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KOMM 6/2014

KOMM ist das Mitgliedermagazin des Fachbereichs Telekommunikation, Informationstechnologie und Datenverarbeitung in ver.di.

KOMM

KOMM Netzkommunikation · Mobilfunk · Informationstechnologie mit Jugend-Innenteil Heft 6/2014 http://tk-it.verdi.de Digitale Agenda Durchbruch nicht zu erwarten Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung vom 20. August die vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie, vom Bundesminister des Innern und vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur vorgelegte „Digitale Agenda 2014-2017“ beschlossen. Auch wenn gleich drei Ministerien bei der Erstellung des digitalen Masterplans für Deutschland mitgearbeitet haben, ist ein Durchbruch für den nachhaltigen Ausbau einer modernen Breitbandinfrastruktur nicht zu erwarten. Bis zum Jahr 2018 sollen 75 Prozent der privaten Haushalte mit Anschlüssen von mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt werden. Doch auch mit der digitalen Agenda wird es keine nennenswerten Förderungen oder Subventionen für den Breitbandausbau in Deutschland geben. Und hier liegt die Ursache dafür, dass die Pläne der Bundesregierung nicht erreicht werden können. Da hilft auch eine runderneuerte Digitale Agenda ( ➣ http://bit.ly/XSfj1n) nicht. Um die Digitalisierung und den Breitbandausbau zu beschleunigen, hatte der Minister für digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU), Anfang des Jahres die „Netzallianz Digitales Deutschland“ ins Leben gerufen. Spürbare Effekte dieser Allianz oder gar zählbare Ergebnisse sind bislang nicht wahrzunehmen. Durch gezielte Anreize wollte der Minister Investitionen und Innovationen fördern. Aber ihm fehlt das Geld dazu. Im ersten Halbjahr 2015 sollen durch die Bundesnetzagentur Frequenzen für mobiles Breitband vergeben werden. Erstmals will die Foto: Deutsche Telekom AG Regierung den Großteil der Einnahmen aus dieser Frequenzvergabe direkt wieder in die Digitalisierung Deutschlands investieren. Doch damit dürften die Regierenden die Rechnung ohne die Wirte gemacht haben. Die Landesrundfunkanstalten pochen darauf, dass ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf der bisherigen Rundfunkfrequenzen in dem Säckel der Länder und damit unter deren Verwendungshoheit bleibt. Völlig offen ist zudem, wie viel die Versteigerung der 700 MHz-Frequenzen einbringen wird. ver.di fordert hingegen seit Jahren einen konkreten Ausbauplan mit einem soliden Fördertopf für die deutsche TK-Infrastruktur. Nach wie vor ist der Mobilfunk ein „Shared Medium“: Wenn viele Nutzer einen Funkmast durch ihre Handynutzung frequentieren, verringert sich die zur Verfügung stehende Bandbreite. Der Königsweg in Sachen Nachhaltigkeit, Stabilität und Zukunftssicherheit ist der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur. Davon würde auch der Mobilfunk durch optimierte Anbindung profitieren. Doch genau hier bleibt die vorgelegte Digitale Agenda alle Antworten schuldig. Die Bundesregierung hat allerdings angekündigt: „Erste Ergebnisse zur Umsetzung der Digitalen Agenda und ein neues Konzept zur Fortführung sollen auf dem nächsten IT-Gipfel am 21. Oktober 2014 in Hamburg vorgestellt werden.“ Weiter geht’s auf Seite 9 Inhalt DDM Wir wollen den Tarif! Seite 2 Tarifnews Seite 3 Kommentar Strategische Bildungsinvestitionen gefordert Seite 4 Frauen Erfolgsfaktor MINT – Erfolgsfaktor Frau Seite 4 Jugend-Innenteil Seiten 5 bis 8 Digitale Agenda Durchbruch nicht zu erwarten Seite 9 Buchtipp Seite 9 IBM Gigant auf dem Irrweg Seite 10 Tarifrunde 2014 Fünf Prozent mehr für alle Seite 10 Crowdsourcing Die große Freiheit? Seite 11 Kurzmeldungen Seite 12 Schwerbehinderte Vertreterwahlen 2014 Seite 12 Telekom Deutschland GmbH Integrationsvereinbarung abgeschlossen Seite 12