einer Vision (Schuldenfreiheit),

einem Team (Stadtführung,

Stadtrat und Bürger), einem gemeinsamen

Zielerreichungs-Willen sowie

einem Controlling.

4. Kürzlich feierten, so nachzulesen in

einer Meldung der FAZ, vor ihrem Rathaus

Stadtverwaltung, Gemeinderat und

Bürger der Stadt Offenburg die Schuldenfreiheit

ihrer Stadt. Innerhalb von 15

Jahren war es ihnen durch gemeinsames

Handeln gelungen, wieder schuldenfrei

zu sein. 60,8 Mio Euro waren es im Jahre

2000, jetzt war diese Zahl eine Null! Eine

digitale Schuldenuhr hatte alle – Stadtverwaltung,

Gemeinderäte und Bürger

– täglich an die Aufgabe erinnert und

so das Bewusstsein für zielorientiertes


„Was nützt es gut zu sein,

wenn keiner es weiß!“

Über den Autor

n Dr. Hanspeter Georgi war Wirtschaftsminister

des Saarlands

und von 1989 bis 1999 Hauptgeschäftsführer

der IHK Saarland.

Er ist Mitglied im Präsidium der

Oskar-Patzelt-Stiftung.

Handeln geschärft. „Wir haben uns nicht

totgespart, sondern haben mit Verstand

gespart“, sagte mit Stolz die dortige

Oberbürgermeisterin.

5. Gewiss, Schuldenabbau geht nicht auf

Knopfdruck, geht nicht von heute auf

morgen (das können wir ja beim Land

beobachten), sondern bedarf zunächst

des politischen Willens, danach des langen

Atems. Zunächst muss es auf die

kommunalpolitische Agenda gesetzt

werden – das ist eine Frage der Haltung,

der Einstellung, der Verantwortung aller

Entscheidungsträger –, dann kommt die

haushaltsjährliche, auf einem Zukunftskonzept

beruhende, Abarbeitung.

6. Können diese bundesdeutschen Beispiele

Vorbild für die saarländischen

Kommunen sein?

Warum eigentlich nicht? Beim Schuldenmachen

bzw. dessen Abbau geht

es doch nicht um Naturgesetze, sondern

um Ergebnisse bzw. Korrekturen

dieser Ergebnisse politischen Handelns.

Tugenden wie Verantwortung, Vertrauen

und vorbildliches Verhalten bestimmen

über die Zukunftsfähigkeit und Lebenstüchtigkeit

von Unternehmen. Das ist

auch übertragbar auf die Zukunftsfähigkeit

und Vitalität von Kommunen. Wenn

das anderswo vorbildlich praktiziert werden

kann, muss das doch auch saarländischen

Kommunalpolitikern gelingen.

Also Stadtväter und -mütter in Verwaltung

und Räten: übernehmt Verantwortung

und formuliert Eure kommunalpolitische

Agenda 2030. Schlagt Wege der

Verbesserung der Verwaltungsabläufe

ein, streicht Stellen, die nach „hidden

unemployment“ aussehen, kooperiert

und bildet mit Euren Nachbargemeinden

Schwerpunkte im Sinne der vernünftigen

Arbeitsteilung, schließt Euch

da zusammen, wo die kritische Untergrenze

nach heutigem technologischen

Stand nicht mehr gegeben ist. Und wenn

ihr wie die ZIS davon überzeugt seid,

dass auf die Landkreisebene durch eine

neue Arbeitsteilung zwischen mittleren

und größeren Städten einerseits und

dem Land andererseits verzichtet werden

kann, dann definiert diese politische

Führungsaufgabe deutlich, deutlicher

als bislang.

Caleg – 70 Jahre Erfahrung in Metall

Mehr als 350 Mitarbeiter in 3 europäischen Produktionsstandorten

freuen sich darauf, Ihre Wünsche

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Was Sie von uns erwarten können:

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über den Entwurf, die Projektierung, den

Prototypen bis hin zur industriellen Serienreife

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Stahl, Edelstahl und Aluminium auf hohem Niveau

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116,12

117,70 120,43 143,07

106,14

135,32

120,30 119,47

104,87 107,74

116,01

0,00

Quelle: Statistisches Bundesamt

2000 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12

Kommunale Verschuldung in Mrd. Euro jeweils zum 31.12.

Kommunalverschuldung

inkl. Bürgschaften

Kommunalverschuldung

ohne Bürgschaften

7. Seid mutig! Euer Mut wird von den

Bürgern belohnt durch eine anschließend

wieder höhere Wahlbeteiligung

und durch einen Abbau des Misstrauens

gegenüber der Politikerklasse. Demokratie

beginnt auf der kommunalen Ebene.

Wenn die kommunale Ebene versagt,

weil sie sich dauerhaft und leider nachhaltig

schuldhaft verhält, leidet auch die

Zustimmung zu unserer demokratischen

Grundordnung. Dessen sollten sich alle,

die sich in den Räten von Städten und

Gemeinden engagieren, bewusst sein. n

Hanspeter Georgi

Montage:

• Komponenten und Baugruppen für den Maschinenbau,

den Schienenfahrzeugbau, den

Bereich der regenerativen Energien, der

Tele kommunikation und der Aufzugsbranche

sowie von Kühlgeräten für den industriellen

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Gesellschaft

16

Verfassungsbeschwerde gegen EEG

Textilunternehmen fordert alternative

Finanzierung Erneuerbarer Energien

Der Gesamtverband der deutschen

Textil- und Modeindustrie (t+m) unterstützt

das Textilveredelungsunternehmen

Drechsel bei der eingelegten

Verfassungsbeschwerde gegen das

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Hierzu erklärt Präsidentin Ingeborg Neumann:

„Wir halten das EEG auch in der

aktuellen Fassung für verfassungswidrig.

Erneuerbare-Energie-Anlagen werden

darin ausschließlich über den Strompreis

finanziert. Der heutige Strompreis

ist deswegen sowohl für den größten

Teil der Industrie als auch für die Verbraucher

viel zu hoch. Für viele im internationalen

Wettbewerb stehende Textilunternehmen

sind die Stromkosten in

Deutschland ein riesiger Wettbewerbsnachteil.

Die Art der Förderung Erneuerbarer

Energien ist in der Sache falsch und

ungerecht, da sie ausschließlich über

die Belastung des Stromverbrauchs geht.

Wir schlagen deswegen eine kombinierte

Finanzierung vor, die u. a. über

einen Nachhaltigkeitsfonds funktioniert

und die Kosten gerechter verteilen kann.“

Erwartungsgemäß wurde die Klage

des Unternehmens gegen die Zahlung

der EEG-Umlage im Juli vom Bundesgerichtshof

in dritter Instanz zurückgewiesen.

Dies war die notwendige Voraussetzung

für die heute eingereichte

Verfassungsbeschwerde. Der BGH hatte

die Ablehnung damit begründet, dass

es sich bei der EEG-Umlage nicht um

eine verfassungswidrige Sonderabgabe

handele, da die Einnahmen nicht dem

Staat zugute kämen, sondern den Energieunternehmen.

Genau dies hält die

Foto: Marco 2811 / fotolia.com

Textil- und Modebranche aber nicht für

stichhaltig: Die EEG-Umlage wirkt genau

wie eine Abgabe, denn ihre Höhe wird

gesetzlich festgelegt und die Energieversorger

müssen diese Umlage letztlich

von ihren Kunden erheben, da sie keine

andere Möglichkeit haben, diese Kosten

anders zu refinanzieren. Es ist damit zu

rechnen, dass das Bundesverfassungsgericht

über die Beschwerde frühestens im

Jahr 2015 entscheidet. ■


HILFE,

DIE GRÜNEN VERWELKEN!

Ein Land ohne kraftvolle Opposition ist wie

ein abgestandenes Bier, schal und langweilig.

Wer will das?

Foto: werner22brigitte Brigitte Werner / pixabay.com/ Public Domain CC0

P.T. MAGAZIN 5/2014

Lassen Sie uns mal einen Blick in das Parteienspektrum

werfen. Im Bundestag,

im Bundesrat und den Ländern regiert

gefühlt fast überall die Große Koalition.

In der Opposition gibt es noch DIE LINKE,

in vielen Bundesländern bedeutungslos,

in Ostdeutschland pragmatisch lokal

verankert und im Bundestag gespalten

zwischen den Ost-Realos und den linken

Spinnern um Sahra Wagenknecht.

DIE LINKE ist für Regierungsbeteiligungen

im Bund eine Zeitbombe und

ist keine Partei, die unsere Zukunft mit

gestalten kann, mag Herr Gysi noch so

unterhaltsam sein.

Die Piraten, einige Wochen lang ein

Aufreger, zerlegen sich gerade selbst,

und tschüß! Die AfD ist nach dem Achtungserfolg

bei der Europawahl noch in

der Bringschuld ihrer realen Leistungsfähigkeit,

über eine bundespolitische Perspektive

wird man erst nach den Landtagswahlen

im Herbst sprechen können.

Die FDP ist noch weit davon entfernt,

eine Renaissance zu erleben, trotz

des Polit-Talents Christian Lindner. Es ist

noch lange nicht klar, ob die Partei in der

Abstiegszone bleibt oder in die Champions

League zurückkehrt. Man spürt

gerade im Bundestag die Lücke, wenn

es um Mittelstand, marktwirtschaftliche

Themen, Generationengerechtigkeit

oder seriöse Finanzen geht. Bleiben DIE

GRÜNEN.

Als Opposition gegen die Groko taugen

sie derzeit nicht viel. Bei den sozialen

Themen haben sie gar keine Chance,

DIE LINKE wird sie mit extremen Forderungen

und immer einem Stück mehr

vom Kuchen (z.B. Mindestlohn 10,- Euro

statt 8,50) übertrumpfen. In diesem

Segment ist nichts zu holen. Nach dem

Desaster des von Trittin angeführten

Steuererhöhungs-Wahlkampfs ist auch

keine wirtschaftspolitische Kompetenz

mehr sichtbar. Deutschlands Mitte wird

lange skeptisch bleiben.

Die original grünen Themen haben

die beiden großen Parteien okkupiert,

wie Atomausstieg, Naturschutz oder Bio.

Was bleibt? So wie die SPD mit dem

Godesberger Programm 1959 den Schritt

vom Sozialismus zur Sozialdemokratie

freiheitlicher Prägung gemacht hat, ist

ein programmatischer Schnitt bei den

GRÜNEN unerlässlich.

Dazu einige Gedanken:

› Der Schutz der Freiheit des Einzelnen

vor der kollektiven Verwaltung des

Lebens durch die Politik

› Vorrang für die Pflege der mittelständischen

Struktur der Wirtschaft

› Profil als Bildungspartei, Wegfall der

Landeskompetenz zu Gunsten eines

deutschen Bildungsstandards mit steigendem

Niveau

› Gezielte und organisierte Integration

von Zuwanderern und Flüchtlingen

statt der wirren Reaktionen auf die

Wanderbewegung aus Süd und Ost.

› Die Ökologie muss bei den GRÜNEN

immer offensiv im Vordergrund stehen

Dazu braucht es natürlich kraftvolle

Leitfiguren, keine hölzern lieblichen

Funktionäre. Lange dürfen die GRÜNEN

nicht mehr warten, die Uhr tickt, siehe

FDP… ■

Über den Autor

Günter Morsbach

n Journalist und Kolumnist Günter

Morsbach ist Herausgeber des

„Reitenden Boten“, der kürzesten

Wochenzeitung der Welt.


Fotos: Boris Löffert


Nominiert,

reflektiert,

optimiert!

Grafik: OPS Netzwerk GmbH / R. Eichner-Ernst

Oskar-Patzelt-Stiftung

20

Wer beim „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert ist, muss sich und sein

Unternehmen hinterfragen. Wachstumsexperte Christian Kalkbrenner zeigt, wie

Sie dies am besten tun und warum es Sie zum Sieger macht

Der Erfolg eines Unternehmens zeigt

sich nicht nur an den nackten Zahlen.

Er zeigt sich ganzheitlich. Dieser Tatsache

trägt das Rating des Wettbewerbes

„Großer Preis des Mittelstandes“ Rechnung.

Es erfasst das Unternehmen in

seinem gesellschaftlichen Engagement

genauso wie in seiner Kundennähe, in

der Qualifizierung von Auszubildenden

sowie in der Höhe der Investitionsquote.

Dieser Aspekt ist sowohl die größte

Hürde als auch das qualitative Selektionskriterium

beim Wettbewerb. Wer

nicht in allen fünf Bereichen etwas Positives

zu berichten weiß, bleibt hängen.

Dabei blickt die Jury nicht nur auf das

zurückliegende Jahr, sondern teilweise

bis zu fünf Jahre zurück.

Ego-Shooter mit einseitigem Fokus

auf Wachstum und Gewinn, die keine

Die Fülle an Preisträgern,

die sich im Lauf der letzten

Jahre nicht nur unternehmerisch

auffallend positiv weiterentwickelt

haben, sondern auch mit

weiteren Preisen ausgezeichnet

wurden, zeigt, dass das Rating

valide ist. Es misst, was es messen

soll. Und wer darin gut bis sehr gut

ist, kann davon ausgehen, dass er,

wenn er auf diesem Pfad wandelt,

auch weiterhin erfolgreich sein wird.

Praktikantenplätze anbieten und sich

in ihrer Heimatregion nicht engagieren,

haben es daher schwer, zu den Preisträgern

zu zählen, weil sie ihrer gesellschaftlichen

Verantwortung zu wenig

Rechnung tragen.

Auch, wenn Sie meinen, mit Ihren

Aktivitäten nicht überdurchschnittlich

zu sein: finden Sie es heraus! Alle Unternehmen,

die die Juryliste erreicht haben,

erhalten im Lauf des Monats November

Damien Pollet / Flickr.com/

CC BY-SA 2.0

Die fünf Kriterien beim Großen Preis stellen

Sie auf die Probe: Was zeichnet mein

Unternehmen und mich aus, agiere ich

ganzheitlich?


GENUSS

VERSCHENKEN

Wir übernehmen Ihren

Präsente-Versand!

P.T. MAGAZIN 5/2014

das Ratingergebnis der Jury. Und dann

wissen Sie, wo Sie aus einem B ein A oder

aus einem C ein B machen können.

Die Jury setzt sich aus ca. 100 Personen

zusammen, die sich regional auf

die zwölf Wettbewerbsregionen aufteilen.

Sie entscheidet, wer in ihrer Region

die Jurystufe erreicht. In der Jurystufe

finden sich die Unternehmen wieder,

die alle fünf Wettbewerbskriterien erfüllen.

Aus diesen Unternehmen wählen

die Juroren dann die späteren Preisträger

aus. Zur besseren Vergleichbarkeit

bedient sich die Jury einer ABC-Einteilung.

Bereich 1: Die Gesamtentwicklung des

Unternehmens

Woher kommen wir? Was hat uns stark

gemacht? Was zeichnet uns aus und was

ist unsere Alleinstellung? Es sind Fragen

wie diese, die den besonderen Reiz des

Wettbewerbs ausmachen. Zum einen,

weil sie zunächst einmal zum Reflektieren

zwingen. Zum anderen, weil der Blick

ins Unternehmen etwas über den Charakter

des Unternehmens aussagt und

damit zeigt, wie Unternehmensleitung

und Mitarbeiter ticken. Denn – Hand

aufs Herz – wären die Antworten Ihres

Führungsteams und die der Mitarbeiter

auf die obigen Fragen gleichlautend?

Und wäre es nicht hilfreicher, wenn es

alle gleich sehen und beurteilen würden?

Den meisten Nominierten geht es

so oder so ähnlich. Doch indem Sie sich

durch diese Fragen erfolgreich durcharbeiten,

schaffen Sie viel Klarheit fürs

eigene Unternehmen. Natürlich interessieren

an dieser Stelle auch die blanken

Zahlen. Umsatz, Ertrag, Eigenkapitalquote,

Investitionsquote & Co. Jetzt

geht es ans Eingemachte, ein paar Jahre

zurück und auch in die Planung voraus.

So wird deutlich, wo die Reise hingeht.

Welche Rückschlüsse lassen

sich daraus für die Jury ziehen? Zum

einen erkennt die Jury, wie nachhaltig

ein Unternehmen ist. Sie kann besser

abschätzen, ob das Unternehmen optimistisch

in die Zukunft geht. Ob die Planungen

auch durch eine entsprechende

Investitionsquote und Alleinstellung

untermauert sind. Und inwieweit beispielsweise

die systematische Stärkung

der Eigenkapitalquote die Abhängigkeit

von Kreditgebern reduziert. So lässt sich

die Langfristigkeit im Geschäftsmodell

und in der Strategie erahnen.

Bereich 2: Schaffung und Sicherung von

Arbeits- und Ausbildungsplätzen

Unternehmen, die sich positiv entwickeln,

schaffen auch neue Arbeitsplätze.

Sie gewinnen den eigenen Nachwuchs

frühzeitig durch Kooperationen mit

Schulen und Hochschulen. Entsprechend

aktiv sind sie bei der Azubi-Qualifizierung,

der Praktikanten- und Studenteneinbindung,

aber auch bei den Personalentwicklungsmaßnahmen

für alle

anderen Mitarbeiter. Auch bei diesem

Kriterium spielen die weichen Faktoren

eine besondere Rolle: Gibt es eine Unternehmenskultur?

Wie erfolgt die Führung

des Unternehmens? Wie fördert es die

Mitarbeiterbegeisterung?

„Investition

in Wissen bringt die

höchsten Zinsen.“

Benjamin Franklin

Dieser Fragenkomplex bereitet

einem Unternehmen, das mit diesen

Themen arbeitet und vertraut ist, weniger

Mühe als einem Unternehmen, das

nur Teile davon anwendet. Doch für

beide hat es einen tieferen Sinn: das eine

perfektioniert und das andere optimiert.

So kommen beide durch die Fragen wieder

einen Schritt weiter.

Bereich 3: Innovation und

Modernisierung

Die Kraft zur Innovation ist eine zentrale

Säule für den nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Problemlösungen in Form

neuer Produkte oder neuer Dienstleistungen

halten das Unternehmen

Preisträger

“Großer Preis des

Mittelstandes 2010”

der Oskar-Patzelt-

Stiftung

Stephan Pellegrini GmbH · 76829 Landau

Telefon 06341/14 10-0 · www.pellegrini.de


Wieviel Innovation steckt

in Ihrem Unternehmen?

Oliver Tacke o.tacke /Flickr.com/ CC BY 2.0

Oskar-Patzelt-Stiftung

22

Focussing life

Tipp:

Sie können Ihrer Problemlösung

einen Namen geben, den

Sie sich als Wort- oder Bildmarke

schützen lassen können.

jung und bieten den Kunden neue

Anreize, mit dem Unternehmen ins

Geschäft zu kommen oder zu bleiben.

Doch der Hang zur Innovation zeigt sich

nicht nur nach außen hin zum Kunden,

sondern auch nach innen, an der Überarbeitung

und Ausgestaltung der Prozesse

und Abläufe. Ersichtlich wird er auch

am Alter des Anlagevermögens und der

Ersatz-, Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen.

Wie stellt sich das Unternehmen

dem für ihn relevanten Wandel? Treibt

es diesen eventuell selbst an? Über welche

Marken und Patente verfügt das

Unternehmen? Wer meint, dass das nur

produzierende Unternehmen betrifft,

irrt. Ob Hotellerie, IT-Dienstleister, Handwerker

oder Ingenieurbüro: die Liste der

Unternehmen, die über schützenswerte

Namen und Lösungen verfügen, wird

immer länger.

Schließlich lässt sich über diesen Weg

das eigene Knowhow nicht nur als solches

darstellen, sondern unter Alleinstellungsgesichtspunkten

wesentlich

besser vermarkten. Übrigens zählen

hierzu auch Zertifizierungen und Auszeichnungen.

Ein anderer Aspekt spielt

ebenfalls noch eine Rolle: die Kooperation

mit anderen Einrichtungen, um

den berühmten Schritt voraus zu sein.

Das können Hochschulen, Unternehmen,

oder andere Organisationen sein.

Bereich 4: Engagement in der Region

Vielen erfolgreichen mittelständischen

Unternehmen ist es ein Anliegen, in

ihrer Region Gutes zu tun. Das muss

nicht gleich ein Kunstmuseum oder die

Gründung eines Fußballvereins sein,

die Freistellung der Mitarbeiter für die

freiwillige Feuerwehr ist auch ein wertvoller

Beitrag. Selbstverständlich stärken

materielle Zuwendungen regionale Einrichtungen

wie den Kindergarten oder

den Sportverein. Doch genauso wichtig,

wenn nicht sogar wichtiger, ist ehrenamtliche

Engagement, ob bei der IHK

oder einem Verband. Die Bereiche Sport,

Gesundheit und Kultur bieten zahlreiche

Möglichkeiten, sich der Öffentlichkeit

zu zeigen und Markenpolitik vor Ort

zu betreiben. Immer beliebter werden

regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen

wie ein Tag der offenen Tür, Feste

oder Event-Veranstaltungen, die den

Unternehmensnamen tragen.

Das Augenmerk beim Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“ liegt

auf der Verteilung zwischen materiellem

und immateriellem Engagement. An

ihm lässt sich nicht nur erkennen, wie

ernst Unternehmen die regionale Verwurzelung

nehmen, an dem Zusammenspiel

der einzelnen Bausteine ist auch

erkennbar, ob die Aktivitäten ineinandergreifen

und Teil einer Strategie sind.

Ob das Unternehmen in der Region mit

seinen Aktivitäten Zeichen setzen und

etwas bewegen möchte und wie planvoll

es hierbei vorgeht.

Der Technologiekonzern Analytik Jena

AG entwickelt, produziert und vertreibt

unter der Marke DOCTER ® einzigartige

Consumer-Produkte für den weltweiten

Markt. Die innovativen Beobachtungs-

und Zielgeräte, aber auch

Lichttechnik „Made in Germany“ basieren

auf jahrzehntelanger Erfahrung

in Optik, Mechanik und Elektronik.

Analytik Jena AG | Niederlassung Eisfeld

Seerasen 2 | 98673 Eisfeld | Deutschland

Tel.: 03686 371-115 | Fax: 03686 322037

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Tipp:

Auch hier gilt: nicht die

Fülle ist entscheidend, sondern

die Tiefe in der Umsetzung. Und

ein pfiffiger Gedanke, konsequent

umgesetzt, kann eine Batterie von

Maßnahmen ersetzen.

Fazit

Nun kennen Sie die fünf Kriterien mit

ihren unterschiedlichen Ausprägungen,

die Sie nicht nur als Indikator dafür nutzen

können, wie erfolgreich und nachhaltig

bereits heute Ihre Art der Unter-

nehmensführung ist. Sie dienen auch

als Leitplanke für das Rating Ihres Unternehmens.


Christian Kalkbrenner

Natürlich zählen hier auch die Aktivitäten

und Kooperationen mit regionalen

Bildungseinrichtungen wie Schulen,

Berufsakademien und Hochschulen.

Es zählt aber auch das Engagement als

Unterrichtender oder in Prüfungsausschüssen.

Regionale Wirtschaftskreisläufe

leben von diesem wechselseitigen

Austausch zwischen Unternehmen und

Bevölkerung.

Bereich 5: Marketing, Service und

Kundennähe

Es sind die Kunden, die darüber entscheiden,

ob das Angebot des Unternehmens

auf Gegenliebe stößt oder nicht. Und

was unternehmen Unternehmen, um

Kunden zu gewinnen, zu halten und zu

begeistern? Wie ausgeprägt und ausgeklügelt

ist die Corporate Identity? Was

unternimmt das Unternehmen auf dem

Weg zur Marke? Wie hoch ist das Marketing-Budget

im Vergleich zum Umsatz?

Werden regionale, nationale oder

internationale Messen besucht? Mit

welchen Besonderheiten setzt sich das

Unternehmen in Szene und vom Wettbewerb

ab?

Und natürlich ist hier auch Platz für

Ihre Aktionen im Social Web, Ihre App,

Ihre Guerilla-Marketing-Aktion und Ihre

erfolgreichen PR-Aktionen.

Wir nutzen Energie sinnvoll

Reduzieren Sie Ihre Energiekosten

durch energieeffiziente Technik!

FINALIST

Wolfgang Oehm

Geschäftsführender

Gesellschafter

ONI-Wärmetrafo GmbH

Preisträger

Großer Preis des

MITTELSTANDES

ONI-Wärmetrafo GmbH

Top-

Ausbildungsbetrieb

2011

„Ehrenpreis“

für

herausragende betriebliche

Ausbildungsleistungen

P.T. MAGAZIN 5/2014

Alan Levine cogdogblog /

Flickr.com/ CC BY-SA 2.0

Wichtiges Kriterium beim Großen Preis:

Wie sehen Ihre Marketingideen aus?

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E-Mail: info@oni.de · Internet: www.oni.de


Kontaktmanagement

für Champions

Neben Nominierungen und Auszeichnungen bietet

der „Große Preis des Mittelstandes“ ein exzellentes Netzwerk

mit zahlreichen Möglichkeiten zur Kooperation und Eigenwerbung

Oskar-Patzelt-Stiftung

24

Wenn wir im Bild des Fußballs bleiben,

treffen beim „Großen Preis des Mittelstandes“

die Trainer der Clubs, die in der

Champions League spielen, aufeinander.

Mit dem Unterschied, dass sie hier nicht

gegeneinander spielen. Keiner muss

dem anderen etwas beweisen, aber viele

interessieren sich dafür, wie es in den

anderen nominierten Unternehmen

läuft. Was zeichnet die „Großer Preis des

Mittelstandes“-Preisträger aus?

Die häufigsten Lügen überhaupt:

Ich liebe Dich.

Ich rufe Dich an.

Du bekommst Dein

Geld.

Alle tun sie weh, aber eine kann Ihre

Existenz ruinieren. Bürgel-Auskünfte

zeigen Ihnen, wie es um Ihre Kunden

bestellt ist! Spezialisten ziehen Ihre

offenen Forderungen ein; konsequent,

erfolgreich!

BÜRGEL Wirtschaftsinformationen

Vertriebsgesellschaft mbH

– Niederlassung Leipzig –

Dohnanyistraße 28 • 04103 Leipzig

Tel.: (03 41) 4 49 03-0 • Fax: (03 41) 4 49 03 50

Internet: www.buergel-Leipzig.de

➠ Durchsetzungskraft auch gegen

Widerstände. ➠ Innovationswille und

Mut zu neuen Wegen. ➠ Perfektionswille,

alles muss immer ein bisschen besser

sein. ➠ Bodenständigkeit, trotz aller,

auch materieller Erfolge. ➠ Vertrauensvoller

und wertschätzender Umgang mit

Menschen ganz allgemein, insbesondere

mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern.

➠ Hohe Reflexion, selbstkritisch.

Reinigungs- und Desinfektionsautomaten

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Unser Komplettprogramm vom Einsteigergerät

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Diese Beschreibung wird über 90 Prozent

der Preisträger und auch der Mehrheit

der Nominierten gerecht. Wann sonst

haben Sie so eine einheitlich tickende

Gruppe an potenziellen Geschäftspartnern

um sich. Menschen, die ähnlich

denken, ein übereinstimmendes Werteverständnis

und eine vergleichbare

Geschäftsethik aufweisen. Wer möchte

nicht mit diesen Unternehmen zusammenarbeiten?

Der Kontext macht es

Wenn Sie sich im Alltag beobachten,

setzen Sie vermutlich auf vertraute Routinen

und sichere Abläufe. Neues, das an

Sie herangetragen wird, stört tendenziell

Ihre Kreise und Sie werden eher eine

vorsichtige, abwehrende Haltung an den

Tag legen. Nicht so auf den Galabällen

des Wettbewerbs. Das ist eine andere

Plattform, die nichts mit dem Unternehmen

zu tun hat. Hier ist man offen

und aufgeschlossen, will Anerkennung

annehmen, aber auch geben. „Wir sind

beide aus dem Netzwerk der Besten, was

können wir füreinander tun?“

Aus diesem Grund lassen sich

deutlich leichter Kooperationen und

Geschäftsbeziehungen aufbauen. Und

es gibt mittlerweile unzählige Erfolgsgeschichten:

ob in der Entwicklung

neuer Verfahren und Produkte, bei der

Gewinnung neuer Mitarbeiter oder der

Vermarktung der Produkte in anderen

Ländern.

Wie Sie auf andere aufmerksam werden

Nutzen Sie das P.T. Magazin als

Quelle der Inspiration. Durchblättern,

die Beiträge zu und über die Unternehmen

lesen, die Anzeigen betrachten und

schon haben Sie eine Ansammlung an

interessanten Unternehmen.

Auf dem Online-Portal des Magazins

finden Sie unter www.pt-magazin.de

tagesaktuelle Neuigkeiten aus Politik

und vor allem aus der Wirtschaft sowie

interessante Firmenporträts.

Das Portal des Wettbewerbs

www.kompetenznetz-mittelstand.de

verfügt über eine stattliche Anzahl an

Unternehmen. Über verschiedene Suchkriterien

können Sie hier nach für Sie

interessanten Unternehmen recherchieren

und Kontakt aufnehmen.

P.T. MAGAZIN 5/2014


Foto: decoded conference decoded_conf/Flickr.com/ CC BY 2.0

Das Buch zu den Beiträgen

n Nominiert! Und nun?

Das kleine Buch zum Großen Preis des Mittelstandes

Taschenbuch: 128 Seiten / Verlag: Books on Demand

ISBN-10: 3732280187 / Preis: 12,90 Euro

Erhältlich im OPS-Shop: www.mittelstandspreis.com

Die Tagungen im Frühjahr jeden

Jahres bieten exzellente Anknüpfungspunkte

im kleinen, etwa 70 (+/-20) Teilnehmer

umfassenden, Kreis.

Alle aktuellen Preisträger sowie

die der zurückliegenden Jahre

sind ebenfalls auf der Website

www.mittelstandspreis.com nach ihrer

regionalen Zugehörigkeit aufgeführt.

Wie andere auf Sie aufmerksam werden

So wie Sie auf vielfältigen Wegen auf

die Nominierten und Preisträger aufmerksam

werden, funktioniert es auch

in die andere Richtung. Bei einer IVWgeprüften

Auflage von 40.000 Stück ist

das P.T. Magazin eine Topquelle für ca.

70.000 Entscheider im Mittelstand. Und

es landet vornehmlich auf den Tischen

von Preisträgern und Nominierten. Der

ideale Platz für Anzeigen. Eine Alleinstellung,

die kein anderes deutsches

Wirtschaftsmagazin bietet. Da auf dem

Portal des P.T. Magazins monatlich ca.

50.000 Besucher vorbeischauen, ist auch

eine Online-Präsenz auf dem Bildschirm

eine interessante, auffallende Alternative.

Ebenso können Sie sich auch als

offizi eller Sponsor des Wettbewerbes

„Gro ßer Preis des Mittelstandes“ engagieren.

Anzeigen und Sponsoring im

Umfeld der Oskar-Patzelt-Stiftung sind

starke, marken- und imagefördernde

Aktionen, eine wertige Visitenkarte im

Netzwerk der Besten. Ein sichtbares Zeichen,

zu diesem Kreis dazu zu gehören.

Sie sind sowohl eine Eintrittskarte, um

leichter ins Gespräch mit Kollegen aus

dem Netzwerk zu kommen als auch eine

Einladung an alle anderen: „Hier ist einer

aus dem Netzwerk und wenn wir uns

gegenseitig weiterbringen können, dann

meldet euch gerne bei mir!“

Das Logo „Großer Preis des Mittelstandes“

darf auf keinen Fall fehlen.

Weder auf Ihrem Online-Auftritt noch

auf Ihren Printunterlagen. Dieses Logo

können Sie sich kostenfrei auf der Website

www.mittelstandspreis.com downloaden.

Alle ausgezeichneten Unternehmen

erhalten eine Skulptur, die den

„Großen Preis des Mittelstandes“ repräsentiert,

und dazu eine Urkunde. Keine

Frage, dass beides seinen Platz an exponierter

Stelle in Ihrem Unternehmen finden

sollte.

Preisträgertreffen

Eine besondere Plattform bietet sich

im Vorfeld des Bundesballs. Bereits am

Nachmittag treffen sich die Ausgezeichneten

der vergangenen Jahre zum

Netzwerken, Erfahrungsaustausch und

gemütlichen Plausch. Dabei besteht die

Möglichkeit mit einem kleinen Stand

seine Unternehmen zu repräsentieren.

Ein Treff, der nur den bereits ausgezeichneten

Preisträgern und Finalisten

der Vorjahre vorbehalten ist, nicht den

Nominierten. •

Christian Kalkbrenner


Hauptsponsor

Kartenbestellung über Fax: 0341 24061-66, Online-Shop

– www.pt-magazin.de/shop/ballkarten/ –

oder Bestellcoupon einsenden an:

Oskar-Patzelt-Stiftung | Bundesgeschäftsstelle

Melscher Str. 1 | 04299 Leipzig

6. SEPTEMBER 2014 – MARITIM HOTEL DRESDEN

Preisverleihung für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin/Brandenburg,

Mecklenburg-Vorpommern

140,– zzgl. MwSt. je Karte Anzahl:

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0351 216-1018

13. SEPTEMBER 2014 – MARITIM HOTEL WÜRZBURG

Preisverleihung für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen

140,– zzgl. MwSt. je Karte Anzahl:

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0931 3053-819

Wir nutzen Energie sinnvoll

www.kb-backhaus.de

27. SEPTEMBER 2014 – MARITIM HOTEL DÜSSELDORF

Preisverleihung für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland,

Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg

140,– zzgl. MwSt. je Karte Anzahl:

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0211 5209-0

25. OKTOBER 2014 – MARITIM HOTEL BERLIN

Bundesball – Verleihung der Sonderpreise

150,– zzgl. MwSt. je Karte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 030 2033-4410

Anzahl:

Name, Vorname

Firma

Anschrift

Telefon-Nr.

Ort/Datum

Unterschrift

* Die Reservierung der Hotelzimmer erfolgt nur direkt bei den Maritim Hotels bis

spätestens vier Wochen vor Veranstaltung. (Kennwort: „Großer Preis des Mittelstandes“)

(Fotomontage:Davin Taylor)


KOLUMNE

Begegnungen

P.T. MAGAZIN 5/2014

Seit 20 Jahren richten wir nun schon

den „Großen Preis des Mittelstandes“

aus. In dieser Zeit haben wir viele tolle

Menschen kennenlernen dürfen. Wir

hatten schöne, lustige und auch sehr

nahe und bewegende Momente. Diese

Erinnerungen sind ein Schatz. Niemand

kann ihn uns nehmen.

Wir, die von Anfang an dabei sind,

sind in dieser Zeit auch 20 Jahre reifer

geworden. Reif an Lebenserfahrung.

Gewachsen an überwundenen Problemen

und an erreichten Zielen. Gereift an

den überraschenden, unvorhersehbaren

Wendungen des Schicksals, auf die wir

oft spontan reagieren mussten. Dieser

Schatz der Erinnerungen und Erfahrungen

gibt unserer Lebensgeschichte

eine besondere Richtung. Er weckt Stärken

und Hoffnungen.

Wer täglich einer sinnvollen Tätigkeit

nachgeht, erlebt eine Zufriedenheit,

die ihm nie von Dritten geschenkt werden

könnte. Für dieses Gefühl kann man

sich täglich neu entscheiden – und muss

täglich neu danach handeln. Das heißt

es wirklich, Verantwortung zu übernehmen.

Wahre Mittelständler sind immer

Macher. Sie packen selbst mit an und

greifen dort zu, wo etwas getan werden

muss. Menschen mit positiven Zielen

und Aufgaben sind glücklich.

Und glückliche Menschen setzen

sich immer wieder neue Ziele, können

besser auf andere zugehen, sie

begeistern und mitreißen. Wir

selbst werden in unserer Tätigkeit

sehr oft von Geschichten

der mittelständischen Firmen

begeistert und mitgerissen.

„Hut ab“ für

Ihre Leistungen! Für

uns ist es Inspiration,

Mut und Kraft

zum Fortführen

unserer

Tätigkeit.

Es macht

uns Spaß und Freude, die Sie hoffentlich

spüren bei unseren Begegnungen mit

Ihnen.

Gern erinnern wir uns an viele

von Ihnen, die an sich selbst glauben.

Menschen, die allen Widrigkeiten zum

Trotz wissen: Langfristig werden sie ihre

Ziele erreichen. Menschen, die mit großer

innerer Stärke, mit Selbstdisziplin

und Selbstvertrauen ihren Weg gehen.

Denn das steckt an. Es ist wie ein

Virus, der durch den Mittelstand

geht. Ein Virus, der Positives

schafft.

Danke, dass es Euch gibt!

Ihre Petra Tröger


Foto: © abcmedia / fotolia.com

Mangels Nachfolger

geschlossen?

Wer sein Unternehmen nicht rechtzeitig

in die richtigen Hände übergibt,

setzt alles auf Spiel.

Oskar-Patzelt-Stiftung

28

„Ich habe überhaupt kein Problem, wenn

ich fachlichen Rat suche und konkrete

Fragen stelle. Engagierte Spezialisten

begleiten mich seit Jahren – ich kann

mir einen aussuchen“. Diesen Satz

höre ich häufig von Unternehmerkollegen

wenn es um das Thema Nachfolge

geht. Wenn es aber um Strategien

geht, um die Gesamtarchitektur oder

um die Gestaltung der gemeinsamen

Zeit zweier Generationen, – während der

Staffelstab übergeben wird – dann wird

das Eis schon dünner. „Und außerdem:

darüber rede ich auch nicht mit jedem!“.

Individuell, hochkarätig, erfolgreich

Vertrauen und Expertise – ohne diese

Zutaten sind Gespräche nicht wirklich

zielführend – besonders, wenn es um

Die Referenten in Berlin

Maximilian Pöppl

Dr. Axel Gollnik

Initiator und

Botschafter der

Oskar-Patzelt-Stiftung

Dr. Martin Liebernickel

Dr. Malte Passarge

Matthias Freiling

das sensible Thema Nachfolge geht. Die

Akademie Unternehmensnachfolge, die

Kooperationsinitiative mit der Oskar-

Patzelt-Stiftung (siehe auch P.T. Magazin

4/2014) startet am 24.Oktober in Berlin

und nimmt mit der ersten Veranstaltung

genau dieses Phänomen ins Visier.

„Unter uns – Strategiegespräche

Unternehmensnachfolge“ – so heißt

sie und sie führt 15 Unternehmerinnen

und Unternehmer einen Tag und einen

Abend zusammen. Mit von der Partie

sind 4 hochkarätige Experten, die Unternehmer

und Familien bei der Übergabe

des Staffelstabes erfolgreich begleitet

haben. Jeder, der dabei ist, wird diesen

Tag anders nutzen können. Intensiv

zuhören und strategische Gedanken

ordnen, aktiv Fachgespräche führen und

Expertise nutzen, kollegialer Gedankenaustausch

in der Unternehmerlounge

nach dem Abendessen oder die Debatte

über Erfahrungen unter 4 oder 6 Augen

– eben „unter uns“! Jede Interessenlage

findet Ihren Platz auf dieser Veranstaltung.

Expertise für die Nachfolge

Maximilian Pöppl aus Berlin hat schon

einige Nachfolgen begleitet. Er thematisiert

besonders die Aspekte, die nichts

mit Euro oder Paragraphen zu tun haben:

Wie lässt sich die Zeit effektiv gestalten,

in der ein Lotse noch an Bord ist und der

andere schon an Bord ist?

Dr. Martin Liebernickel, Direktor im

Hause PwC in Frankfurt nimmt sich das

Thema Steuern vor.

Dabei zeigt er auf, welche Möglichkeiten

es gibt, Vermögen steuergünstig

weiterzugeben und wie lange dies vor

dem Hintergrund des erwarteten Urteils

des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer

noch möglich sein wird.

Dr. Axel Gollnik aus Kronberg ist Experte

in Sachen Unternehmenswert. Die

Meinungen darüber, welcher Wert nun

eigentlich übertragen wird, gehen in der

Praxis trefflich auseinander. Wie diese

Divergenz überbrückt werden kann –

das ist einer der Punkte, über die er

informiert und gesprächsbereit ist.

Dr. Malte Passarge aus Hamburg geht

es weniger darum, den richtigen Wert

zu finden als mehr darum, den richtigen

Wert zu bewahren. Pragmatisches Risikomanagement

vor dem Hintergrund

ausufernder Regeln und Gesetze sind

sein Thema. Daraus leitet er auch die

geeignete Strategie ab, im Due Diligence-Verfahren

gut auszusehen.

In der Unternehmerlounge während

und nach dem Abendessen, finden sich

dann die Unternehmer zusammen – um

zu reden. Nicht der Stammtisch ist damit

gemeint, sondern das Gespräch unter

Praktikern unter fachlicher Moderation,

die Herr Dr. Liebernickel übernehmen

wird. Gleichwohl darf die Apfelsaftschorle

dann auch schon mal durch den

Rotwein oder das kleine Helle ersetzt

werden. Mit „Unter uns – Strategiegespräche

Unternehmensnachfolge“ startet

die Akademie. Weitere Termine werden

2015 stattfinden – gegebenenfalls

auch schon früher. ■

Info

n Informationen:

www.unter-uns-in-berlin.de –

als Ansprechpartner steht der

Initiator der Akademie auch

gern selbst zur Verfügung:

Matthias.Freiling@HR-Arena.de

Matthias Freiling

P.T. MAGAZIN 5/2014


KLAUS HÜNERKOPF NEUKIRCHEN | WEINBERGSTRASSE 10 | D-34626 NEUKIRCHEN

Luxus aus Neukirchen

Seit Klaus Hünerkopf 1989 den Handwerksbetrieb

übernahm, entwickelte er

das Unternehmen „Klaus Hünerkopf

Neukirchen” zum weltweit gefragten

Spezialisten für innovative und hochwertige

Innenausbauten. Im Jahr 2003

begann der Spezialist, seine Expertise

bei Laden- und Innenausbauten auch in

andere Bereiche zu übertragen.

Basis war die innovative Dünnsteintechnik,

die Hünerkopf nicht nur beim Ladenbau,

sondern auch beim Innenausbau

von Reisemobilen einsetzte. Zehn Jahre

später ist Hünerkopf DER Spezialist für

Luxus-Innenausbauten bei Reisemobilen,

komplett mit Elektro-, Sanitärund

Gasinstallation, Entertainment und

Möbeln, und das nicht nur in Deutschland,

sondern weltweit.

Hochwertigste Materialien wie Edelhölzer,

Edelmetalle, Marmor und Granit,

Echtleder, Kristall, Glas, edle Stoffe und

Textilien werden verarbeitet. Mehr als

40 Tischler, Lackierer, Steinmetze, Polsterer,

Elektriker, Heizungsbauer, Installateure,

Metallbearbeiter arbeiten in der

Firma, die sich auch als Ausbildungsbetrieb

für Tischler und Elektriker einen

Namen macht, denn „Gute Leute suchen

gute Firmen“.

Seinen Wurzeln ist er stets treu geblieben.

Neukirchen, in der Mitte von

Deutschland gelegen, ist ein idealer Produktionsstandort.

Von Neukirchen aus

nach Deutschland. Von Deutschland in

die Welt, denn „Made in Germany“ wird

international auch von Hünerkopf-Kunden

geschätzt. Die weltweite Einsatzplanung

für die Mitarbeiter, jede Woche

aufs Neue, mit flexibler Handhabung

der unvorhergesehenen Arbeiten vor

Ort, ist eine besondere Herausforderung,

der sich Hünerkopf gern und erfolgreich

stellt.

Hünerkopf liebt Probleme, bei denen

andere abwinken. Denn er findet

Lösungen! Jüngst wurde gemeinsam

mit einem langjährigen Geschäftspartner

für Mercedes-Benz ein Expeditionsmobil

mit hochwertigem Innenausbau

und neuester LED und OLED-Lichttechnik

entwickelt. Diese Lichttechnik war

weltweit noch nie zuvor in einem Reisebzw.

Expeditionsmobil verbaut worden.

Unmöglich? Nicht für Hünerkopf.

Er plante, kalkulierte – und baute und

nun wird das Fahrzeug auf dem Caravan

Salon 2014 in Düsseldorf, auf dem Stand

von Mercedes Benz zur IAA 2014 und zur

CMT 2015 in Stuttgart präsentiert.

Stillstand gibt es bei Hünerkopf nicht,

und so hat sich das Unternehmen in

den vergangenen Jahren auch als Spezialist

für den Aus- und Umbau sowie

die Renovierung von Hotels und Gastronomieeinrichtungen

einen mehr als

guten Namen gemacht. Gerade in

Hotels und Restaurants treffen verschiedenste

Geschmäcker und Kulturen aufeinander

und doch soll sich jeder Gast

wie zu Hause fühlen. Eine Herausforderung

die Hünerkopf gern annimmt. Ob

klassisches, trendiges oder innovatives

Design, in hoher Fertigungstiefe sorgt

das Unternehmen in Zusammenarbeit

mit Architekten, Projektleitern und

Baumanagern für die Umsetzung von

der Planung bis zum Ergebnis. Egal ob

Wohnfläche, Gastro- oder Wartebereich:

Zielsicher, termin- und budgetgerecht

und bis ins kleinste Detail passend, setzt

Hünerkopf Kundenwünsche in jedweder

Größenordnung um – und das alles aus

einer Hand.

Aktuell plant Hünerkopf den Bau eines

Reisemobilparks für 49 Stellplätze. Das

wird Gäste in die Stadt ziehen, die

Region wird gefördert, die Wirtschaft

belebt, und ein guter Werbeträger für

Hünerkopf ist der Park auch noch.

Ganz gleich welches Vorhaben, stets gilt

dabei Hünerkopfs Leitgedanke: Geht

nicht, gibt’s nicht!

Also: Innenausbau? Komfortabel? Innovativ?

Sonderwünsche? Klaus Hünerkopf

Neukirchen ist für Sie da!

Alle Gewerke im eigenen Haus – deshalb

kann Hünerkopf bei der Auftragsbearbeitung

auf kurze Wege setzen, auf

direkte Kommunikation mit allen eingesetzten

Mitarbeitern. Von der Beratung

über die Planung mit 3D-Visualisierung,

die Produktion bis hin zur Montage vor

Ort wird kompletter Service geboten.

Der leidenschaftliche Handwerker ist

stolz auf seine Produkte und auf seine

modernen Maschinen auf technisch

höchstem Niveau.

Firmenportrait

TEL. +49 / 6694 / 9606-0 | FAX: +49 / 6694 / 9606-66 | E-MAIL: INFO@HUENERKOPF.COM | WWW.HUENERKOPF.COM


Überforderung durch Industrie 4.0

Die vierte industrielle Revolution soll Entwicklung und Produktion schneller,

flexibler und besser machen. Theoretisch. Praktisch ist aber nicht klar, wie sie

aussehen soll und so kocht die Revolution eher auf Sparflamme.

Wirtschaft

30

Der Umgang der deutschen Wirtschaft

mit Industrie 4.0 ist weitgehend durch

Orientierungslosigkeit und Überforderung

geprägt. Dies ist die Kernaussage

einer aktuellen Expertenumfrage von

eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft

e. V. 85 Prozent der von eco

befragten Fachleute sind der festen

Überzeugung, dass die meisten Unternehmen

in Deutschland keine klare Vorstellung

davon haben, was Industrie 4.0

eigentlich ist und wie sie aussehen wird.

94 Prozent der Experten halten die deutsche

Wirtschaft durch die – für Industrie

4.0 erforderliche – Zusammenschaltung

von Hardware, Software und Telekommunikation

für schlichtweg überfordert.

Flexibilität und einheitliche Branchenstandards

sind entscheidend

„Industrie 4.0 muss für die Wirtschaft

greifbarer und einfacher werden“,

erklärt Dr. Bettina Horster, Vorstand der

Vivai Software AG und Direktorin Mobile

im eco. Das sehen auch die Experten

so: 94 Prozent der Befragten vertreten

www.bitkom.org

die Auffassung, dass einheitliche Branchenstandards

und branchenspezifische

Lösungen für den weiteren Erfolg von

Industrie 4.0 entscheidend sind. Für

mittelständische Firmen ist die internationale

Verbreitung vor allem schwierig,

weil es keine weltweit tragfähigen

Datentarife gibt, meinen 71 Prozent der

Fachleute. „Die für den weltweiten Rollout

wichtige Provider-Flexibilität hat

die Mobilfunkbranche leider noch nicht

akzeptiert. Jeder Provider-Wechsel erfordert

nach wie vor zwingend den Austausch

der SIM-Karte.“

Die meisten Industrie 4.0-Geschäftsmodelle

sind wirtschaftlich nicht tragbar

Allein schon aufgrund der schwer

abschätzbaren weltweiten Datenübertragungskosten

gehen 92 Prozent der

von eco befragten Experten davon aus,

dass die für Industrie 4.0 kalkulierten

Geschäftsmodelle schön gerechnet sind

oder erst zu spät auf ihre wirtschaftliche

Tragfähigkeit überprüft werden. 71 Prozent

der Fachleute sind davon überzeugt,

dass die Unternehmen die Kosten für

Datenübertragung und Datenspeicherung

schlichtweg unterschätzen. Hoch

ist hingegen die Angst der Unternehmen

vor Online-Spionage, meinen 80

Prozent der Fachleute. „Ein Hacker, der

sich in die Machine-to-Machine-Kommunikation

einschaltet, hat in der Regel

Zugriff auf das Kern-Know-how des

jeweiligen Unternehmens“, gibt Dr. Bettina

Horster eine Erklärung ab, warum

sich viele Firmen beim Thema Industrie

4.0 noch bedeckt halten.

Knackpunkt Mobilfunk:

Das Fehlen

weltweit tragfähiger

Datentarife

bereitet vielen

mittelständischen

Unternehmen Probleme

bei der weltweiten

Datenübertragung und Kommunikation.

Bild: Nemo/pixabay.com/ Public Domain CC0

Dr. Bettina Horster fordert staatenübergreifende

Mobilfunk-Lösungen

Es wird höchste Zeit, den schon von der

GSMA (Industrievereinigung der Mobilfunkbetreiber)

verabschiedeten Standard

für Embedded SIM für einen einfachen

Betreiberwechsel umzusetzen“,

sagt Dr. Bettina Horster, und gibt zu

bedenken: „Die Globalität des Internet

und die nationalen Konzepte der Mobilfunkbetreiber

prallen beim Thema mobiles

Internet spätestens dann aufeinander,

wenn es um staatenübergreifende

Lösungen geht. Darunter leidet nicht nur

jeder Verbraucher, der ins Ausland geht,

sondern eben auch die Wirtschaft, wenn

sie internationale Geschäftsmodelle

zum Einsatz bringen will. Nur die großen

Konzerne, zum Beispiel im Automotive

Sektor, haben die Verhandlungsmacht,

bezahlbare Preismodelle herauszuschlagen.“

Sie betont zugleich: „Es kann keinen

ernsthaften Zweifel daran geben,

dass sich direkte Maschinen-Vernetzung

am Ende weltweit auf breiter Front

durchsetzen wird.“ ■

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P.T. MAGAZIN 5/2014


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Start frei für die

Energie der Zukunft: LNG

Verflüssigtes Erdgas ist für Mittelständler oft die günstigere Wahl als Heizöl

Deutschland entdeckt eine innovative

Energielösung: LNG. Die drei Buchstaben

stehen für Liquified Natural Gas, also verflüssigtes

Erdgas. Dank LNG können mittelständische

Produktionsbetriebe ihre laufenden

Energiekosten um bis zu 15 Prozent

reduzieren und ihre Öko-Bilanz deutlich

verbessern. Der Energieanbieter Primagas

versorgt jetzt seine ersten Kunden in

Deutschland mit LNG.

Ein kleiner Kniff bietet große Möglichkeiten

für den Mittelstand: Wenn Erdgas auf

minus 161 Grad herabgekühlt wird, verflüssigt

es sich. Zugleich reduziert sich sein

Volumen erheblich. Verflüssigtes Erdgas

hat nur 1/600stel des Volumens von gasförmigem

Erdgas und lässt sich somit gut

in großen Mengen lagern und transportieren.

Per Schiff wird es weltweit in spezielle

Tank lager verfrachtet und von dort per LKW

an die Verbraucher ausgeliefert. „Auf diese

Weise ermöglicht LNG mittelständischen

Firmen eine flexible und kostengünstige

Energieversorgung mit Erdgas – auch ohne

Anschluss an das Versorgungsnetz“, sagt

Thomas Landmann, Verkaufsdirektor vom

Energieversorger Primagas. „Betriebe, die

von Öl oder anderen Brennstoffen auf LNG

wechseln, können ihre Energiekosten um

zehn bis 15 Prozent senken.“

Beim Futtermittelhersteller Dr. Alder’s Tiernahrung

im thüringischen Camburg errichtet

Primagas jetzt seine erste LNG-Anlage

in Deutschland. Durch die Umstellung von

leichtem Heizöl auf LNG spart der Produktionsbetrieb

jedes Jahr umgerechnet mindestens

zehn Prozent seiner Energiekosten,

aktuell sogar 25 Prozent. Zusätzlich kann

das Unternehmen die Verdampfungskälte

von LNG nutzen, um Produkte zu kühlen

und die Klimaanlage zu entlasten, dadurch

können weitere 100.000 Euro eingespart

werden. Ergebnis: Bereits nach sechs Monaten

amortisiert sich hier die Investition.

Umweltschonend und zukunftssicher

Doch LNG trägt nicht nur dazu bei, die

Betriebskosten zu senken, sondern schont

auch die Umwelt: Bei der Verbrennung entsteht

kein umweltbelastender Feinstaub.

Außerdem ist der CO 2-Ausstoß im Vergleich

zu dem von anderen fossilen Brennstoffen

wie Heizöl um bis zu 30 Prozent geringer.

In puncto Versorgungssicherheit schneidet

LNG ebenfalls gut ab. Global betrachtet

gilt: Die weltweiten Gasvorkommen sind

zwei- bis dreimal höher als die Ölreserven,

somit ist eine langfristige Verfügbarkeit

gegeben. „Weltweit ist der LNG-Markt seit

2010 um rund 20 Prozent gewachsen“, sagt

Thomas Landmann. „In Westeuropa sind

insbesondere Spanien und Norwegen große

Abnehmerländer, jetzt steht Deutschland

an der Startlinie.“

Für viele Branchen lohnt sich der Wechsel

LNG eignet sich vor allem für Unternehmen,

die nicht an das öffentliche Erdgasnetz

angeschlossen sind. Grundsätzlich

gilt dabei die Faustformel:

Der Umstieg von Heizöl

auf LNG rentiert sich ab

einem Energiebedarf von

mehr als 3,5 Millionen

Kilowattstunden (kWh)

pro Jahr. Verflüssigtes Erdgas

ist als Prozessenergie

mit vielen Anlagentechniken

kompatibel und

eignet sich unter anderem

für Anwendungen

wie Dämpfen oder Trocknen – sei es in der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei

Tierfutterherstellern, Recyclingfirmen oder

Glasproduzenten. Die benötigte Technik

ist einfach und kompakt. Eine LNG-Anlage

besteht aus wenigen Komponenten und

findet auf nahezu jedem Betriebsgelände

Platz: Ein vollisolierter Vakuumtank dient

als Speicher für das LNG, ein Verdampfer

wandelt es vom flüssigen in den gasförmigen

Zustand zurück. Und ein Steuerungsmodul

überwacht den gesamten Ablauf.

Energiesparkonzepte nach Maß

Unternehmen, die den Wechsel von Heizöl

zu LNG in Betracht ziehen, sollten sich zunächst

umfassend informieren. Der Krefelder

Energieversorger Primagas bietet einen

Rundum-Service – von der ersten Beratung

über die Planung und Realisation bis hin

zur regelmäßigen Wartung und Betreuung.

„Uns ist es wichtig, nicht nur Lieferant

zu sein, sondern gemeinsam mit unseren

Kunden individuelle Energiesparkonzepte

zu entwickeln“, betont Thomas Landmann.

Weitere Informationen finden sich unter

www.lng.de und www.primagas.de

Ihr persönlicher Ansprechpartner:

Boris Ullrich

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Wirtschaft

Chinas Reformen – Deutschlands Profit

Der Drache setzt zum nächsten Höhenflug an!

Soeben hat China eine neue Phase seines

Wirtschaftswunders eingeläutet, und die

Deutschen werden davon besonders profitieren.

Montage: R. Eichner-Ernst / OPS Netzwerk GmbH / Buchcover: Anja Desch, F.A.Z.-Institut für

Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH, 60326 Frankfurt am Main

34

„Revolutionär“ nannte es die Bank of

America, die Credit Suisse spricht von

der „ehrgeizigsten Reform-Architektur

in der Geschichte der Volksrepublik“. Auf

der wichtigsten Reformtagung seit 20

Jahren beschloss die Kommunistische

Partei Mitte November 2013 eine radikale

Öffnung: Sie will staatliche Monopole

zerschlagen, mehr Branchen für

ausländische Unternehmen öffnen, die

Ein-Kind-Politik lockern und die Arbeitslager

abschaffen. Doch was haben die

Deutschen davon? Enorm viel, argumentiert

Christian Geinitz, Wirtschaftskorrespondent

der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung in Peking, in seinem Buch „Chinas

verborgene Schätze – Wie wir am

nächsten Aufschwung mitverdienen“.

Das Werk ist die erste Monographie

im internationalen Buchmarkt, die sich

mit den Reformbeschlüssen aus dem

November 2013 auseinandersetzt und

sie in den größeren Kontext des chinesischen

Strukturwandels einordnet. Von

diesen Entwicklungen werden nicht nur

etablierte Industrien wie der Automobilbau

profitieren, sondern auch deutsche

Konsumgüterhersteller, Anbieter

von Umwelttechnik oder Luxusartikeln.

Bianca Labitzke, Frankfurter Allgemeine

Buch, hat die jüngste China-Reise

der Kanzlerin zum Anlass genommen

und den Autor nach Deutschlands Rolle

im Westen Chinas befragt.

Dr. Geinitz, Bundeskanzlerin Angela

Merkel besucht am kommenden

Wochenende zum ersten Mal Chengdu,

die Hauptstadt der westchinesischen

Provinz Sichuan. Dr. Geinitz, Japaner,

Südkoreaner, Amerikaner, sie alle investieren

wie verrückt in Westchina. Wo

bleiben die Deutschen?

Geinitz: Die zuckeln noch hinterher, sind

aber im Kommen. Ich denke, dass die

Reise der Kanzlerin ein klares Signal aussendet:

Verpasst den Treck nach Westen

nicht!

Dass Frau Merkel Chengdu besucht, ist

eine clevere Wahl. Hier gibt es viel mehr

zu erleben als putzige Pandas und scharfes

Essen.

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Über das Buch:

n Chinas verborgene Schätze -

Wie wir am nächsten Aufschwung mitverdienen

311 Seiten, 24,90 Euro

Erschienen bei Frankfurter Allgemeine Buch

ISBN: 978-3-95601-027-9

P.T. MAGAZIN 5/2014

Zum Beispiel?

Geinitz: Die Stadt ist zu einem der wichtigsten

Standorte der Welt für die Informationstechnik

geworden, die meisten

iPads und iPhones stammen mittlerweile

aus dem chinesischen Binnenland.

Auch im Autobau spielt Westchina eine

immer wichtigere Rolle. Volvo, das ja den

Chinesen gehört, hat in Chengdu sein

erstes Werk außerhalb Europas eröffnet.

Auf deutscher Seite ist Volkswagen

ein Pionier in der Stadt. Seit die

Wolfsburger da sind, steigt die Zahl der

deutschen Zulieferbetriebe in Westchina

rasant. Ich sehe Absatzmöglichkeiten für

die Hersteller von Konsum- und Kapitalgütern

gleichermaßen. Egal, ob man

Kühlschränke verkaufen will oder Werkzeugmaschinen:

Die Chinesen in den

westlichen Landesteilen lecken sich die

Finger nach westlichen, nach deutschen

Produkten.

Was ist so interessant an Westchina?

Geinitz: Hier liegen Chinas künftige Märkte.

Westchina ist doppelt so groß wie

Indien und hat so viele Einwohner wie

die USA.

Größe ist ja nicht alles...

Geinitz: Richtig, aber weil hier die Wertschöpfung

und die Einkommen viel

schneller steigen als im Rest des Landes,

können sich die Leute auch immer mehr

leisten. Anders als in Ostchina sind die

Märkte noch lange nicht gesättigt, die

Nachfrage entsteht gerade erst. Deshalb

sollte man als „First Mover“ präsent sein!

Für Unternehmen gibt es genügend

bezahlbare Arbeitskräfte, nämlich genau

die Menschen, die früher als Wanderarbeiter

an die Küsten ziehen mussten.

Sie bleiben aber lieber in ihrer Heimat,

auch wenn sie dort weniger verdienen.

Die Lohnkosten sind im Westen um 15

bis 20 Prozent geringer als in Ostchina,

ähnliches gilt für Land und Energie.

Sie schreiben von „ungehobenen Schätzen“

in China, welche meinen Sie da?

Geinitz: In Westchina auch ganz konkrete

Schätze, nämlich die Bodenschätze.

Hier liegen wertvolle Rohstoffe, zum

Beispiel Gas, Kohle, Erz, Seltene Erden.

Was kaum jemand weiß: China hat die

weltgrößten Vorkommen an Schiefergas.

Was das für Kräfte freisetzen kann,

machen gerade die USA vor, wo das

Fracking die Energieversorgung revolutioniert

hat.

Das Hinterland treibt also China künftig

vorwärts, die zweitgrößte Volkswirtschaft

der Welt?

Geinitz: Nicht allein, aber es wird ein

immer wichtigerer Motor. Das ist gerade

das Vielversprechende und Spannende

an der Konstellation: Das alte industrielle

Wachstumsmodell kann in Westchina

noch viele Jahre lang fortgesetzt

werden, während China an der Ostküste

den Strukturwandel vorantreibt. Dort

setzt man auf High-Tech, auf Dienstleistungen,

auf Innovationen, ganz wie

in den entwickelten Volkswirtschaften.

Wenn dieser doppelte Weg zum Wohlstand

gelingt, dann muss uns um Chinas

Zukunft nicht bange sein.

Der Untertitel Ihres Buches lautete:

„Wie wir am nächsten Aufschwung mitverdienen“.

Wie passen deutsche Unternehmen

in diesen Strukturwandel?

Geinitz: Immer dann, wenn sie etwas

anzubieten haben, das die Chinesen

brauchen. Nehmen Sie Umweltschutz

und Energietechnik. Chinas Führung

muss der Bevölkerung zeigen, dass sie

es ernst meint im Kampf gegen die

bestialische Luftverschmutzung. In

wenigen Jahren will sie einen eigenen

Wirtschaftszweig für die „Grüne Wirtschaft“

hochziehen, der so groß sein

soll wie Chinas riesige Textilindustrie.

Schnelle Lösungen müssen her, zum Beispiel

in der Gebäudedämmung oder im

Kraftstoffversbrauch. Solche Techniken

kommen vor allem von den Weltmarktführern

aus Deutschland. Wenn die Wirtschaftsbeziehungen

so eng bleiben, wie

sie in den vergangenen Jahren waren,

dann wird Deutschland wie kein zweites

Land von Chinas wachsendem Reichtum

profitieren können. ■

Vielen Dank für das Gespräch!

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Foto: AlexanderStein / pixabay.com / Public Domain CC0

Wirtschaft

38

Zu tiefe Einblicke

Durch elektronische Prüfungsmethoden bleibt den Finanzbehörden kaum etwas

verborgen. Unternehmen sollten Vorkehrungen treffen, um die Einblicke des

Fiskus auf das Notwendige zu begrenzen

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Die Finanzbehörden setzen verstärkt

auf moderne Technik und forcieren

elektronische Betriebsprüfungen. Viele

Unternehmen sind auf digitale Prüfungsverfahren

noch nicht hinreichend

vorbereitet, registriert der Bundesverband

der Bilanzbuchhalter und Controller

e.V. (BVBC). Wer sich nicht auf die

neuen Methoden einstellt, riskiert Nachteile

in der steuerlichen Beurteilung von

zentralen Geschäftsvorgängen. Gerade

mittelständische Unternehmen sollten

die Ablage und Archivierung digitaler

Dokumente auf den Prüfstand stellen.

Weniger Sorgfalt bei elektronischen

Dokumenten

Die elektronische Steuerprüfung stattet

die Finanzbehörden mit neuen Möglichkeiten

aus. Betriebsprüfer dürfen Daten

an einem firmeneigenen PC durchforsten

und bei Bedarf auch Unterlagen

auf einem Datenträger mitnehmen. Sie

können Dokumente nicht nur stichprobenartig,

sondern mit speziellen Analyseprogrammen

umfassend prüfen und

statistisch auswerten. Auch ehrliche

Steuerzahler geraten bei einer elektronischen

Betriebsprüfung leicht ins

Hintertreffen. Es drohen unerwünschte

Einblicke in Unternehmensinterna oder

Nachfragen zu Vorgängen, die eigentlich

nicht prüfungsrelevant sind. Schnell

P.T. MAGAZIN 5/2014

2007

Preisträger

„Großer Preis des Mittelstandes“


19 Mrd. Euro

P.T. MAGAZIN 5/2014

wurden allein im

Jahr 2012 bei

Betriebsprüfungen

erbeutet.

kommt es zu nachteiligen Bewertungen

der Finanzbehörden, die hohe Steuernachzahlungen

nach sich ziehen.

Viele Unternehmen gehen mit elektronischen

Dokumenten nicht so sorgfältig

um wie mit Papierbelegen. Digitale

Geschäftskorrespondenz verleitet bisweilen

zu einem lockeren Umgangston.

Wie Papierbelege sollten sich digitale

Daten auf eine sachliche Darstellung

konzentrieren und nicht unbedacht Vertrauliches

Preis geben. „Betriebsprüfer

dürfen alle Daten verwerten, die ihnen

zugänglich sind“, warnt Axel Uhrmacher,

Vizepräsident des BVBC. „Steuerpflichtige

müssen selbst dafür Sorge tragen,

dass der Zugriff auf steuerlich relevante

Daten beschränkt bleibt.“

Steuernachzahlungen drohen

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn

die Rechnungslegung zusätzlich nach

den International Financial Reporting

Standards (IFRS) erfolgt. Denn die Nutzungsdauer

von Wirtschaftsgütern

wird unter Umständen in Handelsbilanz,

Steuerbilanz und IFRS-Abschluss

unterschiedlich gehandhabt. Während

die IFRS bei einem Wirtschaftsgut von

einer Nutzungsdauer

von 15 Jahren

ausgehen können,

beträgt die

Nutzungsdauer in

der Handelsbilanz

oder Steuerbilanz

unter Umständen

nur acht Jahre. Aus

einer unterschiedlichen

Nutzungsdauer

resultiert

ein unterschiedlich

hoher Abschreibungsaufwand.

Bekommt ein

Betriebsprüfer

IFRS-Unterlagen

zu Gesicht, die eine

Bekommen wir amerikanische Verhältnisse?

http://de.statista.com/

längere Nutzungsdauer aufzeigen, wird

er möglicherweise Anpassungen in der

Steuerbilanz fordern. Unter Umständen

wird der gewinnmindernde Abschreibungsaufwand

dann über mehrere Jahre

rückwirkend reduziert, was erhebliche

Steuernachzahlungen zur Folge hat.

Deshalb sollten Unternehmen bei einer

Betriebsprüfung keine internationalen

Jahresabschlüsse zugänglich machen,

solange sie nicht prüfungsrelevant sind.

Klare Regeln verhindern unliebsame

Überraschungen

Wie können sich Unternehmen vor unerwünschten

Einblicken bei einer elektronischen

Steuerprüfung schützen? Firmen

sollten klare Regeln für die digitale

Dokumentenablage definieren und konsequent

einhalten. Gerade bei kleinen

und mittleren Unternehmen besteht

hier noch ein großer Nachholbedarf. Von

Vorteil ist eine gemeinsame Abstimmung

zwischen Geschäftsleitung, IT-

Abteilung und den steuerlichen Beratern.

„Datenschnittstellen erfordern ein

besonderes Augenmerk“, betont BVBC-

Experte Uhrmacher. „Nicht prüfungsrelevante

Dokumente wie Personalunterlagen

oder Auftragsbücher sollten

durch spezielle Zugriffsrechte geschützt

werden.“ Wer sich gut vorbereitet, kann

auch die elektronische Steuerprüfung

positiv beeinflussen. n


Freunde für den gelben Engel

Laut aktuellen Zufriedenheits-Studien haben ADAC und Umweltorganisationen

die meisten Fans. Kirchen und Kammern liegen hier auf den hinteren Rängen

Wirtschaft

40

Deutschland gilt als „Verbändestaat“,

fast jeder Deutsche ist im Laufe seines

Lebens mindestens Mitglied in einem

Verband, sei es ein Sportverein, ein

Arbeitgeberverband oder eine Gewerkschaft.

Seit Jahren kämpfen deutsche

Verbände, Vereine, Parteien und Kammern

verzweifelt gegen Mitgliederaustritte

an, und auch der Wettbewerb

innerhalb der verschiedenen Organisationen

wird immer härter. Die Benchmarkstudie

„Fanfocus Deutschland: Verbände

2014“ der forum! Marktforschung

GmbH in Mainz hat nun den Einfluss

der emotionalen Bindung auf das

Mitgliederverhalten untersucht

und die Fanquoten einzelner

Verbände ermittelt.

Besonders gut schnitt

dabei überraschenderweise

ein Verband

ab, der in den

letzten Monaten

eher für Negativschlagzeilen

gesorgt hat: der

ADAC.

60 Prozent

der Befragten

hatten bereits

Austrittsgedanken

In der Studie wurden

1.772 Mitglieder aus 15

übergeordneten Organisationstypen

repräsentativ befragt,

darunter Umwelt-, Sozial- und Verbraucherschutzverbände,

Arbeitgeberverbände,

Gewerkschaften, Automobilclubs,

Kirchen und Sportvereine.

Das erschreckende Ergebnis: 60 Prozent

der Befragten hatten schon einmal

Austrittsgedanken, darunter auch

Mitglieder, die mit den Leistungen des

Verbandes per se zufrieden sind. Vor

diesem Hintergrund hat forum! Marktforschung

das herkömmliche Modell der

Beziehungsanalyse, welches nur auf der

Säule der Mitgliederzufriedenheit aufbaut,

weiterentwickelt und um emotionale

Faktoren der Mitgliederbindung

wie Weiterempfehlungsbereitschaft,

Vertrauen und dauerhafte Mitgliederbindung

erweitert. Nach diesem Schema

lassen sich Mitglieder nun in eine Typologie

übertragen, über die Mitgliederverhalten

zuverlässig vorausgesagt werden

kann.

Fans sind die wertvollsten Werbebotschafter

des Verbandes

Die attraktivste Mitgliedergruppe für Verbände

sind „Fans“, die gleichzeitig hochzufrieden

und sehr emotional gebunden

sind. Sie gestalten Prozesse aktiv mit,

engagieren sich häufiger ehrenamtlich

und sind bereit, höhere Mitgliedsbei-

Der ADAC im Aufwind. Trotz schlechter

Presse hat der Verein reichlich Zulauf.

600.000

Vereine existieren in Deutschland.

Größter Verein des Landes

ist der ADAC mit etwa

18 Millionen Mitgliedern.

träge zu zahlen. Jeder zweite Fan gibt

an, seinem Verband selbst dann treu zu

bleiben, wenn hohe Repräsentanten der

Organisation wegen Fehlverhalten massiv

in der öffentlichen Kritik stehen würden.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal,

das den enormen Wert der Fans

unterstreicht, ist ihre hohe Weiterempfehlungsbereitschaft.

Auf diese Weise

fungieren sie quasi als unbezahlte Werbebotschafter

und Promotoren im

Rahmen einer effektiven Neumitgliedergewinnung

und

ermöglichen es dem Verband,

als Interessenvertretung

zu wachsen

und dadurch

mehr politisches

Gewicht zu

bekommen.

„Gerade vor dem

Hintergrund

dieses positiven

Effekts sind Investitionen

in die

emotionale Bindung

der Bestandsmitglieder

deutlich

effektiver als kostspielige

und wenig Erfolg versprechende

Werbekampagnen,

die in der Verbandswelt leider häufiger

vorzufinden sind“, führt Stefan

Eser, Bereichsleiter Mitgliederforschung

bei forum! Marktforschung und wissenschaftlicher

Leiter der neuen Benchmarkstudie,

aus.

Dem Idealtypus „Fan“ und den Sympathisanten,

die in der Studie 36 Prozent

Mitgliederanteil ausmachen, und

auf etwas niedrigerem Niveau als die

Fans zufrieden und gebunden sind, stehen

die sehr unzufriedenen und ungebundenen

„Terroristen“ gegenüber, zu

denen in der Studie insgesamt 13 Pro-

Foto: ADAC

P.T. MAGAZIN 5/2014


P.T. MAGAZIN 5/2014

zent der Mitglieder gehören. Mit dieser

provokativen Bezeichnung wolle man

diese Mitglieder keinesfalls diskreditieren,

stellt Eser klar. Es handele sich

vielmehr um einen Hinweis auf den

erheblichen Imageschaden, den diese

Gruppe anrichten kann: 41 Prozent der

in der Studie identifizierten „Terroristen“

haben schon mindestens einmal jemandem

aktiv von einer Organisation abgeraten.

ADAC meistert Krise dank

guter Fanquote

Die Studie belegt

deutlich, dass insbesondere

die

Verbände gut

abschneiden,

die sich für

das „Schöne“

und „Positive“

einsetzen.

So

verfügen die

Umwelt- und

Naturschutzorganisationen

wie

Greenpeace, NABU

oder WWF und auch

die ideellen bzw. gesellschaftspolitischen

Vereinigungen

wie amnesty international

oder die Welthungerhilfe mit 44 bzw.

35 Prozent Fans insgesamt über sehr

stabile Mitgliederbeziehungen. Auch

Sportvereine und Automobil- und Verkehrsclubs

wie der ADAC sind mit 41 bzw.

45 Prozent Fan-Anteil gut aufgestellt

und punkten vor allem mit ihrem Service-

und Dienstleistungsangebot. „Nur

so lässt es sich auch erklären, warum

der ADAC Medienberichten zufolge aufgrund

der jüngsten Krise netto nur ca.

„Die Pflichtmitgliedschaft per

Gesetz steigert bereits deutlich

die Erwartungshaltung

und führt natürlich dazu,

dass gegebenenfalls sogar

gute Leistungen schlicht

kritischer bewertet werden“

15.000 Mitglieder verloren hat. Denn auf

ca. 385.000 Menschen, die dem ADAC in

der ersten Hälfte des Jahres den Rücken

gekehrt haben, kamen im gleichen Zeitraum

ca. 370.000 Menschen, die den

Weg zum ADAC als Neumitglied gefun-

„Echte Liebe“ – die „gelbe Wand“ in

Dortmund ist ein Sinnbild für Vereinstreue

und Fan-Leidenschaft.

den haben“, so Eser. „Dadurch ist der

erste Netto-Mitgliederverlust seit 15 Jahren

für den ADAC zwar schmerzlich, aber

nicht existenzbedrohend.“

Kirchen und Kammern haben

kaum Fans

Viele Verbände scheinen den Dienstleistungscharakter

allerdings immer noch

zu vernachlässigen. Ein schlechtes Zeugnis

stellen die Mitglieder den Verbänden

dabei insbesondere bezüglich ihrer

Kernkompetenz, der Interessenvertretung,

aus: Fast die Hälfte der Mitglieder

fühlt sich nicht genug in Entscheidungsprozesse

involviert, 4 von 10 Befragten

bemängeln die interne Kommunikation.

Auch bei der Beschwerdebearbeitung

lassen Organisationen stark zu wünschen

übrig: Gerade einmal 44 von 100

Punkten vergeben die Beschwerdeführer

im Verbandsschnitt bei der Zufriedenheit

mit der Beschwerdebearbeitung.

Am schlechtesten

schnitten in der Studie

die Organisationen

ab, bei denen man

qua Geburt beziehungsweise

durch gesetzlichen

Auftrag

Mitglied ist. Sie

schaffen es laut

Mitgliederurteil

nicht, ihre

Existenz durch

Leistung zu legitimieren.

Dies ist der

Grund dafür, dass die

Kirche und die Kammern

mit Pflichtmitgliedschaften,

wie die Industrie- und Handelskammern

und die Handwerkskammern,

nicht einmal zweistellige Werte beim

Fan-Anteil erreichen. „Die Pflichtmitgliedschaft

per Gesetz steigert bereits

deutlich die Erwartungshaltung und

führt natürlich dazu, dass gegebenenfalls

sogar gute Leistungen schlicht kritischer

bewertet werden“, kommentiert

Eser diese verheerenden Ergebnisse. ■

Info

Foto: © Christopher Neundorf/

Wikimedia Commons

n forum! Marktforschung wurde 1996

als inhabergeführtes Marktforschungsund

Beratungsunternehmen mit Sitz

in Mainz gegründet. forum! Marktforschung

ist spezialisiert auf die Analyse

und Optimierung des Beziehungsmanagements.

Typische Studien sind

Mitglieder-, Kunden- und Mitarbeiterbefragungen,

Markenstudien und

Zielgruppenanalysen.

Weitere Informationen rund um die

Studie finden Sie unter

www.forum-mainz.de/erfolgswissen/

fanfocus-deutschland-verbaende


Last Exit „Mea Culpa-Strategie“

Hatte Christian Wulff noch eine Chance, sein Image zu retten? Ich glaube ja.

Wirtschaft

42

Kann man in einer fortgeschrittenen

öffentlichen Image-Krise irgendwann

das Ruder noch einmal herumreißen?

Ja, ich nenne das Mittel „Mea Culpa-

Strategie“. Was heißt das?

Mea Culpa (lateinisch meine Schuld)

sind Worte, die seit dem 11. Jahrhundert

im Schuldbekenntnis der katholischen

Liturgie gesprochen werden: „Confiteor

… quia peccavi nimis cogitatione, verbo,

opere et omissione: mea culpa, mea

culpa, mea maxima culpa …“

Der deutsche Text lautet: „Ich

bekenne … ich habe gesündigt in Gedanken,

Worten und Werken durch meine

Schuld, durch meine Schuld, durch

meine große Schuld …“ Beim Sprechen

schlagen sich die Gläubigen an die Brust.

Die berühmteste Mea Culpa-Geste

der jüngeren deutschen Geschichte war

1970 Willy Brandts eindrucksvoller „Kniefall

von Warschau“. Ob diese Geste spontan

erfolgte oder aus politischem Kalkül,

werden wir nie erfahren. Sie hatte

jedenfalls Folgen und steht bis heute für

die erfolgreiche Versöhnung mit Polen,

dessen Bevölkerung allen Grund hatte,

unversöhnlich zu bleiben.

Die übliche gängige Imagekrise

einer Persönlichkeit oder eines Unternehmens

ist selbstverständlich nicht

vergleichbar mit der Dimension jener

Schuld, die Deutschland im Krieg gegen

Polen auf sich geladen hat. Doch mir

geht es hier viel mehr um die gewaltige

positive Energie, welche eine Demutsgeste

freisetzen kann. Wer hätte seinerzeit

gedacht, dass es jemals wieder und noch

dazu so rasch zu einem freundschaftlichen

Verhältnis zwischen Opfer und

Täter kommen kann?

Exekution auf mittelalterlichen

Marktplätzen

Verlassen wir die große Geschichte und

wenden uns den Krisen des Alltags zu,

in denen die Grenze zwischen Schuld

und Unschuld in einer nebeligen Grauzone

verläuft. Ein Unternehmen verkauft

fehlerhafte Produkte und wird von

einem Shitstorm heimgesucht. Ein stolzer

Geschäftsmann erleidet Schiffbruch

und kassiert mediale Häme. Ein Politiker

stürzt über eine Affäre. Das Geschäftsmodell

der meisten großen Massenmedien

funktioniert wie ein mittelalterlicher

Marktplatz. Es gibt Klatsch, jede Menge

feiste Früchte. Ab und an eine Exekution,

die mit viel Trommelwirbel angekündigt

wird. Im verstörenden Werk „Masse

und Macht“ von Elias Canetti beschreibt

der Literaturnobelpreisträger die Dynamik

entfesselter Menschenmengen und

konstatiert sie als eine Eigenschaft der

Masse: „Die Masse braucht eine Richtung.“

Ich ergänze: Hin-Richtung. Dazu

braucht man natürlich einen spektakulären

Fall, einen „Schuldigen“. Der ist

stets rasch gefunden.

Wir sind hier die Bank,

weil wir in der Region

für unseren Mittelstand

da sind.

Sünder ohne Sünden

Die Schuldfrage klammere ich hier

bewusst aus. Die Öffentlichkeit braucht

keine Beweise, sie urteilt aus dem Bauch

heraus. Und oft wird alles noch schlimmer

für den, der die Schuld von sich

weist. Ich möchte sogar so weit gehen,

dass es vernünftiger sein kann, eine

Schuld einzugestehen, wo eigentlich gar

keine ist.

Es gibt einen Moment in der öffentlichen

Krise, wo kein Bestreiten mehr

hilft, jede Gegenanschuldigung ins Leere

läuft und Unschuldsbekundungen nur

mehr lächerlich wirken. Das Urteil der

öffentlichen Meinung senkt sich wie das

Beil des Scharfrichters gen Nacken eines

Beschuldigten. Jetzt ist der Augenblick

gekommen, die letzte Karte zu ziehen

- die „Mea Culpa-Strategie“. Ich habe

Fehler gemacht, ich bereue, ich bitte

um Entschuldigung. So einfach geht die

„Mea Culpa-Strategie. Die muss natürlich

gemeinsam mit einem guten Berater

Wort für Wort wohlüberlegt sein. Manch

schlauer Mensch gibt zu, was er niemals

getan hat und verschleiert damit, was

besser im Verborgenen bleibt.

P.T. MAGAZIN 5/2014


Über den Autor

KAS/ACDP 10-031 : 60009 CC-BY-SA 3.0 DE /

Wikimedia Commons

Vom Hoffnungsträger zur Witzfigur: Christian Wulff.

Foto: Marco Verch wuestenigel / Flickr.com / CC BY 2.0

Krisenfest dank „Mea Culpa“

Die „Mea Culpa-Strategie“ ist überraschend

wirksam. Warum? Ganz einfach:

Medienunternehmen sind vorsichtig

geworden, seitdem sie selbst zum Ziel

öffentlicher Empörung werden. Sie sind

nicht mehr unangreifbar. Es gab einen

Moment – viel mehr: ein weit offenes

Zeitfenster – im Zuge der „Affäre Wulff“,

als immer mehr Stimmen meinten, ES

REICHT. Das hätte Wulff nutzen können,

um sich elegant aus dem Schlaglicht zu

ziehen, vielleicht sogar auf einer Sympathiewelle

davonzureiten. Und irgendwann

wiederzukommen. Leider hat er

das verpasst. Warum auch immer. Und

mit absurden Verschwörungstheorien

noch verschlimmert. Die „Mea Culpa-

Strategie“ ist der Fallschirm, der vor dem

Absturz rettet, wenn nicht mehr viel

Ansehen zu verlieren ist. So mancher

hat sich auf diese Weise Zeit und Ruhe

erkauft und eine Krise bewältigt. ■

Marcus Johst

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siebental | GALERIE, Rothenthaler Str. 4, 09526 OLBERNHAU, www.siebental.de

n Marcus Johst, ist Experte für Kommunikationskrisen

und Inhaber der

Societät für strategische Medienberatung.

Er war als Journalist u.a. für

die Hamburger Morgenpost und das

Magazin Gala tätig.

Das Mea culpa des

Papstes

Im Heiligen Jahr, am

12. März 2000 sprach

der Papst Johannes

Paul II. ein „Mea culpa“

für die Kirche wegen

Justine Joy T A, CC-BY-SA 3.0,

Wikimedia Commons

ihrer Verfehlungen

wie Glaubenskriege,

Judenverfolgungen

und Inquisition aus.

Eine Million Menschen waren auf

dem Petersplatz dabei. Das war zweifellos

ein historischer Akt. Natürlich hatte

auch der inzwischen heilig gesprochene

Papst Johannes Paul II. seine Kritiker.

Hans Küng warf ihm vor, in innerkirchlichen

Angelegenheiten „die Menschenrechte

von Frauen und Theologen unterdrückt“

zu haben; „der zwiespältigste

Papst des 20. Jahrhunderts“ tauge nicht

als Vorbild. Für Bernard Fellay von der

Priesterbruderschaft St. Pius X. und

andere Ultrakonservative sind gerade

die „zahlreichen Zeremonien der Vergebungsbitte“

wie die Mea culpa oder das

„Küssen des Korans“ am 14. Mai 1999

die „ärgerniserregendsten“ Unternehmungen

Johannes Pauls II.


„Der Wohlfahrtsstaat“:

Gottvater Staat und sein Ende

Seit Jahrhunderten wächst der Wohlfahrtsstaat trotz

aller Kritik. Die Rechnung folgt auf dem Fuß

Bild: Public Domain/ Wikimedia Commons

Wirtschaft

44

Im Sommer des Jahres 1985 reiste ich

durch die Normandie. Bei einem Zwischenstopp

an der Westküste fiel mir ein

eigenartiger Baum auf. Er stand, inmitten

zweier Erhebungen, direkt im auflandigen

Wind. Sein ganzer Wuchs hatte

sich dem dort schier ununterbrochenen,

einseitigen Sturm ergeben.

Ich hatte schon seit einigen Jahren

nicht mehr an dieses imposante Bild

von damals gedacht. Eigenartigerweise

erinnerte mich die Lektüre von Gerd

Habermanns Buch über den Wohlfahrtsstaat

aber nun genau an diesen Eindruck.

Denn in der Gesamtschau seiner

Darstellung wurde mir klar: Die ganze

deutsche Gesellschaft ist mit all ihren

Institutionen, mit ihren prägenden

Organisationen und – nicht zuletzt – mit

ihren stets wiederholten öffentlichen

Glaubenssätzen, seit Jahrhunderten

schräg und schief in einen wohlfahrtsstaatlichen

Wind hineingewachsen. Der

kontinuierliche, einseitige staatliche

Druck hat die Gemeinschaft von ihren

Wurzeln bis in die Blätter gestaltet und

geprägt.

Gerd Habermann zeichnet die

Geschichte des deutschen Wohlfahrtsstaates

nicht nur in ihren wesentlichen

Grundzügen nach. Seine Darstellung

geht weit tiefer. Er schöpft nämlich nicht

aus hunderten, sondern buchstäblich

aus mehr als tausend Quellen. Genau

so nämlich lässt sich der empörte Atem

der Kritiker des Wohlfahrtsstaates seit

dem 18. Jahrhundert bis heute am lebendigsten

vernehmen.

Die tonangebenden politischen

Denker des 18. Jahrhunderts glaubten,

den durch die Aufklärung absehbaren

Niedergang der Staatslegitimation

durch ein Gottesgnadentum auffangen

zu müssen und auffangen zu

können. Ihnen schien es die Aufgabe

des Staates zu sein, allgemeines Glück

durch eine durchorganisierte Staatsmaschine

gewährleisten zu sollen. Da der

einzelne aufgrund falscher individueller

Vorstellungen und Bedürfnisse in unzutreffende

Richtungen laufen könnte,

war es ihnen ein Anliegen, jedermann

staatlicherseits zum gemeinen Besten

zu zwingen. Folgerichtig schien ihnen

legitim, jeden einzelnen Menschen wie

ein krankes Kind durch den staatlichen

Vormund zu seinem und der Allgemeinheit

Nutzen zu lenken. Globalsteuerung,

Foto: Richard Matthews Richard_of_England /

Flickr.com/ CC BY 2.0

Auch der stärkste Baum gerät in Schieflage

und stürzt um, wenn er immerfort

einseitig belastet wird.

nicht zuletzt durch ein staatliches Geldmonopol,

sollte störende Konkurrenz

ausschalten. Zur geistigen Homogenisierung

der Untertanen und zur Herausbildung

gemeinschaftsdienlicher Wünsche

wurde die Schulpflicht erdacht. Freigeistigkeit,

der kritische Kommentar gegen

derlei moralische Planwirtschaft, musste

folgerichtig als politisches Verbrechen,

als sozialschädliche Gefahr, erscheinen.

Friedrich der Große hielt alle in Schach

und wies jedem zu, was ihm gebührte.

Gegen diesen strammen Staatsapparat

mit seinen scheinbar moralisch

hochstehenden Zielen zu argumentieren,

war demnach schon im 18. und 19. Jahrhundert

eine herausfordernde Aufgabe.

Gleichwohl brillierten die besten Köpfe

dieser Zeit bereits mit beeindruckenden

Argumenten, die – bis heute! – nichts an

ihrer Schlagkraft verloren haben. Justus

Möser pries die Segnungen der Dezentralisation,

Johann Gottfried Herder die

freie Konkurrenz. Johann Wolfgang von

Goethe erkannte den Unsegen der Allgemein-

und Kollektivbegriffe, die letztlich

nur „Wortschwälle“ seien. Wilhelm

von Humboldts Klarstellung, dass satte

Sklaven kaum je eine freie Gesellschaft

gestalten würden, mündeten sodann

geradezu organisch in die Erkenntnis

Immanuel Kants, dass jedermann sein

eigener, individueller Eigentümer mit

eigener, individueller Würde sei, weswegen

es auch ein objektives, allgemeines

gleiches Glück für alle nicht gebe.

Intellektuell weiter befreit durch

die Vorarbeiten Adam Smiths erwuchs

dann auch in Deutschland – für kurze

Zeit – die Chance für ein freies Gemeinwesen,

ohne bevormundende, anmaßende

obrigkeitsstaatliche Totalregulierung

aller Lebensbereiche. Doch die

Verlockungen eines Staates, erobert von

mächtigen Interessengruppen, der die

Wirtschaft mit allen politischen und

juristischen Zwangsmitteln gängelt und

nutzt, waren offenbar zu groß. Der „Verein

für Socialpolitik“ brachte ab 1872

wieder diejenigen „Kathedersozialisten“

hervor, die dem starken Interventionsstaat

zur allgemeinen Beglückung das

P.T. MAGAZIN 5/2014


P.T. MAGAZIN 5/2014

machtvolle Wort redeten. Die geistigen

Wegbereiter des „modernen Wohlfahrtsstaates“

traten auf den Plan. Dezentral

organisierte Selbsthilfe, wie sie beispielsweise

Hermann Schulze-Delitzsch

oder Friedrich Wilhelm Raiffeisen

ermöglichen wollten, blieb geringgeschätzt.

Dezentrale Aufgabenerfüllung

geriet schließlich sogar zur gesetzlichen

Aufgabe für die Selbstverwaltung.

Die endgültige Rolle rückwärts in

den friderizianischen Bevormundungsstaat

bewirkte und vollzog dann Otto

von Bismarck. Sein machtpolitisches

Glanzstück bestand darin, in einem Akt

sowohl die Sozialisten jener Zeit parteipolitisch

zu besiegen als auch seinen

preußischen Staat zu stärken. Die politische

Gefahr eines unabhängigen Arbeiters

mit privatem Eigentum und dezentral

selbstorganisierter Schutzmacht war

mit den demagogischen Mittel cäsarischer

Sozialpolitik gebannt. Aus puristischen

Liberalen – „entschiedenen

Liberalen“,

wie Gerd Habermann

sie nennt – wurden allzu

oft Kompromissliberale,

die einem „dritten Weg“

zwischen Kommunismus

und Laissez-Faire das

Wort redeten. Wie sich

doch die Debatten gleichen!

Der Sparwille der

vermeintlich staatlich

abgesicherten Arbeiter

wurde geschwächt.

Bestochen mit neuen

Almosen aus den ihnen

zuvor selbst zwangsweise

genommenen

Arbeitsentgelten blieben

sie ruhig und wähnten

sich gut regiert.

Diese Art des Neo-

Bundesarchiv, Bild 183-R68588 /

CC-BY-SA/ Wikimedia Commons

Das Zuckerbrot mit dem

Bismarck regierte, wurde

für den Staat und seine

willigen Jünger immer

mehr zur Peitsche.

Absolutismus entwickelte

sich fortan immer

weiter zu einem sozialen Königtum

und von dort in die soziale Demokratie.

Die Staatsquote stieg unaufhaltsam

und die thematischen Landnahmen des

Wohlfahrtsstaates entwickelten sich

emsig voran. Aus Deutschland flog der

Funke der Staatsinterventionen um die

Welt. 1942 versprach die Atlantik-Charta

bereits insgesamt „Freiheit von Mangel

und Freiheit von Furcht“ und seit

1948 will die Allgemeine Erklärung der

Menschenrechte jedem Menschen einen

Rechtsanspruch auf diejenige Lebenshaltung

verschaffen, „die seine und seiner

Familie Gesundheit und Wohlbefinden

einschließlich Nahrung, Kleidung,

Über das Buch

n Der Wohlfahrtsstaat – Ende einer Illusion

480 Seiten, 19,99 Euro

Erschienen bei FinanzBuch Verlag,

München 2013

ISBN 978-3-89879-800-6

Wohnung, ärztliche Betreuung und der

notwendigen Leistungen der sozialen

Fürsorge gewährleistet“ und „er hat das

Recht auf Sicherheit im Fall von Arbeitslosigkeit,

Krankheit, Invalidität, Verwitwung,

Alter oder vor anderweitigem

Verlust seiner Unterhaltsmittel durch

unverschuldete Umstände“.

Dass derart hehre Ziele und ehrgeizige

Aufgaben einer robusten und

mächtigen Organisation zu ihrer Herbeiführung

und Sicherstellung bedürfen,

liegt auf der Hand.

Die Große Gemeinschaft

Aller braucht einen hohen

Grad der Durchbürokratisierung.

Und jene Kräfte,

die sich den Staat zu ihrer

Interessendurchsetzung

erobert haben, wissen

diese Instrumente ersichtlich

bestens zu nutzen. Der

Wohlfahrtsstaat ist bis auf

weiteres machtvolle Realität.

Seine Kritiker werden

bei ihrer Überzeugungsarbeit

zwei Argumente in

den Mittelpunkt stellen

können: Zum einen den

Über den Autor

n Carlos Alexander Gebauer ist

Rechtsanwalt, Publizist und

Schriftsteller. Seit 1995 verfasst

er gesellschaftspolitische und

juristische Texte, u.a. für die Zeitschrift

eigentümlich frei.

gedachten Endzustand

des Wohlfahrtsstaates

selbst, zum anderen die

paradoxe Machtlage, in

der dieser Staat sich selbst

befindet.

Was nämlich wäre – zum Ersten –

der tatsächliche Endzustand eines Wohlfahrtsstaates,

der gegen alle privaten

Widerstände gesiegt haben würde? Er

wäre geprägt von einer ganz gegenwartsfixierten

und damit lebensunwirklichen

Befindlichkeit, wie sie sich in

entsprechenden Staaten weltweit schon

heute beispielsweise durch niedrigste

Geburtenraten manifestiert. Ohne Nachkommen

nimmt eine solche Gesellschaft

sich jedoch nicht nur ganz greifbar die

Zukunft, sondern – im täglichen Jetzt –

auch alle Hoffnung, alles Hinzielen auf

etwas und alles Hinstreben nach etwas,

folglich jeden Lebenssinn, jede Lebensfreude

und jede Möglichkeit für persönliche

Entwicklungen. Es liegt nahe, dass

eine Gesellschaft, die aus derart seelisch

leeren Individuen bestünde, auf Dauer

nicht einmal ihr schon erreichtes Wohlstandsniveau

würde halten können.

Darüber hinaus kommt – zum Zweiten

– der Staat, der sich aus einer neutralen

Schiedsrichter- in eine parteinehmende

Mitspielerrolle hat entführen

lassen, in paradoxe Verstrickungen. Spätestens

dann nämlich, wenn er auch den

letzten Lebensbereich erobert hat, steht

er allüberall zwangsläufig sich selbst

als Gegner gegenüber. Absolut zu sein,

ohne sich selbst zu widersprechen, ist

göttlichen Erscheinungen vorbehalten.

Vollkommenheiten dieser Art gehören

nicht zu den Möglichkeiten eines Wohlfahrtsstaates,

der schließlich nach allem

– noch immer – reines Menschenwerk ist.

Liberale – entschiedene Liberale

zumal! – werden diese Perspektiven zu

erläutern haben. Und sie sollten bei diesen

Debatten siegesgewiss sein. Über

die Kathedersozialisten um Gustav

Schmoller herum stellt Gerd Habermann

nämlich fest: „Bemerkenswert ist

die begeisterte Siegesgewissheit dieser

Männer“. In der Tat! Siegen kann nur der,

der zuerst auch an seinen Sieg glaubt

und von seinem Sieg überzeugt ist. Was

hindert die Freunde der Freiheit, die Verteidiger

der Eigenwürde, die Verfechter

der Selbstbestimmung und die Gegner

der Staatsplanwirtschaft daran, siegesgewiss

zu sein? Habermann schreibt:

„Für unreformierbar gehaltene totalitäre

Gesellschaften der Gegenwart sind

unter dem Druck ihrer unlösbaren Probleme

zusammengebrochen – und so

wird es auch einmal, vielleicht schon

bald, dem Wohlfahrtsstaat ergehen.“ •

Carlos A. Gebauer

Zuerst und ungekürzt erschienen auf

http://ef-magazin.de ; Copyright: eigentümlich frei


Wirtschaft

46

Neukundenakquise:

Ergänzen oder Verstärken?

Zwei Hebel, um sich als bevorzugte Alternative zu empfehlen

Bild: geralt / Gerd Altmann/ Pixabay.com/Public Domain CC 0

Suchen Sie sich Ihre Neukunden gezielt

aus und stellen Sie im Verkaufsgespräch

die Stärken Ihres Unternehmens in den

Vordergrund. Zeigen Sie auf, wie Sie das

Kundenunternehmen ergänzen oder verstärken

können. Mit dieser neuen Argumentation

sieht der Kunde sehr schnell,

welchen Nutzen er von der Zusammenarbeit

hat, und das leidige Preisthema

wird zur Nebensache.

Sie haben es satt, ständig mit Ihren

Konkurrenten verglichen zu werden?

Im Verkaufsgespräch jedes Mal die 5%

Preisunterschied zu rechtfertigen? Dann

wählen Sie statt des klassischen Verkaufsgesprächs

einen eleganteren Weg:

erklären Sie Ihrem Gesprächspartner,

was es für sein Unternehmen bedeutet,

wenn er sich für die Zusammenarbeit

mit Ihrem Unternehmen entscheidet.

Verlegen Sie das Gespräch auf eine

andere Ebene

Üblicherweise werden die Vorteile des

eigenen Unternehmens im Verkaufsgespräch

kurz erwähnt mit Begriffen wie

„familiengeführt“, „eigenkapitalstark“,

und „seit vielen Jahren am Markt“. Neu

wäre es, wenn Sie Ihre Problemlösung in

einen anderen Zusammenhang stellen.

Nämlich als Teil der Strategie Ihres Unternehmens,

die Kunden in ihrem Markterfolg

zu unterstützen. Ihr Gegenüber wird

Augen und Ohren weit aufsperren, weil

das alleine schon das übliche Vorgehen

in den Schatten stellt. Dazu gibt es zwei

Hebel.

Die vier Unternehmenstypen

Bevor Sie diese Hebel wirkungsvoll einsetzen

können, sollten Sie erkennen, wo

die Stärken Ihres Unternehmens liegen

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P.T. MAGAZIN 5/2014

und wie das Unternehmen, das Sie als

Kunden gewinnen wollen, tickt. Hierbei

hat sich eine Einteilung in die vier Typen

„Entdecker“, „Kontrolleur“, „Verfolger“

und „Bewahrer“ bewährt. Dominante

Entdecker Kontrolleur Verfolger Bewahrer

Innovativ

Umsetzungsstark

Zukunftsgetrieben

Ziel- und renditeorientiert

Veränderungen

suchen

Visionär

Auf Unternehmen bezogene Ausprägungen

der Verhaltensweisen

Unternehmen, die diese Verhaltensweisen auszeichnen

Ergänzen

Zuverlässig

Prozesssicher

Abwägend

Verstärken

Qualitätsbetont

Herausfordeungen

suchen

Ihres Produktes, sondern wie Ihr Unternehmen

dazu beiträgt, das Qualitätsniveau

Ihres Kunden zu verbessern. Ihr Produkt

wird dabei eher zur Nebensache. Es

ist eine logische Konsequenz.

Wenn Sie

dann noch über

ergänzenden Leis-

Emotional

Beziehungen

pflegen

Loyalität und

Treue wahren

Andere übertrumpfen

Traditionsbewusst

Apple TÜV-Süd Audi Adlon

Verhaltensweisen dieser vier Typen sind:

Auch wenn sich Unternehmen selten

nur einer Spalte zuordnen lassen, so sind

doch meist klare Tendenzen zu erkennen,

die Ihrem Argumentationsaufbau

eine Richtung vorgeben. Mit diesem Wissen

haben Sie zwei Möglichkeiten auf

Kunden zuzugehen:

Hebel 1: Ergänzen

Angenommen, Sie arbeiten in einem

sehr auf Qualität und Zuverlässigkeit

ausgerichteten Unternehmen, dann können

Sie einem Unternehmen, das auf

diesen Feldern weniger ausgeprägt ist,

ein zuverlässiger Begleiter sein. Denn

es kann mit Ihnen sein eigenes Qualitätsniveau

anheben. Das bedeutet, Sie

sprechen nicht über die Ausfallsicherheit

tungen nachdenken,

finden Sie nicht

nur einen neuen

Zugang in der Argumentation,

sondern

arbeiten bereits am

Ausbau der Alleinstellung

Ihres Unternehmens.

Beispiel

Metallindustrie

Doch die Realität

sieht leider

anders aus. Wenn

Sie beispielsweise

im Internet nach

„Auftragsfertigung

Metallindustrie“

suchen, zeigt sich in

den Suchergebnissen fast überall das

gleiche Bild. Sinngemäß etwa: „Wir

machen alles vom Einzelteil über die

Baugruppe bis zum Serienprodukt. Dabei

sind wir flexibel, zuverlässig und günstig“.

In diesem Einheitsbrei wirken die

Firmen austauschbar. Genau betrachtet

schöpfen die Unternehmen ihr Potenzial

nicht voll aus. Keiner sagt: „Werfen Sie

uns den Brocken rüber, wir machen den

Rest. Wir sind akribisch und detailversessen.

Sie haben den Markt vor Augen und

wir helfen Ihnen, ihn zu knacken – als Ihr

zuverlässiger Steigbügelhalter.“

Hebel 2: Verstärken

Ihr Unternehmen ist umsetzungsstark

und extrem schnell? Dann werden stark

wachsende Unternehmen Sie für diese

Eigenschaft auf Händen tragen. Sie

haben auf diese Weise einen völlig anderen

Ansatz, mit dem Sie auf Neukunden

zugehen können: Sie helfen ihnen, ihre

Strategie zu verwirklichen.

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Wirtschaft

48

Das Gleiche gilt für jede andere

Kombination: ob Sie als innovatives

Unternehmen dazu beitragen, dass Ihr

Kunde selbst noch innovativer wird, ob

Sie die Qualität eines Qualitätsanbieters

weiter steigern oder einem traditionsbewussten

Unternehmen mit Ihrer

Geschichte und Ihrem Werteverständnis

zusätzlichen Tiefgang geben. Treten Sie

in der Rolle des Ergänzers eher als „Steigbügelhalter“

auf, wirken Sie als Verstärker

wie ein „Katalysator“.

Story & Strategie

Die Erkenntnis, sich auf diese Weise

zukünftig Neukunden gezielt herauszusuchen,

ist das eine, die passende

Argumentation hierzu aufzubauen

das andere. Es kann durchaus ratsam

sein, die eigenen Stärken auszubauen

und dies dem Kunden auch deutlich zu

machen. Da auf diese Weise Strategie

und Story in die gleiche Richtung gehen,

wirkt Ihr Unternehmen authentisch und

für die Kunden attraktiver als Ihr Wettbewerb.

Verkaufsgespräche wie von einem

anderen Stern

Im neugestalteten Verkaufsgespräch findet

die Argumentation qualitativ auf

einem neuen Niveau statt:

Sie kommen nicht als Bittsteller um Aufträge.

Sie verhelfen dem Kunden zu kostbarer

Zeit, die er anderweitig einsetzen kann.

Sollte ihm Ihr Selbstverständnis als

„Steigbügelhalter“ oder „Katalysator“

nicht zusagen, haben Sie einen konkreten

Einstieg, um seine Erwartung an

Ihre Rolle zu formulieren.

Stellen Sie sich nun Ihre Mitbewerber

vor, die auf herkömmliche Weise um

Aufträge vorsprechen, und betrachten

Sie dann den Eindruck, den Sie hinterlassen.

Da liegen Welten dazwischen.

Der Auftrag wird wohl an Sie gehen. Ich

wünsche Ihnen hierbei viel Erfolg – der

Markt hat Sie verdient! n

Christian Kalkbrenner


Gedankenspiel:

Der Autor

n Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm.

(univ.) ist Strategieberater, Autor

mehrerer Fachbücher und Redner.

Mit seinem neuartigen und prämierten

Bambus-Code, hat er erstmals

die gesicherten Erkenntnisse

aus dem Neuromarketing auf die

vier Stellschrauben des Marketings

übertragen.

1 Milliarde Euro Umsatz

Um eine neue Denkweise einzuleiten,

verwende ich hier gerne die Frage: „Wie

müssten Sie Ihr Unternehmen aufstellen,

um in 10 Jahren eine Milliarde Euro

Umsatz zu machen?“ Anfangs wirkt

diese Fragen manchmal befremdlich,

weil das Ziel so hoch gesetzt ist. Doch

sobald wir ernsthafte Überlegungen

anstellen, wie wir uns diesem Ziel

nähern könnten, zeigt sich sehr rasch, an

welchen Stellen das Unternehmen leicht

mehr Umsatz machen könnte und wo

es an seine Grenzen kommt. Zu diesen

Grenzen entwickeln wir dann mögliche

Lösungen, die dem Unternehmen weiterhelfen.

Auch wenn die eine Milliarde

Euro nicht ganz erreicht wird, so wird

auf diese Weise sichtbar, was realistisch

möglich wäre. Und das ist weit mehr, als

das Unternehmen ohne die neue Denkweise

vermutet hätte.

Paradebeispiel Liqui Moly

Ein anschauliches Beispiel, das sehr

erfolgreich mit dieser Denkweise arbeitet,

ist Liqui Moly: nachdem das Unternehmensein

Ziel, in Deutschland Marktführer

zu werden, erreicht hatte, setzte

sich Ernst Prost, der geschäftsführende

Gesellschafter, zusammen mit seinem

Team nach kurzer Zeit ein neues Ziel:

Weltmarktführerschaft.

Wie Liqui Moly dieses Ziel erreichen will,

ist auf der Website des Unternehmens

festgehalten. Der Weg zum Weltmarktführer

ist dort bereits in geplanten

Umsatzzahlen vorgezeichnet. ■

Firmenportrait

Siebenwurst im Überblick

Die 1897 gegründete und seitdem als Familienunternehmen

geführte Fima Siebenwurst

ist der größte deutsche Werkzeugund

Formenbau. Das Stammunternehmen

im oberpfälzischen Dietfurt ist mit aktuell

391 Mitarbeitern einer der wichtigsten

Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe der

Region. Die 685 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe

erwirtschafteten im Jahr

2013 einen Umsatz von 79,25 Millionen

Euro. Siebenwurst bietet als global tätiger

Systemanbieter ein Full-Range-Sortiment

hochwertiger Dienstleistungen entlang

des Produktentstehungsprozesses in der

Automobilindustrie.

Die Christian Karl Siebenwurst GmbH &

Co. KG produziert Druckguss- und Spritzgusswerkzeuge

für 3D-Formteile aus Aluminium

und Kunststoff einschließlich

Komplettlösungen für Sonderverfahren

zur Herstellung großflächiger Bauteile.

Als Systemlieferant für die Automobilindustrie

betreut Siebenwurst Kunden vom

Designmodell bis zur Serienproduktion.

Ein institutionalisiertes Prozessmanagement

optimiert alle Abläufe mit dem Ziel

der Standardisierung. Darüber hinaus

gehört die Serviceeinheit Tool Doctors zum

Dienstleistungsportfolio.

In den vergangenen Jahren hat sich Siebenwurst

international zum Lokalisierungsspezialisten

für die Automobilindustrie

in den Bereichen Produktentwicklung,

Consulting, Service und Arbeitnehmerüberlassung

entwickelt. In China betreuen

seit 2011 35 Mitarbeiter der Siebenwurst

China Ltd. als Projektleiter, Qualitätsmanager,

Konstrukteure und Werkzeugmacher

OEMs sowie Zulieferer bei Neuanläufen

ihrer Modelle im neuen Zielmarkt. Ab September

2014 unterstützt analog eine mexikanische

Tochterfirma deutsche Unternehmen

in der Region Nordamerika.

Neben den zentralen Produktionsstandorten

am Stammsitz in Dietfurt im Altmühltal

sowie in Zwickau (Umformtechnik)

und Stein bei Nürnberg verfügt das

Unternehmen über Standorte für Service

und Entwicklung in Dillenburg, München,

Eisenach, Lomianki (Polen), Shanghai,

Peking, Shenyang (China) sowie Querétaro

(Mexiko).

In Forschung und Entwicklung arbeitet Siebenwurst

im Bereich Leichtbau mit mehreren

Universitäten (KIT Karlsruhe, FAU

Erlangen-Nürnberg, TU Dresden, RWTH

Aachen, TU Kaiserslautern) bei Entwicklung

und Verfahrenstechnologie für neue

Mobilitätskonzepte zusammen. Auch

Juroren nationaler Fachwettbewerbe

bewerten das Engagement für Prozessoptimierung

und innovative Technologien als

preiswürdig: Siebenwurst führt die Auszeichnungen

„Werkzeugbauer des Jahres

2009“ (externer Werkzeugbau über 100

Mitarbeiter), „Werkzeugbauer des Jahres

2012“ (externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter)

und „Top 100 – Innovator 2010“.

Weitere Informationen unter www.siebenwurst.com


Geben ist seliger denn nehmen…?

Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wollen nicht auf ewig die Haushalte

der anderen Bundesländer sanieren. Diese sehen die weitere Bezuschussung jedoch

als notwendig und natürlich. Das Problem dabei: Ganz im Recht ist keiner

Wirtschaft

50

Eine alltägliche Situation: Ein enger Verwandter

benötigt zur Umsetzung einer

Idee oder auch zur vorübergehenden

Sicherung der eigenen Grundversorgung

mehr Geld als er besitzt. Er bittet Sie um

Hilfe. Sie stellen ihm die fehlenden Mittel

zinsfrei, ja vielleicht sogar ohne Rückzahlungsverlangen

zur Verfügung, da

Sie finanziell gut gestellt sind und Ihnen

daran gelegen ist, dass es dem klammen

Verwandten besser geht. Zudem:

Sollten Sie selbst einmal in finanzielle

Schieflage geraten, wäre es doch schön,

wenn Ihnen auch geholfen würde. So

die Gemengelage beim Bundesfinanzausgleich.

Auf der einen Seite die wirtschaftlich

starken Geberländer Bayern,

Baden-Württemberg und Hessen und

auf der anderen Seite der Rest der finanziell

darbenden Republik, angeführt von

der Kredit-Kapitale Berlin. Nüchtern

betrachtet sind es also drei Bundesländer,

die den 13 anderen Bundesländern

bei der Finanzierung unter die Arme greifen

müssen. Dieser Zwang ergibt sich

durch die Auslegung der Artikel 106 und

107 des Grundgesetzes, die den Länderfinanzausgleich

regeln. Dieser hat die Ver-

wicklung die Unmut im Ländle hervorruft.

Dieses Geben und Nehmen wurde

1995 mit dem Hinzukommen der Neuen

Bundesländer weiter verstärkt, mussten

hier doch die strukturell rückständigen

Regionen besonders gefördert werden.

Perspektivisch geschieht die Unterstützung

der schwächeren Länder unter der

Annahme, dass diese langfristig stark

genug sind, um ohne Ausgleich auszukommen.

Die Statistiken des Bundesfinanzministeriums

zeigen jedoch das

Gegenteil. Seit der Einführung des Euros

im Jahr 2002 konnten außer Hessen,

Foto: Republic of Korea KOREA.NET - Official page

of the Republic of Korea /Flickr.com/CC BY-SA 2.0

Foto: lars20070 /Flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0

Berlin sucht Geld.

weit, so gut, doch tritt der Verwandte

immer wieder mit finanziellen Gesuchen

an Sie heran, obwohl Sie langsam

Fortschritte erwarten und nicht jedes

Mal auf’s Neue Ihr hart erwirtschaftetes

Geld verschwinden sehen wollen. Das

Ende dieser Entwicklung ist klar: Über

Kurz oder Lang kommt es zum Streit zwischen

den Parteien und der Rubel rastet,

statt zu rollen.

Vereinheitlichung der Lebensverhältnisse

als Problem

Was zwischen Verwandten zum Streit

führt, endet bei den Bundesländern

vor dem Bundesverfassungsgericht.

Die einen können, aber wollen nicht

mehr, die anderen wollen mehr, können

aber nicht. In groben Zügen ist dies

einheitlichung der Lebensverhältnisse in

Deutschland zum Ziel. Die Auslegung

– und damit die gegenwärtige Praxis –

wurde 2001 gemeinsam durch alle Bundesländer

bestimmt und dennoch regt

sich Widerstand.

Die Ausgangslage

Seinen Anfang nimmt der Länderfinanzausgleich

im Jahre 1950. Seitdem unterstützt

beispielsweise das mit Überschüssen

gesegnete Baden-Württemberg

ohne (!) Unterbrechung das weniger

starke Niedersachsen. So wie also das

eine Bundesland seit jeher Überschüsse

abgeben muss, ist das andere Land seit

Bestehen des Länderfinanzausgleichs

stets als Nehmer aufgetreten. Über den

Zeitraum von 63 Jahren hinweg eine Ent-

Baden-Württemberg und Bayern nur

zwei andere Länder vorübergehend

Überschüsse generieren, Hamburg und

Nordrhein-Westfalen. Hamburg wechselte

2013 nach knapp 20 Jahren als

Geber mit einem Bedarf von 87 Mio.

Euro. die Rolle zum Nehmer. Besonders

drastisch der Absturz in NRW. Trat das

Land 2002 noch mit 1,6 Mrd. Euro als

Geber auf, brauchte es sechs Jahre später

bereits Unterstützung und weist seit

vier Jahren einen wachsenden Bedarf an

Geldern auf (2013: 693 Mio. Euro).

Bayerns Sonderrolle

Unter den verbliebenen Geberländern

stellt Bayern mit 4,3 Mrd. Euro für das

Jahr 2013 über 50% der Ausgleichszahlungen

und ist mit dieser Rolle alles

P.T. MAGAZIN 5/2014


Finanzausgleich-Entwicklung: Ausgaben in Mrd. Euro

+4,5 Mrd

+4,0 Mrd

+3,5 Mrd

+3,0 Mrd

+2,5 Mrd

+2,0 Mrd

+1,5 Mrd

+1,0 Mrd

+0,5 Mrd

0

-0,5 Mrd

-1,0 Mrd

-1,5 Mrd

-2,0 Mrd

-2,5 Mrd

-3,0 Mrd

-3,5 Mrd

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Bayern Berlin NRW

Quellenmaterial: Bundesfinanzministerium

andere als zufrieden. So fordert Bayerns

Ministerpräsident Horst Seehofer

2013 einen gerechteren Länderfinanzausgleich:

„Der Länderfinanzausgleich

in seiner jetzigen Form ist unsolidarisch,

ungerecht und leistungsfeindlich.

Er befindet sich in einer untragbaren

Schieflage und kann nicht mehr funktionieren.“

Diese Schieflage wird dem

Betrachter bei einem Vergleich von Bayern

und Berlin deutlich. Während Bayern

seine Abgaben von 2009 an jedes Jahr

erhöht hat (3,3 Mrd. 2009 ➙ 4,3 Mrd.

2013), ist in Berlin im gleichen Zeitraum

der Bedarf kontinuierlich gewachsen

(2,9 Mrd. 2009 ➙ 3,3 Mrd. 2013). Ein

zeitnahes Ende dieser Entwicklung ist

aus Sicht Bayerns angesichts von Possen

wie der um den Berliner Flughafen nicht

gegeben. Die Verärgerung scheint verständlich,

ist es aber nur bedingt. Gerade

Bayern hat bis in das Jahr 1986 die Überschüsse

anderer Länder in Anspruch

nehmen müssen und sich auch dadurch

die Position als Klassenprimus sichern

können.

1. 2. 3.

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Wirtschaft

52

Seehofer:

„Der Länderfinanzausgleich

in seiner jetzigen

Form ist unsolidarisch, ungerecht

und leistungsfeindlich. Er

befindet sich in einer untragbaren

Schieflage und kann nicht

mehr funktionieren.“

Mitgefangen mitgehangen

Bayerns lange Bezuschussung ist ein

Argument in der Diskussion um den

weiteren Umgang beim Länderfinanzausgleich.

Im Vordergrund stehen – vor

allem für die Nehmerländer – aber andere

Argumente. So beruft sich der rheinlandpfälzische

Finanzminister Carsten Kühl

auf die gemeinsame Einigung der Länder

zum Finanzausgleich: „Der auch mit

den Stimmen von Hessen und Bayern

seinerzeit beschlossene Finanzausgleich

war ein Kompromiss. Es ist schon bemerkenswert,

wenn die Ländern Bayern und

Hessen nun gegen ein Gesetz vorgehen,

das ihre damaligen Ministerpräsidenten

mit verhandelt haben.“ Kühl

fährt fort: „Unabhängig davon ist es eine

Verschwendung von Zeit und Ressourcen,

nun in ein langwieriges Verfahren

einzutreten. Wir sollten ohne Schaum

vor dem Mund unsere Finanzbeziehungen

für die Zukunft regeln. Ab 2019 ist

durch das Auslaufen des Solidarpaktes

sowieso eine komplette Neuordnung der

Bund-Länder-Finanzen auf der Tagesordnung.

Politik ist gefragt, nicht die Justiz.“

Unterstützung erhält er dabei von Mecklenburg-Vorpommerns

Finanzministerin

Heike Polzin. Diese sieht die Klage von

Bayern und Hessen als Fehler „da sie vor

den anstehenden Neuverhandlungen

der Bund-Länderfinanzbeziehungen die

Positionen unnötig verhärtet.“

Das letzte Wort hat die Kanzlerin

Geht es also nach den Nehmerländern

bleibt bis 2019 erst einmal alles beim

Alten. Zu groß ist die eigene Abhängigkeit

und zu eklatant wären die wirtschaftlichen

Nachteile besonders in den

neuen Ländern. Statistiken der vergangen

Ausgleichszahlungen belegen, dass

hier in den letzten 10 Jahren kaum Veränderungen

zu verzeichnen sind – die

Zuschüsse sind fester Teil der Haushaltsplanung.

Da kommt Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) mit ihrer Haltung

fast ein wenig ungelegen. Diese äußert

sich gegenüber der Passauer Neuen

Presse: „Ich kann das bayerische Anliegen

nachvollziehen, denn es ist wichtig,

dass die leistungsstarken Länder nicht

den Anreiz verlieren, noch stärker zu

werden – und die strukturschwächeren

Länder Anreize haben, ihrerseits besser

zu werden.“ Das sitzt. Es reicht also

nicht, den eigenen Haushalt mit fremden

Mitteln auszugleichen, sondern

schwächt womöglich auch die eigene

Wettbewerbsfähigkeit.

Die Moral von der Geschicht‘

Fassen wir die Fakten einmal zusammen.

In den letzten Jahren haben Baden-

Württemberg, Bayern und Hessen gut

gewirtschaftet, ihre Haushalte im Griff

und sind in der Lage immer größere

Summen in den Länderfinanzausgleich

zu pumpen. Wenn sie nach Jahren des

Wowereit:

„[...]wir wollen annähernd

gleiche Lebensverhältnisse

in der ganzen Republik. Deswegen

muss es einen Ausgleich

geben.”


• Steuerungs- und Kommunikationstechnik

• Energieanlagen

Zahlens eine Verringerung oder gar Einstellung

verlangen, kann dies von Seiten

der Nehmerländer nicht einfach mit

dem Verweis auf die wirtschaftliche

Leistungsstärke der Geberländer abgekanzelt

werden. So erklärt Thüringens

Finanzminister Wolfgang Voß: „Den

Geberländern verbleiben nach Finanzausgleich

200 Euro je Einwohner mehr

als den Nehmerländern.“ Da die reichen

Länder soviel Geld haben, können sie

also ohne Probleme etwas abgeben. Das

ist aber nicht nur ein Totschlagargument,

sondern ebenso ein Irrtum. Auch

wirtschaftliche starke Länder müssen

an morgen denken, denn die Zeiten

können sich schnell ändern. Nordrhein-

Westfalen dient hier als warnendes Beispiel.

Gleichzeitig müssen aber auch die

Geberländer einsehen, dass man sich

über demokratische Beschlüsse nicht

hinwegsetzen kann, selbst wenn diese

unbequem werden. Überdies sollte man

auch in Bayern nicht vergessen, dass der

Aufstieg an die Spitze mehr als 30 Jahre

lang durch die Bezuschussung anderer

Bundesländer unterstützt wurde. Insbesondere

mit Blick auf die neuen Bundesländer

ist deshalb neben einer weiteren

Bezuschussung auch Geduld vonnöten,

da die wirtschaftliche Leistungsstärke

hier noch nicht ausreichend ist, um auf

Berlin:

erhält mit 3,3 Milliarden

Euro mehr als ein Drittel

der insgesamt 8,5 Milliarden

Euro aus dem Länderfinanzausgleich.

Mit großem Abstand

liegt der Stadtstaat damit bei

den Nehmern an der Spitze.

Sachsen als nächst größeres

Nehmerland erhält eine

Milliarde.

Hilfen zu verzichten. Gleichsam kann

dies jedoch nicht uneingeschränkt so

weitergehen. Kanzlerin Merkel ist zuzustimmen,

wenn sie die haushaltsschwächeren

Länder in die Pflicht nimmt, denn

gerade Bayern hat in den vergangenen

20 Jahren eindrucksvoll belegt, wie auch

Nehmerländer in die Gewinnzone rücken

können. Dies muss auch für andere Länder

zu schaffen sein. Gleichzeitig wäre

es aus Sicht aller Parteien ratsam, den

Weg gemeinsam zu Ende zu gehen, denn

eines zeigt die Geschichte des Länderfinanzausgleichs

ganz deutlich: Nur auf

sich gestellt, bringen es die wenigsten zu

Haushaltüberschüssen. ■

Gunnar Marquardt

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Wirtschaft

54

Vibration mit Pfiff

Manchmal muss erst etwas passieren,

um beispielsweise Radschäden zu

entdecken. Häufig treten diese nach

einer Entgleisung ans Tageslicht, bei

der möglicherweise Personen- oder

Streckenschäden zu verzeichnen sind.

Besonders kritisch sind solche Unfälle

bei Gefahrenguttransporten, wenn

es zu gravierenden Umweltschäden

kommt. Daher ist es notwendig, das

Risiko mit einer effizienten Zustandsüberwachung

zu minimieren.

In Europa ist die Instandhaltung

von Güterwagen gesetzlich vorgeschrieben,

und die Betriebssicherheit

ist durch regelmäßige Wartungen zu

gewährleisten. Die Instandhaltung

reduziert Ausfallzeiten und erhöht

die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

Mit Informationen über die an einem

Wagen tatsächlich auftretenden

Belastungen, die Nutzung und

andere Betriebsdaten lässt sich die

Instandhaltung optimieren und eine

zustandsbasierte Wartung einführen.

Die permanente Ermittlung solcher

Daten direkt am Waggon ist im

Allgemeinen nicht möglich. Güterzüge

verfügen in der Regel weder

über eine fahrzeugeigene Sensorik

noch über eine eigene Stromversorgung,

denn Eisenbahntechnik muss

aufgrund der hohen Anforderungen

bezüglich Vibrationen, Temperatur,

Schmutz und Feuchte einfach und

robust sein.

Eine Antwort können Datenerfassungssysteme

sein, die drahtlos

und energieautark arbeiten. Sie

ließen sich sogar nachträglich mit

moderatem Aufwand nachrüsten. Im

Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung

konnten Wissenschaftler des

Fraunhofer LBF zeigen, dass die am

Güterwagen vorhandene Vibrationsenergie

mit Hilfe eines piezoelektrischen

Generators in elektrische Energie

gewandelt und zur Versorgung

eines drahtlosen Sensors genutzt

werden kann.

Foto: geralt Gerd Altmann/ pixabay.com/ Public Domain CC0

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Das Fraunhofer LBF entwickelt neue Sensoren, die während

der Fahrt den Zustand von Güterzügen überwachen.

Der Clou dabei: Das System gewinnt seine Energie

aus den Vibrationen während der Fahrt

Solche energieautarken Sensoren

können Güterwagen während des

Betriebs überwachen und ermöglichen

eine frühe Schadenserkennung

und eine zustandsbezogene Instandhaltung.

Die Energiegewinnung aus

Vibrationen zur Versorgung der Sensoren

wird als Energy Harvesting

bezeichnet. Die Messdatenermittlung

und drahtlose Übertragung wird

durch energieeffiziente Mikrocontroller-Plattformen

realisiert. Wegen

der zufällig auftretenden Vibrationen

und der Umweltbedingungen im

Bahnbetrieb stellt sich die ganzheitliche

Auslegung solcher Systeme als

ingenieurtechnische Herausforderung

dar.

Der vom Fraunhofer LBF entwickelte

und auf der InnoTrans gezeigte

Sensor ist ein Funktionsmuster. Eine

einsatzfertige Lösung muss hinsichtlich

der hohen Anforderungen an

die Zuverlässigkeit unter den rauen

Betriebsbedingungen noch weiterentwickelt

werden. Diese Arbeiten

führt das Fraunhofer LBF im Rahmen

der BMBF-Fördermaßnahme, Förderschwerpunkt

„Energieautarke Mobilität

– Zuverlässige energieautarke

Systeme für den mobilen Menschen“

(ESZüG), weiter.

Mit dem Projekt ESZüG soll erstmals

eine automatisierte und energieautarke

Instandhaltungsplanung für Güterwagen

realisiert werden, um damit Bremsen,

Radlager und die Laufleistung der

Wagen überwachen zu können. Ein Assistenzsystem

soll die Wartung im Schienengüterverkehr

sicherer und effizienter

machen sowie Mitarbeiter von manuellen,

körperlich beanspruchenden Wartungsarbeiten

entlasten.

Gerade ältere Mitarbeiter profitieren

davon und sind so länger arbeitsfähig.

Die Informationen zum Wagenzustand

werden den Mitarbeitern über

eine zu entwickelnde Mensch-Maschine-

Schnittstelle vermittelt. ■


Bild: Ethan Hein / flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Ich sage nur ein Wort: Plastik

Der Wunderbaustoff hat den Weg in die Moderne freigemacht.

Jetzt scheint er uns über den Kopf zu wachsen.

Wirtschaft

56

Im Filmklassiker „Die Reifeprüfung“

erhält der, ob seiner Berufswahl leicht

verwirrte, Ben gleich zu Beginn einen

gutgemeinten Rat: „Ich sag dir nur ein

Wort, ein einziges Wort. Plastik!“. Damit

meinte der väterliche Freund, Ben solle

seine Zukunft doch diesem wunderbaren

und scheinbar endlos einsetzbaren

Material anvertrauen. Das war

1968. Bereits damals war die Welt voller

Tupper-Dosen, Zahnbürsten, Sitzmöbel

oder Raketennormteile aus Plastik. Und

Filmfreunde rätseln bis heute, ob das

eingangs erwähnte Zitat in Wirklichkeit

doch eher auf Mrs. Robinsons Nylonstrümpfe

gemünzt war.

Das Wundermittel der Wirtschaftswunderzeit

hat bis heute – trotz Energiekrise

in den Siebzigern und ersten

Verteufelungen als Umweltgift in den

Achtzigern – eine beispiellose Karriere

hingelegt. Moderne Kunststoffe sind

Alleskönner, deren hervorragendes

Verhältnis von Festigkeit zu Dichte die

Anwendung in Bereichen erlaubt, die bis

vor kurzem den Metallen oder Gläsern

vorbehalten waren: komplexe Formteile,

nanotechnologische Spitzenleistungen,

klinische Anwendungen, Halbzeuge und

vieles mehr.

Schade nur, dass – außer bei biologisch

abbaubaren Kunststoffen – keine

Wechselwirkung zwischen den polymeren

Bestandteilen und lebenden

Organismen stattfindet. Somit sind

Polymere zwar gesundheitlich unbedenklich,

verrotten allerdings auch nicht.

Gelangen biologisch nicht abbaubare

Kunststoffe in die Umwelt, werden sie

zu einer Gefahr. Von den weltweit jährlich

produzierten mehr als 300 Millionen

Tonnen Kunststoffen gelangen nach

unterschiedlichen Schätzungen sechs

bis 26 Millionen Tonnen in die Meere,

70 Prozent davon sinken auf den Meeresboden.

Außerdem treiben mehrere Millionen

Tonnen Kunststoffmüll in sogenannten

Müllstrudeln im Nordpazifik und

im Nordatlantik. Jedes Jahr tötet dieser

Müll mehrere hunderttausend höhere

Meerestiere. Nach einer Studie der UNEP

befinden sich in dem Strudel im Pazifik

bis zu 18.000 Kunststoffteile auf jedem

Quadratkilometer Meeresfläche. Auf

ein Kilogramm Plankton kommen hier

sechs Kilogramm Kunststoff. Die Größe

des pazifischen Müllstrudels entspricht

etwa der Größe von Texas.

Angesichts dieser schwimmenden

Ökokatastrophen, der schieren Unendlichkeit

an Wegwerfprodukten aus Plaste

und Elaste sowie der in den Himmel

wachsenden Deponien in Afrika scheint

die Frage nach cleverem Recycling und

einem Ende der Wegwerf-Gesellschaft

dringender als die gebetsmühlenartigen

CO2-Predigten der Klimaschutz-Jünger.

Selbst die EU hat das inzwischen, zumindest

in Teilen, eingesehen. Das Ideal, das

dabei dem EU-Umweltkommissar Janez

Potocnik vorschwebt, nennt sich Kreislaufwirtschaft

und lässt sich auf die einfache

Formel bringen: Es gibt keinen

Müll mehr, nur noch unverwertete Rohstoffe.

Die Abschaffung des Mülls

Potocniks Linie, die Länder zu deutlich

mehr Recycling zu verpflichten, klingt

zunächst einmal vernünftig. Produkte

sollen künftig so gestaltet sein, dass ihre

Produktion möglichst wenige Rohstoffe

braucht und sie nach dem Gebrauch

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300

250

200

150

100

50

weltweit

Europa

1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 Jahr

Plastikverbrauch in Europa und weltweit. 6 Millionen Tonnen

Plastik werden ins Meer gekippt – jährlich.

Quelle: Minihaa / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Mt

P.T. MAGAZIN 5/2014

leicht wiederzuverwerten sind. Wohlstandssicherung der EU,

ohne dass die Erde an ihre natürlichen Grenzen stößt, begründet

Potocnik seinen Vorstoß. Konkret in Zahlen ausgedrückt, sehen

die Pläne folgendermaßen aus:

➠ Verpflichtung der EU-Mitgliedstaaten bis 2030 mindestens 70

Prozent des Haushaltmülls wiederzuverwerten (Das momentane

Recyclingziel beträgt 50 Prozent in 2020). Für Verpackungsmüll

liegt die Schwelle sogar bei 80 Prozent. ➠ Ab 2025 Verbot, wiederverwertbare

Rohstoffe von Papier, Glas, Metall und Plastik auf

Müllkippen zu entsorgen. ➠ Verbot von Müllkippen ab 2030 (nicht

verpflichtend), ebenso das mittelfristige Aus für die Müllverbrennung.

Durch diese Maßnahmen soll der Anteil des nicht wiederzuverwertenden

Abfalls auf 5 Prozent gedrückt werden.

Sollten Europaparlament und der Ministerrat den Vorschlägen

des Slowenen folgen, hätte die EU zwar einen wichtigen

Etappensieg in Sachen Wertstoffkreislauf eingefahren,, viele EU-

Staaten stünden allerdings vor einem immensen Kraftakt. Nach

FAZ-Angaben landen in der Slowakei, Ungarn oder Griechenland

bis heute mehr als 80 Prozent des Mülls auf Deponien oder

Verbrennungsanlagen. Wie diese Staaten den Recyclinganteil

steigern sollen, hat Potocnik ihnen überlassen. Eine strikte Mülltrennung

und die Erhöhung von Deponie-Gebühren allein werden

sicher nicht reichen. Im Gegenteil, die Problematik wilder Deponien

könnte sich noch verschärfen. Zudem dürften im Zuge der

subventionierten Transformationsprozesse „Müll- zu Post-Müll-

Gesellschaften“ wieder großzügig EU-Milliarden versickern. Die

schwarzen Schafe der Entsorger- und Recyclerbranche kommen

unterdessen vor Lachen nicht in den Schlaf, da jede Öko-Verordnung

aus Brüssel beinahe schon eine Lizenz zum Gelddrucken

ist. Und der Müll am Ende doch wieder auf irgendeiner Kippe in

Nigeria landet.

Immerhin: Für die ressourceneffiziente Produktion soll die

Kommission konkrete Vorgaben ausarbeiten. Als Steigbügel soll

dabei die umstrittene Ökodesignrichtlinie Anwendung finden,

auf deren Konto u.a. auch das Verbot der klassischen Glühlampe

geht. Das kommt einer Steilvorlage gleich: Denn es liegt mehr als

nahe, dass die Kommission dann zu dem greift, was inzwischen

so etwas wie das europäische Haus-und-Hofmittel geworden ist:

dem Verbot, bspw. von Waren, deren Inhaltsstoffe nicht recyclebar

sind. Die Richtlinie lasse dafür genug Spielraum, so Potocnik. •

Jörg Petzold

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Gute Mitarbeiterführung

Wirtschaft

58

Oberste Aufgabe einer Führungskraft ist es, solche Rahmenbedingungen zu

schaffen, dass Mitarbeiter ihr Bestes geben können und dies auch wollen.

Eine Checkliste kann dabei sehr hilfreich sein.

Montage: OPS Netzwerk GmbH/R. Eichner-Ernst

Bild: Vasilis vasilisvg /Flickr.com/CC BY 2.0

Führen heißt, die jeweils individuellen

Motive, Fähigkeiten und Fertigkeiten der

einzelnen Mitarbeiter zu ermitteln sowie

auch organisatorische Motivationshemmer

zu erkennen und zu beseitigen.

Wer gemäß seiner Talente eingesetzt

wird, Freude an der Arbeit hat, sich keine

Sorgen machen muss und ein positives

Betriebsklima vorfindet, der fühlt sich

gut, arbeitet lieber, leichter, schneller

und mit besseren Resultaten. Er leistet –

für die Kunden – einfach mehr.

Dies ist wichtiger als jemals zuvor,

denn Mittelmaß will niemand mehr

kaufen. Es ist also reine Zeitverschwendung,

mittelmäßig zu sein. Nur Spitzenleistungen

werden immer wieder gerne

gekauft. Und nur Spitzenleistungen werden

wärmstens weiterempfohlen. Doch

nur Spitzenleister erbringen Spitzenleistungen.

So ist es unumgänglich, das

eigene Führungsverhalten regelmäßig

zu hinterfragen und systematisch nach

Verbesserungspotenzial Ausschau zu

halten, damit die Mitarbeiter ihre Möglichkeiten

optimal ausschöpfen können.

Rundflug über das eigene Tun

Die kritische Selbstreflexion zählt zu den

wichtigsten Eigenschaften einer guten

Führungskraft. Dabei verlässt man die

ich-bezogene Sichtweise und begibt sich

in die Rolle eines neutralen Betrachters.

Folgende Fragen kann man sich stellen:

➠ Was wird das, was ich gerade sage/

tue, beim anderen bewirken? ➠ Wie

wird/kann er/sie das, was ich sage/tue,

verstehen? ➠ Was wird er/sie daraufhin

wahrscheinlich tun? ➠ Ist dies das von

mir Gewünschte? ➠ Was muss/kann ich

verändern, damit es dem Gewünschten

entspricht? ➠ Lebe ich selbst vor, was ich

bei anderen erreichen will? ➠ Was kann

ich bei mir selbst in Zukunft verbessern?

➠ Bedeutet es Lebensqualität, von mir

geführt zu werden?

So manches kommunikative Desaster

könnte vermieden werden, würde man

öfter den eigenen Anteil an dem, was

passiert, in den Fokus rücken. Hierdurch

entstehen auch Fragen wie diese:

➠ Zeigen sich meine Mitarbeiter so führungsbedürftig,

weil ich so bestimmend

bin? ➠ Sind sie deshalb so ruhig, weil

ich ihre Meinung nicht gelten lasse? ➠

Kommen keine Ideen von ihnen, weil ich

immer alles besser weiß?

Selbstüberschätzung ist dabei eine

große Gefahr. Um dieser Falle zu entgehen,

bietet sich eine Selbstbild–Fremdbild–Führungsstil-Analyse

an. Hierzu

formulieren Sie Fragen, die ursächlich

mit Ihrer Führungsarbeit in Zusammenhang

stehen. Diese benoten Sie auf einer

Skala von null (trifft gar nicht zu) bis

zehn (trifft voll und ganz zu). Anschließend

bitten Sie Dritte aus ihrem Umfeld,

ebenfalls eine Bewertung abzugeben –

natürlich, ohne Ihre zu sehen. Dies kann

anonym oder namentlich erfolgen, je

nachdem, wie offen und ehrlich das Miteinander

ist. Sie wollen ja etwas lernen.

Die Selbstbild–Fremdbild–Führungsstil-

Analyse

Hier finden Sie eine verkürzte Checkliste

mit vorbereiteten Fragen. Diese kann

selbstverständlich nach eigenem Gusto

ergänzt und verändert werden. Beurteilen

Sie sich zunächst selbst, und zwar so

ehrlich wie möglich. Sie finden die vollständige

Checkliste zum Download und

ein zugehöriges Auswertungsschema

unter www.touchpoint-management.de

Ist die Selbstbewertung erfolgt und sind

die Gesamtpunkte ermittelt, wählen Sie

nun eine Anzahl von Personen, die eine

Meinung zu Ihrem Führungsverhalten

abgeben können. Entscheiden Sie sich

dabei für eine gute Mischung aus Fans,

neutralen Personen und Kritikern. Dort,

P.T. MAGAZIN 5/2014


Das Buch zum Thema

n Anne M. Schüller:

Das Touchpoint-Unternehmen.

Mitarbeiterführung in unserer

neuen Businesswelt

Gabal, März 2014, 368 S., 29,90 Euro

ISBN: 978-3-86936-550-3

Checkliste für eine gute Mitarbeiterführung

1. Ich mache es meinem Mitarbeiter leicht, frei und

unbefangen mit mir zu reden.

Selbstbewertung

0–10

Fremdbewertung

0–10

und Harry Ingham den Namen „blinde

Flecken“ erhalten. Doch sie können sichtbar

gemacht werden. Dazu verwenden

Sie das sogenannte Johari-Fenster. Es

sieht so aus:

2. Ich informiere den Mitarbeiter ehrlich, klar und

umfassend – in Worten die er versteht.

mir bekannt

mir unbekannt

3. Über den Grad der Zielerreichung spreche

ich regelmäßig.

4. Ich bitte den Mitarbeiter um Rat und Hilfe.

anderen

bekannt

öffentliche

Person

blinder

Fleck

5. Ich nehme seine Meinungen bzw. Ideen ernst und

wichtig. Ich sage das auch und lasse mich darauf ein.

6. Ich gebe ihm das Gefühl, dass ich darauf vertraue,

dass er seine Aufgaben bewältigen kann.

anderen

unbekannt

mein

Geheimnis

allen

unbekannt

7. Der Mitarbeiter darf Fehler machen.

8. Ich lobe und spreche Anerkennung für gute

Leistungen aus.

9. Ich erkenne aufkommende Konflikte und sorge

zügig für deren Bereinigung.

10. Ich spreche mit dem Mitarbeiter über Kundenbelange -

und über die Bedeutung der Kunden für die Firma.

11. Ich fördere den Mitarbeiter in seiner beruflichen

und persönlichen Entwicklung.

12. Die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz des

Mitarbeiters sind okay.

13. … 30. weitere Checks

Gesamtpunktzahl

Auch wenn es im ersten Moment

weh tut oder vielleicht erschreckt: Ermitteln

Sie nun die Abweichungen zwischen

Ihrer eigenen Bewertung und derjenigen

Dritter. Beschäftigen Sie sich vorrangig

mit den hinderlichsten Diskrepanzen.

Suchen Sie nach Erklärungen,

doch suchen Sie nicht bei den anderen

nach Gründen, sondern bleiben Sie ganz

bei sich selbst. Dort, wo dies möglich ist,

können Sie Ihr Umfeld nach den Ursachen

fragen – und auch um Hilfe bitten.

Dort, wo es dann hilfreich und nötig ist:

Ändern Sie was! Ein Dank an alle Beteiligten,

verbunden mit dem Hinweis, dass

Sie Wertvolles über sich gelernt haben,

rundet das Ganze dann positiv ab. ■

Anne M. Schüller

Individuelle Bemerkungen

P.T. MAGAZIN 5/2014

wo dies möglich ist, können auch verschiedene

Hierarchiestufen hinzugezogen

werden. Erläutern Sie den Sinn und

Zweck Ihrer Vorgehensweise, und bitten

Sie um eine pointierte Bewertung

im Bereich der hohen oder niedrigen

Zahlen. Denn Mittelwerte bringen nicht

weiter.

Die Auswertung mithilfe des

Johari-Fensters

Jeder Mensch hat Persönlichkeitsanteile,

die sich der eigenen Wahrnehmung

entziehen, von Dritten aber sehr gut

erkannt werden können. Diese für einen

selbst verborgenen Eigenheiten haben

von den Sozialpsychologen Joseph Luft

Die Autorin

n Anne M. Schüller ist Managementdenker,

Keynote-Speaker und Businesscoach.

Die Diplom-Betriebswirtin gilt

als Europas führende Expertin für das

Touchpoint Management und eine kundenfokussierte

Unternehmensführung.


Werden Unternehmen zu Spiel gruppen?

Eine neue Generation von Unternehmern und Angestellten steht in den Startlöchern.

Mit Spielen aufgewachsen und durch Spiele geschult, haben sie ganz

spezielle Fertigkeiten… und falsche Vorstellungen

Foto: Chase N./Flickr.com/CC BY-SA 2.0

Wirtschaft

60

„Die wollen doch nur spielen!“ heißt es

Verständnis heischend, wenn von der

„Generation Game“ (ab 1990 Geborene)

die Rede ist. Doch exakt hier liegt das

Schlüssel-Problem für Unternehmen.

Spätestens im Verlauf der kommenden

fünf bis zehn Jahre wird es akut. Noch

sind „Digital Immigrants“ am Ruder,

die analoge und digitale Kompetenzen

beherrschen. Doch ihre Ablösung durch

Personen, die mit Games und Game

basiertem Lernen (Gamification) aufgewachsen

sind und die Welt durch spielpsychologische

Eigenheiten wahrnehmen,

naht.

Das Leben ist (k)ein Spiel

Drei Grundelemente des spielpsychologischen

Designs zeigen die Brisanz auf:

Pausenloses Feedback, klare Vorgaben,

endlose Revidierbarkeit, eingebettet in

„Fun“. Weitere notwendige Erfolgsfaktoren

im Spiel sind: erreichbare, kurz

getaktete Quests (Ziele), Motivierung

durch das Rückgängigmachen von Entscheidungen,

Belohnungen in Form von

Achievements (Punkte, Trophäen, Levels,

Ranglisten, Erfahrungspunkte, Fortschrittsbalken).

Gamer verinnerlichen

diese psychologische Programmierung;

sie gerinnt zur Grundeinstellung (durchaus

technisch zu verstehen). Gamer

erwarten immer schon, dass sie Spaß

haben, Ziele strukturiert und systematisch,

mit Kurzzeit-Feedback und Auszeichnungen

erreichen können.

Jedoch: Wo treffen Gamer in der

realen Wirtschaft auf klar strukturierte

Umgebungen mit eindeutigen Regeln,

Aufgaben, Zuständigkeiten, Befugnissen,

Zielen? Nahezu nirgendwo. Unternehmen

müssen hochgradig adaptiv

sein. Das erfordert von Mitarbeitenden

wie Führenden, mikropolitisch im Sinne

des Augsburger Organisationspsychologen

Oswald Neubergers aktiv zu

werden, und Spielräume eigenverantwortlich

im Sinn des Unternehmens

zu nutzen. Wo finden sich aber in der

Realität eine eingebaute Garantie häufiger

Erfolgserlebnisse, durchschaubare

Wettbewerbssituationen, die Aussicht

auf Auszeichnungen, „epic win“, „Ruhm

und Ehre“? Nirgendwo in dieser Bündelung.

Mitarbeitende und Führende

engagieren sich in einem nicht kalkulierbaren

Konkurrenz- und Arbeitsumfeld.

Dort ist es gerade nicht leicht, konkrete

Bedingungen anzugeben, bei denen

Erfolge und Belohnungen winken.

Foto: (Screenshot The Elder Scrolls V: Skyrim) Kenneth

DM /Flickr.com/ CC BY 2.0

In Computerspielen können Gamer ein komplexes,

virtuelles (Abenteurer-) Leben führen.

Alles auf Anfang? Falsch gedacht!

Auch die Optionen für ein Reset sind

rar gesät: Jede Entscheidung hat Folgen,

die zur Grundlage weiterer Entscheidungen

werden (Pfadabhängigkeit).

Dabei erleben die Akteure Enttäuschungen,

Fehlschläge, Niederlagen. Game-

Sozialisierte haben kaum gelernt, mit

Misserfolgen anders umzugehen, als

„halt noch mal von vorn oder weiter

unten/ hinten/ woanders anzufangen

oder weiterzumachen“. Dem gegenüber

verlangt die betriebliche Wirklichkeit

Anz_210x106_Anschnitt-bearb-3-13_Anzeige_130x70 19.03.13 13:46 Seite 1

Nehmen Sie sich die Freiheit, zu sitzen wie es Ihnen gefällt.

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P.T. MAGAZIN 5/2014


Über die Autorin

n Dr. Regina Mahlmann, promovierte Soziologin

und Philosophin, arbeitet als Coach, Beraterin

und Referentin in und für Unternehmen. Weitere

Information unter http://dr-mahlmann.de/

das „Dennoch“ oder „Trotzdem“. Resilienz

ist gefragt: das Wachsen an Hürden,

das lernende Weitermachen auf der

Basis des Geschehenen.

Foto: (Screenshot Bioshock Infinite) Joshua Livingston

JBLivin /Flickr.com/ CC BY 2.0

Gestalte deine Welt. Entscheidungsfreiheit

mit Neustartgarantie und ohne Risiko.

Der Esel und seine Karotte

Jedes Game behandelt Gamer in der

Karotten-Psychologie des Instant-Feedbacks

mit Reset-Option. Beides wird von

Personalern gefordert, gefeiert und verteidigt

– ohne dass die Kosten erwähnt

würden: Abhängigkeit von anderen bzw.

Verunselbstständigung, aktionistisches,

unverbindliches Handeln, Ablehnen von

Verantwortung. (Tatsächlich will ja

nur eine Minderheit der Game-Sozialisierten

in Führungspositionen.) Bei

allem, was Game-Sozialisierte lernen

mögen: Das Game-psychologische

Design steht in einem kritischen Verhältnis

zu Führungsanforderungen im

Dienst der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen

(Selbstorganisation, Reflexion,

verlässliche Sachkompetenz, internale

Steuerung, personale und organisationale

Resilienz).

Personaler und Weiterbildner sind

gefordert

Selbst wenn Spielende innerhalb eines

Spiels lernen, beispielsweise mit Komplexität

umzugehen, sich selbst zu organisieren,

koordiniert zu handeln, bleiben

bis dato grundlegende Fragen wissenschaftlich

und empirisch unbeantwortet.

Zwei davon lauten: Transferieren Spieler

das Gelernte in andere Spiele (Spielkontexte)?

Transferieren sie das Gelernte

in Nicht-Spiel-Kontexte, etwa in den

betrieblichen Alltag? Unternehmen, die

Gamification und Games in Lernkontexten

anwenden, streichen heraus, dass es

intensiver moderierter Nacharbeit als

Bedingung der Möglichkeit für Transfer

bedarf. Von selbst geschieht die Übertragung

dieser Fertigkeiten in den Beruf

nicht. Hierfür bedarf es klarer und systematischer

Fragen und Hilfestellungen:

Etwa dieser: Ähnelt meine aktuelle Problemsituation

einer in meinen Games?

Was genau ist ähnlich? Was ist mit Blick

auf Entscheidungskern, Umfeld, Personen

etc. fundamental unterschiedlich?

Welche Strategie half mir im Game?

Was könnte ich davon anwenden? Mit

welchen wahrscheinlichen Folgen? Apologeten

der „gamifizierten“ Unternehmensführung

und Anhänger der, durch

manche Verhaltensökonomen „geadelten“,

außerbetrieblichen Lenkungseinflüsse

irren.

Ihnen entgeht, dass spielpsychologisch

Sozialisierten notwendige

Fertigkeiten fehlen, die zu verantwortungsvoller

Expertenarbeit und zu Unternehmensführung

notwendig erforderlich

sind. Personaler und Weiterbildner

finden hier ein weites Feld korrigierender,

kompensierender, komplementierender

Aufgaben. Sie sollten umgehend als

Anwälte von Unternehmenserfolg und

„Business Partner“ agieren. „Die wollen

doch nur spielen“ – „Gern, aber nur da,

wo es passt.“ ■

Regina Mahlmann

P.T. MAGAZIN 5/2014

Film & Video Production

Translation Services

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Internet Services


Esco –

denkanstößig

Über den Autor

n Menschen. Marken. Märkte.

Kreative Kommunikation.

Esco Schrader – der Markenmann.

Weissekreuzstr. 18

30161 Hannover

Fon +49 (0)511 – 3 88 01 17

Fax +49 (0)511 – 3 88 01 17

Mail: esco-schrader@freenet.de

Bild: DAVIN TAYLOR Markenkommunikation GmbH

Wirtschaft

62

„Hau ab, Dicker!“, sagte David. „Hier bin ich König!“

So ähnlich hatte der Kronprinz den feisten Falstaff und

seine früheren Saufkumpane vom Hof gejagt, als er

vom Party-Prinzen zum König Heinrich V. geworden war.

David schrie nicht mehr.

David sagte nicht mehr „Ey!“

Ein König tut sowas nicht.

Er benimmt sich – souverän.

David hatte viel von Shakespeare gelernt.

Nun mal ernsthaft:

Ein erfolgreiches kleineres oder mittelständisches

Unternehmen fokussiert sich auf seine Kern-Kompetenzen

und definiert sein Absatzgebiet selbst:

„Hier bin ich König!“

Ein „Königreich“ kann durch ein schmales, dafür

tiefes, spezialisiertes Angebot, aber durchaus

auch rein geografisch definiert werden, - z.B.

50 km rund um den Firmen-Standort.

Ein „Königreich“ von 100 km Durchmesser kann

schon eine wertvolle Herrschaftszone sein!

Ein solches „Königreich“ aber muss zunächst

gewonnen und dann verteidigt werden!

Dazu muss es Prioritäten geben:

1. Die konstante Pflege der Kundenbeziehungen.

2. Die sorgfältige Image- und Identity-Pflege.

3. Die aufmerksame Pflege der Marktkenntnisse.

4. Die ständige Aktualisierung des Knowhow.

Wenn dann

• Produkt-Qualität, technologische Kompetenz, Innovationskraft

und dichte Marktabdeckung zusammenkommen,

• wenn im selbst definierten und freiwillig begrenzten

Absatzbereich eine dichte Marktabdeckung erreicht

wird,

• wenn unternehmerische Einstellung, Flexibilität

und Identifikation hinzukommen,

• wenn das ganze Unternehmen auf gemeinsame

Ziele und Visionen eingeschworen ist,

dann kann daraus eine „gefühlte Marktführerschaft“

entstehen.

Das Unternehmen wird als kraftvoll und mächtig

empfunden, als „König in seinem Reich“.

Für die Dicken, die mit grossem Angebot und

mit viel Geld flächendeckend das ganze Land,

Kontinente, den Globus gar überziehen wollen,

bleibt da leider nur ein „weisser Fleck“.

„Bei mir nicht!“ sagt König David.

Über Beweglichkeit,

schnelle, kurze Entscheidungs-Wege

und andere Vorteile des Mittelstands

gegenüber den Dicken

können Sie im nächsten Esco-Denkanstoß lesen.

Neue Wirtschaftswunder

Am 9. und 10. Oktober laden die Studenten der Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg unter dem Motto „Wirtschaftswunder

3.0 – erfolgreiches und nachhaltiges Handeln in

der Welt von morgen“ dazu ein, mit Schlüsselfiguren aus Praxis

und Theorie über Wirtschaftsthemen von morgen zu diskutieren.

Zu den Referenten gehören unter anderen der ehemalige

Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank Prof. Dr. Dr. Otmar

Issing, Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender der DATEV eG

und BITKOM-Präsident, Dr. Arend Oetker, Gesellschafter der Dr.

Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG, und der ehemalige Bundeswirtschaftsminister

Dr. Wolfgang Clement.

Neben den honorigen Stars der Wirtschafts- und Politikszene

sind es die innovativen Köpfe der „Neuzeit“ wie Catharina

van Delden, CEO und Gründerin der innosabi GmbH sowie

Präsidiumsmitglied des BITKOM e. V., die dem Ludwig Erhard

Symposium den visionären Charakter verleihen. Van Delden

freut sich – neben ihrem eigenen Beitrag – auf den von Dr. Franz

Ehrnsperger: „Er zeigt uns eine tolle Erfolgsstory im Bereich

Markenführung mit der Marke ‚now‘. Ich hoffe auf ein persönliches

Gespräch rund um Crowdsourcing für Limonaden.“

Die Möglichkeit des persönlichen Austauschs ist unter

anderem auch Motivation für das rein freiwillige Engagement

der 40 Studenten aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften,

die sich seit mehr als einem Jahr auf den „Wirtschaftsgipfel“

in Nürnberg vorbereiten. Von der Referentenakquise

über die Hotelbuchung, Gästebetreuung und Saalmiete bis hin

zum Catering – die gesamte Organisation des Symposiums liegt

in studentischer Hand.

Weitere Informationen auf www.le-symposium.de

oder www.facebook.com/lesymposium.


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Die Lebens-Zwischen-Bilanz

Wer mit einer Biographie auf sein

unternehmerisches Handeln zurückblickt,

kann neue Energie und Pläne für

die Zukunft entwickeln

Foto: © carlosseller / fotolia.com

Wirtschaft

64

Mittelständische Unternehmer sind das

Rückgrat unserer Gesellschaft. Mit Ideenreichtum,

Ausdauer, Mut, Verantwortungsbewusstsein

und Risikofreude entwickeln

sie sich und ihre Firmen stetig

durch alle Krisen hindurch weiter. Sie

wissen wie es sich anfühlt, an die Grenze

des Machbaren zu gelangen und diese

durch ihre hohe Flexibilität überwinden.

Sie erinnern an Atlas, dessen Aufgabe es

war, die Last der Erde auf seinen Schultern

zu tragen.

Wie Atlas geht es auch dem mittelständischen

Unternehmer: große Verantwortung

auf den Schultern und wenig Zeit

für sich selbst.

Foto: Lalupa/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0

Alles hat seinen Preis

Wo bleibt neben dem Unternehmer

der Mensch in diesem sich endlos drehenden

Getriebe von Auftragsbeschaffung,

Auftragsabarbeitung und permanenten

Wachstum? Einer von ihnen

sagt: „Mein Maschinenpark ist immer

top gewartet. Aber was ist im Laufe von

zwanzig Jahren aus mir geworden?“

Es geht darum, Freiraum für sich selbst

zu schaffen

Einen solchen bietet Irene Wahle,

Gewinnerin des 1. „Deutschen Biographiepreises“,

mit einer außergewöhnlichen

Biographie, der Lebens-Zwischen-

Bilanz (LzB). Das ist eine Biographieform

die dem Unternehmer viele Chancen

bietet: sie stellt seine Bedürfnisse ins

Zentrum der Aufmerksamkeit; zeichnet

im Eintauchen ins eigene Sein Persönlichkeitsentwicklung

nach und macht

Wünsche sichtbar. Es ist ein Prozess,

der Entspannung, Inspiration und Zeit

braucht und der es dem es dem Unternehmer

gestattet, die Routine seines

Alltags zu durchbrechen.

Das ermöglicht beispielsweise ein

Ort wie Weimar mit seinem Odem großer

Geister, der eingebettet in eine grandiose

Landschaft ruht. Mit einem Kunden

arbeitet die Biographin wiederholt

dort, um Schritt für Schritt dessen LzB zu

erarbeiten. Dieser Mann ist ein facettenreicher,

engagierter Macher, sein Expertenrat

ist stets gefragt. Aber über all

dem hat er sich selbst vergessen. Als die

Biographin und der Unternehmer sich

das erste Mal trafen, war er nach eigener

Aussage auf der dritten Überholspur

unterwegs, arbeitete achtzig Stunden

pro Woche und manchmal 48 Stunden

am Stück. Heute sagt er über diesen

Zustand: „Damals war das ok für mich.

Aber heute frage ich mich, ob ich irre

war.“

„Die beste Rendite meines Lebens“

So definiert er die Zusammenarbeit, in

der er sich persönlich weiter entwickelt

und vielfältige Erkenntnisse gewonnen

hat. In der er Lösungen für Uralt-Baustellen

gefunden, seine Unternehmensnachfolge

und seine Lebensvision geklärt hat.

Eine Führungskraft des Kunden meint

über seinen äußerlich sichtbaren Wandlungsprozess:

„Ich weiß nicht, was du

für ein Mittel du nimmst. Aber nimm es

bitte weiter.“

Sich auf diesem guten Wege wissend…

trafen sich die beiden zu einer weiteren

Staffel. Der Geschäftsführer sagt über

die Arbeit an seiner Biographie:

„Die Lebens-Zwischen-Bilanz ist die

Belohnung meiner lebenslangen Bemühungen,“

während die Biographin resümiert:

„Es ist es ein Geschenk für mich

in welch rasanten Schritten die Veränderung

mit meinem Kunden von Statten

geht. Aus dem, der nach einem halben

Satz zum nächsten Satz hastete, ist einer

geworden, der in sich ruht und eins mit

sich und der Welt ist. Der gleichzeitig

weiß, dass es noch viel zu tun gibt.“

Mehr als eine Biographie

Es ist eine intensive Woche, in der sich

seine Erinnerungen verdichten, sowie

der Wunsch Wirklichkeit wird, sich den

Bildenden Künsten als Quelle der Inspiration

zu nähern. Am Ende steht mehr

als eine Biographie des Vergangenen

die als Buch in Wort und Kleid die Persönlichkeit

eines Menschen reflektiert.

Es ist eine Lebens-Zwischen-Bilanz die

als Ist- und Standortanalyse Altlasten

aufgearbeitet hat und frei macht für die

Gegenwart. •

Über die Biographin

n Irene Wahle schreibt und produziert

Biographien und Firmenchroniken.

Sie setzt sich mit ihrer Arbeit dafür

ein, Erinnerungen als wichtigen Teil

unserer Kulturgeschichte zu bewahren

und Lebensleistungen zu würdigen.

Weitere Informationen:

http://www.irene-wahle.de

P.T. MAGAZIN 5/2014


Nachhaltige Konzepte

für das Energiesystem der Zukunft

INTELLIGENTE LÖSUNGEN VON AVAT

AUTOMATION – Dezentrale Energieerzeugung

mittels Kraft-Wärme-Kopplung

spielt eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz.

AVAT Automation ist eines der

weltweit führenden Unternehmen bei

dieser Technologie. Darüber hinaus verfügt

das Unternehmen über eine hohe

Systemlösungskompetenz und bietet

clevere Lösungen für die Energiewirtschaft.

Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion sind

Ziele, die AVAT schon seit über 20 Jahren

auf seiner Agenda hat. Deshalb muss

Geschäftsführer Frank Ganssloser gelegentlich

ein wenig schmunzeln, wenn

diese Themen immer mehr in den Mittelpunkt

des öffentlichen Interesses

rücken. Denn dezentrale Energieerzeugung

mittels Kraft-Wärme-Kopplung

spielt eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz

und AVAT Automation bietet mit

seiner Expertise rund um Blockheizkraftwerke

(BHKW) hierfür die Technologie

– durchgängig von der Motorsteuerung

bis zur Kraftwerks-Leittechnik. Für die

Entwicklung von Motormanagement-

Systemen großer BHKW-Gasmotoren,

greifen internationale Aggregate-Hersteller

auf die langjährige Erfahrung

von AVAT zurück. Das Unternehmen hat

sich fachübergreifendes Wissen in der

Motorentechnologie angeeignet und ist

damit in der Lage, seine Kunden von der

initialen Idee über den Prototyp bis hin

zur Serienlieferung zu begleiten.

Abgerundet wird diese Kernkompetenz

durch individuell entwickelte

Automations-Systemlösungen für die

Energiewirtschaft. Das heißt, komplexe

Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Leittechnik

rund um die Wärmeversorgung:

von innovativen Heizkraftwerken bis hin

zu anspruchsvollen Projekten im Bereich

Energie- und Lastmanagement, wie

virtuellen Kraftwerken mit Integration

erneuerbarer Energien.

Intelligenz aus der Region und für die

Region – das Virtuelle Kraftwerk Neckar-

Alb

Das durch das zentrale Innovationsprogramm

Mittelstand (ZIM) geförderte

Kooperationsnetzwerk (KN) „Virtuelles

Kraftwerk Neckar-Alb“ verbindet kompetente

Partner aus Energiewirtschaft,

Industrie und Forschung. AVAT Automation

ist ein Netzwerkpartner.

Die Idee des Netzwerks resultiert aus der

Erkenntnis, dass der Ausbau der erneuerbaren

Energien die heutige Energieversorgung

stark verändern wird. Das

zentrale Versorgungssystem muss zu

einem dezentralen, nachhaltigen und

wirtschaftlichen Energiesystem umgebaut

werden.

Die Strategie hinter dem Virtuellen

Kraftwerk Neckar-Alb ist die Weiterentwicklung

der Region im Verbund mit

IHK, Hochschulen und Unternehmen

durch den Aufbau dezentraler Versorgungs-Strukturen

unter Einbeziehung

der Bevölkerung. Das heißt, es werden

dezentrale Energieerzeuger wie etwa

PV-Anlagen und Blockheizkraftwerke,

Verbraucher wie zum Beispiel Wärmepumpen

sowie Speicher zusammengeschaltet.

Ziel hierbei ist es, die nicht

steuerbare Einspeisung erneuerbarer

Energien intelligent zu koordinieren

mit flexibel steuerbaren Erzeugern und

Verbrauchern, um damit Angebot und

Nachfrage von Energie im Netz auszubalancieren.

„Wir möchten mit diesem innovativen

Ansatz einen praktischen regionalen

Beitrag zur Energiewende leisten,“

so IHK-Reutlingen Hauptgeschäftsführer

Wolfgang Epp.

Das langfristige wirtschaftliche Ziel

des Kooperationsnetzwerks Neckar-Alb

ist eine überregionale Spitzenstellung

im Bereich „Virtueller Kraftwerke“, die

ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen

dezentralen, nachhaltigen Energiewirtschaft

sein werden.

„Virtuelle Kraftwerke

sind wichtige

Bausteine der

Energiewende.“

Frank Ganssloser

Firmenportrait

Frank Ganssloser (li.) und Baden-Württembergs

Umweltminister Franz Untersteller

bei AVAT Automation GmbH.

AVAT AUTOMATION GMBH

Frank Ganssloser startete 1988 mit einem Ingenieurbüro für dezentrale Energie-

Erzeugung und Versorgungstechnik. 1993 wurde die AVAT Automation GmbH mit

acht Mitarbeitern in Tübingen gegründet. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von

Produkten und Systemen für die dezentrale Energieerzeugung mit Blockheizkraftwerken.

Abgerundet wird das Portfolio durch ein umfassendes Dienstleistungsangebot:

Automatisierungs-Komplettlösungen für kommunale und regionale Energieversorger

sowie Projekte im Bereich erneuerbarer Energie. Heute zählt das Unternehmen rund

70 hoch qualifizierte und engagierte Mitarbeiter, die in interdisziplinären Teams

arbeiten. Überwiegend Ingenieure verschiedener Fachrichtungen, Informatiker und

Naturwissenschaftler bringen ihr Wissen in das Unternehmen ein.


Alles am Fluss:

Die Metropolregionen an

Rhein, Main und Neckar

Spezial | Regional

66

Von Gießen bis Tübingen, von Frankfurt bis an die Grenze Frankreichs strecken

sich drei der erfolgreichsten Wirtschaftsräume Deutschlands.

Den Rahmen für die drei grenzübergreifenden

Metropolregionen Rhein-Main,

Rhein-Neckar und Stuttgart bilden die

Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz

und Baden-Württemberg. In diesen

Wirtschaftsräumen sind insgesamt

13,2 Millionen Menschen zu Hause,

zusammen wird eine Fläche von rund

36.000 km 2 eingenommen. Kernstädte

bzw. regionale Oberzentren bilden die

Städte Frankfurt/Main, Stuttgart, Ludwigshafen

und Mannheim.

Metropolregion

Rhein-Neckar

Foto: Rhein-Neckar

Der mit 2,3 Millionen Einwohnern siebtgrößte

Wirtschaftsraum Deutschlands

zählt seit 2005 zu den europäischen

Metropolregionen und bezeichnet den

Verdichtungsraum im Dreiländereck

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz

und Hessen. Begünstigende Faktoren

sind hier die Lage im Europäischen

Städtegürtel zwischen dem Rhein-

Main-Gebiet und Stuttgart sowie die

hervorragende Verkehrsanbindung in

alle Richtungen. Große Industrie- und

Dienstleistungsunternehmen wie die

BASF in Ludwigshafen, John Deere und

ABB in Mannheim, Heidelberger Druckmaschinen

und die SAP in Walldorf sind

hier angesiedelt. Von deren Standorttreue

profitieren auch kleinere und mittelständische

Unternehmen.

Foto: Rhein-Neckar

Foto: Rhein-Neckar

Bild: IKM

Kerndaten

Bevölkerung: 2,4 Millionen

Bevölkerungsdichte: 419 EW/km 2

Fläche: 5.637 km 2

BIP: 66,3 Milliarden

BIP je Erwerbstätigem: 57.300

Hochschulen: 21

Studierende: 83.000

Internet: www.m-r-n.com

P.T. MAGAZIN 5/2014


Metropolregion

Stuttgart

Im wirtschaftlichen Ballungsraum

der Metropolregion Stuttgart, der die

Regionen Stuttgart, Heilbronn-Franken,

Nordschwarzwald, Ostwürttemberg und

Neckar-Alb umfasst, leben etwa 5,3 Millionen

Menschen. Die Innovationsstärke

in der Metropolregion Stuttgart liegt vor

allem in den traditionell wichtigen Branchen

des Maschinenbaus, insbesondere

im Bereich der Werkzeugmaschinen, und

des Automobilbaus beziehungsweise

der Automobilzulieferindustrie. Unternehmen

wie Daimler, Porsche, Audi,

Bosch, Würth und Trumpf prägen die

Metropolregion Stuttgart und erwirtschaften

mit 1,4 Millionen Arbeitskräften

über 93 Milliarden Euro. Sie machen

damit diese Region zu einer der bedeutendsten

Wirtschaftsregionen Europas.

Doch gerade KMU können in der Metropolregion

mit der höchsten Arbeitsproduktivität

aufwarten und verfügen über

ein umfassendes Angebot an produktbegleitenden

Dienstleistungen sowie über

sehr eingespielte Geschäftsbeziehungen

zu Lieferanten und Abnehmern.

Foto: Würth

Foto: Schub@ / flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Foto: Bosch

Bild: IKM

Kerndaten

Bevölkerung: 5,2 Millionen

Bevölkerungsdichte: 338 EW/km 2

Fläche: 15.400 km 2

BIP: 194 Milliarden

BIP je Erwerbstätigem: 69.398

Hochschulen: 31

Studierende: 131.000

Internet: www.region-stuttgart.org

Foto: R∂lf / flickr.com (CC BY 2.0)

Metropolregion

Rhein-Main

P.T. MAGAZIN 5/2014

Das Symbol des wichtigsten Finanzund

Handelsplatz Deutschlands ist

schon aus weiter Entfernung sichtbar:

Keine andere deutsche Stadt konzentriert

Banken, Versicherungen und weltweit

agierende Unternehmen so stark

an einem Punkt, dass sich eine derart

formgebende und markante Skyline in

den Himmel schrauben konnte. Größter

Arbeitgeber und zentraler Leuchtturm

der Logistik-Branche ist natürlich der

internationale Flughafen Fraport. 30

Hochschulen bilden in der Wissensregion

Frankfurt/Rhein-Main den Nachwuchs

aus. Und als wichtigster Netzwerkknoten

in Europa verfügt Frankfurt/

Rhein-Main über eine Schlüsselposition

in der nationalen und europaweiten IT-

Infrastruktur. Auch damit schafft Frankfurt/Rhein-Main

Wege in die Zukunft.

Foto: LSDSL / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0 DE)

Foto: Thomas Wolf / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Foto: Brücke-Osteuropa / Wikimedia Commons (CC0 1.0)

Bild: IKM

Kerndaten

Bevölkerung: 5,5 Millionen

Bevölkerungsdichte: 374 EW/km 2

Fläche: 14.800 km 2

BIP: 168 Milliarden

BIP je Erwerbstätigem: 60.500

Hochschulen: 29

Studierende: 180.000

Internet: www.region-frankfurt.de


Main-Tauber-Kreis mit Perspektiven

Eine der sichersten, innovativsten und

familienfreundlichsten Regionen Deutschlands

Spezial | Regional

68

Mit einer Arbeitslosenquote von knapp

3,2 Prozent ist der nördlichste Kreis

Baden-Württembergs nicht nur ein

zukunftssicherer Arbeits- und Lebensraum

sondern gehört auch zu denen,

die deutschlandweit mit immerhin 22

Unternehmen die höchste Weltmarktführerdichte

haben. Dennoch bleibt

auch diese Region von den Folgen des

demographischen Wandels, des Fachkräfte-

beziehungsweise Personalmangels,

nicht verschont. Es sind optimale

Voraussetzungen gegeben, um hier

arbeiten zu können, aber das Personal

fehlt. Daher bemüht sich die Wirtschaftsförderung

des Kreises, die knapp

130.000 Einwohner zu halten und Neue

zu gewinnen.

Der Main-Tauber-Kreis zeichnet

sich vor allem durch seine innovative

Industrie, vielseitige Landwirtschaft

und optimale Infrastruktur aus. „Bei uns

kann man Arbeit und Lebensqualität

hervorragend miteinander vereinbaren“,

erklärt Udo Glatthaar, Oberbürgermeister

von Bad Mergentheim. Es werden

ideale Verhältnisse geboten. Günstiges

Wohnen, ausgezeichnete Schulen und

aktuell 49.000 Arbeitsplätze in nahezu

allen Branchen – um nur einige wenige

Voraussetzungen zu nennen. Der Familienatlas

bescheinigte für die Region beste

Werte bei Vereinbarkeit von Familie

und Beruf, Wohnsituation und -umfeld,

Angebote und Organisationen der regionalen

Familienpolitik sowie Betreuung

von Kleinkindern.

Der Wirtschaftsstandort ist schwerpunktmäßig

in den Geschäftsfeldern

Glas- sowie Möbelindustrie, Maschinenbau,

Metall-, Textilverarbeitung und

in der Gesundheitswirtschaft vertreten.

Aber auch Landwirtschaft sowie Weinbau

und damit verbunden der Tourismus

spielen eine große Rolle. In allen

Bereichen sind ideale Berufschancen

gegeben, egal ob für Berufseinsteiger

oder für erfahrene Fachkräfte.

Einer der Weltmarktführer im

Main-Tauber-Kreis ist die „Würth Industrie

Service GmbH & Co. KG“ in Bad

Mergentheim. Sie ist spezialisiert auf

die Belieferung der produzierenden

Industrie im Bereich automatisiertes

C-Teile-Management wie Schrauben,

Muttern oder Scheiben. Das europaweit

modernste Logistikzentrum für Industriebelieferung

wurde 1999 gegründet.

Angefangen wurde mit 70 Mitarbeitern

während es heute rund 1.250 Arbeitnehmer

sind. Der Weltmarktführer beweist

anhand seiner „Vision 2020“, dass der

Bild: Tourismusverb.

„Liebliches Taubertal“

Peter Frischmuth

Die Trinkhalle der berühmten lokalen Quelle.

Bild: Stadt Bad Mergentheim

Städtisches Idyll in Bad Mergentheim.

Main-Tauber-Kreis eine sichere Möglichkeit

für die Zukunft bietet. Aktuell werden

30 neue Mitarbeiter gesucht, auch

Quereinsteiger und Erfahrene ab 50 Jahren.

Ein weiterer Marktführer ist die

„familiengeführte WITTENSTEIN gruppe“.

Das Unternehmen steht national wie

international für Innovation, Präzision


Über den Autor

n Stephan Trutschler ist Hotelfachwirt,

Journalist und Bankdirektor

a.D. Zudem ist er Geschäftsführer

der Medienkontor Dresden

GmbH, wo er auch die Bereiche

Politik, Training und Redaktion

verantwortet.

Modern, leistungsfähig,

effektiv und höchste Qualität

Präzise

Ihr Gewinn

P.T. MAGAZIN 5/2014

Bild: WITTENSTEIN AG

Die Innovationsfabrik von WITTENSTEIN.

Bild: Tourismusverb.

„Liebliches Taubertal“

Peter Frischmuth

Das „Liebliche Taubertal“

und Exzellenz in der Welt der mechatronischen

Antriebstechnik. Es werden

unter anderem hochpräzise Planetengetriebe,

komplette elektromechanische

Antriebssysteme, sowie AC-Servosysteme

und -motoren entwickelt, produziert

und vertrieben. Zudem ist das

Unternehmen ein Vorbild in Sachen

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Die Anfänge der WITTENSTEIN AG

gehen ins Jahr 1949 zurück. Damals stellten

sie Nähmaschinen für Handschuhe

her. In den 80er Jahren lösten Getriebe

die Nähmaschinen ab.

Um auch in Zukunft immer einen

Schritt voraus zu sein, bietet die WIT-

TENSTEIN gruppe eine Perspektive nach

dem Motto „Pioniere zu uns“. „Pioniere“,

die mit neuen Ideen und Engagement

viel bewegen möchten, sind dort genau

richtig.

Die Michael WEINIG AG in Tauberbischofsheim

wiederum produziert

Maschinen sowie Anlagen für die Massivholzbearbeitung

und ist ebenso ein

weltmarktführendes Unternehmen im

Main-Tauber-Kreis. Die WEINIG-Qualität

zeichnet sich durch maximale Holzausbeute

bei immer weniger Energieverbrauch

aus. Dadurch produzieren die

Kunden wirtschaftlich und Ressourcenschonend.

Die Firma wurde 1905 als Handels-

und Fertigungsbetrieb für landwirtschaftliche

Maschinen von Michael

Weinig gegründet. Der Kunde ist bei

WEINIG sprichwörtlich „König“. Mit dem

WENIG-Trainings-Konzept werden die

Auftraggeber von Experten geschult,

damit ihre Maschinen in kürzester Zeit

den maximalen Nutzen ziehen.

Um dem demographischen Wandel

entgegenzuwirken und sich als Wirtschaftsstandort

noch stärker zu positionieren,

bearbeitet die Wirtschaftsförderung

des Main-Tauber-Kreises aktiv das

Thema Willkommenskultur. Um Fachkräfte

für den Landkreis zu gewinnen,

hat man sich einen besonderen Wettbewerb

einfallen lassen. Unternehmen und

Kommunen aus dem Kreis haben die

Möglichkeit, durch ein besonderes Engagement

zum Thema „Willkommenskultur“

den Zukunftspreis und somit 3.000

Euro zu gewinnen. Es geht um gelebte

Willkommenskultur. Neue Arbeitnehmer

und deren Familien sollen bei ihrem

Start von den Unternehmen begleitet

und unterstützt werden.

Mitte September wird ein „Welcome

Center“ in Tauberbischofsheim eröffnet.

Hauptaufgabe ist die nationale, aber

vor allem auch zunehmend die internationale

Positionierung der Region als

attraktivem Arbeits- und Lebensstandort.

Zwei Mal im Monat wird das Expertenteam

aus Heilbronn vor Ort sein und

sowohl Fachkräfte als auch Unternehmen

von alltäglichen Fragen bis hin zu

individuellen Problemstellungen beraten.

Die drei beispielhaft genannten

Firmen sowie die kulturellen und wirtschaftlichen

Faktoren beweisen, dass der

Main-Tauber-Kreis einen großen Ehrgeiz

hat und sich aktiv für seine Einwohner

einsetzt. „Hier lebt und arbeitet man

in einer traumhaften Kulturlandschaft“,

erklärt Jochen Müssig, Dezernent für

Kreisentwicklung, Kultur und Bildung.

„Das ist nur einer der Gründe, hier seine

Heimat zu suchen, sein Glück zu finden

und Erfolg zu haben.“ •

Stephan Trutschler

• Maschinenbau

• Werkzeugbau

• Vorrichtungsbau

• Sondermaschinenbau

Röllgassgarten 6 · 35274 Kirchhain-Anzefahr

www.aschenbrenner-gmbh.com


Bild: Bertelsmann-Stiftung

Umfassendes Datenmaterial zum demografischen

Wandel kommunal aufbereitet

Spezial | Regional

70

Es ist nie zu früh für Empirie: Gerade

Kommunen sind in ihrer wirtschaftlichen,

sozialen und räumlichen Planung

auf solides Zahlen- und Datenmaterial

angewiesen. Das Portal wegweiser-kommune.de

der Bertelsmann Stiftung hält

nun für alle Städte und Gemeinden mit

mehr als 5.000 Einwohnern eine Fülle

an Daten und Informationen rund um

den demographischen Wandel bereit.

Durch die regelmäßige Aktualisierung

der Daten entstehen spannende Zeitreihen

für die Kommunen. Der Wegweiser

ermöglicht zudem den Blick auf Entwicklungen

in den Politikfeldern Bildung,

soziale Lage, Integration und Finanzen.

LebensWerte Kommune

Das interaktive Portal ist das zentrale

Instrument des Programms Lebens-

Werte Kommune. Dieses thematische

Angebot hat sich zur Aufgabe gemacht,

Kommunen bei der Planung zukunftsfähiger

Lösungen zu unterstützen. Analysen

und Empfehlungen richten sich

an kommunale Entscheider und stehen

auch allen interessierten Bürgern zur

Verfügung.

Unter www.wegweiser-kommune.de

finden Sie:

➠ Kommunale Daten zu den Themen

Demographischer Wandel, Wirtschaft &

Arbeit, Wohnen, Bildung, Finanzen, Soziale

Lage und Integration ➠ Konkrete und

differenzierte Handlungskonzepte für

Kommunen ➠ Wissenschaftliche Studien

und konkrete Handlungsansätze

zu den Politikfeldern Demographischer

Wandel, Finanzen, Bildung, Soziale Lage

und Integration ➠ Kommunenspezifische

Berichte zu verschiedenen Themen

mit Daten, Grafiken und Karten

➠ Interaktive Werkzeuge zur anschaulichen

Darstellung unterschiedlicher

Themen

Der Wegweiser Kommune kann als

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6. Forum Effektive Fabrik

Schlanke Prozesse und zukunftssichere IT-Tools

Foto: MPDV Mikrolab GmbH

„7 Milliarden

Menschen mit europäischem

Wohlstandsniveau ist nicht

darstellbar ohne die Optimierung

der Produktionsprozesse

und eine dramatische Verbesserung

der Energie- und

Ressourceneffizienz.“

Ernst Ulrich von Weizsäcker

In Zeiten wachsender Anforderungen

hinsichtlich Flexibilität und Wirtschaftlichkeit

rückt die Wettbewerbsfähigkeit

produzierender Unternehmen

immer mehr in den Fokus. Gerade in

Hightech-Ländern wie Deutschland ist

der effiziente Umgang mit allen Ressourcen

(Maschinen, Material, Energie

und Personal) von besonderer Bedeutung.

Genau hier setzt ein modernes

Manufacturing Execution System (MES)

wie HYDRA von MPDV an und unterstützt

Fertigungsunternehmen dabei,

versteckte Potenziale in der Produktion

aufzudecken und den Ressourceneinsatz

zu optimieren. Ganz im Zeichen von

Industrie 4.0 steigert ein MES-System

die Vernetzung in der Produktion und

fördert dadurch faktenbasierte Entscheidungen.

Anders gesagt: Mit einem MES-

System legen Fertigungsbetriebe heute

schon den Grundstein für Industrie 4.0

und die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen

Unternehmens.

Geschäftsführer und Entscheider

produzierender Unternehmen, die sich

mit Gleichgesinnten zum Thema Produktivität

und Wettbewerbsfähigkeit

austauschen wollen, sollten sich das „6.

Forum Effektive Fabrik“ am 24.09.2014

in Hockenheim nicht entgehen lassen.

Neben dem Schirmherren und Key-Speaker

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker

diskutieren die MES-Experten von MPDV

sowie langjährige HYDRA-Anwender

über die Potenziale und Chancen einer

effizienten Produktion im Zeichen von

Industrie 4.0. Das „Forum Effektive

Fabrik“ hat sich über die Jahre zu einem

wichtigen Branchentreff entwickelt: Hier

spricht man über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts

Deutschland. Weitere

Informationen und Anmeldung unter

www.effektive-fabrik.de ■


Emotion neu definiert - der Mazda CX-5

Mit seiner neuen Formensprache weckt Mazda nicht

nur den Jagdinstinkt, sondern überzeugt gleichzeitig

mit Qualität und Sicherheit

Lifestyle | Auto

72

Die geschmeidigen Bewegungen von Raubkatzen in freier Wildbahn oder der energiegeladene

Moment, in dem ein Pfeil die Sehne des Bogens verlässt, sind Eindrücke, die

Designer in kraftvolle, spannende, fließende Linien umsetzen. Das leidenschaftliche

Resultat: der Kompakt-SUV Mazda CX-5. Mit seinen revolutionären SKYACTIV-Antriebstechnologien

und der aufregenden neuen Mazda Designsprache „KODO – Soul of

Motion“, freut man sich in der deutschen Dependance des japanischen Autobauers

über beständig wachsende Verkaufszahlen. Mazda ist die einzige japanische Marke,

die sich nicht mit jedem neuen Modell neu erfindet. Wie bei den deutschen Premiummarken

Audi und BMW wird die markentypische Designsprache auf alle Modelle

übertragen, mit großem Erfolg. KODO ist zugleich Markenkern. KODO grenzt sich als

eigenständiges Markenbild ab und gibt seinen Fahrern etwas von der Individualität

des guten Geschmacks, was wir so oft bei Toyota & Co. vermissen. Die Ingenieure und

Designer forderten Konventionen und traditionelle Sichtweisen heraus. Sie verwarfen

bestehende Erkenntnisse und Entwicklungen und bauten doch gleichzeitig auf ihnen

auf. Drei Kernelemente formen „KODO – Soul of Motion“: Das Design vermittelt den

Eindruck von Geschwindigkeit. Das Betrachten des CX-5 weckt den Wunsch, diese

Fahrmaschine kraftvoll in Bewegung zu setzen. Die Formensprache entwickelt ein

fein austariertes Gespür für Spannung,

für den Augenblick, in dem die Bewegung

beginnt. Eine elegante Form ohne

Überflüssiges im Geist der japanischen

Einfachheit. Ein Gefühl für Qualität, das

Tiefe und Raffinesse verkörpert und die

menschliche Note eines handgemachten

Produkts vermittelt, verführt.

Geduckt wie ein Tiger vorm Sprung wartet

der CX-5 darauf gefahren zu werden.

Fotos: Arnd Joachim Garth

P.T. MAGAZIN 5/2014


Der CX-5 ist die Realität einer Vision

Die Marke Mazda verweist zum einen

auf Ahura Mazda, die höchste zoroastrische

Gottheit. Sie steht für Weisheit und

Erkenntnis und vereint Mensch, Natur

und alle Götter. Zum anderen wird der

Name unseres Firmengründers im Japanischen

ebenfalls „Mazda“ ausgesprochen:

1920 gründete Jujiro Matsuda in

Hiroshima die Firma Toyo Cork Kogyo

Co.Ltd., das Stammhaus des heutigen

Mazda Konzerns. Aber zurück zum

CX-5, unserem Testwagen. Der Mazda

CX-5 ist ein Allrounder mit hohem Reisefahrzeugnutzen.

SKYACTIV steht bei

Mazda für fortschrittliche Motoren- und

Leichtbau-Technologie. Leise und zügig

meistert der SUV Autobahn und Landstraße.

Der solide wirkende Innenraum

vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und

ein wenig Luxus. Der Testwagen wartet

mit zweifarbigem, in rot vernähtem

Leder auf. Die Alu-Applikationen wirken

hochwertig. Klavierlack ergänzt die feine

Linie. Auch in der zweiten Reihe bleibt

zwei Erwachsenen genügend Raum auf

bequemen Sitzen. Assistenzsysteme,

wie zum Beispiel der City-Notbremsassistent,

automatisch abblendendes

Fernlicht, Licht- und Regensensor, ein

Parkpilot mit Rückfahrkamera und der

Spurhalteassistent etc. machen den

Mazda auch technisch interessant und

sicher. Das besondere Klangerlebnis ist

die Bose-Soundanlage. Boss Hoss wie

im Konzertsaal. Ein Vergnügen für einen

Satz feine Ohren.

Edel und modern. Der Innenraum.

Das Auge des Jägers. Die Designsprache

KODO zeigt Mazdas Ambitionen

Fahren in einer eigenen Dimension

Fahrspaß pur. Souverän bügelt die

Federung die Unebenheiten der Berliner

Katastrophenstraßen weg und der

Mazda hält präzise geradeaus. Dank

Allradantrieb gibt es auch keine Traktionsprobleme.

Soviel zur Autobahn.

Für gelegentliches Abenteurer-Feeling

sorgt seine Geländegängigkeit. Abseits

der Straße macht er eine gute Cowboyfigur

und zeigt, dass er nicht nur für

die Stadt taugt. Mit 4,56 m Länge und

einem Radstand von 2,70 m ist er auch

ein schickes, forsttaugliches Jägerauto.

Praktisch wäre eine elektrisch öffnende

Heckklappe – um das erlegte Wild oder

die Shopping-Tüten nach der Einkaufsjagd

ohne Abstellen zu platzieren. Der

Laderaum ist mit 503 Litern Volumen

sehr geräumig. Vorbildlich ist das Klapp-

Fach mit den vielen Ordnungsmöglichkeiten

im Boden des Laderaums.

Der kultivierte SKYACTIV-Motor

des Testwagens mit seinen 118 kW/160

PS und 6-Gangautomatik und Allrad

ist eine Fahrmaschine, die Freude neu

definiert. Lediglich ab 170 km/h wird

der Wagen etwas schwachbrüstig. Mit

Frontantrieb und 165-PS-Benzinmotor ist

der CX-5 schon ab 23.890 Euro zu haben.

Der Testwagen, natürlich vorbildlich ausgestattet

mit Navi und reichlich Komfort

wie elektrisch verstellbaren Leder-Sitzen

im schwarz-weiß Look ist ab 30.790

Euro zu haben. Wir sind gespannt, was

Mazda noch alles beseelt und bewegt

mit KODO, dem Trommelwirbel aus der

Seele. ■

Arnd Joachim Garth

P.T. MAGAZIN 5/2014

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Impressum

ISSN 1860-501x | 10. Jahrgang

Ausgabe 5/2014

Verlag: OPS Netzwerk GmbH,

Melscher Str. 1, 04299 Leipzig,

Tel. 0341 240 61 - 00, Fax 0341 240 61 - 66

info@op-pt.de | www.pt-magazin.de

Leserbriefe | Impressum

74

Leserbrief

Zu: Die Tellerwäscher von Mittweida

Der Beitrag ist sehr gelungen. Schön,

dass Sie die Mittweidas in Ost als auch

in West darstellen. Wirklich professionell

– einfach wohltuend. Für mich als

Wirtschaftsförderer der ältesten Stadt in

Sachsen-Anhalt ist es auch Bestätigung

der eigenen Arbeit, denn in Aschersleben

arbeiten sehr viele in- und ausländische

Unternehmer, Bürger, Politiker

und Verwaltungsmitarbeiter sehr erfolgreich

an einer soliden Entwicklung der

Stadt. Sollten Sie also weitere Erfolgsgeschichten

suchen – hier finden Sie, was

Sie suchen.

Matthias May, Aschersleben

Zu: Unternehmensnachfolge

Mit Begeisterung hielt ich gestern das

neue P.T. Magazin in Händen und habe

es als Mitglied des Kompetenznetzwerks

Mittelstand mit großer Aufmerksamkeit

gelesen. Besonders gut finde ich die Initiative

zum Thema Unternehmensnachfolge

und die geplanten Aktivitäten zur

Unterstützung der vielen tausend Mittelständler,

die alle vor einer großen Aufgabe

stehen. Als Strategieberaterin für

die Kommunikation im Mittelstand (PR/

Marketing) habe ich in meinem Umfeld

die Beobachtung gemacht, wie sehr die

Unternehmer/innen in der Umstellungsphase

in Organisatorischem verhaftet

sind und die Kommunikation mit Mitarbeitern,

Kunden und Geschäftspartnern

in dieser ereignisreichen Phase der

Unternehmensentwicklung vernachlässigen.

Das Resultat: Unsicherheit. Daraus

resultiert Vertrauensverlust und das

kann schnell Umsatz- oder Personalverlust

bedeuten.

Annett Oeding, Hamburg

Leser-Telefon: 0341 240 61-00 | Leser-Fax: 0341 240 61-66

Leserbriefe auch unter www.pt-magazin.de/service/leserbriefe

Zu: Chancenkontinent Afrika

Die Chancen sehe ich seit Jahren, aber

sie werden von den Afrikanern nicht

wirklich genutzt. Der „Doing Business

Report“ der Weltbank platziert die meisten

Staaten auf den letzten Plätzen 100

bis 180. Das dürfte auch der Grund sein,

warum nur 17 von 3,8 Millionen deutschen

Unternehmen z.B. in Kenia aktiv

sind. Deutsche Firmen nennen als Hindernisse

den Mangel an qualifizierten

Arbeitskräften, rechtliche Risiken für

Investoren (da die Vertragstreue oft nicht

sehr ausgeprägt ist), die meist marode

Infrastruktur, mangelnde Energie-und

Wasserversorgung und die Unzuverlässigkeit

der Transportknoten wie Häfen.

Hoffnung machen kleinere Länder wie

Botswana, Mauritius, Namibia, Sambia,

Ghana und natürlich Ruanda. Dort werden

gezielt die Rahmenbedingungen für

Investoren verbessert.

Volker Seitz, Botschafter a.D. und

Autor „Afrika wird armregiert“

Zu: Gender Mainstreaming

Ich möchte mich ganz herzlich bedanken

für Ihre Antwort auf den in Ihrer aktuellen

Ausgabe abgedruckten Leserbrief

von Frau Edith Brefeld, ihres Zeichens

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt

Gronau. Über die grassierende Unsitte,

die deutsche Sprache absichtlich misszuverstehen

und das dann noch für Gleichberechtigung

der Geschlechter zu halten,

kann ich seit Jahren nur noch den Kopf

schütteln – ganz zu schweigen von der

völligen Abwesenheit von Empathie in

diesen Kreisen für Problemlagen von

Jungen oder Männern. Sie haben einen

Leser gewonnen.

Ralph Zumkley (per E-Mail)

Super, wie Sie auf die Leserzuschrift von

Frau Edith Brefeld, Stadt Gronau (Westf.)

geantwortet haben: Souverän, sachbezogen,

eindeutig, klar, wichtig und richtig.

Univ.-Prof. Günter H. Hertel, Kesselsdorf

Das P. T. Magazin ist das offizielle Maga zin

des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung, eingetragen

im Stiftungsregister des Re gierungs

be zir kes Leipzig unter Nr. 2/1998.

Geschäftsführer:

Petra Tröger, Dr. Helfried Schmidt

Redaktion:

Dr. Helfried Schmidt (V.i.S.d.P.)

Jörg Petzold, Gunnar Marquardt

Autoren/Interviewpartner:

Matthias Freiling, Arnd Joachim Garth, Carlos

A. Gebauer, Christian Geinitz, Hanspeter

Georgi, Marcus Johst, Christian Kalkbrenner,

Bianca Labitzke, Regina Mahlmann, Gunnar

Marquardt, Günter Morsbach, Jörg Petzold,

Helfried Schmidt, Esco Schrader, Anne M.

Schüller, Wolfgang Thüne, Petra Tröger, Stephan

Trutschler, Irene Wahle

Korrespondenten:

Bernd Schenke (Berlin)

D-ROLF Becker (Halle)

Satz/Layout:

Josefine Schulz, Remo Eichner-Ernst

Cover Montage:

OPS Netzwerk GmbH/Remo Eichner-Ernst

Bilder: Screenshot: Living Earth /

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CC BY 2.0/

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Petra Tröger (V.i.S.d.P.)

Dirk Bollacke, Katrin Schulz, Stephanie Vagt

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Gutenbergstraße 2, 01471 Radeburg

Erscheinungsweise: 6 mal jährlich, Einzelpreis

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für 6 Ausgaben. Unser Magazin erhalten

Sie in unserem Verlag sowie im Abo und in

ausgewählten öffentlichen Einrichtungen.

Leser-Fax: 0341 240 61 - 66

E-Mail: redaktion@op-pt.de

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die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2014, gültig

seit 01.11.2013.

© 2014 OPS Netzwerk GmbH. Nachdruck nur

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gekennzeichnete Beiträge müssen nicht

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P.T. MAGAZIN 5/2014


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