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Im Bereich des Eingangs finden wir einen Tisch, an dem

Kerzen und andere Gegenstände wie Ikonen, Bücher, religiöse

Schriften angeboten werden. In einigen Kirchen bekommt man

dort auch die Opferbrote (griech. Prosphora), jene Brote,

welche bei der Göttlichen Liturgie zum Gedächtnis der

Verstorbenen und der Lebenden dargebracht werden.

Betreten wir nun das eigentliche Schiff der Kirche, das uns an

den Himmel erinnert. Diese Sinndeutung "wird augenfällig vor

allem durch die Kuppel, die durch den Lichteffekt, den die

dort angebrachten Fenster bewirken, wie ein Himmelsgewölbe

schwebt; als ob der Himmel sich auf die Erde neigt, um sie

emporzuheben. Von dort schaut der Pantokrator auf die versammelte

Gemeinde herab. Dargestellt ist er in einer die Zeit

übergreifenden Dimension, denn er zeigt den Logos zugleich

als Schöpfer, Erlöser und kommenden Richter." Von diesem

Bilde strahlt die Zuversicht aus, "die der göttlichen Allmacht

und Menschenliebe entspringt. So schaut der Bischof zu ihm

hin, wenn er bei der Göttlichen Liturgie während des

Dreimalheiliggesangs von den Heiligen Türen der Ikonostase

aus das Gebet an ihn richtet: 'Herr, Herr, schau vom Himmel

herab und sieh und blicke auf diesen Weinstock herab und

richte ihn auf, den deine Rechte gepßanzt hat.' Die Darstellung

der Apostel, der Propheten und Vorväter im Kuppelunterbau

und der vier Evangelisten in den Gewölben, der Hierarchen,

Märtyrer und Asketen auf den Säulen, der Hauptereignisse

des Neuen Bundes an den Wänden und des Jüngsten

Gerichtes oder des Entschlafens der Gottesmutter auf der

westlichen Wand vermitteln die Vorstellung, daß unter dem

Schutzdach des Pantokrators die Gesamtschöpfung steht und

sich der Prozeß der Heilsgeschichte entfaltet" (Kallis, Liturgie,

S. XVI).

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