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vermischten Naturen in Christus nicht annimmt. Nach der

Anschauung der armenischen Kirche sind in Jesus Christus

nicht zwei Naturen, die göttliche und die menschliche, sondern

nur eine, indem die menschliche Natur von der göttlichen

verschlungen ist.

In der Sakramentenlehre stimmt die armenische Kirche im

wesentlichen mit der orthodoxen Lehre überein.

Die Taufe wird durch dreimaliges Untertauchen vollzogen.

Im Taufritus findet sich wie in der orthodoxen Kirche die

Lossagung vom Satan (gegen Westen) und das Bekenntnis

der allerheiligsten Dreifaltigkeit (gegen Osten) sowie das

nicäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis. Im unmittelbaren

Anschluß an die Taufe wird den Neugetauften

das Sakrament der Myronsalbung und die hl. Kommunion

(Kindern nur unter der Gestalt des Weines) gespendet.

Zur Feier der hl. Eucharistie verwenden die Armenier ungesäuertes

Weizenbrot und, um auf ihre Lehre von der

einen (gottmenschlichen) Natur in Christus hinzuweisen, unvermisditen

Wein ohne Zusatz von Wasser. Liturgische

Sprache ist das Alt-Armenische, das wohl auf Mesrop und

Isaak zurückgeht. In der Liturgie vereinigen sich syrische und

griechische Elemente; erstere sind auf die syrischen Glaubensboten

im 3. Jahrhundert, letztere auf den hl. Gregor den Erleuchter,

dessen Namen die Liturgie trägt, zurückzuführen.

Im wesentlichen stimmt die armenische Liturgie mit der

byzantinischen überein: so findet sich in ihr der Hymnus

Ein- ‏,»‏Monogenes‏!׳ der Cherubimhymnus und der Große

zug. Die Stellung des Glaubensbekenntnisses, das unmittelbar

nach dem Evangelium gesprochen wird, und das Johannes-

Evangelium am Schluß der Liturgie sind offenbar römischem

Einfluß zuzuschreiben. Früher war in der armenischen Kirdie

auch die Liturgie der vorgeweihten Gaben in Gebrauch;

heute wird sie nach römischem Vorbild nur noch am Karfreitag

gefeiert.

Für die Spendung der hl. Krankenölung hatten die Arme-

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