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anschließenden Göttlichen Liturgie vergegenwärtigt und

offenbar wird. Eine spätere Deutung der Gabenbereitung

nimmt Bezug auf die Menschwerdung Christi: Der Rüsttisch

(vgl. S. 35) erinnert an die Höhle zu Bethlehem, der Diskos

(griech.: [Brot-]Teller} an die Krippe, der Sternbogen (griech.

Asteriskos) an den Stern der Magier, Kelch, Weihrauchfaß und

Weihrauch an die Gaben der Weisen. Die Geburt des Messias

ist ein neuer Anfang des Heils, der Neuschöpfung des Kosmos.

Zuerst wird bei der Gabenbereitung ein Brotstück als "Lamm

Gottes" (vgl. Jes 53,7) zurechtgeschnitten und auf den Diskos

gelegt. Zum Gedächtnis der Gottesmutter, der heiligen Engel,

Propheten und Helligen werden weitere Stückchen

hinzugefügt. Abschließend legt der Priester zum Gedenken der

Lebenden und der Verstorbenen sowie des Ortsbischofs einige

Stückchen hinzu. All diese Teile des Opferbrotes werden in

genau festgelegter Form um das Lamm auf dem Diskos angeordnet.

In dieser Weise versammelt sich symbolisch die ganze

Kirche um ihr Haupt Christus zum mystischen Opfermahl.

Weiter werden bei der Gabenbereitung Wein und Wasser in

den Kelch gegossen und dann die heiligen Geräte nach der

Beweihräucherung mit Tüchern verhüllt. Die Gaben, der Kirchenraum,

der Klerus und alle Gläubigen werden nun nach

einer sehr alten, schon für das Ende des 5. Jahrhunderts

bezeugten Tradition beweihräuchert zum Zeichen der

Heiligung.

Die Liturgie beginnt dann mit dem Lobpreis Gottes:

"Gesegnet sei das Reich des Vaters und des Sohnes und des

HeÜigen Geistes ...", denn "das erste aller Elemente der Liturgie

ist die Lobpreisung, so wie es ja bei dankbaren Dienern der Fall

ist, die sich ihrem Herren nahen, nicht um sofort vor allem ihre

eigenen Anliegen vorzubringen, sondern das, was allein den

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