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Ganzheit und dadurch alle in dem ganzen, ungeteilten Leibe

Christi zu vereinen. Die Offenbarung dieser Einheit nach

außen ist die Liebe zu allen Gliedern der Kirche und selbst

zu denen, die sich außerhalb der Kirche befinden, die Wohltätigkeit,

die Fürsorge für andere, das Gebet für alle, wie ja

das eucharistische Opfer selbst »für alle und für jeden« dargebracht

wird. In der Lehre der zwölf Apostel werden im

zweiten, liturgischen Teil drei Gebete angeführt, von denen

das erste und das dritte zeigen, daß die Christen schon im

ersten Jahrhundert die Eucharistie als Quelle der einigenden

Liebe, als mystische und nicht nur moralische Kraft betrachteten.

»Wie dies gebrochene Brot zerstreut war in Körnern

auf den Bergen und gesammelt ein Einiges wurde, so laß

Deine Kirche gesammelt werden in Dein Reich von den

Enden der Erde . . .« Im dritten Gebet heißt es: »Gedenke,

Herr, Deiner Kirche, sie zu erlösen von allem Bösen und sie

zu vollenden in Deiner Liebe: führe sie, die geheiligte, von

den vier Winden zusammen in Dein Reich, das Du ihr bereitet;

denn Dein ist die Herrlichkeit und die Ehre in Ewigkeit.«

Die »koinonia« — Gemeinschaft, Einheit wird von

Klemens von Rom als etwas Metaphysisch-Innerliches, auf der

Liebe Begründetes betrachtet. Im Anschluß an den Apostel

Paulus nennt er sie »haplotes tes koinonias«, d. h. eine Einheit,

die nicht auf Erwägungen der Nützlichkeit, nicht auf

einer äußeren Autorität, und natürlich noch viel weniger auf

Zwang, sondern auf dem inneren Trieb des Herzens beruht.

Die bindende Kraft in der Kirche muß die Liebe und Einmütigkeit

sein, nicht aber äußerliche Anordnungen (Kap. 49

und 54); das ist die Einheit des Leibes und Blutes Christi

(1. Kor. 1, 9; 10, 16. 17), die Einheit des Glaubens (Phil. 2,

1; 3, 10), die Einheit des Lichtes und der Liebe (1. Joh. 1,

3. 6. 7; 4, 7. 16).

Es ist charakteristisch, wie der Apostel die Realität des

Leibes Christi und die Realität des Eingehens in Ihn durch

»das Brotbrechen« betont. »Ich bin das lebendige Brot, das

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