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tische und kirchliche Schwerpunkt von Kiew, das 1240 erobert

und verwüstet worden war, nach Moskau, das auch

1328 Sitz der russischen Metropoliten wurde. Seit 1448 ist

die Russische Kirche autokephal; das Recht, ihren Metropoliten

selbst zu wählen und zu weihen, wurde von dem

Patriarchen Gennadius von Konstantinopel anerkannt.

Nach dem Fall von Konstantinopel und dem Untergang des

byzantinischen Reiches (1453) nahm der Großfürst von Moskau

Iwan III. 1472 die Nichte des letzten byzantinischen

Kaisers Konstantin XI. Paläologos, der bei der Einnahme von

Konstantinopel gefallen war, zur Gemahlin. Seitdem erscheint

der byzantinische Doppeladler im Wappen Rußlands. Moskau

hatte als das »dritte Rom« das Erbe von Byzanz angetreten:

es war zum religiösen Mittelpunkt des orthodoxen

Ostens geworden. Nachdem die russische Kirche auf der

Hundertkapitel-Synode (Stoglav) 1551 ihre innere Organisation

gefestigt hatte, konnte auch die Frage ihrer Stellung

nach außen gelöst werden: der Moskauer Metropolitansitz

wurde unter Zustimmung der östlichen Patriarchen 1589 zum

Patriarchat erhoben. Ungeachtet des höheren Alters des bulgarischen

und serbischen Patriarchats wurde dem russischen

in der Reihenfolge der Patriarchate die fünfte Stelle (hinter

den vier alten Patriarchaten) verliehen.

Der Versuch des Papstes Gregor XIII. zur Zeit des

russisch-polnischen Krieges (1579/82), die russische Kirche

für die Union mit Rom zu gewinnen, mißlang. Doch wurde

ein großer Teil der Bevölkerung der westrussischen Provinzen

(Galizien, Polessien, Wolhynien), die sich damals unter

polnisch-litauischer Herrschaft befanden, durch die Union zu

Brest-Litowsk von 1595/96 mit der Römisch-katholischen

Kirche vereinigt. Das Hauptverdienst am Zustandekommen

dieser Union hatten die Jesuiten. Die »Unierten« durften

zwar ihren Ritus und die Priesterehe beibehalten, mußten

aber die römisch-katholischen Dogmen annehmen. Allerdings

wurde auch der Ritus dieser »Griechisch-katholischen« Uni er -

11 Seraphim, Ostkirche

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