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heiligen und das Leben in all seinen Bezügen zu Gott zu

gestalten.

Schon im Alten Bund gab es im Tempel zu Jerusalem und

auch in den Synagogen feste Gebetszeiten. Dann

versammelten sich die Gläubigen, um zu Lobpreis und Bitte

vor den Allmächtigen zu treten. Diesen segensreichen Brauch

hat auch die christliche Kirche erhalten. Er prägt den Verlauf

eines Jeden Tages wie jeden Jahres durch mehrere

Gebetszeiten und bestimmte Gottesdienste. Die wichtigsten

Augenblicke des Tages - z.B. zum Sonnenaufgang und -

Untergang - laden zum Beten ein. Dabei machen die Psalmen,

die Gebete der alttestamentlichen Kirche, auch heute einen

großen Teil des liturgischen Lebens aus. Sie kommen als

ganze Psalmen oder als einzelne Verse in Gebeten und

Gesängen vor.

Das Mönchtum lebt in besonderer Weise die eschatologische

Verheißung und Vollendung schon in der Gegenwart und gestaltet

von daher den Ablauf des Tages. So sind auch die unterschiedlichen

Formen der Heiligung der Zeit durch das liturgische

Leben der Klöster geprägt. Sie werden auch im Leben

der Kirchengemeinde den Zeit- und Lebensumständen

entsprechend praktiziert. Dies bedeutet daher keinen

prinzipiellen Unterschied im liturgischen Leben von Mönchen

und Gläubigen, die in der Welt leben, sondern jeder von ihnen

heiligt die Zeit seinen besonderen Berufungen entsprechend.

Aus diesem Grunde feiern wir auch in den Kirchengemeinden

nicht nur die Eucharistie, die Göttliche Liturgie, die das Herz

des liturgischen Lebens darstellt, sondern nach Möglichkeit

auch andere Gottesdienste der Tages- und Jahresheiligung,

die sich um die eucharistische Mitte gruppieren. Man

bezeichnet sie als "Stundengebete", da sie zu bestimmten

Stunden des Tages ihren Platz haben. In besonderer Weise

erfahren wir an dem allwöchentlichen Gedächtnistag der

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