IKZ ENERGY - Ausgabe 8/9 2014

strobel.verlag

8/9 | September 2014

Die Zukunft der Wärmeversorgung Seite 14

EnEV 2014 im Detail Seite 54

Mit EMS auf Erfolgskurs Seite 58

www.ikz-energy.de


Premium Armaturen + Systeme

Auszeichnungen:

Plus X Award ®

„Regucor WHS“ Energiespeicher-Zentrale (Heizung, Trinkwasser und Solarthermie):

für die bessere Energieeffizienz

Solarstation

(analog Oventrop

„Regusol L-130“,

DN 20)

„Regucor WHS“

Energiespeicher-

Zentrale

Wärmeerzeuger

(z.B. Öl/Gas/

Wärmepumpe/

Festbrennstoff)

System-Darstellung

Für die Versorgung von Ein- und Zweifamilienhäusern

bietet Oventrop die modular aufgebaute

„Regucor WHS“ Energiespeicher-Zentrale an.

Das System besteht aus hydraulisch optimal

aufeinander abgestimmten Komponenten:

- Wärmeerzeugeranschluss (für Kessel,

Wärmepumpe etc.)

- Solar-Energiespeicher

- Solarstation

- Frischwasserstation zur Trinkwassererwärmung

- Heizkreisgruppen- und Wärmeerzeugeranbindung

Der multifunktionale Systemregler „Regtronic

RS-B“ sorgt für eine optimale Nutzung der

Solarwärme und für eine bedarfsgerechte,

witterungsgeführte Versorgung der Heizkreise.

Darüber hinaus ist durch die Anbindung an das

Oventrop Gebäudeleitsystem „DynaTemp CS-BS“

ein Visualisieren und Überwachen der Anlage

möglich.

Vorteile:

- modular aufgebautes System für Ein- und

Zweifamilienhäuser im Bestand und Neubau

- Komponenten sind aufeinander abgestimmt

- regenerative Anlagenkonzepte lassen sich

ideal umsetzen (Solar, Feststoff usw.)

- hohe Energieeffizienz

- komplett nach EnEV isolierte Armaturengruppen

Frischwasserstation

(analog Oventrop

„Regumaq XH“)

Heizkreisgruppen

(analog Oventrop

„Regumat M3-130“,

DN 20)

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BRANCHENTICKER

Kennzeichnungspflicht

für Solarheizungen

und Warmwasserspeicher kommt

Die schrittweise Umsetzung europäischer

Energieeffizienzrichtlinien wird im

kommenden Jahr auch solare Heizungsund

Warmwasseranlagen betreffen. Die

Richtlinien betreffen nicht nur Hersteller

und Händler. Auch Handwerker und Installateure

sollten sich rechtzeitig informieren,

was die Kennzeichnungspflicht

für ihre Arbeit bedeuten wird und welche

Anforderungen auf sie zukommen. So müssen

energieverbrauchende und energieverbrauchsrelevante

Geräte wie Wärmeerzeuger

und Wärmespeicher ab September 2015

verbindliche Effizienzanforderungen erfüllen.

Dies schreibt die sogenannte europäische

Ökodesignrichtlinie vor. Mit der

darauf aufbauenden Energy-Labelling-

Richtlinie wird zudem eine Kennzeichnungspflicht

in Kraft treten. Ähnlich wie

Kühlschränke oder Waschmaschinen müssen

bestimmte Wärmeerzeuger und Speicher

spätestens ab 26. September 2015 ein

Etikett tragen, das mittels einer Skala von

A bis G und Grün bis Rot über Effizienz

und Verbrauch informiert. Die neue Verordnung

bringt einige Vorteile. Durch die

einheitliche Kennzeichnung haben nun

auch Endkunden die Möglichkeit, die Effizienz

beispielsweise einer Solarheizung

auf einen Blick zu erkennen und zu vergleichen.

Denn Warmwasserverbundsysteme

inklusive Solarthermie werden wohl die

einzige Technologie sein, die die höchste

Effizienzklasse A+++ erreichen kann.

Wichtige Fragen zur praktischen Anwendung

der Verordnung beantwortet ein

35 Seiten starker neuer Leitfaden des BSW-

Solar. Erklärt wird u. a., welche Anlagen

betroffen sein werden, welche Angaben

die jeweiligen Kennzeichnungen enthalten

müssen und welche rechtlichen Anforderungen

Installateure und Handwerker

beachten sollten. Mitglieder des BSW-Solar

erhalten den Leitfaden kostenlos unter

presse@bsw-solar.de, Nichtmitglieder

können ihn gegen eine Schutzgebühr im

BSW-Solar-Shop (http://bsw.li/17xOiho)

erwerben.

Sichere Stromversorgung

mit 100 % EE ist möglich

Rund drei Jahre lang hat sich das Forschungsprojekt

Kombikraftwerk 2 (www.

kombikraftwerk.de) intensiv mit der Netzstabilität

und der Sicherheit der Energieversorgung

bei einer rein regenerativen

Stromerzeugung beschäftigt. U. a. wurde

dabei die Frequenz- und Spannungshal-

tung im Stromnetz mittels EE-Anlagen erforscht.

Die Ergebnisse der Tests mit realen

Anlagen und räumlich einmalig hoch aufgelösten

Simulationen sind im jetzt veröffentlichten

Abschlussbericht des Projekts

dargelegt, darauf weist die Agentur für Erneuerbare

Energien hin. Die Ergebnisse

zeigen, dass ein zukünftiges System allein

auf Basis EE-Quellen die heute gewohnte

Versorgungsqualität erbringen kann und

wir langfristig keinen Strom aus Kohle

oder Kernkraft mehr brauchen.

Dass EE den deutschen Strombedarf

komplett decken können, wurde bereits

2007 mit dem Vorgängerprojekt Kombikraftwerk

1 nachgewiesen. Zu einer sicheren

Stromversorgung gehört jedoch

mehr als eine ausreichende Erzeugung.

So muss die benötigte Energie auch dort

produziert werden, wo sie verbraucht wird,

bzw. zum Verbrauchsort transportiert werden.

Dabei müssen im Netz bestimmte Parameter

hinsichtlich Spannung und Frequenz

eingehalten werden, ansonsten drohen

Schäden an elektrischen Geräten oder

sogar Stromausfälle.

Ein vom Fraunhofer IWES geführtes

Projektkonsortium, das hochrangige Partner

aus Industrie und Wissenschaft vereint,

entwickelte dazu ein räumlich einmalig

hoch aufgelöstes Zukunftsszenario,

in dem viele Stromerzeuger und Verbraucher

sogar standortgenau vermerkt sind.

Dieses Szenario wurde mit realen Wetterdaten

durchgespielt, um für jede Stunde

des Jahres einen exakten Zustand des Versorgungssystems

untersuchen zu können.

Die wichtigsten Energieträger dieses Zukunftsszenarios

sind Wind und Sonne, die

mit 53 und 20 % gemeinsam knapp drei

Viertel der gesamten Energieerzeugung

beisteuern. Weitere Erzeuger sind Bioenergie

mit etwa 10 %, Wasser- und Geothermiekraftwerke

sowie Batterien als Speicher

und Gaskraftwerke, die aus mittels überschüssigem

Wind- oder Solarstrom hergestelltem

Methan sowie Biomethan gespeist

werden. Auf Basis dieser Simulation, die

auch in interaktiven Online-Animationen

auf der Homepage des Forschungsprojektes

nachgezeichnet wird, konnten die Forscher

den Bedarf an Systemdienstleistungen ermitteln

und Berechnungen zur Systemstabilität

sowie beispielsweise zu notwendigen

Netzausbaumaßnahmen anstellen.

Die Untersuchungen zeigen, dass die

heutige Versorgungsqualität auch mit einer

intelligenten Kombination aus EE, Speichern

und Backupkraftwerken mit erneuerbarem

Gas erreichbar ist, und dass wir

langfris tig auf fossile und nukleare Ener-

giequellen in der Stromerzeugung gut verzichten

können. Dazu muss das System

aber technisch und regulatorisch weiterentwickelt

und konsequent auf die EE ausgerichtet

werden, so Kaspar Knorr, Projektleiter

beim IWES, in seiner Bewertung der

Ergebnisse.

Die ebenfalls im Rahmen des Projektes

durchgeführten Laborversuche und Feldtests

mit realen Anlagen stützen die Erkenntnisse.

So könnten EE-Anlagen schon

heute mit ihren technischen Fähigkeiten

zur Gewährleistung der Systemstabilität

beitragen, etwa durch Erbringung von Regelleistung.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen

des Regelleistungsmarktes, beispielsweise

hinsichtlich der Größe und der

Fristen der Ausschreibungen, aber auch

der erforderlichen Kommunikationstechnik

und Zertifizierungsverfahren, noch

auf konventionelle Kraftwerke ausgerichtet

und verhindern eine konstruktive Teilnahme

Regenerativer Energien. Aus Sicht

des Fraunhofer IWES ist eine sinnvolle

Anpassung der Rahmenbedingungen zur

Markt- und Systemintegration notwendig,

damit die Erneuerbaren Verantwortung

für die Stabilität der Versorgung übernehmen

können – immerhin steuern sie inzwischen

schon mehr als ein Viertel zur

Erzeugung bei.

Den Abschlussbericht sowie eine Kurzfassung

der Publikation finden Sie unter:

www.kombikraftwerk.de/mediathek/

abschlussbericht


Hilmar Düppel

Chefredakteur IKZ-ENERGY

h.dueppel@strobel-verlag.de

8/9/2014 IKZ-ENERGY 3


INHALT

RUBRIKEN

3 Branchenticker

63 Firmen & Fakten

67 Impressum

TITELTHEMEN

14 Die Zukunft der Wärmeversorgung

Die Verbindung von Solarenergie

und Wärmepumpen

wird schon seit vielen Jahren

genutzt. Schon während der

ersten Energiekrise in den

70er-Jahren gab es Energiezäune

und Energiedächer, die

Sonnenstrahlung in Verbindung

mit Luftwärme und

Wärmepumpen genutzt haben. In den letzten Jahren ist noch

die Kombination mit solar regenerierbaren Erdsonden und mit

Wasser-/Eisspeichern hinzugekommen. Bei manchen dieser Systeme

wird die Effizienz von Experten angezweifelt. Bei anderen

konnte jedoch eine wesentlich verbesserte Leistungsfähigkeit

nachgewiesen werden. Heute sind solare Wärmepumpen-

Heizsysteme auf dem Markt, die mit teilweise sehr geringen

Betriebskosten eine vollständige Warmwasser- und Heizwärmeversorgung

in Nord- und Südeuropa ermöglichen und damit eine

echte Alternative zu anderen Wärmepumpen darstellen.

54 EnEV 2014 im Detail – spürbare Kurskorrektur

Der Einsatz von intelligenten

Wärmepumpen bedeutet ein

zukunftsorientiertes Heizsystem

einzusetzen, das sowohl

im Wohnungsbau als auch in

Büro- und Gewerbegebäuden

einen energieeffizienten und

zugleich umweltschonenden

Stellenwert hat. Von Anlageneignern und Investoren wird zunehmend

die Kombination einer Wärmepumpe mit anderen

Wärmeerzeugern angestrebt. Um den Nutzerkomfort zu erhöhen

und die Gebäudebetriebskosten zu minimieren, werden die Wärmepumpen

in das Netzwerk der Gebäudetechnik eingebunden.

Die Ansteuerung der Wärmepumpen erfolgt über eine KNX- oder

Ethernetverbindung.

58 Mit Energiemanagementsystemen auf Erfolgskurs

Im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

(EEG) wird die Einführung

eines zertifizierten Energiemanagements

in Unternehmen

eine immer größere

Rolle spielen. Laut einer

aktuellen Umfrage der Initiative

EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena)

erfasst jedoch bislang nur jedes fünfte Unternehmen seinen

Energieverbrauch über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem.

Betriebe können also beim Einstieg in das komplexe

Thema noch erheblich Unterstützung gebrauchen.

IKZ-ENERGY AKTUELL

6 Neue Geschäftsmodelle für die Sonnenenergie

Intersolar Europe überzeugt mit Innovationen und Internationalität.

SONNENENERGIE

10 Risikofaktor Stauwasser

Durch den Einsatz der richtigen Systeme lassen sich Materialverschleiß

und Frostschäden vermeiden.

14 Die Zukunft der Wärmeversorgung

Heizen mit Sonne, Luft und Eis – warum bringt die Kombination

mit der Sonne Vorteile?

20 Welche Technologie setzt sich durch?

Speichertechnologien im Vergleich – Von Blei-Säure- über

Lithium-Ionen-Akkus bis zu Redox-Flow-Batterien.

24 Sprit aus dem Speicher

Solarstrom direkt vor Ort nutzen.

26 Reduzierter Flächenbedarf und höhere Energieerträge

Eine kleine Marktübersicht zu PVT-Hybridkollektoren.

BIOENERGIE

32 Mit Pellets und Solar auf EE gesetzt

Heizungsmodernisierung: Holzpelletheizung mit Feinstaubfilter

in der Seniorenwohnanlage.

VIP-GEBÄUDEFORUM

20

36 Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Gezieltes Kontakt-Management schafft Mehrwert bei Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit.

4 IKZ-ENERGY 8/9/2014


INHALT

ENERGIEEFFIZIENZ

39 Ein Kraftpaket für Wärme und Strom

Erfahrungsbericht über eine Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage.

42 Marokko – ein Land auf dem Weg in die energetische Zukunft

Impressionen einer Rundreise.

45 Clever modernisiert mit Wärmepumpe und Gas

Intelligentes Gas-Hybrid-Wärmepumpensystem für die Heizungsmodernisierung

bringt viele Vorteile.

46 Neue Herausforderungen für die Gasbeschaffenheitsmessung

Regenerative Energien im Erdgasnetz.

50 Energieoptimale Ansteuerung von ERG-Systemen

Ein neues Verfahren spart über das Jahr bis zu 70 % Energie.

52 Mit Energiemanagement Kosten reduzieren

Warum softwarebasierte Energiemanagement-Systeme immer

wichtiger werden.

54 EnEV 2014 im Detail – spürbare Kurskorrektur

Teilweise konträre Auswirkungen durch die EnEV-Novelle

befürchtet.

58 Mit Energiemanagementsystemen auf Erfolgskurs

Chancen und Potenziale für externe Energiemanager und

Fachhandwerker – Teil 1.

Titelbild:

Die Kleinspeicheröfen (KSO) von Brunner sind Grundöfen auf kleiner

Grundfläche, die über Stunden angenehme Strahlungswärme liefern.

Durch die heutige Bauweise von Häusern werden normalheiße Kaminöfen

fast als Wärmebelästigung empfunden. Brunner Kleinspeicheröfen

hingegen geben über Stunden sanfte Wärme ab: Hochwertige kleine

Grundöfen im Baukastenprinzip. Im Bild der Kleinspeicherofen „KSO25“

mit Lehmverkleidung. Diese 70 mm starken und jeweils 90 – 100 kg

schweren Ringelemente werden auftragsbezogen aus natürlichem

Lehm handwerklich gestampft. Nach der Trocknungsphase können

diese auf der Baustelle versetzt werden. Das Ergebnis ist eine natürliche

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Mit den neuen Themen Speichertechnologie und Regenerative Heiztechnik wartete die Intersolar Europe 2014, die am 4. Juni eröffente wurde.

Neue Geschäftsmodelle

für die Sonnenenergie

Intersolar Europe überzeugt mit Innovationen und Internationalität

Trotz eines nochmaligen Rückgangs bei den Aussteller- und Besucherzahlen hat die Intersolar Europe ihre führende Rolle als wichtigste

Messe für die Solarbranche unterstrichen. Vor allem das umfassende Rahmenprogramm und die zahlreichen Innovationen in

der Speichertechnik sowie die neuen Themenbereiche überzeugten das Fachpublikum.

Die weltweit größte Fachmesse für die

Solarwirtschaft und ihre Partner endete

am 6. Juni. Rund 44 000 Besucher (2013:

ca. 50 000) aus 145 Ländern (2013: 150)

und 1100 Aussteller (2013: 1330) aus

48 Ländern (2013: 47) kamen zu den drei

Messetagen nach München. Trotz des erneuten

leichten Rückgangs gegenüber 2013

zeigte sich der überwiegende Teil der Messebesucher

und Aussteller zufrieden mit

dem Messeverlauf.

Neue Themenbereiche

Neben den Bereichen Photovoltaik

und PV-Produktionstechnik zeigten auf

der Fachmesse electrical energy storage

(ees) zusammen mit der Intersolar Europe

250 Aussteller innovative Lösungen für

die Energiespeicherung, eine der großen

Herausforderungen der Energiewende im

Strommarkt. Darüber hinaus machte die

Intersolar deutlich, dass sie sich auch verstärkt

für die Energiewende im Wärmemarkt

einsetzt. Der neue Themenbereich

Regenerative Heizsysteme – zu sehen waren

Hackschnitzel- und Pelletheizungen,

Mini-BHKWs bzw. KWK-Anlagen, Brennstoffzellenheizungen

und Wärmepumpen –

stellt sich als sinnvolle Ergänzung zur Solarthermie

und PV heraus. Natürlich waren

auch die politischen Rahmenbedingungen

der Energiewende, die Marktentwicklung

der Branche und neue Geschäftsmodelle,

nicht nur Thema der Messe, sondern wurden

auch auf der Intersolar Europe Conference

diskutiert. Vom 2. bis 4. Juni trafen

sich zur Konferenz und ihren Side-Events

im ICM – Internationales Congress Center

München rund 1300 Teilnehmer.

Das Messeangebot in acht Hallen und

dem Freigelände zog in diesem Jahr verstärkt

internationales Fachpublikum an.

Auch das Spektrum der Aussteller spiegelte

mit Unternehmen aus 48 Ländern die internationale

Solarbranche wider. Die Rangliste

der Länder mit den meisten Ausstellern

führten in diesem Jahr Deutschland,

China, Österreich, Italien und Frankreich

an. Für internationales Flair sorgten zahlreiche

internationale Delegationen, wie Investoren

aus Argentinien, Paraguay, Uruguay,

Saudi-Arabien, Marokko und Indien.

Auch die Länderpavillons von neun Nationen,

darunter Kanada, Südkorea und Taiwan,

trugen zur Atmosphäre bei. Damit

ist die Intersolar Europe die internationale

Strategie- und Informationsplattform der

Solarenergie.

Systemgedanke im Mittelpunkt

Die Intersolar war auch in diesem Jahr

die internationale Informationsplattform

für zahlreiche Innovationen. Besonders der

Systemgedanke steht bei immer mehr Ausstellern

im Mittelpunkt: viele Unternehmen

stellten Eigenverbrauchslösungen für

6 IKZ-ENERGY 8/9/2014


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IKZ-ENERGY AKTUELL

Messen

Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

e. V. (DIW) fordert, die Energiewende im Wärmemarkt nachdrücklich anzustoßen.

Intersolar Europe und ees: die größte Plattform für die Kombination von

Photovoltaik und Energiespeichern weltweit.

Haushalte und Gewerbe vor, die in Kombination

mit Energiespeichern für eine höhere

Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen

sorgen. Mit intelligenten Energiemanagementsystemen

werden sich

Speicher zukünftig effizient vernetzen können,

um überschüssigen Strom länger verfügbar

zu machen. Daneben rückt die Kombination

mit anderen Technologien immer

stärker in den Mittelpunkt: So ermöglichen

Kombinationslösungen aus PV, Solarthermie,

Hackschnitzel- und Pelletheizungen,

Mini-BHKWs bzw. KWK-Anlagen, Brennstoffzellenheizungen

und Wärmepumpen

zahlreiche Möglichkeiten, auch die Energiewende

im Wärmemarkt weiter voranzutreiben.

Der neue Themenbereich Regenerative

Wärme auf der Intersolar Europe

und das dazugehörige Forum griffen diesen

Trend auf.

Aufgrund sinkender Systemkosten

kann Solarstrom in Deutschland bereits

für 12 bis 15 Cent pro kWh produziert

werden. Gegenüber der Netzeinspeisung

wird deshalb der Eigenverbrauch sowohl

für Unternehmen als auch für Privathaushalte

immer interessanter. Daneben entwickeln

sich aber auch neue Finanzierungs-

und Geschäftsmodelle der Branche,

wie Miet- oder Leasingverträge und

Liefervereinbarungen. Auf der Intersolar

Europe Conference, die am 4. Juni endete,

befasste sich eine eigene Session mit dieser

Thematik. Zudem veröffentlichte der

BSW-Solar mit Unterstützung der Intersolar

Europe den „Investorenleitfaden Photovoltaik“.

Deutschland als Vorreiter

der Energiewende

Obwohl sich die Solarmärkte zunehmend

internationalisieren, geht von

Deutschland als Vorreiter der Energiewende

weiterhin eine große Strahlkraft aus.

Im Bereich Solarstromspeicher nimmt

Deutschland zudem erneut eine Pionierrolle

ein mit einem weltweit einzigartigen

Haushaltsspeicher-Förderprogramm.

Gleichzeitig riskiert die Politik jedoch, die

in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen,

das Vertrauen bei den Bürgern

und die internationale Vorbildfunktion

durch die schier endlose Debatte über

das EEG zu verlieren. Entsprechend beanspruchten

Experten der Branche, u.a. der

BSW-Solar, verlässliche Rahmenbedingungen

für die Energiewende statt Verunsicherung

durch die Diskussion um eine

Belastung des Eigenverbrauchs. Führende

Solarunternehmen forderten zudem im

Rahmen des Executive Panels auf der Intersolar

Europe Conference den Aufbau

einer neuen Versorgungsstruktur. Diese

solle aus EE als Basis und flexiblen Gaskraftwerken

sowie neuen Speichertechnologien

zur Unterstützung bestehen. Statt

das bisherige System nur in einzelnen

Punkten anzupassen, müsse endlich eine

klare Linie zur Anpassung des Gesamtsystems

festgelegt werden. Prof. Dr. Claudia

Kemfert vom Deutschen Institut

für Wirtschaftsforschung e. V. (DIW) und

Hans-Josef Fell, Präsident der Energy

Watch Group, formulierten zudem ihren

Anspruch gegenüber der Bundesregierung,

auch endlich die Energiewende im

Wärmemarkt nachdrücklich anzustoßen,

nicht zuletzt um die Abhängigkeit von ausländischen

Energielieferungen zu reduzieren.

Dabei wird die regernative Wärme ein

wichtiger Pfeiler, spätestens mit der europaweiten

Einführung des „Energy Labels“

für Heizungssysteme 2015.

Die nächste Intersolar Europe findet

vom 10. bis 12. Juni 2015 auf dem Messegelände

in München statt.


Präsentiert wurde auch innovative Systemtechnik für Regenerative Wärme.

Bilder: Solar Promotion

8 IKZ-ENERGY 8/9/2014


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Montagesysteme

Bild 1: Anlage im Aufbau – gute Sicht auf den Wasserablauf bei System „Shark simpleX“ in Ost-West-Richtung.

Risikofaktor Stauwasser

Durch den Einsatz der richtigen Systeme lassen sich Materialverschleiß und Frostschäden vermeiden

Drehte sich vor Kurzem bei der Konzeption von PV-Anlagen nahezu alles um die Auswahl der Module bzw. deren Parameter, hat hier

eine spürbare Wahrnehmungsverschiebung stattgefunden. Zentrale und neuralgische Komponente einer guten PV-Anlage ist – vor

allem auf dem Flachdach – die Unterkonstruktion. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Unterschiede und damit das Chancen-Risiko-

Profil z. B. bei der Modulauswahl sind vergleichsweise gering, die Differenzierung hierüber immer schwerer. Ganz anders sieht es bei

den Montagesystemen aus. Sowohl qualitativ als auch preislich geht die Schere auf diesem Sektor weit auseinander. Zudem hat eine

logische Sensibilisierung stattgefunden. Denn gerade auf Flachdächern stellt die Unterkonstruktion das Herzstück der Anlage dar. Das

Herzstück, das entscheidet, wie gut eine Anlage ist, wie stabil die Renditesicherheit, aber auch wie groß das Risiko ist.

Die Branchenevolution hat hier als erstes

die Systeme mit Dachdurchdringung

und die daraus resultierenden Unwägbarkeiten

durch Schäden an der Dachhaut

nahezu verschwinden lassen. Aktuell befinden

wir uns in diesem Markt in einer

Phase, in der diejenigen aerodynamischen

Systeme die Wettbewerbsfähigkeit verlieren,

die hohe Dachlasten durch hohe Zusatzballaste

verursachen oder – und davon

gibt es tatsächlich immer noch einige

– die keinen oder nur einen geringen Planungsservice

anbieten.

Während dieser zweite Evolutionszyklus

bereits kurz vor dem Ende steht

– schon 2015 wird es wohl kaum mehr Anbieter

mit schlechter Aerodynamik geben –

kündigt sich der dritte große Zyklus bereits

an. Und dieser befasst sich mit der

Stauwasser-Thematik und -Problematik.

Gefahr durch „stehendes Wasser“

Aktuell verursachen weit mehr als zwei

Drittel der Flachdachmontagesysteme für

den Bauherrn potenziell ein Stauwasserrisiko.

Was bedeutet das? „Gerade auf dem

Flachdach, sprich Dächer mit geringer

Dachneigung, haben wir ein verstärk tes

Risiko in Problembereichen, sprich Senken,

verstopften Abflussschächten oder

einfach irgendwo im Anlagenfeld von stehendem

Wasser“, erklärt Tobias Rottach,

Produktentwickler bei D&D Deli, dem Hersteller

der „Shark line“.

2012 ging die „Shark line“ mit dem

Süd-System „Shark simpleX“ und dem

Ost-West-Pendant „Shark dupleX“ nach

gut einem Jahr intensiver Entwicklungsarbeit

in zweiter Produktgeneration an den

10 IKZ-ENERGY 8/9/2014


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Montagesysteme

Bild 2: Eislast am Rahmen und mögliche Beschädigung bei dauerhafter Belastung.

Markt. Die Zahlen seither sind beeindruckend:

10 MW in 2012, 15 MW in 2013 und

wohl knapp 25 MW in 2014 wurden mit diesen

Systemen auf dem Flachdach verbaut.

Geschäftsführer Daniel Deli blickt zurück:

„Zentrale Punkte bei der Entwicklung dieser

zweiten Produktgeneration waren die

optimierte Aerodynamik und der garantierte

Wasserablauf in alle Richtungen.“

Den Komponenten aus dem Hause D&D

Deli gelingt dies durch hutförmige Auflagekomponente

als alleinige Auflagefläche an

der Nord- und Südseite der aufgeständerten

Konsolen bei „Shark simpleX“ bzw. an der

Ost- und Westseite bei „Shark dupleX“.

Die am Markt immer noch üblichen

durchgängigen Schienen als Auflageflächen

sind hier somit komplett vermieden

worden. Genau diese durchgängigen Schienen

sind die Hauptursache für das unerwünschte

Stauwasser. „Stehendes Wasser

kann gefrieren und es besteht die Gefahr,

dass Ausgangsmaterialien deformiert

werden“, so Deli. Mögliche Folgen können

Risse in den Bauteilen sein, aber auch das

Platzen von Profilen. Anlageschäden also,

die nur mit teilweise erheblichem Aufwand

repariert werden können.

Defekte durch Eisbildung

Doch auch die Modulhersteller sehen dadurch

Gefahren: „Stauwasser bei PV-Modulen

kann verschiedene Probleme mit sich

bringen, besonders im Hinblick auf tiefe

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und

die einhergehende Eisbildung“, so Conny

Axel Hulverscheidt, Direktor Produktmanagement

und Marketing des Modulherstellers

ZNSHINE Europe GmbH. Der Diplomphysiker

erklärt weiter: „Steht ein Teil

des Moduls dauerhaft im Wasser, kann es

im ungünstigsten Fall zu einem Eindringen

des Wassers in das Laminat kommen.

Die seitliche Grenzfläche des Laminats

wird beim Anbringen des Rahmens

zwar mit Silikon gegen äußere Einflüsse

isoliert, jedoch können sich die Isolationseigenschaften

durch UV-Exposition

über einen längeren Zeitraum verändern,

sodass nicht auszuschließen ist, dass Wasser

die Si likonabdichtung durchdringen

kann. Das Eindringen von Wasser in das

Laminat selbst würde zu Delaminationseffekten

führen.“ Insgesamt beurteilt er dieses

Risiko aber als unwahrscheinlich, da

hier mehrere Umstände gemeinsam auftreten

müssten.

Sehr viel wahrscheinlicher sei das Szenario

von mechanischen Defekten am Modul

(Bild 2). Hulverscheidt: „Die Last von

gefrorenem Wasser (Stauwasser, aber auch

geschmolzener Schnee, der sich am unteren

Ende des Moduls sammelt und nachts

wieder gefriert) an einer Rahmenkante

kann zu einer mechanischen Beschädigung

derselben führen. Das hohe Gewicht

von Schnee und Eis könnte den Rahmen an

der betroffenen Seite vom Modul lösen und

sich entsprechend verbiegen oder bei extremer

Belastung sogar abreißen.“

Auch aus elektrotechnischer Sicht müssen

Wasserablaufbarrieren bei PV-Anlagen

als sehr bedenklich eingestuft werden.

Lothar Czarnecki, Professor an der

Hochschule Kempten, weist hier vor allem

auf die üblicherweise in die PV-Anlage integrierte

Blitzschutztechnik hin: „Die Verbindung

von PV-Anlagen besteht wegen

Bild 3: Die Auswirkungen elektrochemischer Korrosion (siehe Expertise

Prof. Dr. Czarnecki).

Bild 4: Trägerschiene 15° mit Wasserablauf-Modell.

12 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Montagesysteme

der guten elektrischen Leitfähigkeit vorwiegend

aus Kupfer. Die Blitzschutzanlage

ist dagegen meist aus einer Kombination

von feuerverzinktem Stahl und Aluminium

ausgeführt. Eine Kombination

mit Kupferleitungen wird wegen der dann

auftretenden elektrochemischen Korrosion

nicht empfohlen.“ Die Auswirkungen elektrochemischer

Korrosion, begründet durch

eine elektrochemische Spannung und den

daraus resultierenden Stromfluss, der das

unedlere Metall korrodieren lässt, sind in

Bild 3 zu sehen.

Aus diesem Grund seien auch in DIN

VDE 0185-305 Kupferteile oberhalb verzinkter

Verbindungen oder Aluminium

nicht gestattet. Czarnecki weiter: „Tritt

nun Stauwasser auf Dächern auf, besteht

die Gefahr, dass die Kupferleiter der Photovoltaik

über das Stauwasser, welches

als Elektrolyt wirkt, mit den Metallverbindungen

der Blitzanlage in Verbindung

kommt. Dies kann im ungünstigsten Fall

direkt geschehen, wobei zusätzlich die Gefahr

besteht, dass dadurch die vorgeschriebenen

Abstände zwischen PV-Anlage und

Blitzschutzsystem verringert oder völlig

unwirksam gemacht werden. Im Fall eines

gleichzeitig stattfindenden Gewitters kann

dies durch unbeabsichtigtes Führen eines

direkten Teilblitzstroms zur Zerstörung

der PV-Anlage führen. Stauwasser sollte

daher auf jeden Fall vermieden werden.“

Rein physisch droht eine PV-Anlage, die

im Wasser steht, regelrecht wegzuschwimmen.

Die berechnete Anlagenstatik kann

bei Stauwasser und den daraus resultierenden

Verschiebungen ihre Gültigkeit

verlieren. Weitere Folge ist bei nicht fachgerecht

angebrachten Bautenschutzmatten,

sprich nicht werkseitig am Montagesystem

befestigt, das Verrutschen dieser

Dachschoner. Als Worst Case liegt die Unterkonstruktion

dann ungeschützt direkt

auf der Dachhaut auf und kann zu Dachschäden

führen.

Ganz nebenbei verursachen durchgängige

Schienen bei der Montage ein zusätzliches

Risiko, z. B. durch den Spanflug bei

anfallenden Sägearbeiten. Es ist also davon

auszugehen, dass die durchgängige Schiene

als zentrales Bauteil von Montagesystemen

auf Flachdächern in absehbarer Zeit

verschwinden wird.

Aus oben angeführten Tatsachen leitet

sich ein nicht kalkulierbares Risiko ab. Definitiv

schwebt bei Anlagen, die diese Gefahren

nicht berücksichtigen, immer das

Damokles-Schwert des Teil- und sogar Totalverlusts

über dem Invest. Kostspielige

Wartung, aufwendige Instandsetzungen

aber auch der Rückbau sind mögliche Konsequenzen

von Stauwasser in einer PV-Anlage.


Bilder: D&D Deli

KONTAKT

D&D Deli GmbH & Co. KG

87640 Ebenhofen I Germany

Tel. 08342 895620

Fax 08342 8956229

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SONNENENERGIE

Solarthermie

Die Zukunft der Wärmeversorgung

Heizen mit Sonne, Luft und Eis – warum bringt die Kombination mit der Sonne Vorteile?

Die Verbindung von Solarenergie und Wärmepumpen wird schon seit vielen Jahren genutzt. Schon während der ersten Energiekrise

in den 70er-Jahren gab es Energiezäune und Energiedächer, die Sonnenstrahlung in Verbindung mit Luftwärme und Wärmepumpen

genutzt haben. In den letzten Jahren ist noch die Kombination mit solar regenerierbaren Erdsonden und mit Wasser-/Eisspeichern

hinzugekommen. Bei manchen dieser Systeme wird die Effizienz von Experten angezweifelt. Bei anderen konnte jedoch eine wesentlich

verbesserte Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. Heute sind solare Wärmepumpen-Heizsysteme auf dem Markt, die mit teilweise

sehr geringen Betriebskosten eine vollständige Warmwasser- und Heizwärmeversorgung in Nord- und Südeuropa ermöglichen

und damit eine echte Alternative zu anderen Wärmepumpen darstellen.

Neben der Nutzung aus Grundwasser

bietet sich als Niedertemperatur-Wärmequelle

für eine Wärmepumpe das Erdreich

über Sondenbohrungen, über Erdreich-

Wärmetauscher in der Nähe der Erdoberfläche

oder aber die Umgebungsluft an. Da

alle Arten dieser Wärmequellen neben Vorteilen

auch Einschränkungen und Nachteile

haben, kommt mit der Sonne eine sehr

interessante zusätzliche Wärmequelle hinzu.

Solare Wärmepumpen sind praktisch

immer eine Kombination von mehreren

Energiequellen, da die Sonne nicht ganzjährig

zur Verfügung steht und die saisonale

Energiespeicherung sehr kostenintensiv

wäre.

Alle Wärmepumpen arbeiten aufgrund

der thermodynamischen Gesetze bei tiefen

Ausgezeichnetes Gebäude mit Solarer Wärmepumpe.

Quellentemperaturen mit geringerer Effizienz,

was gleichbedeutend ist mit einem erhöhten

Stromverbrauch. Wenn die Wärmequellentemperatur

(bei Luft-Wärmepumpen

die Außentemperatur) unter -10 °C

sinkt, ist ein Betrieb vieler Wärmepumpen

nicht mehr möglich. Es kann und muss

dann direkt und teilweise vollständig mit

Strom geheizt werden.

Sehr kalte Tage und Nächte entstehen

in der Regel in Verbindung mit einem

klarem Himmel, da sich die Erde wegen

der fehlenden Wolken über die Wärmestrahlung

in das Weltall am stärksten abkühlt.

An diesen Tagen scheint dann meist

die Sonne, und diese liefert als Wärmequelle

bei Solaren Wärmepumpen wesentlich

höhere Temperaturen als die sehr

Bild: Architekt Schneider, Tübingen

kalte Umgebungsluft. Dies ist ein Grund

für die teilweise wesentlich höhere Effizienz

und damit den deutlich geringeren

Stromverbrauch der Solaren Wärmepumpen

im Vergleich zu Luftwärmepumpen.

Biomasse-Heizung –

die bessere Lösung?

Biomasse-Heizungen, meist mit Holz in

Form von Stückholz, Hackschnitzel oder

Pellets, sind attraktive Lösungen für die

Wärmeversorgung. Von der Entstehung

bis zur Zersetzung, egal ob über Verrottung

oder Verbrennung, sind sie CO 2

-neutral.

D. h., das beim Wachstum gebundene

CO 2 wird bei der späteren Zersetzung 1 : 1

wieder freigesetzt. Für die Bereitstellung

als Brennstoff fallen jedoch in der CO 2 -

Bilanz noch der Transport, die Aufbereitung

oder die Weiterverarbeitung z. B. zu

Pellets und auch – beim Anfeuern – teilweise

noch Strombedarf an, die in der

CO 2 -Bilanz berücksichtigt werden müssen.

An dieser Stelle soll die ungeregelte

Verbrennung von Stückholz in Öfen wegen

der hohen Emissionen von CO, NO x und

Feinstaub nicht als Zukunftslösung diskutiert

werden. Feuerungstechnisch gut

geführte Pelletkessel hingegen liegen

mittlerweile mit 55 gCO 2Äq /kWh nutz bei

einem angenommenen Jahresnutzungsgrad

von 75 % 1 ) auch im Hinblick auf die

anderen Emissionswerte in Bereichen, die

auch mit Öl- oder Gaskesseln vergleichbar

sind.

Über Biomasse werden jährlich etwa

10 % des Heizwärmebedarfs in Deutschland

gedeckt. Auch wenn der Anteil durch

veränderte Nutzung der Biomasse vergrößert

werden kann – z. B. 30 % in Österreich

– ist der nachhaltig nutzbare Anteil an jährlich

anfallender Biomasse in Deutschland

14 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Solarthermie

begrenzt. Biomasse in Pelletkesseln zu nutzen

ist folglich ein sinnvoller Baustein im

Energiemix der Zukunft. Es kann aber auf

keinen Fall als alleinige Lösung der Wärmeversorgung

angesehen werden. Wärmepumpen,

die mit Strom betrieben werden,

unterliegen dieser Einschränkung hingegen

aufgrund der Vielzahl der Energiequellen,

mit denen Strom erzeugt werden

kann, nicht.

Gefriervorgang im

Wasser-/Eisspeicher.

Wärmepumpen –

wohin geht die Entwicklung?

In den letzten Jahren hat sich der Trend

zu Luftwärmepumpen verstärkt. Wasserund

Sole-Wärmepumpen, die mit Erdsonden

arbeiten, verlieren in Deutschland und

anderen europäischen Ländern Marktanteile.

Dies hängt mit einer Reihe von Ursachen

zusammen. Verschiedene Ereignisse

sind durch die Presse gegangen, weil es

durch Sondenbohrungen zu Schäden an

Gebäuden, teilweise in ganzen Ortschaften

(z. B. Staufen in Südbaden) gekommen

ist. Darüber hinaus haben auch zunehmend

verschärfte Gesetze dazu beigetragen,

dass es immer schwieriger wird,

Genehmigungen für Wärmepumpen mit

Tiefenbohrungen oder mit Sole als Wärmeträger

zu erhalten. Als Folge dessen steigen

die Investitionskosten für den erhöhten

Aufwand sowie für Gutachten, während

die öffentliche Akzeptanz sinkt.

Gleichzeitig sind Luft-Wärmepumpen

flexibler einsetzbar und durch technische

Verbesserungen im Vergleich zu früher zuverlässiger

und effizienter geworden. Auch

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SONNENENERGIE

Solarthermie

Tabelle mit CO 2 Äquivalenten pro kWh Heizwärme für verschiedene Wärmeerzeugungssysteme.

Bild: Consolar

liegen deren Investitionskosten meist deutlich

unter denen der Erdsonden-Wärmepumpen.

Leisten Luft-Wärmepumpen zu

kleine Beiträge für den Klimaschutz?

Trotz technischer Innovationen in den

letzten Jahren (z. B. durch leistungsgeregelte

Kompressoren, elektronisch geregelte

Expansionsventile) haben Luft-Wärmepumpen

über das Jahr gesehen keine hohe

Effizienz. Die mittleren Systemjahresarbeitszahlen,

also das über das Jahr gemittelte

Verhältnis aus erzeugter Nutzwärme

und dem dafür nötigen gesamten Strombedarf,

liegen bei den meisten Luft-Wärmepumpen

in der Praxis nach verschiedenen

Untersuchungen 2,3,4 ) noch deutlich

unter dem Wert 3. In Verbindung mit äquivalenten

Treibhausgas-Emissionen, die

sich nach einem anerkannten Verfahren

(GEMIS) berechnen lassen, ergibt sich nach

den Vorhersagen der Bundesregierung für

Strom, der aus dem lokalen Stromnetz deutscher

Kraftwerke bezogen wird, im Mittel

für das Jahr 2015 pro kWh Wärme ein voraussichtlicher

äquivalenter CO 2 -Ausstoß

von 500 g CO 2Äq /kWh 5 ). Im Jahre 2020 sollen

400 g CO 2Äq /kWh erreicht werden. Für

folgende Betrachtung wurde mit dem Wert

für 2015 gerechnet.

Bei Berücksichtigung der entsprechenden

Systemjahresarbeitszahlen und

einem Kessel-Nutzungsgrad von 85 % lassen

sich für fossil befeuerte Kessel 6 ) bzw.

für Wärmepumpen folgende Werte ermitteln:

Systemjahresarbeitszahl einer Solaren

Wärmepumpe: 5,0 ergeben 100 g CO 2Äq /

kWh Nutzwärme (über Simulation ermittelte

Systemjahresarbeitszahl von

5,0 7 ), im Feldtest der Agenda-Gruppe

Lahr wurde eine Systemjahresarbeitszahl

von 5,6 gemessen 8 ),

Systemjahresarbeitszahl einer effizienten

Luftwärmepumpe: 2,89 ergeben

173 g CO 2Äq /kWh Nutzwärme 9 ),

Systemjahresarbeitszahl einer Standard

Luft-Wärmepumpe: 2,4 ergeben

208 gCO 2Äq /kWh Nutzwärme 10 ),

Gas-Brennwertgeräte haben einen CO 2 -

Ausstoß von 287 g CO 2Äq /kWh Nutzwärme

und Öl-Brennwertgeräte haben einen

CO 2 -Ausstoß von 355 g CO 2Äq /kWh

Nutzwärme 11 ).

Um im Mittel auch über die Heiztechnik

die angestrebten Klimaziele der Bundesregierung

einer CO 2 -Reduktion von 40 % bis

2020 im Vergleich zu 1990 zu erreichen,

bedarf es für einzelne Maßnahmen deutlich

effizienterer Lösungen als die 40 % Einsparung.

Als Orientierung sind der Grafik

auf Seite 20 50 % im Vergleich zu den Emissionen

eines Gas-Brennwertkessels dargestellt.

Es wird deutlich, dass Luft-Wärmepumpen

für den Klimaschutz keine

ausreichenden Beiträge liefern, das Ziel

über heiztechnische Maßnahmen zu erreichen.

Haben Solare Wärmepumpen

deutliche Vorteile?

Da Solare Wärmepumpen sich mehrerer

Wärmequellen bedienen, haben sie

das Potenzial, deutlich effizienter eine

Haus-Wärmeversorgung sicherzustellen,

d. h. mit positiven Beiträgen zum Klimaschutz

und einem geringeren Stromverbrauch

bzw. sehr geringen jährlichen Wärmekosten.

Die Folge sind darüber hinaus

auch geringere Kraftwerks-Kapazitäten zu

Spitzenlastzeiten.

Sommerbetrieb: Im Sommer arbeitet im

Vergleich zu anderen Wärmepumpen bei

Solaren Wärmepumpen mit leistungsfähigen

Kollektoren meist nur die Solar-Umwälzpumpe

mit sehr geringem Stromverbrauch.

Die Wärmepumpe läuft in dieser

Zeit nicht, was sich positiv auf ihre Lebensdauer

auswirkt.

Winterbetrieb: Vor allem im Winter spielen

Solare Wärmepumpen ihre Vorteile aus,

da der Strombedarf bei Luftwärmepumpen

an sehr kalten Tagen sehr hoch ist. Die

Solaren Wärmepumpen können hingegen

durch die Mitarbeit der Sonne noch effizient

arbeiten.

Wie funktionieren

Solare Wärmepumpen?

Je nach Konstruktion des Kollektors einer

Solaren Wärmepumpe kann die gewonnene

Sonnenwärme direkt für die Heizung

verwendet oder sie kann über eine Wärmepumpe

nutzbar gemacht werden. Manche

Systeme sind mit Erdsonden oder Luftgeräten

im Garten kombiniert. Für eine maximale

Solarnutzung muss der Kollektor

für anfallendes Kondensat aus der Luft

und für dessen Frostbildung ausgelegt

sein. Ein Beschlagen der Kollektorscheiben

und sogar Eisbildung entstehen durch

diese ertragssteigernde Betriebsweise. Solche

Kollektoren können durch den Betrieb

bei wesentlich geringeren Wärmeträger-

Temperaturen mit gleicher Fläche in den

Wintermonaten wesentlich mehr Solarenergie

ernten. Im Vergleich zu gleich

großen konventionellen Kollektoren, die

höhere direkt nutzbare Temperaturen liefern

(und mit konventioneller Speichertechnik

betrieben werden), lässt sich aus

der winterlichen Solarstrahlung etwa 50 %

mehr Wärme gewinnen.

Wird noch ein Lüfter integriert, kann der

Wärmeertrag in den Wintermonaten sogar

auf das 4-Fache erhöht werden, da der Kollektor

gleichzeitig auch als Luft-Wärmetauscher

arbeitet. Solche sogenannten Hybridkollektoren

sind die einzige Wärmequelle

der Solaren Wärmepumpe und eine Auf-

16 IKZ-ENERGY 8/9/2014


stellung von Luft-Wärmetauschern im Garten

kann ganz entfallen.

Für die nächtliche Beheizung der Häuser

bedarf es der Energiespeicherung auf

einem für Wärmepumpen günstigen Temperaturniveau.

Hier bieten sich Wasser-/

Eisspeicher an, da zum einen bei dessen

Gefrierpunkt noch gute Wärmepumpenwirkungsgrade

erreicht werden. Darüber

hinaus kann nicht nur Sonnenenergie, sondern

auch die in der Luft enthaltene Kondensationsenergie

gespeichert werden.

Beim Gefrierpunkt von Wasser liegt für

beide Aspekte ein Optimum vor. Voraussetzung

ist allerdings, dass der Wärmeübergang

vom Wasser/Eis zur Wärmeträgerflüssigkeit

mit sehr geringen Temperaturdifferenzen

funktioniert, damit die

Wärmepumpe tatsächlich mit Temperaturen

bei ca. 0 °C betrieben werden kann

und nicht etwa bei -10 °C. Dies ist in der

Praxis nur bei sehr wenigen Systemen gegeben,

da dies besonders hohe Anforderungen

an den Wärmetauscher stellt. Im

Vergleich dazu: Die Temperatur der Wärmeträgerflüssigkeit

bei Erdreich-Wärmepumpen

liegt ebenfalls aufgrund des Wärmeübergangs

von der Erde zur Flüssigkeit

und der Auskühlung der Erde im Bereich

0 °C.

Mit einem Wasser-Eisspeicher ist es somit

möglich, dass die Wärmepumpe Nutztemperaturen

für die Überbrückung einer

kalten Nacht mit geringem Stromverbrauch

zur Verfügung stellen kann.

Die notwendige Größe eines Wasser-

Eisspeichers hängt von der Kollektorkonstruktion

ab. Liefern sie im Mittel täglich

genug Energie, um die Wärmepumpe zu

versorgen, reicht ein Speichervolumen von

ca. 300 l. Damit die Kollektoren im Winter

täglich genug Energie liefern, stellen

sich besondere Anforderungen an den

Kollektor aufbau und die Regelungstechnik

z. B. für das automatische Abrutschen

von Schnee.

Wichtig für einen stromsparenden Betrieb

ist es auch, dass die Wärmepumpe

im Extremfall bis zu tiefen Temperaturen

(-15 K) arbeitet, statt auf E-Heizstabbetrieb

umzuschalten.

Ist die tägliche Kollektorernte zur Beladung

des Wasser-/Eisspeichers aufgrund

der Kollektorkonstruktion nicht sichergestellt

(z. B. wegen zu geringer Effizienz oder

mehrtägiger Bedeckung mit Schnee), werden

wesentlich größere Speichervolumina

benötigt, mit denen auch Schlechtwetterperioden

überbrückt werden können. Solche

Systeme sind z. B. als Betonspeicher

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8/9/2014 IKZ-ENERGY


SONNENENERGIE

Solarthermie

Kombination der Wärmepumpe mit einem

Bestandskessel, der nur bei sehr kalten Außentemperaturen

zugeschaltet wird.


Bild: Consolar

zum Vergraben im Garten auf dem Markt

erhältlich.

Als Wärmeverteilung im Haus bieten

sich wie bei allen Wärmepumpen meist

Niedertemperatursysteme, wie z. B. Fußboden-

oder Wandheizungen, an, die mit

BEISPIEL: SOLARE WÄRMEPUMPE VON CONSOLAR

maximal 40 °C Vorlauftemperatur effizient

arbeiten. Manche Systeme lassen unter

Inkaufnahme eines höheren Stromverbrauchs

oder bei Nutzung einer weiteren

Wärmequelle auch höhere Vorlauftemperaturen

zu. Möglich ist dies z. B. über die

speicher

direkt zu erwärmen. Bei genügendem Wärmeeintrag kann damit der Bedarf an

Warmwasser und Heizwärme vollständig gedeckt werden.


die Wärmepumpe ein; sie bezieht dann ihre Niedertemperaturwärme von den Hybridkollektoren,

die sie entweder über Solarstrahlung oder – bei bedecktem Himmel – aus

der Luftwärme bereitstellen. Die Wärmepumpe wandelt die Niedertemperaturenergie in

nutzbare Wärme für Heizung und Warmwasser um.


Wärmepumpe dem Wasser-/Eisspeicher Niedertemperaturenergie. Dadurch wird das

Wasser im Wasser-/Eisspeicher eingefroren.

tigt

als die Hybridkollektoren liefern, wird diese in den Wasser-/Eisspeicher geleitet; das

Eis taut dabei auf.


Zusammenspiel mit Photovoltaik

Es bietet sich an, Strom aus PV-Anlagen

für Solare Wärmepumpen einzusetzen.

Dies bringt neben der Möglichkeit der

besseren Nutzung des selbst erzeugten

Stroms im Vergleich zur Kombination mit

Luft-Wärmepumpen Vorteile. In der sonnenarmen

Zeit im Winter werden aufgrund

der höheren Effizienz der Solaren Wärmepumpen

weniger Spitzenlast-Stromreserven

der Kraftwerke benötigt.

Über einen großen Pufferspeicher lässt

sich der Eigenverbrauch noch deutlich steigern,

da dann mit dem Sonnenstrom auf

Vorrat für den Abend und die Nacht geheizt

werden kann. Solarstrom wird somit

in Form von Wärme gespeichert. Dies

ist eine interessante und sehr kostengünstige

Alternative zu Stromspeichern. Speziell

bei Solaren Wärmepumpen ist diese

Kombination effektiv: Wenn die Wintersonne

scheint, arbeiten sowohl die

PV-Module als auch die Solare Wärmepumpe

sehr effizient, sodass im Vergleich

zu einer Luft-Wärmepumpe viel mehr

Wärme produziert und gespeichert werden

kann.

Solare Wärmepumpen und Solarstrom

ergänzen sich sehr gut und versprechen

bei kleinerer PV-Modulfläche eine bessere

jährliche Verteilung der Stromlast und damit

geringere Investitionskosten für Infrastruktur

und für Spitzenlast-Kraftwerksreserven.

Hohe Förderung

für Solare Wärmepumpen im Altbau

Im Altbau hat der Gesetzgeber in

Deutschland mit der letzten Novelle der

Förderinstrumente über die Kreditanstalt

für Wiederaufbau (KfW) 12 ) seit März 2013

weiter verbesserte Randbedingungen geschaffen.

Das KfW-Programm 167 ermöglicht

zusätzlich zum Zuschuss über das

BAFA 13 ) ein Darlehen zu Vorzugskonditionen

für die Investition mit Planungs-,

Installations- und Materialkosten.

Das BAFA gewährt Zuschüsse für besonders

effiziente Solare Wärmepumpen,

die auf Anfrage mitgeteilt werden. Die Systeme

werden gleichzeitig als solarthermische

Anlage und als Wärmepumpe und

somit doppelt gefördert. Im Neubau ist nur

in Sonderfällen, z. B. ab 3 Wohneinheiten,

und in Verbindung mit mindestens 20 m 2

Kollektorfläche eine Förderung möglich. Im

Altbau ist die Förderung meist möglich und

18 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Solarthermie

beginnt je nach System ab 5400 Euro. Bei

einer starken energetischen Sanierung des

Gebäudes kann sie bis über 10 000 Euro betragen.


Autor: Dipl.-Ing. Andreas Siegemund, Jahrgang

1964, ist als Gründungsgesellschafter und

Geschäftsführer bei Consolar für die Bereiche

Marketing und Vertrieb verantwortlich. Nach

seinem Maschinenbau-Studium hat er sich im

Bereich Strategisches Marketing-Management

weitergebildet und den nationalen und

internationalen Vertrieb bei Consolar aufgebaut.

Consolar Solare Energiesysteme GmbH,

79539 Lörrach, Tel.07621 4222830,

a.siegemund@consolar.de

1

2 -

Emissionsfaktoren verschiedener Energieträger

und -versorgungen, 2009

2

) Agenda-Gruppe 21 (normale WP 2006 - 2008)

3

) Agenda-Gruppe 21 (innovative WP 2008 -

2013)

4

) Messtechnische Untersuchung von Wärmepumpenanlagen

zur Analyse und Bewertung

der Effizienz im realen Betrieb, Dipl.-

Ing. Marek Miara, Dipl.-Wi.-Ing. (FH) Dan-


Dipl.-Ing. Thore Oltersdorf, Dipl.-Ing. (FH)

Jeannette Wapler, Fraunhofer-Institut für

Solare Energiesysteme ISE, Mai 2011

5

) Der nichterneuerbare kumulierte Energieverbrauch

des deutschen Strommix im Jahr


6

) Stiftung Warentest 2009, S. 65 (Annahmen

des ITW für die Simulation von kombinierten

Solaranlagen)

7

) ITW-Testbericht 2008, Simulationsstudie Solare

Wärmepumpensysteme zur Trinkwassererwärmung

und Raumheizung 07SIM109/1

8

) Lokale Agenda Gruppe 21 Lahr, B-Nr. 2401,

Dr. Falk Auer, Herbert Schote, Juni 2014

9

) Messtechnische Untersuchung von Wärmepumpenanlagen

zur Analyse und Bewertung

der Effizienz im realen Betrieb, Dipl.-

Ing. Marek Miara, Dipl.-Wi.-Ing. (FH) Dan-


Dipl.-Ing. Thore Oltersdorf, Dipl.-Ing. (FH)

Jeannette Wapler, Fraunhofer-Institut für

Solare Energiesysteme ISE, Mai 2011

10

) Agenda-Gruppe 21 (normale WP 2006 - 2008

und innovative WP 2008 - 2013)

11

2 -

Emissionsfaktoren verschiedener Energieträger

und -versorgungen, 2009

12


kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/

Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/

Energieeffizient-Sanieren-Ergänzungskredit

(167)/

13


bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/

mepumpen

http://www.bafa.de/bafa/de/

energie/erneuerbare_energien/waermepumpen/index.html

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8/9/2014 IKZ-ENERGY 19


SONNENENERGIE

Speicher

Welche Technologie setzt sich durch?

Speichertechnologien im Vergleich – Von Blei-Säure über Lithium-Ionen-Akkus bis zu Redox-Flow-Batterien

Aktuell finden sich auf dem Markt der elektrischen Speicher nur wenige, teilweise sehr unterschiedliche Speicherlösungen wieder. Von

intensiv erforschten Zellsystemen bis zu neuen, viel versprechenden Systemen mit hoher Marktreife. Die technischen wie chemischen

Eckdaten sind nur schwer zu erfassen, aber mithilfe ausgewählter Parameter können die interessantesten Technologien aussagekräftig

miteinander verglichen werden. Es lässt sich so auch ein passendes Nutzungsprofil für potenzielle Käufer und zukünftige Projekte

erstellen.

Zu den wichtigsten Eckdaten zählen der

Wirkungsgrad, die Zyklenlebensdauer, der

Aufwand für Wartung und Reparatur und

natürlich die Systemkosten, anhand dieser

sich die Kosten pro installierte Kilowattstunde

Speicherkapazität ableiten lassen.

Diese Kosten gelten als Hauptgrund

für den nur langsam wachsenden Einsatz

von Stromspeichern im Home-Storage wie

im gewerblichen Bereich. Der relativ hohe

Speicherpreis sowie die unsicheren politischen

Rahmenbedingungen drosseln aktuell

die Vermarktung. Beide Faktoren werden

sich allerdings zugunsten von Stromspeichern

entwickeln.

Zum einen werden die EEG-Einspeisevergütungen

stetig minimiert und planbar

ganz wegfallen, zum anderen sprechen

Prognosen von einer Steigerung der aktuellen

Strompreise auf 80 Cent pro kWh bis

zum Jahr 2050. Für effiziente regenerative

Energieerzeugung- und Nutzung rückt der

Stromspeicher damit immer weiter in den

Investitionsfokus. Der zweite Faktor und

der wahrscheinlich wichtigste Kaufindikator,

betrifft die zu erwartende Senkung

der Systemkosten.

Die Anschaffung eines Speichers stellt

eine einmalige Investition dar, die sich in

der Höhe nur minimal verändern lässt. Die

Marktpreise liegen größtenteils auf einem

angeglichenen Niveau, „Schnäppchen“ sind

kaum möglich. Diese kurzfristigen Kosten,

also der Kaufpreis, werden vor allem

von den Systemkosten eines Speichers bestimmt;

von den Zellen, dem Batteriemanagementsystem

und dem Wandler. Wenn

es um die Prognosen der Preisentwicklung

geht, steht die Zelle im Mittelpunkt. Denn

zur Speicherung elektrischer Energie können

verschiedene Zellen verwendet werden,

wie etwa Natrium/Schwefel-, Redox-

Flow-, Blei-Säure- und Lithium-Ionen-Batterien.

Genau hier liegt das Potentzial zur

raschen Verbreitung von Stromspeichern

in Haushalten, Objektbauten und Großprojekten.

Denn die Entwicklung der Zellen

– technisch wie wirtschaftlich – wird die

Speichernutzung in den nächsten Jahren

entscheidend voranbringen. Es ist bereits

ein Preisverfall bei Speicherzellen spürbar.

Welche der Technologien sich langfristig

durchsetzen wird, ist noch nicht entschieden,

aber einiges weist auf einen klaren

Sieger hin.

Eine bekannte Technologie

mit Ecken und Kanten

Seit Jahren etabliert und vor allem für

Daueranwendungen ausgelegt sind die sogenannten

Bleispeicher oder Blei-Säure-

Batterien. Momentan die am preiswertesten

herstellbare Batterie am Markt und

damit oft genutzt: als Starthilfe für den

Pkw, zur unterbrechungsfreien Stromversorgung,

als Notstromversorgung oder zur

Nutzung von Heimspeichern. Zahlreiche

Prof. Dr. Karl-Heinz Pettinger mit einer Lithium-Ionen

Batterie im Labor des Technologiezentrum

Energie.

Hersteller bieten dieses System an, da es

als sichere Technologie gilt. Das große

Problem, die Chemie kann nicht überlistet

werden; kurz gesagt: Bleispeicher sind

nicht hochstromfest. Jede Anwendung erfordert

eine enorme Überdimensionierung

und damit nicht nur mehr Platz, sondern

auch mehr Kosten. Die geringe Lebensdauer

sowie das enorme Gewicht gelten ebenfalls

als Negativpunkte der Technologie.

Zudem unterliegt der Bleispeicher der Batterieraumverordnung,

diese verlangt eine

Zwangsbelüftung des räumlichen Umfeldes.

Speziell für den Einsatz im Home

Storage-Bereich ist dieser Zwang kontraproduktiv,

denn das Durchbrechen von Außenverbindungen

für die Belüftung steht

der Energie-Plus–Bauweise klar entgegen.

Der relativ hohe Wartungs- und Austauschbedarf

ist ein weiteres Hemmnis für den

flächendeckenden Einsatz.

Eine Technologie unter Preisdruck

Das zweite am Markt befindliche Speichersystem

ist der Lithium-Ionen-Speicher.

Ein chemisches Speichersystem mit

hoher Energiedichte und einem sehr hohen

(90 – 95 %) Wirkungsgrad. Eigentlich für

mobile Anwendungen entwickelt, deckt

es mittlerweile einen sehr breiten Markt

ab. Von der Handy-Anwendung bis zur

Pufferung von Wohnquartieren. So baut

die Younicos AG aus Berlin momentan einen

fünf MW großen Lithium-Speicher als

Pufferknotenversorgung für den Norden

Deutschlands. Die immense Reaktionsfähigkeit

von Lithium-Ionen prädestinieren

diese Zellen für Großprojekte. Denn der

Entwicklungsgedanke sieht Lithium-Ionen

als Hochleistungsbatterien.

Dank des sehr hohen Verhältnisses

von Leistung zu Energie eignet sich diese

Technologie besonders als Kurzzeitspeicher

über Minuten oder Stunden. Große internationale

Hersteller garantieren zudem eine

Batterieleistung von bis zu 20 Jahren. Kombiniert

mit der fast hundertprozentigen

20 IKZ-ENERGY 8/9/2014


Wartungsfreiheit sind die Lithium-Eckdaten

äußerst interessant. Die Systemnachteile

finden sich hier im Kosten- wie auch

Sicherheitsbereich. Vor allem die relativ hohen

Zellkosten von etwa 500 – 1000 Euro

pro kWh schaden dieser Technologie.

Der Grund für diese enormen Kosten ist

in der Materialbasis zu finden. Denn für die

Speichermassen werden bestimmte Edelmetalle

benötigt, wie beispielsweise Nickel

und Kobalt. Diese sogenannten Buntmetalle

unterliegen dem Spot-Markt und

gelten damit als Spekulationsmetalle. Spekulationen

auf diese begrenzten Weltvorräte

führten in der Vergangenheit immer

wieder zu drastischen Preiserhöhungen.

Ein künstliches Problem, das weder plannoch

steuerbar ist und zudem eine grundlegende,

gesellschaftliche Problematik reflektiert,

die sich in absehbarer Zeit kaum

verändern wird.

Dieser Kostenfaktor kann allerdings

über einen anderen Parameter gedrosselt

werden, nicht in der Herstellung, sondern

in der Verwertung. Staatliche Forschungseinrichtungen

arbeiten bereits am Second-

Life von Lithium-Ionen-Zellen, um beispielsweise

eine Wiederverwendung gebrauchter

Automobilbatterien für den

Heimbereich zu ermöglichen. Ähnlich wie

die jüngeren Geschwister, die die Kleider

der älteren nutzen. Denn Automobilbatterien

werden sehr günstig hergestellt, günstiger

als beispielsweise Heimspeicherbatterien.

Werden diese dann nochmals gebraucht

auf dem Markt angeboten, sinkt

der ursprüngliche Preis drastisch. Wobei

die Margen bei Heimspeichern um einiges

größer sind als der Zielpreis von Autobatterien.

Wenn der Staat, die Industrie und der

Handel bei der Wiederverwertung langfristig

an einem Strang ziehen, wird

enormes Potenzial für Preissenkungen

freigesetzt. Momentan gelten Lithium-Batterien

im Home-Storage-Bereich aber noch

als Preistreiber. Genau deshalb richtet sich

das Interesse des Marktes auf die dritte, relativ

neue Technologie am Speichermarkt:

die Redox-Flow-Batterien.

Eine Technologie für die Zukunft?

In den letzten Monaten wurden kleinere

Redox-Flow-Systeme, 5 – 50 KWh, für den

Heimspeicherbereich angekündigt. Prototypen

gibt es bereits seit Längerem, aber

der tatsächliche Praxiseinsatz läuft erst an.

Dieser Testlauf wird mit viel Interesse beobachtet.

Die Redox-Flow-Technologie gilt

bereits jetzt als starker Konkurrent des Lithium-Systems,

besonders bei Heimspei-

Qualität

Qua·li·tät [kvalit :t]

60 Jahre industrielle

Fertigungserfahrung und

koreanischer Anspruch

an Qualität und Verarbeitung

stehen für unsere

Produkte.

Hanwha Solar ist ein globaler Anbieter von

hochwertigen PV-Modulen und ein Flaggschiff

der finanzstarken Hanwha Group.

Hanwha SolarOne GmbH

Oskar-Messter-Straße 13 | 85737 Ismaning | Deutschland

+49-89-2175-667-30 | info@hanwha-solar.com

www.hanwha-solar.com

8/9/2014 IKZ-ENERGY


SONNENENERGIE

Speicher

cher-Anwendungen. Denn trotz der Vorteile

von Lithium-Batterien profitieren vor

allem die Technologien für Mobilität von

den Stärken dieser Primärzelle. Die hohe

Energiedichte von Lithiumbatterien ist eigentlich

zu schade für den Heimspeicherbereich.

Dagegen eignet sich die Redox-

Flow-Technologie mit einem Wirkungsgrad

von bis zu 80 % hervorragend als Saisonspeicher.

Der Energieträger altert oder verschleißt

praktisch nicht und ist damit – bei

geringem Wartungsaufwand – nahezu unbegrenzt

haltbar. So muss ein Bleiakku im

Betrieb des Heimspeichers beispielsweise

alle fünf bis sieben Jahre ausgetauscht werden,

bei Redox-Flow-Batterien wie auch Lithium-Ionen-Akkus

erst nach etwa 25 Jahren.

Je nach Anforderung können Leistung

und Energie getrennt und flexibel skaliert

werden. Zudem haben Redox-Flow-Batterien

fast keine Selbstentladung. Kurz gesagt:

eine robuste Technologie mit hoher

Zyklenlebensdauer, die gleichzeitig sehr

kostengünstig ist – die perfekte Kombination

für Home-Storage-Anwendungen. Der

niedrige Zellpreis dieses neuen Batteriesystems

erklärt sich über die verwendeten

Materialien. So werden bei Redox-Flow-

Batterien keine Buntmetalle verwendet, im

Gegensatz zu Lithiumzellen. Die Rohmaterialbasis

von Redow-Flox-Zellen beinhaltet

größtenteils preiswerte Elektroden

aus simplen Graphit, ein häufig vorkommendes

Mineral aus der Mineralklasse der

Elemente. Das Speichermaterial selbst besteht

aus Schwefelsäure und Vanadiumsalzen.

Die Materialwelt der neuen Redow-Flow-Batterien

ist damit wesentlich

kostengüns tiger als aktuelle Konkurrenzprodukte.

„Viele Fachleute gehen inzwischen davon

aus, dass die momentane Marktmacht

von Lithium-Batterien und den folgenden

Blei-Batterien in den nächsten fünf Jahren

von der Redow-Flow-Technologie abgelöst

wird. Dann werden die Lithium-Zellen

auf den zweiten Platz verwiesen und

Blei-Batterien werden als dritte Alternative

für Heimspeicherbatterien gehandelt“,

bestätigt Professor Karl-Heinz Pettinger,

wissenschaftlicher Leiter am TZE (dem

Technologiezentrum Energie der Hochschule

Landshut) und Professor für elektrische

Energiespeicher. Als Leiter dieses

renommierten Labor-, Forschungsund

Entwicklungsstandorts, der sich als

Dienstleistungszentrum für Gewerbetreibende,

die Industrie und Kommunen versteht,

zählt die konzeptionelle und technische

Entwicklung sowie die Qualifizierung

und Quantifizierung von Methoden

Aufbau und Prinzip einer Vanadium-Redox-Flow-Batterie.

und Systemen zur dezentralen, ressourcenschonenden

Energieversorgung zu seinen

Hauptaufgaben.

Bild einer Blei-Säure-Batterie.

Monetär versus nachhaltig

Um eine nachhaltige Speicherlösung

zu erarbeiten, muss jedes Wohn- und

Nutzungsszenario individuell betrachtet

werden. Kurzfristige finanzielle Vorteile

sollten nicht im Vordergrund stehen, sondern

die Umsetzung einer nachhaltigen

Lösung, die in einem Zeitrahmen von

10 – 20 Jahren greift. So kostet im Augenblick

die kWh Strom circa 25 Cent. Mittelfristig

wird dieser Preis auf 40 – 80 Cent

steigen. Genau dann wird ein Speicher

wirklich rentabel. Ein weiteres Szenario

wäre das Auslaufen der eigenen EEG-Förderung.

Typischerweise kommt an diesem

Punkt die Frage auf, warum dann gerade

jetzt einen Speicher planen und nicht erst,

wenn diese Szenarien eintreten. Die Antwort

ist einfach: Weil Speicher bereits jetzt

relativ günstig sind und zwar dank staatlicher

Förderung. Eine Förderung, die zeitlich

begrenzt ist und deshalb jetzt genutzt

werden sollte.

Wenn die Entscheidung für einen Speicher

sinnvoll ist, gilt es, mit den Geräteanbietern

zu verhandeln. Vor allem ordentliche

Garantien sind wichtig. Im Idealfall

garantiert der Speicheranbieter 10 – 15 Jahre

Laufzeit sowie einen kostenlosen Ersatz

bei Defekt. Diese Absicherung ist wichtig

und sinnvoll und macht den heutigen Speicherkauf

umso rentabler. Prinzipiell gilt,

dass sich die Rentabilität eines Speichers

stark beeinflussen lässt, da sie sich aus der

Intensität der Nutzung ergibt. Je öfter der

Speicher also be- und entladen wird, desto

geringer fallen die Speicherungskosten

pro genutzter Kilowattstunde Energie

aus. Diese Kosten konkurrieren zusammen

mit dem Erzeugerpreis regenerativer

Energien gegen die Stromkosten aus

dem Versorgungsnetz. Die Rentabilität ist

damit plan- und steuerbar. Eine grundlegende

standort- und nutzungsorientierte

Betrachtung gibt schnell die Antwort, ob

sich ein Speicher anhand der individuellen

Erzeugungs- und Verbrauchssituation mittel-

und langfristig rechnet oder nicht. ■

Autorin: Jacqueline Koch

Bilder: Technologiezentrum Energie, Ruhstorf an

der Rott

22 IKZ-ENERGY 8/9/2014


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23


SONNENENERGIE

Speicher

Sprit aus dem Speicher

Solarstrom direkt vor Ort nutzen

Sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte können Solarstrom direkt vor Ort nutzen. Dazu braucht es eine PV-Anlage und einen

intelligenten Großspeicher, der den Strom bedarfsgerecht zu den verschiedenen Verbrauchern dirigiert. Ein schwäbischer Anlagenbauer

zeigt, wie gewerbliche Eigennutzung funktionieren kann.

Stefan Roßkopf ging es zu langsam. Seit

Jahren will die Bundesregierung die Elektromobilität

flottmachen, und dennoch

fahren auf Deutschlands Straßen bisher

erst relativ wenig Elektroautos. „Während

China mehr als eine Milliarde Euro in den

Sektor pumpt, drohen Politik und Industrie

hierzulande das Thema zu verschlafen“,

moniert der Geschäftsführer des Automationsspezialisten

teamtechnik aus

Freiberg am Neckar. Voriges Jahr fasste

Roßkopf daher einen Entschluss: teamtechnik

wird mit einem eigenen E-Mobility-Projekt

ein Zeichen setzen. Der ehrgeizige

Schwabe nahm 300 000 Euro in die Hand

und ließ am Hauptsitz eine neue PV-Anlage

mit Speicherbatterie und Elektrotankstelle

errichten. Seit April 2013 versorgen

zwei energieautarke Ladestellen nun die

kleine Elektro-Smart-Flotte des württembergischen

Mittelständlers, überschüssiger

Strom fließt in dessen Produktion oder ins

öffentliche Stromnetz.

Energiewende vorantreiben

„Unternehmen mit hoher Technologiekompetenz

wie wir müssen die Umsetzung

Stromspeicher „CellCube“: Mithilfe der Vanadium-Redox-Flow-Technologie werden große Energiemengen

vergleichsweise günstig gespeichert.

der Energiewende vorantreiben“, sagt Roßkopf.

Wobei der Klimaschutz nicht der einzige

Antrieb für das Vorhaben war. teamtechnik

baut Montage- und Prüfanlagen

u. a. für die Auto- und die Photovoltaikindustrie

und gilt als Spezialist für Fertigungsequipment

für den Antriebsstrang

moderner Hybrid- und Elektrofahrzeuge

sowie die kosteneffiziente Herstellung von

Solarmodulen. Mit dem neuen Projekt kann

das Unternehmen seine Innovationsstärke

auch in der Verbindung von Elektromobilität

mit PV demonstrieren. Zwar amortisiert

sich das neue Energiesystem unter

heutigen Bedingungen erst nach mehr

als zehn Jahren. Trotzdem könnte die Eigenstromlösung

von teamtechnik als Blaupause

für künftige Energieprojekte dienen.

Der Erfolg der Energiewende ist an zwei

Bedingungen geknüpft: Solar- und Windstrom

stehen witterungsbedingt nur unregelmäßig

zur Verfügung. Für mehr Ökostrom

müssen daher die Stromnetze ausgebaut

und Speicher installiert werden,

die ihn kalkulierbar und wettbewerbsfähig

machen. Die E-Mobility könnte der

Energiewende zusätzlichen Schub verleihen.

Indem Elektroautos überschüssigen

Ökostrom tanken und ihn bei Bedarf wieder

abgeben, gleichen sie wie Speicher Erzeugungsschwankungen

aus und werden

somit zu einem wichtigen Bestandteil des

intelligenten Stromnetzes. Bisher ist das

„Smart Grid“ erst im Entstehen. Schlüsselkomponenten

wie Speicher oder Kommunikationstechnologien

werden derzeit auf

vielen Ebenen noch weiterentwickelt. teamtechnik

zeigt aber, dass das Zusammenspiel

von EE, Speicher und Elektroautos

gut funktioniert.

Die Ausgangsfrage bei dem Unternehmen

war, wie eine Ladestelle für den Elektro-Fuhrpark

ohne Stromlieferungen von

außerhalb realisiert werden kann. 10 bis

15 Elektroautos werden die Elektroladestellen

regelmäßig ansteuern, zudem private

Elektrofahrzeuge von Mitarbeitern. Fest

stand: Als Zulieferer der PV-Industrie wird

teamtechnik auf Solarstrom als Treibstoff

für seine Elektroflotte setzen. Deshalb installierten

die Schwaben auf einer ihrer Produktionshallen

347 multikristalline Module

ihres chinesischen Kunden Eging

Photovoltaic Technology mit 86,75 kW Gesamtleistung.

Doch wie würde sich sicherstellen

lassen, dass auch bei Bewölkung

oder nachts geladen werden kann, wenn

das Solarkraftwerk keinen Strom liefert?

Gildemeister energy solutions, die Sparte

Energielösungen des Bielefelder Maschinenbauers

DMG MORI, nahm die Projektplanung

in seine Hand und lieferte mit dem

Vanadium-Redox-Flow-Speicher „CellCube

FB 20-100“ die Lösung. Der Hochleistungsakku

ist in etwa so groß wie ein Baucontainer,

verfügt über eine Leistung von 20 kW

und kann 100 kWh Solarstrom speichern

– mehr als zehn Mal so viel wie ein Heimspeicher

für einen Privathaushalt.

„PV-Anlage und Speicher sind bei teamtechnik

so konzipiert, dass durchgehend

Energie zur Verfügung steht – selbst wenn

mehrere Tage hintereinander die Sonneneinstrahlung

nur gering ist“, erklärt Stefan

Schauss, Technischer Vertrieb für

24 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Speicher

Zu den Vorteilen

des „cellCube“

gehören u. a.:

skalierbar bis in

den MW-Bereich,

100 % tiefentladefähig

sowie eine

praktisch unbegrenzte

Zyklisierung.

Speicherlösungen von Gildemeister energy

solutions. Ein in den „CellCube“ integriertes

Energiemanagementsystem verteilt

die Solarenergie vom Hallendach nach

definierten Prioritäten. Zuerst werden die

beiden Ladesäulen mit je 52 kW maximaler

Ladeleistung bedient. Sind sie geladen,

wird der „CellCube“ gefüllt. Das geht

bei 100 kWh Kapazität innerhalb von fünf

Stunden. Ist auch der Speicher voll, treibt

der Solarstrom die Anlagen im teamtechnik-Werk

an. An produktionsfreien Tagen

fließen die Überschüsse ins öffentliche

Stromnetz und werden vom regionalen

Energieversorger gemäß EEG vergütet.

Wenn die PV-Anlage keinen Strom produziert,

stellt der „CellCube“ gespeicherten

Solarstrom bereit. Können weder die Solarmodule

noch der Speicher Energie liefern,

muss das öffentliche Netz zum Laden angezapft

werden. „Dieser Fall ist bei der Dimensionierung

von PV-Anlage und Speicher

aber unwahrscheinlich“, sagt Schauss.

Dass teamtechnik für sein Projekt auf

die Vanadium-Redox-Flow-Technologie zurückgreift,

hat einen guten Grund: Flussbatterien

können große Energiemengen

vergleichsweise günstig speichern. Im

Gegensatz zu herkömmlichen Bleiakkus

oder Lithium-Ionen-Batterien sind Speicher

und Stromproduktion beim „Cell-

Cube“ getrennt. Die elektrische Energie

wird in Flüssigkeiten in zwei unabhängigen

Tanks aufbewahrt, die der benötigten

Kapazität leicht angepasst werden können

und sich relativ preiswert herstellen lassen.

Erst beim Laden oder Entladen fließen die

Elektrolyte langsam durch die Zellen, die

dann Strom liefern oder ihn in Form von

Ionenlösungen speichern. Zudem bieten

Vanadium-Redox-Flow-Speicher den Vorteil,

dass sie problemlos tiefentladen werden

können und sich selbst im Ruhezustand

nur minimal entladen – beides sind

bei herkömmlichen Batterien oft entscheidende

Nachteile. „Die Elektrolyte nutzen

sich nicht ab und können nach der Nutzungszeit

weiterverarbeitet werden“, erklärt

Schauss. Gildemister energy solutions

gibt die Lebensdauer des „CellCube“

daher mit 20 Jahren an.

Zum hohen Nutzwert kommt, dass „Cell-

Cube“ trotz seiner technischen Komplexität

recht leicht montiert werden kann. Der

Speicher wird komplett schlüsselfertig angeliefert

und muss im Prinzip nur an den

Wechselrichter der PV-Anlage angeschlossen

sowie mit den Ladestationen und dem

öffentlichen Netz verbunden werden. Bei

teamtechnik hat die Firma B&W Energy

aus Heiden im Münsterland die Solarmodule

und den „CellCube“ installiert. „Das

war relativ einfach“, sagt der B&W-Projektleiter

Andre Krause. Gildemister energy

solutions habe bereits sämtliche Vorarbeiten

erledigt: vom Aufstellen, über das Befüllen

bis zum Beladen des Speichers. „Wir

haben dann die Leistungsberechnung und

die Dimensionierung der Kabel übernommen.“

Zudem hat sich B&W um den Netzanschluss

gekümmert. „Das war aber keine

große Sache; die Netzgesellschaft hatte

keine besonderen Anforderungen“, erklärt

Thomas Spirres, der bei B&W für das Netzanschlussmanagement

verantwortlich ist.

Die reibungslose Projektrealisierung

und der erste Eindruck des Energiesystems

nach einigen Wochen Betriebszeit

haben auch teamtechnik-Chef Stefan Roßkopf

überzeugt. „Wir werden die Sache hier

noch einige Monate beobachten und den

‚CellCube‘ dann gegebenenfalls erweitern.“


KONTAKT

Gildemeister energy solutions/a+f GmbH

97076 Würzburg

Tel. 0931 25064250

Fax 0931 25064102

energysolutions@gildemeister.com

www.energy.gildemeister.com

8/9/2014 IKZ-ENERGY 25


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

Reduzierter Flächenbedarf

und höhere Energieerträge

Eine kleine Marktübersicht zu PVT-Hybridkollektoren

Der Einsatz von Hybridkollektoren als PVT-Module zählt zu den innovativen Möglichkeiten, den Wirkungsgrad der konventionellen

PV-Module zu erhöhen und die bisher ungenutzte Abwärme zu verwerten. Mit den Kombinationsmodulen wird zudem nicht nur eine

Platzersparnis, insbesondere auf kleinen Dachflächen, sondern auch eine homogene Dachoptik erreicht.

Verhältnisse der Wirkungsgrade.

Bisher stand der Nutzer von regenerativer

Solarenergie vor der Wahl, entweder

den photovoltaischen Solarstrom mit einem

Wirkungsgrad unter 20 % zu installieren

oder – wenn die Dachfläche den Platz noch

zur Verfügung stellte – auch ein separat

angeordnetes Solarthermiesystem zu integrieren.

Auf dem Markt werden im Segment der

Hybridkollektoren nun, nach Behebung der

anfänglichen Probleme, ausgereifte Produkte

zur Verfügung gestellt. Einerseits

sind die Problematiken und technischen

Anforderungen zur effizienten Nutzung

des Wärmestroms in Kombination mit der

Nutzung des Solarstroms verfahrungstechnisch

gelöst. Andererseits haben aber noch

die Prüfinstitute schwierige Aufgaben zu

lösen, weil es derzeit noch an geeigneten

Prüfverfahren mangelt, um die Leistungsfähigkeit

der PVT-Kollektoren (Hybridkollektoren)

messtechnisch beurteilen zu können.

Insofern müssen Standards entwickelt

werden, auf welcher Basis die Effizienz der

Hybridkollektoren beurteilt werden kann

und welche Sicherheitsvorschriften gelten,

die das Zusammenspiel der wasserführenden

Komponenten und der elektrischen

Elemente auch sicherstellen können.

Der Hybridkollektor einer photothermischen

Anlagen ist in der Lage, verschiedene

Spektren des Sonnenlichtes aufzufangen

und zur Energiegewinnung zu verwenden.

Das sichtbare Lichtspektrum wird

von den PV-Anlagen genutzt, während das

Infrarotspektrum von den Solarthermie-

Kollektoren aufgefangen wird. Durch den

Wärmeentzug des PV-Moduls werden die

PV-Zellen auf eine optimale Betriebstemperatur

von 25 °C gekühlt und der Modulwirkungsgrad

erhöht. Das bedeutet, dass

durch die Kühlung der Solarstromertrag

ansteigt. Als Doppeleffekt wird die bisher

bei den Standard-PV-Modulen ungenutzte

Wärme nun aktiv zur Wärmeversorgung

des Gebäudes genutzt.

Bei den Entwicklungen im Bereich der

PVT-Kollektoren wurden auch im Bereich

der Verfahrenstechnik Fortschritte gemacht,

denn etliche Problematiken wurden

zwischenzeitlich technisch gelöst. Bei

den unterschiedlichen Lösungsvarianten

bestand eine besondere Problematik darin,

dass der Wärmeübertrag vom Solarmodul

zum Wärmeabsorber schlecht funktionierte.

Die Wärme, die in der PV-Zelle

entsteht, konnte nicht effizient an den Wärmeübertrager

abgegeben werden.

Einen interesssanten Aspekt bildet auch

die Nutzung des selbst erzeugten Solarstroms

zur zeitgleichen Bereitstellung von

elektrischer Energie für die erforderliche

Hilfsenergie, z. B. für die Umwälzpumpen

der Solarthermie-, Zirkulations- und Wärmepumpe,

etc.).

Da eine PVT-Hybridkollektoranlage gegenüber

einer getrennt installierten Solarstrom-

und Solarthermieanlage einen höheren

Gesamtenergieertrag liefert, kann

auch eine geringere Kollektorfläche installiert

werden. Dieses Ergebnis kommt insbesondere

dem oftmals reduzierten Dachflächenangebot

positiv entgegen.

Technologie der PV-Thermie (PVT)

Die Technologie der Hybridkollektoren

unterscheidet sich generell nach Systemen,

bei denen die Wärmeproduktion im Vordergrund

steht und solchen, die primär

Strom liefern sollen. Um die Wärme aus

dem Strahlungssammler zur weiteren Nutzung

zu transportieren, nutzen beide Varianten

Flüssigkeit als Medium.

1. Selektiver Kollektor mit Solarzellen

Der Aufbau entspricht einem konventionellen

Flachkollektor, wobei jedoch anstelle

der Frontscheibe ein PhV-Laminat

26 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

eingesetzt wird, in das die PV-Zellen in

großem Abstand eingebettet sind.

2. Wassergekühltes Standardmodul

Das PV-Laminat enthält hier auf der

Rückseite eine Wasserwanne, durch die

Kühlwasser geleitet wird. Da hinter dem

Frontglas kein Luftspalt vorhanden ist,

kann sich ein energiekonzentrierender

Treibhauseffekt aufbauen.

3. Kollektor mit Hybridabsorber

Der konstruktive Aufbau entspricht hier

ebenfalls einem konventionellen Flachkollektor,

wobei anstelle des Absorberblechs

die Rückseite das PV-Laminat

mittels Kupferröhren gekühlt wird.

4. Luftgeführte Systeme

Als Wärmeträger wird ausschließlich

die Luft genutzt.

5. PV-Thermische Konzentratoren mit Tracker

oder Heliostaten

Die Vorteile eines hochkonzentrierten

HCPVT-Systems (High Concentration

Photovoltaic Thermal) ergeben sich in

der doppelten Abgabeleistung und der

höheren Exergieeffizienz. Es kann daher

mit 90 °C heißem Wasser gekühlt

werden. Zudem lässt sich die Wärme

zur Warmwasserbereitung und Raumheizung

oder zur Adsorptionskühlung

für RLT-Anlagen nutzen.

PV/T-Wasserkollektoren

Das Interesse der Gebäudeeigner und

Investoren an der innovativen PVT-Technologie

ist unverändert hoch. Derzeit handelt

es sich bei den überwiegend installierten

Hybridkollektoren (über zwei Drittel)

um wassergekühlte PVT-Module. Der

konstruktive Aufbau der nicht konzentrierten

PVT-Systeme entspricht einem konventionellen

Flachkollektor, wobei lediglich

anstelle der Frontscheibe ein PV-Laminat

integriert wird, in das die PV-Zellen

in großem Abstand eingebettet sind.

Aufbau

des Hybridmoduls

„PV-Therm“.

PV/T-Wasserkollektoren werden in verglasten

und unverglasten Kollektoren ausgeführt.

In der Regel werden die Hybridkollektoren

für Photothermie zweischichtig

aufgebaut. Direkt unter der Glasoberfläche

befinden sich die PV-Elemente, die

aus den sichtbaren Strahlen des Sonnenlichts

Gleichstrom erzeugen. Dieser wird

Einspeisemanagement

Solar-Log - intelligentes Heizen

mit PV-Strom

Durch die Kombination aus Solar-Log und dem

E.G.O. Einschraubheizkörper können überschüssige

PV-Leistungen zur Erwärmung von Trinkwasser- bzw.

Energiemanagement

Kombispeichern verwendet werden. Die Leistung wird

in mehreren Stufen, von 0 – 3500 Watt in 500 Watt

Stufen, aktiviert.

PV-Monitoring

www.solar-log.com

8/9/2014 IKZ-ENERGY 27


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

durch einen Wechselrichter in Wechselstrom,

also netztauglichen Strom, umgewandelt.

Unter den PV-Elementen befinden

sich die solarthermischen Elemente,

die das Infrarotlicht aus der Sonne aufnehmen.

Dieses wird durch einen Absorber,

entweder in Form eines mit spezieller Keramik

bedampften Kupferblechs oder einer

schwarzen Metallfolie, aufgenommen. Die

entstehende Wärme wird anschließend an

die wasserführenden Rohre weitergegeben

und in den Warmwasser- und Heizungskreislauf

eingespeist.

Abgedeckte PVT-Kollektoren arbeiten

ohne spektralselektive Absorberschichtung,

wodurch der nachteilige Effekt eintritt,

dass die Strahlungsverluste mit steigendem

Temperaturunterschied zwischen

dem Absorber und der Abdeckscheibe anwachsen.

Bei den nicht abgedeckten Standardmodulen

steht die Solarstromproduktion

im Vordergrund, weil die PV-Zellen

umso effizienter arbeiten, je kälter sie sind.

Aus diesem Grund werden die PV-Zellen

über einen auf der Rückseite installierten

Wärmeübertrager gekühlt.

Die Problematik der PVT-Produkte liegt

einerseits im Bereich der Wärmeübertragung

von den Solarzellen zur Wärmeträgerflüssigkeit,

wobei hier eine gute elektrische

Trennung und gleichzeitig eine

ausgewogene Wärmeleitfähigkeit erreicht

werden muss. Zudem besteht ein Problem

in der Absorption der Solarstrahlung, weil

mit der PVT-Glasscheibenabdeckung die

Solarstrahlung für den Solarstromabsorber

reduziert wird. Aus diesem Grund

wurde beim Fraunhofer-Institut für Solare

Ener giesysteme (ISE) die Glasscheibenkonstruktion

durch eine hochtransparente

und an den Brechungsindex der Luft

angepasste Folie ersetzt.

Die Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit,

Qualität und Sicherheit der PVT-Kollektoren

einschließlich der elektrischen

Sicherheit gegen Kriechströme etc. wird

unter Laborbedingungen geprüft. Da die

vorhandenen Standardnormen für PV- und

Tabelle 1: Marktübersicht und wichtigste technische Daten über wassergeführte PVT-Hybridkollektoren.

Produkthersteller

Beghelli SpA,

Italien

Bunksolar S.L.,

Alicante (E)

C. Bösch GmbH,

A-6922 Wolfurt

Easy BIPV Aps.,

Dänemark

PA-ID GmbH,

63801 Kleinostheim

Typ PVT M-240 PVT Solator-PV+Therm Convert 310/72-400 PVT Hybrid-2-

Power-Modul

Konstruktionsaufbau

Außenmaße (mm)

Länge x Breite x Dicke

Wassergekühltes

Photovoltaikmodul

Wärmeübertrager

im Aluminiumrahmen

hinter dem Modul

Hybridkollektor

mit wassergekühltem

Photovoltaikmodul

und Kupfer-Harfenabsorber

mit hochselektiver

Beschichtung,

Aluminiumrahmen

und Alu-Wanne

Aufdachmontage:

gerahmter Hybridkollektor

mit wassergekühltem

Photovoltaikmodul

mit

flachen Metallröhren

auf der Rückseite

Indachmontage:

rahmenloser Glas-Glas

Hybridkollektor mit

wassergekühltem

Photovoltaikmodul mit

flachen Metallröhren

auf der Rückseite

1965/1000/35 2350/960/85 Aufdachsystem:

1580/808/40

1580/1069/45

Indachsystem

1500/766/38

1580/836/38

Leergewicht (kg) 69

Elektrische Leistung

(kW el )

Thermische Leistung

(kW th )

Adresse Produkthersteller

(Vertrieb)

Wassergekühltes

Photovoltaikmodul

Aluminium-Kupfer-

Absorber hinter dem

PV-Modul angeordnet

Wassergekühltes

Photovoltaikmodul,

Wärmeübertrager

auf der Rückseite

des PV-Moduls geklebt

1956/992/46 1640/992/45

280 240 Aufdach: 190 (250) 310 260

Indach: 140 (190)

1200 786 400 667

Beghelli SpA,

Italien

Bunksolar S.L.,

03177 San Fulgencio,

Alicante (E)

C. Bösch GmbH,

Dornbirnerstrasse 8,

6922 Wolfurt (Austria)

Easy BIPV Aps.,

Dänemark

PA-ID GmbH,

Bruchtannenstr. 9,

Homepage www.beghelli.com www.bunksolar.com www.solator.cc www.easy-bipv.com www.pa-id.de

Quelle: Produkthersteller/IB-THEISS, München (Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

28 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

Solarthermiemodule für die Hybrid-PVT-

Module nicht ausreichen, müssen die zuständigen

Gremien derzeit noch verlässliche

Normen und Prüfungsgrundlagen

(insbesondere zur Produkthaftung und

Sicherheit) erstellen.

Die PVT-Zertifizierung erfolgt getrennt

nach den Tests zur Strahlungsbeanspruchung

und nach den Tests zur

thermischen sowie den mechanischen

Beanspruchungen. Das Solar Keymark-

Gremium hat Ende März 2011 beschlossen,

dass auch PVT-Module das Gütesiegel

für Photothermiemodule (PT) bekommen

können. Die Produkthersteller können

ihren Kunden nun zumindest mit Solar

RenOn UG,

4626 Löbichau/

Beerwalde

Ren-ON P2300-33

Ren-ON P2300-44

Ren-ON P2300-55

Hybridkollektoren

mit wassergekühltem

Photovoltaikmodul,

Sicherheitsglas

EVA-Wafer-Tedlar

(transparent)

Kupfer-Alu-Absorber

Dämmung

res-Regenerative

Energietechnik und

-systeme GmbH

Keymark ein anerkanntes Zertifikat vorweisen.

Wassergekühlte Systeme –

Produkthersteller (Auszug)

Der Hybridkollektor „Solator“ von

C. Bösch GmbH, A-6922 Wolfurt, wird als

wassergekühltes rahmenloses Glas-Glas-

Modul für Auf- und Indachmontage mit

einem Wärmeübertrager aus flachen Metallröhren

in zwei Leistungsvarianten mit

einem Solarstromertrag von 140 W und

190 W hergestellt.

Die Vorteile des Hybridkollektors

„M-240 PVT“ von Bunksolar S.L., Alicante

(Spanien), mit wassergekühltem PV-Modul

Solarzentrum Allgäu

GmbH & Co. KG,

87640 Altdorf-

Biessenhofen

Solimpeks Solar

GmbH, 80807

München

res-PV++ Wiosun PV-Therm PVT-Hybrid

(Volther -

Powervolt/Powertherm

Glasfolienlaminat,

wassergekühltes

Photovoltaikmodul,

auf der Rückseite mit

Kupfer-Kapillarrohr-

Wärmeübertrager

(Tichelmann-Verrohrung)

Wassergekühltes

Photovoltaikmodul,

PU-Rahmen

(Polyurethan) mit

flüssigkeitsdurchströmtem

Stahl-

Wärmeübertrager

Kollektor mit Photovoltaikmodul.

PV-Zellen auf Kupferabsorber

geklebt.

Wassergekühltes Photovoltaikmodul,

Wärmeübertrager

auf der Rückseite

des PV-Moduls

SunWin Enery

Systems GmbH,

A-4061 Pasching

PVT-Hybridkollektor

Flachkollektor

mit Photovoltaikzellen

hinter der Glasabdeckung

2108/1069/93 1646/995/40 1315/1012 (996)/20 1640/870/105 2064/1154/98

41 23 24,4

140/180/240 260, 265, 270 185 bis 200 200 145 (193) bis 340

940/746/591 865 720 629 1095

RenOn,

Neue Str. 6,

4626 Löbichau/

Beerwalde

res-Regenerative

Energietechnik und

-systeme GmbH,

Wolfertsbronn 5,

91550 Dinkelsbühl

Solarzentrum Allgäu

GmbH & Co. KG,

87640 Altdorf-

Biessenhofen

Solimpeks Solar GmbH,

Marcel-Breuer Straße 15,

80807 München

www.ren-on.com www.res-energie.eu www.sza-pv.de www.

solimpeks-solar.de

SunWin Enery Systems

GmbH,

Industriestr. 5

A-4061 Pasching

www.sunwin.at

und Kupfer-Harfenabsorber liegen in der

sehr guten Wassererwärmung von 30 bis

60 °C. Es entstehen keine Überhitzungsprobleme,

die Stillstandstemperatur liegt

bei ca. 75 °C. Durch Kühlung der Zellen

wird ein bis zu 15 % höherer Solarstromertrag

erreicht.

Die Konstrukteure der PA-ID GmbH aus

dem hessischen Kleinostheim haben eine

Methode entwickelt, mit der ihre herkömmlichen

PV-Module zu PVT-Hybridmodulen

umgerüstet werden. Die PA-ID nutzt hierzu

eine Kapillarrohrmatte aus Polypropylen,

die u. a. auch in der Bauteilklimatisierung

zur Decken- , Boden- bzw. Wandheizung/

-kühlung verwendet wird. Diese Kapillarrohrmatten

werden

mit einer Dämmplatte

und einem Federsystem

auf der Rückseite

der PV-Module

befestigt. Neben anderen

Vorteilen zeichnen

sich diese Systemvorteile

dadurch aus,

dass hier keine mechanischen

Eingriffe

in das PV-Modul erfolgen.

Von den wassergekühlten

PV-Modulen

wird die Wärme

an den Warmwasserspeicher

abgeben.

Das wassergekühlte

Hochleistungs-Hybridmodul

von RenOn

UG, 4626 Löbichau/

Beerwalde, wird in

den Abmessungen

2108/1069/93 mm mit

einem Leergewicht

von 41 kg in drei

Ausführungen hergestellt

und erzeugt einen

Solarstromertrag

von 140 W p , 187 W p

und 233 W p bei einem

thermischen Wirkungsgrad

von 76,7 %,

77,7 % bzw. 85 %. Der

Konstruktionsaufbau

besteht aus Sicherheitsglas,

EVA-Wafer-Tedlar

(transparent),

Kupfer-Alu-Absorber

und Dämmung.

Der hochselektiv beschichtete

lasergeschweißte

Vollflächenabsorber

wird

in Kombination mit

8/9/2014 IKZ-ENERGY 29


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

Schnitt durch den „PV-Therm“.

Hochleistungswafern hergestellt und multifunktional

für Aufdach- /Indachmontage

oder Freiflächenaufstellung eingesetzt. Die

sichere Trennung des Solarstrombereiches

vom wasserführenden Teil verhindert auch

im Fall einer Beschädigung des Solarglases

die Übertragung der Elektrizität.

Die Anwendungsbereiche erstrecken

sich von der Solarstromgewinnung und

Warmwasserspeicherung und Heizungsunterstützung

sowie Dachflächen-Schneeabtauung

über die Regenerierung der Erdreich-Wärmequelle

und die Eigenstromnutzung

für den Wämepumpenbetrieb.

Das wassergekühlte Hochleistungs-

PVT-Modul Typ „res-PV++“ von res – regenerative

energietechik und -systeme

GmbH, 91550 Dinkelsbühl, erreicht aufgrund

des meanderförmig, nach System

„Tichelmann“ aufgebauten Wärmeübertragers

eine gleichmäßige Volumendurchströmung

und daher auch eine vollflächig konstante

Modultemperatur.

Das PVT-Modul vom Typ „res-PV“ wird

als Kompakteinheit mit Erdwärmepumpe

sowie oder alternativ mit Luftwärmepumpe

(mit Wärmeeinkopplung in Kältekreis)

angeboten.

Das Hybridmodul „PV-Therm“ von Solarzentrum

Allgäu GmbH & Co. KG, 87640 Altdorf-Biessenhofen,

enthält auf der Unterseite

eine Thermiewanne, die von einer

Wärmeträgerflüssigkeit zur Kühlung der

Solarzellen durchströmt wird. Die Wanne

ist mit einem PV-Laminat über eine Polyurethanumfassung

verbunden. Der „PV-

Therm“ lässt sich bei einer Oberflächentemperatur

von 80 °C mit 12 °C kaltem

Wasser auf 20 °C abkühlen. Das frei werdende

Wärmepotenzial wird zur Warmwas-

Tabelle 2: Marktübersicht und wichtigste technische Daten über PVT-Luftkollektoren.

Produkthersteller Grammer Solar GmbH,

92224 Amberg

Seidemann Solar GmbH,

37079 Göttingen

Typ Twinsolar Solatwall PV/T

Konstruktionsaufbau PV-Modul mit Stahlrahmen

im Hybrid-Luftkollektor integriert

Hybrid-Luftkollektor

hinterlüftete Metallfassade

Außenmaße (mm) 1732/1000/175

Nach Dach- bzw. Fassadenfläche

Länge x Breite x Dicke 1580/808/210

Leergewicht (kg)

Elektrische Leistung 230 (210) 100 W/m 2

(kW el )

Thermische Leistung 690 200 bis 300 W/m 2

(kW th )

Adresse Produkthersteller

(Vertrieb)

Grammer Solar GmbH,

92224 Amberg

Seidemann Solar GmbH,

Hetjershäuser Weg 3a,

37079 Göttingen

Homepage www.grammer-solar.de www.solarwall.de

Quelle: Produkthersteller/IB-THEISS, München (Kein Anspruch auf Vollständigkeit

serspeicherung, Heizungsunterstützung

oder beim Einsatz einer Erdreich-Wärmepumpe

zur Regeneration der Energiequelltemperatur

verwendet.

Die Solimpeks Solar GmbH, 80807 München,

hat ihre „Volther“-Kollektoren durch

eine flachere Bauart weiterentwickelt, wodurch

neben der Leistungserhöhung auf

200 W p auch die Dachbelastung reduziert

und zudem die Dachmontage erleichtert

wird. Der PVT-Hybridkollektor, bestehend

aus der Kombination „Volther-Powervolt

und -Powertherm“ erreicht bei maximaler

Sonneneinstrahlung eine elektrische

Leistung von 200 W p und eine thermische

Leistung von 629 W. Die Hybridkollektoren

bieten als Kombinationseinheit eine Platzersparnis

und werden nicht aufgeständert,

sondern nahtlos aneinander in das

Dach montiert. Insofern können kleinere

Dachflächen energetisch voll ausgenutzt

werden.

Mit der neuen Baureihe der Hybridkollektoren

von SunWin Energy Systems

GmbH, A-4061 Pasching, wird die Erzeugung

von Solarstrom und Solarthermie in

einem Kollektor realisiert. Die Baureihe

der wassergekühlten PVT-Hochleistungsmodule

bestehen aus einem Flachkollektor

mit PV-Zellen hinter der Glasabdeckung

und sind im Leistungsbereich von 145 bis

340 W p nach Solar Keymark zertifiziert.

Als Nebeneffekt erhöhen die Hybridkollektoren

den Solarstromertrag gegenüber einer

konventionellen PV-Anlage. Die Wärme

von den wassergekühlten Photovoltaikmodulen

wird dem Warmwasserspeicher

zugeführt.

Die PVT-Hochleistungsmodule werden

auch in Kombination mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe,

Pufferspeicher und intelligenter

Regelung eingesetzt sowie zur

Schneefreihaltung der PV-Module und Dächer

mit der Eigenstromnutzung genutzt.

Sobald die Kollektoren von Schnee bedeckt

sind, wird die Wärme aus dem Warmwasserspeicher

kurzzeitig durch die Kollektoren

geleitet. Die Hauptreferenzobjekte

erstrecken sich von Einfamilienhäusern

über Hotelkomplexe bis zu öffentlichen Gebäuden.

Luftgeführte PV/T-Systeme –

Produkthersteller (Auszug)

Der Haupteinsatzbereich von PV/T- Luftkollektoren

sind Garten-, Ferien- und Fertighäuser,

aber auch Bürogebäude in Niedrigenergiebauweise.

Der britische Hersteller Duster House

Ltd. hat einen Luftkollektor zur Raumheizung-

und -belüftung entwickelt. Der Luft-

30 IKZ-ENERGY 8/9/2014


SONNENENERGIE

Hybridkollektoren

Aufbau des „TwinSolar“-Luftkollektors.

Bild: Grammer Solar

kollektor wird in den Abmessungen von

1250 x 1250 mm hergestellt, wobei die Luft

mit einem PV-betriebenen Ventilator von

unten angesaugt und über einen schwarzen

Alu-Absorber geleitet wird.

Easy BIVP aus Dänemark hat ebenfalls

einen Luftkollektor zur Raumheizung- und

-belüftung entwickelt, der mit einem PV-betriebenen

Ventilator ausgestattet ist.

Die Firma Grammer Solar GmbH,

92224 Amberg, bietet zwei verschiedene

Produkte an: „TwinSolar“ und einen PV-

Hybridkollektor. Als Abdeckung in Luftkollektoren

verwendet Grammer Solar PV-Laminate.

Die Hybridkollektoren eignen sich

primär für Nutzungsbereiche (z. B. Gartenund

Ferienhäuser, Schwimmpools, Trocknungsanlagen

etc.) die über das gesamte

Jahr hohe Luftmengen mit niedrigen Temperaturen

benötigen. Der „TwinSolar“-

Luftkollektor mit integriertem PV-Modul

wurde zwischenzeitlich um das kleine

Modell 1,3 mit einer Kollektorfläche von

rund 1,3 m 2 zum Einsatz von einer Nutzfläche

zwischen 10 und 20 m 2 erweitert.

Der „TwinSolar“ ist netzunabhängig einsetzbar,

da der Ventilator die Antriebsenergie

zum Ansaugen der Luft über ein integriertes

PV-Modul nutzt.

Der dänische Luftkollektoranbieter

Scanheat A/S vertreibt ein Kombimodul,

bei dem Luftkanäle in Schleifen angeordnet

sind und die Luftzirkulation durch einen

PV-betriebenen Ventilator erfolgt.

Der dänische Hersteller Solarventi A/S

aus Thorsøu hat ein Kombimodul aus Luftkollektor

mit einem im Absorber integrierten

Rohrmäander entwickelt, das gleichzeitig

zur Warmwasserspeicherung genutzt

werden kann.

Das „SolarWall“ PV/T-System von Seidemann

Solar GmbH, 37079 Göttingen, erzeugt

Warmluft und Strom und wird unkompliziert

auf dem Gebäudedach oder an

der Fassade installiert und in die vorhandene

RLT- sowie Stromanlage eingebunden.

Das PV/T-System saugt die Wärme

gleichäßig von der Rückseite der PV-

Module ab, wobei die PV-Zellen auf die

optimale Betriebstemperatur von 25 °C

abgekühlt werden. Die Abwärme wird

dem Wasserspeicher zugeführt oder

kann zur Heizungsunterstützung bzw.

in das RLT-System eingebunden werden.

Bei kleineren Gebäuden (Garten- und

Ferien- bzw. Fertighäuser) werden die

PV/T-Hybridkollektoren zur Luftheizung

mit PV-betriebenem Ventilator zur Aufrechthaltung

der Raumluftqualität mit

einem kontinuierlichen Luftwechsel von

0,5 bis 1/h, Luftdurchsatz ca. 300 m 3 /h

eingesetzt. Die Luftheizung erhält vom

Luftkollektor solar vorgewärmte Außenluft.

Für Bürogebäude in Niedrigenergiebauweise:

Die Luftkollektoren werden z. B. auf

der Südseite als Metallbaukassetten in die

Pfosten-Riegel- Konstruktion integriert. Einige

dieser Kassetten werden zusätzlich

mit PV-Elementen versehen, deren Strom

die Ventilatormotoren (24 V/DC 40 W) antreibt.

Ausblick

Im Bereich der PVT-Kollektoren offeriert

der Markt zwar derzeit noch etliche Firmen,

aber es ist abzusehen, dass sich die

Branche nach dem Inkrafttreten einer verbindlichen

PVT-Norm mit den darin definierten

Mindestanforderungen auf einen

spezifischen Produktherstellerkreis konzentrieren

wird.

Andererseits werden von den Solarteuren

für den Einsatz der PVT-Kollektoren

im Gesamtanlagensystem zusätzliche

Kenntnisse aus dem Bereich der Elektroinstallation

und Elektronik gefordert, insbesondere

dann, wenn das Anlagensystem

z. B. mit PV-Eigenstromnutzung und einer

Sole-/Wasser-Wärmepumpe sowie spezieller

Regelung ausgerüstet wird. Ebenso

werden bei der Kundenberatung nicht nur

die Vorteile der PVT-Kollektoren das Interesse

erwecken, sondern auch die Aussagen

zu den Sicherheitsaspekten und Qualitätskriterien

angefordert.


Autor:

Dipl.-Ing. Eric Theiß ist als freier Journalist

mit den Themenschwerpunkten Technische

Gebäudeausstattung (TGA) und rationelle

Regenerativtechnologien tätig.

81369 München, dipl.ing.e.theiss@online.de

Bilder wenn nicht anders angegeben:

Solarzentrum Allgäu

8/9/2014 IKZ-ENERGY 31


BIOENERGIE

Pelletheizung

Mit Pellets und Solar auf EE gesetzt

Heizungsmodernisierung: Holzpelletheizung mit Feinstaubfilter in der Seniorenwohnanlage

Erneuerbare Energien sind im Trend. Dass sich die Kombination von Holzpelletheizung und solarer Warmwassererzeugung nicht nur

für kleinere Objekte eignet, zeigt eine Seniorenwohnanlage im schweizerischen Rorschach. Ein U-Filter ermöglicht dabei die Reinigung

der Heizungsabgase von schädlichen Feinstaubpartikeln.

Der Filter im Detail.

Die Abgasführung erfolgt für beide Kessel getrennt über Abgasleitungen

aus Edelstahl, die an der Fassade des Gebäudes installiert wurden.

46 Seniorenwohnungen bietet die Alterswohnanlage Rorschacherberg

in der Nähe des schweizer Bodenseeufers. In einer ruhigen

Grünanlage mit Blick auf den See gelegen, erlauben die speziell

für die Generation 60+ ausgestatteten Wohnungen den noch

rüstigen Mietern, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die direkte

Angliederung an ein benachbartes Pflegeheim ermöglicht

eine Inanspruchnahme der hier angebotenen Dienstleistungen

wie z. B. den Besuch des Arztes oder der Physiotherapie, des Coiffeurs

und der Fußpflege. Auch die Mahlzeiten im hauseigenen

Restaurant erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Beheizung der Seniorenwohnung erfolgte bis 2012 über

einen Ölkessel mit 120 kW Leistung aus dem Baujahr 1983. Das

Brauchwasser wurde mit zwei je 2000 l fassenden Boilern ebenfalls

über die Heizungsanlage bereitgestellt. Da der in die Jahre

gekommene Kessel aufgrund interner Leckage bereits nachgeschweißt

werden musste, war eine Heizungserneuerung unumgänglich.

Auch die Wärmeverteilung über ungeregelte Umwälzpumpen

entsprach nicht mehr dem Stand der Technik.

Der genossenschaftliche Betreiber der Seniorenwohnanlage beauftragte

die enconenergie.consulting.ag mit einem Variantenvergleich

zur Erstellung eines eigenständigen Heizkonzepts bzw. dem

heizungstechnischen Anschluss der Seniorenwohnungen an das

benachbarte Pflegeheim. Sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus

Sicherheitsgründen entschloss man sich zur Instalation eines eigenständigen

Heizkonzepts. Von Anfang an im Vordergrund stand

der Wunsch nach Regenerativen Energien. Mit den Planungsarbeiten

wurde ebenfalls die Firma encon beauftragt. Sie stellte

32 IKZ-ENERGY 8/9/2014


BIOENERGIE

Pelletheizung

schließlich ein Heizungskonzept mit zwei Pelletkesseln sowie solarer

Unterstützung für die Warmwasserbereitung vor.

Eigenständiges Heizkonzept

Die Umbauarbeiten wurden von der in Rorschach ansässigen

Installationsfirma Fürer Installationen AG übernommen. Sie mussten

während des laufenden Betriebs erfolgen. Das Heizkonzept besteht

aus einer Doppelkesselanlage (Kaskade) mit je einem Holzpelletkessel

„KWB Multifire USV 100 D“ mit 99 kW sowie „USV

80 D“ mit 82 kW Leistung. Sie erhielten je eine separate Abgasführung

sowie eine zwischengeschaltete Abgasreinigungsanlage

mit elektrostatisch wirkenden U-Filtern zur Bindung des bei der

Verbrennung der Pellets entstehenden Feinstaubes. Die Filter wurden

vom Schweizer Abgastechnikspezialisten OekoSolve geliefert.

Sie sind baugleich mit den in Deutschland angebotenen Produkten

von Schräder Abgastechnik, Kamen.

Die beiden Holzpelletkessel dienen der Gesamtversorgung der

Wohnanlage und wurden während der Heizperiode Anfang 2013

installiert. Um die durchgängige Wärmeversorgung bei den niedrigen

Außentemperaturen während des Umbaus gewährleisten zu

können, wurde eine komplett neue Heiztechnikzentrale aufgebaut.

Die alte Ölfeuerung blieb bis zur Inbetriebnahme der neuen Pelletkessel

zur Wärmeversorgung bestehen. Sie wurde nur kurzzeitig

während der Anschlussphase unterbrochen. Komplett neu installiert

wurden auch die gemischten Pumpengruppen in Effizienzklasse

A mit Regelkugelhähnen vom Typ Grundfoss „Magna 3“.

BAUTAFEL

Objekt:

Planung:

Ausführung:

Produkt:

Hersteller:

Seniorenwohnanlage

Rorschacherberg

CH-9404 Rorschacherberg

encon-energie.consulting.ag

Fürer Installationen AG

CH-Rorschach

Feinstaubfilter U-Rohr

OekoSolve

CH-LI 9492 Eschen

Sie wurden vorgefertigt und nach Inbetriebnahme der Wärmeerzeuger

innerhalb von drei Stunden ausgetauscht.

Das Pelletlager der Doppelkesselanlage verfügt über eine separate

Raumaustragung mit Federblattrührwerk und Knickschnecke.

Es fasst ca. 37 t Nutzinhalt und sichert eine Volllastversorgung

von ca. 1½ Monaten. Der errechnete Jahresbedarf an Pellets

inkl. Berücksichtigung der Solarenergie liegt bei ca. 85 t/a. Die

Kessel wurden auf Volllast dimensioniert, im Teillastverhalten

arbeitet jedoch ein Wärmeerzeuger als Führungskessel (Master-/

Slave Regelung), wobei dieser wöchentlich wechselt. Damit wird

eine gleichmäßige Entleerung des Pelletlagers sichergestellt. Bei

evtl. Störung, für Wartungsarbeiten usw., steht daher immer mindestens

ein Kessel zur Verfügung.

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des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und des Landes OÖ.


BIOENERGIE

Pelletheizung

Unterstützt werden die Pelletkessel von einer 46 m² großen Solaranlage

(Backboxsystem), die durch ihre Anbindung an den gemeinsamen

Pufferspeicher mit 5450 l Speichervermögen sowohl

die sommerliche Warmwasserbereitung als auch einen kleinen

Beitrag zur Heizungsunterstützung leisten kann. Beide Kessel

sowie die Solaranlage geben ihre überschüssige Energie an den

Schichtpufferspeicher ab, von dem sowohl die neu erstellten Heizgruppen

als auch die Brauchwarmwasseraufbereitung im Durchlaufverfahren

versorgt werden. Damit ist eine hygienische, legionellensichere

Warmwasserversorgung nahezu unabhängig von

der aktuellen Speichertemperatur gewährleistet. Die Rücklaufeinschichtung

der Frischwasserstation erfolgt abhängig von der Temperatur

auf zwei Höhen, um die sehr exakte Schichtung des Pufferspeichers

nicht zu zerstören.

Die Pelletkessel vom Typ KWB Multifire dienen der Gesamtversorgung der

Wohnanlage mit Heizwärme sowie warmem Brauchwasser während der

Wintermonate.

Weniger Feinstaub mit moderner Filtertechnik

Aufgrund der neuen Luft-Reinhalte-Verordnung (LRV) dürfen

in der Schweiz seit dem 1. Januar 2012 keine Rauchgase mit mehr

als 50 mg/m³ Staub imitiert werden. Diese Anforderungen hielten

die neuen Kessel in der Wohnanlage Rorschacherberg selbst ohne

zusätzlichen Feinstaubfilter ein. Dennoch wurde der Einsatz der

beiden U-Filter vorgesehen. Diese zeichnen sich durch eine sehr

kompakte Bauweise, einfachen Aufbau und hohen Abscheidegrad

aus. Sie werden vorgefertigt auf Montageschienen, die gleichzeitig

als Transportschutz dienen, geliefert. Die Abgase, bzw. die darin

enthaltenen Staubpartikel, werden nahezu ohne zusätzlichen

Druckverlust über eine Elektrode aufgeladen und setzen sich im

zweiten Teil des U-Filters auf einer nachgeschalteten Abscheidefläche

ab. Hier werden sie in periodischen Abständen durch Wassereindüsung

abgeschieden. Über einen Abwasseranschluss werden

sie schließlich aus dem Filter ausgespült. Ein Drucksensor im

unteren Bereich des Filters verhindert einen möglichen Rückstau.

Zur Reinigung besteht ein Servicevertrag zwischen OekoSolve und

dem Heizungsbetreiber. Eine einfache Reinigung durch Hauswart,

Rauchfangkehrer oder SHK-Monteur wäre jedoch auch möglich.

Die Steuerung des U-Filters erfolgt über die OS-CTRL Elektronische

Steuerung für Filteranlagen. Sie erzeugt und regelt die

Hochspannung für die Elektrode. Über ein Touch-Display können

verschiedenste Parameter wie Temperaturschwellen, Reinigungsintervalle

und Regelparameter eingestellt werden. Dem Betreiber

werden auf einen Blick die wichtigsten Anlagenparameter signalisiert.

Darüber hinaus können weitere Informationen wie Betriebsstundenzähler

und Anlagenhistorie ausgelesen werden.

Verschiedene analoge und digitale Ein- wie Ausgänge ermöglichen

die Einbindung des Feinstaubfilters in ein zentrales Leitsystem.

Zusätzliche Komponenten wie Pumpen, Abgasventilatoren

oder Bypassklappen können über die Steuerung integriert werden.

Lohnend auch bei größeren Objekten

Das Beispiel der Seniorenwohnanlage in Rorschacherberg zeigt:

Die Nutzung nachhaltig gewonnener Festbrennstoffe in Kombination

mit solarer Brauchwassererwärmung lohnt sich auch für größere

Objekte. Die Reinhaltung der Luft wird gewährleistet durch

eine den Wärmeerzeugern nachgeschaltete Filteranlage. Mithilfe

des U-Rohr-Filters von Schräder/OekoSolve sind die Heizungsbetreiber

in der Lage, den Großteil der Feinstaubbelastung aus dem

Abgasstrom zu entfernen und damit den vom Schweizer Gesetzgeber

geforderten Wert noch zu unterbieten.


KONTAKT

Beiden Kesseln ist je ein U-Rohr-Filter nachgeschaltet, mit dessen Hilfe

sich die bereits geringen Feinstaubemissionen der Pelletkessel noch

weiter senken lassen.

Karl Schräder Nachf.

59174 Kamen

Tel. 02307 973000

Fax 02307 9730055

kamen@schraeder.com

www.schraeder.com

34 IKZ-ENERGY 8/9/2014


GERCO: Der Partner für das Fachhandwerk!

Seit über 50 Jahren steht die Marke GERCO für intelligente

Lösungen rund um das Heizen mit Holz. Als

einer der führenden deutschen Hersteller von wasserführenden

Kaminen, Öfen und Heizeinsätzen produziert

GERCO eine große Auswahl verschiedener Modell

für jeden Anspruch und das seit vielen Jahrzenten.

Zur neuen Heizsaison bietet GERCO nunmehr unter

dem Namen GERCO Professional erstmals auch ein

Direktbelieferungsmodell für das Fachhandwerk und

den Facheinzelhandel an.

Die Vorteile einer Zusammenarbeit mit GERCO für

das Handwerk liegen auf der Hand: Kurze Lieferzeiten

und schnelle Reaktionszeiten durch eigene Produktion

in Deutschland, ein breites Produktportfolio

mit einer großen Variantenvielfalt, attraktive Rabattmodell

im Direktbezug und interessante Konditionen

für Ausstellungsgeräte.

Ein eigens dafür zusammengestelltes Team von

festangestellten Außendienstmitarbeitern betreut dabei

die Fachkunden vor Ort exclusiv für das GER-

CO-Sortiment. Die Außendienstler beraten die Kunden

nicht nur bei Fragen rund um die Produkte des

Unternehmens, sondern leisten auch Hilfestellung

wenn es darum geht, Installationen und Inbetriebnahmen

für die GERCO-Geräte zu planen und sachkundig

zu begleiten.

GERCO bietet neben dem erfahrenen Innendienstteam

in Warendorf als einer der wenigen Kaminofenhersteller

auch ein Netzwerk an erfahrenen Servicetechnikern,

die deutschlandweit nach einheitlichen

Standards Service-, Wartungs- und Dienstleistungsarbeiten

übernehmen können.

Ein umfangreiches Portfolio an unterstützenden Marketinginstrumenten

und ein komplett neu gestalteter

– Anzeige –

Internetauftritt (www.gerco.de) mit allen Informationen

rund um die Produkte und Dienstleistungen des

Hauses runden dabei das Paket ab, das GERCO seinen

Professional-Partnern für einen erfolgreichen Verkauf

an die Hand gibt. Schulungsmaßnahmen werden bei

Bedarf von erfahrenen GERCO-Mitarbeitern professionell

für die Kunden vor Ort oder im GERCO-eigenen

Schulungszentrum in Warendorf geplant und

durchgeführt.

Frei nach dem Motto „Brennende Leidenschaft für


Geräten für Qualitätsarbeit und Handwerkskunst aus

Deutschland. GERCO-Geräte repräsentieren den neuesten

Stand der Technik. Die Geräte des GERCO-Sortimentes

gibt es in vielen Leistungsgrößen, Designs

und Farben. Alle Produkte erfüllen schon heute auch

ohne zusätzliche Filtertechnik die hohen Umweltschutzanforderungen

der BImschV2, die ab 2015 von

der Bundesregierung gefordert werden. So können

Kunden sicher sein, daß sie in jeder Beziehung perfekte

GERCO-Qualität bekommen: In der Technik, im

Wirkungsgrad und im wertigen Design jedes Ofens.

GERCO startet seine aktuelle Handwerkskampagne

vor dem Hintergrund, daß Heizen mit konventionellen

Brennstoffen wie Öl oder Gas in den letzten zehn

Jahren zunehmend teurer geworden und ein Ende

dieser Entwicklung nicht in Sicht ist. Mit Holz steht

hingegen ein nachwachsender und umweltschonender

Energieträger in ausreichender Menge zur Verfügung.

Darum kann man sich heute mit intelligenten Heizsystemen

auf Holzbasis unabhängiger von zukünftigen

Preissteigerungen und Versorgungsengpässen machen.

Ein Weg, das zu tun ist der Einbau eines wasserführenden

Kaminofens. Damit genießt man alle Annehmlichkeiten

eines normalen Kamins, insbesondere

die natürliche Wärme und die entspannende Wirkung

des Feuers, und speist darüber hinaus einen großen

Teil der Energie mittels Wärmetauscher in den Wasserkreislauf

der Zentralheizung ein. Die so erzeugte

Energie wird nicht einfach durch den Schornstein ins

Freie entlassen, sondern gleichmäßig im Haus verteilt.

Ein wasserführender Kaminofen senkt auf diesem

Wege nicht nur den CO2-Ausstoß für ein reines Umweltgewissen,

sondern entlastet auch merklich den

Geldbeutel.

Die Faszination des Feuers kombiniert mit dem Komfort

einer konventionellen Heizungslösung: Wasserführende

Kaminöfen vereinen die Vorteile beider Welten.

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Reklamationen

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VIP-GEBÄUDEFORUM

Investments

Ein steigender Kostendruck zwingt die Investoren und Besitzer von Gebäuden im privatwirtschaftlichen und öffentlichen Bereich immer mehr dazu,

nach Kosteneinsparpotenzialen zu suchen.

Bild: IKZ-ENERGY Archiv

Kommunikation ist der Schlüssel

zum Erfolg

Gezieltes Kontakt-Management schafft Mehrwert bei Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz rücken immer mehr in das Bewusstsein von Gebäudeeignern, Investoren, Architekten

und Fachplanern. Denn vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, Ressourcenbegrenzung und Schadstoffreduzierung gilt es, die

Notwenigkeit der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit über alle relevanten Bereiche des Bauens voranzutreiben.

Steigender Kostendruck

zwingt die Investoren, Besitzer

und Betreiber von Gebäuden im

privatwirtschaftlichen und öffentlichen

Bereich immer mehr,

nach Kosteneinsparpotenzialen

zu suchen. Die optimale Methode,

mit deren Hilfe die Investitions-,

Betriebs- und Unterhaltungskosten

nachhaltig gesenkt

werden können, besteht

in einem innovativen Gebäudeund

Kontaktmanagement. Was

die wenigsten Beteiligten wissen

bzw. berücksichtigen: Dieses

Management beginnt bereits

in der Vorplanungs- oder

Initiierungsphase.

Frühe Informationen

wertvoll

Die Planung, Entwicklung

und Realisierung neuer Investments

ist ein sehr aufwendiger

Bereich. Damit ein Investor die

richtige Entscheidung bei der

Entwicklung von Immobilien

treffen kann, insbesondere unter

Berücksichtigung von Nachhaltigkeit

und Energie- und Betriebskosteneffizienz,

muss er

bereits in einer sehr frühen

Phase gut informiert sein. Für

die Herstellerindustrie bedeutet

dies: Der späteste Zeitpunkt

zur aktiven und lenkenden

Planungsunterstützung der

36 IKZ-ENERGY 8/9/2014


VIP-GEBÄUDEFORUM

Investments

Investoren sind die Entwicklungsphasen

„Initiierung“ und

„Konzeption“. Oder anders ausgedrückt:

Investoren und Hersteller

müssen bereits miteinander

sprechen, bevor ein Projekt

startet. Denn schon in dieser

frühen Phase sollten sinnvoller

Weise die wichtigsten Entscheidungen

getroffen sein, damit sowohl

Investoren als auch Hersteller

einen Mehrwert erzielen.

Um diesen Status zu erreichen,

bedarf es allerdings einer

intensiven Kommunikation aller

Beteiligten, die sich – wie

die Praxis bislang zeigt – nicht

immer einfach und reibungslos

realisieren lässt. Doch es geht

auch anders, z. B. durch die managende

Funktion von Vipnetzwerk.com,

einem Dienstleister

für Investoren und Bauherren,

die in Deutschland, Österreich

und der Schweiz in die Entwicklung

von Großimmobilien

investieren, und für Hersteller

der Bauindustrie.

Vipnetzwerk.com managt die

Kommunikation zwischen allen

Netzwerkbeteiligten, wie z. B.

Architekten und Planer, Erstinvestoren

(Bauherren, Betreiber,

Projektentwickler etc.), Endinvestoren

(Banken, Fondgesellschaften

etc.), Hersteller sowie

Städte und Gemeinden. Durch

dieses individuelle Kontaktmanagement

werden:

Ressourcen geschont,

Workflows optimiert,

interne Prozesse beschleunigt,

die Effizienz gesteigert.

Zweckorientiert

und auf Augenhöhe

Vipnetzwerk.com engagiert

sich im Prinzip auf zwei gleichrangigen

Ebenen. Zum einen

arbeitet Vipnetzwerk.com im

Bereich „Expansionstool“ Investoren

in der Initiierungs-,

Planungs-, Projektierungs- und

Exitphase zu, die in folgenden

Immobilienarten aktiv sind:

Büro und Verwaltung,

Handel,

Healthcare

(Kliniken, Heime),

Hotels,



Gewerbe sowie

mehrgeschossiger

Wohnungsbau.

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Funktionen zur Eigenstromnutzung

Komfortable Installation durch Plug&Play

Standards und geringem Gewicht

Individuell und flexibel durch einen weiten

Spannungsbereich und Dual-Tracker-Konzept

Die Hauptaufgaben von Vipnetzwerk.com

bestehen dabei

in der Standort- und Baurechtsanalyse

sowie Standortbewertung

für Investoren und Betreiber,

die neue Investments realisieren.

Im Einzelnen sind das:

Eigentümerrecherchen – wer

ist Eigentümer von bebauten

und unbebauten Grundstücken?


Baurechtsabfragen – welches

Baurecht ist für den beabsichtigten

Standort der Im-

Der kleine 3 phasige

für private PV-Anlagen

mobilienentwicklung geltend?

Baurechtsanalysen – wo

kann der Investor in der gewünschten

Stadt baurechtlich

sein Vorhaben realisieren?

Es werden die Eigentümer

der bevorzugten

Grundstücke ermittelt und

8/9/2014 IKZ-ENERGY

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VIP-GEBÄUDEFORUM

Investments



mögliche Verkaufsabsichten

eruiert sowie alle vorbereitenden

Arbeiten vom Baurecht

bis zur Baugenehmigung.

Individualrecherchen.

Somit ist Vipnetzwerk.com

von Beginn an in die Entwicklung

von Großprojekten

involviert.

Die zweite Ebene ist das Projekt-

und Kontaktmanagement.

In diesem Bereich arbeitet Vipnetzwerk.com

für Hersteller

aus der Bauindustrie, Top-Architekten,

Investoren, Finanzdienstleister

sowie Städte und

Gemeinden.

Das „Expansionstool“ ist eine Business Unit der Vipnetzwerk.com GmbH

und arbeitet Investoren in der Initiierungs-, Planungs-, Projektierungsund

Exitphase zu, um Wachstum ermöglichen zu können.

Kontakt-Management

Investor – Hersteller

Seit 2008 werden auf ausdrücklichen

Wunsch der Investoren

zahlreiche Hersteller

von Bauprodukten in das

Netzwerk aufgenommen. Der

Wunsch der Investoren ist damit

begründet, dass genau zur

Projektierungsphase die Hersteller

den Investor, seine Architekten

und Fachplaner bei

der Planung des Projektes unterstützen,

um beste Ergebnisse

mit Blick auf die Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit der

Immobilien zu erzielen.

Damit der Kontakt zu den

Verantwortlichen der Investoren

leichter realisierbar ist,

steuert Vipnetzwerk.com die

Kontaktaufnahme zwischen

Hersteller und Investor. Beim

Kontaktmanagement koordiniert

der Limburger Dienstleister

die Kommunikation so, wie

es in der Realität erforderlich

ist. Ein Problem in der Kommunikation

zwischen Hersteller

und Investor liegt bislang

darin, dass man zunächst erfragen

muss, wer der Projektverantwortliche

ist. Dies und

einiges mehr erledigt nun Vipnetzwerk.com.

Das zweite Problem

in der Kommunikation

zwischen Hersteller und Investor

liegt in der zeitlichen Kontaktaufnahme.

Befindet sich der

Investor in der Phase der Mietvertragsgestaltung

oder Vorbereitung

der Baugenehmigungsphase,

ist eine Kontaktaufnahme

zumeist unerwünscht, da er

sich nicht mit der Projektierung

und Planung des Projektes befasst.

Vipnetzwerk.com spricht

den Projektverantwortlichen

darauf an, dass er mit einem

ausgewählten Kundenkreis

von Herstellern zusammen arbeitet,

die den Kontakt zum Investor

suchen. Die Hersteller

werden selbstverständlich namentlich

benannt. Erhält Vipnetzwerk.com

die Information,

dass die Projektierungsphase

noch weit in der Zukunft

liegt, legt der Dienstleister einen

Termin auf Wiedervorlage.

Erfährt er, dass der Investor

in der „nächsten Zeit“ mit seinem

Architekten in die Projektierung

geht, erhält dieser die

Präsentationen der Vipnetzwerk.com

Kunden. Daraus erkennt

der Investor, mit welchen

namhaften Markenherstellern

Vipnetzwerk.com zusammen

arbeitet und wer sich in absehbarer

Zeit bei ihm melden

wird.

Multiplikatoreffekt

bei Image und Bekanntheit

Warum ist das Kontakt-Management

für die Hersteller

bzw. Bauindustrie so wichtig,

vor allem zu einem so frühen

Zeitpunkt? Die Investoren oder

Betreiber realisieren in aller

Regel jährlich gleich mehrere

Projekte. Für die Hersteller bzw.

Bauindustrie besteht durch ein

gezieltes Kontaktmanagement

deshalb die große Chance, von

den Entscheidern immer wieder

Folgeaufträge zu erhalten.

Ebenfalls von Vorteil ist der

große Multiplikatoreffekt: Jeder

Investor arbeitet mit unterschiedlichen

Architekten und/

oder Generalbauunternehmen

zusammen, diese wiederum

mit mehreren Fachplanerbüros,

Handwerkern, Fachhandel

etc. – Image und Bekanntheitsgrad

lassen sich so schnell und

effektiv erhöhen.

Um den Investor bei allen

möglichen Gewerken effizient

zu unterstützen, bindet

Vipnetzwerk.com kompetente

Hersteller aus allen Bereichen

in das Netzwerk ein, sei es in

den Bereichen Solar, Fassaden,

Dämmung, SHK über Inneneinrichtungen

bis hin zu

Dienstleis tungen in den Segmenten

Messen, Regeln, Sichern

und Überwachen. Eben

ganz im Sinne der zukunftsorientierten

Prämissen Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit. ■

KONTAKT

Die einzelnen

Projektphasen

in der Übersicht.

Vipnetzwerk.com - Vermarktung - Investments - Projekte

65549 Limburg

Tel. 06431 21258812

Fax 06431 21258888

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www.vipnetzwerk.com

38 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Mini-BHKW

Ein Kraftpaket für Wärme und Strom

Erfahrungsbericht über eine Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage

Das vor fünf Jahren realisierte und nachstehend beschriebene Projekt dient als mustergültiges Beispiel der gelungenen Integration

eines Mini-BHKWs im Rahmen einer Heizungsmodernisierung. Die IKZ-ENERGY hat das Projekt bereits vor drei Jahren vorgestellt. Seither

hat der Autor die Modernisierungsmaßnahme in zahlreichen Vorträgen ausführlich erläutert. Nun liegen erste Ergebnisse nach

den ersten Betriebsjahren vor.

Der stetige Bedarf von Wärmeenergie

für die Warmwasserbereitung sowie der

tagtägliche Strombedarf für Gästezimmer

und Gastronomie (vor allem für die Kühlung)

rückte die Kraft-Wärme-Kopplung

in den Fokus des Investors. Insbesondere

als es darum ging, eben mehr zu tun, als

nur den Heizkessel zu erneuern. Der bisherige

Energiebedarf an Strom betrug real

52 755 kWh und an Erdgas 198 478 kWh

pro Jahr.

Energiebedarfsermittlung

Der Bedarf entstand zum einen in der

Küche und des Restaurantbetriebs sowie in

der Vermietung von zwölf Gästezimmern

des Hotels inkl. Frühstücksbuffet. Entsprechend

dem Anforderungsprofil galt es, insbesondere

für die Bereitstellung von Warmwasser,

neben der stetigen Grundlastabsicherung

besonders auch notwendige

temporäre Spitzenlasten sicherzustellen.

Das Nutzungsprofil ergab einen verhältnismäßig

konstanten Bedarf mit Spitzenlasten

am Morgen und am Abend. Besonders

den Spitzenbedarfsanforderungen in

der Bereitstellung von Warm-Trinkwasser

in den Morgen- und Abendstunden – wo es

bislang zuweilen Engpässe gegeben hatte –

galt es zu entsprechen.

Blockheizkraftwerk

und Brennwerttechnik

Die zu installierende Gesamt-Wärmeleistung

wurde mit insgesamt 77,5 kW festgelegt

und wie folgt aufgeteilt: Thermische

Leistung BHKW 12,5 kW und thermische

Leistung Brennwertgerät 65 kW. Das installierte

BHKW funktioniert nach dem

Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Ein

speziell entwickelter Gas-Verbrennungsmotor

treibt einen Generator zur Stromerzeugung

an. Dieser wandelt die mechanische

Energie des Motors in elektrische

Energie um. Die dabei entstehende Abwärme

wird über einen Plattenwärmetauscher

ausgekoppelt und zur Heizung und Warmwasserbereitung

verwendet.

Die optimierte Nutzung der Abgaswärme

trägt hierbei zur hohen Effizienz des

BHKWs bei. Auf diese Weise wird die eingesetzte

Energie doppelt genutzt und so ein

wesentlich höherer Wirkungsgrad als in

modernen Großkraftwerken erzielt.

8/9/2014 IKZ-ENERGY 39


ENERGIEEFFIZIENZ

Mini-BHKW

Tabelle 1: Strombedarf in kWh.

Strombedarf in kWh/Tag (Montag – Sonntag)

Küche, Restaurant, Toiletten; Reinigung Mindestens 40.000 kWh

Hotelbetrieb

Etwa 10.000 kWh

Quelle: Forum Wohnenergie

Tabelle 2: Ergebnisse nach einem Betriebsjahr.

Ergebnisse nach einem Betriebsjahr

(05. 10. 2009 – 24. 10. 2010)

Betriebsstunden:

8.760.43 h

Produzierte elektrische Energie: 32.040 kWh

Eigenverbrauch:

28.772 kWh

Netzeinspeisung:

3.268 kWh

Erzeugte thermische Energie: 89.421 kWh

Gasverbrauch BHKW:

Gasverbrauch Brennwerttherme:

Gasverbrauch gesamt

Quelle: Forum Wohnenergie

Tabelle 3: Vergleich der Energieverbräuche.

Vergleich der Energieverbräuche

Verbräuche in kWh Vorher Nachher Differenz

Erdgas 198.478 203.080 + 4.602

Strom 52.755 23.983 - 28.772

Betriebsjahr (05. 10. 2009 – 24. 10. 2010)

Quelle: Forum Wohnenergie

Tabelle 4: Leistungsbezogene Auswertung.

Leistungsbezogene Auswertung (Auszug)

Wärmeanteil BHKW 68 %

Wärmeanteil Gastherme 32 %

Mittlere Heizleistung BHKW 10,20 kW

Quelle: Forum Wohnenergie

Tabelle 5: Trinkwarmwasserbedarf.

Trink-Warmwasserbedarf

in l/Tag mit einer Entnahmetemperatur von 55 °C (Montag – Sonntag

Küche, Restaurant, Toiletten; Reinigung 200

Hotelbetrieb 600

Quelle: Forum Wohnenergie

Das BHKW mit variabler Motordrehzahl

und einem Gesamtwirkungsgrad von

etwa 90 %, wurde mit einer elektrischen

Leistung von 1,3 – 4,7 kW und einer entsprechenden

thermischen Leistung von

4,0 – 12,5 kW modulierend und eine Gas-

Brennwerttherme mit 65 kW als Spitzenlast-Kessel

installiert. Mit dieser Leistung

konnten kurze Nachladezeiten realisiert

werden. Der bisherige Energieträger war

13.909 m³ ( ~ 139.090 kWh)

6.471 m³ ( ~ 64.710 kWh)

20.380 m³ ( ~ 203.800 kWh)

Erdgas. Ein Versorgungsanschluss

war somit vorhanden.

Durch die Wärmegewinnung

aus dem

Arbeitsprozess des Verbrennungsmotors

reduziert

sich die Abgastemperatur

auf < 90 °C. Sowohl

für das Brennwertgerät als

auch für das BHKW wurden

die Abgassysteme saniert

bzw. erneuert.

Bilanz nach dem

ersten Betriebsjahr

Die Bilanz zeigte bereits

nach dem ersten Betriebsjahr

eine sehr gute

(stetige) Laufzeit des

BHKWs und somit eine

konstante (stetige) Stromproduktion,

da eine thermische

Grundlast für die

Trinkwassererwärmung

ebenso dauernd anstand,

wie die Lasten für elektrische

Energie. Nur ein

sehr geringer Teil elektrischer

Energie konnte nicht

selbst verbraucht werden

und wurde daher in das

Netz eingespeist. Dieser

Trend hat sich mittlerweile

nach nunmehr 5 Betriebsjahren

fortgesetzt und in

dieser Form bestätigt.

Das BHKW ist abgesehen

von den Wartungsarbeiten

nahezu ganzjährig

in Betrieb. Bemerkenswert

ist der Grundlastanteil des

BHKWs in der Wärmeerzeugung

mit einer mittleren

Heizleistung von

im ersten Betriebsjahr

10,2 kW und über die folgenden

Betriebsjahre nunmehr

gemittelten 10,8 kW.

Allein die Strommenge,

die das BHKW im ersten

Betriebsjahr produziert

hat, entsprach nach damaligem Stromkostentarif

des Betreibers etwa 5750,– Euro.

Dem standen Gas-Bezugskosten für das

BHKW von etwa 6500,- Euro gegenüber.

Diese Brennstoffmenge sorgte aber ebenfalls

für den thermischen Grundlastanteil

von erzeugten 89 421 kWh Wärme. Dieser

Anteil musste somit nicht vom Brennwertgerät

abgedeckt werden und entspricht einer

Gasbezugskostenersparnis von etwa

4500,– Euro auf der Guthabenseite. Demzufolge

ließ sich sagen, dass die Stromerzeugung

etwa 2000,– Euro an Brennstoffkosten

verursacht. Dies würde Stromerstehungskosten

von 0,07 Euro pro kWh

(zuzüglich Instandhaltungskosten) bedeuten.

Energieeffizienz gesteigert

Dieses Beispiel aus der Praxis zeigt,

dass ein integraler Planungsansatz von

der Entwurfsplanung über die Realisierung,

Inbetriebnahme und Anlagenbetreuung,

die entsprechenden Voraussetzungen

GRUNDLAST MIT DOPPELTEM NUTZEN

Zum Nachlesen: Unter dem Titel „Ein

Kraftpaket für Wärme und Strom“ erschien

in der IKZ-ENERGY Ausgabe 2/2011,

Seite 64 ff. bereits ein ausführlicher Artikel

zu dem Projekt, dessen erste Betriebsergebnisse

hier nun vorliegen.

schuf, dass allein durch anlagentechnische

Maßnahmen Energie eingespart und somit

die Energieeffizienz eines Gebäudes nachhaltig

gesteigert werden kann. Dabei konnten

die Fassade, die Dachfläche, die Umgebung

nahezu unberührt bleiben. Vielmehr

wurde die neue Haustechnik nicht nur auf

den Energiebedarf entwickelt, sondern

auch nach dem Gebäude, dessen enorme

Wärmespeicherkapazität bislang nicht im

Geringsten mitberücksichtigt wurde. Dies

belegen weitere Untersuchungen und Betrachtungen

nach mittlerweile fünf Betriebsjahren.

Wichtig ist es, den Blickwinkel bezüglich

des Energiebedarfs umfassend zu erweitern,

um festzustellen, dass die Hauptkomponenten

des Gesamt-Energiebedarfs

nicht nur Energie für Wärme, sondern auch

für Automation, Beleuchtung und sehr oft

auch für Kühlung einfordern. Je konstanter

und – in der Verhältnismäßigkeit des Bedarfs

– ausgewogener die Anforderungen

sich objektspezifisch darstellen, desto

mehr kann eine Kraft-Wärme-Kopplung

in solchen Anforderungsszenarien einen

großen Anteil an Energieeffizienz in Gebäuden

bedeuten.


Autor: Frank Hartmann

Bild: IKZ-ENERGY Archiv

40 IKZ-ENERGY 8/9/2014


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ENERGIEEFFIZIENZ

Entwicklungen

Marokko – ein Land auf dem Weg

in die energetische Zukunft

Impressionen einer Rundreise

Beim Nennen des Namens „Marokko“ wird bei vielen wohl die Erinnerung an süße Datteln, saftige Orangen, duftende Gewürze, hochaufragende

Moscheen, Berber und Wüstenkarawanen u. a. wachgerufen. Dies alles gehört sicherlich zu Marokko, aber vieles andere

ist noch zu ergänzen.

Da ist zum einen die Besonderheit der

geo grafischen Lage und geologischen

Struktur. Das Land ist am nordwestlichen

Zipfel Afrikas gelegen, verfügt über eine

2500 km lange Küste am Atlantik und

470 km Mittelmehrküste. Im äußersten

Norden liegt das Land in Sichtweite zu Europa

(Entfernung 13 km). Es ist geprägt

von hochaufragenden Gebirgen mit z. T.

schneebedeckten Gipfeln bis zu 4165 m

Höhe, tiefen Schluchten, weiten Hochebenen

und Steinwüsten sowie den Ausläufern

der Sahara im Süden.

Diese Struktur führte zu einer besonderen

Entwicklung des Landes. Der nördliche

und küstennahe Bereich des Landes unterlag

in seiner langen Geschichte abwechselnd

den Besetzungen und Einflüssen der

Phönizier, Römer, Portugiesen und Spanier

sowie in jüngerer Zeit vor allem der Franzosen

(Kolonialland von 1906 – 1956). Der Süden

hingegen wurde von der Lebensweise

und den Traditionen der Wüstenbewohner

und Karawanenhändler geprägt. Hier bestehen

die bis heute noch wirksamen Stammes-,

Unterstammes- und Großfamilienverbände

mit besonderen Lebens-, Wohn- und

Kulturformen. Alles in allem verkörpert

dieses Land also ein buntes, aber hochinteressantes

Gemisch, welches das besondere

Interesse des aufmerksamen Besuchers

findet.

Dieses vielseitige Land drängt mit

Macht in die Moderne. Zu den sichtbaren

Zeichen dieses Bemühens gehört neben einer

regen Bautätigkeit das Vorhandensein

eines gut ausgebauten Straßennetzes mit

teilweise autobahnähnlichem Charakter.

Eindrucksvoll ist ebenfalls der erreichte

Stand der Versorgung mit Elektroenergie.

Wo immer der Blick frei ist, sieht man das

Land mit einem dichten Netz aus Hochspannungs-,

Mittelspannungstrassen und

Nennstromleitungen überzogen. Selbst entlegene

Hütten verfügen über einen Stromanschluss.

Ebenso gibt es eine flächendeckende

Kommunikationsinfrastruktur,

welche auf Basis von Richtfunknetzen realisiert

ist. Das Erstaunlichste ist jedoch

der landesweit verfügbare Mobilfunkanschluss.

Die entsprechenden Antennen der

Roamingstationen befinden sich oft zusammen

mit den Richtfunkstrahlern auf hochgelegenen

Antennenmasten. In den Städten

trifft man auch auf Lösungen in Gestalt

künstlicher Palmen, deren Antennen

geschickt in den Wipfeln versteckt sind.

Marokko setzt auf EE

Mit der Bereitstellung des für all diese

Dienste nötigen Stroms hat das Land seine

besonderen Probleme, welche vor allem

aus dem ungenügenden eigenen Aufkommen

an fossilen Energieträgern resultieren.

Hinzu kommt das besonders im Süden

des Landes gravierende Problem der

Gewährleistung einer ganzjährigen Wasserversorgung.

Für Beides versucht man,

nachhaltige Lösungen unter Ausnutzung

der eigenen Ressourcen zu finden. Hierbei

setzt man besonders auf die Nutzung Regenerativer

Energien. Dieses Thema steht

aber auch auf der heimischen Agenda. So

verwundert es nicht, dass auf dieser Reise

den hierzu in Marokko angetroffenen

Lösungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt

wurde.

Einen ersten Lösungsansatz liefert die

unter dem Vorgänger des jetzigen Königs,

Hassan II., massiv vorangetriebene Errichtung

großvolumiger Stauseen, deren der-

Bild 1: Marokko ist mit einem dichten Netz aus Hochspannungs-, Mittelspannungstrassen

und Nennstromleitungen überzogen.

Bild 2: Die Energie des ausströmenden Stauseewassers wird zur Stromerzeugung

verwendet.

42 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Entwicklungen

zeitige Anzahl mit 45 angegeben wird. Das

dafür benötigte Wasser wird den Stauseen

aus den Gebirgen über Flüsse oder auch

künstlich angelegten Leitungen über oftmals

große Entfernungen zugeführt. Die

Stauseen haben eine dreifache Aufgabe

zu erfüllen. Zum einen haben sie für die

ganzjährige Trinkwasserversorgung der

Bevölkerung zu sorgen. Weiterhin soll das

Wasser in der oft lang dauernden Trockenperiode

zur Bewässerung landwirtschaftlich

genutzter Flächen eingesetzt werden.

Und schließlich soll auch die Energie des

ausströmenden Wassers zur Stromerzeugung

verwertet werden. Darüber hinaus

wird nahezu jeder Wassertropfen aus der

Umgebung aufgefangen, über in das Gelände

integrierte offene Betonrinnen weitergeleitet

und in der einen oder anderen

Form verwertet.

Wüstenstromprojekt Desertec

Der größte Beitrag zur einheimischen

Stromerzeugung lässt sich indessen entsprechend

der Wüstennähe des Landes

aus der Nutzung der reichhaltig verfügbaren

Solarenergie erzielen. Hier gliedert

sich Marokko in das Konzept Desertec ein

und wird dort eine Vorreiterrolle übernehmen.

Das Wüstenstromprojekt Desertec sieht

die Errichtung von Ökostromkraftwerken

an den energiereichsten Standorten der

Welt vor. Hierbei handelt es sich um das

bislang weltweit größte Infrastrukturvorhaben

mit einem geschätzten Finanzbedarf

von 900 Mrd. Euro. Der nachhaltig

erzeugte Wüstenstrom soll zum einen zur

Deckung des regionalen Bedarfs verwendet

werden, während andererseits ein Großteil

mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung

(HGÜ) zu europäischen Verbraucherregionen

transportiert werden und um

das Jahr 2050 etwa 15 % des dortigen Bedarfs

decken soll [2].

Das entsprechende Konzept wurde

von einem Netzwerk aus Politikern, Wissenschaftlern

und Ökonomen entwickelt.

Das internationale Konsortium hat

in der Vergangenheit zwar den Rückzug

einiger europäischer Gründungsmitglieder

zu verzeichnen, während sich im

Gegenzug vor allem der saudisch-arabische

Konzern Acwa Power sowie auch

ein chinesischer Energieversorger mit der

Bereitstellung erheblicher Mittel engagieren.

Das Konzept Desertec nimmt nun im

Süden Marokkos erstmalig konkrete Gestalt

an. Auf einem mit über 300 Sonnentagen

pro Jahr besonders ergiebigen

Standort unweit der (Wüsten-)Filmstadt

Ouarzazate wird gegenwärtig das derzeit

weltgrößte Solarkraftwerk mit einer

Leis tung von 500 MW erstellt, das bereits

2015 in Betrieb gehen soll. Dies verkündet

eine weithin sichtbare großflächige

Hinweistafel, während der etwas abseits

gelegene Realisierungsstandort des Projekts

leider nicht besichtigt werden konnte.

In der Planungsgesellschaft haben sich

mehr als 50 Unternehmen und Organisationen

zusammengeschlossen. Die Bausumme

wird derzeit mit 600 Mio. Euro

angegeben [3]. Aus mündlichen Informationen

stammt noch der Hinweis auf die

Existenz einer weiteren, allerdings kleineren

Solaranlage in der Nähe von Oujada unweit

der algerischen Grenze.

Die Verwertung von Solarstrom mittels

allerdings wesentlich kleinerer Anlagen

konnte auch in nördlicher gelegenen marokkanischen

Städten beobachtet werden.

Zumeist handelt es sich hier um auf Hausdächern

installierte PV-Anlagen, wie sie

auch bei uns bekannt sind. Besonderes Interesse

fand zudem auch eine Versuchsanlage,

bei der die Straßenlaternen einer Allee

einzeln mit Solarpaneelen ausgestattet

waren und somit keinen eigenen Stromanschluss

mehr erforderten.

Mit Überraschung wurde schließlich

zur Kenntnis genommen, dass in das Erneuerbare-Energien-Konzept

Marokkos

auch die Nutzung der Windkraft als natürliche

Energiequelle mit einbezogen ist.

Bei einer Fahrt im Nordosten des Landes

konnte entlang des Kamms des Rif-Gebirges

eine Vielzahl nebeneinander angeordneter

Windkraftanlagen gesichtet werden,

welche die dort herrschende Höhenströmung

energetisch nutzen (s. Bild 6). Diese

Installation prägt die Gebirgssilhouette

auf neuartige Weise, woran anscheinend

niemand Anstoß nimmt. Vielleicht erfreut

man sich sogar dieses Anblicks als eines

Zeichens des Fortschritts. Hingegen stel-

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© Peter Atkins - Fotolia.com

8/9/2014 IKZ-ENERGY 43


Bild 3: Es gibt eine flächendeckende Kommunikationsinfrastruktur, welche

auf Basis von Richtfunknetzen realisiert ist.

Bild 4: Antennen sind auch schon mal in den Wipfeln von Palmen versteckt.

le man sich eine vergleichbare Situation

in Deutschland, etwa die Errichtung einer

Kette von Windkraftanlagen auf der

Schwäbischen Alb, vor. Ein solches Vorhaben

träfe gewiss auf den erbitterten Widerstand

von Bürgerinitiativen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass

im Verlauf der Rundfahrt durch Marokko

ein unerwartet reichhaltiges Bild des

Bemühens entstanden ist, das recht vielgestaltige

Land gezielt in die Zukunft zu

führen. Daran hat das derzeit herrschende

Königshaus unter Mohammed VI. einen

wesentlichen Anteil. Beeindruckend sind

insbesondere die Orientierung auf die Entwicklung

nachhaltiger Lösungen in Bezug

auf die landesweite Energie- und Wasserversorgung

unter Ausschöpfung vorhandener

natürlicher Ressourcen.

Die in Marokko angetroffenen Problemlösungen

zur Nutzung natürlicher Energiequellen

gründen sich weitgehend auf die

im eigenen Land vorliegenden spezifischen

Gegebenheiten. Sie sind daher nur bedingt

auf unsere heimischen Verhältnisse übertragbar.

Dennoch: von jeder Reise nimmt

man wertvolle Anregungen mit. ■

Literatur:

[1] Weller, H. u. W.: Reisetagebuch Marokko.

03. 2014 (unveröffentlicht)

[2] http//de.wikipedia.org/wiki/Desertec

[3] http//www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/

abkommen-ueber-erstes-…

Autor:

Der Berufsweg des Autors Wolfgang Weller

führte über Tätigkeiten in der automatisierungstechnischen

Industrie, in der Forschung,

als Dozent am Higher Institute for Electronics

(Ägypten), Honorarlehrkraft an der Universität

Rostock zu langjährigem Wirken an der Humboldt-

Universität zu Berlin als Professor für Technische

Kybernetik. Zu den Arbeitsschwerpunkten der

letzen Jahre zählte neben der Erarbeitung

intelligenter Verkehrslösungen vor allem die Entwicklung

von Konzepten auf dem Gebiet der

Erneuerbaren Energien.

Kontakt: BITWeller@t-online.de, Tel.: 030

4858640

Bilder: Autor

Bild 5: Eine weithin sichtbare großflächige Hinweistafel kündigt das

derzeit weltgrößte Solarkraftwerk mit einer Leistung von 500 MW für

2015 an.

Bild 6: Windkraftanlagen prägen die Silhouette des Rif-Gebirges auf

neuartige Weise.

44 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Wärmepumpe

Clever modernisiert

mit Wärmepumpe und Gas

Intelligentes Gas-Hybrid-Wärmepumpensystem für die Heizungsmodernisierung bringt viele Vorteile

Aufgrund häufiger Störungen des vorhandenen Gas-Brennwertkessels entschied sich Familie Rangnau aus Jestetten in Baden-Württemberg

für eine Modernisierung der Heizungsanlage in ihrem Wohnhaus, das 1999 erbaut wurde. Das neue Heizsystem sollte einfach

zu installieren und auch eine regenerative Komponente haben. Des Weiteren sollte die Modernisierung natürlich auch eine Senkung

der Energiekosten mit sich bringen.

Die Rotex

„HPU hybrid“

ist für die Heizungsmodernisierung

eine sinnvolle

Alternative:

Sie kombiniert eine

Luft-/Wasser-

Wärmepumpe

mit energiesparender

Gas-Brennwerttechnik

und vereint

so die Vorteile

der Energieträger

Luft und Gas.

Auf Empfehlung des Heizung–Sanitärteams

Brenner aus Horheim entschied sich

Familie Rangnau schließlich für die Rotex

Gas-Hybrid-Wärmepumpe „HPU hybrid“.

Diese vereint eine regenerative Luft-/Wasser-Wärmepumpe

mit energiesparender

Brennwert-Technik. Mit Vorlauftemperaturen

von 25 °C – 80 °C ist die Gas-Hybrid-Wärmepumpe

für jeden Gebäudetyp

und damit auch sehr gut für die Modernisierung

geeignet. Zudem war das gute

Preis-/Leistungsverhältnis für das wartungsarme

Hybrid-System noch ein ausschlaggebender

Punkt.

Die Installation erfolgte dann ebenfalls

durch Firma Brenner aus Horheim. Die vorhandene

Gastherme war bei Familie Rangnau

im Keller installiert. Da die Inneneinheit

der „HPU hybrid“ nicht mehr Platz

benötigt als die vorhandene Gastherme,

konnte die Inneneinheit direkt und ohne

zusätzlichen Aufwand ausgetauscht werden.

Die Arbeiten beschränkten sich fast

ausschließlich auf den Heizraum, und das

System konnte ohne Weiteres in das bestehende

Heizsystem eingebunden werden.

Lediglich das Wärmepumpenaußengerät

musste zusätzlich installiert werden.

Die Rotex Gas-Hybrid-Wärmepumpe erreicht

eine maximale Energieausnutzung

durch ihren bivalent parallelen und alternativen

Betrieb. In der Regelung werden

die aktuellen Strom- und Gaspreise eingegeben.

Das Gerät wählt dann in jedem

Betriebszustand die günstigste Wärmeerzeugung.

Dabei wird so lange wie möglich die

Wärmepumpe angesteuert oder beide Geräte

laufen parallel, was sich positiv auf

die Kosten auswirkt. Der Gaskessel läuft

nur, wenn hohe Temperaturen gebraucht

werden und sein Einsatz daher wirklich

notwendig ist. Deshalb arbeitet die Gas-

Hybrid-Wärmepumpe zu jeder Zeit und in

jedem Betriebszustand mit maximaler Effizienz.

Familie Rangnau ist sehr zufrieden mit

ihrer Gas-Hybrid-Wärmepumpe und freut

sich über niedrige Verbrauchskosten. ■

KONTAKT

Rotex Heating Systems GmbH

74363 Güglingen

Tel. 07135 1030

Fax 07135 103201

info@rotex.de

www.rotex.de

8/9/2014 IKZ-ENERGY 45


ENERGIEEFFIZIENZ

Gas

Neue Herausforderungen

für die Gasbeschaffenheitsmessung

Regenerative Energien im Erdgasnetz

Rund 970 Mrd. kWh Energie wurden im vergangenen Jahr über das deutsche Erdgasnetz transportiert. Weitere 200 TWh können

unterirdisch in bestehenden Gasspeichern gespeichert werden. Dank dieser hohen Transport- und Speicherkapazität kommt dem

Erdgasnetz eine entscheidende Rolle beim Ausbau Erneuerbarer Energien zu: Sowohl Biogas als auch synthetisches Erdgas aus

sogenannten Power-to-Gas-Anlagen können in das leistungsfähige Netz eingespeist werden und so fossile Brennstoffe ersetzen.

Doch mit diesen Entwicklungen gehen Schwankungen der Gasqualitäten

einher, beispielsweise indem neue Gaskomponenten wie

Sauerstoff und Wasserstoff eingespeist werden. Dies stellt zum einen

Gasanwender in der Industrie vor Herausforderungen, deren

Gasverwendungsprozesse auf bestimmte Gasbeschaffenheiten ausgerichtet

sind. Zum anderen ergeben sich hieraus neue Anforderungen

an die Gasbeschaffenheitsmessung.

Linde bietet ein breites Sortiment an Kalibriergasen an, darunter auch

Gasgemische für die Bestimmung von Biogas sowie synthetisch erzeugtem

Erdgas aus Power-to-Gas-Anlagen.

Wichtiger Baustein bei der Energiewende

Das Power-to-Gas-Verfahren hat das Potenzial, ein wichtiger

Baustein bei der Umsetzung der Energiewende zu werden. Denn

die Technologie ermöglicht es, überschüssigen Strom aus Windund

Solarenergie in Gas umzuwandeln. So kann der Strom im Erdgasnetz

langfristig gespeichert und nutzbar gemacht werden. Die

Umwandlung von Strom in Gas erfolgt, indem mittels Elektrolyse

Wasserstoff erzeugt wird. Bei Bedarf findet in einem nachgeschalteten

Schritt die sogenannte Methanisierung statt. Mit ihrer

Hilfe wird aus Wasserstoff (H 2 ) und Kohlenstoffdioxid (CO 2 ) bzw.

Kohlenstoffmonoxid (CO) synthetisches Methan (CH 4 ) erzeugt. Methan

ist der Hauptbestandteil von Erdgas.

In Deutschland sind bereits einige Power-to-Gas-Demonstrationsanlagen

in Betrieb oder im Bau. Beispielsweise betreibt der

Energiekonzern E.ON eine Anlage im brandenburgischen Falkenhagen,

mit der überschüssige Windenergie als Wasserstoff in das

Erdgasnetz eingespeist wird. Am 15. Mai 2014 erfolgte die Grundsteinlegung

für den geplanten Energiepark in Mainz-Hechtsheim,

an dem auch die Linde Group beteiligt ist.

Der dort hergestellte Wasserstoff soll in das Erdgasnetz eingespeist

und darüber hinaus per Tankwagen zu Wasserstoff-Tankstellen

geliefert werden. Einspeisungen von Wasserstoff im einstelligen

Bereich gelten grundsätzlich als unkritisch, wenn eine

gleichmäßige Durchmischung mit dem Erdgas gegeben ist. In der

Regel darf Wasserstoff mit einem maximalen Volumenanteil von

5 % dem vorhandenen Erdgas zugemischt werden. Bei vereinzelten

Anwendungen sind nur 2 % zulässig.

Während die Power-to-Gas-Technologie noch für den Einsatz

im großen Umfang erprobt wird, sind Biogasanlagen bereits als

Energiequelle etabliert. Laut Angaben der Deutschen Energie-

Agentur GmbH (dena) haben im Jahr 2013 130 Biogasanlagen auf

Erdgasqualität aufbereitetes Biogas in das öffentliche Gasnetz eingespeist

– insgesamt 80 390 Nm 3 /h.

Qualitätsanforderungen an Gase

aus regenerativen Quellen

Um den Anteil an Erneuerbaren Energien am Energiemix zu

fördern, hat die Politik für die Einspeisung von Gas aus regenerativen

Quellen eine Reihe von Privilegien festgelegt. Diese

Sonderregelungen für die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz

finden sich in „Teil 6 Biogas“ der Gasnetzzugangsverordnung

(GasNZV). Unter anderem erhalten die Betreiber entsprechender

Anlagen einen vorrangigen Zugang zum Gasnetz.

Voraussetzung für die Einspeisung von Biogas und

synthetischem Erdgas ist jedoch die Einhaltung der grundle-

46 IKZ-ENERGY 8/9/2014


Die Hersteller von Gasmess- und Regeltechnik haben Prozessgaschromatographen

speziell für die amtliche fiskalische Energiemessung von

Biogas entwickelt.

genden technischen Anforderungen an Gase und deren Qualität.

Diese sind in den Arbeitsblättern des Deutschen Vereins des

Gas- und Wärmefaches (DVGW) geregelt. So muss Biomethan die

im Arbeitsblatt G 262 („Nutzung von Gasen aus regenerativen Quellen

in der öffentlichen Gasversorgung“) vorgegebene stoffliche Zusammensetzung

aufweisen. Das Arbeitsblatt G 260 („Gasbeschaffenheit“)

trifft Regelungen zur Gasqualität im Netz. Das zur Einspeisung

angebotene Biomethan muss bezogen auf die im Netz vor

Ort vorhandene Gasfamilie den im Arbeitsblatt G 260 definierten

Parametern genügen.

Neue Herausforderungen

für die Gasverwendung und Gasbeschaffenheitsmessung

Lange Zeit wurde fast ausschließlich fossiles Gas in das Erdgasnetz

eingespeist. Dies hatte den Vorteil, dass die Gasqualität

relativ konstant blieb. Die Einspeisung von Synthesegas, Biomethan

und Wasserstoff in das Erdgasnetz führt nun dazu, dass die

Zusammensetzung des gespeicherten Erdgases zunehmend stärkeren

Schwankungen unterworfen ist – ein Trend, der durch einen

liberalisierten, globalen Gashandel noch verstärkt wird.

Dies ist besonders für die industrielle Gasverwendung, beispielsweise

bei Thermoprozessen oder der Anwendung in Motoren

und Turbinen, relevant. Denn hier spielt die Beschaffenheit des

Brenngases eine zentrale Rolle: In der Regel sind die Prozesse auf

eine bestimmte Gasbeschaffenheit ausgelegt, die nur geringfügig

variieren sollte. Kommt es zu größeren Abweichungen, kann dies

die Prozessführung von Anlagen oder auch die Qualität wärmebehandelter

Produkte erheblich beeinflussen. Vor diesem Hintergrund

gewinnt die Gasbeschaffenheitsmessung von Erdgas noch

weiter an Bedeutung. Doch auch sie steht angesichts der sich ändernden

Gaszusammensetzungen vor neuen Herausforderungen.

Die Gasbeschaffenheit wird mit verschiedenen Brennwert- und

Gasbeschaffenheitsmessgeräten wie Gaskalorimetern oder Prozessgaschromatographen

analysiert. Gaskalorimeter messen lediglich

den Brennwert eines Gases und kommen nur noch selten zum

Einsatz. Sie werden mit Gasgemischen aus zwei oder drei Komponenten

(Methan sowie Stickstoff, Ethan oder Wasserstoff) kalibriert.

Prozessgaschromatographen sind in der Lage, detaillierte

Aussagen über die Stoffzusammensetzung des Erdgases zu treffen,

8/9/2014 IKZ-ENERGY


ENERGIEEFFIZIENZ

Gas

d.h. sie bestimmen neben Methan alle relevanten

Gaskomponenten und müssen

daher für jede zu messende Komponente

kalibriert werden. Prozessgaschromatographen

werden nicht nur zur exakten

und kontinuierlichen Bestimmung der

einzelnen Gaskomponenten eingesetzt,

sondern auch für die eichrechtliche Abrechnungsmessung.

Besondere Herausforderungen an

die Gasbeschaffenheitsmessgeräte

Bisherige Prozessgaschromatographen

sind für die Prüfung fossiler Gase konzipiert

worden und damit für die Analytik

von Biogasen nur bedingt geeignet.

Denn regenerative Gase unterscheiden

sich, aufgrund des Herstellungsprozesses,

in ihrer Zusammensetzung von den fossilen

Gasen – insbesondere durch ihren

Wasserstoff- und Sauerstoffanteil. Viele

Prozessgaschromatographen sind nicht

in der Lage, den Wasserstoffanteil zu analysieren.

Inzwischen haben sich Hersteller von

Gasmess- und Regeltechnik auf die neuen Anforderungen eingestellt.

Sie bieten Prozessgaschromatographen an, die speziell für

die amtliche fiskalische Energiemessung von Biogas entwickelt

wurden. Diese Geräte sind in der Lage, neben Methan auch den

Anteil an Wasserstoff des einzuspeisenden Gases zu bestimmen.

EINFACH LOGISCH: BEZEICHNUNG UND ZERTIFIZIERUNG

VON KALIBRIERGASEN

„9M“, „12E“ oder „H2-11K“: Die Bezeichnung von Kalibriergasen

erfolgt mit einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen, der

eine definierte Logik zugrunde liegt: Die Zahl gibt die Anzahl der

Komponenten des Kalibriergasgemisches an. Die Buchstaben H

und L verweisen auf einen hohen (H für high) bzw. niedrigen (L

für low) Brennwert- bzw. Methangehalt. Die Buchstaben M, D und

E sind die Initialen der Analysengerätehersteller Marquis, Daniel

und Elster. Gasgemische mit diesen Buchstaben in der Bezeichnung

sind speziell für Geräte dieser Hersteller konzipiert, allerdings

können diese Gemische auch für Geräte anderer Hersteller

zugelassen sein. Der Buchstabe P steht für Prüfgas. Eichgase für

Bioerdgas erkennt man am Buchstaben B und betriebspunktnahe

Kalibriergase tragen häufig den Buchstaben K für Komponente

in ihrer Bezeichnung.

In Deutschland existieren drei staatlich anerkannte Prüfstellen

für die Zertifizierung von Kalibriergasen: Die Physikalisch-Technische

Bundesanstalt ist zur Herstellung bzw. Berechnung von

Primärnormalen und Sekundärnormalen sowie zur Zertifizierung

von Gebrauchsnormalen berechtigt. Die BEGA.tec und die Open

Grid Europe sind für die Zertifizierung von Gebrauchsnormalen

zugelassen. Bei der Auswahl der Zertifizierstelle gilt in der Regel,

dass gängige Kalibriergase 3. Ordnung von der BEGA.tec oder der

Open Grid Europe zertifiziert werden können und sollen und dass

alle anderen Gemische von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

zertifiziert werden.

Im Mai 2014 erfolgte die Grundsteinlegung für den „Energiepark Mainz“, an dem auch die Linde

Group beteiligt ist. Der dort hergestellte Wasserstoff soll in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Die Analytik von Gasen aus regenerativen Energien stellt dabei

nicht nur besondere Herausforderungen an die Gasbeschaffenheitsmessgeräte.

Auch die zu verwendenden Kalibriergasgemische für

die Eichung und Kalibrierung von Prozessgaschromatographen

zur Messung regenerativer Gase ändern sich. Der Sauerstoff- und

Wasserstoffanteil dieser Gemische unterscheidet sich von den bisher

eingesetzten Kalibriergasen.

Beste Referenzen –

Kalibriergase für Prozessgaschromatographen

Geht es um die Einspeisung von Gas – egal ob aus fossiler oder

regenerativer Herkunft – in das Erdgasnetz, werden geeichte Messgeräte

benötigt. Die Eichung eines Gaskalorimeters oder Prozessgaschromatographen

erfolgt durch einen Eichbeamten oder eine

amtliche Prüfstelle. Hierzu wird das Gerät mit mehreren amtlich

zertifizierten Eich-/Kalibriergasen beaufschlagt und geeicht bzw.

kalibriert. Auch während der Eichgültigkeitsdauer muss das Messgerät

mittels eines fest angeschlossenen, zertifizierten Eichgases

regelmäßig geeicht werden. Die zertifizierten Eich- bzw. Kalibriergase

dienen zur Darstellung und Weitergabe der Brennwerteinheit

und der Stoffmengenanteile von Gasgemischen.

Die Details zur Zusammensetzung und Verwendung dieser Kalibriergase

als amtlich zertifizierte Gasgemische schreibt die Physikalisch-Technische

Bundesanstalt vor (PTB-A 7.63, Mai 2011). Es

werden drei Klassen von Kalibriergasen unterschieden:

Primärnormale (Kalibriergase 1. Ordnung),

Sekundärnormale (Kalibriergase 2. Ordnung),

Gebrauchsnormale (Kalibriergase 3. Ordnung).

Für die Eichung und Kalibrierung von Brennwert- und Gasbeschaffenheitsmessgeräten

werden Gebrauchsnormale verwendet,

die von einer staatlich anerkannten Prüfstelle amtlich zertifiziert

sein müssen. Alle Kalibriergase bestehen aus dem Grundgas Methan

und einer oder mehreren Beimengungen wie Stickstoff, Kohlendioxid

oder – speziell für die Analytik von Biogas – Sauerstoff

und Wasserstoff. Je nach Anwendung und Analysengerät kom-

48 IKZ-ENERGY 8/9/2014


A-exact:

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men ganz unterschiedliche Gemische zum Einsatz. Das Spektrum

reicht von binären Gemischen bis hin zu Gemischen aus 17 Komponenten.

Die Gemische „11D“ und „11M“ sind die gängigsten Kalibriergase

für die Bestimmung der Qualität fossilen Erdgases. Mit

den Gasgemischen „9M“ und „9E“ stehen spezielle Kalibriergase

für die Bestimmung von Biogas zur Verfügung. Neu hinzugekommen

sind die Gemische „12E“ und „12M“, welche für Gasbeschaffenheitsmessungen

von synthetisch erzeugtem Erdgas aus Powerto-Gas-Anlagen

verwendet werden.

Die gravimetrische Herstellung der Kalibriergasgemische nach

DIN ISO 6142 oder ISO Guide 34, das heißt das Abwiegen der einzelnen

Komponenten mittels hochpräziser Waagen, erfordert äußerste

Sorgfalt – und Zeit. „Dadurch kann der Herstellungsprozess

mehrere Wochen dauern“, erklärt Dr. Simone Hahn, Werksleiterin

bei Linde. Das Unternehmen produziert in seinem Spezialgaswerk

in Unterschleißheim bei München das gesamte Spektrum an Kalibriergasen

für die Erdgasbestimmung und ist als Prüf- und Kalibrierlabor

nach DIN EN ISO/IEC 17025 sowie als Referenzmaterialhersteller

nach ISO Guide 34 akkreditiert. „Damit sind wir in der

Lage, die Kalibriergase mit einem DAkkS-Kalibrierschein oder als

Referenzmaterialien herzustellen“, ergänzt Hans-Jürgen Schmid,

Leiter des akkreditierten Prüf- und Kalibrierlabors. Da Kunden, die

mit Erdgas handeln, die Gasgemische allerdings mit einem amtlichen

Prüfschein benötigen, werden die Kalibriergase anschließend

bei einer der drei in Deutschland amtlich zugelassenen Zertifizierstellen

BEGA.tec, Open Grid Europe oder der Physikalisch-

Technischen Bundesanstalt nachzertifiziert (siehe Kasten). Ein

Vorgang, der bis zu sechs Wochen in Anspruch nimmt. Erst dann

kann das Kalibriergas an den Kunden ausgeliefert werden.

Um Engpässen beim Kunden vorzubeugen und sie von langfristiger

Bevorratung zu entbinden, hat Linde daher den Service

für Betreiber von geeichten Prozessgaschromatographen verbessert:

Die am häufigsten nachgefragten Kalibriergase werden im

Werk Unterschleißheim auf Vorrat produziert. Damit sind sie ab

Lager verfügbar – zum Teil bereits inklusive des erforderlichen

amtlichen Analysenzertifikats. Die Lieferzeiten, die bisher bis zu

zwölf Wochen betrugen, können für die gängigen Gemische so erheblich

reduziert werden.

Einhaltung der festgelegten Qualitätsstandards

Die Einspeisung von Gasen aus Erneuerbaren Energien in das

Erdgasnetz kann einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der

Energiewende leisten. Technische Voraussetzung für die Speicherung

dieser Gase ist jedoch die Einhaltung der festgelegten Qualitätsstandards.

Um diese zu gewährleisten, ist eine neue Generation

von Gasbeschaffenheitsmessgeräten notwendig, die auf die

veränderte Zusammensetzung von regenerativ erzeugten Erdgasen

ausgelegt sind und mit entsprechenden Kalibriergasen

eine exakte Analytik der Gase aus regenerativen Quellen erlauben.


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Linde AG, Geschäftsbereich Linde Gas

85716 Unterschleißheim

Tel. 089 310015309

Fax 089 310015620

sabrina.adamczyk@de.linde-gas.com

www.linde-gas.com

TA Heimeier GmbH

Postfach 1124 · 59592 Erwitte

Tel. 02943 891-0

Fax 02943 891-100

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8/9/2014 IKZ-ENERGY


ENERGIEEFFIZIENZ

RLT-Anlagen

Energieoptimale Ansteuerung

von ERG-Systemen

Ein neues Verfahren spart über das Jahr bis zu 70 % Energie

Das Betreiben raumlufttechnischer Anlagen in Gebäuden ist oft mit hohen Betriebs- und Energiekosten verbunden. Handelt es sich

um Klimaanlagen mit den Prozessen Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten sind die Kosten besonders hoch. Es zahlt sich also aus,

die Gebäudeautomationssysteme zur Regelung der Klimaanlagen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür reicht es nicht aus, konventionelle

Systeme einfach nur zu optimieren. Um Einsparpotenziale wirklich auszunutzen und die Energieeffizienz wesentlich zu

erhöhen, bedarf es neuer, innovativer Technologien.

Eines dieser neuen Lösungsangebote

stellt der „Digicontrol Economizer“ dar.

Er nutzt neue Strategien zur Regelung

von Klimaanlagen, basierend auf wissenschaftlich

erarbeiteten Optimierungsalgorithmen

und macht so ein großes Energieeinsparpotenzial

nutzbar. Durch Ermitteln

des kostenoptimalen Betriebspunktes von

RLT-Anlagen werden die Luftbehandlungsstufen

unter Ausnutzung des sogenannten

Behaglichkeitsfeldes zu 100 % energieeffizient

eingesetzt. Das Funktionsprinzip

wurde innerhalb eines Forschungsprojektes

der Hochschule Merseburg (Prof.

Dr. Sokollik) gemeinsam mit GFR entwickelt

und durch GFR mit dem „Digicontrol

Economizer-Modul“ umgesetzt. Das Verfahren

und die Vorrichtung „ems4.ECONO“

wurden durch GFR zum Patent angemeldet.

Bild 1: Außentemperaturabhängiger Energieverbrauch der Luftnachbereitung einer Test-RLT-Anlage

mit und ohne ems4.ECONO unter realen Bedingungen. Die Quelldaten entstammen Messungen

der FH-Merseburg. RLT-Anlagenaufbau: Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten, FU-betr.

Ventilatoren.

Die erzielten Energieeinsparungen

sind hoch. Bei Außentemperaturen um

15 – 20 °C verspricht der Einsatz des

„Economizer“-Moduls Energieeinsparungen

von bis zu 100 % innerhalb der Luftnachbereitung

(siehe Bild 1). Über das Jahr

gerechnet sind Einsparungen von 15 – 70 %

realistisch.

Konventionelle Regelsysteme messen

die Lufttemperatur und Feuchte und steuern

die Energierückgewinnungssysteme

(ERG) aufgrund der errechneten Enthalpie,

auch „Wärmeinhalt“ genannt. Dieses

einfache Prinzip ist nicht optimal, denn

eine energieoptimale Ausnutzung des Behaglichkeitsfeldes,

eine Gewichtung der

Luftnachbereitung nach Methode, Energiemedien

und energetischer Effizienz und

die daraus resultierende optimierte Regelstrategie

der ERG für die Prozesse Heizen,

Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten werden

nicht berücksichtigt.

Das Funktionsprinzip

Thermische Behaglichkeit herrscht

nicht ausschließlich bei einem bestimmten

Raumtemperatur- und Raumfeuchtesollwert,

sondern innerhalb eines bestimmten

Bereiches, der durch das sogenannte

Behaglichkeitsfeld im h,x-Diagramm umrissen

wird. Typisch für Büros, Konferenzund

Hörsäle, Klassenzimmer, Hotelzimmer,

Wohnbereich und dergleichen ist ein Temperaturbereich

von 20 – 24 °C (max. 26 °C)

und ein relativer Feuchtebereich von 35 –

65 %, abhängig von der Außentemperatur.

Je besser die Ausnutzung des Behaglichkeitsfeldes

erfolgt, umso energieeffizienter

ist der Betrieb der RLT-Anlage. Der

„Digicontrol Economizer“ errechnet den

kostenoptimalen Betriebspunkt innerhalb

des Behaglichkeitsfeldes, der wiederum

den energetisch günstigsten Betrieb

bedeutet, und setzt die ERG optimiert ein.

Unterstützt werden frei durch den Benutzer

definierte Behaglichkeitsfelder sowie

die Vorgaben der Normung nach DIN EN

15251 Kategorien I bis III und nach DIN

1946 (ersetzt durch DIN EN 13779: 2005).

Eine weitere Innovation des „Digicontrol

Economizers“ ist die Gewichtung der

Luftnachbereitung nach Methode, Energiemedien

und energetischer Effizienz sowie

die daraus folgende Ableitung der Sequenz.

Der „Economizer“ berechnet und regelt den

vorkonditionierten Luftzustand mittels der

ERG so aus, dass die Luftnachbereitung

möglichst energie- bzw. kostenoptimal arbeitet.

Die Eingangsgrößen des Algorithmus

sind die Außentemperatur und Außenfeuchte

sowie die Wärme- und Feuchtelast.

Die Kostenfaktoren der Zielfunktion sind

50 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

RLT-Anlagen

Bild 2: Funktionsprinzip der optimierten Regelung (beispielhafter

RLT-Anlagenaufbau).

Bild 3: Die Umsetzung bzw. die Integration des Economizer-Moduls

„ems4.ECONO“ in bestehende oder neue Systeme erfolgt in zwei Schritten.

die spezifischen Betriebskosten des Lufterhitzers,

des Luftkühlers und des Luftbefeuchters

in Euro/kWh. Die Ausgangsgrößen

sind die Sollwerte für Raumtemperatur

und Feuchte sowie die Lufttemperatur nach

der ERG und den Mischluftklappen (MLK)

sowie die Regelung der ERG und MLK.

Der Einsatz dieser Technologie und

die Integration in ein neues oder in

ein Bestandsautomationssystem ist einfach,

denn alle Regelalgorithmen sind

in dem Modul „ems4.ECONO“ hinterlegt.

Das Modul wird einfach auf die

Hutschiene geschnappt und über Busverbinder

an das „Digicontrol-Automationssystem“

(AS) gesteckt. Das Aktivieren

erfolgt in der AS-Konfigurationssoftware

webCADpro.


KONTAKT

GFR – Gesellschaft für Regelungstechnik

und Energieeinsparung mbH

33415 Verl

Tel. 05246 9620

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8/9/2014 IKZ-ENERGY 51


ENERGIEEFFIZIENZ

Interview

Mit dem Gewerbekundenportal lassen sich Aufwand und Kosten reduzieren.

Mit Energiemanagement

Kosten reduzieren

Warum softwarebasierte Energiemanagement-Systeme immer wichtiger werden

Durch steigende Strompreise sind die Stromkosten zu einem wichtigen Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor geworden. Für Unternehmen

wird ein gezieltes Energiemanagement daher immer wichtiger. Dr. Thomas Goette, CEO des Software-Start-ups GreenPocket, erläutert

im Gespräch mit der IKZ-ENERGY die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten, die softwarebasierte Energiemanagementsysteme vor allem

für kleine und mittlere Unternehmen mit sich bringen.

IKZ-ENERGY: Herr Dr. Goette, was ist der

entscheidende Vorteil eines Energiemanagementsystems

für Unternehmen?

Dr. Thomas Goette: Im ersten Schritt geht

es darum, die Energieeffizienz dauerhaft

zu steigern. Das wird vor allem dadurch

möglich, dass Energiekosten detailliert

aufgeschlüsselt werden. So kann ein Unternehmen

mit mehreren Filialen vergleichen,

an welchem Standort wie viel Energie

verbraucht wird und wo genau Einsparpotenziale

versteckt sind. Ebenso besteht

die Möglichkeit, automatische Benachrichtigungen,

sogenannte Alerts, einzurichten.

Der Nutzer erhält dann per SMS oder

E-Mail eine Nachricht, sobald von ihm definierte

Verbrauchswerte überschritten

werden oder unerwartete Ereignisse, wie

z. B. der Ausfall einer Kühlanlage oder ein

plötzlicher Wasserrohrbruch, auftreten.

IKZ-ENERGY: Wer kann diese Werte einsehen?

Dr. Thomas Goette: Das ist sehr unterschiedlich,

bzw. hängt von der jeweiligen

Lösung ab. Bei dem Energiemanagementsystem

von GreenPocket lassen sich einzelne

Nutzer gezielt anlegen. Der Filialleiter

beispielsweise kann einen Zugang bekommen,

bei dem nur die Daten seines eigenen

Standortes angezeigt werden. Das Manage-

52 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Interview

ment hingegen sieht die einzelnen Filialen

im direkten Vergleich und erhält dadurch

die Möglichkeit, sehr einfach zu prüfen,

wo und weshalb am meisten Energie verbraucht

wird. Dabei kann man sich die Verbräuche

in Kilowattstunden, Euro und Kilogramm

CO 2 anzeigen lassen. Die Optionen

sind vielfältig, und bei Veränderungen im

Unternehmen lässt sich jeder eingerichtete

Zugang erweitern, einschränken oder blockieren.

Und wenn die Firma expandiert,

werden einfach neue Standorte und Nutzer

in das System integriert.

IKZ-ENERGY: Welche Voraussetzungen

müssen für die Installation gegeben sein?

Dr. Thomas Goette: Voraussetzung für

den Einsatz eines Energiemanagementsystems

sind Smart Meter. Damit werden

Daten in Echtzeit erfasst und detailgenaue

Analysen möglich. Sind diese vorhanden,

steht der Installation nichts mehr

im Wege. Es ist nicht notwendig, dass der

Nutzer ein hohes technisches Verständnis

besitzt. Bei unserem Gewerbekundenportal

von GreenPocket z. B. funktioniert

die Bedienung ganz intuitiv. Auch gibt es

Online-Hilfen, die dem Anwender weitere

Orientierung geben und die Bedeutung

der Analysefunktionen erläutert. Außerdem

können die Nutzer ihre Erfahrungen

über ein virtuelles Notizbuch austauschen.

Und der Zugang zum System beschränkt

sich nicht auf den PC; über Smartphone

und Tablet sind die Daten ebenfalls abrufbar.

So gelangen Benachrichtigungen und

Alarme direkt und ohne Zeitverlust zum

Anwender, der sofort auf unvorhergesehene

Ereignisse reagieren kann.

Dr. Thomas Goette, CEO des Software-Start-ups

GreenPocket.

IKZ-ENERGY: Wie lässt sich ein Energiemanagementsystem

außer zur Steigerung der

Energieeffizienz noch einsetzen?

Dr. Thomas Goette: Ein weiterer wichtiger

Punkt ist die Integration von Photovoltaik-Anlagen

in das Energiemanagementsystem.

Schließlich werden immer

mehr kleine und mittlere Unternehmen

selbst zu Stromerzeugern. Energiekosten

lassen sich auf diese Weise langfristig verringern,

da nicht nur Strom verbraucht,

sondern auch ins Netz eingespeist wird.

Die entsprechende Anwendung schlüsselt

genau auf, wie viel auf der einen Seite verbraucht

und auf der anderen Seite selbst

produziert wurde. Ohne Energiemanagementsystem

behält man bei den komplexen

Erzeugungs- und Einspeisevorgängen

kaum den Überblick. Die Einbeziehung der

PV-Anlagen ist bei unserem Energiemanagement-Tool

sehr einfach möglich. Die

Darstellung der Energiedaten lässt sich

ganz individuell einstellen. Wir berücksichtigen

dabei natürlich die technischen

Voraussetzungen, wie z. B. die Zählerlandschaft

des jeweiligen Unternehmens.

Wichtig ist außerdem der Imagegewinn,

den ein bewusster Umgang mit Energieressourcen

mit sich bringt. Erzeugung und

Verbrauch können für Kunden und andere

Interessenten transparent dargelegt werden.

Wer beispielsweise seine CO 2 -Emission

und Stromverbrauchsanalyse auf seiner

Website veröffentlicht, signalisiert Umweltbewusstsein

und stärkt so nachhaltig

seine Reputation.

IKZ-ENERGY: Herr Dr. Goette, wie danken

für das Gespräch.


KONTAKT

GreenPocket GmbH

51063 Köln

Tel. 0221 3550950

Fax 0221 35509599

info@greenpocket.de

www.greenpocket.de

IKZ-ENERGY: Fallen beim Umstieg zu Beginn

hohe Zusatzkosten an?

Dr. Thomas Goette: Das hängt nicht zuletzt

von dem Energiemanagement-Tool

ab, welches im Unternehmen zum Einsatz

kommt. Manche Systeme zum Energiemonitoring

und -controlling sind so komplex,

dass sie die finanziellen Möglichkeiten

kleiner und mittlerer Unternehmen übersteigen.

GreenPocket hat eine Lösung entwickelt,

die vergleichsweise aufwandsarm

und somit kostengünstig ist. Zudem lassen

sich durch den Einsatz der Lösung auf lange

Sicht weit mehr Kosten einsparen, als

durch die Installation der Technologie verursacht

werden.

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8/9/2014 IKZ-ENERGY

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ENERGIEEFFIZIENZ

Verordnungen

Hocheffizienz-Technologien wie BHKWs können durch die EnEV-Novelle an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber strombetriebenen Wärmepumpen

verlieren.

EnEV 2014 im Detail –

spürbare Kurskorrektur

Teilweise konträre Auswirkungen durch die EnEV-Novelle befürchtet

Es ist eine deutliche Kurskorrektur, die mit der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 künftig den Markt der technischen Gebäudeausrüstung

beeinflussen wird. Gerade die Faktoren des Pflichtaustausches von Wärmeerzeugern im Bestand, die Veränderung

der Primär-Energiefaktoren und die neuen Energieausweise sind drei der EnEV-Details, die gegenwärtig in der Branche diskutiert

werden. Welche Hintergründe das hat und wie es den Markt künftig beeinflussen könnte, ist Thema das nachstehenden Beitrages.

Die EnEV-Novelle 2014 hat es ohne

Frage in sich. Anders als in den vorausgegangenen

Ergänzungen stehen hier teils

deutliche Änderungen an – wie beispielsweise

die Verschärfungen der maximal

zulässigen Transmissionswärmeverluste

im Neubau oder die deutliche Änderung

des bewerteten Primärenergiefaktors für

Strom von 2,6 auf 1,8 zum 1. Januar 2016.

Keine Konsollidierung

und Zusammenführung EnEV

und EEWärmeG

Die erste EnEV trat 2002 in Kraft und

lös te seinerzeit die Wärmeschutzverordnung

sowie die Heizungsanlagenverordnung

ab und überführte beide Vorschriften

in eine gemeinsame Basis. Im Fokus

stand in jedem Fall das Ziel der Verringerung

des Energiebedarfs von Gebäuden. In

mehreren Novellen wurden die Rahmenbedingun-gen

spürbar verschärft. Heute steht

neben der EnEV darüber hinaus seit dem

1. Januar 2009 das Erneuerbare-Energien-

Wärme-Gesetz (EEWärmeG).

Nach dem EEWärmeG müssen Bauherren

einen bestimmten Anteil des Wärmebedarfs

aus erneuerbaren Quellen decken.

Die EnEV- und EEWärmeG-Vorgaben

sind jedoch nicht aufeinander abgestimmt.

So erfüllt ein nach den EnEV-Vorgaben geplantes

Gebäude nicht unbedingt die Vorgaben

des EEWärmeG. Die Chance, die

EnEV und EEWärmeG Anforderungen in

einem Instrument zusammenzufassen,

um die hohe Anzahl an technischen und

fachlichen energetischen Anforderungen

an Gebäude zu reduzieren, wurde leider

vergeben.

Generelle Verschärfungen für den Baubestand

wurden mit der aktuellen EnEV-

Novelle nicht erlassen. Die einzig relevante

Änderung betrifft insbesondere die Austauschpflicht

von Heizkesseln, die älter als

30 Jahre sind. Alle Wärmeerzeuger, die

bis einschließlich 1984 in Betrieb genommen

worden sind, müssen vor dem 1. Januar

2015 gegen neue Geräte ausgetauscht

worden sein. Diese Austauschpflicht beinhaltet

jedoch eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen.

54 IKZ-ENERGY 8/9/2014


Mit Inkrafttreten der neuen EnEV sinkt der Primärenergiefaktor von

Strom von 2,6 auf 2,4 und zum 1. Januar 2016 auf 1,8. Der wachsende

Anteil von Bio-Erdgas findet demgegenüber keine Berücksichtigung bei

den Primärenergiefaktoren.

Trotz weitreichender Einschränkungen bei der Austauschpflicht von

mehr als 30 Jahre alten Heizkesseln verbleibt nach Einschätzungen von

Herstellerseite ein Potenzial von rund 400 000 Kesseln, die ausgetauscht

werden müssen.

Differenzierung Standard- und

Niedertemperaturkessel vor Ort

kaum umsetzbar

Beispielsweise sind sowohl Brennwertals

auch Niedertemperatur-Wärmeerzeuger

hiervon ausgenommen. Auch selbstgenutzte

1- und 2-Familienhäuser fallen

nicht unter diese Verordnung, wenn sie am

1. Februar 2002 vom Eigentümer bewohnt

wurden. „Trotz dieser weitreichenden Einschränkungen

verbleibt nach unseren

Einschätzungen ein Potenzial von rund

400 000 Kesseln, die ausgetauscht werden

müssen“, beschreibt Andreas Christmann,

Leiter Produkt und Marketing bei

Vaillant Deutschland, die praxisnahen Konsequenzen.

„Gleichzeitig bewerten wir

die Kontrolle in der Umsetzung der Austauschpflicht

durch den bevollmächtigten

Bezirksschornsteinfeger ohne den Einsatz

von Hilfsmitteln eher problematisch. Denn

aus unserer Sicht ist die Differenzierung

zwischen einem Standard- und einem Niedertemperaturkessel

vor Ort ohne entsprechende

Unterstützung kaum durchführbar.

Wir werden deswegen eine Auflistung aller

betroffenen Geräte erstellen und eine Gesamtübersicht

durch den BDH forcieren.“

Weitergehende Verschärfungen der

EnEV für den Gebäudebestand sind nicht

enthalten. Eher wurden bisherige Regelungen

– z. B. für Erweiterungsgebäude –

praxisnah angepasst, weil die bis jetzt bestehenden

Vorschriften immer wieder zu

einer Unwirtschaftlichkeit von Anbauten

geführt hatten. „Wir begrüßen, dass hier

verlässliche, sozialverträgliche und vor allen

Dingen auch langfristige Rahmenbedingungen

für den Gebäudebestand gelten.

Dadurch wird das Wirtschaftlichkeitsgebot

eingehalten“, beschreibt Christmann die

Position des Remscheider Unternehmens.

„Um die Energie-Einsparpotenziale insbesondere

im Gebäudebestand auszuschöpfen,

sollte die EnEV in jedem Fall durch

Anreizsysteme für die Gebäudeeigentümer

ergänzt werden.“ Mit drei Beispielen

kristallisieren sich sowohl die Zielrichtungen

der neuen EnEV-Novelle als auch

ihre Schwächen heraus.

Neue Primärenergiefaktoren

pushen Strom als Energieträger

Eine der relevanten Änderungen in der

aktuellen EnEV-Novelle betrifft die Primärenergiefaktoren.

Hier ist es insbesondere

die Neubewertung von Strom als Energieträger

in der Wärmeversorgung, die auffällig

ist. Mit Inkrafttreten der neuen EnEV

sinkt der Primärenergiefaktor für Strom

von 2,6 auf 2,4. Ab dem 1. Januar 2016 reduziert

er sich dann sogar auf 1,8. Die Begründung

dafür erscheint zunächst plausibel:

Der Anteil des aus Atom-Kraftwerken

erzeugten Stroms geht kontinuierlich weiter

zurück. Dieser hat einen vergleichsweise

hohen Primärenergiefaktor im Vergleich

zu erneuerbaren Energieträgern. Auch der

Anteil des Stroms, der aus fossilen Energieträgern

gewonnen wird, sinkt weiter.

Durch den stetig steigenden Anteil von erneuerbaren

Energieträgern in der Stromerzeugung

setzt sich der Primärenergiefaktor

für Strom dadurch anders zusammen.

Die Folgen dieser Entwicklung für die

Einstufung von Technologien zur Wärmeerzeugung

zeigen jedoch, dass hier

nicht unbedingt die bestmögliche Effizienz

in der Wärmeerzeugung zu den Gewinnern

zählen wird. „Ohne jegliche Verbesserungen

hinsichtlich ihrer Effizienz

werden insbesondere elektrisch betriebene

Wärmepumpen gegenüber den Technologien

Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung

Weitere Informationen: www.norddeutsche-geothermietagung.de

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Geothermietagung

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VERANSTALTER

8/9/2014 IKZ-ENERGY 55


ENERGIEEFFIZIENZ

Verordnungen

Energetische Kennwerte basierend auf der Endenergie spiegeln nicht die realen Energieverbrauchskosten

wider und stehen teilweise im Widerspruch zu politischen Zielen. Zudem steht

eine Klassifizierung basierend auf der Endenergie im Widerspruch zu bestehenden Förderprogrammen,

die ihre Anforderungen am Primärenergiebedarf des Gebäudes ausrichten.

und Gas-Brennwerttechnik höher bewertet

als dies derzeit der Fall ist“, erläutert

Christmann die Folgen der einseitigen

Anpassung des Primärenergiefaktors für

Strom gegenüber dem Energieträger Erdgas.

„Im Endeffekt wird bei dieser Einstufung

eine Prognose über den zukünftigen

vermutlichen Anteil von Erneuerbaren

Energien im Strommix für den öffentlich

rechtlichen Nachweis und Energieberatungen

herangezogen, ohne den verstärkten

Einsatz von Erneuerbaren Energien bei

anderen Energiearten zu berücksichtigen.

Dadurch verlieren wesentliche Elemente

wie die Kraft-Wärme-Kopplung sowohl aus

gasbetriebenen Blockheiz-Kraftwerken als

künftig auch aus Brennstoffzellen-Heizgeräten

an Wettbewerbsfähigkeit – obwohl

sie unbestritten höchste Effizienz bieten.

Gerade die statische Bewertung des Energieträgers

Gas spielt hier eine wesentliche

Rolle in der künftigen Bewertung von unbestrittenen

Hocheffizienz-Technologien

wie der Kraft-Wärme-Kopplung – sei es

im BHKW oder der Brennstoffzelle.“

Damit die Energiearten wieder eine

faire Bewertung erhalten, besteht eine der

zentralen Forderungen aus dem Markt darin,

dass im Rahmen der nächsten EnEV-

Novelle beispielsweise der steigende Anteil

Erneuerbarer Energien im Erdgas über u. a.

Bio-, Deponie- und Klärgas sowie künftig

auch Gas aus der Power-to-Gas-Technologie

berücksichtigt wird. Noch weitreichender

werden die neuen Primärenergiefaktoren

Beratungsbedarf beim Endkunden erforderlich

machen und das Marktgeschehen

beeinflussen.

Energie-Kennwerte für Effizienzeinstufung

im klaren Widerspruch

zum politischen Ziel Energiewende

Zweiter Punkt in der EnEV-Novelle soll

für diesen Beitrag die Angabe von Energieeffizienz-Kennwerten

in Immobilienanzeigen

sein. Diese werden künftig auf einer

Skala von A+ bis H Pflicht in Immobilienanzeigen.

Weil in Deutschland zwei

Arten von Energieausweisen erlaubt sind

– der verbrauchs- und der bedarfsabhängige

– muss die Ausweisart künftig angegeben

werden. Statt des Primärenergie-Kennwertes

wird dann auch der Endenergie-Kennwert

in Verbindung mit dem

maßgeblichen Energieträger in der Wärmeversorgung

zur Pflichtangabe.

Die Absicht der Bundesregierung hinter

diesen Änderungen ist klar: Es soll

eine Maßangabe für die zu erwartenden

Heizkos ten geschaffen werden, die sich verbraucherfreundlich

schnell ablesen lässt.

Diese Regelung trifft allerdings nur auf

Energiepässe zu, die nach dem Inkrafttreten

dieser EnEV-Novelle ausgestellt werden.

Die Quintessenz: Liegt bis zum 1.

Mai 2014 bereits ein Energieausweis vor,

muss die Energieeffizienzklasse des Gebäudes

nicht in Immobilienanzeigen veröffentlicht

werden.

„Die energetischen Kennwerte basierend

auf der Endenergie spiegeln in keinem

Fall die realen Energieverbrauchskosten

wider. Deren Bewertung in Effizienzklassen

steht teilweise sogar in krassem

Widerspruch zu den politischen Ausbauzielen

und dem klaren Willen der Bundesregierung

zu einer Dezentralisierung der

Stromversorgung durch die Kraft-Wärme-

Kopplung“, formuliert Christmann dazu.

„Damit hier künftig Fehlinterpretationen

seitens der Verbraucher vermieden werden,

ist eine verstärkte Aufklärung der

Elektrisch betriebene Wärmepumpen werden als Ergebnis der EnEV-Novelle ohne Verbesserungen

ihrer Effizienz höher bewertet.

56 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Verordnungen

Haus- und Wohnungseigentümer sowie

aller Marktbeteiligten erforderlich. Darüber

hinaus kann eine Klassifizierung der

Effizienzklassen im Widerspruch zu bestehenden

Förderprogrammen stehen, die

ihre Anforderungen am Primärenergiebedarf

des Gebäudes ausrichten. Ein Beispiel

dafür sind die namhaften KfW-Energieeffizienzprogramme.

Wie soll künftig dem privaten

Haus- und Wohnungseigentümer vermittelt

werden, dass durch die Einbindung

Erneuerbarer Energien, wie z. B. einem Pellet-Heizkessel,

in seine Wärmeversorgung

sehr gute Ergebnisse auf der Seite des Jahres-Primärenergiebedarfs

erzielt werden,

sein Gebäude aber basierend auf dem Endenergiebedarf

in eine schlechte Gebäude-

Effizienzklasse eingestuft wird? Der Endkunde

ist ggf. mehr an einer Wertsteigerung

seiner Immobilie durch eine bessere

Energie-Effizienzklasse interessiert, als an

einer tatsächlich nachhaltigen Wärmeversorgung

auf der Basis erneuerbarer Energieträger,

die aber zu einer schlechteren

Einstufung in die Effizienzklasse führt.

Den Zielen der Nachhaltigkeit und der

Energiewende kann diese Regelung insofern

kaum hilfreich sein.“

wesentliche Einschränkung des eigentlich

geforderten Ansatzes der Technologieoffenheit

in der EnEV“, beschreibt Christmann

die Auswirkungen. „Der Bauherr wird de

facto dazu gezwungen, die erhöhten Energiestandards

im Wesentlichen durch

Dämmmaßnahmen mit entsprechend hohen

Investitionen umsetzen zu müssen.

Ein fairer Wettbewerb mit anlagentechnischen

Maßnahmen durch den Einsatz

einer hoch effizienten Wärmeerzeugung

in Verbindung mit der Nutzung Erneuerbarer

Energien wird hierdurch vollständig

unterbunden.“

Fazit

Die Änderungen in der EnEV-Novelle

werden eine teils spürbare Kurskorrektur

zur Folge haben. Dies wurde anschaulich

anhand von drei Beispielen erläutert. Bereits

zum 1. Mai 2014 sind die ersten Änderungen

in Kraft getreten. Nur sieben

Monate später greift zum 1. Januar 2015

die Austauschpflicht für mehr als 30 Jahre

alte Wärmeerzeuger. Ein Jahr später wiederum

wird der neue, deutlich verringerte

Primärenergiefaktor für Strom wirksam.

Die Quintessenz daraus: Es steht nur

wenig Zeit für eine gezielte Aufklärung

und Beratung von Haus- und Wohnungseigentümern

bzw. Bauherren zur Verfügung.

Die Auswirkungen der EnEV-Novelle

könnten nachvollziehbar nicht durchgängig

dem Ziel der bestmöglichen Verwendung

zur Verfügung stehender Energie

und der Reduzierung von Energieverlusten

dienen, sondern teilweise sogar konträre

Auswirkungen haben. Es bleibt abzuwarten,

ob die ab 2016 spürbaren Auswirkungen

zu weiteren Änderungen in der

dann aktuellen EnEV-Novelle führen werden,

die zu diesem Zeitpunkt wiederum

den bereits heute vorliegenden, plausiblen

Erläuterungen aus dem Markt Rechnung

tragen.


Bilder: Vaillant

Dämmung als alleiniger Treiber

der Energiewende?

Als dritter und letzter Punkt der EnEV-

Novelle soll jetzt die Reduzierung des Jahres-Primärenergiebedarfs

im Fokus stehen.

Im Neubau wird mit einer 25 %igen

Verschärfung des Jahres-Primärenergiebedarfs

ab dem 1. Januar 2016 ein angemessener

und notwendiger Meilenstein auf

dem Weg zum „Nearly Zero-Energy Building“

gesetzt. Waren zunächst zwei Stufen

von je 12,5 % geplant, setzt die jetzige

Novelle auf einen deutlichen Schnitt zum

Beginn des Jahres 2016. Erstmals gibt die

EnEV hier eine Art „Schonfrist“ für Bauherren

und Fachplaner, die sich jetzt mit

den künftigen Anforderungen und ihren

möglichen Lösungen beschäftigen können.

„Aus Sicht das Marktes ist dies ein guter

Kompromiss im Sinne des Klimaschutzes

und der Energieeinsparung. Zwei einzelne

Verschärfungen von je 12,5 % in derartig

kurzen Zeitabständen wären kontraproduktiv

für eine kontinuierliche, langfristige

Bauprojektplanung gerade bei

Großprojekten gewesen“, erläutert Christmann

dazu.

Gleichzeitig werden jedoch im Neubau

die maximal zulässigen Transmissions-

Wärmeverluste um rund 20 % ebenfalls

ab dem 1. Januar 2016 verringert. „In dieser

drastischen Absenkung sehen wir eine

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8/9/2014 IKZ-ENERGY 57


ENERGIEEFFIZIENZ

Energiemanagementsysteme

Mit Energiemanagementsystemen

auf Erfolgskurs

Chancen und Potenziale für externe Energiemanager und Fachhandwerker – Teil 1

Im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird die Einführung eines zertifizierten Energiemanagements in Unternehmen

eine immer größere Rolle spielen. Laut einer aktuellen Umfrage der Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur

(dena) erfasst jedoch bislang nur jedes fünfte Unternehmen seinen Energieverbrauch über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem.

Betriebe können also beim Einstieg in das komplexe Thema noch erheblich Unterstützung gebrauchen.

Die EEG-Novelle 2014 stellt an Unternehmen

höhere Anforderungen an die Erfassung

des Energieverbrauchs, um in den

Genuss der Spitzenausgleichsregelung zu

kommen. Und: Die Novelle macht wohl die

Einführung eines Energiemanagementsystems

auch für Firmen erforderlich, die bisher

noch nicht über ein Energiemanagement

nachgedacht haben. Externen Energiemanager

und Fachhandwerkern bieten

sich somit erhebliches Potenzial. Denn der

Gesetzgeber fördert die Einführung von

Energiemanagementsystemen und damit

letztendlich auch Berater und Handwerksunternehmen,

die sich mit dem Thema befassen.

Spitzenausgleich: Steuern senken

Unternehmen können Steuern und Abgaben

senken, sofern sie ein Energiemanagementsystem

nachweisen. Durch einen

effizienteren Umgang mit den Ressourcen

erzielen sie außerdem erhebliche

Kostensenkungen. EU und Bundesregierung

unterstützen mit verschiedenen Programmen

auch direkt, indem sie finanzielle

Zuschüsse gewähren. Energieintensive

Unternehmen des produzierenden Gewerbes

erhalten über den sogenannten Spitzenausgleich

einen Teil der von ihnen entrichteten

Strom- und Energiesteuern zurück.

Rechtsgrundlage hierfür bilden § 55

Energiesteuergesetz und der § 10 Stromsteuergesetz.

Bis zu 90 % können Unternehmen

sogar rückvergütet bekommen. Die

Regelungen schreiben seit Januar 2013 dafür

ein Energiemanagementsystem nach

DIN EN ISO 50001 oder ein nach EMAS

zertifizierte Umweltmanagement, ein sogenanntes

EU-Ökoaudit, vor.

Eine Übergangsregelung gilt für die Jahre

2013 und 2014. Wollen Unternehmen

den Spitzenausgleich in diesem Zeitraum

erhalten, müssen sie nachweisen, dass sie

im Antragsjahr oder früher mit dem Aufbau

eines Energiemanagementsystems begonnen

haben. Ab 2015 gilt dies dann ohne

Einschränkung. Das heißt, ein solches System

muss im Antragsjahr bereits fertig

installiert sein.

Ausgenommen von dieser Regel sind

kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Für sie reicht ein Energieaudit nach DIN

EN 16247-1 oder ein alternatives System

zur Verbesserung der Energieeffizienz aus.

Die Konkretisierung dieser gesetzlichen

Regelung erfolgte im Juli 2013 in Form

der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverodnung,

kurz SpaEfV. Zu den KMU zählen

Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter

beschäftigen und einen jährlichen

Umsatz von weniger als 50 Mio. Euro erwirtschaften

oder eine Jahresbilanzsumme

von weniger als 43 Mio. Euro aufweisen.

Um die kundenindividuelle Energieund

Stromsteuererstattung zu ermitteln,

setzt man die energiebedingte Abgabenbelastung

ins Verhältnis zu den Arbeitnehmerkosten

des jeweiligen Unternehmens.

Zahlt dies mehr Energie- und Stromsteuern

als Arbeitnehmeranteile an den

Rentenversicherungen seiner Beschäftigten,

kann es diese Mehrkosten als Spitzenausgleich

zurückerstattet bekommen.

Energieeffizienzpotenziale bei Querschnittstechnologien in Industrie und Gewerbe.

EEG-Abgabe reduzieren

Um keine Nachteile im internationalen

Wettbewerb zu erleiden, können sich energieintensive

Unternehmen des produzierenden

Gewerbes von der EEG-Umlage befreien

lassen. Gesetzesgrundlage ist das

EEG mit den dazugehörigen Merkblättern

des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA). Letzteres ist auch

58 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Energiemanagementsysteme

Rechenbeispiel

zu den

Einsparpotenzialen.

mit der Prüfung und Bewilligung entsprechender

Anträge auf Begrenzung der EEG-

Umlage entsprechend aktuell geltender Gesetzeslage

betraut.

Betriebe mit einem Stromverbrauch von

mehr als einer Gigawattstunde und Stromkosten

von mindestens 14 % der Bruttowertschöpfung

können eine Begrenzung der

EEG-Umlage beantragen. Großverbraucher

ab zehn Gigawattstunden müssen dafür

ein zertifiziertes Energiemanagement nach

DIN EN ISO 50001, DIN EN 16001 oder

EMAS nachweisen. Die Reduzierung erfolgt

in mehreren Stufen.

Die Antragsstellung ist an gesetzliche

Ausschlussfristen gebunden. Nach dem

EEG 2012 sind die Anträge für das Kalenderjahr

2015 bis zum 30. Juni zu stellen,

während das EEG 2014 in diesem Jahr einmalig

den 30. September vorsieht. In einer

Veröffentlichung der Unternehmensberatung

PwC heißt es, es gelte es zu beachten,

dass die Rechtslage nicht eindeutig

sei. Schließlich sei das Gesetzt noch nicht

in Kraft getreten. Bei beiden Terminen handelt

es sich um eine materielle Ausschlussfrist.

Zusätzlich gilt, Unternehmen, die aufgrund

ihrer Branchenzugehörigkeit künftig

keinen Antrag auf besondere Ausgleichsregelung

mehr stellen können, nach

EEG 2012 aber begrenzungsfähig waren

und für das Begrenzungsjahr 2014 über

eine bestandskräftige Begrenzungsentscheidung

verfügen, können ihre Umlagepflicht

vom BAFA auf 20 % der EEG-Umlage

begrenzen lassen. Diese Härtefallanträge

sind jährlich neu zu stellen und setzen

neben anderen Kriterien eine Stromkostenintensität

von mindestens 14 % im letzten,

vor dem Antragsjahr abgeschlossenen Geschäftsjahr

voraus.

Fördermöglichkeiten nutzen

Will ein Unternehmen das Thema Energiemanagementsysteme

angehen, so stehen

außerdem eine Reihe von Förderprogrammen

zur finanziellen Unterstützung

zur Verfügung.

Die Bundesregierung fördert aus dem

Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“

die Erstzertifizierung von Energiemanagementsystemen

nach DIN EN ISO

50001, die Erstzertifizierung eines Energiecontrollings

nach Anforderungen der

Förderrichtlinie, den Erwerb von Mess-,

Zähler- und Sensortechnologie für Energiemanagementsysteme

sowie den Kauf entsprechender

Software. Die Einzelsummen

sind prozentual und nominal begrenzt. Ins-

Kostenlose Energie

der Sonne

und die Kraft aus Biomasse

thermi nator II touch Kombikessel

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8/9/2014 IKZ-ENERGY 59


ENERGIEEFFIZIENZ

Energiemanagementsysteme

Kosteneinsparung Rechenzentrum.

SPITZENAUSGLEICH (§ 10 STROMSTG, § 55 ENERGIESTG)

FRISTEN UND BEZUGSZEITRÄUME ZUR REDUZIERUNG DER ENERGIEINTENSITÄT

2013/2014 Für die Antragsjahre 2013 und 2014 reicht der Nachweis für den Beginn der

Einführung eines Energiemanagementsystems bzw. für KMU eines alternativen

Systems (Audit, SpaEfV).

Ab 2015 Der volle Spitzenausgleich wird ab 2015 nur dann ausgezahlt, wenn ein zertifiziertes

Energiemanagement oder EMAS bzw. für KMU ein alternatives System

vorliegt. Darüber hinaus muss dann im zugeordneten Bezugsjahr, zwei Jahre

vor dem Antragsjahr, der Zielwert für die Reduzierung der Energieintensität

im Vergleich zum Referenzzeitraum (für Antragsjahr 2015 der Durchschnitt aus

2007 bis 2012) im Mittel für das gesamte Unternehmen erreicht werden.

Antragsjahr Bezugsjahr Zielwert

2015 2013 1,30 %

2016 2014 2,60 %

2017 2015 3,90 %

2018 2016 5,25 %

2019 2017 6,60 %

2020 2018 7,95 %

2021 2019 9,30 %

2022 2020 10,65 %

gesamt darf die Gesamtsumme maximal

20 000 Euro pro Unternehmen innerhalb

eines Zeitraums von 36 Monaten betragen.

Förderanträge sind ebenfalls beim BAFA in

elektronischer Form zu stellen.

Das Bundeswirtschaftsministerium gewährt

KMU Zuschüsse, wenn sie in Energieeffizienzmaßnahmen

investieren. Das

Programm „Investitionszuschüsse zum

Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien

im Mittelstand“ fördert den Austausch

einzelner Altanlagen gegen hocheffiziente

Anlagen beziehungsweise Aggregate

sowie die sogenannte systemische

Optimierung. Die systemische Optimierung

muss eine Endenergieeinsparung

von mindestens 25 % gegenüber dem Istzustand

erzielen. Grundlage für eine mögliche

Förderung ist ein Energieeinsparkonzept,

welches vorab ein Energieberater

erstellt, um die Verwendung der Technologien

zur Optimierung zu prüfen und zu

bewerten. Die Maßnahmen sind im ersten

Fall des einfachen Ersatzes einer Altanlage

mit einem Netto-Investitionsvolumen

von mindestens 200 Euro bis maximal

30 000 Euro förderungsfähig. Im Fall

der systematischen Optimierung sind die

Maßnahmen erst ab einem Netto-Investitionsvolumen

von mindestens 30 000 Euro

förderungsfähig.

Mit dem Programm „Energieberatung

Mittelstand“ fördert das Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie außerdem

die Energieberatung KMU. Diese

können Zuschüsse für qualifizierte und anbieterunabhängige

Energieeffizienzberatungen

erhalten. Eine geförderte Beratung

können nur Energieberater durchführen,

die in der KfW-Beraterbörse gelistet sind.

Das BAFA unterstützt im Rahmen der

sogenannten Vor-Ort-Beratung die energetische

Beratung für Gebäude. Voraussetzung

ist, dass diese Gebäude zu mehr

als 50 % zu Wohnzwecken genutzt werden.

Auch auf regionaler Ebene gibt es einige

Initiativen, die Energieberatungen fördern,

zum Beispiel die IHKs und die EnergieAgentur.NRW.

Viele Möglichkeiten,

Energie zu sparen

Außer dem Anreiz, Steuern und Abgaben

zu sparen, gibt es aber noch andere

Gründe, sich für ein Energiemanagementsystem

zu entscheiden. Die Einführung

nach DIN EN ISO 50001 lohnt sich grundsätzlich

für jedes Unternehmen, welches

systematisch und langfristig Energieverbrauch

und damit Kosten sparen möchte.

Sie gibt keine spezifischen Leistungskriterien

vor und ist somit für jede Unternehmensgröße

geeignet. Gleich also, ob

es sich um produzierendes Gewerbe, Handelsunternehmen,

Kommunen, Krankenhäuser

oder Immobilienunternehmen handelt.

Lediglich die Schwerpunkte sind unterschiedlich.

Das Umweltbundesamt geht

von durchschnittlichen Einsparpotenzialen

zwischen 10 % und 20 % aus.

Die Praxis zeigt, schon bei der Etablierung

der Erfassung der Energieverbräuche

gibt es Überraschungen. Beim ersten

Vergleich und der Überprüfung mit Erfahrungswerten

zeigt sich nämlich schon häufig,

dass beispielsweise Druckluftkompressoren

nicht richtig aufgestellt sind, Wärmeoder

Druckluftnetze Leckagen aufweisen

oder Dampfkessel nicht ausreichend iso-

60 IKZ-ENERGY 8/9/2014


ENERGIEEFFIZIENZ

Energiemanagementsysteme

liert sind. Große Stromeffizienzpotenziale

bestehen insbesondere beim Einsatz

effizienter Pumpen, bei stromsparender

Prozessbereitstellung, effizienter Beleuchtung

und effizienten Kühlgeräten. Besonders

hohe Einsparwerte erfordern meist

zwar auch umfangreiche Investitionen.

Aber Energiemanagementsysteme bieten

hierfür eine klare Kalkulationsgrundlage.

Energiemanagement bringt viel

Doch nicht nur im Produktionsprozess

können Energiekosten maßgeblich eingespart

werden. Potenziale betreffen alle

betrieblichen Funktionen wie Energiebeschaffung,

Facility Management, Logistik

und IT. Insbesondere dem Facility Management

kommt eine Schlüsselrolle zu, da

es oft einen erheblichen Anteil der Bewirtschaftungskosten

ausmacht. Aber auch bei

Informationstechnologien sind hohe Einsparpotenziale

gegeben.

Zentrale Aufgabe ist es, die Energiekosten

in Gebäuden und Anlagen zu senken,

ohne dabei die Arbeitsabläufe einzuschränken.

Studien belegen beispielsweise,

dass bei der Gebäudekühlung Maßnahmen

wie außenliegender Sonnenschutz und intensive

Nachtkühlung dazu führen können,

den Energieverbrauch um bis zu 64 %

zu senken.

Die Logistik spielt auch eine zentrale Rolle,

denn sie verursacht rund 14 % der CO 2 -

Emissionen. Energiemanagement kann

durch die Wahl von Transportmitteln, die

Dauer und Länge der Transporte sowie

in Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern

helfen, Kosten zu sparen und die

Umwelt zu schonen.

Ein zertifiziertes Energiemanagement

bildet zudem eine valide Basis für den

Nachhaltigkeitsbericht, der für Kunden wie

Gesetzgeber zukünftig eine immer größere

Rolle spielen dürfte. Der Bericht stellt

hohe Anforderungen an die Datenverfügbarkeit

und Güte. Es gilt zum Beispiel, die

Höhe der CO 2 -Einsparungen und den positiven

Klimaeffekt der Solaranlage zu bewerten.

Mit Energiemanagementsystemen

stehen solche Daten auf Knopfdruck bereit.

Umweltschutzmaßnahmen lassen sich damit

öffentlichkeitswirksam kommunizieren,

Anfragen direkt und punktgenau beantworten.

Ziele und Anforderungen

Die ISO 50001 ist weltweit gültig und

legt ihren Fokus auf eine vorausschauende

Planung, um die energetische Leistung

auf Grundlage von Referenzgrößen für den

Energieverbrauch zu verbessern. Sie benennt

klare Verantwortlichkeiten, erhebt

konsequent alle Energieverbräuche, legt

Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen sowie

die Messung des Erfolgs fest. Verpflichtende

interne Audits führen dazu, dass Mitarbeiter

betriebliche Herausforderungen

besser verstehen und ihre Erfahrungen

Richtig investieren

Die Energiefachmesse

für Bayern

09. - 12.10.2014

Messe Augsburg

Struktur der DIN EN ISO 50001 und PDCA-Zyklus ähneln in ihrer Anwendung anderen Managementsystemen

(z. B. IS= 14001, ISO 9001). So kann die ISO 50001 als eigenständiges System implementiert

oder auch in bestehende Systeme integriert werden.

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8/9/2014 IKZ-ENERGY 61


ENERGIEEFFIZIENZ

Energiemanagementsysteme

Normenvergleich Spitzenausgleich.

Allgemein

Vorteile

Nachteile

Besonderheiten

Aufwand

Einsparpotenzial

Empfehlung

Quelle: Markt und Mittelstand

DIN EN ISO 50001 DIN EN 16247-1 EMAS

Anleitung zum Aufbau

und Betrieb eines Energiemanagementsystems

zur nachhaltigen

Steigerung der Energieeffizienz.

Hohes Einsparpotenzial

durch kontinuierlichen

Prozess.

Reduzierte Anforderungen

an das Management

auf allen Ebenen im

Vergleich zu EMAS.

Vor der Zertifizierung

muss das System bereits

3 Monate im Unternehmen

eingeführt sein.

Mittel. Zertifizierung

erforderlich, aber im

Energiebereich weniger

Vorschriften als

im Umweltbereich.

Hoch. Die Energieeffizienz

steht im Mittelpunkt

und soll kontinuierlich

verbessert

werden.

Erste Wahl für Unternehmen

mit hohem

Energieverbrauch, die

Energieeffizienz leben

wollen und bereits erste

Grundlagen geschaffen

haben.

Energieaudit für kleine

und mittlere Unternehmen

(KMU).

Geringer personeller und

finanzieller Aufwand im

Vergleich zu ISO 50001

und EMAS. Konzentration

auf energetische

Komponenten.

Kein kontinuierlicher

Prozess, nicht anwendbar

für EEG-Ausgleichsregelung.

Als Voraussetzung für

Inanspruchnahme des

Spitzensausgleichs ab

2013 nur von KMU nach

EU-Definition nutzbar.

Gering. Anforderungen

beschränken sich

auf den energetischen

Teil der ISO 50001. Mittelständler

sollen damit

gezielt entlastet werden.

Mittel. Einsparmöglichkeiten

werden identifiziert,

aber keine quantitativen

Ziele festgelegt.

Geeignet für Einsteiger

oder Unternehmen

mit geringem Energieverbrauch.

Von der EU entwickeltes

Öko-Audit. Gemeinschaftssystem

aus

Umweltmanagement

und Umweltbetriebsprüfung,

welches auch

energetische Komponenten

enthält.

Starke Einbindung

der Mitarbeiter, hohe

Rechtssicherheit und

gute Außenwirkung.

Umfassende Dokumentationspflichten,

Energiemanagement

ist nur

Teilaspekt.

Erfolgreich überprüfte

Unternehmen können

sich in das EMAS-Register

eintragen lassen.

Hoch. Hoher Dokumentationsaufwand.

Umwelterklärung und

Nachhaltigkeitsbericht

erforderlich.

Mittel. Nicht Energie-,

sondern Umwelt und

Nachhaltigkeitsziele

im Fokus.

Interessant für Unternehmen,

bei denen

Umweltaspekte im

Vordergrund stehen,

die aber trotzdem von

Entlastungen bei der

Energiesteuer bzw.

EEG-Abgabe profitieren

möchten.

leichter einbringen können. Der zugrunde

liegende Ansatz ist der sogenannte PDCA-

Zyklus mit seinen Phasen Planen (Plant),

Umsetzen (Do), Überprüfen (Check) und

Handeln (Act). PDCA bedeutet ein systematisches

Vorgehen mit einer kontinuierlichen

Überprüfung und Verbesserung der

Energieeffizienz.

Für KMU bieten sich aufgrund des anfänglich

erheblichen Aufwands alternative

Möglichkeiten, um sich mit Energiemanagement

vertraut zu machen. Das

vereinfachte System nach der SpaEfV ist

jedoch wesentlich umfassender als der

kostengüns tigere Audit nach DIN EN 16247.

Während das Ziel des Audits eine einmalige

Analyse und ein Bericht über den Status

quo beinhaltet, haben die umfassenderen

Systeme nach SpaEfV und DIN 50001

eine kontinuierliche Verbesserung im Visier.

Anforderungen und Unterschiede

können beispielsweise in Publikationen

der dena nachgelesen werden. Der Artikel

konzentriert sich im folgenden auf die

ISO 50001.

Maßnahmen zur Einführung

der ISO 50001

Bei der Einführung eines Energiemanagementsystems

nach DIN EN ISO 50001

ist von Beginn an auf die Integration in bereits

bestehende Managementsysteme zu

achten. Viele Gemeinsamkeiten bestehen

zu einem Umwelt- oder Qualitätsmanagement.

Besonders große Synergieeffekte ergeben

sich, wenn ein Unternehmen bereits

über ein Umweltmanagement nach EMAS

oder DIN EN ISO 14001 verfügt. In der Regel

sind dann schon 60 bis 70 % der Anforderungen

und Maßnahmen abgedeckt.

Betriebe mit einem Qualitätsmanagement

nach DIN EN ISO 9001 verfügen etwa über

25 bis 30 % der notwendigen Umsetzung.

Wie bei allen Veränderungsprozessen ist

die sichtbare Unterstützung der Geschäftsleitung

ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Der Inhalt der DIN EN ISO 50001 kann

im Wesentlichen in zwei Teilbereiche, nämlich

den organisatorischen Teil und den

ener getischen Teil gegliedert werden, die

beide natürlich in wechselseitiger Beziehung

stehen. Die Norm enthält keine absoluten

Anforderungen bezüglich des Energiebedarfs,

also keine Vorgaben bezüglich

Einsparung oder Technik, sondern legt Anforderungen

an den Gesamtprozess fest,

damit die Energienutzung verbessert wird.

Der organisatorische Teil beinhaltet verwaltungstechnische

Anforderungen wie

Leitlinien, Arbeitsanweisungen, Verantwortlichkeiten,

Dokumentationspflichten,

Überprüfungszyklen und Audits und die

Zusammenfassung in integrierten Managementsystemen.

Der energetische Teil besteht

im Wesentlichen aus Bestandsaufnahme,

Messkonzept, Datenerfassung

und Energiecontrolling, energetischer Bewertung,

der Erfassung geeigneter Kennzahlen,

Energieberichten sowie der Festlegung

von Energiezielen, Energieprogramm

und Aktionsplänen.

Im 2. Teil des großen Berichts zu Energiemanagementsystemen

in der nächsten

Ausgabe geht es detailliert um den energetischen

Teil der ISO 50001 inklusive zahlreicher

Beispiele aus der Praxis. ■

Autorin: Angela Kanders, freie Journalistin

62 IKZ-ENERGY 8/9/2014


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

FNR

Neue

Bioenergie-Leitfäden

Die Leitfäden „Bioenergie“ und „Feste Biobrennstoffe“

bieten Information und Entscheidungshilfe

für die Planung von Bioenergieprojekten.

Ein Autorenteam unter Leitung von

Dr. Ludger Eltrop, Institut für Energiewirtschaft

und Rationelle Energieanwendung

(IER) an der Universität Stuttgart, hat den

Leitfaden Bioenergie grundlegend überarbeitet

und aktualisiert. Mit den nunmehr

in 2 Bänden als „Dachleitfaden Bioenergie“

und als „Leitfaden Feste Biobrennstoffe“

vorliegenden Entscheidungshilfen

werden fundierte Daten für die Planung

von mittleren und großen Bioenergieprojekten

geboten.

Der Dachleitfaden „Grundlagen und

Planung von Bioenergieprojekten“ richtet

sich an all diejenigen, die Bioenergieprojekte

initiieren, diese als Investor oder Projektierer

planen oder aber in Banken und

Behörden prüfen und bewerten. Er bietet

Fachwissen zu den übergeordneten Fragen

der Bioenergienutzung. Der Dachleitfaden

fokussiert auf die wesentlichen Entwicklungen

im Bioenergiesektor sowie

auf die politischen Rahmenbedingungen

in Deutschland, Europa und weltweit, er

beleuchtet die rohstoffseitigen Rahmenbedingungen

und Potenziale für die energetische

Nutzung von Biomasse als auch die

ökonomischen, ökologischen und sozialen

Wirkungen und Zusammenhänge der Bioenergie.

Er gibt einen Überblick über die

Grundlagen der Projektentwicklung und

Umsetzung sowie die Organisation und

Struktur von Bioenergie-Projekten, verschiedene

Betreiber-, Organisations- sowie

Finanzierungsmodelle für Bioenergieanlagen

und präsentiert Beispiele der guten

fachlichen Praxis.

Weiterführende und spezielle Informationen

für die verschiedenen Anwendungsfelder

der Biomassenutzung werden in den

jeweiligen Fachleitfäden geboten.

Der neu herausgegebene Leitfaden

„Feste Biobrennstoffe“ informiert über Eigenschaften

und Erzeugung bzw. Bereitstellung

der verschiedenen festen Biobrennstoffe.

Sowohl Anlagentechnik zur

Wärmeerzeugung als auch zur Stromerzeugung

in Kraft-Wärme-Kopplung wird

im Leitfaden erläutert und durch technische

Daten unterlegt. Der Leitfaden erörtert

die aktuellen Rahmenbedingungen

u. a. zum Genehmigungsrecht und gibt

Hinweise zur Gestaltung von Wärme- und

Brennstofflieferverträgen, zur Wirtschaftlichkeit

von Biomasseanlagen und zu spezifischen

Aspekten der Projektplanung

und -durchführung.

Über die Mediathek der FNR mediathek.

fnr.de können die Leitfäden heruntergeladen

bzw. bestellt werden. Der Leitfaden

wird durch eine online unter mediathek.

fnr.de/leitfaden-bioenergie verfügbare Datensammlung

ergänzt.

SMA Solar Technology

O&M-Geschäft

von Phoenix Solar

gekauft

Die SMA Solar Technology AG und

die Phoenix Solar AG haben einen Vertrag

über den Verkauf der europäischen

Aktivitäten im Bereich der Betriebsführungs-

und Wartungsdienstleistungen

(O&M-Geschäft) von Phoenix

Solar an SMA unterzeichnet. SMA setzt

mit der Transaktion ihre Wachstumsstrategie

im Servicebereich konsequent

um.

„Die Übernahme von Betriebsführungs-

und Wartungsdienstleistungen

für PV-Kraftwerke ist ein wichtiger Treiber

unserer Wachstumsstrategie im Service.

Nachdem wir dieses Geschäftsfeld

bereits mit 200 MW erfolgreich in Nordamerika

aufgebaut haben, erschließen

wir durch den Erwerb des O&M-Geschäfts

von Phoenix Solar den volumenstarken

europäischen Markt für SMA. Wir werden

das O&M-Servicegeschäft in Europa

und Nordamerika weiter ausbauen und

profitieren dabei von unserer hohen Kompetenz

und installierten Basis“, erklärt

SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Da der Wechselrichter die zentrale

Komponente jeder PV-Anlage ist, sähen

Eigentümer und Anlagenbetreiber

den führenden Hersteller SMA vielfach

als den natürlichen Partner für Betriebsführungs-

und Wartungsdienstleistungen.

Gleichzeitig biete das O&M-Geschäft für

SMA nachhaltige und stabile Umsätze und

Erträge.

SMA wird von Phoenix Solar Kundenverträge

in Deutschland, Frankreich, Spanien

und Italien, die Infrastruktur am

Standort Ulm sowie die dort tätigen 18 Mitarbeiter

übernehmen.

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Alle Infos unter www.solarventi.de

8/9/2014 IKZ-ENERGY 63


GEO-T Expo 2014

Zentrale Plattform

der Geothermiebranche

Die Messe Essen ist vom 11. bis 13. November

2014 zentrale Plattform der Geothermiebranche.

2014 fand mit großem

Erfolg die erste internationale Geothermie-Industriemesse

GEO-T Expo in Zusammenarbeit

mit dem Geothermiekongress

des GtV-BV in der Messe Essen statt. 120

Aussteller aus 16 Ländern und 1100 Fachbesucher

aus 24 Ländern waren in der

Ruhrgebietsmetropole zu Gast.

Eine große Zahl der Aussteller und Besucher

hat für die zweite GEO-T Expo ihr

Wiederkommen angekündigt, die vom

11. bis 13. November 2014 in den Essener

Messehallen einen Überblick über die gesamte

Wertschöpfungskette der tiefen, mitteltiefen

und oberflächennahen Geothermie

bieten wird.

Auch in diesem Jahr werden wieder

umfangreiche Möglichkeiten geboten,

sich über die neuesten Technologien und

Märk te zu informieren. 2014 finden u. a.

Foren zu den Themen Faciliy Management,

Investment, Finanzierung und Versicherungen

sowie das Kommunalforum GEO-

Town statt.

Wärme, Kühlung und Energiegewinnung

durch Erdwärme wird bei der Planung

von Gebäuden und Anlagen immer

interessanter. Erstmals in Deutschland bietet

die GEO-T Expo in Zusammenarbeit mit

dem Geothermiezentrum Bochum einen

qualifizierten Geothermie-Workshop für

Architekten und Bauingenieure an.

Seit 1982

Qualität aus Bayern

Heizen mit Biomasse

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MESSETERMINE AUF UNSERER HOMEPAGE!

Parallel zur internationalen Messe treffen

sich im Rahmen des Geothermiekongresses

DGK des GtV-Bundesverbandes

Geothermie nationale und internationale

Expert/innen, um sich über aktuelle

Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung

zu informieren und auszutauschen.

Alle weiteren Details zur Veranstaltung,

zu Ausstellungsmöglichkeiten und den

Teilnahmebedingungen finden Sie unter:

www.geotexpo.com. Ansprechpartnerin:

Frau Anna Pietler, Tel. 0201 7244742,

anna.pietler@messe-essen.de

Smart Home

Kooperation

für schnellere

Produktreife

Das Gebäudetechnikunternehmen Gira

hat mit dem Technologie-Dienstleister

Zühlke Engineering eine Entwicklungspartnerschaft

vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit

ist, intelligente Wohn- und Gebäudetechnik

der Zukunft zu entwickeln.

Smart-Home-Lösungen, also die effiziente

technische Verknüpfung von Funktionen

in einem Gebäude, gelten als Zukunftsmarkt.

Ob Heizungssteuerung, Unterhaltungstechnik

oder Hausgeräte, die

Vernetzung einzelner Komponenten steigert

den Komfort und senkt Energiekosten.

In der modernen Gebäudetechnik ist

Software ein wesentlicher Bestandteil einer

Gesamtlösung. Gira kooperiert daher

mit Zühlke, einem Anbieter innovativer Ingenieursdienstleistungen,

um neue Gebäudetechnologien

schnell und erfolgreich zur

Marktreife zu führen.

7. Norddeutsche Geothermietagung

Neue Potenziale

und Anwendungsmöglichkeiten

Vom 15. bis 16. Oktober 2014 findet im

Geozentrum Hannover die 7. Norddeutsche

Geothermietagung statt. Das Tagungsprogramm

ist nun veröffentlicht und unter

www.norddeutsche-geothermietagung.de

einsehbar. Veranstalter sind die Freiburger

Agentur Enerchange, die Wirtschaftsfördergesellschaft

hannoverimpuls sowie

die drei Organisationen des Geozentrums

Hannover: die Bundesanstalt für Geowissenschaften

und Rohstoffe (BGR), das Landesamt

für Bergbau, Energie und Geologie

(LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte

Geophysik (LIAG).

Die Norddeutsche Geothermietagung

bietet an zwei Tagen ein breites Spektrum

an Themen rund um die Erdwärme-Nutzung

in Norddeutschland und dem angrenzenden

Ausland. Schwerpunkt des ersten

Tages ist die oberflächennahe Geothermie.

In diesem Bereich verzeichnet das Land

Niedersachsen ein stabiles Wachstum – allein

im Jahr 2013 wurden 2700 neue ober-

64 IKZ-ENERGY 8/9/2014


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

flächennahe Geothermiebohrungen angezeigt.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.

Ugur Yaramanci vom Leibniz Institut für

Angewandte Geophysik (LIAG) präsentiert

dann auch die Bürgermeisterin von

Bad Iburg, Annette Niermann, das Konzept

des Wärmepumpendorfs. Dabei können

die Bürger im Rahmen einer gemeinsamen

Strategie bestehende Gebäude auf

die Nutzung von Wärmepumpen umrüsten

und so eine gemeinschaftliche Wärmequelle

erschließen. Das Nachmittagsprogramm

startet mit Rüdiger Grimm von GeoEnergiekonzept,

der über die Erfahrungen mit

dem größten Sondenfeld Deutschlands referiert.

Weitere innovative Anwendungen der

Geothermie im Straßen- und Brückenbau

sowie bei der Bahn sind ebenfalls Thema.

Im Fokus steht dieses Jahr zudem die Frage

der Abdichtung von Erdwärmesonden-

Bohrungen. Am Abend bietet die „Impuls-

Lounge“ den Teilnehmern die Möglichkeit,

sich in einem lockeren Rahmen auszutauschen

und neue Geschäftskontakte

zu knüpfen.

Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent

und 1. Regionsrat der Region Hannover,

eröffnet den zweiten Tagungstag, der

ganz im Zeichen der mitteltiefen und tiefen

Geothermie steht. Auf den Vortrag zum

neuen EEG von Cornelia Viertel vom Bundesministerium

für Wirtschaft und Energie

folgen Praxisbeispiele aus dem benachbarten

Ausland. Guus Willemsen vom

niederländischen Beratungs- und Engineering-Unternehmen

IF Technology und Allan

Mahler von Dansk Fjernvarmes Geotermiselskab

(DK) stellen jeweils erfolgreiche

Anwendungen der tiefen Geothermie vor.

Darüber hinaus wird über den aktuellen

Stand der Machbarkeitsstudien in Bad Bevensen

und am Flughafen Hannover-Langenhagen

berichtet. Nicht zuletzt stehen

Forschungsergebnisse zur Verwendung

von Tracern auf dem Veranstaltungsprogramm.

Weitere Informationen unter www.norddeutsche-geothermietagung.de

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Marketingvolumen von über 25 Mio. Euro ist der Plus X Award heute der weltgrößte Innovationspreis für Technologie,

Sport und Lifestyle. Produkte die über mindestens einen „Plus X“ Faktor verfügen werden mit einem Plus X Award

Gütesiegel ausgezeichnet. Auszeichnungswürdig sind neu entwickelte und innovative Technologien, außergewöhnliche

Designs sowie intelligente und einfache Bedienkonzepte. Auch Kriterien wie gute ergonomische und ökologische

Produkteigenschaften sowie die Verwendung qualitativ hochwertiger Materialien und deren Verarbeitung führen zusätzlich

zu einem nachhaltigen Erzeugnis von langer Lebensdauer und sind somit ebenfalls auszeichnungswürdig.

Der Innovationspreis wurde als Projekt zur Stärkung der Marke initiiert und befindet sich 2013 im zehnten Jahr seines

Bestehens.

Das PDF der Broschüre finden Sie zum Download unter:

http://plusxaward.de/downloads/image-broschuere/


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

FGK

In wenigen Minuten zum

Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

Der Fachverband Gebäude-Klima e. V.

(FGK) stellt eine neue Software für die Erstellung

eines Lüftungskonzepts nach DIN

1946-6 zur Verfügung. Mit der Software

„FGK-AirPlan“, die kostenfrei im FGK-Online-Shop

heruntergeladen werden kann,

ist der Nachweis zum nutzerunabhängigen

Mindestluftwechsel nach der EnEV in wenigen

Minuten erledigt. Soll eine Lüftungsanlage

eingebaut werden, dann kann mit

„FGK-AirPlan“ der Luftvolumenstrom für

jeden Raum ausgelegt werden.

Die EnEV schreibt vor, dass zu errichtende

Gebäude so auszuführen sind, „dass

der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung

erforderliche Mindestluftwech-

Mit der kostenlosen

Software

„FGK-AirPlan“ ist

der Nachweis zum

nutzerunabhängigen

Mindestluftwechsel

nach EnEV in wenigen

Minuten erledigt.

sel sichergestellt ist“ – ohne besonderes

Zutun der Bewohner. Auch bei der Sanierung,

etwa wenn mindestens ein Drittel

der Fenster ausgetauscht oder das Dach saniert

wurde, ist zu prüfen, ob die nutzerunabhängige

Lüftung der Wohneinheit noch

ausreicht. Der FGK empfiehlt, den entsprechenden

Nachweis mit einem Lüftungskonzept

nach DIN 1946-6 zu führen. Mit „FGK-

AirPlan“ haben Planer und Installateure

dies in nur wenigen Minuten schnell und

einfach erledigt.

Die Software FGK-AirPlan kann kostenfrei

im FGK-Online-Shop unter der Nummer

243 heruntergeladen werden: http://

www.fgk.de/index.php/literatur-shop

13. Industrieforum Pellets

Anhaltendes Marktwachstum

stimmt Pelletbranche optimistisch

Unter positiven Vorzeichen trifft sich am

14. und 15. Oktober die Pelletbranche in

Berlin zum 13. Industrieforum Pellets. Im

Berlin Congress Center (bcc) informieren

und diskutieren nationale und internationale

Experten über Rahmenbedingungen,

aktuelle Marktentwicklungen und technologische

Innovationen der Branche. Eine

Vielzahl von Vorträgen bietet den Teilnehmern

die Möglichkeit, sich intensiv zu informieren

und ihr Fachwissen zu erweitern.

Am ersten Tag des Forums stehen

Trends und Entwicklungen auf dem internationalen

Pelletmarkt auf der Tagesordnung.

Fanny-Pomme Langue, Policy

Director des europäischen Biomasseverbandes

AEBIOM, beleuchtet in ihrem

Vortrag die europäische Politik und deren

Einfluss auf die Pelletindustrie. Dr.

Adam Brown von der International Energy

Agency (IEA) zeigt in seinem Vortrag

„Bericht über die mittelfristige Entwicklung

der Erneuerbaren Energien: Ausblick

auf den Wärme- und Strommarkt mit

Schwerpunkt auf Bioenergie“, in welchem

Kontext die Dynamik des Pelletmarktes zu

sehen ist. In den weiteren Vorträgen stehen

die Entwicklungen in den Bereichen

Pellethandel, Kessel- und Ofenmarkt sowie

die wichtigsten europäischen Märkte

im Mittelpunkt.

Durch die zunehmende Internationalisierung

des Pelletmarktes rücken auch die

Themen Logistik und Lagerung verstärkt

in den Fokus der Branche. Bereits am

ersten Konferenztag widmet sich eine Podiumsdiskussion

den Interaktionen zwischen

den Pelletmärkten für Industrie und

Privathaushalte und den sich daraus ergebenden

Herausforderungen und Chancen.

Am zweiten Konferenztag geht es dann

in fünf Vorträgen um das sichere Handling

und die Lagerung großer Pelletmengen.

Im Mittelpunkt stehen dabei Gefahrenquellen

wie Staubbildung, Selbsterhitzung,

Feuer- und Explosionsrisiko sowie

die Vor- und Nachteile unterschiedlicher

Lagerungstechniken.

Die „EU-Verordnung zur umweltgerechten

Gestaltung von Warmwasserbereitern

und Warmwasserspeichern“

– kurz „Energy Labelling“ – sieht ab 2015

neue Mindestanforderungen und ein

Energielabel für Heizsysteme vor. Hinzu

kommen weitere Vorgaben, insbesondere

die zweite Stufe der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung

für den Betrieb

von Pelletfeuerungen. In zwei Vorträgen

am zweiten Konferenztag schätzen Hans-

Peter Ewens vom Bundesministerium für

Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

und Herbert Wazula vom Bundesverband

des Schornsteinfegerhandwerks

Zentralinnungsverband in ihren

Vorträgen die Konsequenzen der Verordnung

für die Pelletbranche ab. Dr. Alexander

Weissinger, KWB – Kraft und Wärme

aus Biomasse GmbH, Österreich, kommentiert

die aktuelle Situation Europas hinsichtlich

des Energy Labelling und der

Öko-Design Richtlinie. In weiteren Vorträgen

am Vormittag des zweiten Tages geht

es zudem um aktuelle Entwicklungen in

der Feuerungstechnik, wie Mikro-Kraft-

Wärme-Kopplungsanlagen (Mikro-KWK)

und Blockheizkraftwerke (BHWK). Parallel

hierzu berichten Experten über Fortschritte

im Bereich Brennstoff, darunter

neue Erkenntnisse zur Qualitätsbewertung

von Pellets und innovative Produktionsmethoden.

Den Abschluss des 13. Industrieforum

Pellets bilden ein Workshop des EU-

Projekts „SafePellets & AshMelT“, der sich

mit der Verschlackung in Kleinfeuerungsanlagen

und der Sicherheit bei der Lagerung

von Pellets befasst sowie ein Workshop

des EU-Projekts „BioMaxEff“ zur Effizienzsteigerung

und Kostenreduktion bei

Pelletkesseln.

Weitere Informationen zum 13. Industrieforum

Pellets unter: www.pelletsforum.

de

66 IKZ-ENERGY 8/9/2014


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

BDH

Aktivitäten

weiter ausgebaut

Der BDH treibt seine Aktivitäten rund

um den Produktdatenaustausch in der

technischen Gebäudeausrüstung mithilfe

der VDI-Richtlinie 3805 voran. Seitens

der Industrie unterstützt nun Stiebel Eltron

ebenfalls das Projekt. Damit engagieren

sich jetzt insgesamt 12 Hersteller von moderner

Heizungstechnik. Neue Unterstützer

gibt es auch auf Seiten der Softwarehersteller.

Mit ZUB Systems steigt die Zahl der

beteiligten Softwarehäuser auf vierzehn.

Mit der Vereinbarung verpflichten sich die

Softwareunternehmen, eine Schnittstelle

nach den Vorgaben der VDI 3805 in ihren

Programmen anzubieten. Dadurch können

die standardisierten Produktdaten der Hersteller

einfach importiert und weiterverarbeitet

werden.

Um Planern und Architekten einen

noch besseren Service rund um das Thema

VDI 3805 zu bieten, hat der BDH die Internetplattform

www.vdi3805.eu geschaffen.

Dort erfahren Anwender alles Wissenswerte

zur VDI-Richtlinienarbeit und

zur VDI 3805. Zudem liefert das Portal Informationen

über den Stand der Internationalisierung

der Richtlinie. Die momentan

in Bearbeitung befindliche ISO 16757

soll den durch die VDI 3805 etablierten

Standard künftig internationalisieren. Außerdem

verlinkt das Portal auch auf die

Webapplikation VDI 3805. Die Applikation

ermöglicht den Zugriff auf die aktuellen

Datensätze der Hersteller sowie die

Anbindung an verschiedene Planungsprogramme.

Die Webapplikation ist unter der Adresse

www.vdi3805-portal.de zu erreichen.

Planer und Architekten können sich herstellerspezifische

Produktdaten von Wärmeerzeugern,

Heizkörpern, Wärmepumpen,

thermischen Solaranlagen, Speichern

und Durchlauferhitzern sowie Lüftungsanlagen

in 2-D und 3-D anzeigen lassen und

direkt in die eigene Planungssoftware laden.

Zusätzlich stehen technische Daten,

Bestelldaten, Artikelnummern und Zubehör

bereit. Neu ist eine XML-Schnittstelle,

die das anwendungsbezogene Einlesen der

Daten vereinfacht. Ein neuer Service informiert

außerdem über Aktualisierungen im

Datenbestand. „Die VDI 3805 Applikation

informiert nicht nur über Produkte, sie vermittelt

auch einen Überblick zu den verfügbaren

Software-Angeboten. Damit ist sie

die erste Anlaufstelle für alle Planer und

Architekten, die sich intensiver mit den

Möglichkeiten der Norm auseinandersetzen

und sie in ihrem Tagesgeschäft einsetzen

möchten“, so Ralf Kiryk, Projekt- und

Abteilungsleiter beim BDH.

Auch mit Blick auf die ab September

2015 verpflichtende Energieeffizienzkennzeichnung

bietet die Webapplikation

3805 einen wichtigen Zusatznutzen.

Künftig werden in der Webapplikation alle

technischen Daten zur Verfügung gestellt,

sodass Planer und Architekten nachvollziehen

können, welches Energieeffizienzkennzeichen

ein Wärmeerzeuger nach der

europäischen Energieeffizienzrichtlinie

(ErP) erhält.


IMPRESSUM

Magazin für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden

IKZ-ENERGY erscheint im 8. Jahrgang (2014)

www.ikz-energy.de · www.strobel-verlag.de

Verlag

STROBEL VERLAG GmbH & Co. KG

Postanschrift: Postfach 5654, 59806 Arnsberg

Hausanschrift: Zur Feldmühle 9-11, 59821 Arnsberg,

Telefon: 02931 8900-0, Telefax: 02931 8900-38

Herausgeber

Dipl.-Kfm. Christopher Strobel, Verleger

Redaktion

Chefredakteur:

Hilmar Düppel

Dipl.-Ing. (Architektur) und Dipl.-Wirt.-Ing.

IKZ-ENERGY Redaktionsbüro Essen

Im Natt 22 B, 45141 Essen

Telefon: 0201 89316 - 60, Telefax: 0201 89316 - 61

E-Mail: h.dueppel@strobel-verlag.de

Redakteur: Frank Hartmann

Redaktions-Sekretariat: Birgit Brosowski


Telefon: 02931 8900-41, Telefax: 02931 8900-48

E-Mail: redaktion@strobel-verlag.de

Redaktionsbeirat

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft

e.V. (BSW-Solar), Berlin

Andreas Lücke MA, Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverband

Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH),

Köln

Günther Mertz M.A., Geschäftsführer/Managing Director des Fachverband

Gebäude-Klima e.V. Association for Air-Conditioning and

Ventilation in Buildings, Bietigheim-Bissingen

Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe

(BWP) e.V., Berlin

Anzeigen

Verkaufsleiter: Uwe Derr (verantwortlich)

Anzeigenmarketing/Unternehmenskommunikation:

Dipl.-Kfm. Peter Hallmann

Medienservice: Anke Ziegler und Sabine Trost

Anschrift siehe Verlag

Leiter Online-Medien: Stefan Schütte

E-Mail: s.schuette@strobel-verlag.de

Anzeigenverkauf Print/Online: Jocelyn Blome

E-Mail: j.blome@strobel-verlag.de

Zurzeit ist Anzeigenpreisliste 2014 gültig. Telefon: 02931 8900-24

E-Mail: anzeigen@strobel-verlag.de

Vertrieb / Leserservice

Reinhard Heite

E-Mail: r.heite@strobel-verlag.de

Bezugspreise

Die IKZ-ENERGY erscheint acht mal jährlich.

Bezugspreis halbjährlich Euro 34,25 einschl. 7 % MwSt.,

zzgl. Euro 4,– Versandkosten, Einzelheft: Euro 10,00.

Bezieher der „IKZ-ENERGY“ erhalten bei Abschluss eines Kombi-

Abonnements mit „IKZ-HAUSTECHNIK“ einen um 25 % vergünstigten

Bezugspreis zzgl. Versandkosten.

Mitglieder des Bundesverbandes WärmePumpe (BWP) e. V., des

Industrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung Rheinland-

Pfalz / Saarland e. V., des Industrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung

Nordrhein-Westfalen e. V., des VGT – Gesamtverband

Gebäudetechnik e. V. erhalten die IKZ-ENERGY im Rahmen ihres

Mitgliedsbeitrages.

Abonnementbedingungen

Bestellungen sind jederzeit beim Leserservice oder bei Buchhandlungen

im In- und Ausland möglich. Abonnements verlängern sich

um ein Jahr, wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf des Bezugsjahres

schriftlich gekündigt werden, außer sie wurden ausdrücklich befristet

abgeschlossen. Abonnementgebühren werden im Voraus berechnet und

sind nach Erhalt der Rechnung ohne Abzug zur Zahlung fällig oder sie

werden per Lastschrift abgebucht. Auslandsabonnements sind zahlbar

ohne Spesen und Kosten für den Verlag. Die Annahme der Zeitschrift

verpflichtet Wiederverkäufer zur Einhaltung der im Impressum angegebenen

Bezugspreise.

Sollte die Fachzeitschrift aus technischen Gründen oder höherer

Gewalt nicht geliefert werden können, besteht kein Anspruch auf

Nachlieferung oder Erstattung vorausbezahlter Bezugsgelder.

Gerichtsstand für Vollkaufleute ist Arnsberg und Hamburg. Für alle

übrigen Kunden gilt dieser Gerichtsstand für das Mahnverfahren.

Bankverbindungen

Sparkasse Arnsberg-Sundern, Konto 1020320 (BLZ 46650005)

IBAN DE78 4665 0005 0001 0203 20, BIC WELADED1ARN

Postbank Dortmund, Konto 1647-467 (BLZ 44010046)

IBAN DE57 4401 0046 0001 6474 67, BIC PBNKDEFFXXX

Druckvorstufenproduktion

STROBEL PrePress & Media, Postfach 5654, 59806 Arnsberg

E-Mail: datenannahme@strobel-verlag.de

Layout und Herstellung

Siegbert Hahne

Druck (Lieferadresse für Beihefter und Beilagen)

Dierichs Druck + Media GmbH & Co KG,

Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel

Veröffentlichungen

Zum Abdruck angenommene Beiträge, Manuskripte und Bilder,

einschließlich der Negative, gehen mit Ablieferung in das Eigentum des

Verlages über. Damit erhält er gleichzeitig im Rahmen der gesetzlichen

Bestimmungen das Veröffentlichungs- und Verarbeitungsrecht. Der

Autor räumt dem Verlag das unbeschränkte Nutzungsrecht ein, seine

Beiträge im In- und Ausland und in allen Sprachen, insbesondere

in Printmedien, Film, Rundfunk, Datenbanken, Telekommunikationsund

Datennetzen (z. B. Online-Dienste) sowie auf Datenträgern

(z. B. CD-ROM), Diskette usw. ungeachtet der Übertragungs-, Trägerund

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eingesandte Manuskripte übernehmen Verlag und Redaktion

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wieder und müssen nicht mit der des Verlages übereinstimmen. Für

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und dergleichen in dieser Zeitschrift berechtigt nicht zu der

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werden dürfen; oft handelt es sich um gesetzlich geschützte eingetragene

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PMG Presse-Monitor GmbH.

Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt.

ISSN

1864-8355

Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von

Werbeträgern (IVW)

Mitglied im Bundesverband Solarwirtschaft BSW-Solar) e.V.

8/9/2014 IKZ-ENERGY 67


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