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CHRISTEN BAUEN IHRE

KIRCHEN

"Bild Gottes ist die heilige Kirche, weil sie an den

Gläubigen dieselbe Einigung wie Gott wirkt, auch wenn

die im Glauben Geeinten an Eigenheiten verschieden sein

mögen und getrennt durch Länder und Sitten."

Maximos der Bekenner (um 580-662) erläutert hier (am Ende

des 1. Kapitels seiner "Mystagogie") die Versammlung der

Gläubigen, die Kirche. Diesen Namen gebrauchen wir aber

auch für den Ort, an dem die Gemeinschaft der Gläubigen zusammenkommt,

das Kirchengebäude. Maximos denkt sicher

auch an die "Große Kirche Christi" in seiner Heimatstadt

Konstantinopel, in der sich Christen vieler Länder und

Kulturen zum Gebet vereinten. Diese gewaltige Kirche war

unter Kaiser Ioustinianos I. erbaut und 537 eingeweiht

worden. Sie wurde nach der Göttlichen Weisheit (griech. Hagia

Sophia) benannt. Damit ist Christus gemeint, in dem uns die

Weisheit des dreieinigen Gottes als menschgewordene Person

begegnet. Da diese Begegnung mit Gottes Weisheit für das

damalige Christentum eine besondere Aktualität besaß,

weihte man die größte Kirche der Göttlichen Weisheit.

Damals wie heute macht sie einen gewaltigen Eindruck, wie

aus der folgenden Beschreibung des zeitgenössischen

Historikers Prokopios (um 500 - um 560) ersichtlich wird:

"Von Licht und Sonnenglanz ist sie übervoll; man möchte sagen,

daß der Raum nicht von außen durch das Sonnenlicht erhellt

werde, sondern den Glanz aus sich selber habe, solch ein

Übermaß von Licht ist über das Heiligtum ergossen. Der Beter,

dessen Geist sich in himmlische Höhen erhebt, weiß, daß Gott

nicht fern ist"

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