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gen Wertschätzung und Beseitigung der in der Vergangenheit aufgetretenen Schwierigkeiten

sehen. Bildeten damals, in Zeiten der Entfremdung und der Polemik, liturgische Unterschiede

zwischen der Ost- und der Westkirche Anlaß für Streit, so zeigt sich in der Zeit der

Ökumene, daß aus liturgischen Bewegungen ökumenische Impulse hervorgehen und das

liturgische Leben Kirchen unterschiedlicher Traditionen näher zueinanderbringt.

Daher müßte eigentlich die Pflege der liturgischen Spiritualität nicht ausschließlich die

Aufgabe des Faches Liturgiewissenschaft sein, sondern aller theologischer Disziplinen, die

darin ihre pneumatische und ökumenische Orientierung finden. Nicht die in der Schultheologie

als grundlegend geltenden Fächer, nicht die Exegese oder die Dogmatik, sollten den

Orientierungspunkt des theologischen Studiums und Forschens bilden, sondern die

Liturgiewissenschaft, die im theologischen Studiengang gewiß einen besseren Platz verdient.

Eine solche Betrachtung der Liturgie und Selbstbesinnung der Theologie auf ihre liturgische

Dimension würde bedeuten, daß die Liturgie nicht nur Gegenstand einer theologischen

Disziplin bleiben darf, sondern als Prinzip theologischen Denkens und Wirkens verstanden

werden muß, die ihren Ausdruck in einer Doxologie des personal geoffenbarten dreieinigen

Gottes findet, des Vaters, des Urprinzips des Seins, des Sohnes, der die Schöpfung mit ihrem

Schöpfer versöhnt, und des Hl. Geistes, der uns in alle Wahrheit führt und das Getrennte in

Eins vereint.

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