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Apostel schon zu ihren Lebzeiten als »Säulen« hervorgehoben

und der Apostel Petrus tritt häufig in führender Stellung

hervor, woraus die Katholiken einen Vorrang ableiten. Die

bekannte Stelle aber von der Gründung der Kirche auf dem

Felsen (Matth. 16, 18) wird in der orthodoxen Kirche, die

überzeugt ist, darin mit der Auffassung der Urkirdie übereinzustimmen,

in der Regel so gedeutet, daß Christus durch

dieses Wort seinen Willen hinsichtlich der Einheit der Kirche

kundgetan habe (so Cyprian), daß die Kirche »auf dem Felsen

des Glaubens« gebaut wurde (liturgische Texte) und daß

in Petrus alle kirchlichen Amtsträger, also die übrigen Apostel

und ihre Nachfolger, die Bischöfe, die göttlidie Vollmacht zu

binden und zu lösen empfangen haben. Der hl. Cyprian

schreibt: »Gewiß waren auch die übrigen Apostel das, was

Petrus war: mit demselben Maß von Ehre und Vollmacht

ausgestattet« (De eccl. unitate, 4), und der hl. Ambrosius

sagt bei der Deutung der Stelle Matth. 16, 18, Petrus habe

den ersten Platz eingenommen, »aber einen Primat des Bekenntnisses,

nicht der Ehre, einen Primat des Glaubens, nicht

des Ranges« (De incam. 4, 32). Auch bei zahlreichen anderen

Vätern findet sich diese altkirchliche Auffassung. Leo der

Große bezieht die Verleihung der Schlüsselgewalt an Petrus

auf alle Apostel und auch auf deren Nachfolger, die Bischöfe,

auf welche die Gewalt zu binden und zu lösen übergeht

(Serm. 4, 3).

Durch die Missionstätigkeit des hl. Paulus war die Kirche

Christi aus ihrem Ursprungsland Palästina herausgetreten

und hatte sich in kurzer Zeit über die ganze damals bekannte

Welt ausgebreitet, sie war im wahren Sinne des Wortes

»katholisch« geworden.

Das Wort »katholische Kirche« findet sich zum ersten Mal

in einem Brief des hl. Ignatius von Antiochien, im »'Martyrium

Polycarpi« und im VIII. Buch der Apostolischen Konstitutionen.

Die Kirche wird katholisch genannt, weil ihr Gebiet,

dem sie sich widmen soll, die ganze Welt umfaßt, aus

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