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Dauer; politische Gründe waren es auch, die ihre Auflösung

herbeiführten. Der Nachfolger Kalojans, Zar Iwan Asen II.,

unter dem das bulgarische Reich seine größte Ausdehnung

erreichte, versprach dem byzantinischen Kaiser Johannes

Dukas Vatatzes (1222—54), ihm bei der Befreiung des

byzantinischen Reiches zu helfen, wofür sich dieser bei den

östlichen Patriarchen für die Anerkennung der Unabhängigkeit

der bulgarischen Kirche einsetzte. Eine Synode zu Lampsakos

im Jahre 1235 verlieh dem Erzbischof von Tirnowo als

dem Oberhaupte der bulgarischen Kirche die Patriarchenwürde.

Der Versuch des Papstes Gregor IX., den ungarischen

König Bela IV. zu einem Kreuzzug gegen Bulgarien zu veranlassen,

mißlang; ebenso erfolglos waren die Bemühungen

der Päpste Innozenz IV. und Nikolaus IV. um eine erneute

Union mit der bulgarischen Kirche. Als 1393 Bulgarien von

den Türken erobert wurde, hörte auch das Patriarchat von

Tirnowo auf zu bestehen. Die Stadt war in der Folgezeit

lediglich Residenz eines dem Patriarchen von Konstantinopel

unterstellten Metropoliten. Das autokephale Erzbistum von

Ochrid blieb zwar erhalten, es war aber in der Regel von

Griechen besetzt, bis es 1767 aufgehoben wurde. Die fortschreitende

Hellenisierung der bulgarischen Kirche fand erst

ein Ende, als der türkische Sultan 1870 die Errichtung eines

bulgarischen Exarchats mit dem Sitze in Konstantinopel erlaubte.

Der Patriarch von Konstantinopel erkannte jedoch

diese Lösung nicht an und eine Synode im Jahre 1872 erklärte

die bulgarische Kirche als schismatisch. Erst 1944 kam

es zu einer Einigung mit dem ökumenischen Patriarchat und

damit zur Beendigung des Schismas.

Die bedeutendsten der in der bulgarischen Kirche verehrten

Heiligen sind: der Zar Boris, der hl. Johann von Rila

(t 946), der Patron Bulgariens, dessen Einsiedelei später den

Grund zur Errichtung des berühmten Rila-Klosters gab, der

Zar Peter (+ 969), der Gründer zahlreicher Klöster, der

hl. Hilarion, Bischof von Meglen (+ um 1160), der Mönch

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