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hinweisen: der Priester legt dem Getauften die Hände aufs

Haupt und bezeichnet die Stirn mit dem Zeichen des Kreuzes

mit den Worten: »Es ist getauft und vollendet N. N. im

Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes«.

In der Lehre von der Eucharistie stimmt die nestorianische

Kirche mit der orthodoxen überein. Die Liturgie der Nestorianer

ist der ostsyrische Ritus (auch persischer Ritus genannt),

der als eine Entwicklungsform der alten antiochenischen

Liturgie angesehen wird. Die Kirchensprache ist das

Altsyrische. Die gebräuchlichste Liturgie ist die »der heiligen

Apostel« Addai und Mari, der Gründer der Kirche von

Edessa und Seleucia. An bestimmten Tagen des Jahres wird

die Liturgie des Theodor von Mopsuestia bzw. die Liturgie

des Nestorius gefeiert. Der Hymnus »!Monogenes«, der

Kleine Einzug, das »Jrishagion«, der Cherubimhymnus und

der Große Einzug fehlen in der ostsyrischen Liturgie. Es

finden sich aber in ihr alttestamentliche Lesungen aus dem

Gesetz und den Propheten sowie Lesungen aus der Apostelgeschichte

und den Paulinischen Briefen.

Die Beichte als Sündenbekenntnis ist bei den Nestorianern

außer Übung gekommen, ebenso das Sakrament der

Krankenölung. Zur Heilung von Krankheiten wenden die

Nestorianer öl an, das durch Vermischung mit Reliquien

oder Staub von Gräbern der Heiligen, besonders vom Grabe

des Apostels Thomas, geweiht ist.

Das Sakrament der Priesterweihe wird bei den Nestorianern

gültig gespendet; auf die apostolische Sukzession wird

in den Weihegebeten ausdrücklich hingewiesen. Die Weihestufen

sind die gleichen wie in der orthodoxen Kirche: Leser,

Hypodiakon, Diakon, Priester, Bischof. Während es in allen

Kirdhen des Ostens Priestern und Diakonen verboten ist,

nach der Weihe eine Ehe einzugehen, wurde bei den Nestorianern

durch Synodalbeschlüsse im Jahre 486 Priestern und

497 Bischöfen die Heirat gestattet, den Bischöfen wurde jedoch

bald wieder (im Jahre 544) der Zölibat vorgeschrieben.

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