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des serbischen Volkes genießt der hl. Sava eine hohe Verehrung.

Der von ihm gewählte Erzbischofssitz im Kloster

2ica bei Kraljewo, wo auch die Krönungskirche der serbischen

Könige war, wurde schon von seinem Nachfolger nadi

Pec in Ostmontenegro verlegt.

Unter Stephan Dusan (1331—55) erreichte das serbische

Reich seine größte Ausdehnung und höchste Macht; es umfaßte

außer dem Stammlande auch Mazedonien, Albanien,

Bulgarien, Thessalien und Nordgriechenland. Auf dem Reichstag

zu Skoplje (Ostern 1346) wurde das serbische Erzbistum

zum Patriarchat erhoben und Stephan Dusan zum Kaiser gekrönt;

1375 erfolgte die Anerkennung des serbischen Patriarchats

durch den ökumenischen Patriarchen. Nach dem Tode

des Zaren Stephan Dusan zerfiel das serbische Reich in eine

Reihe von Teilfürstentümern, und im Jahre 1371 erlosch das

Herrscherhaus der Nemanjiden, dem die serbische Kirche und

Nation ihre Größe zu verdanken hatte. Durch die Schlacht

auf dem Amselfelde bei Pristina (15. Juni 1389) wurde der

serbische Staat vernichtet und in eine türkische Provinz verwandelt;

von jetzt an waren die serbischen Fürsten türkische

Vasallen. Der Zar Lazar war nach der Schlacht im Zelte des

Siegers Murad enthauptet worden; er wird als Märtyrer verehrt.

Als mit dem Fall von Smederewo (1459) das serbische

Staatswesen untergegangen war, wurde das serbische Patriarchat

von Pec aufgehoben und die serbische Kirche dem

autokephalen Erzbistum von Ochrid unterstellt. Ein türkischer

Großvesir serbischer Abstammung bewirkte zwar im

Jahre 1557 die Wiederherstellung des serbischen Patriarchates,

aber das drückende Joch, das auf dem serbischen

Volke lastete, wurde im Laufe der Zeit immer schwerer. Nur

eine geringe Zahl Serben hatte dem Druck der Besatzungsmacht

nachgegeben und den Islam angenommen; der weitaus

überwiegende Teil des Volkes blieb dem christlichen Glauben

und seinem Volkstum treu. Es ist das einzigartige Verdienst

der serbischen Kirche, insbesondere der serbischen Klöster,

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