Gottes Kraft vertrauen - Chrischona Gemeinde Affoltern

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Gottes Kraft vertrauen - Chrischona Gemeinde Affoltern

Gottes Kraft vertrauen

Chrischona Affoltern am Albis – Kirche mit Nähe – Alte Obfelderstrasse 24 – 8910 Affoltern am Albis

Pastor Ueli Baltensperger – Sonntag, 29. November 2009


12 Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch

auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den

Toten. 13 Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden

und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. 14 Er

hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn

weggetan und an das Kreuz geheftet. 15 Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht

entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen

gemacht in Christus. Kolosser 2,12-15

Unser Leben ist kein Kinderspiel. Aber als Christen dürfen wir uns Kinder Gottes

nennen. Das ist ein grosses Vorrecht und eine unfassbare Gnade! Weil wir Gottes

Kinder sind leben wir auch nicht umsonst. Nein, dadurch können wir jeden Tag

bewusst angehen und als Gabe Gottes leben.

Paulus macht in diesem Abschnitt seines Briefes ein für allemal deutlich: die

Kreuzigung und Auferstehung Jesu gibt uns so vieles. Wir werden ein ganzes Leben

damit nicht fertig, darüber zu staunen und uns darüber zu freuen. Manchmal frage ich

mich, warum es so viele Christen gibt, die so traurig sind.

Was ist der Grund, dass die Freude an der Vergebung durch Jesus nicht durchbrechen

kann? Paulus erinnert uns meisterlich daran, dass wir es aus eigener Kraft nie schaffen

werden, Freude zu produzieren. Tiefe, anhaltende Freude entsteht allein aus dem

Vertrauen auf Gottes Kraft. Diese Kraft wird uns zuteil. Gott ermöglicht sie aus Liebe

durch Jesu. Er selbst hat alles für uns vollbracht. Und alles, was noch auf Leistung aus

ist, muss wegfallen und verschwinden. So wie Gott seinen Sohn Jesus vom Tod zu

neuem Leben erweckt hat, so berührt uns Gott mit seiner Kraft. Und damit zeigt er uns

den Weg zum wahren Leben.

1) Die Taufe erinnert uns daran, was Gottes Kraft vollbringen

kann (V.12-13)

Ich bin nicht blind und weiss, unser Leben ist und bleibt ein Kampf. Manchmal

können wir den Lasten des Alltags einfach nicht entfliehen. Aber wir haben die

Verheissung, diesen Kampf siegreich durchstehen zu können, wenn wir uns immer

wieder neu auf Gottes Kraft verlassen. Wir brauchen uns nicht unterkriegen zu lassen,

weil wir uns den Sieg Jesu zu eigen machen können. Auch für uns gilt, was Paulus im

Kolosserbrief mit grossen Lettern bemalt: Jesus nimmt uns das Schwere,

Vernichtende und Todbringende ab. Und das muss zwangsläufig zur Freude führen.

Manche Christen müssen schwere Dinge durchstehen. Da hilft dann kein billiges

Trostpflästerchen. So kann uns der Tod eines lieben Menschen schwer zu schaffen

machen. Oder eine verbale Verletzung, die wir durch Menschen erlitten haben. Dann


kann uns die Erinnerung an das Kreuz und die Auferstehung Jesu weiterhelfen. Die

Taufe erinnert uns an das Geheimnis der Kraft, die in unser Leben strömen will. Jesus

wurde verspottet und verhöhnt. Jesus starb am Kreuz. Und Jesus wurde zu neuem

Leben auferweckt. Das gibt uns die Kraft, zu vergeben und neu zu leben. Durch den

Glauben an Jesus wissen wir um unsere Verwurzelung in seiner Kraft. Und das darf

uns ein Ansporn sein, unser Leben wieder mutig in Angriff zu nehmen.

Durch Gottes Gnade ist das Leben nicht bedrückend, sondern darf immer wieder

frohmachend werden. Die Taufe will uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass wir

von Neuem geboren sind. Wir gehören zu Jesus. Niemand und nichts kann uns von

seiner Liebe trennen.

2) Unsere Schuld ist für immer ans Kreuz geheftet

(Vers 14)

Es gab einmal einen Schlager, der mit der Frage anfing: „Wer soll das bezahlen, wer

hat so viel Pinke, Pinke? Wer hat so viel Geld?“ Es gibt viele Menschen, die sich in

Schulden stürzen oder unverdienterweise in den Ruin gestürzt sind. Das gilt für

Einzelne, eine Firma, eine Gemeinde oder ein ganzes Land. Der Bankrott ist

vorprogrammiert. Und man fragt sich, wer den Schuldenberg bezahlen soll. Schulden,

die wir nicht bezahlen können, müssen wir dann zwangsläufig der nachfolgenden

Generation auflasten.

Was in der Gesellschaft gilt, lässt sich auch auf unser inneres, geistliches Leben

übertragen. Da belastet und bedrückt uns so vieles. Immer und immer wieder will uns

etwas verklagen. Es schieben sich Neid, Hass, Streit, Böses, Gewalt und Gemeinheit

in den Vordergrund. Aber jetzt geschieht für die, die Gottes Kraft vertrauen, etwas

Grandioses. Jesus springt für uns in die Bresche. Er bezahlt zwar nicht unsere

Geldschulden. Aber er bezahlt die noch viel schlimmeren Schuldenlasten. Er schenkt

uns seine milliardenfache Vergebung von all unseren schuldhaften Lasten. Denn er hat

dazu die Macht. Paulus sagt, alle Sünde dürfen wir ans Kreuz heften.

Gott geht es nicht in erster Linie um unseren Zerbruch, sondern um unseren Aufbruch.

Es zerbricht zwar das Vergängliche, Böse und Schlechte, aber gleichzeitig sieht man

auch das neue Leben. Denken wir da an eine edle Perle. Damit wir sie bekommen,

muss die Muschel ihr Leben lassen und aufgebrochen werden. Ein Edelstein reift nur

unter Druck. Ein Edelmetall entsteht unter grosser Hitze. Wenn ein schöner

Schmetterling entsteht, dann ist zuerst das alte Raupenleben vorbei. Eine Glocke wird

erst dann erklingen, wenn die mühsam erstellte Form zerbrochen wird. Strom aus

Wasserkraft gibt es erst dann, wenn das Wasser durch eine Turbine wirbelt.


Das sind alles Bilder dafür, dass es Gott um den Aufbruch unseres Lebens geht. Der

Zerbruch will uns nicht mehr schaden, weil Jesus den Schuldbrief getilgt (wörtl.

zerrissen) hat. Er deckt uns den Rücken, er gibt uns die Freiheit für das Bessere und

Wichtigere. Deshalb macht uns das Wort vom Kreuz Jesu Christi froh und glücklich.

3) Christus gibt uns die Kraft zum Leben (Vers 15)

Gott hat für jeden von uns ein besonderes Konto eingerichtet, von dem wir abheben

dürfen.

Das erstaunliche ist, je mehr wir dieses Konto benützen, wird es nicht weniger

sondern immer mehr. Das gibt es sonst nirgends auf der Welt. Das ist der Triumph

Jesu und soll auch unser Triumph werden. Das Leben kann wieder gelingen. Wir

bekommen die Gelegenheit, das Leben zu bewältigen. Gott macht aus uns edle Perlen,

wunderbare Steine, herrliche Metalle, neue und vor allem schöne Geschöpfe, gute

Kräfte.

Die Auferstehung, das neue Leben, die Neuschöpfung sind göttliche Realitäten. Das

lässt uns alles viel besser durchstehen. Es befruchtet unser tägliches Leben. Das hat

nichts mit Hochmut oder Ehrgeiz zu tun, sondern mit der Kraft Gottes, die uns Freude

bringt. Wir sind sicher keine Siebengescheiten, die alles besser wissen. Aber wir

erfahren, dass wir von Gott gewollt und geliebt sind. Gott schenkt ein geistliches

Rückgrat, mit dem wir mitten im Leben stehen und Verantwortung übernehmen

können.

Paulus spricht hier im Text von dem Siegeszug Jesu. Für die Besiegten ist das eine

bittere Angelegenheit, für die Sieger eine grosse Freude. Es ist nicht eine

Schadenfreude, sondern die Freude darüber, dass Vertrauende ihr Leben nicht

umsonst leben. Das Festgefahrene und Festgefressene kann wieder lebenstüchtig

gemacht werden.

Gott Vertrauende kommen aus den Startlöchern heraus und dürfen den Lebenskampf

bestehen. Die Brücke, die Jesus vom Himmel auf die Erde geschlagen hat, dürfen sie

gehen. Die Sehnsüchte nach einem erfüllten Leben brechen sich Bahn. Und die

Gewissheit wächst, dass ein neuer Himmel und eine neue Erde kommen werden.

Darauf können wir felsenfest vertrauen.

Liebe Gemeinde!

Ich bete darum, dass wir von Jesus Christus tief ergriffen sind und seiner Kraft in uns

mehr vertrauen, als den Unzulänglichkeiten des Lebens.


Für unsere Kleingruppen:

1) Viele Christen erleben wir oft als freudlos und kraftlos: Wo liegt das Problem?

2) Im Zerbruch liegt ein tiefes Geheimnis zum Aufbruch und Neubeginn: Wie

erlebt ihr das?

3) Wir wollen der Kraft Gottes in unserem Leben vertrauen: Welche

Voraussetzungen müssen dazu erfüllt werden?

4) Denkt nach und schreibt auf kleine Zettel, was ihr heute am Kreuz bei Jesus

ablegen möchtet. Betet füreinander und segnet einander. Anschliessend dürft ihr

(wenn ihr wollt) diese Zettel im Freien verbrennen.

5) Und betet für die Festwoche vom 21. – 28. März 2010

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