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teien zerfielen und trotz strenger kaiserlicher Edikte, sich zu

behaupten und allenthalben, besonders in Syrien und Ägypten,

monophysitische Bischöfe einzusetzen. So kam es zur

Bildung nationaler Kirchen in Armenien, in Syrien und Mesopotamien,

in Ägypten und Äthiopien. Durch den Siegeslauf

des Islam im 7. Jahrhundert wurden Palästina, Syrien und

Ägypten vom Byzantinischen Reich losgetrennt, und damit

war die endgültige Trennung dieser Nationalkirchen von der

orthodoxen Reichskirche besiegelt.

DIE ARMENISCHE KIRCHE

Qesdjidhte

Nach der Überlieferung hat schon der Apostel Thaddäus

in Armenien das Evangelium verkündet. Geschichtlich ist, daß

das Christentum im 2. Jahrhundert von Persien und Syrien

her in Armenien Eingang fand. Als Apostel Armeniens gilt

der hl. Gregor der Erleuchter, der einen großen Teil des

Volkes für den christlichen Glauben gewonnen und den

König Tiridates getauft hatte (295). Das Christentum wurde

Staatsreligion und die armenische Kirche erhielt ihr eigenes

Oberhaupt, den »Katholikos« (Patriarch), der allerdings vorerst

noch von der Metropole Cäsarea in Kappadozien abhängig

war. Der hl. Mesrop (+ 441) gilt als der Erfinder der

armenischen Schriftzeichen und Übersetzer der Heiligen

Schrift in die Volkssprache. Durch ihn und den Katholikos

Isaak (Sahak) wurde der Grund zu einer armenisch-christlichen

Literatur gelegt; der Übersetzung der Bibel und Liturgie

folgten Übersetzungen griechischer und syrischer Kirchenväter

ins Armenische.

Mit der Eroberung Armeniens durch die Perser (428) begann

eine langdauernde blutige Christenverfolgung. Erst 485

wurde den Armeniern Religionsfreiheit gewährt. Am vierten

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