Resilienz - Sucht-Hamburg

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Resilienz - Sucht-Hamburg

DOKUMENTATION

Gesund bleiben trotz

widriger Bedingungen

in der Arbeitswelt

FACHTAGUNG

BEDEUTUNG DES RESILIENZKONZEPTES FÜR DIE

BETRIEBLICHE SUCHTPRÄVENTION

AM 1. SEPTEMBER 2011

in der Schön Klinik Hamburg Eilbek


Inhaltsverzeichnis

3

Inhaltsverzeichnis

Einführung 5

Tagungsverlauf 6

Vortrag 1: Brigitta Gruber 9

Vortrag 2: Julia Scharnhorst 12

Vortrag 3: Nicole Plinz 16

Thementisch 1 20

Thementisch 2 22

Thementisch 3 23

Thementisch 4 24

Thementisch 5 25

Schön Klinik Hamburg Eilbek 26

Impressum 28


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Dr. rer. nat. Michael Knapp

Kaufmännischer Leiter, Schön Klinik Hamburg Eilbek

Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks

Präses der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

der Freien und Hansestadt Hamburg


EINFÜHRUNG

5

I. Einführung

Mit mehr als 100 betrieblichen Akteurinnen und Akteuren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes aus

Hamburger Betrieben und Verwaltungen, war die Nachfrage an der Tagung erfreulich groß. Die

Tagung war so konzipiert, dass der Vormittag für eine umfassende Einführung in die Thematik der

Resilienz in Form von Impulsreferaten vorgesehen war. Am Nachmittag konnte das Resilienzkonzept

mit den Referentinnen, den Moderatoren und Moderatorinnen in angenehmer Atmosphäre in der

Schön Klinik Hamburg Eilbek an Thementischen praxisnah vertieft werden.

Wieso die Resilienzförderung der Arbeitswelt thematisieren?

Der Begriff der Resilienz bezeichnet die Eigenschaft, nach Belastungen schnell in den Ursprungszustand

zurückkehren zu können. Auf der individuellen Ebene wird darunter ein hohes Maß an psychischer

Robustheit verstanden, und damit die Fähigkeit, Belastungssituationen besser tragen zu

können, und sich nach Krisen und Rückschlägen schnell wieder erholen zu können.

Gesundheitsförderung, „gesundheitsorientiertes Führen“, frühzeitige Intervention bei Fehlzeiten,

Leistungseinbußen und suchtmittelbedingten Auffälligkeiten bilden mittlerweile einen nicht nur

fürsorglich gemeinten Anspruch, den Organisationen an ihre Führungskräfte stellen. Denn in Zeiten

knapper Personalressourcen werden Präsenz, Gesundheit, hohe Belastbarkeit und „psychische Robustheit“

zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor. Zudem erfordert „der demographische Wandel

Arbeitskräfte, die auch in höherem Alter noch gesund, motiviert und flexibel einsetzbar sind. Für

zukunftsorientierte Unternehmen werden deshalb gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen immer

wichtiger“, so Cornelia Prüfer-Storks, Senatorin für Gesundheit und Verbaucherschutz.

Die Fachtagung widmete sich daher den Kernfragen des Resilienzkonzeptes wie z. B.: Wie lassen sich

Anforderungen an gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung und die Resilienzförderung in der Arbeitswelt

miteinander verbinden? Welche inhaltlichen Schnittstellen gibt es zwischen den Anliegen und

Methoden der betrieblichen Suchtprävention und dem Resilienzkonzept?


TAGUNGSVERLAUF

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II. Tagungsverlauf

Vormittag

Der Vormittag war ausschließlich der Fachinformation gewidmet. Die Impulsreferate regten an, darüber

nachzudenken, was Menschen trotz mitunter widriger Arbeits- und Lebensbedingungen für ihre

Gesundheit tun können. Angesichts der hinlänglich bekannten Erfahrung, dass Menschen ihr Gesundheitspotenzial

am besten entfalten können, wenn sie die Entwicklung eines salutogenen Arbeitsumfeldes

mitgestalten können, wurde die Frage nach den notwendigen betrieblichen Rahmenbedingungen

in den Fachvorträgen und den Diskussionsrunden gestellt.

Kritischen Stimmen zum Modell der Resilienzförderung, im Sinne einer besseren „Anpassungsfähigkeit“

an gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, wurden eingeladen, ihr Menschenbild zu

überprüfen. Beschäftigte, so war ein Diskussionsstrang, sollten nicht nur als Opfer widriger Arbeitsbedingungen

gesehen werden, sondern gezielt in ihrem Wunsch nach Mitgestaltung und Selbstwirksamkeit

unterstützt werden. Mit dem Modell der Achtsamkeit, als ein Konzept zur Unterstützung der

Autonomie des Individuums und zur Lösung stressbelasteter Situationen, wurden konkrete Beispiele

zur individuellen Resilienzförderung vorgestellt.

Fachvorträge und Referentinnen


Hamburg, Vorchdorf

Titel: „Wie und warum sich Menschen gesund fühlen.

Erfahrungen aus 15 Jahren betrieblicher Gesundheitsförderung“

Präsentation


Titel: „Biegen statt Brechen – warum resiliente Organisationen erfolgreicher sind?“

Präsentation


Asklepios Klinik Harburg

Titel: „Erschöpft in‘s Paradies! Was uns bedroht und wie wir uns schützen können!?“

Nachmittag


themenspezifischen Arbeitsgruppen („Thementische“) vorbehalten.

1. Thementisch: Widerstandsfähigkeit im Wandel – Resilienz in Organisationen fördern?

Impulsgeberin: Julia Scharnhorst / Protokoll: Alexander Weil


EINFÜHRUNG

7

2. Thementisch: Resilienzförderung durch Achtsamkeit im Umgang mit schwierigen Gefühlen

Impulsgeberin: Dr. Martina Aßmann, Fachärztin für Arbeitsmedizin/ Protokoll : Petra Heese

3. Thementisch: Achtsamkeit im Alltag – Noch etwas Neues bei vollem Programm!

Impulsgeberin: Nicole Plinz/Protokoll: Dr. Michael Peschke

4. Thementisch: Vielleicht werden Mitarbeiter gesucht; kommen aber werden Menschen (nach Max

Frisch), Schlussfolgerungen für gesundheitsfördernde Führung Impulsgeberin: Brigitta

Gruber/Protokoll: Svenja Sontag

5. Thementisch: Die Kunst, trotz widriger Arbeits- und Lebenssituationen nüchtern zu bleiben! Wie

lässt sich die betriebliche Suchtpräventionsarbeit im Sinne der Resilienz verbessern? Impulsgeberin:

Angelika Nette/ Protokoll Detlev Burkart

Resümee der Fachtagung

Inhaltlich-fachliche Aspekte:

Als wesentliche inhaltliche Schnittstelle zwischen den Anliegen der betrieblichen Suchtprävention

und der arbeitsbezogenen Resilienzförderung wurde in den Gesprächsforen die „klassische Primärprävention“

bzw. die universelle Prävention identifiziert, nämlich die Stärkung und Unterstützung der

Beschäftigten, durch eine werte – und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur.

Der salutogenetische Ansatz (nach Antonovsky1979/1997) stellt „den gesamten Mensch in den

Mittelpunkt und nicht die (mögliche) Krankheits- oder Krisengeschichte“ (1) und ermöglicht somit

eine gezielte Ressourcenaktivierung für Bewältigung widriger Arbeits- und Lebensbedingungen.

„Widerstandsfähigkeit erwächst aus Kohärenzerleben, wo Menschen die Dinge um sich herum verstehen,

über Mittel verfügen, die Anforderungen zu meistern und sich wie auch ihr Tun als bedeutsam

erfahren und bestätigt bekommen.“ ( 2) Deshalb ist eine Unternehmenskultur, die sich z.B. an der

„Gesundheits- und Arbeitsbewältigungsförderung durch Führungskräfte“ (3) orientiert, eine zentrale

Ressource bei der arbeitsbezogenen Resilienzförderung.

Die Etablierung arbeitsbezogener Resilienzmaßnahmen sollten sich an Standards betrieblicher Gesundheitsförderung

orientieren, wie z.B. der „Verknüpfung von Verbesserung der Arbeitsorganisation

und der Arbeitsbedingungen, Förderung aktiver MitarbeiterInnenbeteiligung und Stärkung persönlicher

Kompetenzen (Verhaltens- und Verhältnisprävention nach Luxemburger Deklaration 1997).“ (4)


TAGUNGSVERLAUF

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Betriebliche Gesundheitsförderung und gesundheitsförderliche Unternehmensentwicklung, sollten

„mehr Ansätze entwickeln, erproben und zulassen, die die Handlungskompetenz der Menschen

stärken“ (5) . Denn oftmals können „objektiv vorhandene Freiheitsgrade bei der Ausführung einer

Arbeitstätigkeit nicht oder nur ungenügend genutzt werden, weil Menschen sie nicht wahrnehmen

können“, bzw. der Mensch „nicht die Kompetenz besitzt, diese für sich zu nutzen (Ängste

etc)“(Latniak et al., 2005:303) (6)

Das Thema Resilienzförderung in der Arbeitswelt und die Etablierung von salutogenen Arbeitsbedingungen

ist vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Entwicklungen

wichtig und wird weiterhin ein wesentliches Arbeitsfeld in der Hamburgischen Landesstelle für

Suchtfragen e.V. und dem Fachausschuss betriebliche Suchtprävention sein.

Angelika Nette

Hamburg/ Oktober 2011

1) Gruber, Brigitta: Wie und warum sich Menschen gesund fühlen? Erfahrungen aus 15 Jahren betrieblicher

Gesundheitsförderung. Zusammenfassung zum Vortrag, anlässlich der Fachtagung am 01.September 2011,)

2) ebd.

3) ebd.

4) ebd.

5) ebd.

6) ebd.


VORTRAG 1

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Wie und warum sich Menschen gesund fühlen?

Erfahrungen aus 15 Jahren betrieblicher Gesundheitsförderung.

Brigitta Gruber

arbeitsleben KG, 22765 Hamburg, Behringstraße 28a/Haus 1, Mobil: 0178/5671434,

www.arbeitsleben.com, office@arbeitsleben.com

In den letzten Jahren erfuhr das Phänomen ‚Resilienz, im Besonderen die Bedeutung und die Förderung

von Widerstandsfähigkeit von Personen auch in der Arbeitswelt wachsende Aufmerksamkeit.

Bei dieser Beschäftigung sollten wir nicht die Erfahrungen und Erfolge der betrieblichen Gesundheitsförderung

und des betrieblichen Gesundheitsmanagements aus den Augen verlieren.

Vor noch gar nicht so langer Zeit erfuhr die Pathogenese und die Prävention (im Sinne von ausschließlicher

Identifikation und Bearbeitung von Risikofaktoren) eine Ergänzung: Die Gesundheitsförderung

mit der Salutogenese. Beispielhaft sei an ein diesbezügliches Hamburger Projekt: „Von

Gesunden und Gesundeten lernen“ der Hamburger Hochbahn, der Pinneberger Verkehrsgesellschaft

und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein, durchgeführt von arbeitsleben erinnert

(Geißler-Gruber & Geißler, 2000).

Im Jahr 2000 war es den Personalverantwortlichen dieser Unternehmen wichtig zu erfahren, wie die

Gesundheitsquote – bei wachsenden Anforderungen im Beruf und älterwerdender Belegschafterhalten

werden kann. Die betriebliche Arbeitsunfähigkeitsanalyse zeigte, dass eine große Gruppe von

Beschäftigten keine oder wenige krankheitsbedingte Fehlzeiten über mehrere Jahre hatten. Ebenso

wurde man aufmerksam auf Beschäftigte, die nach langer Erkrankung wieder in den Beruf eingestiegen

waren und nun mit wenigen Fehlzeiten die Arbeit bewältigen konnten. Diese MitarbeiterInnen

sind Modelle gesunder Praxis und können Hinweise auf Quellen von Gesundheit und Ressourcen für

Arbeitsbewältigung bei Person und durch Arbeitsorganisation geben. Die BeraterInnen von arbeitsleben

wurden zur wertschätzenden Erkundung bei interessierten und offensichtlich sehr arbeitsfähigen

Beschäftigten beauftragt. Die anonymisierte Zusammenfassung dieser Gesundheitsgespräche

wurde Grundlage für Gesundheitsangebote und das künftige Gesundheitsmanagement.

Beispielhaft Erkenntnisse aus diesen Gesundheitsgesprächen:

Eine positive emotionale Beziehung zur Arbeitstätigkeit ist eine Gesundheit erhaltende

und wiederherstellende Ressource. Die Gesund(et)en berichten von einer prinzipiellen Freude

mit der Arbeitsaufgabe (z. B. „Ich liebe das Auto- und Busfahren und das ganze Drumherum.

Ich bin Hamburger und will den Leuten meine Stadt zeigen. Ich zelebriere dieses

Autobusfahren als eine kleine Show. Wenn nichts passiert, lege ich meine Augen eher auf

eine akkurate Fahrweise. Wenn etwas anderes passiert, habe ich wieder meinen Spaß. …“).

Dafür bekommen sie meist von den Fahrgästen Anerkennung und sie finden in ihrem Beruf

anregende Anlässe zum „Sich-weiter-zu-Perfektionieren“. Sind u.a. diese Aspekte / diese Widerstands-

und Vitalitätsressourcen bei der Arbeit gesichert, dann stimmt das ‚Geben und Neh-

men‘ zwischen ihnen und dem Unternehmen, was ein wesentliches Wohlfühl-Fundament ist.


Vortrag 1

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Arbeitsbelastungen





gesundheitliche (z. T. chronische) Beschwerden




Salutogenese nach Antonovsky






















Gesundheits- und Arbeitsbewältigungsförderung

durch die Führungskräfte






Erstes Zwischenresümee:


EINFÜHRUNG

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b) Orientierung an allen Einflussfaktoren, die Menschen bei der Gesunderhaltung bzw. bei der

Wiederherstellung von Arbeitsbewältigungsfähigkeit unterstützen (Ganzheitlichkeit)

c) Die relevanten Risiko- und Ressourcenfaktoren erfährt man durch die Einbindung / Befragung

der Beschäftigten. Um ihre Selbstbeobachtung und Selbstregulation zu stärken bzw. nicht zu

untergraben, müssen sie die internen BeraterInnen des betrieblichen Gesundheitsmanagements

werden (Partizipation).

Zweites Zwischenresümee: Nochmals zurück zum Projekt „Von Gesunden und Gesundeten lernen,

2000“. Man hätte damals meinen können, dass es den KollegInnen der GesprächspartnerInnen in

diesen Unternehmen ebenso ergangen war. Das war aber nicht durchgängig der Fall. Durch die Einzigartigkeit

der Menschen verfügen sie in einer vergleichbaren Arbeitswelt in einem unterschiedlichen

Ausmaß über Ressourcen, die sie für Handlungen nutzen können. „Die Nutzung individuumsexterner

Ressourcen erfordert den adäquaten Einsatz individuumsinterner Ressourcen. So können

z. B. objektiv vorhandene Freiheitsgrade bei der Ausführung einer Arbeitstätigkeit nicht oder nur

ungenügend genutzt werden, wenn das Individuum sie beispielsweise nicht wahrnimmt bzw. ungenügende

Kompetenzen besitzt, um diese für sich zu nutzen (Ängste etc.)“ (Latniak et al., 2005: 303).

Das verweist darauf, dass wir in der Betrieblichen Gesundheitsförderung und in der gesundheitsförderlichen

Unternehmensentwicklung mehr Ansätze entwickeln, erproben und zulassen müssen, die

die Handlungskompetenz der Menschen stärken. Da können wir von der Resilienzförderung lernen,

um Interventionen zu setzen, die sich auszeichnen durch

a) Ermöglichung und Stärkung von Selbstbeobachtung und –reflexion der Beschäftigten

b) Ermutigungsprozesse / Empowerment zur (Arbeitsqualität einfordernden) Selbstregulation

und Partizipation und

c) kontinuierliche, wertschätzende Erkundung seiner/ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen

nach den Faktoren, die wohl tun (Ressourcen/vorhandene Stärken), und jene, die stören und

fehlbelasten (Fehlbelastungen/vorhandene Schwächen).

Literatur:

Antonovsky, A. (1979, 1997): Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Tübingen.

(Geißler-)Gruber, B. & Geißler, H. (2000): Von den Gesund(et)en lernen. Verkehrsunternehmen nutzen praktische

Erfahrungen von Busfahrern. In: Der Nahverkehr, 10, S. 56-60.

Geißler, H. Bökenheide, T. / Schlünkes, H. / (Geißler-)Gruber, B. (2007): Faktor Anerkennung. Betriebliche Erfahrungen

mit wertschätzenden Dialogen. Frankfurt/M.

(Geißler-)Gruber, B. / Geißler, H. (2007): Die Dinge in die eigene Hand nehmen! Arbeitsbewältigungs-Coaching als

Antwort auf veränderte Bedürfnisse und Arbeitswelten. In: baua: Why WAI? Der Work Ability Index im Einsatz für Arbeitsfähigkeit

und Prävention – Erfahrungsberichte aus der Praxis. Dortmund (S. 101-108)

Latniak, E. / Gerlmaier, A. / Voss-Dahm, D. / Brödner, P. (2005): Projektarbeit und Nachhaltigkeit – Intensität als Preis

für mehr Autonomie? In: Moldaschl, M. (Hg.): Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und

Arbeit I. München – Mering, S. 281-314.


VORTRAG 2

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Biegen statt Brechen – warum resiliente Organisationen erfolgreicher sind?

Julia Scharnhorst, Dipl. Psych., Health Professional PLUS, Wedel

Einige Bilder wurden aus der Präsentation aus urheberrechtlichen Gründen entfernt

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EINFÜHRUNG

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VORTRAG 2

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VORTRAG 3

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„Erschöpft in‘s Paradies! Was uns bedroht und wie wir uns schützen können!?“

Nicole Plinz, therapeutische Leitung der Tagesklinik für Stressmedizin in der Asklepios Klinik Harburg

Einige Bilder wurden aus der Präsentation aus urheberrechtlichen Gründen entfernt

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Thementisch 1

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„Widerstandsfähigkeit im Wandel – Resilienz in Organisationen fördern?“

Impulsgeberin: Julia Scharnhorst

Das Vortragsthema wurde anhand folgender Fragen vertieft:


EINFÜHRUNG

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Ein interessanter Diskussionsstrang wurde von anwesenden Behördenmitarbeitern eröffnet. Sie warfen

die Frage auf, wie bei der vom Staat qua Funktion vorgegebenen Resilienzfähigkeit der öffentlichen

Verwaltung die Mitarbeiter bei kaum veränderbaren Rahmenbedingungen und Routinen Resilienz

entwickeln können. Frau Scharnhorst verwies darauf, dass sich niemand zum Opfer machen dürfe,

vielmehr u.a. der eigenen Gesunderhaltung wegen seinen internen, ggf. aber auch externen Bewegungsspielraum

prüfen müsse. Weitere Diskussionsteilnehmer erläuterten, dass es über Funktionsträger

wie Personalräte und Führungskräfte hinaus Erfahrungen mit dem Modell der internen Organisationskritik

gebe, mit Hilfe derer Mitarbeiter in supervisorischer Form vorhandene Ressourcen und

Veränderungspotentiale prüfen.

In beiden Durchgängen der Arbeitsgruppen bestand Konsens, dass das Konzept der Resilienz viele

Anregungen für die Reflexion der eigenen Tätigkeit birgt, vor allem auch, weil es den ressourcenorientierten

Blick auf Entwicklungsmöglichkeiten sowohl von Mitarbeitern als der Organisation schärft.

Alexander Weil


Thementisch 2

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Resilienzförderung durch Achtsamkeit im Umgang mit schwierigen Gefühlen“

Impulsgeberin: Dr. Martina Aßmann, Fachärztin für Arbeitsmedizin

Mit Hilfe der Methode des Achtsamkeitstrainings tasteten wir uns an unsere Gefühle heran. Im

Rahmen einer kurzen Meditation sollten Gefühle bewusst gemacht werden, wieder gespürt werden.

Sie zu erkennen und zuzulassen war Zweck der Übungen.

Es ging also darum, emotionale Kompetenz im Umgang mit unangenehmen Gefühlen zu erlernen, da

wir dazu neigen, sie zu vermeiden. Wir wollen das Gute, das Nützliche und Schöne erleben und alles

Schlechte abstreifen.

Auf Schmerz, Trauer, Verletzung reagieren wir schnell mit Abwehr in verschiedensten Formen. Die

Teufelskreisblume macht unsere Reaktionsmuster deutlich.

Sinn ist es herauszufinden, was das Problem ist, den Schmerz erforschen und wahrnehmen. „Ich bin

gestresst und ich weiß, dass ich gestresst bin“ und es zu akzeptieren. Danach kann eine Lösung

gesucht werden. Dabei muss die Balance gefunden werden zwischen dem Aushalten der negativen

Gefühle und dem möglichen ausagieren.

Teufelskreisblume

- vicious flower -

Verdrängen,

Weglaufen

Verzweiflung

Abkapseln,

Abspalten

Ablenkung

mit Schönem

Erklärung suchen

Schmerz

Aggressivität

Betäuben

(Essen, Alkohol,

Shoppen)

Wutkämpfen

Lösung suchen

Lähmung

Petra Hesse

Arbeitsblatt: Dr. Martina Aßmann


Thementisch 3

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„Achtsamkeit im Alltag – Noch etwas Neues bei vollem Programm!“

Impulsgeberin: Nicole Plinz

Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer zu Beginn durchgeführten

Achtsamkeitsübung wurde die Bedeutung der eigenen Steuerungsmöglichkeiten bei der

emotionalen Bewertung äußerer Ereignisse diskutiert. Achtsamkeit ist eine Haltung, die durch kurze

Übungen trainiert werden kann. Sie unterstützt die Autonomie des Individuums und schafft Freiräume

für neue Lösungen in stressbelasteten Situationen.

Die Impulsgeberin erläuterte an einem Modell die neurobiologischen Grundlagen und betonte, dass

die Wirksamkeit von Achtsamkeit durch wissenschaftliche Studien belegt sei. In der Depressionsbehandlung

hat sich ein achtsamkeitsbasierter Therapieansatz bewährt. Achtsamkeit kann jedoch auch

zur Prävention stressbedingter Gesundheitsstörungen eingesetzt werden.

Achtsamkeit ist nicht gleichzusetzen mit Entspannung. Kernpunkt ist vielmehr, dass ich in der

Achtsamkeitsübung meine eigenen Gestaltungsmöglichkeiten erfahre. Damit ist untrennbar verbunden,

dass ich bereit bin, Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Dr. Michael Peschke


Thementisch 4

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„Vielleicht werden Mitarbeiter gesucht; kommen aber werden Menschen (nach Max

Frisch), Schlussfolgerungen für gesundheitsfördernde Führung“

Impulsgeberin: Brigitta Gruber

Moderatorin: Svenja Sontag

Zusammenfassung der Diskussionsschwerpunkte

Nach einem kurzen theoretischen Input durch die Impulsgeberin werden verschiedene Fragen abgeleitet,

die am Thementisch diskutiert werden:

Was ist Anerkennung und wie wird das Bedürfnis nach Anerkennung wahrgenommen?

Was kann Führung dafür tun/ Wie fühlen sich Führungskräfte dabei?

Wie sollte die Realität aussehen?


















zung, eine berechenbare Führung, Anwendung von Höflichkeitsformen, Mitwirkung in der

Arbeitsgestaltung




gesehen, um sich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen


einigen Betrieben)





qualitäten geht


rungsbedarf feststellen, andererseits können sie aber nicht alle Folgen umsetzen


Thementisch 5

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„Die Kunst, trotz widriger Arbeits- und Lebenssituationen nüchtern zu bleiben!

Wie lässt sich die betriebliche Suchtpräventionsarbeit im Sinne der Resilienz

verbessern? “

Impulsgeberin: Angelika Nette

Moderation: Detlev Burkart

Wichtige Gedanken und Stichworte, die von den Teilnehmenden in den beiden Tischrunden geäußert

wurden:



Schulungen.


Schön-Klinik

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Im Anschluss an die Thementische gab es die Möglichkeit an einer Führung durch die Universitäre

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Schön Klinik Eilbek teilzunehmen:

Als universitäre Einrichtung behandeln wir Patienten mit dem gesamten Spektrum psychosomatischer

Erkrankungen nach dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Unsere Patienten erhalten ein

persönlich abgestimmtes Therapiekonzept, das körperliche und seelische Leiden gleichzeitig berücksichtigt.

Wir sind Experten für die Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Essstörungen (z.B.

Magersucht oder Bulimie), körperlichen Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache

(funktionelle oder somatoforme Beschwerden), von primär körperlich kranken Menschen mit begleitenden

psychischen Beschwerden sowie Menschen in Lebenskrisen (z.B. Erkrankungen in Folge von Burnout).

Unsere Hamburger Psychosomatische Klinik ist auf die Behandlung von Depressionen, Ängsten,

Essstörungen (z.B. Bulimie, Magersucht), somatoformen und funktionellen Beschwerden sowie chronischen

Schmerzen und Erkrankungen in Folge von Burnout spezialisiert. Jeder Patient erhält ein auf

ihn persönlich abgestimmtes Therapiekonzept, das auf die körperlichen und psychischen Aspekte der

Erkrankung gleichzeitig eingeht und seine individuelle Lebenssituation berücksichtigt.

Unser Leistungsspektrum in der Übersicht

Wir behandeln insbesondere folgende Krankheitsbilder :

Depressive Störungen (Depressionen), Essstörungen (insb. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa), Angststörungen

Somatoforme und funktionelle Störungen (insb. auch somatoforme Schmerzstörung, Reizdarmsyndrom),

chronische Schmerzen (u.a. Fibromyalgie), Folgeerkrankungen von Burn-out, Anpassungsstörungen

bei Gesundheits- und Lebenskrisen, Verarbeitungsprobleme und psychische Probleme bei

körperlichen Erkrankungen, z.B. Depression bei Diabetes, Angststörungen bei Herzerkrankungen,

Persönlichkeitsstörungen

Wichtigstes Element der Behandlung unserer Patienten ist, das Zusammenspiel von Körper und Seele zu

untersuchen. Dazu wenden wir ein integratives medizinisch-psychosomatisch-psychotherapeutisches

Konzept an. Unser Behandlungsteam besteht aus: psychotherapeutisch qualifizierten Ärzten; das

Leitungsteam hat Facharztqualifikationen in den Bereichen Psychosomatische Medizin, Psychotherapie,

Psychiatrie und Innere Medizin; Diplom-Psychologen und Psychologischen /Ärztlichen Psychotherapeuten

verschiedener Therapieausrichtungen (kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch

fundierte Psychotherapie, systemische Therapie); Spezialtherapeuten (Bewegungstherapie, Physiotherapie,

Kunsttherapie, Musiktherapie, Sozialtherapie, Ernährungstherapie).

Unser therapeutisches Team hilft unseren Patienten, sich mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen

mit dem Ziel, eine zufriedenstellende Lebensqualität zu erreichen. Dabei stehen unsere Patienten mit

all ihren Facetten im privaten Leben, im Beruf, im Umgang mit sich und anderen, Erlebnissen in der

Vergangenheit und Zukunftsideen im Mittelpunkt der Behandlung.

Schön Klinik Hamburg Eilbek


EINFÜHRUNG

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Die Refertinnen und Referenten der Fachtagung

v. l. n. r.: Brigitta Gruber, Svenja Sontag, Julia Scharnhorst, Alexander Weil, Petra Heese,

Dr. Martina Aßmann, Nicole Plinz, Dr. Michael Peschke, Detlev Burkart, Angelika Nette


Wir bedanken uns für die Kooperation bei:

Fachausschuss

„Betriebliche Suchtprävention“

Gesund bleiben trotz

widriger Bedingungen

Büro für Suchtprävention

in der Arbeitswelt

Impressum

Herausgeberin:

Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.

Repsoldstraße 4, 20097 Hamburg

Tel. 0 40 284 99 18-0

Fax 0 40 284 99 18-19

hls@sucht-hamburg.de

Ansprechpartnerin

Angelika Nette

Referentin für Suchtprävention in der Arbeitswelt

nette@sucht-hamburg.de

Text

Angelika Nette

Protokolle der Thementische: Detlev Burkart,

Petra Heese, Dr. Michael Peschke, Svenja Sontag,

Alexander Weil

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