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gänger des mit den Persern verfeindeten oströmischen Reiches

zu sein, hatte die Kirche in Persien schon im Jahre 424 ihr

bisheriges Abhängigkeitsverhältnis vom Patriarchat Antiochien

gelöst und den Bischof der persischen Landeshauptstadt

zu ihrem Oberhaupt (Katholikos) ausgerufen. Die Ausbreitung

der in Persien eingewanderten Nestorianer wurde besonders

von dem Bischof Barsauma von Nisibis (ca. 450

bis 495) gefördert; sein Zeitgenosse Narsai, ein Schüler des

Bischofs Ibas, gilt als der Gründer der an Stelle der aufgelösten

Katechetenschule von Edessa 458 neu errichteten theologischen

Schule von Nisibis. Die eigentliche Gründung der

persischen nestorianischen Landeskirche erfolgte im Jahre 498,

als sich der Katholikos Babai von Seleucia-Ktesiphon (497

bis 503) zum Nestorianismus bekannte und die förmliche

Trennung von der orthodoxen Kirche vollzog. Die wenigen

orthodoxen Gemeinden, die die Verfolgungen überstanden

hatten, fielen dem Nestorianismus zu oder wurden aus dem

persischen Reiche verdrängt.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte erlebte die Kirche der

Nestorianer eine hohe Blüte. Durch ihren Missionseifer breitete

sie sich über Syrien, Palästina, Ägypten und Nordarabien

aus; auch die Thomaschristen an der Westküste Vorderindiens

gehörten ihr an. Nestorianisdie Glaubensboten drangen

bis in das Innere Asiens, nach Turkestan, China und in

die Mongolei bis südlich des Baikalsees vor. Kosmas Indikopleustes

hatte schon um 530 nestorianische Gemeinden auf

Ceylon und Malabar angetroffen, und in China bestand im

7. Jahrhundert sogar ein nestorianisches Kloster. Die nestorianische

Kirche zählte zur Zeit ihrer höchsten Blüte Millionen

von Gläubigen und über 200 Bischofssitze, die über

ganz Asien verbreitet waren.

Im Jahre 651 war die persische Dynastie der Sassaniden

und das Perserreich dem Ansturm der Araber unterlegen.

Ein Jahrhundert später, im Jahre 762, verlegte der Katholikos

der Nestorianer seinen Sitz von Seleucia-Ktesiphon nach

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