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nier einen alten Ritus, den sie aber schon seit langer Zeit

nicht mehr anwenden; er war schon zur Zeit des Konzils

von Florenz nicht mehr in Übung; nach ihm wurde sie, wie

es auch in der orthodoxen Kirche üblich ist, in der Regel von

sieben Priestern gespendet.

Bei der Priesterweihe sind ebenfalls römische Einflüsse zu

beobachten: die Armenier kennen wie die lateinische Kirche

vier niedere Weihen (Ostiarier, Lektor, Exorzist, Akolyth);

die Priesterweihe wird durch Handauflegung, Salbung von

Stirn und Händen und Darreichung von Diskos und Kelch

vollzogen. >

Wie in der orthodoxen Kirche wird auch in der armenischen

der Leichnam eines Priesters nicht gewaschen, sondern

mit öl gesalbt; ja diese Salbung ist zu einem ausführlichen

Ritus ausgebildet.

In hervorragender Weise wird in der armenischen Kirche

das hochheilige Kreuz verehrt; in dem zu kirchlichen Segnungen

bestimmten Kreuze soll eine Partikel des echten

Kreuzes Christi enthalten sein.

Die Verehrung der hl. Ikonen tritt nur wenig hervor; infolgedessen

konnte sich in der armenischen Kirche auch kein

bestimmter Typus der Ikonenmalerei entwickeln. Die Bilderwand

ist in den armenischen Kirchen wie auch bei den Nestorianern

durch einen Vorhang ersetzt.

Das Fest der Geburt Christi wird zugleich mit dem Feste

der Taufe des Herrn am 6. Januar gefeiert. An diesem Tage

findet auch, wie in allen Kirchen des Ostens, die Große

Wasserweihe durch dreimaliges Eintauchen des Kreuzes statt.

Die nur bei den Armeniern übliche Beifügung von Salz und

öl geht offensichtlich auf römischen Einfluß zurück.

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