Fortbildungen - Sucht-Hamburg

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Fortbildungen - Sucht-Hamburg

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG Drucksache 20/6585

20. Wahlperiode 25.01.13

Schriftliche Kleine Anfrage

der Abgeordneten Heidrun Schmitt (GRÜNE) vom 17.01.13

und Antwort des Senats

Betr.:

Fortbildungen in der Suchthilfe im Bereich Glücksspielsucht

Die von Hamburg in Auftrag gegebene Evaluation zur „Suchtprävention in

Hamburg“ hat gemäß dem seit ein paar Monaten vorliegenden Abschlussbericht

von FOGS Mängel bei den Fortbildungsmaßnahmen im Bereich der

Glücksspielsucht/-prävention in Hamburg ergeben. So fehle es beispielsweise

an einer Abstimmung der Fortbildungsangebote zwischen den Institutionen

und bezogen auf die Bedarfe sowie an der Durchführung von Fortbildungen

überhaupt. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen der

Spielsüchtigen kommt einem qualifizierten Angebot an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

im Bereich der Suchthilfe und -prävention eine wichtige

Rolle zu.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Stimmt der Senat der Aussage des oben angeführten Evaluationsberichtes

(Seite 66) zu, dass es „zwar Fortbildungen zu Internet- und PC-Sucht

(gab), aber (…) kein Anbieter, über das SPZ-Modellprojekt zur schulischen

Glücksspielsuchtprävention hinaus, eine Fortbildung zu Glücksspielsucht

oder Prävention der Glücksspielsucht durchgeführt (hat)“?

Die zuständige Behörde stimmt dieser Darstellung nicht zu. Wie bereits in der Drs.

20/5571 dargelegt, hat sich der Senat mit diesem Bericht noch nicht befasst.

Entfällt.

a) Wenn ja, welche Maßnahmen plant der Senat, um das Fortbildungsangebot

in diesem Bereich in Hamburg zu verbessern?

b) Wenn nein, wann wurden zwischen 2009 und 2012 in Hamburg von

wem welche Fortbildungsmaßnahmen zum Bereich Glücksspielsucht

durchgeführt? Welche Fortbildungstermine in diesem Bereich

sind in Hamburg zudem im ersten Halbjahr 2013 geplant? Bitte das

konkrete Thema, die jeweilige Zielgruppe und – bei bereits durchgeführten

Maßnahmen – die Teilnehmer-/-innenzahl angeben.

Folgende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen wurden in Hamburg durchgeführt:

1. Am 10. November 2010 fand die Fachtagung „Hier können Sie gewinnen“ statt.

Veranstaltet wurde die Tagung durch die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH)

in Kooperation mit der Bremer Fachstelle Glücksspielsucht, der Hamburgischen

Landesstelle für Suchtfragen, der Landesstelle für Suchtfragen in Mecklenburg-

Vorpommern, der Landesstelle Suchtfragen Schleswig-Holstein und der Niedersächsischen

Landesstelle für Suchtfragen. Die Veranstaltung richtete sich an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter von Suchtberatungsstellen sowie Präventionsfachkräfte.

Die Veranstaltung wurde von circa 70 Personen besucht.


Drucksache 20/6585

Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 20. Wahlperiode

2. Am 29. Juni 2011 wurde die Fortbildungsveranstaltung „Geschlechterspezifische

Aspekte beim Glücksspielen“ durchgeführt. Veranstaltet wurde die Fortbildung

durch die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen und die FHH. Die Veranstaltung

richtete sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Suchtberatungsstellen.

Die Veranstaltung wurde von circa 20 Personen besucht.

3. Am 2. und 3. Februar 2012 fand die Tagung „Die Glücksspielsucht-Forschung der

Bundesländer – wissenschaftliche Erkenntnisse für Prävention, Hilfe und Politik“

statt. Veranstaltet wurde die Tagung durch die FHH in Kooperation mit dem Institut

für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung e.V. Hamburg und dem Zentrum

für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg. Die Veranstaltung

richtete sich an Personen aus der Forschung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aus Suchtberatungsstellen sowie Präventionsfachkräfte. Die Teilnehmerzahl

lag bei circa 200 Personen.

Veranstaltungen für das erste Halbjahr 2013 sind derzeit nicht geplant.

2. Wurden zur Finanzierung der unter 1. b) angegebenen Fortbildungsmaßnahmen

im Bereich Glücksspielsucht Mittel aus dem Glücksspielstaatsvertrag

herangezogen?

Wenn ja, für welche und in welchem Umfang?

Wenn nein, warum nicht?

Ja, für die erste Veranstaltung wurden 25.000 Euro und für die dritte Veranstaltung

50.000 Euro aus dem Haushaltstitel 08.1.8000.971.02 bereitgestellt.

Die zweite Veranstaltung wurde durch Teilnehmerbeiträge finanziert.

3. Stimmt der Senat der Aussage des oben angeführten Evaluationsberichtes

(Seite 66) zu, dass von einer „systematischen Abstimmung des Fortbildungsangebots

in Hamburg zwischen den Institutionen oder bezogen

auf die Bedarfe, die aus der Praxis gemeldet werden“, aber nicht gesprochen

werden kann (Seite 66) und dass es daher im Fortbildungsangebot

„Lücken, die von keiner Stelle bearbeitet werden, wie bspw. zu Glückspielsucht(-prävention)“

gibt (Seite 74)?

a) Wenn ja, welche Maßnahmen plant der Senat, um die Abstimmung

der Fortbildungen im Suchtbereich zu verbessern und Lücken wie

bei den Angeboten zur Glücksspielsucht/-prävention zu schließen?

b) Wenn nein, in welcher Hinsicht und mit welcher Begründung nicht?

Der Senat hat sich mit diesem Bericht noch nicht befasst. Im Übrigen siehe Drs.

20/5358 und 20/5571.

4. Sind in Hamburg im Bereich Glücksspielsucht in 2013 konkrete Maßnahmen

der Fort- und Weiterbildung sowie der Schulung und Qualifizierung

von Multiplikatoren/-innen und Fachkräften geplant?

Wenn ja, für welche Zielgruppen, jeweils zu wann, von wem und mit öffentlichen

Mitteln in welchem Umfang finanziert?

Wenn nein, warum nicht?

Ja. Zur laufenden, berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Beratungsstellen bieten zum Beispiel die regelmäßigen Veranstaltungen

des Fachverbandes Glücksspielsucht und der Forschungsstelle Glücksspielsucht

der Universität Hohenheim Möglichkeiten. Darüber hinaus werden jährlich durch

Fachinstitutionen weitere länderübergreifende Fortbildungsveranstaltungen angeboten.

Über die Teilnahme entscheiden die Träger in eigener Verantwortung.

Um die Glücksspielsuchtprävention an den Schulen zu verbessern, plant das Sucht-

PräventionsZentrum des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung, für

das Schuljahr 2013/2014 Fortbildungsangebote anzubieten. Im Übrigen siehe Drs.

20/6545.

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Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 20. Wahlperiode Drucksache 20/6585

5. Hält der Senat das Fort- und Weiterbildungsangebot sowie die konkret

durchgeführten Fortbildungsmaßnahmen zur Glücksspielsucht-Thematik

in Hamburg insgesamt für angemessen und ausreichend?

Wenn ja, warum?

Wenn nein, warum nicht?

Ja. Im Übrigen siehe Antwort zu 4.

6. Bei wem in Hamburg lag in den vergangenen Jahren und liegt derzeit die

Zuständigkeit für die Initiierung, Planung und Organisation von entsprechenden

Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Glücksspielsucht,

in welchem Umfang erfolgt dafür gegebenenfalls welche

generelle und/oder spezielle Zuwendung und wie ist dies konkret in der/

den Leistungsvereinbarung/-en mit den jeweiligen Trägern geregelt?

Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt „Suchterkrankungen“

werden in Hamburg von unterschiedlichen Institutionen angeboten. Eine übergreifende

Stelle für die Koordination für den Bereich „Glücksspielsucht“ ist nicht erforderlich.

7. Welche konkreten Aufgaben – gegebenenfalls gemäß Leistungsvereinbarung

– lagen und liegen bei dem Anfang 2010 im Jahresbericht der

Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen als „Arbeitsschwerpunkt“

des Büros für Suchtprävention dargestellten Bereichs „Fortbildung &

Netzprojekte“ und in welchem Umfang erfolgt/-e dafür eine Zuwendung?

In dem Jahresbericht 2009 des Büros für Suchtprävention stellt der Träger im Rahmen

einer Grafik unter anderem „Fortbildung & Netzprojekte“ prospektiv als „(zukünftige)

Arbeitsschwerpunkte“ dar. In den Leistungsbeschreibungen der Jahre 2010, 2011,

2012 fand dieser Tätigkeitsbereich keinen Niederschlag als Arbeitsschwerpunkt. Vielmehr

sind die Entwicklung von Fortbildungsangeboten sowie der Ausbau und die

Pflege von Netzprojekten integraler Bestandteil der Leistungsvereinbarung des Büros

für Suchtprävention.

8. Stehen den Hamburger Hilfeeinrichtungen im Bereich Glücksspielsucht

spezielle Mittel zur Fort- und Weiterbildung sowie zur Supervision zur

Verfügung?

Wenn ja, welche in jeweils welchem Umfang?

Wenn nein, warum nicht?

Im Rahmen der Zuwendungen erhalten die Träger auch Mittel für Supervision und

Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Der Umfang, das heißt die Höhe der monetären

Mittel, die für Supervision und Fort- und Weiterbildung im Rahmen der Gesamtzuwendungshöhe

zur Verfügung stehen, wird im Rahmen der Zuwendungsgespräche

individuell verhandelt. Eine Festschreibung der Mittel auf Tätigkeitsschwerpunkte

erfolgt hierbei nicht. Die Träger entscheiden in eigener Verantwortung über die

Verwendung.

9. Wann fand die im FOGS-Bericht (Seite 65) angesprochene Veröffentlichung

der Fortbildungsangebote zur Suchtprävention für das erste Halbjahr

2013 als Beilage zur Zeitschrift für Suchtprävention und im Rahmen

des entsprechenden Internetportals statt? Wann werden die Fortbildungsangebote

für das zweite Halbjahr 2013 veröffentlicht?

Die Fortbildungsangebote für das erste Halbjahr 2013 wurden sowohl in der Printversion

als auch über die Internetplattform in der zweiten Kalenderwoche veröffentlicht.

Die Fortbildungsangebote für das zweite Halbjahr 2013 werden voraussichtlich im Juni

2013 veröffentlicht.

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Drucksache 20/6585

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10. Bei wem liegt derzeit die Organisation und Koordination der im oben angeführten

Evaluationsbericht (Seite 65) angesprochenen, seit über zehn

Jahren existierenden „Arbeitsgruppe Fortbildung“? Auf Grundlage welcher

Leistungsvereinbarung oder Ähnlichem wird diese Koordination

durchgeführt und welche finanziellen und personellen Ressourcen stehen

dafür aus welchem Haushaltstitel zur Verfügung?

Die Organisation und Koordination der AG Fortbildung ist Teil des Leistungsspektrums

des Büros für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen. Sie

dient der Zusammenstellung der Fortbildungsangebote zur Suchtprävention, die zweimal

jährlich als Beilage der Zeitung und im Internet erscheint. Die finanziellen Ressourcen

für die Wahrnehmung dieser Aufgabe sind in den Zuwendungen für das Büro

für Suchtprävention enthalten und lassen sich nicht gesondert ausweisen. Die Zuwendungen

für das Büro für Suchtprävention werden seit dem 1. Januar 2013 aus der

Finanzposition 05.0.5100.684.62 finanziert. Ob die fachbehördliche Steuerung dieser

Arbeitsgruppe (Seiten 65 – 66 Evaluationsbericht) wieder intensiviert werden soll, wird

im Rahmen der Auswertung der Evaluation entschieden.

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