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der sie einst, nach den Worten des Herrn, »eine Herde mit

einem Hirten« (Joh. 10, 16) schaffen wird. Neben dieser

räumlichen Auffassung des Wortes »katholisch« findet sidi

bei Augustinus noch eine andere Deutung, nach der Katholizität

so viel wie Ganzheit ist. Augustinus schreibt:*) »Die

Kirche ist eine, welche unsere Vorfahren katholisch genannt

haben, um schon durch ihren Namen zu zeigen,

daß sie ein Ganzes ist.« »Dem Ganzen entsprechend« heißt

nämlich griechisch katb'holu. Diese Kirche aber ist der Leib

Christi, wie der Apostel sagt: »für meinen Leib, welcher die

Kirche ist« (Koloss. 1, 24). Demnach ist es klar, daß derjenige,

der nicht zu den Gliedern Christi gehört, das christliche

Heil nicht haben kann. Die Glieder Christi sind aber

unter sich durch die einigende Liebe verbunden, und sind

durch sie mit ihrem Haupte vereint, welches ist Christus

Jesus. Das Ganze also, das von Christus verkündigt wird, ist

Haupt und Leib: das Haupt ist Jesus Christus, der eingeborene

Sohn des lebendigen Gottes, selbst: »er selbst ist der

Erlöser seines Leibes« (Eph. 5, 23), »der unserer Sünden

wegen dahingegeben ward und um unserer Rechtfertigung

willen auferstanden ist« (Rom. 4, 25): sein Leib ist die

Kirche, von der gesagt wird: »damit er sich selbst die Kirche

herrlich darstellte, ohne Makel, ohne Runzel oder etwas dergleichen«

(Eph. 5, 27).

Der Name »katholisch« diente in der Kirche der ersten

Jahrhunderte zur Bezeichnung der gesamten christlichen

Kirche, ja, diese Bezeichnung wurde in dem von Kaiser Theodosius

dem Großen im Jahre 380 herausgegebenen Edikt »De

fide catholica«, das allen Untertanen das nicänische Bekenntnis

vorschrieb, zum Reichgesetz erhoben. Schon das Konzil

von Nicäa sprach in seinen Kanones von der »katholischen

und apostolischen« Kirche.

*) Contra Don. de unitate EccI., II. 2.

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