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Qeschichte

DIE SYRISCH-JAKOBITISCHE KIRCHE

Die Hauptstadt Westsyriens und zugleich der Ausgangspunkt

für die Verbreitung des christlichen Glaubens in ganz

Vorderasien war Antiochien. Der Bischofssitz von Antiochien

ist eine Gründung des Apostels Petrus, dessen zweiter Nachfolger

der hl. Märtyrer Ignatius war. Schon früh entwickelte

sich in Syrien eine eigene christliche Literatur: der älteste

syrische Kirchenvater ist der »persische Weise« Afrahat, der

bedeutendste der hl. Ephräm (beide im 4. Jahrhundert). Doch

fiel die syrische Kirche, besonders auch infolge der politischen

Gegensätze zu Byzanz, bald der Irrlehre des Monophysitismus

anheim.

Die kirchliche Trennung wurde von dem Bischof von

Edessa Jakob Baradai (541—578) vollendet, der mit großem

Eifer und Erfolg an der Aufrichtung und Befestigung des

monophysitischen Kirchenwesens in Syrien, Vorderasien und

Ägypten arbeitete. Von ihm erhielten die syrischen Monophysiten

ihren Namen »Jakobiten«. Jakob Baradai erteilte

seinem Freund Sergius 544 die Bischofsweihe und setzte ihn

als Patriarchen von Antiochien und Katholikos der syrischen

Kirche ein. Die jakobitischen Patriarchen, die den Titel

»Patriarch der Stadt Antiochien und des ganzen dem apostolischen

Stuhl unterstehenden Gebietes« führten, konnten

freilich nie in Antiochien residieren; seit 584 war ihr Sitz im

Kloster Zapharan bei Bagdad, jetzt ist er in Jerusalem. Die

Jakobiten breiteten sidh bald auch in Mesopotamien aus, wo

der Bischof von Mosul als »Maphrian und Katholikos des

Orients« die Kirche in den östlichen Gebieten verwaltet.

Syrische Mönche übersetzten nicht nur zahlreiche Werke aus

dem Griechischen und vermittelten auf diese Weise ebenso

wie die Nestorianer den Arabern griechische Wissenschaft

und Kultur, sondern sie schufen auch eine bedeutende eigene

theologische Literatur. Im 12. Jahrhundert erlebte die syrisdi-

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