alte kunst old masters köln 19. nov. 2011 lempertz auktion 987

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alte kunst old masters köln 19. nov. 2011 lempertz auktion 987

ALTE KUNST

OLD MASTERS

KÖLN 19. NOV. 2011

LEMPERTZ AUKTION 987


Lot 1206


Lot 1227


Lot 1435


ALTE KUNST

OLD MASTERS

19. NOVEMBER 2011

KÖLN

LEMPERTZ AUKTION 987


Lot 1280 1326


VORBESICHTIGUNG PREVIEW

Köln

Freitag 11. November 2011

10 – 17.30 Uhr

Samstag 12. November

10 – 16 Uhr

Sonntag 13. November

11 – 15 Uhr

Montag 14. November – Mittwoch 16. November

10 – 17.30 Uhr

Donnerstag 17. November

9 – 12 Uhr

München (in Auswahl)

St.-Anna-Platz 3

MIttwoch 26. Oktober – Donnerstag 27. Oktober

10 – 18 Uhr

Brüssel (in Auswahl)

Wolstraat 1, rue aux Laines

Freitag 4. November – Samstag 5. November

11 – 19 Uhr

Berlin (in Auswahl)

Poststraße 22

Freitag 4. November – Sonntag 6. November

11 – 17 Uhr

VERSTEIGERUNG SALE

Köln

Samstag 19. November 2011

ab 11 Uhr Lot 1200-1373

Gemälde Alter Meister

Skulpturen

ab 14 Uhr Lot 1374-1473

Zeichnungen

Gemälde Neuer Meister

Neumarkt 3

50667 Köln (Germany)

Tel. 0221/925729-0

Fax 0221/925729-6

info@lempertz.com

www.lempertz.com


Lot 1289

Gemälde Alter Meister


JACOPO DI CIONE, Umkreis

tätig in Florenz in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts

1200 MADONNA MIT KIND

Tempera auf Holz. 85 x 39 cm

(mit Rahmen).

Provenienz

Deutscher Privatbesitz.

€ 40 000 – 45 000

Tafel mit spitzem Giebel und mit darauf

aufgesetztem wohl originalem Rahmen.

Im Giebelfeld Christus mit geöffnetem

Buch. Maria sitzt auf einem Kissen vor

punziertem Goldgrund. Auf ihrem Schoß

sitzt das Christuskind, das einen Vogel in

der Hand hält.

Wir danken Herrn Dr. Stefan Weppelmann,

Berlin, für seine Hilfe bei der

Zuordnung des Bildes.

Plate in form of a pointed gable with

an applied frame, possibly original. In

the gable‘s interior Christ is seen with

an open book. The virgin is sitting on a

pillow before an embossed golden background.

On her lap sits the infant Jesus

holding a bird in His hand.

We thank Dr. Stefan Weppelmann for

his assistance in the attribution of this

painting.


LUCA DI TOMMÉ, Umkreis

tätig in Siena 1356-1399

1201 MADONNA IN HALBFIGUR

MIT KIND

Tempera auf Holz (parkettiert).

55 x 36 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 40 000 – 50 000

Der in Siena im späten Trecento tätige Luca di Tommé war neben

Bartolo di Fredi und Andrea di Vanni einer der sehr angesehenen und

meistbeschäftigten Maler seiner Zeit. Sein Einfluss auf andere Künstler

dieses Umfeldes lässt sich vielfach erkennen, so auch auf unserem Bild

der Muttergottes mit dem blondgelocktem Christusknaben.

Wir danken Herrn Dr. Stefan Weppelmann, Berlin, für den Hinweis auf

das Umfeld des Luca di Tommé.

Luca di Tommé, active in Siena in the late Trecento, was one of the most

respected and busiest painters of his time beside Bartolo di Fredi and

Andrea di Vanni. His influence on other artists of this circle is recognisable

as in our painting of the Virgin with the blond curly-haired infant

Jesus.

We thank Dr. Stefan Weppelmann, Berlin, for his information regarding

the circle of Luca di Tommé.


FLORENTINER MEISTER

um 1390

1202 MADONNA MIT KIND

VON HEILIGEN UMGEBEN

Tempera auf Holz. 57 x 28,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 20 000 – 25 000

Die Madonna sitzt leicht erhöht vor einem Goldgrund. Im Vordergrund

sind die Heiligen Antonius und Jacobus d. Ä. dargestellt, darüber die

mystische Vermählung der Heiligen Katharina mit dem Jesuskind und

ihr gegenüber ein heiliger Bischof. Die Reihen werden von jeweils zwei

Engeln in adorierender Haltung abgeschlossen.

Das Werk ist einem in Florenz im späten Trecento tätigen Meister

zuzuschreiben, der Kontakt zu dem „Maestro di Montefoscoli“ oder zu

Giovanni del Ponte gehabt haben könnte.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

um 1480

1203 ANBETUNG DES KINDES

Öl auf Holz. 33,5 x 30,5 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Literatur

Zu einer vergleichbaren Darstellung

Hans Memlings vgl. Max J. Friedländer:

Die altniederländische Malerei. Bd. 6.

Memling und Gerard David, Leiden 1934,

S. 121, Nr. 28, Taf. XXV.

€ 22 000 – 25 000

Vor einer hügeligen Landschaft mit einer Darstellung von Bethlehem

ist groß im Vordergrund der Geburtsstall Christi zu sehen, wobei die

prominent wiedergegebene Rundsäule auf den alttestamentarischen

Davidstempel und somit auf die Herkunft Jesu aus dem Stamme Davids

verweist. Die kniend anbetende Muttergottes wird zu ihren Seiten von

den Stifterporträts eines Mönches und einer Nonne flankiert, die von

den Heiligen Franziskus und Klara als ihren Namenspatronen begleitet

werden. Da dem Stifterpaar nur ein Wappen zugeordnet ist, dürfte

es sich bei Mönch und Nonne um leibliche Geschwister handeln. Der

Typus der Maria und die Gestaltung des Christuskindes sind in Werken

Hans Memlings vorgebildet, so dass unser Gemälde in dessen Nachfolge

zu sehen ist.


OBERITALIENISCHER (?)

MEISTER

um 1500

1204 STIFTERIN MIT

SCHUTZHEILIGEM

Öl auf Holz. 76 x 77 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000

Vor einer von einem grünen Behang verborgenen Brüstung mit aufgesetzten

Säulen ist zur Linken in Halbfigur das Bildnis einer nach links

gewandten Stifterin mit einem geöffneten Buch zu sehen. Sie wird von

einem jugendlichen Heiligen begleitet, der als Attribut einen Bogen hält

und vielleicht als Hl. Sebastian identifiziert werden könnte. Die Tafel

dürfte ehemals die rechte Seite eines Triptychon gewesen sein, das wohl

als Pendant auf der linken Seite das Bildnis des Ehemanns der Stifterin

gezeigt hat. Mode und Kostüm der Frau lassen nicht auf einen süddeutschen,

sondern eher auf einen oberitalienischen Meister schließen.


SCHWÄBISCHER MEISTER

um 1470/1480

1205 MARIENTOD

Öl auf Holz. 107 x 80 cm.

€ 34 000 – 38 000

Die beidseitig bemalte Tafel zeigt auf ihrer Vorderseite die sterbende

Gottesmutter Maria. Ihr perspektivisch dargestelltes Sterbebett wird der

traditionellen Ikonographie folgend von den zwölf Aposteln umstanden,

wobei der Hl. Johannes Maria eine Kerze reicht. Auch die anderen

Apostel, ebenfalls mit Kerzen, Kreuz und Buch sowie Weihwasserbecken

und -sprengel in ihren Händen, sind in Gestik und Gesichtsausdruck

als Trauernde wiedergegeben. Die Rückseite der Tafel ist mit

grobem Werg als Malgrund überzogen. Hier ist in fragmentarischen

Resten noch die Darstellung der „Flucht nach Ägypten“ erkennbar. Die

Tafel wird ehemals Bestandteil eines Flügelaltars mit dem Thema des

„Marienlebens“ gewesen sein.

Rückseite


OBERSCHWÄBISCHER MEISTER

um 1510

*1206 HEILIGE ELISABETH

UND HEILIGE KLARA

Öl auf Holz (parkettiert). 149,5 x 80 cm.

Provenienz

Sammlung Lajos Ernst. – Sammlung

Baron Mór Lipót Herzog, Budapest, bis

1934. – Durch Erbe in die Sammlung

Baron András Herzog, Budapest. – Von

diesem unter Zwang verkauft am 9. April

1942 an Galerie St. Lucas (Wien) im Auftrag

von Dr. Hans Posse für das geplante

Museum in Linz (Linz Nr. 3181). – 1945

von den Alliierten konfisziert. – Central

Collection Point, München (Nr. 4666). –

Bis 1966 Treuhandverwaltung für Kunstund

Kulturgut, München. – 1966-2010

Braith-Mali-Museum Biberach, Inv. Nr.

7217. – 2010 restituiert an die Familie

Herzog.

Literatur

Alfred Stange: Kritisches Verzeichnis der

deutschen Tafelbilder vor Dürer, Bd. II

(Oberrhein, Bodensee, Schweiz, Mittelrhein,

Ulm, Augsburg, Allgäu, Nördlingen,

von der Donau bis zum Neckar),

München 1970, S. 139, Nr. 632. – Bernd

Konrad: Alfred Stanges „Kritisches Verzeichnis

der deutschen Tafelbilder vor

Dürer. 1967-1978“. Mit Abbildungen und

Ergänzungen, 2009 (DVD), Nr. 632 und

NW 632-1 mit Abb. – Zu den vergleichbaren

Altartafeln in Madrid siehe „Old

Masters. Thyssen-Bornemisza Museum“,

bearb. v. José Manuel Pita Andrade u.

Maria del Mar Borobia Guerrero, Madrid

1992, S. 278-279, Nr. 266-267 mit Abb.

€ 180 000 – 220 000

Zur Linken ist in Ganzfigur die Hl. Elisabeth mit einer Kanne und

Broten zu sehen, die einem zu ihren Füßen kniendem Bettler eines

der Brote reicht. Zu ihrer Seite steht die Hl. Klara mit dem sie kennzeichnendem

Attribut der Monstranz. Die Heiligen stehen auf einem

perspektivisch gestaltetem gefliestem Boden, der Hintergrund wird von

einem punziertem Goldgrund sowie einem grünem Wandbehang gebildet,

die jeweils mit Brokatmustern verziert sind. Bei unserer Tafel dürfte

es sich um die Innenseite eines Flügels eines Altarretabels handeln,

wobei der Verbleib des zugehörigen anderen Flügels nicht bekannt ist.

Die Malerei auf der Rückseite unserer Tafel – also der Außenseite des

Altarflügels – ist abgespalten worden, wobei Ludwig Meyer 1993 (vgl.

Konrad 2009, op. cit.) auf zwei Gemälde mit den Darstellungen der

Heiligen Johannes und Jakobus d. Ä. bzw. Petrus und Paulus im Fogg

Art Museum (Inv. Nr. 917.210-211) in Cambridge (Massachusetts) hingewiesen

hat, bei denen es sich um die Rückseiten unserer Tafel und ihres

Pendants handeln dürfte.

Die ehemalige konkrete Zuschreibung unserer Tafel an den in Ulm tätigen

Maler Bartholomäus Zeitblom von Alfred Stange wird heute nicht

mehr aufrechterhalten, doch besonders die Gestaltung der Brokatmuster

des Hintergrunds verweist in der Tat auf den oberschwäbischen Raum

im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Zudem zeigt unsere Tafel

große Übereinstimmungen mit zwei Altarflügeln in der Sammlung

Thyssen-Bornemisza, Madrid, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts für

das Kloster Marchtal in Ehingen südlich von Ulm geschaffen wurden

und die ebenfalls als Werke eines oberschwäbischen Meister zu beschreiben

sind.

On the left-hand side the whole figure of Saint Elisabeth can be seen,

holding a jug as well as a loaf of bread and offering the bread to a

beggar kneeling in front of her. Beside her stands Saint Chiara holding

her attribute, a monstrance. The saints stand on a tiled floor that is

viewed in perspective foreshortening. The background is decorated with

punched gilding and a green wall hanging embellished with brocade.

This panel is probably the inner side of a wing of an altar painting,

although the whereabouts of the other plates is unknown. The painting

on the reverse of our plate (which is the outside of the wing) has been

separated. Ludwig Meyer suggested in 1993 (cf. Konrad 2009, op. cit.)

that two paintings depicting Saint John and Saint Jacob Mayor and

Saint Peter and Saint Paul respectively in the Fogg Art Museum in

Cambridge, Massachusetts (inventory number 917.210-211), could be

the reverse of our plate and its counterpart.

The attribution of this plate by Alfred Stange to the painter Bartholomäus

Zeitblom active in Ulm cannot be maintained anymore, but

the design in particular of the brocade in the background actually

indicates to the upper Swabian region in the late 15th and early 16th

centuries. Moreover, the present plate shows strong similarities with

two altar wings in the Thyssen-Bornemisza Collection, Madrid, which

were painted at the beginning of the 16th century for the convent of

Marchtal in Ehingen south of Ulm and which can also be considered as

the work of an artist from the same upper Swabian region.


SALZBURGER (?) MEISTER

Anfang 16. Jahrhundert

1207 GNADENSTUHL

Öl auf Holz (parkettiert). 115 x 56 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

Das Gemälde zeigt den frontal gesehenen

Gottvater, der auf dem himmlischen

Thron sitzend dem Betrachter seinen

gekreuzigten Sohn vorweist. Der Ikonographie

des sogenannten „Gnadenstuhls“

folgend, wird dem Betrachter durch

die Darstellung der Taube des Heiligen

Geistes die göttliche Dreieinigkeit veranschaulicht.

Zuoberst auf dem perspektivisch

wiedergegebenen Thron zwei

musizierende Engel.

€ 8 000 – 10 000


JAN GOSSAERT,

GEN. MABUSE, nach

1478 Maubeuge – 1532 Middelburg

*1208 CHRISTUS AUF DEM

KALTEN STEIN

Öl auf Holz. 24,5 x 18,3 cm.

Literatur

Zu dem direkt vorbildhaften Gemälde

in der Karlsruher Kunsthalle siehe Max

J. Friedländer: Early Netherlandish Painting.

Vol. 8, Leiden 1972, Nr. 14g.

€ 4 000 – 6 000

Die Darstellung geht auf ein Vorbild von Jan Gossaert aus dem Jahr

1527 zurück, das im Szépmuvészeti Muzeum in Budapest aufbewahrt

wird (Inv. Nr. 4362) und von dem mehrere zeitgenössische Kopien

existieren. Unser Gemälde ist dabei direkt mit der wohl nach Gossaerts

Tod 1532 in einer Antwerpener Werkstatt entstandenen Version in der

Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe (Inv. Nr. 150) verwandt, die mit

„IOANNES MALBODIVS PINGEB 1527“ beschriftet ist und die sich

von dem Budapester Original in Details unterscheidet, die in unserem

Gemälde genau wiederholt werden. Unser Gemälde dürfte wohl in

den folgenden Jahrzehnten ebenfalls in einer Werkstatt in Antwerpen

entstanden sein.


FLÄMISCHER MEISTER

um 1530

1209 HL. JOSEPH

Öl auf Holz. 29 x 22 cm.

Provenienz

Berliner Privatbesitz.

€ 8 000 – 9 000

Das kleinformatige beschnittene Tafelfragment zeigt den Heiligen

in Halbfigur mit einer Birne in seiner erhobenen rechten Hand. Zur

Rechten ist ausschnitthaft das rote Gewand wohl der Gottesmutter zu

sehen, so dass Joseph die Birne dem Jesuskind dargereicht haben wird.

Die ehemalige Zuschreibung aus dem Jahr 1953 an Jan Gossaert gen.

Mabuse durch H. Zimmermann (Berlin, Gemäldegalerie) kann nicht aufrechterhalten

werden, doch die Tafel ist durchaus als flämisches Werk

aus den Jahren um 1530 anzusehen.


JAN GOSSAERT, GEN. MABUSE,

Nachfolge

1478 Maubeuge – 1532 Middelburg

1210 MADONNA MIT KIND

Öl auf Holz (parkettiert). 74,5 x 57 cm.

Literatur

Zu den weiteren Kopien nach dem

vorbildhaftem Gemälde von Jan Gossaert

siehe Max J. Friedländer: Die altniederländische

Malerei, Bd. 8, Leiden 1934,

S. 157, Nr. 38a-d, Taf. XXXV.

Die Komposition des Gemäldes geht auf ein Vorbild von Jan Gossaert –

die sogenannte „Madonna mit dem verwickelten Kind“ bzw. „Madonna

mit dem Schleier“ – zurück, das nur in zahlreichen Kopien überliefert

ist, von denen eine signiert und 1531 datiert ist. Unsere Arbeit ist

aufgrund der Landschaftsdarstellung in der oberen linken Ecke und der

Auffassung der Figuren als spätere flämische Kopie eher gegen Ende

des 16. Jahrhunderts einzuschätzen.

€ 15 000 – 17 000


CORNELIS VAN CLEVE

1520 – 1553 Antwerpen

1211 MADONNA MIT KIND

Öl auf Holz. 45 x 31 cm.

Gutachten

Alfred Stange, Tutzing 22.6.1961 (Kopie).

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Zu Cornelis van Cleve siehe Max J. Friedländer:

Die altniederländische Malerei,

Bd. 9, Berlin 1931, S. 68, Taf. LXI und

LXII.

Das Gemälde zeigt die Muttergottes hinter einer Mauerbrüstung, auf

der eine Weintraubendolde und ein Apfel liegen. Der jung verstorbene

Cornelis van Cleve war der Sohn und ein Nachahmer des Joos van

Cleve. Stange schreibt über ihn: „Die von ihm bekannt gewordenen

Tafeln zeigen ihn wie auch das vorliegende Madonnenbild als einen

durchaus selbständigen Meister von eigener Prägung, wenn er auch

seine Herkunft nicht verleugnet“.

€ 16 000 – 18 000


AGNOLO BRONZINO, zugeschrieben

1503 Monticelli – 1572 Florenz

1212 BILDNIS EINES EDELMANNES

Öl auf Holz (parkettiert). 90 x 72 cm.

Gutachten

August Ludwig Mayer, 22.5.1926

(als Bronzino).

Provenienz

Auktion Sammlung Batistelli, 12.11.1906

(?). – Auktion Hugo Helbing, München

8.5.1930, Lot 10. – Seitdem in deutschem

Familienbesitz.

Die alte Zuschreibung an den großen Florentiner Manieristen lässt sich

heute nicht mehr halten, sie spricht aber für die Qualität dieses Bildnisses,

das wohl in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Florenz

entstanden sein dürfte. Seit seiner Versteigerung 1930 befindet es sich

in einer privaten deutschen Sammlung.

€ 40 000 – 45 000


TIZIAN, Umkreis

1477 Pieve di Cadore – 1576 Venedig

1213 CHRISTUS VOR PILATUS

Öl auf Leinwand (doubliert). 92 x 85,5 cm.

Gutachten

Antonio Morassi, Zürich, 15.10.1953

(als Tizian). – Hermann Voss, 20.10.1953

(als Tizian).

Provenienz

Privatsammlung, Bergamo (gemäß

Morassi). – Earl Poulett, Hinton House,

Somerset (gemäß Morassi). – Galerie

Kurt Meissner, Zürich 1953. – Süddeutsche

Privatsammlung.

Literatur

Catalogue of the Twentieth Anniversary

Exhibition of the Cleveland Museum of

Art Exhibit of the Great Lakes Exposition.

Cleveland/Ohio 1936, S. 69, Abb.161

(Palma Vecchio zugeschriebene Version).

– Oswald Sirén: Italienska Tavlor och

Teckningar i Nationalmuseum och andra

svenska och finska Samlingar, Stockholm

o. J., S. 143f., Abb. 93A (Cariani zugeschriebene

Version). – Philipp Rylands:

Palma il Vecchio, Mailand 1988, Nr. A50

(Palma Vecchio zugeschriebene Version).

€ 40 000 – 50 000

Das Gemälde folgt einem Bildtypus, den vor allem der junge Tizian zu Beginn

des 16. Jahrhunderts in Venedig populär gemacht hat. Der Gattung

nach ein Andachtsbild, verdichtet es die Bildhandlung auf zwei Halbfiguren

vor einem dunklen Grund und erzeugt auf diese Weise ein Höchstmaß

an Dramatik und Spannung. Die Figur des gefesselten Christus mit

seinen weichen Zügen und dem leidvollen Blick wird kontrastiert zum

markanten, virilen Profil des Mannes in Rüstung. Dieses Gemälde ist in

der Vergangenheit oft mit zwei Werken Tizians verglichen worden, mit

dem Zinsgroschen in Dresden (1508/14) und dem Kreuztragenden Christus

in der Scuola Grande di San Rocco in Venedig (um 1520).

Das Werk war in den 1950er Jahren Gegenstand der Untersuchung von

namhaften Kunsthistorikern – Antonio Morassi, Hermann Voss, Klaus

Lankheit sowie Eduard Hüttinger –, und ihre Einlassungen zu diesem

Werk sind interessante Dokumente der kennerschaftlichen Debatte um

die Händescheidung zwischen Giorgione und dem jungen Tizian, die

bereits die Sammler und Historiographen des 16. Jahrhunderts beschäftigt

hat. Antonio Morassi sah in dem „imposante(n) Gemälde“ ein

„giorgioneske(s) Werk“ des jungen Tizian, datierte es um 1510 und verwies

auf die zwei oben genannten Gemälde als Vergleichsbeispiele.

Auf das letztere Werk verwies auch Hermann Voss, der es ebenfalls für

ein Werk „aus Tizians giorgionesker Schaffensphase“ betrachtete, wobei er

angesichts der „ausdrucksvollen Physiognomie Christi“ nicht ausschloss,

das Gemälde könne von Giorgione begonnen und von Tizian vollendet

worden sein. Lankheit schrieb in einem Brief, allerdings nur aufgrund der

Kenntnis von Abbildungen, dass er es – trotz der offensichtlichen Bezüge

zu den obengenannten Vergleichsbeispielen von der Hand Tizians – Giorgione

zuschreiben würde. Hüttinger wiederum, der nur Notizen zu diesem

Gemälde hinterlassen hat, blieb unentschieden und brachte Palma Vecchio

als weiteren Namen ins Gespräch. Hüttinger verwies zudem auf die vergleichbare

Craquelébildung auf diesem Gemälde und den Drei Philosophen

Giorgiones im Wiener Kunsthistorischen Museum. Die Vergleiche mit den

obengenannten Gemälden von Tizian, die von den Forschern vorgetragen

worden sind, zielen neben dem Bildtypus vor allem auf die Körperhaltung

und die Physiognomie der Christusfigur, zudem auf Details wie die Strahlen

der Gloriole oder die Physiognomie des Mannes in Rüstung. Es ist im

Übrigen auf die Ähnlichkeit dieser Figur mit Bildnissen des Condottiere

Bartolomeo Colleoni hingewiesen worden, wobei sie als Scherge (Morassi)

oder als Pilatus (Hüttinger) gedeutet worden ist. Morassi, der das Gemälde

zuvor in der Sammlung des Earl Poulett, Hinton House, gesehen hatte,

wusste zudem zu berichten, dass es sich einst in einer Privatsammlung

in Bergamo befunden habe, was als mögliches Indiz für die Deutung der

Figur in Rüstung als Bildnis Colleonis verstanden worden ist.

Es gibt zwei weitere Versionen dieser Darstellung, die eine befindet

(befand) sich in der Sammlung Carlo Foresti, Mailand, die andere in der

Sammlung R. Lamm in Näsby, Schweden. Jene ist Palma Vecchio, diese

Antonio Cariani zugeschrieben worden. Sie sind beide deutlich schwächer

in der Ausführung, jedoch vollendeter in der Durchführung. In welchem

Verhältnis diese Versionen zum vorliegenden Gemälde stehen, und ob es

weitere Versionen gegeben hat, ist unklar.

The painting follows a compositional scheme that was established by the

young Titian at the beginning of the 16th century. Derived from devotional

paintings, it focuses the action on two half figures in front of a dark

background thus creating intense drama and tension. The figure of Christ

with his mild features and his suffering gaze is in contrast to the striking


masculine profile of the man in armour. This painting has often been connected to two works by Titian, the „Zinsgroschen“

in Dresden (1508/14) and Christ Carrying the Cross in the Scuola Grande di San Rocco in Venice (circa 1520).

This painting has been examined by a number of notable art historians (Antonio Morassi, Hermann Voss, Klaus

Lankheit as well as Eduard Hüttinger) and their comments on this painting reflect the debate about the attribution of

works to Giorgione and the young Titian that has occupied critics, historians, and collectors since the 16th century. Antonio

Morassi regarded this „impressive painting “ as a „giorgionesque work of the young Titian“ and dated it to 1510,

referring to the two above-mentioned paintings by Titian. Hermann Voss also referred to the painting Christ Carrying

the Cross and he also regarded the work to be from „Titian´s giorgionesque period.“ Because of the expressive features

of Christ he did not disregard the possibility of it being begun by Giorgione and finished by Titian. Having seen only

images, Lankheit wrote in a letter that he would rather give the painting to Giorgione even though he also linked it to

the two paintings mentioned above. Hüttinger again, who left only notices about this painting, remained undecided

about the authorship of the work and suggested Palma Vechhio as a possiblity. Hüttinger also saw similarities in the

craquelure of this painting and of the Three Philosophers in the Kunsthistorisches Museum in Vienna. The references to

the „Zinsgroschen“ and the Christ Carrying the Cross that all scholars made concern the posture, the physiognomy, and

the gloriole of Christ and the physiognomy of the man in armour. It was also observed that the features of this figure

resemble those of the famous condottiere Bartolomeo Colleoni. Moreover, the figure was interpreted either as henchman

(Morassi) or as Pilatus (Hüttinger). Morassi, who had seen the painting in the collection of the Earl Poulett, Hinton

House, reported that the painting used to be in a private collection in Bergamo. This has again been considered as an

indication that the figure in armour might actually be a portrait of Colleoni.

There are (were) two other versions of the picture, one in the Carlo Foresti Collection, Milan, the other one in the

R. Lamm Collection in Näsby, Sweden. The first one has been attributed to Palma Vecchio, the second one to Antonio

Cariani. They are both weaker in execution but are in a more finished state. How these versions are related to the present

paintings and whether other versions exist remains uncertain.


LOMBARDISCHER MEISTER

des 16. Jahrhunderts

1214 KOPF DES HL. JOHANNES IN

EINER GRÜNEN SCHALE

Öl auf Holz. 38,7 x 41,2 cm.

Provenienz

Sammlung Aldrovandi-Marescotti,

Migliora. – Rheinische Privatsammlung.

Das Gemälde wurde von Frau Christa

Steinbüchel (Köln) vor einigen Jahren

restauriert. Dabei entfernte sie eine

später gemalte Tischdecke unter der

Johannesschüssel.

€ 10 000 – 12 000


SÜDDEUTSCHER MEISTER

um 1570

1215 PORTRÄT EINES HERREN

Öl auf Holz. 38,5 x 27 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

Oben links Reste einer Inschrift:

„(...)TATIS SV(...).“

€ 10 000 – 12 000


JACOPO NEGRETTI,

GEN. PALMA IL GIOVANE, Umkreis

1548 Venedig – 1628 Venedig

1216 CHRISTUS VOR PILATUS

Öl auf Leinwand (doubliert).

100 x 118,5 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

€ 14 000 – 15 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 16. Jahrhunderts

1217 JAKOBS TRAUM

Öl auf Holz, auf Holzplatte aufgelegt.

76 x 104 cm.

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 7 000 – 8 000


MEISTER DER WÜRZBURGER

SCHLACHT, Nachfolge

tätig im 2. Viertel des 16. Jahrhunderts

*1218 SCHLACHTENSZENE

Öl auf Holz (parkettiert). 112 x 128 cm.

Provenienz

Ehemals Französische Privatsammlung.

Literatur

Zu dem vorbildhaften Gemälde in Würzburg

siehe Karl Oettinger: Der Meister

der Würzburger Schlacht. In: Pantheon

23, 1939, S. 89-94. – Ausst.-Kat. „Bayern –

Kunst und Kultur“, München 1972,

S. 361, Kat. Nr. 461, Abb. 68. – „Martin

von Wagner Museum der Universität

Würzburg. Gemäldekatalog“, Würzburg

1986, S. 125-126, Kat. Nr. 315.

€ 20 000 – 25 000

Die Tafel wiederholt in ihrer unteren Hälfte detailliert die Darstellung

eines Gemäldes (Öl auf Holz, 109 x 127 cm) eines unbekannten Meisters

im „Martin von Wagner Museum“ in Würzburg, der nach diesem Gemälde

„Meister der Würzburger Schlacht“ genannt wird. Die Datierung

dieses Gemäldes ist nur unsicher als „1514“ zu lesen, stilistisch ist es als

Werk eines süddeutschen Meisters eher in die Jahre um 1525/1530 zu

setzen. Genau wie beim Würzburger Gemälde ist der hölzerne Malgrund

unserer Tafel ebenfalls aus acht horizontalen Brettern zusammengefügt.

Jedoch wird in der oberen Hälfte unserer Tafel die hügelige

Landschaft des Vorbilds nicht wiederholt, sondern durch eine vollkommen

neue Landschaftsdarstellung mit einer Stadt- und Burgansicht

sowie mit die Komposition rahmenden Bäumen ersetzt. Nach dieser

Gestaltung kann unsere Tafel wohl als Werk eines niederländischen

Meisters aus dem Kreis der emigrierten Maler beschrieben werden, die

sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Frankenthal in der Pfalz niederließen

(dieser Hinweis ist Kurt Löcher, Köln, zu verdanken).


PIETER BRUEGHEL D. Ä, Nachfolge

um 1525 – 1569 Brüssel

1219 VERSUCHUNG DES

HEILIGEN ANTONIUS

Öl auf Kupfer. 39 x 28 cm.

In Karel van Manders Biographie zu

Pieter Brueghel d. Ä. lesen wir, dass dieser

„viel an den Arbeiten von Hieronymus

Bosch studiert hat. In dessen Art machte

er auch viele spukhafte und drollige Bilder“.

Boschs phantastische Bilderwelt mit

seinen ebenso bizarren wie humorvollen

Figurenerfindungen hat, neben anderen,

weniger bedeutenden Malern, in der Tat

auch Pieter Brueghels Phantasie beflügelt.

Seine Gemälde „Die tolle Grete“ in Antwerpen

oder „Der Sturz der gefangenen

Engel“ in Brüssel sind großartige Beispiele

dieser künstlerischen Aneignung,

aber ebenso einige seiner Holzschnitte.

Unser Bild vereinigt Motive von unterschiedlichen

Holzschnitten der 1557/58

entstandenen Holzschnittfolge „Die

sieben Todsünden“. Die meisten Übereinstimmungen

bestehen mit dem Blatt „Die

Wollust“. Von diesem hat unser Maler das

zentrale Motiv des ausgehöhlten Baumstumpfes

mit dem Liebespaar und der an

seinen Ästen aufgespießte Muschel und

einem weiteren Liebespaar übernommen.

Hier und auf anderen Blättern dieser

Folge lassen sich auch die Affen mit den

gespreizten Beinen beobachten. Die Entstehung

des Holzschnittes im Jahr 1558

ergibt für unser Bild eine Datierung „post

quem“ und damit in die zweite Hälfte des

16. Jahrhunderts.

In Karel van Mander‘s biography on

Pieter Brueghel the Elder we can read that

he „studied closely the works of Hieronymus

Bosch. This is why he painted so

many spooky and amusing pictures.“

Bosch‘s phantastic world of pictures with

its bizarre as well as humourous invented

creatures inspired lesser known painters,

but also Pieter Brueghel‘s imagination.

His painting „Die tolle Grete“ in Antwerp

or „Der Sturz der gefangenen Engel“ in

Brussels are great examples of his artistic

appropriation, as are some of his wood-

cuts. Our picture unites motifs from a

1557/58 series „Die sieben Todsünden“

(The Seven Deadly Sins). It is closest to

the sheet „Die Wollust“. From this, our

painter used the central motif of the

hollowed tree stump with the lovers, and

the shell impaled by the branches, and

another pair of lovers. Here and again on

other sheets of the series, the monkeys

with the spread legs are seen. Since the

woodcut was made in 1558 our picture

can be dated to the second half of the

16th century.

€ 40 000 – 45 000


JOOS VAN WINGHE, zugeschrieben

1544 Brüssel – 1603 Frankfurt

1220 NÄCHTLICHE GESELLSCHAFT

IN EINER TAVERNE

Öl auf Holz. 25,4 x 20,3 cm.

Provenienz

Sotheby´s Olympia, London 5.12.2006,

Lot 332. – Österreichische Privatsammlung.

€ 12 000 – 14 000


DEUTSCHER MEISTER

Anfang 17. Jahrhundert

1221 ANBETUNG DER KÖNIGE

HEILIGE FAMILIE MIT DEM

JOHANNESKNABEN

Öl auf Kupfer. 35,5 x 27,5 bzw. 36 x 27 cm.

€ 9 000 – 10 000

Die Gestaltung der zwei figurenreichen Szenen, in denen die Begegnung

des Jesuskindes mit dem Johannesknaben um die Darstellung weiterer

Heiliger bereichert ist, lässt in Figurenauffassung und Kolorit auf einen

von oberitalienischer Malerei beeeinflussten deutschen Künstler schließen,

der auch in Italien tätig gewesen sein könnte.


JACOB I SAVERY

ca. 1566 Kortrijk – 1603 Amsterdam

1222 ORPHEUS BEZAUBERT BÄUME

UND TIERE MIT SEINEM

LEIERSPIEL

Öl auf Holz. 45 x 74 cm.

Provenienz

Europäische Privatsammlung

Von Isabelle de Jaegere, Konservatorin

des Broelmuseums in Kortrijk, als Werk

des Jacob I. Savery bestätigt.

Jacob I. Savery wurde um 1566 als zweiter

Sohn des Maarten Savery in Kortrijk

geboren. Von 1580 bis 1584 erfuhr er

seine Ausbildung im Atelier von Hans

Bol in Antwerpen; danach ließ er sich in

Haarlem nieder, wo er 1587 Mitglied der

Sint-Lucasgilde wurde. Ab 1589 ist Jacob

in Amsterdam nachweisbar, wo er 1603

an der Pest gestorben ist. In Amsterdam

ging auch sein jüngerer Bruder Roelandt

Savery bei Jacob in die Lehre. Roelandt

Savery zeigte sich durch das Werk seines

älteren Bruders zeitlebens beeinflusst

und hat beispielsweise bestimmte Tierdarstellungen,

die von Jacob entwickelt

wurden, in zahlreichen seiner Werke unverändert

übernommen (vgl. dazu jüngst

Olga Kotková: Roelandt Savery aan het

keizerlijke hof in Prag. In: Ausst.-Kat.

„Roelandt Savery 1576-1639“, Prag und

Kortrijk 2010/2011, S. 39-50, hier S. 46).

Das vorliegende Gemälde ist ein hervorragendes

Beispiel für die phantasievolle

Wiedergabe unterschiedlichster Tierarten

in einer weiten Landschaft durch den

älteren Savery. Zu vergleichen ist das

Gemälde mit einem weiteren Werk des

Künstlers zum selben Thema in einer

Kortrijker Privatsammlung (Abb. in

Ausst.-Kat. „Roelandt Savery 1576-1639“,

op. cit., S. 47). Die Darstellung des musizierenden

Orpheus unter Tieren und

Bäumen war bereits in der Antike ein beliebtes

Thema (vgl. Ovid, Met. X, 86-105;

XI,1-2). In der flämischen Malerei des

späten 16. und 17. Jahrhunderts erlebte

dieses Motiv eine erneute Blütezeit, bot

es doch den Künstlern die willkommene

Gelegenheit, mit der virtuosen Darstellung

exotischer Tiere zu brillieren.

€ 50 000 – 70 000


PETER DE WITTE D. Ä.

(PETER CANDID), Werkstatt

um 1548 Brügge – 1628 München

1223 ALLEGORIE DES MONATS JULI

Öl auf Leinwand (doubliert).

128,5 x 177 cm.

Provenienz

Aus dem Besitz des Komponisten Engelbert

Humperdinck. Seitdem im Besitz

seiner Nachkommen.

Literatur

Brigitte Volk-Knüttel: Peter Candid.

Gemälde – Zeichnungen – Druckgraphik,

Berlin 2010.

Das Gemälde gehört zu einer Reihe von

Ölgemälden, die nach Kartonvorlagen für

Tapisserien von Peter Candid für die Münchener

Wirk teppichmanufaktur gemalt

wurden.

Der in den Niederlanden geborene Peter de

Wit (oder de Witte) zog in jungen Jahren

mit seinem Vater nach Florenz, wo er bei

Vasari zum Maler ausgebildet wurde und

mit dem er bald unter dem Namen Pietro

d´Elia Candido gemeinsam an Aufträgen

arbeitete. 1586 wurde er von Herzog

Wilhelm V. von Bayern an den Hof in

München berufen. Hier schuf er in fast

40 Jahren unter dem Namen Peter Candid

den größten Teil seines Werkes. Er führte

eine Werkstatt, in der Hans Käppler, Hans

Brüderl und Christoph Zimmermann sowie

sein Sohn Wilhelm tätig waren (B. Volk-

Knüttel, S. 22).

Im Auftrag des Herzogs Maximilian, der

eine besondere Vorliebe für Wandteppiche

hatte, baute Candid eine Tapisserien-

Werkstatt auf, die zwischen 1604 und 1616

nach seinen Entwürfen die Wünsche des

Herzogs erfüllte. Die Folge der 12 Monate

entstand in den Jahren 1612 bis 1614. Sie

stellt die einzelnen Monate anhand für die

Jahreszeit typischer Beschäftigungen dar,

teils aus dem bäuerlichen, teils aus dem höfischen

Lebensumfeld. Eine eigenhändige

Skizze Candids zur Darstellung des Monats

Juli befindet sich in der Staatlichen Graphischen

Sammlung in München. Dem Komponisten

Humperdinck gehörten insgesamt

drei Monatsbilder aus dieser Folge, außer

dem vorliegenden befindet sich noch eines

in Familienbesitz, das dritte gelangte in das

Stadtmuseum in Siegburg, das dem Sohn

der Stadt eine eigene Abteilung widmet.

€ 40 000 – 45 000


ABRAHAM BLOEMAERT

1564 Gorinchem – 1651 Utrecht

1224 VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

78 x 106,5 cm.

Gutachten

Marcel Roethlisberger, Genf, 28.2.2000.

Provenienz

Sotheby’s, Amsterdam, 2.11.2004, Lot 35.

– Belgische Privatsammlung.

Ausstellungen

Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen,

6.9.2008-8.2.2009.

Literatur

Vgl. Marcel Roethlisberger: Abraham

Bloemaert and his Sons, Doornspijk1993,

Bd. 1, S. 98, Nr. 52.

€ 30 000 – 40 000

Marcel Roethlisberger, der das Gemälde im Original geprüft und als

„ohne Zweifel eigenhändig“ bezeichnet hat, schreibt in seinem Gutachten:

„Für Bloemaerts Eigenhändigkeit kennzeichnend sind die

fein ausgearbeiteten Einzelheiten etwa der Gesichter, der Hände, der

Pflanzen und delikaten Farbtöne am unteren Rand. […] Der uns nun

erstmals bekannte Farbreichtum der vorliegenden Komposition bezeugt

die schöpferische Einfallsgabe des Meisters.“ Eine zweite, von Roethlisberger

in seiner Monographie zu Bloemaert (op. cit.) gleichfalls als

eigenhändig bezeichnete Version des Gemäldes befand sich seit 1909 im

Aachener Suermondt Museum. Sie ging jedoch im Zweiten Weltkrieg

unter ungeklärten Umständen verloren, wobei das Aachener Museum

in einem Schreiben von 2000 bestätigt, dass es sich bei diesem verschollenen

Werk nicht um das vorliegende Gemälde handelt.

Roethlisberger datiert unser „Verkündigung an die Hirten“ in die

manieristische Phase von Abraham Bloemaert um 1600 und damit

in die Frühzeit der rund sechs Jahrzehnte währenden künstlerischen

Karriere des in Utrecht tätigen Künstlers. Zu den zahlreichen Schülern

des hoch angesehenen Malers gehörten u.a. G. v. Honthorst, H. Terbrugghen,

J. v. Bijlert, J. Both und J. B. Weenix. Auch die Zeichenvorlagen

Bloemaerts, die sein Sohn Frederick gestochen und unter dem

Titel „Oorspronkelyk en vermaard konstryk tekenboek von Abraham

Bloemaart gestryk“ herausgegeben hat, übten auf mehrere Künstlergenerationen

nachhaltigen Einfluss aus.

Dem Thema der „Verkündigung an die Hirten“ hat sich Bloemaert

mehrmals gewidmet, so auch in verschiedenen Zeichnungen im erwähnten

„tekenboek“. Das vorliegende Gemälde zeigt das leuchtende,

symmetrisch aufeinander abgestimmte Kolorit Bloemaerts, das seine

manieristische Phase kennzeichnet. Die Szenerie wird extrem nahansichtig

wiedergegeben und dadurch dicht an den Betrachter herangerückt,

der an dem wundersamen Geschehen der Verkündigung somit

direkt Anteil nehmen kann.


FLÄMISCHER MEISTER

um 1600

1225 DER REICHE MANN UND

DER ARME LAZARUS

Öl auf Holz (parkettiert). 73,5 x 105 cm.

€ 5 000 – 6 000


PIETER LASTMAN, Umkreis

1583 Amsterdam – 1633 Amsterdam

1226 ALTTESTAMENTARISCHE SZENE

Öl auf Holz (parkettiert). 70 x 105 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


JAN BRUEGHEL D. Ä.

1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

HANS ROTTENHAMMER

1564 München – 1625 Augsburg

1227 TAUFE CHRISTI

Öl auf Kupfer. 33 x 48,5 cm.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Literatur

Ausst.- Kat. „Hans Rottenhammer.

Be gehrt – vergessen – neu entdeckt.“

Weserrenaissance-Museum Schloss

Brake – Prag Nationalgalerie, 2008/2009,

S. 125. – Klaus Ertz und Christa Nitze-

Ertz: Jan Brueghel d. Ä. Kritischer

Katalog der Gemälde, Bd. II, Lingen

2008/2010, S. 561, Kat. Nr. 260A.

€ 130 000 – 150 000

Dieses Gemälde gilt als eines der Höhepunkte in der Zusammenarbeit

zwischen Jan Brueghel d. Ä. und Hans Rottenhammer. Die Künstler

lernten sich in Rom in den Jahren 1594/95 kennen und schufen bereits

zu diesem frühen Zeitpunkt gemeinsam Werke, u. a. für den Kardinal

Francesco Borromeo. Die Zusammenarbeit wurde auch fortgesetzt,

als beide nicht mehr gemeinsam in einer Stadt lebten. Jan Brueghel

schickte seine Landschaften zu Rottenhammer nach Venedig und

später nach Augsburg, damit dieser sie mit Figuren ausstaffiere. Unser

Bild ist eine von drei Fassungen mit dem Motiv der „Taufe Christi“, die

Klaus Ertz als eigenhändig anerkennt und um 1608 datiert (Klaus Ertz,

op. cit.). Die Autoren des Ausstellungskataloges im Weserrenaissance-

Museum und Prag, die unser Bild im Original nicht kannten, urteilten

mit „zugeschrieben“ vorsichtiger. Sie kannten auch nicht eine dritte, auf

Holz gemalte Fassung (Klaus Ertz: Jan Brueghel d. Ä, Lingen 2008-2010,

Bd. IV, S. 1670, Kat. Add. 30). Die dritte Version gehört den Bayerischen

Staatsgemäldesammlungen und befindet sich heute in der Staatsgalerie

zu Augsburg.

Rottenhammers zentrale Taufszene wird von Figuren umgeben, die sich

am Ufer des Jordans niedergelassen haben. Am Himmel erscheint als

gleißende Aureole das Paradies mit dem von Putti umgebenen Gottvater.

Ausgangspunkt für Rottenhammer sind Kompositionen von Tizian,

Veronese und Tintoretto zu diesem Bildmotiv, die er während seines

Aufenthaltes in Venedig gesehen hatte. Den Hintergrund bildet die mit

präzisem Pinselstrich gezeichnete Waldlandschaft von Jan Brueghel d. Ä.

This painting is one of the most significant examples of the colaboration

between Jan Brueghel the Elder and Hans Rottenhammer. The artists

became acquainted in Rome in 1594/1595, and were already creating

works together at this early stage, among others for Cardinal Francesco

Borromeo. Their colaboration continued also after they no longer lived

in the same town. Jan Brueghel sent his landscapes to Rottenhammer in

Venice and later to Augsburg so that he would paint the figural staffage.

Our painting is one of three versions of the „Baptism of Christ“ recognised

by Klaus Ertz as by his own hand and dated around 1608 (Klaus Ertz,

op. cit.). The authors of the exhibition catalogue in the Weserrenaissance

Museum, Lemgo, and Prague, not having seen our painting in original,

were more reserved with their attribution. Neither did they know of a

third version painted on wood (Klaus Ertz: Jan Brueghel the Elder, Lingen

2008-2010, vol. IV, p. 1670, cat. add. 30). The third version belongs to

the Bavarian State Painting Collections and is today in the Staatsgalerie

Augsburg.

Rottenhammer‘s central baptism scene is surrounded by figures that have

settled on the banks of the River Jordan. In the sky a vision of paradise

appears as a glaring aureole with God the Father surrounded by putti.

Here, Rottenhammer used compositions by Titian, Veronese, and Tintoretto

that he had seen during his stay in Venice. The background is a

sylvan landscape created by Jan Brueghel the Elder with precise brushstrokes.


DENIS VAN ALSLOOT

um 1570 Brüssel – um 1628 Brüssel

HENDRICK DE CLERCK

um 1560/1570 Brüssel – 1630 Brüssel

1228 GROSSE WALDLANDSCHAFT

MIT VENUS UND ADONIS

Öl auf Holz. 79 x 109 cm.

Gutachten

Ursula Härting, Hamm, 17.10.2011.

Provenienz

Seit 1927 in einer südfranzösischen Privatsammlung.

Literatur

Zur Zusammenarbeit der beiden Künstler

siehe Willy Laureyssens: De samenwerking

van Hendrik De Clerck met Denijs van

Alsloot. In: Bulletin des Musees Royaux des

Beaux-Arts de Belgique 16, 1967, S. 163-178.

Wohl in originalem Rahmen.

Ursula Härting weist das vorliegende Bild,

das sie im Original gesehen hat, dem Landschaftsmaler

Denis van Alsloot und dem

Figurenmaler Hendrik de Clerck zu, für die

eine Zusammenarbeit zwischen 1608 und

1612 belegt ist. Sowohl van Alsloot als auch

de Clerck sind eng verbunden mit dem

kunstsinnigen Hof der Erzherzöge Albrecht

und Isabella, die in Brüssel als Statthalter

der spanischen Niederlande residierten.

Van Alsloot wurde 1599/1600 zum Hofmaler

ernannt, sein wenig älterer Kollege de Clerck

vermutlich erst 1606.

Das Thema des Bildes, Venus und Adonis,

wird simultan in zwei Szenen erzählt: Im

Vordergrund links versucht Venus den

jungen Adonis vom Aufbruch zur Jagd

abzuhalten. Adonis lässt sich jedoch von

seinem Vorhaben nicht abbringen und wird

während der Jagd von einen Eber getötet.

In der zweiten Szene im Hintergrund rechts

trauern Venus und zwei Putti an seinem

Leichnam.

Die Komposition der Figuren im Vordergrund

lehnt sich an italienische Vorbilder an,

die zur Entstehungszeit des Gemäldes sehr

bekannt und geschätzt waren. So findet sich

die Figur des Adonis in Tizians Ausführung

des gleichen Themas im Madrider Prado

vorgebildet, während sich die Darstellung

der Venus seitenverkehrt an ein Gemälde

von Veronese anlehnt, das sich heute in den

Städtischen Kunstsammlungen in Augsburg

befindet.

€ 50 000 – 70 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des frühen 17. Jahrhunderts

1229 BILDNIS EINES HERREN

Monogrammiert und datiert: HB

(unten links) 1615 (oben rechts).

Öl auf Leinwand (doubliert). 61 x 44,5 cm.

Provenienz

Sammlung Witter, Pfalz. – Sammlung

Hauth, Stuttgart. – Sammlung Günther

Grzimek, Ravensburg. – Seitdem in

Familienbesitz.

Literatur

Günther Grzimek: Vom Aufgang der

Neuzeit. Handbuch von Gemälden des

europäischen Manierismus. Ravensburg

o. J., S. 97, mit Abb. (als Hendrik Terbrugghen).

€ 6 000 – 9 000


NICOLAES ELIASZ PICKENOY,

zugeschrieben

1588 Amsterdam – nach 1650 Amsterdam

1230 BILDNIS EINES MANNES

BILDNIS EINER FRAU

Öl auf Leinwand (doubliert).

Jeweils 76,5 x 63,5 cm.

€ 12 000 – 14 000


CORNELIS ISAACKSZ VERBEECK

um 1590 – um 1637 Amsterdam

1231 SCHIFFBRUCH IN

STÜRMISCHER SEE

Monogrammiert unten links: CVB.

Öl auf Holz. 34 x 47,5 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München (lag zum Zeitpunkt

der Versteigerung im Jahr 1998

vor, heute jedoch verloren).

Provenienz

757. Lempertz-Auktion, Köln, 16.5.1998,

Lot 1153. – Westfälische Privatsammlung.

Verso Reste eines Sammlersiegels.

€ 16 000 – 18 000


ANTWERPENER MEISTER

des frühen 17. Jahrhunderts

1232 GEBIRGSLANDSCHAFT

Öl auf Kupfer. 20 x 27 cm.

€ 8 000 – 10 000


FLÄMISCHER MEISTER

des frühen 17. Jahrhunderts

1233 FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz (parkettiert). 50,5 x 66 cm.

Provenienz

Sammlung Leon Hirsch, New York

(deren Verkauf, New York 28.1.1914, als

J. Brueghel). – Museum Montclair, New

Jersey. – Christie´s, New York 10.1.1990

(als Umkreis Sebastian Vrancx). –

Christie´s, London 1997 (als Gillis

Mostaert). – Sotheby´s, Amsterdam 1999

(als Gillis Mostaert). – Belgischer Privatbesitz.

Die verschiedenen Zuschreibungen, die das Gemälde im Laufe der Zeit

erfahren hat, konnten am Ende nicht überzeugen. Allerdings sprechen

die bedeutenden in Erwägung gezogenen Namen für seine malerische

Qualität. Möglicherweise stammen Figuren und Landschaft von unterschiedlichen

Malern, was bereits 1999 von Sotheby´s vermutet wurde.

Damals schrieb man die Landschaft Cornelis Molenaer zu.

The various attributions that this painting received in the course of time

were finally not convincing. However, the important artists being considered

speak for its quality. Possibly, figures and landscape were created

by different painters, as was already suspected by Sotheby’s in 1999. At

that time, this landscape was attributed to Cornelis Molenaer.

€ 10 000 – 15 000


JAN MIEL

um 1599 Beveren-Waes – 1663 Turin

1234 JAGDGESELLSCHAFT

BEI DER RAST

Öl auf Leinwand (doubliert). 38 x 48 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, Feb. 1979

(in Kopie).

Provenienz

Auktion Christie´s, London, 1.12.1978,

Lot 50. – Richard Feigen, New York 1983.

– Auktion Christie´s, London, 12.10.2003.

– Belgischer Privatbesitz.

Literatur

Thomas Kren: Jan Miel. A Flemish

Painter in Rome, Diss. Yale University

1978, S. 77, Nr. A56 mit Abb. – Giuliano

Briganti, Ludovica Trezzani und Laura

Laureati: The Bamboccianti. The painters

of everyday life in seventeenth century

Rome, Rom 1983, S. 124-125, Abb. 4.34

und 4.35. – Marijke de Kinkelder: Vrouwen

in mannenkleren. In: RKD Bulletin,

July 2007, S. 21-25, Abb. 3.

Der flämische Maler Jan Miel, der vermutlich in den frühen 30er Jahren

nach Rom übersiedelte, gehört zu den so genannten „Bamboccianti“,

einem Kreis niederländischer Künstler, die sich im Rom der ersten

Hälfte des 17. Jahrhunderts um Pieter van Laer sammelten. Waren in

der Ewigen Stadt zu dieser Zeit vor allem klassische Historiengemälde

mit religiösen oder mythologischen Sujets gefragt, so wählten diese

Künstler häufig einfache Personen aus dem Volk zu Protagonisten ihrer

Bilder, darunter auch Bettler und Vaganten, die zuweilen in höchst

derben Szenen wiedergegeben wurden. Im vorliegenden Bild ist dies

anhand des kleinen Jungen im Vordergrund durchaus nachvollziehbar;

Jan Miel kombinierte diese Figur aber mit dem vornehm gekleideten

Paar einer adeligen Jagdgesellschaft vor einem landschaftlichen Hintergrund.

So wundert es nicht, dass sich Miel neben der Darstellung drastischer

Genreszenen des römischen Volkslebens zunehmend auch der

etablierten „hohen“ Kunst in Rom zuwandte. Ab 1649 schuf er religiöse

Gemälde und Fresken für römische Kirchen sowie den Quirinalspalast

und 1658 kulminierte diese Karriere in der Anstellung als Hofmaler am

savoyischen Hof in Turin.

€ 20 000 – 25 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1235 GEBIRGSLANDSCHAFT

MIT BELADENEN MAULTIEREN

Öl auf Holz. 43 x 54 cm.

€ 7 000 – 8 000


JOOST CORNELISZ.

DROOCHSLOOT

1586 Utrecht – 1666 Utrecht

1236 HOLLÄNDISCHES DORFLEBEN

Öl auf Holz. 47,5 x 41,5.

Provenienz

448. Lempertz-Auktion, Köln, 21.11.1957,

Lot 44. – Westfälische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


ALEXANDER KEIRINCX

1600 Antwerpen – 1652 Amsterdam

1237 WALDLANDSCHAFT MIT

BAUERNPAAR UND JÄGERN

Signiert unten Mitte: Alexander K[?]rinx

16[?].

Öl auf Holz (parkettiert). 56,5 x 93,5 cm.

Provenienz

Slg. Ludwig Hammers (1822-1902), von

1849 bis 1876 Oberbürgermeister der

Stadt Düsseldorf. – Seitdem im Familienbesitz.

€ 15 000 – 20 000

Der in Antwerpen geborene Alexander Keirincx wurde 1619 in die

St. Lukasgilde seiner Heimatstadt aufgenommen. Sieben Jahre später

übersiedelte er in die nördlichen Niederlande, wo er abgesehen von

einem kurzen Aufenthalt in seiner alten Heimat und zwei Reisen nach

England bis zu seinem Tod 1652 lebte.

Die frühen, noch in Antwerpen entstandenen Werke des Künstlers

stehen in der Tradition der flämischen Staffelung der Malgrunde von

Brauntönen im Vorder- über Grüntöne im Mittelgrund bis zu Blautönen

in der Ferne. Mit der Übersiedelung zunächst nach Utrecht und später

nach Amsterdam orientierte sich Keirincx an dem in den nördlichen

Niederlanden entwickelten monochromen Kolorit. Als Thema behielt

er die dicht belaubten Waldlandschaften bei, die noch ein Erbe der

flämischen Malerei bilden, wodurch Keirincx zu einem der Mittler der

beiden niederländischen Kunstlandschaften Flandern und Holland

wurde, die keineswegs so strikt getrennt waren, wie die politischen und

religiösen Gegensätze dies vermuten lassen könnten.

Unser Gemälde gehört der späteren, holländischen Phase des Künstlers

an, worauf auch das Fehlen der Antwerpener Brandmarke auf der Rückseite

der Tafel hindeutet. Das in dunklen Brauntönen gehaltene Bild

zeigt in der linken Hälfte dicht beieinander stehende, massive Bäume

mit üppigem Laubwerk. In der rechten Bildhälfte hingegen ist der Ausblick

auf eine flachere, von niedrigeren Bäumen und Büschen gesäumte

Landschaft zu sehen, die wie das monochrome Kolorit auf den Einfluss

der holländischen Malerschule hinweist.


FRANS DE MOMPER

um 1605 – 1660 Antwerpen

1238 ANSICHT AUF DIE KATHEDRALE

VON ANTWERPEN BEI NACHT

Signiert unten Mitte: Fd Momper.

Öl auf Holz. 38 x 51 cm.

€ 15 000 – 17 000

Der Maler Frans de Momper stammt aus einer verzweigten Antwerpener

Künstlerfamilie, Vater Jan II und Bruder Philipp II waren ebenfalls

Maler. Frans wiederum, der unter diesen als der Begabteste gilt, ist ein

Neffe des Josse de Momper d. J. Zu seinen Bildmotiven zählen neben

Strandlandschaften und Szenen des niederländischen Volkslebens vor

allem Ansichten bekannter Städte.

Unser Bild zeigt einen Brand in der Nähe der Antwerpener Kathedrale

und eine Fülle von Menschen, die zu nächtlicher Stunde auf den davorliegenden

Platz strömen.


PETER PAUL RUBENS, Werkstatt

1577 Siegen – 1640 Antwerpen

1239 DIE RÜCKKEHR DER HEILIGEN

FAMILIE AUS ÄGYPTEN

Öl auf Leinwand, von Holztafel übertragen.

259 x 177 cm.

Gutachten

Justus Müller-Hofstede, Bonn, 11.8.1999

(als Rubens). – Aernout Balis, Antwerpen,

Brief v. 15.11.2002 (als Rubens und

Werkstatt). – Nico van Hout, Antwerpen,

Brief v. 23.12.2002 (als Werkstatt von

Rubens). – Gerlinde de Beer, Hamburg,

10.11.2003 (als Rubens und Werkstatt).

Provenienz

1620 als Stiftung des Nicolas Rockox,

Bürgermeister von Antwerpen, in der

Antwerpener Jesuitenkirche. – Auktion

Antwerpen, 20.5.1777. – Auktion Slg.

Dannoot, Brüssel, 1829. – 1830 Kunsthandlung

Buchanan, London. – 1871

Ankauf durch das Metropolitan Museum,

New York. – Auktion Christie‘s, New

York, 5.6.1980, Lot 135 (als Schule von

Rubens). – Privatsammlung.

Literatur

John Smith: A Catalogue Raisonné of

the works of the most eminent Dutch,

Flemish, and French Painters, Bd. II,

London 1830, S. 21, Nr. 71 (als Rubens).

– Max Rooses: L’Oeuvre de P. P. Rubens,

Bd. I, Antwerpen 1886, S. 246-7, Nr.

183. – Max Rooses: Rubens. Sa vie et

ses Oeuvres, Amsterdam und Antwerpen

1903, S. 245 (als Rubens). – Bryson

Burroughs: The Metropolitan Museum

of Art. Catalogue of Paintings, New York

1922, S. 263, Nr. R82-1 (als Rubens).

– Michael Jaffé: “The Return from the

Flight into Egypt” by Peter Paul Rubens.

In: Wadsworth Atheneum Bulletin 1961,

S. 10-26, hier S. 25. – Hans Vlieghe:

Corpus Rubenianum, Bd. VIII: Saints I,

Brüssel 1972, S. 100 (als Werkstatt von

Rubens). – Michael Jaffé: Rubens. Catalogo

Completo, Mailand 1989, S. 263-4,

Nr. 661 (als Rubens).

Das Gemälde war Teil der bedeutenden Gemäldeausstattung für die Antwerpener

Jesuitenkirche, mit der Rubens 1620 beauftragt wurde. Dieser

Auftrag umfasste 39 Deckengemälde für die Gewölbe der Seitenschiffe,

zwei große Gemälde für den Hochaltar („Das Wunder des Hl. Ignatius

von Loyola“ und der „Hl. Franziskus Xaverius“), eine „Himmelfahrt Mariens“

für die Marienkapelle sowie das vorliegende Gemälde für einen

Altar im rechten Seitenschiff. Während die Deckengemälde bei einem

Brand der Jesuitenkirche 1718 vernichtet wurden, blieben die Altargemälde

erhalten und befinden sich heute mit Ausnahme unseres Bildes

im Kunsthistorischen Museum Wien.

Die „Rückkehr der Heiligen Familie aus Ägypten“ wurde von dem

Antwerpener Bürgermeister Nicolas Rockox, einem engen Freund von

Rubens, gestiftet und auf dem St. Josephs-Altar im rechten Seitenschiff

der Antwerpener Jesuitenkirche aufgestellt. Nach der Auflösung des

Jesuitenkollegs wurde das Werk in einer Auktion am 20. Mai 1777 in

Antwerpen versteigert und gelangte zunächst in eine Privatsammlung

und später in den Besitz des New Yorker Metropolitan Museums.

Das Gemälde ist in einem Stich dokumentiert, den der für Rubens tätige

Stecher Schelte à Bolswert angefertigt hat und der die Bezeichnung „P.

P. Rubens pinxit – S. à Bolswert fecit“ trägt.

This painting was part of the highly important decoration of the

Antwerp Jesuit church for which Peter Paul Rubens received the

commission in 1620. The commission included 39 ceiling paintings for

the vaults of the side naves, two large paintings for the high altars

(“The Miracle of Saint Ignatius of Loyola” and “Saint Francis Xavier”),

an “Assumption” for the Chapel dedicated to the Virgin Mary as well

as the present painting for an altar in the right hand nave. Whereas

the ceiling paintings were destroyed during a fire in 1718, the altar

paintings remained undamaged and are today in the Kunsthistorisches

Museum in Vienna.

The “Return of the Holy Family from Egypt” was donated by the mayor

of Antwerp Nicolas Rockox, a close friend of Rubens´ and was placed

on the altar dedicated to Saint Joseph in the right hand nave. After the

dissolution of the Jesuit College on 20 May 1777 the work was auctioned

and became part of a private collection, and later of the Metropolitan

Museum, New York.

The painting is documented through an engraving by Schelte à

Bolswert who worked for Rubens and which bears the inscription

“P. P. Rubens pinxit – S. à Bolswert fecit“

€ 120 000 – 130 000


JAN VAN GOYEN

1596 Leiden – 1656 Den Haag

1240 DÜNENLANDSCHAFT MIT EINEM

ZEICHNER UND ANDEREN

FIGUREN AUF EINER ANHÖHE

Öl auf Holz. 24 x 41 cm.

Wir danken Dr. Christiaan Vogelaar,

Chief curator, Museum De Lakenhal

Leiden, und Dr. Walter Liedtke, Kurator

für Europäische Gemälde im Metropolitan

Museum of Art in New York, für

die Identifizierung dieses bisher unbekannten

Gemäldes von Jan van Goyen

aus den Jahren 1628-1632. Ein sehr

ähnliches Gemälde ist abgebildet im

Ausstellungskatalog von Christian Vogelaar

„Jan van Goyen“, Stedelijk Museum

de Lakenhal, Leiden 1996, S. 101 sowie

bei Hans-Ulrich Beck: Jan van Goyen.

Katalog der Gemälde, Amsterdam 1973,

S. 514, Nr. 1184. Überliefert ist auch eine

diesen beiden Kompositionen verwandte

Zeichnung van Goyens (Abbildung im

Katalog Leiden 1996, S. 101). Eine ähnliche

Personengruppe auf der Düne taucht

auch auf einer Landschaft in Privatbesitz

auf (Katalog Leiden, S. 95).

€ 40 000 – 50 000


ANTHONY JANSZ

VAN DER CROOS

1606/1607 Alkmaar (?) – nach 1664 Den Haag

1241 LANDSCHAFT MIT NYMPHEN

UND FAUNEN

Signiert und datiert unten Mitte:

AVAND (ligiert) Croos 1636.

Öl auf Holz (parkettiert). 42 x 60 cm.

Provenienz

Sammlung A. Gosling, Taxinge-Näsby. –

Süddeutscher Privatbesitz.

Literatur

Klaus Lilienfeld in Thieme/Becker, Bd. 8,

1913, S. 162-163.

Verso Sammlungssiegel. – Das Gemälde

entstand in Den Haag, wo sich Anthony

Jansz van der Croos 1634 niedergelassen

hatte. Wenige Jahre zuvor, 1634, war

auch Jan van Goyen angesichts besserer

Existenzbedingungen dorthin gezogen.

Van der Croos’ Landschaftsauffassung ist

deutlich von van Goyen geprägt worden.

Und so ist im Laufe der Jahrhunderte

manche Croos-Signatur in eine von van

Goyen verwandelt worden. Allerdings

zeigt sich schon in unserem frühem

Werk, das K. Lilienfeld als das früheste

bekannte von seiner Hand nennt, eine

persönliche Handschrift. Van der Croos

z. B. widmet der Laubmalerei und den

Details eine größere Aufmerksamkeit als

van Goyen, bei dem Stimmung und Gesamtimpression

im Vordergrund stehen.

Verso Collection Seal. – The painting was

created in The Hague where Anthony

Jansz van der Croos resided in 1634. A

few years before, Jan van Goyen had also

moved there in view of better conditions

of becoming established. Van der Croos’

landscape style was clearly influenced

by van Goyen. Therefore, in the course

of the centuries, many a Croos-signature

became changed into one by van Goyen.

In our early work, however, recognised

by K. Lilienfeld as the earliest known by

his hand, a personal signature is evident.

Van der Croos applies more intense

attention to the foliage and details than

van Goyen, where mood and overall

impression are preeminent.

€ 40 000 – 45 000


CORNELIS CLAESZ

VAN WIERINGEN

1580 (?) Haarlem – 1633 Haarlem

1242 SEESCHLACHT

Öl auf Holz (parkettiert). 49 x 87 cm.

€ 20 000 – 22 000

FLÄMISCHER MEISTER

1. Hälfte 17. Jahrhundert

1243 DIE BÜSSENDE MARIA

MAGDALENA IN EINER

FELSENLANDSCHAFT

Öl auf Holz. 49,5 x 64,5 cm.

Unten links mit undeutlichem Monogramm

„D“ (?), auf der Rückseite beschriftet

mit „1639“ (?) sowie Reste eines

Siegels.

€ 10 000 – 12 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1244 WEITE GEBIRGSLANDSCHAFT

MIT FLUSSTAL, IM VORDER-

GRUND MIT FRACHTBOOTEN

UND STAFFAGE

Öl auf Holz. 28 x 41 cm.

Provenienz

Holländischer Privatbesitz.

€ 8 000 – 10 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1245 HEILIGE FAMILIE

IM BLUMENKRANZ

Öl auf Holz (parkettiert). 88 x 59 cm.

Eine zweite, etwas kleinere Version ist

im Kunsthistorischen Museum in Wien

Daniel Seghers zugeschrieben (Eichenholz,

83 x 54,5 cm, Inv. Nr. 553).

€ 20 000 – 24 000


JAN LIEVENS, zugeschrieben

1607 Leiden – 1674 Amsterdam

1245 A TRONIE EINES ALTEN MANNES

Öl auf Leinwand (doubliert). 64 x 56 cm.

Provenienz

Vicomtesse de Fougainville, 1828 in

Amsterdam erworben. – Sammlung

Comte de Rubelles, Vichy (als Rembrandt).

– Sammlung Lucien Baszanger,

Genf (als Rembrandt-Werkstatt Leiden,

um 1631). – Auktion Sotheby’s, London,

13.12.1978, Lot 278 (als Jan Lievens). –

Ephron Galleries, New York 1982 (als

Jan Lievens / Rembrandt?). – Rheinische

Privatsammlung (als Jan Lievens).

Ausstellungen

„Vijftig Werken uit de Collectie Baszanger

te Genève“, Stedelijk Museum Het

Prinsenhof, Delft 1953. – „Cent tableaux

de la collection Baszanger“, Musée d’art

et d’histoire, Genf 1954/1955 (als Rembrandt-Werkstatt

Leiden). – „Collection

Baszanger, les maitres anciens“, Musée

d’art et d’histoire, Genf 1967 (als Rembrandt-Werkstatt

Leiden).

Das Brustbild des bärtigen alten Mannes stellt ein Motiv dar, das sowohl

Lievens als auch andere Künstler im Umkreis Rembrandts sowie Rembrandt

selbst dargestellt haben (vgl. etwa Jan Lievens, Hiob, National

Gallery of Canada, Ottawa). Entsprechend wurde das vorliegende

Gemälde wechselweise Rembrandt, der Rembrandt-Werkstatt oder Jan

Lievens zugeschrieben.

Das Gemälde befand sich lange Zeit in der Genfer Kollektion von Lucien

Baszanger, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine beachtliche Sammlung

von Gemälden alter Meister aufbaute.

€ 20 000 – 25 000


SALOMON KONINCK

1609 Amsterdam – 1656 Amsterdam

1246 BÄRTIGER MANN MIT BARETT,

EINE MEDAILLE VORWEISEND

Öl auf Holz. 54,5 x 46,5 cm (obere Ecken

angesetzt).

Verso Reste mehrerer Sammlersiegel in

rotem Lack sowie Klebeetikett mit alter

Schrift „Florence / Italy / 1825“.

Gutachten

Werner Sumowski, Stuttgart, 14.7.1983

(„hervorragendes Werk von Salomon

Koninck“).

Provenienz

Mainzer Privatsammlung.

Literatur

Werner Sumowski: Gemälde der Rembrandt-Schüler,

Bd. III, Landau 1983,

S. 1649, Nr. 1130, Farbabb. S. 1704.

€ 35 000 – 45 000

Salomon Koninck begann seine Ausbildung 1621 bei David Colijns; er

wechselte danach zu François Venant, einem Schwager von Pieter Lastman,

bevor er bei Claes Cornelisz Moeyaert schließlich seine Lehrzeit

beendete. Obwohl Koninck also selber weder Schüler von Rembrandt

war noch jemals in dessen Atelier arbeitete, so war doch der Einfluss

dieses Meisters maßgeblich für sein Oeuvre. Er verband dieses Vorbild,

das sich nicht zuletzt in der Auswahl der Sujets manifestierte, mit

seinen besonderen Fähigkeiten einer ausgeprägten Feinmalerei, die ihn

jedes Detail seiner Bilder mit akribischer Sorgfalt behandeln ließ. Bereits

von seinen Zeitgenossen wurde er für diese technische Virtuosität,

die sich besonders in glänzenden Stoffen oder schimmernden Rüstungen

ausdrückte, hochgelobt, wie beispielsweise ein Gedicht von Jan de

Vos belegt, das ihn zu den bedeutendsten Künstlern Amsterdams zählte.

Auf Anregungen Rembrandts geht auch das Motiv einer Figur in einer

Fenster-Rahmung zurück. Salomon Koninck greift diesen Typus kurz

nach 1640 auf und auch unser Bild, das Werner Sumowski auf die Zeit

um 1650 datiert, gehört in diese Werkgruppe. Es handelt sich dabei

nicht um ein Portät, wie diese Bildgattung insgesamt in Konincks

Oeuvre keine Rolle zu spielen scheint, sondern eher um ein Tronie,

einen Bildtypus, den Rembrandt und Jan Lievens als eigenständige

Bildgattung etabliert haben. Gegenstand der Bilder des Künstlers sind

darüber hinaus oftmals Gelehrte und unbestimmbare Kirchenväter oder

Apostel, die lesend oder schreibend dargestellt werden, teils wie bei unserem

Bild in Halbfigur, teils auch in ganzer Figur wiedergegeben. Abgerundet

wird das Oeuvre Konincks schließlich durch Historien gemälde,

insbesondere zu Themen des Alten Testaments, die sich gleichfalls in

die Nachfolge Rembrandts stellen.


CHRISTOPH JACOBSZ

VAN DER LAMEN

um 1606 – um 1651 Antwerpen

*1247 FRÖHLICHE GESELLSCHAFT

Öl auf Holz. 48,5 x 59 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, Januar 1979

(in Kopie).

€ 8 000 – 10 000


DAVID TENIERS D. J., in der Art

1610 Antwerpen – 1690 Brüssel

1248 BAUERN VOR EINER TAVERNE

Öl auf Holz (parkettiert). 37,5 x 49 cm.

Provenienz

557. Lempertz-Auktion, Köln, 11.5.1977,

Lot 109. – Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 7 000


Inventarnummer (verso)

DAVID TENIERS D. J., zugeschrieben

1610 Antwerpen – 1690 Brüssel

1249 CHRISTUS MIT DER WELTKUGEL

Öl auf Kupfer. 36 x 27,5 cm.

Provenienz

Wohl Nachlass Kurfürst Clemens August

aus Schloss Neuhaus. – Familie Risse. –

Sammlung Harnischmacher, Cleve. – Daraus

1928 erworben. Seidem Rheinischer

Adelsbesitz.

Das kleine Kupferbild ist keine direkte Kopie nach Tizian, wenngleich

es zweifellos an den großen Maler Venedigs erinnert. Für die Galerie

des Erzherzogs Leopold Wilhelm hat David Teniers in jungen Jahren

verschiedentlich Kopien nach alten Meistern geschaffen, so dass die

alte Zuordnung unseres Bildes nicht ungewöhnlich ist. In diesem Fall

knüpft der Maler typologisch an Tizians „Segnenden Christus“ in der

St. Petersburger Eremitage an. Für eine Bestätigung der überlieferten

Provenienz könnte die rückwärtige Inventarnummer Aufschluss geben.

€ 7 000 – 10 000


GIOVANNI BATTISTA SALVI,

GEN. SASSOFERRATO, zugeschrieben

1609 Sassoferrato – 1685 Rom

1250 BETENDE MARIA

Öl auf Leinwand (doubliert).

33,7 x 25,5 cm.

Provenienz

Sammlung Dr. Casimir Wurster, Strassburg.

– Auktion M. Heberle/Lempertz

& Söhne, Köln 1896. – Westdeutsche

Privatsammlung.

Ausstellungen

Kunsthalle Recklinghausen 1963: „Gesammelt

im Ruhrgebiet“. – Villa Hügel,

Essen 1968: „Marienbild in Rheinland

und Westfalen“, Nr. 142.

Der Überlieferung nach gehörte dieses Bild einst Letizia Ramolino, der

Mutter von Napoleon Bonaparte (Annegret Schroeder in: Katalog Essen

1968, S. 112). Nach ihrem Tode 1836 gelangte es in den Besitz ihres

Halbbruders Kardinal Fesch, Erzbischof von Lyon und ab 1803 Napoleons

Botschafter am Heiligen Stuhl. Nach dessen Tod 1839 wurde das

Bild von Casimir Wurster in Strassburg erworben. Seine bedeutende

Sammlung französischer und niederländischer Gemälde des 17. Jahrhunderts

wurde 1896 in Köln bei Heberle/Lempertz versteigert.

€ 10 000 – 14 000


GIOVANNI BENEDETTO

CASTIGLIONE, Werkstatt

1609 Genua – 1664 Mantua

1251 JAKOBS RÜCKKEHR

NACH KANAAN

Öl auf Leinwand (doubliert). 96 x 130 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

Das Thema des Gemäldes ist dem

1. Buch Moses entnommen, das die Geschichte

Jakobs erzählt. Nachdem dieser

sich den Segen des Erstgeborenen durch

seinen Vater Isaak erschlichen hatte, bedrohte

ihn sein älterer Zwillingsbruder

Esau mit dem Tod. Jakob floh daraufhin

aus Kanaan zu seinem Onkel Laban nach

Haran, dessen beide Töchter Lea und

Rahel er heiratete. Nach rund vierzehn

Jahren entschied sich Jakob, mit seinen

inzwischen erworbenen Reichtümern

und Viehherden nach Kanaan zurückzukehren.

„Also machte sich Jakob auf

und lud seine Kinder und Weiber auf

Kamele und führte weg all sein Vieh und

alle seine Habe, die er zu Mesopotamien

erworben hatte, dass er käme zu Isaak,

seinem Vater, ins Land Kanaan.“ (I Mos.,

31, 17-18).

Dr. Timothy J. Standring, Denver, hat

in einem Schreiben an den Eigentümer

das Bild der Werkstatt Castigliones

zugeordnet. Demnach entstand es nach

einem heute nicht mehr nachweisbaren

eigenhändigen Gemälde des Genueser

Meisters. Mary Newcome Schleier stellt,

ebenfalls in einem Schreiben an den

Eigentümer, die beiden Maler Giovanni

Andrea Podesta und Clemente Bocciardo

als Urheber zur Diskussion. Drei weitere

Versionen des Gemäldes befinden sich

im Dresdener Museum, im Prado in

Madrid sowie im El Escorial.

€ 30 000 – 50 000


GIOVANNI BATTISTA BARBIERI,

GEN. GUERCINO

1591 Cento – 1666 Bologna

1252 HL. KATHARINA

VON ALEXANDRIEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

50,5 x 41,5 cm.

Gutachten

Nicholas Turner, Halstead, 12.2.2005.

€ 50 000 – 60 000

Guercino zeigt die Hl. Katharina von Alexandrien nach oben links

blickend, bekrönt und einen Palmzweig als Symbol ihres Martyriums

haltend. Entsprechend dem Format des Gemäldes, das den Kopf und

die Schultern der Heiligen zeigt, fehlt das zerborstene Rad, das übliche

Attribut der Heiligen. Der Überlieferung nach erlitt die Heilige, die von

königlicher Herkunft war, unter Kaiser Maxentius ihr Martyrium; das

Rad, mit dem sie gemartert werden sollte, zerbarst auf wundersame

Weise, woraufhin sie enthauptet wurde.

Nicholas Turner erkennt in diesem Gemälde eine eigenhändige Arbeit

Guercinos von hoher Qualität und datiert es in die frühen 1650er Jahre.

Als Argumente nennt er neben der Qualität der Malerei („…the handling

is of such very high quality“) die Pentimenti am Kopf und am Saum des

Kleides sowie Ähnlichkeiten mit Werken Guercinos, die in den Jahren

nach 1650 entstanden sind. So lässt sich die Kopfhaltung bzw. der

Typus der Heiligen mit anderen Werken Guercinos vergleichen, etwa

mit dem Gemälde „Der Engel erscheint Hagar und Ismael in der Wüste“

in der Sammlung von Sir Denis Mahon oder dem Gemälde „Martyrium

der Hl. Katharina“ in der Eremitage, St. Petersburg. Vor allem aber geht

Nicholas Turner von einer unmittelbaren Nähe zum Altarbild der „Madonna

di Sorano“ aus, das Guercino 1655 für San Domenico in Bozen

geschaffen hat, und auf der eine Hl. Katharina zur Linken der Muttergottes

zu sehen ist. Auf einer Skizze zu diesem Altarbild, heute in der

National Gallery of Ireland, Dublin, zeigt die Hl. Katharina die identische

Kopfhaltung wie im vorliegenden Gemälde. Turner vermutet, dass

der Künstler den Kopf der Heiligen als eigenständiges Bild gestaltet hat

mit der Intention, es seinem Mäzen zu schenken.

Guercino depicts St. Catherine of Alexandria looking upward to the left,

crowned and holding a palm frond as symbol of her martyrdom. The

saint is represented as head and shoulders and the wheel as the usual

attribute of the saint is missing. According to legend, the Saint, being of

royal descent, suffered her martyrdom under Emperor Maxentius; the

wheel on which she was to be martyred miraculously burst, whereupon

she was beheaded.

Nicholas Turner recognises this painting as a work by Guercino’s own

hand of high quality and dates it to the early 1650’s. His arguments

aside from the quality of the painting („... the handling is of such very

high quality“) are the pentimenti at the head and the seam of the dress

as well as similarities to Guercino’s works created after 1650. The position

of the head and the Saint’s typical quality can be compared to other

works by Guercino such as „The Angel appears to Hagar and Ismael in

the Desert“ in the collection of Sir Denis Mahon, or the painting „Martyrdom

of St. Catherine“ in the Hermitage, St. Petersburg. But Nicholas

Turner most closely relates the work to the altar piece „Madonna di Sorano“

created by Guercino in 1655 for San Domenico in Bolzano, showing

St. Catherine to the left of the Virgin. One of the sketches to this

altar piece, today in the National Gallery of Ireland in Dublin, shows St.

Catherine’s head in identical position as in our present painting. Turner

assumes that the artist created a head of the Saint as a unique painting

with the intention to offer it as a gift to his patron.


PIETER MEULENER

1602 Antwerpen – 1654 Antwerpen

1253 REITERGEFECHT

Monogrammiert unten links: PM (ligiert;

auf dem Schimmel).

Öl auf Leinwand (doubliert). 51,5 x 75 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, 18.1.1973.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 7 000


CORNELIS VAN POELENBURGH,

Umkreis

um 1586 Utrecht – 1667 Utrecht

1254 SÜDLICHE RUINENLANDSCHAFT

MIT BADENDEN

Öl auf Kupfer. 23,7 x 30,7 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


ISAAC VAN OSTADE

1621 Haarlem – 1649 Haarlem

1255 FLÄMISCHE DORFSTRASSE

MIT DREHLEIERSPIELER

Signiert und datiert unten Mitte:

IvonOstade 1641.

Öl auf Holz. 39,5 x 60 cm.

Gutachten

Dr. Bernhard Schnackenburg, Kassel

29.7.2011.

Provenienz

Deutscher Privatbesitz.

Literatur

Zum Künstler Bernhard Schnackenburg:

Adrian van Ostade. Isaak van Ostade. Gesamtdarstellung

mit Werkkatalogen, Hamburg

1981.

Unser Gemälde ist, wie Bernhard Schnackenburg

in seinem Gutachten schreibt, ein

charakteristisches und schönes Frühwerk von

Isaac van Ostade. Der skizzenhafte Stil, die

rasche Hand bei der Ausführung der einzelnen

Motive ist für seine Malerei aus der Zeit

um 1640/41 typisch. So lässt sich das Bild mit

einem etwas kleinerem Gemälde desselben

Jahres im Niedersächsischen Landesmuseum

in Hannover vergleichen (B. Schnackenburg,

op. cit., Abb. 55). Auch dieses Bild zeigt einen

Ausschnitt aus einer Dorfkirmes mit einem

Menschengewimmel im Vordergrund. Während

sich dort aber das Bildgeschehen fast

ausschließlich im Vordergrund abspielt, ist

die Atmosphäre unserer Bildes, das sich links

in die Ferne öffnet, viel weitsichtiger. Damit

weist es noch deutlicher auf die kommende

Entwicklung dieses großen Malers hin, der

nur 28 Jahre alt wurde.

Our painting is a characteristic and fine early

work by Isaak van Ostade as confirmed by

Bernhard Schnackenburg in his certificate.

The sketchy style as well as the quick hand

in executing single motifs is typical of his

work in the years 1640/41. The painting can

be compared to a slightly smaller one of the

same year in the Niedersächsiches Landesmuseum

Hannover (B. Schnackenburg, op.

cit., ill. 55). This work also features a village

fair with crowds of people in the foreground.

While here the activity is concentrated in the

foreground, the atmosphere of our painting,

opening to the left into the distance, has a

deeper perspective. It points the way to the

forthcoming development of this great painter

who only reached the age of twenty-eight.

€ 50 000 – 60 000


FRANS FRANCKEN D. J., Nachfolge

1581 Antwerpen – 1642 Antwerpen

1256 DER GEIGENDE TOD

Öl auf Leinwand (doubliert). 65 x 52 cm.

Der „Geigende Tod“ war bereits zu Lebzeiten

Frans Franckens d. J. beliebt und

wurde von diesem selbst in zahlreichen

Repliken gemalt (vgl. Ursula Härting:

Frans Francken II. Die Gemälde mit

kritischem Œuvrekatalog, Freren 1989,

S. 357-359).

€ 6 000 – 7 000


BARTHOLOMEUS MOLENAER

gest. 1650 in Haarlem

1257 BAUERNSTUBE MIT

ZECHENDEN MÄNNERN

Öl auf Holz. 20,5 x 27,5 cm.

Provenienz

Sammlung Oscar Hidberg, Stockholm

1947. – Holländische Sammlung.

Von Fred Meijer, RKD Den Haag, als

Werk des Bartholomeus Molenaer

bestätigt.

€ 8 000 – 10 000


FRANS DE HULST

um 1600 Haarlem – 1661 Haarlem

1258 FLUSSLANDSCHAFT MIT HIRTEN

Öl auf Holz. 18 x 22,7 cm (oktogonal).

Verso Sammlersiegel.

€ 4 000 – 5 000


PIETER MULIER D. Ä.

um 1615 – 1670 Haarlem

1259 DREI SCHIFFE AUF

STÜRMISCHER SEE

Öl auf Leinwand (doubliert). 51 x 65 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

Von Willem van de Watering als Werk

des Marinemalers Pieter Mulier bestätigt.

€ 10 000 – 12 000


CLAES MOLENAER

um 1630 Haarlem – 1676 Haarlem

1260 WINTERLANDSCHAFT MIT

SCHLITTSCHUHLÄUFERN UND

WARENHÄNDLER

Signiert unten rechts: K Molenaer.

Öl auf Leinwand (doubliert). 62 x 85 cm.

Provenienz

Sammlung von Bolin, München. – Auktion

Helbig, München, 14./15.12.1934,

Nr. 326. – Holländische Privatsammlung.

Die Winterlandschaft ist ein beliebtes

Motiv des Haarlemer Malers Claes

Molenaer. Seine Bilder folgen meistens

einem ähnlichen Kompositionsschema,

das in vielen Varianten vorkommt und

mit unterschiedlichen Motiven neu

arrangiert wird: Häuser, Kirchtürme oder

Brücken links oder rechts im Bildraum

und ihnen gegenüber die gefrorene, in

der Ferne sich verlierende Landschaft.

Vor diese Kulisse setzt Molenaer zahlreiche

Figuren in verschiedenen Gruppen.

Während die einen mit ihrem Tagewerk

beschäftig sind, vergnügen sich andere

auf dem Eis. Die Winterlandschaft

mit Figuren, die sich aus den früheren

Darstellungen der Jahreszeiten löste und

sich durch Maler wie Hendrik Averkamp

oder Isaac van Ostade zu einem eigenen

Genre entwickelte, wurde daher häufig

auch „Eisvergnügen“ genannt. Durch die

vergleichsweise dünne Wolkenschicht

schimmert ein mildes Sonnenlicht über

die heitere Szenerie. Damit gehört unser

Bild zu den freundlichsten im Oeuvre

Molenaers.

€ 40 000 – 45 000


CLAES MOLENAER

um 1630 Haarlem – 1676 Haarlem

1261 DORFLANDSCHAFT MIT MÜHLE

Öl auf Holz. 26 x 38 cm.

Von Willem van de Watering als Werk

von Claes Molenaer bestätigt.

€ 10 000 – 12 000


MARC BAETS

tätig in der Mitte des 17. Jahrhunderts

1262 GEHÖFT AN EINEM FLUSS

MIT VIELEN FIGUREN

Monogrammiert unten links: M.B.

Öl auf Holz. 24 x 33 cm.

€ 8 000 – 10 000


JAN COELENBIER

um 1600 Courtrai – 1677 Haarlem

1263 FLUSSLANDSCHAFT MIT

BELADENER BOOTSFÄHRE

Öl auf Holz. 40 x 52 cm.

€ 20 000 – 22 000

Von Willem van de Watering als Werk des Jan Coelenbier identifiziert

(Vergleiche in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Inv. Nr. 1849, und

im Budapester Museum für Schöne Künste, Sammlung Esterházy).

Jan Coelenbier wurde in Courtrai geboren. Schon vor 1630 ließ er sich

in Haarlem nieder. Seine häufig unsignierten Landschaften erinnern an

Arbeiten von Pieter Molyn, Salomon van Ruisdael oder Jan van Goyen

und wurden öfters als Werke dieser Maler angesehen. Erst in jüngerer

Zeit gewinnt seine künstlerische Persönlichkeit an Konturen, und so

wird er heute als sehr guter Landschaftsmaler seiner Zeit anerkannt.


NICOLAES BERCHEM

1620 Haarlem – 1683 Amsterdam

1264 FELSIGE FLUSSLANDSCHAFT

MIT HIRTEN UND VIEH

Öl auf Leinwand (doubliert). 53 x 41 cm.

Provenienz

Auktion J. M. Heberle (H. Lempertz’

Söhne), Köln, 20.-21.3.1899, Lot 11.

Literatur

Cornelis Hofstede de Groot: Beschreibendes

und kritisches Verzeichnis der Werke

der hervorragendsten holländischen

Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. 9,

Esslingen und Paris 1929, Nr. 587a.

Verso zwei Sammlersiegel sowie ein

Siegel „COMMISSAIRE EXPERT DU

MUSÉE ROYALE. LE ROY“.

Pieter Biesboer bestätigt die Authentizität dieses Gemäldes und datiert

es zwischen 1655 und 1660 (in einer E-Mail an den Vorbesitzer). Die

gleiche Komposition von Berchem und dessen Werkstatt, allerdings mit

größeren Maßen (155 x 140 cm), befand sich ehemals in der Gemäldegalerie

in Dresden und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Von dem

Dresdener Gemälde existiert ein seitenverkehrter Stich.

€ 35 000 – 40 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

der Mitte des 17. Jahrhunderts

1265 BILDNIS EINES MANNES

Öl auf Holz. 73,5 x 59,5 cm.

€ 10 000 – 15 000


GERARD VAN HONTHORST

1590 Utrecht – 1656 Utrecht

1266 BILDNIS EINER DAME

Signiert und datiert Mitte links:

GHonthorst 1638 (GH ligiert).

Öl auf Holz (parkettiert). 70,5 x 60 cm.

Provenienz

Hessischer Adelsbesitz.

€ 17 000 – 20 000

Gerrit van Honthorst ist vornehmlich als bedeutender Vertreter des

europäischen Caravaggismus bekannt. Er lernte das Werk Caravaggios

in Rom kennen, wo er sich zwischen 1610 und 1615 nach seiner Ausbildung

bei Abraham Bloemaert aufhielt. Als Bildnismaler reüssierte er,

als er bei einem Aufenthalt in England im Jahr 1628 die Mitglieder der

Königsfamilie aus dem Haus Stuart malte. Später erhielt er als Hofmaler

der Oranier in Den Haag zahlreiche Bildnisaufträge. So malte er

unter anderem Elisabeth Stuart, Gemahlin Friedrichs V. von der Pfalz,

die nach dem Verlust der Böhmischen Krone in Den Haag im Exil lebte.

Mit Brustbildnissen von ihr lässt sich dieses Damenbildnis vergleichen.


NICOLAES BERCHEM, Werkstatt

1620 Haarlem – 1683 Amsterdam

1267 LANDSCHAFT MIT BAUERN

VOR EINEM HAUS

Öl auf Leinwand (doubliert).

53,5 x 63,5 cm.

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

Literatur

Cornelis Hofstede de Groot: Beschreibendes

und kritisches Verzeichnis der Werke

der hervorragendsten holländischen

Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. 9, Esslingen

und Paris 1929, S. 111, Nr. 207a.

Bei diesem Werk handelt es sich um eine Wiederholung des Gemäldes,

das einst vom Marquis of Hertford erworben wurde und sich heute in

der Wallace Collection, London, befindet (vgl. Hofstede de Groot, op. cit.,

Nr. 195). Unser Gemälde wurde gemäß Hofstede de Groot am 4.6.1766

in Amsterdam versteigert.

€ 8 000 – 10 000


DAVID COLYN

1582 Rotterdam – nach 1668 Amsterdam

1268 ANBETUNG DER HIRTEN

Signiert unten rechts: D Colins.

Öl auf Holz. 60 x 83 cm.

Provenienz

Dr. Karl Lilienfeld (van Diemen-Lilienfeld

Galleries), New York. – Von dessen

Nachlass an einen süddeutschen Sammler

verkauft. – Süddeutscher Privatbesitz.

David Colyn gehört zu den Malern des frühen 17. Jahrhunderts in Amsterdam,

wo er im Vorstand der Malergilde war. Er malte biblische und

mythologische Szenen, die selten vorkommen. Werke von ihm befinden

sich u. a. im Rijksmuseum zu Amsterdam und im Prado in Madrid.

€ 8 000 – 10 000


JAN BLOM

1622 Amsterdam – 1689 Amsterdam

1269 DIE HORTI FARNESIANI IN ROM

Signiert unten Mitte:

Jan Blom fecit A. 1652.

Öl auf Leinwand (doubliert).

124 x 165 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, 9.8.1973.

Provenienz

Galerie für Alte und Neue Kunst Alexander

Gebhardt, München, 1973. – Westdeutsche

Privatsammlung.

Literatur

Luigi Salerno: Pittori di paesaggio del

seicento a Roma, Rom 1977, S. 600, mit

Abb.

€ 30 000 – 35 000

Über den holländischen Maler Jan Blom weiß man nicht viel mehr, als

dass er 1622 in Amsterdam geboren und 1689 ebendort gestorben ist,

und dass er 1662 sein Haus an Johannes Lingelbach verkauft hat – eine

auch in kunsthistorischer Hinsicht durchaus interessante Tatsache. Sein

Œuvre ist recht klein, nur etwas mehr als eine handvoll Werke sind

bekannt, unter anderem eines im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

in Innsbruck. Jan Blom, dies zeigen die wenigen Werke, spezialisierte

sich auf die Darstellung von Villen und Gärten, und die Gemälde mit

italienischen Motiven lassen vermuten, dass er eine Reise nach Italien

unternommen hat.

Dieses großformatige Gemälde zeigt die Horti Farnesiani, die von

Vignola für Kardinal Alessandro Farnese, den großen Mäzen, Sammler

und Bauherren auf dem Palatin errichtet wurden. Am linken Bildrand

sieht man das mit dem Kardinalshut bekrönte Lilien-Wappen Alessandro

Farneses. Der rechte Vordergrund wird beherrscht von wuchernden

Pflanzen, die fast gänzlich den Brunnen mit Figurenschmuck überdecken

– man sieht Sonnenblumen und Stockmalven, Primeln und

Disteln, Salbei und Goldblumen, Mohn, Wucherblumen und Zitronen

und vieles mehr. Die Gartenarchitektur selbst sowie die eleganten

Figuren treten gegenüber den Pflanzen fast in den Hintergrund, was

ungewöhnlich ist für Jan Blom. Dass die Pflanzen eine solch prominente

Bedeutung in diesem Gemälde erhalten, hängt damit zusammen, dass

die Horti Farnesiani auch einen berühmten botanischen Garten umfassten.

Wie erwähnt spezialisierte sich Blom auf die Darstellung italienischer

Villen und Gärten mit eleganter Figurenstaffage, wie sie auch in

diesem Gemälde zu sehen ist. Es ist bekannt, dass Blom mit Künstlern

wie Johannes Lingelbach zusammenarbeitete, die die Figuren malten,

und es ist zu fragen, ob dies auch bei diesem Gemälde der Fall ist.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1270 MARINE MIT HOLLÄNDISCHEM

DREIMASTER UND WEITEREN

SCHIFFEN

Öl auf Holz (parkettiert). 46 x 62 cm.

€ 8 000 – 10 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1271 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT BRÜCKE

Öl auf Holz. 40 x 57 cm.

Provenienz

Holländischer Privatbesitz.

€ 6 000 – 7 000


EGBERT VAN DER POEL

1621 Delft – 1664 Rotterdam

1272 HOF EINES BAUERNHAUSES

Öl auf Holz. 37,3 x 31 cm.

Provenienz

Galerie Scheidwimmer, München. –

Deutscher Privatbesitz.

Verso Sammlungssiegel.

Charakteristisch für die Werke des holländischen Malers Egbert van der

Poel ist das Motiv der angehäuften Küchengegenstände im Freien vor

den Häusern und Scheunen. Die Staffagenausstattung dagegen ist in

der Regel sparsam, meistens bestehend aus einer einzigen Person und

einigen Haustieren. Das leuchtend von der Seite einfallende Licht verrät

den Einfluss von Adriaen van Ostade.

€ 7 000 – 8 000


ABRAHAM VAN DER HOEF

tätig in Holland um die Mitte des 17. Jahrhunderts

1273 REITERSCHLACHT

Monogrammiert unten rechts:

AVH (ligiert).

Öl auf Holz. 39 x 60 cm.

€ 5 000 – 6 000


SIR PETER LELY

1618 Soest – 1680 London

1274 BILDNIS VON SIR WILLIAM

BOWYER, 2ND BARONET

OF DENHAM

Öl auf Leinwand (doubliert).

76 x 63,5 cm.

Verso auf der Leinwand in alter Schrift:

Sr Wm. Boyer Knight. / Son of Sr Wm.

Boyer / Knight & Baronight / Sr. Pr.

Lilloy / Pix.

Literatur

Ronald Brymer Beckett: Lely, London

1951, S. 37, Nr. 48: „Sir William Boyer.

/ BLO [=Bust length in feigned oval] to

L.[eft]. 29 x 24 [inch]. c. 1672. S. N. Fraser,

1922. RW.“ Bei diesem Bildnis dürfte es

sich um unser Gemälde handeln. Neben

Maßen und Bildbeschreibung passt auch

die von Beckett vorgeschlagene Datierung

zu unserem Bild, da Lely illusionistische

Steinrahmungen vor allem in den

frühen 1670er Jahren verwendet hat.

€ 20 000 – 25 000

Das Gemälde zeigt einen charakteristischen Porträttypus von Sir Peter

Lely, der als Sohn eines aus Haarlem stammenden Niederländers im

westfälischen Soest geboren wurde und zum führenden Bildnismaler

am englischen Hof avancierte. In einer illusionistischen, mit breiten

Akanthusblättern dekorierten ovalen Steinrahmung präsentiert sich

ein selbstbewusster junger Mann, der mit dem Oberkörper zur linken

Seite gewandt den Kopf in Richtung des Betrachters dreht. Während

sich der lebendige Ausdruck des Gesichts der sorgfältigen Modellierung

verdankt, wird die modische, mit üppigen Stoffdrapierungen versehene

Kleidung im bewussten Gegensatz mit nur wenigen, souverän gesetzten

Pinselstrichen wiedergegeben.

Auf die Identität des Dargestellten verweist eine alte Beschriftung auf

der Rückseite, die von der Originalleinwand auf die im 18. oder frühen

19. Jahrhundert angebrachte Doublierleinwand übertragen worden sein

dürfte. Demnach handelt es sich um „Sr Wm. Boyer Knight“, den Sohn

des gleichnamigen „Sr Wm. Boyer Knight & Baronight“. Zu suchen

sind diese Personen in der Familie Bowyer, die zur Zeit Lelys über drei

Baronetcies in England verfügte. Im Hinblick auf die abgekürzt angegebenen

Vornamen von Vater und Sohn kommen nur die Baronets von

Denham Court in der Grafschaft Buckinghamshire in Frage. Diesen Titel

schuf König Charles II. 1660 für Sir William Bowyer (1612-1679), einen

verdienten Abgeordneten des Unterhauses, bei dem es sich um den in

der Beschriftung erwähnten Vater des Dargestellten handeln dürfte.

Der literaturbegeisterte erste Baronet war mit John Dryden befreundet,

dem er bei der Übersetzung von Texten Vergils behilflich gewesen sein

soll. Unser Bildnis zeigt demzufolge den ältesten Sohn des Baronet aus

seiner Ehe mit Margaret Weld, einer Tochter von Sir John Weld.

Sir William Bowyer, 2nd Baronet of Denham Court, wurde um 1639 geboren.

Mit dem Tod seines Vaters am 2. Oktober 1679 folgte er diesem

sowohl in den Titel von Denham als auch auf den Sitz im Londoner

Unterhaus. Noch im gleichen Jahr heiratete er Lady Frances Cecil, eine

Tochter von Charles Cecil, Viscount Cranborne, mit der er drei Kinder

bekam. Hochbetagt ist der zweite Baronet von Denham, von dem hier

ein Bildnis in jungen Jahren vorliegt, am 13. Februar 1722 gestorben.

The painting is a characteristic portrait by Sir Peter Lely, son of a

Dutchman from Haarlem and born in Soest, Westphalia, who achieved

the position of the most influential portrait painter at the English Court.

Framed by an illusionistic oval stone frame with broad acanthus foliage,

a self-confident young man presents himself, his body turned left while

facing the viewer. The lively expression on the face is due to careful

modelling, but the generously draped apparel, in contrast, is expressed

by a few superior brush strokes.

The sitter can be identified by an old inscription on the reverse that

may have been transferred from the original canvas in the 18th or early

19th century. The sitter is „Sr. Wm. Boyer Knight“, son of „Sr. Wm.

Boyer Knight & Baronight“ of the same name. These persons are to be

found in the Bowyer family that hold three Baronetcies at Lely‘s time.

In view of the abbreviated first names of father and son, they are the

Baronets of Denham Court in the Earldom of Buckinghamshire. This

title was created by King Charles II in 1660 for Sir William Bowyer

(1612-1679), a deserving representative in the House of Commons, who


would be the father of the sitter according to the inscription. Fond of literature, the first Baronet

was a friend of John Dryden whom he supposedly assisted in the translation of Virgil. Our painting

therefore shows the Baronet‘s eldest son before his marriage to Margaret Weld, a daughter of Sir

John Weld.

Sir William Bowyer, 2nd Baronet of Denham Court, was born in 1639. Upon his father‘s death on

October 2, 1679, he inherited the title of Baronet of Denham as well as the seat in London‘s House

of Commons. That same year, he married Lady Frances Cecil, a daughter of Charles Cecil, Viscount

Cranborne, with whom he had three children. The 2nd Baronet of Denham who in this portrait is

depicted as a young man died on February 13, 1722 at an advanced age.


JAN VAN KESSEL, zugeschrieben

1626 Antwerpen – 1679

1275 INSEKTEN, MUSCHELN

UND SCHMETTERLINGE

Signiert und datiert unten rechts:

Johannes van Kessel fecit anno 1659.

Öl auf Kupfer. 17 x 22,5 cm.

€ 25 000 – 30 000


DANIEL VERTANGEN

um 1598 Den Haag – 1681/1684 Amsterdam

1276 FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz. 34 x 44,5 cm.

Provenienz

579. Lempertz-Auktion, Köln,

20.-22.11.1980, Lot 226.

€ 9 000 – 10 000


DANIEL VERTANGEN

um 1598 Den Haag – 1681/1684 Amsterdam

1277 DAS GÖTTERFEST

Signiert unten rechts: D. Vertangen.

Öl auf Holz. 28,5 x 36,5 cm.

€ 4 500 – 5 500


DANIEL VERTANGEN

um 1598 Den Haag – 1681/1684 Amsterdam

1278 DIE AUFFINDUNG MOSES

Signiert unten links: Vertangen.

Öl auf Leinwand (doubliert).

25,5 x 33,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000


ITALIENISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1279 MARKTSZENE

Öl auf Leinwand (doubliert).

115,5 x 157,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 14 000 – 18 000


ANTHONIE VAN BORSSOM

1630 Amsterdam – 1677 Amsterdam

1280 WEITE LANDSCHAFT

MIT DORFSTRASSE

Signiert und datiert unten rechts:

AVBorssom. fecit.

Öl auf Leinwand (doubliert). 79 x 163 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000

Dieses signierte Gemälde Anthonie van Borssoms aus einer westdeutschen

Privatsammlung hat ein ungewöhnlich großes Format, seine

Maße übersteigen die der anderen bekannten Werke des Künstlers.

Ebenso bemerkenswert ist die panoramaartige Weite der Bildkomposition,

die durch die breite Dorfstraße, die den gesamten Vordergrund

beherrscht, durch den niedrigen Horizont sowie durch die Architekturstaffage,

die an den seitlichen Bildrändern platziert ist, erzeugt wird.

Es sind nur wenige Gemälde van Borssoms bekannt, sie zeigen Landschaften

mit Vieh, Nachtstücke oder Sous-Bois-Stillleben. Es sind vor

allem seine Zeichnungen, für die der Künstler geschätzt wird, vor allem

topographisch exakte Stadtansichten und lebendige Tierstudien, die von

einer genauen Naturbeobachtung zeugen. Es sind diese Zeichnungen

und ihre Nähe zu Rembrandt, die die Vermutung genährt haben, er sei

dessen Schüler gewesen – Werner Sumowski zumindest hat ihn als

solchen eingeordnet. Unabhängig von derartigen stilkritischen Erwägungen

lassen sich einige dokumentarische Fakten über seine künstlerische

Laufbahn benennen. So weiß man, dass er in Amsterdam tätig und

zunächst an der Rosengracht, später an der Prinsengracht wohnhaft war

– was sich als Ausdruck eines gewissen künstlerischen und kommerziellen

Erfolgs verstehen lässt.

Ob angesichts der zahlreichen topographisch genauen Zeichnungen

Anthonie van Borssoms auch dieses Dorf identifiziert werden kann,

muss offen bleiben.


ANTHONIE PALAMEDESZ

1601 Delft – 1673 Amsterdam

1281 MUSIZIERENDE GESELLSCHAFT

Öl auf Holz. 51 x 66,5 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München 8.10.1970

Verso ein Sammlersiegel.

Der in Delft geborene Anthonie Palamedsz

war Schüler Michiel van

Mierevelts und malte vornehme Gesellschaften,

wie sie auch Dirck Hals, Pieter

Codde oder Jacob Duck schufen.

€ 15 000 – 18 000


ANTHONIE PALAMEDESZ,

Umkreis

1601 Delft – 1673 Amsterdam

1282 VORNEHME GESELLSCHAFT

AUF EINER GARTENTERRASSE

Öl auf Holz (parkettiert). 46 x 42 cm.

€ 8 000 – 10 000


DAVID RYCKAERT D. J.

1612 Antwerpen – 1661 Antwerpen

1283 INTERIEUR MIT

KARTENSPIELERN

Öl auf Holz. 56,5 x 76 cm.

€ 10 000 – 12 000


JAN PAUWEL GILLEMANS D. Ä.

1618 Antwerpen – nach 1675

1284 ZWEI FRÜCHTEGEBINDE

AN BLAUER SCHLEIFE

Eines unten rechts signiert und datiert:

Iov. Paulo Gillemans fec. 1666.

Öl auf Leinwand (doubliert).

Jeweils 59,5 x 49 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

Wohl originale vergoldete Holzrahmen.

€ 12 000 – 14 000


NICOLAES BERCHEM, Nachfolge

1620 Haarlem – 1683 Amsterdam

1285 LANDSCHAFT MIT HIRTINNEN

UND HERDE

Öl auf Leinwand. 90 x 98 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


NICOLAES BERCHEM, in der Art

1620 Haarlem – 1683 Amsterdam

1286 LANDSCHAFT MIT

HIRTENFAMILIE

Öl auf Leinwand. 51 x 57 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

€ 5 000 – 7 000


JAN COSSIERS, zugeschrieben

1600 Antwerpen – 1671 Antwerpen

1287 FRÖHLICHE GESELLSCHAFT

Öl auf Leinwand (doubliert). 80 x 117 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz

Nach seiner Lehrzeit im Atelier von

Cornelis de Vos führten Jan Cossiers

mehrere Reisen nach Frankreich

(Aix-en-Provence) und Italien (Rom).

1627 ließ er sich in Antwerpen nieder,

wo von 1630 bis 1640 die Zusammenarbeit

mit P. P. Rubens dokumentiert ist,

u.a. bei den Festdekorationen für den

Einzug des Kardinal-Infanten Ferdinand

in Antwerpen und die Gemäldeausstattung

für das Jagdschloss Torre de la

Parada des spanischen Königs Philipp IV.

bei Madrid. Nach dem Tod von Rubens

galt Cossiers als prominentester Maler

Antwerpens seiner Zeit.

Unser Gemälde mag neben dem traditionellen

Thema der „Fröhlichen Gesellschaft“

auch eine Anspielung auf die

bereits von Aristoteles beschriebenen

„Fünf Sinne“ enthalten. Demnach stünde

der ebenso kühn wie dominant mit der

Rückenansicht in Szene gesetzte Lautenspieler

für das Hören. Das Liebespaar auf

der linken Seite verkörperte das Tasten,

während die junge Frau in der Bildmitte,

die sowohl auf das Liebespaar wie wohl

hernach auch in die aufgeschlagenen

Noten schaut, das Sehen darstellen

könnte. Blieben die beiden Sinne des

Schmeckens und Riechens, die sich auf

den trinkenden alten Mann und den ihn

assistierenden Knaben verteilen ließen.

Eine größere Version des vorliegenden

Gemäldes war kürzlich bei Sotheby’s,

New York (Auktion 9.6.2011, Lot 39).

€ 20 000 – 25 000


BALTHASAR PRINS

tätig wohl in Gouda 1656/1666

1288 BILDNIS DER WILLEMINA MOL

Signiert und datiert Mitte rechts:

B prins 1664.

Öl auf Leinwand (doubliert). 76 x 64 cm.

€ 6 000 – 8 000

Das Gemälde zeigt eine junge Frau in kostbarer Kleidung mit üppigem

Spitzenbesatz und reichem Perlenschmuck. Die Identität der Dargestellten

wird in der ersten Zeile eines Zettels enthüllt, den diese in der Hand

hält: „Willemina Mol“. Die folgende Zeile „anagramine“ verweist auf

ein Anagramm dieses Namens, das in den beiden letzten Zeilen folgt:

„all’om mijn / wel“, was soviel bedeuten mag wie „alles für mein Wohl“.

Von Balthasar Prins sind bislang keine Lebensdaten bekannt, wie auch

weitere Angaben zur Biographie oder Ausbildung fehlen. Da sich von

Prins das Bildnis eines Regenten eines Waisenhauses in Gouda erhalten

hat, mag seine Wirkungsstätte in ebendieser Stadt vermutet werden.

Wir danken Herrn Fred Meijer, RKD Den Haag, für den Hinweis auf

den Künstler und die Entschlüsselung des Anagramms.


BERNARD VAILLANT

1632 Lille – 1698 Leiden

1289 PORTRÄT DES PIETER VAN LOON

MIT GEDENKMEDAILLON

Signiert Mitte rechts: B. Vaillant 166(.).

Öl auf Leinwand (doubliert).

91,5 x 72 cm.

Bei dem Dargestellten handelt es sich

offensichtlich um den Amsterdamer

Geschäftsmann Pieter van Loon (1607-

1679), wie der Vergleich mit anderen

Bildnissen von Mitgliedern der bedeutenden

Familie in dem nach ihr benannten

Museum in Amsterdam zeigt. Pieter

van Loon und sein Bruder Nicolaes, den

der Stiefbruder von Bernard Vaillant

Wallerant Vaillant porträtierte, zählten

zu den Mitbegründern der „Vereinige

Oostindische Companie“. Unser Bildnis

zeigt Pieter van Loon nicht als den

erfolgreichen Geschäftsmann, der er

war, sein Bildnis hat vielmehr einen

sehr privaten Charakter. Hierfür spricht

die „Kalotje“ auf seinem Haupt, eine

schlichte Kappe, die die Herren damals

zu Hause trugen. Auffallend ist außerdem

das ungewöhnliche Schmuckstück

an seiner Brust, das der Dargestellte mit

der linken Hand zart berührt. An dieser

ist, wohl kaum zufällig, ein Ehering

zu sehen. Beide Attribute lassen den

Schluss zu, dass dieses Porträt Pieter

als Witwer und seiner Frau Anna van

Foreest gedenkend zeigt, die bereits 1654

verstorben war.

The sitter is the merchant Pieter van

Loon (1607-1679) from Amsterdam, as

can be shown by comparisons with portraits

of other members of the important

family in the Museum in Amsterdam named

after them. Pieter van Loon and his

brother Nicolaes, portrayed by Wallerant

Vaillant, were among the founders of the

„Vereinige Oostindische Companie“. Our

painting shows Pieter van Loon not as

the successful businessman that he was,

this portrait has a more private character.

An indication is the „Kalotje“ on his

head, the simple cap worn by gentlemen

at home at that time. Also remarkable is

the unusual piece of jewellery that the

sitter touches gently with his left hand.

A wedding band is visible, which is not

a coincidence. Both attributes lead to the

conclusion that this portrait shows Pieter

as a widower in remembrance of his

wife Anna van Foreest who died in 1654.

€ 12 000 – 16 000


JAN LOOTEN

um 1618 Amsterdam – 1681 England

1290 WEITE LANDSCHAFT MIT

AUSBLICK AUF EIN DORF

Öl auf Leinwand (doubliert).

51,5 x 137,5 cm.

€ 15 000 – 20 000

Der in Amsterdam gebürtige Maler Jan Looten ließ sich in den 1660er

Jahren in London nieder. Er spezialisierte sich auf Waldlandschaften,

die sich an das Vorbild Jacob van Ruisdaels anlehnen. Zu seinen Londoner

Mitarbeitern gehörten der Landschaftsmaler Jan Griffier und

zeitweise vermutlich der Stilllebenmaler Simon Verelst. Samuel Pepys

berichtet in seinem berühmten Tagebuch von einem Besuch in Lootens

Atelier am St. James’s Market am 11. April 1669.

Unser ungewöhnlich breites Bild wird von einem im Vordergrund wiedergegebenen,

schräg gewachsenen Baum quasi in zwei Hälften geteilt:

während der rechte Bildteil eine mit kleinen Staffagefiguren belebte

Dorfstraße zeigt, gewährt die linke Bildhälfte den Ausblick auf eine

friedliche Fluss- oder Seelandschaft. Weitere Akzente der abwechslungsreichen

Komposition setzen das Fischerboot in der Bildmitte sowie am

rechten Bildrand eine Frau, die mit ihrem Kind an der Hand über einen

Steg, ein in den Gemälden Lootens häufig wiederkehrendes Motiv, auf

den Betrachter zuzukommen scheint.

Wir danken Frau Marijke C. de Kinkelder, RKD Den Haag, für die Identifizierung

des Künstlers. Sie schlägt eine Datierung des Werks in die

englische Phase des Künstlers vor.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

2. Hälfte 17. Jahrhundert

1291 SEGELSCHIFFE VOR

EINER HAFENSTADT

Öl auf Holz. 71 x 148 cm.

Provenienz

Deutscher Privatbesitz.

€ 10 000 – 12 000

ROELOF VAN VRIES

um 1631 Haarlem – nach 1681 Amsterdam

1292 DÜNENLANDSCHAFT MIT

FIGUREN UND BAUERNHAUS

Öl auf Holz (parkettiert). 63,5 x 84 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, 16.7.1959.

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1293 UFERLANDSCHAFT

MIT ZWEI REITERN

Öl auf Leinwand (doubliert). 56 x 89 cm.

€ 7 000 – 9 000

HIERONYMUS GALLE D. Ä.,

zugeschrieben

1625 Antwerpen – um 1679

1294 BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand (doubliert). 41 x 29 cm.

Provenienz

Westfälische Privatsammlung. –

552. Lempertz-Auktion, Köln,

14.-16.6.1976, Lot 95. – Slg. E. A. Titgemeyer,

Osnabrück.

Fragment eines ursprünglich größeren

Gemäldes mit Blumen um eine Steinkartusche.

€ 3 000 – 3 500


JACOB VAN RUISDAEL, Umkreis

um 1628 Haarlem – 1682 Amsterdam

1295 ZWEI WALDLANDSCHAFTEN

Öl auf Holz. Jeweils 17,3 x 13,7 cm.

Gutachten

Naturwissenschaftliche Untersuchung,

Dr. Erhard Jägers, Bornheim, 4.5.2011

(aufgrund des Nachweises von Blei-Zinn-

Gelb sind die Tafeln vor 1720 zu datieren).

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Gemäß Frau Marijke De Kinkelder,

die beide Gemälde gesehen hat, ist der

Künstler im Umkreis Jacob van Ruisdaels

zu suchen.

€ 10 000 – 12 000


JAKOB ROOTIUS

1644 Hoorn – 1681/1682 Hoorn

1296 STILLLEBEN MIT BLUMEN,

FRÜCHTEN UND PAPAGEI

Öl auf Leinwand. 132 x 100 cm.

Gutachten

Sam Segal 1.7.1994 und 30.4.1995

(als Werk von Jakob Rootius).

Provenienz

Freiherr C. Grote Schloss Wedesbüttel. –

Auktion Sammlung Grote, Heberle &

Lempertz, Köln, 8.6.1886, Teil 2, Nr. 94. –

Privatsammlung Köln.

Auf dem rückseitig aufgeklebten Ausriss

aus dem Auktionskatalog 1886 ist

angegeben: „Cornelis de Heem. No. 94

(...) Aus der Sammlung des Freiherrn

Grote auf Schloss Wedesbüttel, 8. Juni

1886 (...).“ Die alte Zuschreibung an den

berühmteren Cornelis de Heem lag insofern

nahe, als es sich im Unterschied

zu den meist wesentlich kleineren

und im Motivapparat bescheideneren

Stillleben des Jakob Rootius hier um

ein nach Format und Motiven zum

Prunkstück gesteigertes Werk handelt.

Zu Recht folgt es im Katalog der

Sammlung Grote von 1886 unmittelbar

auf ein ebenso qualitätvolles Stillleben

von Willem Claesz Heda, das sich heute

im Metropolitan Museum in New York

befindet (Kat. 1886, Nr. 93).

Dem Format, dem Motivreichtum und

der malerischen Qualität entspricht der

inhaltliche Anspruch: Rootius stellt hier

eine Demonstration zum „Ruhm der

Malkunst“ vor. Die im höchsten Punkt

der Komposition frontal und auffällig

gezeigte Sonnenblume (tournesol)

wendet sich der Sonne als der Schönheit

und Wahrheit zu; als geläufiges

Sinnbild der Malkunst erscheint sie

in Künstlerselbstporträts wie dem van

Dycks oder auf emblematisch ausgestatteten

Bilderrahmen der Zeit, etwa

bei Ferdinand Bol. Gemäß der zeitgenössischen

Kunsttheorie van Manders

verweist der die Sprache nachahmende

Papagei auf die Nachahmung der

Natur durch die Malkunst, wobei sein

Gefieder zudem auf deren Farbenreichtum

anspielt (vgl. K. Hoffmann, in:

Zeitschrift für Kunst geschichte 1968,

S. 36ff.; H. Ost, in: Wallraf-Richartz-

Jahrbuch 2008, S. 249f.).

Wir danken Prof. Dr. Hans Ost für die

Katalogisierung dieses Gemäldes.

€ 30 000 – 33 000


NORDITALIENISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1297 DER TRIUMPH DER ZEIT

Öl auf Leinwand (doubliert). 93 x 77 cm.

€ 6 000 – 7 000

Die allegorische Darstellung zeigt Chronos, die Verkörperung der Zeit,

als bärtigen alten Mann mit Flügeln. Anstelle seiner traditionellen

Attribute Sense und Stundenglas verweist er auf einen Totenschädel

in seiner Hand, der als Vanitassymbol die Aussage der Vergänglichkeit

alles Irdischen verstärkt. Die Warnung gilt der schönen jungen Frau,

die sich in lässiger Kleidung dem Lautenspiel als Symbol weltlicher

Vergnügungen widmet: auch ihre Jugend und Schönheit ist vergänglich.

Nicht zuletzt gilt die Warnung aber auch uns als Betrachter des Bildes.


MEINDERT HOBBEMA, Umkreis

1638 Amsterdam – 1709 Amsterdam

1298 FLUSSLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand (doubliert). 60 x 80 cm.

€ 8 000 – 10 000


MEINDERT HOBBEMA, Nachfolge

1638 Amsterdam – 1709 Amsterdam

1299 BEWALDETE LANDSCHAFT

Öl auf Holz. 44 x 57 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000


HANS ROTTENHAMMER, Umkreis

1564 München – 1625 Augsburg

1300 LANDSCHAFT MIT

LESENDER MAGDALENA IN

VERRE-ÉGLOMISÉ-RAHMEN

Öl auf Kupfer. 10,2 x 15 cm (Rahmen

25 x 28 cm).

Provenienz

Spanischer Privatbesitz.

€ 15 000 – 20 000


MATHYS SCHOEVAERDTS

um 1665 Brüssel – nach 1694 Brüssel

1301 SÜDLICHE RUINENLANDSCHAFT

MIT HIRTEN

Öl auf Leinwand (doubliert). 30 x 42 cm.

€ 9 000 – 10 000

Bei diesem Gemälde handelt es sich um ein charakteristisches Werk des

Brüsseler Malers Matthys Schoevaerdts, der vorwiegend italienische

Landschaften mit Ruinen malte, auf denen die reiche Staffage in leuchtendem

Ultramarin, Rot und Weiß heraussticht.


JOHANNES VOORHOUT

1647 Uithoorn b. Amsterdam – 1723 Amsterdam

*1302 VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN

Öl auf Leinwand. 82,4 x 64,5 cm.

Provenienz

Westfälische Sammlung.

€ 6 000 – 10 000

Der Maler Johannes Voorhout, dessen Werk am Ende des 17. und zu

Beginn des 18. Jahrhunderts entstand, gehört zu jenen Künstlern, die

die in Holland eher weniger verbreitete biblische Historienmalerei

pflegten. Seine Farbwahl geht auf die Braunskala Rembrandts zurück,

während in seinen Figuren Anklänge des internationalen Barockstils zu

beobachten sind. Einige Jahre verbrachte Voorhout in Deutschland, wo

seine Gemälde auch in öffentlichen Sammlung zu finden sind.


PIERRE MIGNARD, Umkreis

1612 Troyes – 1695 Paris

1303 WOHL BILDNIS DER GRANDE

MADEMOISELLE ALS AMAZONE

Öl auf Leinwand (doubliert).

127 x 92,5 cm.

Provenienz

Sächsischer Adelsbesitz. – Privatsammlung

Rheinland.

Verso in roter Schrift: F.B.

Als Tochter des Gaston d´Orléans und als

Cousine Ludwig XIV. war Marie-Anne-

Louise d´Orléans, Herzogin von Montpensier

und sogenannte Grande Mademoiselle

(1627-1693), Mitglied der königlichen

Familie. Persönlichkeit und Biographie haben

sie zu einer der „Berühmten Frauen“

Frankreichs gemacht. Als ungewöhnlich

selbstbestimmte junge Frau hat sie an

kriegerischen Auseinandersetzungen der

Fronde teilgenommen, worüber sie selbst

berichtet: „Ich zog meine Uniform á la

Amazone an und bestieg mein Pferd.“ An

der Spitze ihrer Truppe hat sie 1652 die

Mauern von Orléans überstiegen, in Paris

hat sie auf der Seite des Prinzen Condé gekämpft.

Mit ihren umfänglichen Memoiren

und phantasievollen Romanen ist sie

zudem als Literatin hervorgetreten. Zur

Biographie und den Schriften der Grande

Mademoiselle existiert eine reiche, auch

neuere Literatur.

Von der Grande Mademoiselle sind zahlreiche

Porträts überliefert, darunter mehrere,

in denen sie als Kriegsgöttin Minerva

oder wie hier als Amazone auftritt, d.h.

phantasievoll gekleidet in Rüstung und

bizarrem Federschmuck. Stilistisch geht

das vorliegende Gemälde zusammen mit

den Porträts des Pierre Mignard, der nach

seiner 1657 erfolgten Rückkehr aus Italien

hauptsächlich für den französischen Adel

und Hof arbeitete. Auf Mignard verweist

die detaillierte Ornamentik und insbesondere

die charakteristische und ausführliche

Schilderung der kostbaren stofflichen

Accessoires von farbigen Bändern, Litzen,

Schleifen, Draperien und Federschmuck.

Wir danken Prof. Hans Ost für die freundliche

Unterstützung bei der Katalogisierung

dieses Gemäldes.

€ 15 000 – 17 000


WILLEM VAN MIERIS

1662 Leiden – 1747 Leiden

1304 BEIM ARZT

Öl auf Holz (parkettiert). 53 x 45 cm.

Provenienz

552. Lempertz-Auktion, Köln, 12.6.1972,

Lot 127. – Rheinische Privatsammlung.

In der Kartusche folgender Text in niederländischer Sprache: „Hier

wohnt der Doktor, der Frauen genesen kann - Sie sollen ihm Vertrauen

geben und brauchen keine Schmerzen fürchten“.

€ 12 000 – 14 000


JAN BAPTIST LAMBRECHTS

1680 Antwerpen – nach 1731 Antwerpen

1305 WIRTSHAUSSZENE

Öl auf Leinwand. 58 x 48 cm.

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000

Bei diesem Gemälde könnte es sich gemäß Dr. Bernhard Schnackenburg

um das Gegenstück zu einem „Beim Gemüsehändler“ betitelten

Werk von Jan Baptist Lambrechts in der Gemäldegalerie Alte Meister

in Kassel handeln (vgl. Bernhard Schnackenburg: Gemäldegalerie Alte

Meister Kassel – Gesamtkatalog, Mainz 1996, S. 167, GK 174a, Tafel 88).


PIETER BOUT

1658 Brüssel – 1719 Brüssel

1306 BELEBTES HAFENUFER

Öl auf Holz. 31 x 43 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

Der aus Brüssel stammende Maler Pieter

Bout hat einige Jahre in Paris gelebt und

dort Stadtansichten mit reicher Staffage

gemalt. Er scheint auch in Italien gewesen

zu sein, was aber bisher nicht belegt werden

konnte. In vielen seiner Bilder stellt

er, wie hier, Landschaften mit südlicher

Architekturkulisse dar. Die südlich geprägte

Landschaftskulisse war allerdings im

Bildrepertoire der niederländischen Maler

seiner Zeit weit verbreitet – auch bei

Künstlern, die nie in Italien gewesen waren.

Pieter Bout hat einen großen Teil seiner

Werke nicht signiert. Vergleicht man

unser Bild mit signierten Werken in Museen

(Frankfurt, Antwerpen oder Wien),

so ist seine traditionelle Zuordnung an

ihn sehr überzeugend. Charakteristisch

ist vor allem die lebhafte und zierliche, in

größeren Gruppen über die Bildfläche verstreute

Figurenstaffage. Auch wenn Bout

häufig Bilder von A. Boudewijns d. Ä. mit

Figuren ausstaffierte, darf unser Gemälde

zu den allein von seiner Hand stammenden

Werken gezählt werden.

The painter Pieter Bout from Brussels

lived in Paris for several years where he

painted townscapes with large staffage.

He appears to have been in Italy as well.

However, this could not be proved. In

many of his paintings, as it can be seen in

this painting, he depicts landscapes with

southern architecture. Southern landscapes

were often depicted by Netherlandish

painters of his time – even by artists

who never went to Italy. Pieter Bout

apparently did not sign most of his work.

Comparing our painting with signed

works in museums (Frankfurt, Antwerp or

Vienna) the traditional attribution to him

is very convincing. The lively and petite figural

staffage distributed in larger clusters

across the painting is characteristic of his

work. Although Bout often applied figural

staffage to paintings by A. Boudewijns the

Elder, our painting can be counted among

those created solely by his own hand.

€ 25 000 – 30 000


JAN PEETER VAN BREDAEL D. J.

1683 Antwerpen – 1735 Wien

1307 WEITE FLUSSLANDSCHAFT

MIT REICHER STAFFAGE

Öl auf Leinwand. 28 x 38 cm.

€ 10 000 – 12 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1308 UFERLANDSCHAFT

MIT FISCHERN

Öl auf Holz. 18 x 25 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbeitz.

€ 8 000 – 10 000


ITALIENISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1309 BLUMENGIRLANDE UM

KARTUSCHE MIT DER

DARSTELLUNG EINES NARREN

Öl auf Leinwand (doubliert).

93 x 72,8 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


ITALIENISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1310 ZWEI STILLLEBEN

MIT FRÜCHTEN, BLUMEN

UND VÖGELN

Öl auf Leinwand (doubliert).

97 x 72,2 cm (oval).

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 9 000


JEAN-BAPTISTE PATER,

zugeschrieben

1695 Valenciennes – 1736 Paris

1311 GALANTE SZENE IM PARK

Öl auf Leinwand (doubliert). 27 x 30,5 cm.

€ 10 000 – 12 000


MARCANTONIO FRANCESCHINI,

zugeschrieben

1648 Bologna – 1729 Bologna

1312 DIE MUTTERGOTTES

Monogrammiert und datiert unten

rechts: MAF 1728 (MAF ligiert).

Öl auf Leinwand (doubliert). 74,5 x 63 cm.

€ 8 000 – 10 000


RÖMISCHER MEISTER

wohl des frühen 18. Jahrhunderts

1313 GROSSER BLUMENSTRAUSS

IN EINER VASE

Öl auf Leinwand (doubliert). 92 x 67 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

€ 8 000 – 10 000


JAN BAPTIST BOSSCHAERT

1667 Antwerpen – um 1746 Antwerpen

1314 BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand (doubliert). 81 x 69,5 cm.

Signiert unten rechts: Bosshaert f.

Provenienz

Christie´s, London, 23.6.1982, Lot 101. –

Sotheby´s, London, 22.2.1984, Lot 26. –

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 14 000 – 16 000


GASPARD GRESLY, zugeschrieben

1712 L’Isle-sur-le-Doubs – 1756 Besançon

1315 SITZENDE JUNGE FRAU

UND IHR VEREHRER

Öl auf Leinwand (doubliert). 79 x 63 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Wahrscheinlich eigenhändige zweite

Fassung nach einem Gemälde in der

Eremitage in St. Petersburg.

€ 20 000 – 24 000


GEORG PHILIPP II RUGENDAS,

in der Art

1701 Augsburg – 1774 Augsburg

1316 REITERGEFECHT

Öl auf Leinwand (doubliert). 74 x 128 cm.

Provenienz

Hessischer Privatbesitz.

€ 8 000 – 10 000

JAN JOSEPH HOREMANS

1682 Antwerpen -1759 Antwerpen

1317 WIRTSHAUSSZENE

Öl auf Leinwand (doubliert).

50 x 59,5 cm.

Gutachten

Walther Bernt, November 1979,

München.

€ 5 000 – 6 000


ANNA ROSINA LISIEWSKA

1713 Berlin – 1783 Dresden

1318 BILDNIS DER HERZOGIN

ANNA SOPHIE CHARLOTTE ZU

SACHSEN-EISENACH-JENA

Öl auf Leinwand. 143 x 116 cm.

Literatur

Georg Schuster: Die Verwandtschaft der

Häuser Hohenzollern und Wettin. In:

Hohenzollern-Jahrbuch 1907, S. 106-154,

hier S. 127 mit Abb. – Zur Künstlerin

vgl. Ekhart Berckenhagen: Hofmalerei,

malende höfische Damen sowie Anna

Rosina de Gasc und Braunschweig. In:

Braunschweig-Bevern. Ein Fürstenhaus

als europäische Dynastie 1667-1884,

zusammengestellt von Christof Römer

(Veröffentlichungen des Braunschweigischen

Landesmuseums 84), Braunschweig

1997, S. 387-396.

Verso in alter Schrift: peint par Rosine

Matthieu / 1742.

€ 15 000 – 17 000

Anna Rosina Lisiewska entstammte einer ursprünglich in Polen beheimateten

Berliner Künstlerfamilie. Zu ihren ebenfalls als Bildnismaler

bekannten Geschwistern zählen Anna Dorothea Therbusch-Lisiewska

und Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky (zu ihm vgl. die 2010

erschienene Monographie von Helmut Börsch-Supan zur Ausstellung in

Schloss Mosigkau und den Staatlichen Museen Schwerin). 1741 heiratete

Anna Rosina den Porträtmaler David Matthieu, mit dessen Familiennamen

sie in einer alten Beschriftung auf der Rückseite der Leinwand

bezeichnet wird. Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete Anna

Rosina Ludwig de Gasc, einen Freund Lessings.

Das repräsentative, großformatige Dreiviertelbildnis zeigt eine Fürstin

in Witwentracht, deren Hand auf der auf einem Kissen platzierten Krone

ruht, dadurch auf den hohen Rang der Dargestellten verweisend. Es

handelt sich hierbei um Anna Sophie Charlotte (1706-1751), die älteste

Tochter des Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt

und seiner Gemahlin Marie Dorothea von Kurland. 1723 heiratete sie

Herzog Wilhelm Heinrich von Sachsen-Eisenach-Jena, mit dessen kinderlosen

Tod 1741, ein Jahr vor der Entstehung unseres Witwenbildnisses,

diese sächsische Seitenlinie ausstarb und das Territorium an Herzog

Ernst August von Sachsen-Weimar fiel.

Herr Professor Helmut Börsch-Supan hat in einem Schreiben an den

Eigentümer vom 19.3.1984 Künstlerin und Dargestellte identifiziert.


JOHANN MARTIN METZ

1717 Bonn – um 1790 Köln

1319 IDEALE LANDSCHAFT MIT

HÖFISCHER GESELLSCHAFT

Signiert und datiert unten Mitte:

J M Metz. / Fecit 1759 (auf dem Stein).

Öl auf Leinwand (doubliert).

160,5 x 113,5 cm (ohne Rahmen).

€ 45 000 – 50 000

Das Kurfürstentum Köln mag unter seinem Regenten Clemens August

von Wittelsbach (1700/1723-1761) nicht zu den mächtigsten Territorien

des Deutschen Reichs gehört haben – über einen der kunstsinnigsten Höfe

aber verfügte es allemal. Clemens August, der nicht nur Erzbischof und

Kurfürst von Köln war, sondern über vier weitere Bistümer im nordwestdeutschen

Raum gebot, beschäftigte allein beim Bau des Brühler Schlosses

Augustusburg u. a. Balthasar Neumann, Johann Conrad Schlaun, François

de Cuvilliés und Carlo Carlone. Eine Liste der fest angestellten Hofkünstler

wurde alljährlich im offiziellen Hofkalender veröffentlicht. Für das Jahr

1759 findet sich hier der Name des „Früchte-Maler N. N. Metz“, bei dem es

sich um jenen Johann Martin Metz handelt, von dem auch das vorliegende

Gemälde einer idealen Landschaft mit höfischer Gesellschaft aus dem

gleichen Jahr 1759 stammt.

Metz war vermutlich bereits in den 1740er Jahren für Clemens August

bei der Ausstattung des Brühler Schlosses tätig; ab 1753 widmete er sich

der heute nicht mehr erhaltenen malerischen Dekoration des Buen-Retiro-

Flügels der Bonner Residenz. Nach dem 1761 erfolgten Tod des Kölner

Kurfürsten ging Metz neue Wege und arbeitete u. a. für dessen Pfälzer

Amtskollegen in Schloss Benrath bei Düsseldorf. 1771 eröffnete er in Köln

eine Privatakademie und für die 1780er Jahre ist ein Aufenthalt in London

bezeugt.

Das vorliegende Gemälde darf als eines der bedeutendsten Werke des kurkölnischen

Hofmalers gelten, zeigt es Johann Martin Metz doch erstmals als

Maler einer großformatigen Landschaft mit höfischen Staffagefiguren, während

er im kurkölnischen Hofkalender als „Früchte-Maler“ bezeichnet wird

und seine bislang bekannt gewordenen Gemälde in der Tat nahezu ausnahmslos

dem Bereich der Stilllebenmalerei angehören. Den Vordergrund

unseres Gemäldes bildet eine beschattete Zone mit einem Baumstumpf als

Repoussoir; im Anschluss entfaltet sich eine Szene mit höfischen Staffagefiguren,

die wiederum von einem hohen Baum begrenzt wird. Dahinter

erheben sich auf einer Anhöhe am rechten Bildrand cappriccioartig zusammengestellte

Architekturruinen, bevor der Blick wieder bildeinwärts und

in die Ebene zurückgeführt wird, wo weitere Gebäude und ein Fluss in den

Hintergrund überleiten. Metz erweist sich hier als souveräner Bildgestalter

einer abwechslungsreich komponierten und in sanftes Abendlicht getauchten

Landschaft. Die Staffagefiguren des Bildes dürften auf Vorbilder von

Antoine Watteau und seinen Kreis zurückgehen, die damals in Stichpublikationen

weite Verbreitung fanden. Besonders auffällig ist dies bei der

Figur des „Gilles“, jener französischen Theaterfigur in weißem Kostüm, die

sich mehrfach im Oeuvre Watteaus findet. Durch ihre elegante Kleidung

sind die übrigen Figuren, ein Musiker mit Theorbe, eine Tänzerin mit

Kastagnetten sowie halbkreisförmig angeordnete Zuschauer, der höfischen

Sphäre zuzuordnen; zugleich verweisen sie jedoch auf die arkadischen

Hirtenidyllen und Schäferspiele, die zu jener Zeit so beliebt waren.

Der originale Rahmen des Bildes steht in stilistischer Hinsicht den Stuckarbeiten

von Giuseppe Artario im Brühler Schloss nahe. Zu vergleichen

sind insbesondere die kräftigen Rocailleornamente, die mit Blattwerk und

kleinen, plastisch modellierten Blüten kombiniert werden, wie sie auch

bei den Stukkaturen im Musiksaal und im Audienzzimmer des Großen

Neuen Appartements zu finden sind. Gemälde und Rahmen bilden damit

ein hochbedeutendes Ensemble, das nicht nur einen wichtigen Beitrag

zum Oeuvre des kurkölnischen Hofmalers Johann Martin Metz darstellt,

sondern zugleich auch ein Zeugnis für die hohe künstlerische Qualität am

Hof des Clemens August ablegt.


JOHANN CHRISTIAN VOLLERDT

1708 Leipzig – 1769 Dresden

1320 ITALIENISCHE

IDEALLANDSCHAFT

Signiert und datiert unten links:

Vollerdt p. 1760 (nachgezogen).

Öl auf Leinwand (doubliert).

62,5 x 77,5 cm.

Provenienz

Hessische Privatsammlung.

€ 12 000 – 14 000

Diese stimmungsvolle Ideallandschaft zeigt die für Johann Christian

Vollerdt charakteristische diagonale Bildkomposition. Im Vordergrund

sieht man das felsige Ufer eines Flusses und die Ruinen eines antiken

Baus, die an einem Hang stehen. Figuren, die am Wasser und an den

Ruinen rasten, am Flussufer angeln und ihr Vieh tränken, beleben die

Szenerie. Im Hintergrund setzt sich, von der tiefstehenden Sonne in

warmes Licht getaucht, die hügelige Landschaft rhythmisch fort, in der

Bildmitte ist eine Klosteranlage zu sehen. Es waren die Künstler des vorangegangenen

Jahrhunderts, die Holländer sowie Poussin, die Johann

Christian Vollerdts zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der Dresdener

Galerie studierte und von denen er beeinflusst wurde.


JOHANN CHRISTIAN VOLLERDT

1708 Leipzig – 1769 Dresden

1321 WINTERLANDSCHAFT

MIT EISVERGNÜGEN

Öl auf Holz. 21 x 29 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 4 000 – 6 000


CHRISTIAN GEORG

SCHÜTZ D. Ä., zugeschrieben

1718 Flörsheim – 1791 Frankfurt/Main

1322 LANDSCHAFT BEI FLÖRSHEIM

Öl auf Holz. 40,5 x 53 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

Verso Reste eines Sammlersiegels, ein

Etikett mit handschriftlicher Nennung

des Künstlers sowie ein Etikett mit einer

Nummer.

€ 8 000 – 10 000


DEUTSCHER MEISTER

um 1800

1323 WEITE ITALIENISCHE

LANDSCHAFT MIT RASTENDEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

95 x 125,5 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München, 24.6.1972

(als Jacob Philipp Hackert).

Provenienz

Hessische Privatsammlung.

Diese Landschaft, einst von Walther Bernt Jacob Philipp Hackert zugeschrieben,

entstand wohl im Umkreis Johann Christian Reinharts.

Wir danken Frau Dr. Claudia Nordhoff, Rom, für freundliche Auskünfte.

€ 15 000 – 18 000


JEANNE PHILIBERTE LEDOUX

1767 Paris – 1840 Belleville

1324 BILDNIS EINES MÄDCHENS

MIT WEISSER HAUBE

Öl auf Leinwand. 42,5 x 32,5 cm.

Provenienz

Kunsthandel Michael Nolte, Münster. –

Deutscher Privatbesitz.

€ 16 000 – 20 000


SPANISCHER MEISTER

um 1800

1325 BILDNIS EINES KNABEN

(FRANCISCO DE PAULA DE

BORBÓN)

Öl auf Leinwand. 89,5 x 69,5 cm.

Provenienz

Hessische Privatsammlung.

€ 8 000 – 12 000

Dieses ganzfigurige Knabenbildnis stellt Francisco de Paula de Borbón

dar, den späteren Herzog von Cádiz und jüngsten Sohn Karls IV. von

Spanien. Es folgt der Darstellung des Infanten im berühmten Gruppenbildnis

Karls IV. und seiner Famile von der Hand Goyas, das sich im

Prado befindet und das repräsentative Herrscherbildnis revolutionierte.

Der Maler dieses Bildnisses trägt der Tatsache Rechnung, dass der

Infant nicht mehr wie in Goyas Gruppenbild die Hand seiner Mutter

María Luisa de Parma hält und gibt ihm einen Vogel, ein Requisit zahlreicher

Kinderbildnisse, in die Hand.


FRANÇOIS ANDRÉ VINCENT

1746 Paris – 1816 Paris

1326 APOLLO UND VESTA

Öl auf Leinwand (doubliert).

99,5 x 136 cm.

Provenienz

Ehemals Sammlung der Grafen von Sellon,

Genf. – Bayerische Privatsammlung.

Verso auf der doublierten Leinwand das

Sammlungsetikett mit dem Wappen der

Grafen de Sellon mit der Nummer 133

sowie ein Etikett mit der Nummer 168.

€ 180 000 – 200 000

Als der Comte d‘Angiviller im Jahr 1787 Historienbilder für Ludwig

XVI. in Auftrag gab, wählte er die zwei führenden Künstler der Zeit

aus, Jacques Louis David und François André Vincent – David malte

Die Liktoren bringen Brutus die Leichen seiner Söhne zurück, Vincent

p räsentierte Zeuxis und die Jungfrauen von Croton (beide heute im

Musée du Louvre, Paris). Die Wahl dieser Themen ist als Ausdruck

unterschiedlicher Kunstkonzepte der beiden Maler gedeutet worden.

In jedem Fall zeigt der königliche Auftrag am Vorabend der Französischen

Revolution, dass Vincent neben David eine hohe Reputation genoss

und als würdig für die höchsten Staatsaufträge angesehen wurde.

Das vorliegende Gemälde Apollo und Vesta lässt sich vor allem in Bezug

auf die Gestaltung der Bildfiguren mit dem Zeuxis-Gemälde im Louvre

(Vergleichsabb.) in Verbindung bringen. Es stellt ein Bildthema da,

dessen Ikonografie zunächst Rätsel aufgibt. Die Geschichte von Apollo

und Vesta hat im Gegensatz zu anderen Taten des Sonnengottes keine

Verarbeitung in der antiken Literatur, etwa in Ovids Metamorphosen,

gefunden, entsprechend hat sie auch keinen Nachhall in der neuzeitlichen

Malerei gehabt. Die Geschichte ist schnell erzählt: Apollo begehrt

Vesta, Schwester des Jupiter, diese jedoch weist ihn zurück und gelobt

stattdessen ewige Keuschheit, sie wird dafür zur Hüterin des heiligen

Feuers erkoren. Die Römer verehrten sie im berühmten Rundtempel auf

dem Forum als Göttin des Herdfeuers.

Das Gemälde inszeniert das Begehren Apollos und die Ablehnung

der Vesta als klassisches Drama mit einer antikischen Architektur als

Bühne. Diese ist durch die Minerva-Statue, den Dreifuß, die kannelierten

Säulen und Pilaster als Tempel ausgewiesen. Dargestellt ist der

entscheidende Moment, da der sitzende Apollo nach Vesta greift und

diese versucht, den unziemlichen Übergriff abzuwehren. Die gesamte

Handlung ist geradezu verdichtet in den sich überkreuzenden Armen

der beiden Figuren, deren Konturen sich ansonsten nicht überschneiden.

Die Bildsprache ist ganz und gar im hohen Stil gehalten, trotz der

Dramatik der Szene sind die Figuren in einer gravitätischen Statuarik

dargestellt, und ihre inneren Regungen offenbaren sich nur in ihren

Attributen, Apolls auf dem Boden liegender Kithara und dem Feuer auf

dem Dreifuß, dessen Flamme leicht flackert.

Das Bild richtete sich an einen Betrachter, der gebildet und kunstinteressiert

war, der die Salons von Diderot ebenso las wie die Geschichte

der Kunst Winckelmanns, der über die Ausgrabungen in Pompeji und

Herculaneum ebenso informiert war wie über die Arbeiten der jungen

Rompreisträger. So verweist die Gestaltung des Dreifußes oder des Fußbodens

mit dem opus sectile auf die Ausgrabungen der antiken Städte

am Vesuv, und die beiden Götterfiguren boten dem kundigen Betrachter

eine Vielzahl von visuellen Referenzen zu kanonischen Skulpturen der

Antike, freilich ohne dass diese sklavisch kopiert worden wären: zum

Apoll von Belvedere, zur Vesta Giustiniani, zur Kapitolinischen Venus

oder zur Niobidengruppe.

Das Gemälde Apollo und Vesta lässt sich mit François André Vincents

Hauptwerk, dem Zeuxis im Louvre in Beziehung setzen, vor allem

in der Gestaltung der Figuren: So gleicht die Figur der Vesta in ihrer

Kopf- und Körperhaltung, ihrer Physiognomie und ihrer Haartracht der


zentralen Jungfrau im Zeuxis-Bild, obgleich die Haltung der Arme

entsprechend der unterschiedlichen Bilderzählungen anders ist (stellt

man die Verbindung zwischen Vesta und dieser Jungfrau her, wird

auch die Verbindung der Vesta zur Kapitolinischen Venus deutlich).

Die Figur des Apollo entspricht zudem – spiegelverkehrt – der Figur

des Zeuxis, und auch hierbei gilt, dass nur die Armhaltung geändert

ist. Bedenkt man die klassizistische Praxis, die Figuren zunächst

unbekleidet zu konzipieren und zu skizzieren, wird die Ähnlichkeit

zwischen den Figuren des Apollo und des Zeuxis noch offensichtlicher.

Die Beziehung zwischen beiden Werken lässt sich auch in

weiteren Bildelementen feststellen: In der Raumkonzeption, im

Verhältnis der Figuren zum Bildraum, aber auch in der Gestaltung

von Details wie der Statue der Minerva und deren Postament; Details,

die sich auch in Vincents Zeichnung Der junge Pyrrhus am Hof des

Glaucias (Musée du Louvre, Paris, Inv.-Nr. RF 36140) finden.

Interessant ist, dass die Maße dieses Gemäldes dem Format einer

Replik des Zeuxis-Gemäldes von Vincent entsprechen, die im Jahr

2007 im internationalen Auktionshandel angeboten worden ist

(102 x 137 cm). Durch einen Brief des Comte d´Angiviller ist bekannt,

dass Vincent wie auch David solche Repliken der großen

Historienbilder für private Sammler schufen. Entsprechend lässt sich

Apollo und Vesta, wie die Replik des Zeuxis, als ein Werk auffassen,

das François André Vincent für einen solchen privaten Auftraggeber

gemalt hat. Für diese Bestimmung spricht auch das Bildthema, das

eine (vergebliche) Götterliebschaft darstellt. Die Malerei des französischen

Klassizismus ist zumeist als politische Kunst der revolutionären

Epoche gedeutet worden, entsprechend standen die großen

Historienbilder im Mittelpunkt des Interesses. Die Künstler des Klassizismus

malten jedoch weiterhin die klassischen Götterliebschaften,

etwa aus Ovids Metamorphosen; Jacques Louis Davids Paris und

Helena im Louvre ist dafür ein Beispiel. Werner Hofmann sprach in

diesem Zusammenhang von einem „künstlerischen Doppelleben“ der

Künstler dieser Zeit. Auch das Gemälde Apollo und Vesta lässt sich zu

diesem Bildtypus zählen, den die privaten Auftraggeber bei Künstler

wie François André Vincent bestellten.


FRANÇOIS ANDRÉ VINCENT

1746 Paris – 1816 Paris

1326 APOLLO AND VESTA

Oil on canvas (relined).

99,5 x 136 cm.

When the Comte d´Angeviller commissioned two history paintings for

Louis XVI in 1787, he chose the two leading artists of his time, Jacques

Louis David und François André Vincent – David painted The Lictors

Bring to Brutus the Bodies of His Sons, and Vincent presented Zeuxis

Choosing Models from the Beautiful Women of Croton (both Musée du

Louvre, Paris). The choice of the themes has been interpreted as presenting

different concepts of art from these two painters. In any case, the

royal commission at the dawn of the French Revolution clearly shows

that Vincent, alongside David, had a high reputation and was regarded

worthy of the most important royal commissions.

The present painting showing Apollo and Vesta can be related to the

Zeuxis in the Louvre (see ill.), especially with regard to the conception

of the figures. It depicts a theme whose iconography at first seems to be

uncommon. In contrast to other deeds of the sun god, the story of Apollo

and Vesta has not influenced antique literature, for instance Ovid´s

Metamorphoses, and thus has not been represented by painters in later

times. The story can be summarised as follows: Apollo desires Vesta,

the sister of Jupiter, but she rejects him and, taking a vow of chastity, is

then chosen as guardian of the sacred fire. The Romans worshipped her

in the circular temple on the Forum as goddess of the hearth.

The painting puts Apollo´s desire and Vesta´s refusal on stage as a classical

drama with ancient architecture as its setting. The statue of Minerva,

the trivet, the fluted columns and pilasters indicate that the architecture

represents a temple. The painting represents the decisive moment

when Apollo reaches for Vesta and she tries to repel his inappropriate

attack. The whole action is condensed in the arms of the two figures

crossing each other, whereas otherwise the contours of the figures do

not overlap at all. The scene is performed in the grand style; despite the

dramatic action, the figures are depicted with a statuaric gravity, only

their attributes disclose their emotions: Apollo´s kithara lying on the

floor and the flame on the trivet waving slightly.

This painting obviously addressed a beholder who was educated and

interested, who read Diderot´s Salons as well as Winckelmann´s Geschichte

der Kunst, who was informed about the excavations at Pompeii

and Herculaneum as well as about the young winners of the Prix de

Rome. The design of the trivet for example, or the floor with the opus

sectile refer to the excavations of the ancient towns at Vesuvius, and the

depiction of the two gods offers a multitude of references to classical

sculptures without slavishly copying them: The Apoll of Belvedere, the

Vesta Giustiniani, the Capitoline Venus or the Niobe Group.

The painting Apollo und Vesta can be connected to the Zeuxis in the

Louvre, especially with regard to the representation of the figures: Vesta

resembles the central virgin in the Zeuxis in relation to the posture of

her head and her body, her features and her hair, even though the posture

of her arms is different according to the different narrative (if one

links the figure of Vesta to the figure of the virgin, the connection of

Vesta to the Capitoline Venues becomes more clear). The figure of Apollo

equals – mirror-inverted – the figure of Zeuxis, and in this case also,

only the posture of the arms is different. Considering the practice of the

painters of Neo-Classicism to design the figures initially as nudes, the


similarity between Apollo and Zeuxis becomes even more obvious. The

relation between the two works is also detected in other elements: The

concept of space and the relation between the figures and the space, but

also details like the statue of Minerva or the pedestal, details that can

also be found in Vincent‘s drawing The Infant Pyrrhus Before Glaucias

(Musée du Louvre, Paris, inv. nr. RF 36140).

It is an interesting fact that the measurements of this painting equate

those of a replica of the Zeuxis that was offered on the art market in

2007. From a letter of Comte d´Angeviller it is known that Vincent, as

well as David, painted such replicas of their large history paintings for

private collectors. Accordingly, Apollo und Vesta can also be regarded as

a work that – like the Zeuxis – was painted by François André Vincent

for such a private collector. Another hint for this destination of the

painting can be seen in its theme, an affair of the gods. French art of

the Neo-Classicisal period has been mostly regarded as political art ín

revolutionary times, and accordingly the large history paintings have

received the most attention. But the artists continued to depict classical

themes for instance from Ovid´s Metamorphoses for private collectors,

Jacques Louis David´s Helena and Paris in the Musée du Louvre being

one example. Werner Hofmann spoke of a double life of the painters

of that time. This painting, depicting Apollo and Vesta, can be counted

among these paintings that were commissioned by private collectors

from artists such as François André Vincent.

Zeuxis und die Jungfrauen von Croton

Zeuxis Choosing Models from the Beautiful Women of Croton

Musée du Louvre, Paris, Inv.-Nr. 8453

Copyright bpk / RMN / Paris, Musée du Louvre / René-Gabriel Ojéda


Lot 1335

Skulpturen


1327 EMAILPLAKETTE. Kupfer, vergoldet,

Email. Langgestreckte bandförmige

Plakette mit Kerbschnitten an den

Längsseiten. Die emaillierten Flächen

mit weißen Rosetten in blauem Grund

unter jeweils vier roten Bögen werden

von quadratischen Feldern mit reliefierten

goldenen Rosetten unterbrochen, die

Bohrungen zur Befestigung der Plakette

aufweisen. Bei der Plakette dürfte es sich

um einen Beschlag eines Schreines oder

eines Reliquiars handeln, wobei sich an

den schmalen abgeschnittenen Enden

gleichgestaltete Plaketten angeschlossen

haben dürften, um das Schmuckband

fortzusetzen.

Email mit geringen Verlusten.

Höhe 2,8 cm, Länge 32,6 cm.

RHEINLAND oder MAASLAND,

um 1200

Literatur

Ausst.-Kat. „Medieval Art from Private

Collections“, bearb. v. Carmen Gómez-

Moreno, New York 1968 (Metropolitan

Museum of Art – The Cloisters), Kat.

Nr. 147 mit Abb. – Ausst. Kat. „The Year

1200“, bearb. v. Konrad Hoffmann, New

York 1970 (Metropolitan Museum of

Art), S. 184, Kat. Nr. 190 mit Abb.

Provenienz

Altbrandenburgisches Museum Berlin.

– 1875 Schlossmuseum Berlin Inv.-Nr.

K 4211 (auf der Rückseite der Plakette).

– Rosenberg & Stiebel, New York.

– Sammlung Joseph Brummer, New

York. – Deren Versteigerung bei Parke-

Bernet, New York, 20.-23.4.1949, Lot

707. – Sammlung Ernest Brummer, New

York. – Deren Versteigerung bei Koller,

Zürich, 16.-19.10.1979, Lot 219. – Seither

Deutsche Privatsammlung.

Ausstellungen

Metropolitan Museum of Art – The

Cloisters, New York 1968. – Metropolitan

Museum of Art, New York 1970.

€ 12 000 – 13 000


1328 VORTRAGEKREUZ. Bronze und

Kupfer, gegossen, gewalzt, graviert,

vergoldet, Email. Die Mitte des Kreuzes

wird von einem Quadrat mit angesetzten

Kreuzblüten gebildet, in das die

Kreuzbalken mit lilienförmigen Enden

eingesteckt sind. Den Balken sind vier

rautenförmige Plaketten mit blauem

Email in Grubenschmelz aufgeheftet,

zudem sind sie reich mit gravierten stilisierten

floralen Motiven geschmückt.

Der aufgeheftete gekrönte Bronzekruzifix

wird von einem gravierten Kreuznimbus

hinterfangen. Die ebenfalls

reich gravierte Rückseite zeigt aneinandergereihte

Sternrosetten sowie in den

Balkenenden ebenfalls florale Motive.

Ein vergleichbares Vortragekreuz befand

sich ehemals in der Sammlung Thomée

in Altena (Westfalen).

Eine Kreuzblüte verloren, unterer Einsteckdorn

abgebrochen. Bereibungen.

40,5 x 32,5 cm.

LIMOGES, Anfang 13. Jahrhundert

Provenienz

Ehemals Schweizer Sammlung. – Deutsche

Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


1329 THRONENDER CHRISTUS.

Kupfer, getrieben, graviert, vergoldet.

Stark erhaben und dünnwandig getriebene

dreiviertelrunde Figur. Frontal gesehener

thronender Christus mit erhobenem

Haupt und parallel geführten Beinen.

Mit seiner linken Hand hält er ein Buch

auf seinen Knien, die rechte Hand ist

segnend erhoben. Wohl ehemals Applikation

des Bucheinbandes eines Evangeliars.

Kleiner Ausbruch am unteren linken

Abschluss. Bereibungen. Höhe 14,5 cm.

DEUTSCH, 2. Hälfte 13. Jahrhundert

€ 2 000 – 2 500

1330 MARIA UND JOHANNES. Bronze,

gegossen, graviert, vergoldet. Jeweils

dreiviertelrund gestaltet mit hohler

Rückseite. Maria mit gekreuzten Armen,

Johannes mit einem Gefäß in seiner

erhobenen rechten Hand. Wohl ehemals

Bestandteile einer Kreuzigungsgruppe.

Nur geringfügig berieben. Jeweils zwei

kleine Bohrungen. Höhe 8 bzw. 8,2 cm.

Wohl FRANKREICH, um 1300

€ 1 800 – 2 000


1331 THRONENDE MUTTERGOTTES.

Holz, dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig

abgeflacht. Geringe Reste einer

einheitlichen älteren und wohl originalen

Farbfassung, die in weiten Teilen

auf eine auf den Holzkern aufgelegte

Leinwand aufgetragen ist. Schlichte

blockartige Thronbank. Darauf die auf

Vorder- und leichte Unteransicht gestaltete

sitzende Muttergottes, die das auf

ihrem linken Knie in einer Bewegung

nach rechts stehende Jesuskind mit ihrer

Hand umfasst hält; in ihrer vorgestreckten

rechten Hand dürfte sie ehemals

ein Zepter gehalten haben. Maria trägt

Krone und Schleier sowie ein gegürtetes

bodenlanges Kleid, der um ihre Schultern

gelegte Mantel ist in einer Diagonale

über ihre Knie gezogen und bedeckt

auch das Kissen des Thrones. Bei der

kreisrunden Bohrung an der Unterkante

der Vorderseite dürfte es sich um ein

Reliquiendepositorium handeln.

Fassungsreste gesichert, vertikaler Spalt

in der unteren Hälfte der Vorderseite

restauratorisch gefüllt. Oberer Abschluss

der Krone, rechte Hand der Maria sowie

Kopf und Hände des Kindes verloren.

Höhe 56 cm.

Wohl WESTFALEN, Ende 14. Jahrhundert

Gutachten

Restaurierungsbericht von Ursula

Brücker (Steinfurt-Borghorst),

8.2./3.11.2003.

Provenienz

Westfälischer Privatbesitz.

€ 16 000 – 18 000


1332 HL. BISCHOF. Eichenholz, vollrund

geschnitzt, geringfügigste Reste einer

ehemaligen farbigen Fassung. Stehende

und auf Vorderansicht gestaltete Ganzfigur

mit leicht gesenktem Haupt und

in gemäßigter kontrapostischer Haltung

mit vorgesetztem rechtem Fuss. Der

Bischof trägt eine Mitra mit Infuln, von

seinem linken Unterarm hängt seine

Stola herab. Das Untergewand fällt bis

auf den Boden in vertikalen Falten hinab,

wozu die Schüsselfalten des Chormantels

einen reizvollen Kontrast bilden. Die

vorgestreckten Hände des Bischofs mit

Buch und heute verlorenem Stab sind

später ergänzt.

Feine vertikale Risse. Auf neuere hölzerne

Plinthe montiert. Höhe 50 cm (ohne

Plinthe).

RHEINLAND, Ende 14. Jahrhundert

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 7 000


1333 KÖLNER PILGERZEICHEN MIT

DEN HL. DREI KÖNIGEN. Zinn,

gegossen. Kreisförmiger Gitterguss mit

der Darstellung der thronenden Muttergottes,

den Königen zur rechten und

einem bekrönten Reiter zur linken Seite

unter Arkaden, zuunterst ein Drache. Ein

gleichgestaltetes Pilgerzeichen aus Köln

wurde in Kalmar (Schweden) gefunden

und wird im Staatlichen Historischen

Museum in Stockholm aufbewahrt

(Inv. Nr. 21144:625).

Geringfügig berieben. Durchmesser

6,2 cm.

KÖLN, 1. Hälfte 15. Jahrhundert

Literatur

Zu dem Vergleichsstück in Stockholm

siehe Yuki Ikari: Wallfahrtswesen in

Köln vom Spätmittelalter bis zur Aufklärung,

Köln 2009, S. 63-64, Abb. 5.

€ 800 – 900

1334 THRONENDE MUTTERGOTTES.

Holz, dreiviertelrund geschnitzt und

rückseitig abgeflacht. Reste einer älteren

farbigen Fassung, wohl ehemals schwarz

überfasst und wieder freigelegt. Auf

einer schlichten Thronbank sitzende

und auf Vorder- und leichte Unteransicht

gestaltete Muttergottes, die das Jesuskind

auf ihrem linken Knie hält. Maria trägt

über ihrem Kleid einen um die Schultern

gelegten und über die Knie gerafften

roten Umhang, das ebenfalls in ein

langes Gewand gekleidete Kind hält ein

Buch in seinen Händen.

Rechte Hand der Maria teilweise verloren,

Bestoßungen mit Verlusten an der

Vorderseite der Plinthe. Höhe 43 cm.

WESTDEUTSCH, wohl EIFEL,

15. Jahrhundert

Provenienz

Westdeutscher Privatbesitz.

€ 2 000 – 2 500


1335 MADONNA MIT KIND. Hartholz,

vollrund geschnitzt, auf der Rückseite

im mittleren Bereich nicht vollständig

durchgestaltet. Großflächige Reste der

wohl originalen farbigen Fassung. Flache

als Erdboden gestaltete Plinthe. Darauf

die auf leichte Unteransicht gestaltete

Ganzfigur der Muttergottes in maßvollem

Kontrapost mit linkem Stand- und

zur Seite gestelltem rechtem Spielbein.

Ihren Kopf (die Krone ist verloren) leicht

zur Seite gewandt, hält Maria mit beiden

Händen das segnende nackte Jesuskind

seitlich über ihrer leicht vorgeschobenen

Hüfte. Das taillierte blaue Kleid fällt in

vertikalen Falten bis auf den Boden

hinab, um sich über der Fußspitze

Marias zu stauchen. Der rote Mantel

ist um die Schultern der Gottesmutter

gelegt und vor dem Körper gerafft,

wobei er ein ausgewogenes Spiel aus

schwingenden Säumen, Stauchungen

und Stegfalten zeigt. Die Skulptur zeigt

in Gesichtstypen und Gesamtgestaltung

große Ähnlichkeiten zu einer „Madonna

mit Kind“ um 1430/1440 eines Lütticher

Meisters im Diözesanmuseum in Lille

(Inv. Nr. 183).

Plinthe mit Bestoßungen und Verlusten,

auf der Rückseite im mittleren Bereich

Kittungen. Höhe 59 cm.

MAASLAND (LÜTTICH),

um 1440/1450

Literatur

Zu der vergleichbaren Skulptur siehe

Ausst.-Kat. „Late Gothic Sculpture. The

Burgundian Netherlands“, bearb. v. John

W. Steyaert, Gent 1994, Kat. Nr. 74 mit

Abb.

€ 18 000 – 20 000


1336 HL. BARBARA UND HEILIGE

MIT BUCH. Wohl Lindenholz, dreiviertelrund

geschnitzt, jeweils rückseitig

abgeflacht und ausgehöhlt. Ältere und

wohl originale, nur in Teilen übergangene,

gleichgestaltete farbige Fassungen.

Zwei als zusammengehöriges Paar gestaltete

Skulpturen. Die Heilige Barbara

steht in gleichmäßig schwingendem

Kontrapost mit vorgestelltem rechtem

Bein, den Oberkörper zurückgenommen

ist ihr Gesicht leicht zur Seite gewandt.

Als Attribut hält sie einen Kelch in ihren

Händen, zu ihren Füßen ist der Turm zu

sehen. Sie trägt ein hoch tailliertes Kleid

mit Blumenmuster und langen Ärmeln,

das gleichmäßige, parallele Falten vor

dem Körper zeigt. Einen starken Kontrast

dazu bilden die kräftigen Schüsselund

Stegfalten ihres goldenen Mantels,

der über die Schultern gelegt und vor

den Körper gezogen ist. Die zweite, ebenfalls

bekrönte Heilige zeigt als Attribut

ein geöffnetes Buch; das ehemals in ihrer

linken Hand gehaltene zweite Attribut

ist jedoch verloren. Sie ist in ihrer Haltung

als Pendant zur Barbara gestaltet,

wie auch ihr Kostüm und dessen Faltengebung

deutliche Parallelen zeigen.

Nur geringfügige Bestoßungen. Höhe 92

und 96 cm.

Wohl BAYERN, um 1460/1470

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 18 000 – 20 000


1337 ANNA SELBDRITT. Holz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Ältere farbige Fassung,

in Teilen übergangen. Als Erdboden

gestaltete Plinthe. Darauf die auf Vorderansicht

gestaltete Figur der Heiligen

Anna, die mit vorgesetztem linkem Fuss

und zurückgenommenem Oberkörper

in gemäßigtem Kontrapost steht. Über

ihrer linken Hüfte trägt sie die kleinfigurige

Gestalt ihrer Tochter Maria, die in

ein langes blaues Gewand gekleidet ihre

Hände betend erhoben hält. Zur anderen

Seite der Anna ist das nackte Jesuskind

mit einem Apfel in seiner linken Hand

zu sehen. Anna trägt einen matronenhaften

Schleier sowie ein gegürtetes

und gefälteltes bodenlanges Kleid.

Der Gesamteindruck der Skulptur und

ihres plastischen Volumens wird jedoch

besonders durch den goldenen Mantel

der Anna bestimmt, der um den Körper

gelegt ist und teilweise unterschnitzt

schwingende Säume, stegartige Falten

und wulstige Stauchungen aufweist.

Bestoßungen mit geringen Verlusten an

der Farbfassung. Wenige feine Risse.

Linke Schulter und Arm der Anna alt angefügt,

Vorderkante der Plinthe ergänzt.

Höhe 76 cm.

Wohl MITTELDEUTSCH,

2. Hälfte 15. Jahrhundert

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 12 000 – 15 000


1338 STEHENDE HEILIGE. Lindenholz,

vollrund geschnitzt, Reste einer älteren

farbigen Fassung, Inkarnat übergangen.

Originaler aus zwei Teilen gearbeiteter

profilierter Sockel. Darauf die nach

rechts gewandte Heilige, die mit ihrer

rechten Hand ihr rotes Kleid rafft; die

Hand des erhobenen und angewinkelten

linken Arms fehlt. Der voluminöse

Mantel bestimmt den Kontur der Skulptur,

auf ihrer Rückseite sind die langen

herabfallenden Haare vollkommen

durchgestaltet. Nach Hubert Wilm gehört

die Figur in den Kreis der oberrheinischen

Heiligen und Madonnen, die in

ihren Faltenmotiven eng mit den Stichen

des Meisters E. S. verwandt sind.

Die ehemals fehlende Krone wurde

nach 1990 ergämzt. Wenige kurze Risse,

Wurmlöcher, geringfügige Bestoßungen.

Höhe 36,5 cm (mit Sockel).

OBERRHEIN, um 1460/1470

Literatur

Zu zwei vergleichbaren oberrheinischen

Madonnenstatuetten um 1470/1480

siehe Hubert Wilm: Die gotische Holzfigur,

Stuttgart 3. Aufl. 1942, Abb. 108

und 110-112.

Provenienz

Sammlung Benno Gereon Engel

(München). – Deren Versteigerung in der

438. Lempertz-Auktion, Köln, 2.12.1953,

Lot 13. – Julius Böhler (München) 1990.

€ 10 000 – 12 000


1339 MADONNA MIT KIND. Holz,

dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig

abgeflacht und ausgehöhlt. Sehr geringfügige

Reste einer ehemaligen farbigen

Fassung. Auf Vorder- und leichte Unteransicht

gestaltete stehende Ganzfigur

der Muttergottes, der zu ihren Füßen

die Darstellung der Mondsichel beigegeben

ist. Maria steht im Kontrapost mit

vorgesetztem linkem Bein und zurückgenommenem

Oberkörper und trägt das

Jesuskind zu ihrer Seite über der Hüfte.

Das Kind ist unbekleidet und hält die

Weltkugel in seiner Hand. Der Charakter

der Skulptur wird besonders durch die

großflächigen Gesichter sowie durch

die Gestaltung des Mantels bestimmt,

der in einem Spiel aus geschwungenen

Säumen, Stauch- und Stegfalten um den

Körper der Maria drapiert ist.

Geringfügige Bestoßungen, Fußspitze

der Maria verloren. Höhe 103 cm.

Wohl MITTELRHEIN,

2. Hälfte 15. Jahrhundert

Provenienz

Hessischer Privatbesitz.

€ 9 000 – 10 000


1340 GEDENKTAFEL. Marmor. Sehr

geringfügige Reste einer ehemaligen

farbigen Teilfassung. Das in stark erhabenem

Relief gearbeitete Epitaph zeigt

einen Engel mit Wappen. Darunter die

Inschrift des Stifters, der die Tafel zu

seinem Gedenken hat machen lassen:

„HOC OPVS FECIT FIERI PSBITER

GABRIEL IOTA DE GASAO. MCCCCLIIII

DIE XVI AGVSTI.“

Geringfügige Bestoßungen. In hölzernen

Rahmen eingefügt. 32 x 24 cm.

Wohl SPANIEN, 1454

€ 4 000 – 5 000

1341 HL. KATHARINA (?). Holz, mit

Sockel aus einem Werkblock geschnitzt,

rückseitig abgeflacht und ausgehöhlt.

Geringfügige Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung. Hoher und profilierter,

ungleichmäßig fünfseitiger Sockel. Darauf

die Büste einer bekrönten Heiligen

mit langen welligen Haaren. Ihre Hände

mit kennzeichnenden Attributen sind

verloren, doch der Typus der Darstellung

lässt auf eine Hl. Katharina schließen.

Die Heilige trägt einen gegürteten

Mantel, dessen weiter Ärmel des linken

Armes über den Sockel herabhängt.

Spitzen der Krone verloren. Höhe 42 cm.

Wohl FRANKEN,

Anfang 16. Jahrhundert

Provenienz

Bayerische Privatsammlung.

€ 2 500 – 3 000


1342 HL. MARIA MAGDALENA. Eichenholz,

dreiviertelrund und teilweise

freiplastisch geschnitzt, rückseitig

geringfügig abgeflacht. Große Reste

der wohl originalen farbigen Fassung.

Kniende und mit erhobenem Blick nach

rechts gewandte Figur der Heiligen,

die als kennzeichnendes Attribut mit

ihrer rechten Hand ein Salbgefäss hält;

ihr linker und ehemals wohl erhobener

Arm ist verloren. Magdalena trägt

eine modische Kopfbedeckung und ein

gegürtetes langes Kleid, ein goldener und

blau unterfütterter Umhang ist um ihren

Körper drapiert. Die kleinformatige

Skulptur dürfte als Assistenzfigur einer

Kreuzigungsszene aus einem vielfigurigen

Schnitzaltar stammen.

Ein Finger verloren, geringfügige Bestoßungen.

Höhe 19,5 cm.

Wohl ANTWERPEN, um 1510/1520

Provenienz

Westdeutscher Privatbesitz.

€ 3 000 – 3 500

1343 PIETÁ. Eichenholz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig abgeflacht und

ausgehöhlt. Geringe Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung. Auf leichte

Unteransicht gestaltete Figurengruppe.

Die Gottesmutter Maria sitzt mit vorgestelltem

rechtem Bein und leicht zur

Seite gewandt, mit ihrer rechten Hand

umfasst sie den Oberkörper des mit

Dornen bekrönten Leichnams Christi,

der dem Betrachter zugewandt auf ihrem

Knie ruht. Durch die Gestaltung der Gewandung

der Maria wird die Nacktheit

des Toten noch unterstrichen.

Feine radiale Risse. Linke Schulter der

Maria alt angestückt. Linke Hand und

herabhängender Arm Christi wohl ergänzt.

Höhe 73 cm.

Wohl WESTDEUTSCH,

1. Hälfte 16. Jahrhundert

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 5 000 – 6 000


1344 MADONNA MIT KIND. Weichholz,

auf der Rückseite abgeflacht und tief

ausgehöhlt. Die ältere Farbfassung mit

Ausbrüchen und Fehlstellen, in Angleichung

an diese Fassung sorgfältig und

einheitlich neu überfasst. Frontal gesehene

sitzende Muttergottes, den Oberkörper

aufgerichtet und mit angehobenem

Kopf, ihr rechtes Bein weit zurückgenommen.

Sie trägt einen blau-goldenen

Umhang über einem langen roten Kleid,

den langen gewellten Haaren ist ein

goldener Stirnreif aufgesetzt. Mit beiden

Händen stützt sie das auf ihrem Knie

stehende Jesuskind, das zur Seite und

vornüber gebeugt eine Weinrebe hält.

Jesus mit weißem Inkarnat und nur mit

einem kleinen goldenen Lendentuch

bekleidet. Auf der Rückseite des Kopfes

der Maria eine faustgroße Aushöhlung,

zu der zudem eine vertikale kreisrunde

Bohrung auf der Kopfoberseite hinabführt

(Reliquiendepositorium?).

Auf der Rückseite ehemaliger Wurmbefall

erkennbar, unten rechts kleiner Ausbruch.

Absplitterung in der Farbfassung

unten links. Höhe 87 cm.

SCHWABEN, wohl KAUFBEUREN,

um 1510

Literatur

Vgl. Theodor Demmler: Die Bildwerke

des Deutschen Museums (Berlin), Bd. 3,

Berlin/Leipzig 1930, S. 231-232, Nr. 8165,

mit Abb. (dort eine in Gestaltung und

besonders im Typus des Jesuskindes

vergleichbare Madonna mit Kind, die

als Arbeit vor 1515 der Werkstatt des

Kaufbeurener Bildhauers Jörg Lederer

zugeschrieben wird).

€ 18 000 – 20 000


1345 CHRISTUS AM ÖLBERG. Lindenholz

geschnitzt, Rückseite stark ausgehöhlt.

Arme und unterer rechter Abschluss

separat gearbeitet und angefügt.

Große Reste einer älteren und wohl

originalen Fassung (freigelegt zwischen

1941 und 1954). Lebensgroße Skulptur

des knienden Christus mit erhobenen

und nach vorn gestreckten Händen, den

monumental aufgefassten Kopf frontal

ausgerichtet und den Blick leicht erhoben.

Die ausdrucksstarke Physiognomie

des die Passion erwartenden Christus

wird von gut durchgearbeiteten und

teilweise frei geschnitzten Haarlocken

gerahmt. Christus trägt ein schlichtes

Gewand, das glatt herabfallend stark

wulstige Stegfalten zeigt und von dem

sich die weit herabhängenden Ärmel mit

ihren zusammengeschobenen Faltenbündeln

effektvoll absetzen. Hubert Wilm

sah in der Gestaltung der Skulptur eine

nahe Verwandtschaft zu den Werken

des Allgäuer Bildschnitzers Jörg Lederer

(1499 Füssen – 1555 Kaufbeuren).

Bestoßungen mit geringen Verlusten.

Auf der Rückseite die Arme mit Metallbügeln

arretiert. Höhe 145 cm.

SCHWABEN, wohl KAUFBEUREN,

um 1520/1530

Gutachten

Hubert Wilm, München 29.5.1941

(Kopie).

Provenienz

Kunsthandlung Stock, Augsburg1954. –

Westdeutscher Privatbesitz.

€ 20 000 – 25 000


1346 HL. JAKOBUS. Wohl Eichenholz,

vollrund geschnitzt, rückseitig jedoch

abgeflacht und nur unvollständig

durchgestaltet. Ältere farbige Fassung,

in Teilen übergangen. Kleiner profilierter

Sockel. Darauf die stehende und zur

Seite gewandte Ganzfigur des Heiligen in

gegürtetem blauem Gewand und rotem

Umhang, mit Pilgertasche und Flasche

sowie mit einer durch die Muschel als

Pilgerhut erkennbaren Kopfbedeckung.

Seine Hände mit ehemals vorhandenen

weiteren Attributen sind heute verloren.

In der Gestaltung aller Details – wie zum

Beispiel den umgeschlagenen Säumen

des Umhangs – zeigt sich eine feine

Beobachtung des Schnitzers.

Zehen teilweise verloren. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 82 cm.

FLÄMISCH, um 1520

Provenienz

Ehemals Sammlung Bossi, Genua. –

479. Lempertz-Auktion, Köln, 12.11.1964,

Lot 500, Taf. 101. – Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000


1347 HL. PAPST. Holz geschnitzt, rückseitig

abgeflacht, Reste einer älteren farbigen

Fassung. Auf unregelmäßiger Plinthe

stehender Heiliger mit der päpstlichen

dreistufigen Tiara, der ein geöffnetes

Buch mit seiner linken Hand vorweist;

der hinter die rechte Hand geklemmte

faltige und grüngefasste Gegenstand

lässt sich leider nicht identifizieren. Das

lange Untergewand staucht sich über

den Füßen und ist deutlich von dem

gesäumten und von einer Brustschließe

gehaltenen Chormantel abgesetzt, der

vor dem Körper gerafft in seinem Spiel

aus gegeneinander gesetzten glatten

Flächen und wulstigen Stauchfalten den

Charakter der Skulptur bestimmt.

Einge feine Risse, Bestoßungen mit

geringen Verlusten, Buch wohl überschnitzt.

Höhe 54 cm.

MITTELRHEIN (?),

1. Hälfte 16. Jahrhundert

€ 6 000 – 7 000


1348 KREUZIGUNGSGRUPPE. Lindenholz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht.

Sehr geringfügige Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung. Dreifigurige

Gruppe in silhouettierten Reliefs.

Christus im Dreinageltypus mit hochgezogenen

Schultern und ausgestreckten

Armen sowie seitlich abflatterndem

Lendentuch. Maria und Johannes stehen

auf hohen und als Erdboden gestalteten

Plinthen und halten ihre Hände zu

Trauergesten erhoben. Die Gestaltung

ihrer vor den Körpern gerafften Gewänder

wird von den linaer und gleichmäßig

schwingenden Säumen bestimmt, denen

einzelne Faltenstauchungen entgegenstehen.

Rückseite des Johannes beschriftet

mit: „Joh. Georg Mairle von Eslingen

hatte diessen Altar Rinofirt ano 1850 da

er die Jahreszahlen 1524 an diesem bilde

fand so ist es jed(.) 326 Jahre alt.“

Seitlicher Abschluss des Lendentuchs ergänzt,

Arme des Christus wohl alt angefügt,

eine Fingerspitze verloren. Plinthe

des Johannes mit vertikalem Riss. Höhe

75 cm (Christus) bzw. 78 cm (Maria und

Johannes).

SCHWABEN, um 1520/1530

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 20 000 – 22 000


1349 THRONENDER BISCHOF. Eichenholz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Sehr geringfügige Reste

einer ehemaligen farbigen Fassung,

zudem partiell mit neuerer goldfarbiger

Fassung. Thron mit seitlich eingestellten

profilierten Säulen. Darauf die auf Vorder-

und leichte Unteransicht gestaltete

sitzende Figur eines Bischofs, der ein

geöffnetes Buch und ein kleines Deckelgefäß

in seinen Händen hält. Der Heilige

trägt eine Mitra mit frei geschnitzten

Infuln, bodenlange Untergewänder mit

wulstigen parallelen Falten sowie einen

Chormantel; die Chormantelschließe

fehlt.

Vertikaler Riss im Buch, Ausbruch an der

Plinthe. Höhe 91 cm.

Wohl NIEDERLÄNDISCH,

um 1530/1540

Provenienz

Benediktinerabtei St. Michael, Siegburg.

€ 7 000 – 8 000


1350 BÜSTE EINER JUNGEN FRAU.

Holz, vollrund geschnitzt, ältere farbige

Fassung (teilweise über Leinwand).

Frontal gesehene Darstellung einer

jungen Frau mit ebenmäßigem Gesicht

und bloßen Schulter. Die wellig frisierten

Haare mit am Hinterkopf geflochtenen

und aufgesteckten Zöpfen zeigen über

den Schläfen eine Einkerbung, so dass

die Büste ehemals ein aufgesetztes

Diadem getragen haben dürfte. Auch

die Ohrläppchen weisen Bohrungen für

Ohrringe auf.

Bestoßungen mt geringfügigen Verlusten

an der farbigen Fassung. Höhe 26,5 cm.

Wohl OBERITALIEN, 16. Jahrhundert

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 7 000 – 8 000


1351 MADONNA MIT KIND. Alabaster,

deiviertelrund bearbeitet, rückseitig

abgeflacht. Geringfügige Reste einer

ehemaligen Farbfassung. Stehende

Ganzfigur der Muttergottes in langem

Gewand, die das bekleidete Jesuskind

zu ihrer Seite über ihrer linken Hüfte

hält. Die Skulptur ist nach dem Vorbild

des Gnadenbildes von Trapani (Sizilien)

gestaltet. Auf zugehörigen profilierten

Sockel aus Alabaster montiert.

Kronen verloren, Bestoßungen. Höhe

39,5 cm.

ITALIEN, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

€ 5 000 – 5 500

1352 ENGEL MIT LEIDENSWERK-

ZEUGEN CHRISTI. Bronze, gegossen,

graviert, alt patiniert. Auf kleiner runder

Plinthe stehender vollrund gestalteter

nackter Engel. Die Passionssymbole

Säule und Hahn verweisen auf die

Geisselung Christi und die Verleugnung

des Petrus.

Auf modernen Marmorsockel montiert.

Höhe 12 cm (ohne Sockel).

OBERITALIEN, um 1600

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 3 000 – 3 500


1353 PAPST GREGOR DER GROSSE.

Bronze, gegossen, alt patiniert. Kreisrunde

flache Plinthe. Darauf die stehende

Figur des Papstes mit zurückgenommenem

rechtem Bein und weit

vorgesetztem linkem Fuß. Seine linke

Schulter leicht zurücknehmend, hat er

zur Seite schauend seinen Kopf ins Profil

gedreht, zudem hält er seinen rechten

Arm segnend weit erhoben. Als Attribut

des Kirchenlehrers hält er ein Buch in

seiner gesenkten linken Hand, auf dem

Haupt trägt er die päpstliche Tiara. Seine

pontifikale Tracht ist detailliert wiedergegeben,

wobei die faltenreichen Gewänder

ein starkes Eigenleben entwickeln und

zugleich die Plastizität des Körpers betonen.

Spitze der Tiara verloren. Geringfügige

Bestoßungen und Bereibungen.

Höhe 33 cm.

OBERITALIEN, um 1600

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


1354 ANBETUNG DER HIRTEN. Alabaster,

Reste einer ehemaligen teilweisen

Vergoldung. Stark erhaben gearbeitetes

Relief mit kleiner vorkragender Standfläche.

Zur Rechten ist Maria mit dem

Christuskind zu sehen, Joseph hält eine

Lampe erhoben. Die Heilige Familie

wird dicht gedrängt von anbetenden

und musizierenden Hirten umgeben,

zuoberst fünf Engel über Wolken.

Nur geringfügige Bestoßungen, jedoch

diagonaler Bruch mit zwei Verzweigungen.

In hölzernen Rahmen eingefügt.

21,5 x 17 cm.

MECHELN, um 1600

Provenienz

Sammlung E. A. Titgemeyer, Osnabrück.

€ 3 500 – 4 000

1355 KREUZIGUNG CHRISTI. Buchsbaum,

geschnitzt, Haare teilweise

schwarz gefasst. Teilweise freiplastisch

und hinterschnitzt gearbeitetes Hochrelief.

Zuoberst Christus am Kreuz zwischen

den zwei Schächern. Im Vordergrund zur

Linken die trauernde Muttergottes mit

Johannes sowie Maria Magdalena unter

dem Kreuz, zur Rechten der reitende

Longinus mit der Lanze. Die figurenreiche

Szene ist in der Staffelung der Reliefschichten

wie auch der Beobachtung der

Details bemerkenswert ausgeführt.

Geringfügige Bestoßungen. In hölzernen

Rahmen eingefügt. 38,5 x 29 x 4 cm.

FLÄMISCH, Mitte 17. Jahrhundert

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000


1356 UNTERWEISUNG MARIENS.

Elfenbein, vollrund geschnitzt, wobei die

Rückseite weniger differenziert durchgestaltet

ist. Auf Vorderansicht gestaltete

Figurengruppe mit silhouettenhaftem

Umriss. Die mit vorgesetztem rechtem

Fuss stehende Anna hält ihren Kopf

leicht seitwärts geneigt. Mit ihrer linken

Hand umfasst sie die Schulter ihrer

vor ihr stehenden Tochter Maria, die in

einem geöffneten Buch liest, in das ihre

Mutter weisend einen Finger gelegt hat.

Die Kleinplastik zeichnet sich durch ihre

sehr qualitätvolle, auch mit Unterschnitzungen

arbeitende Ausführung aus, in

der das reiche Spiel der Gewandfalten

wie auch die ausdrucksstarken Physiognomien

fein beobachtet und erfasst

sind.

Bohrung auf der leicht gebräunten Rückseite.

Höhe 16,5 cm.

SÜDDEUTSCH,

1. Hälfte 17. Jahrhundert

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 5 000 – 6 000


1357 MEDAILLON MIT CHRISTUS

UND MARIA. Hellbräunlicher Marmor,

geschnitten. Hochovales Medaillon

mit beidseitig leicht vorgewölbter

Spiegelfläche. Darauf auf der Vorderseite

die erhaben gearbeitete und nach links

gewandte Profilbüste Christi, auf der

Rückseite nach rechts gewandt die Profilbüste

der Gottesmutter Maria.

Feiner diagonaler Riss, oberer Abschluss

alt wieder angesetzt. In hölzernen Standrahmen

eingefügt. Höhe 9,7 cm (ohne

Rahmen).

ITALIEN, 17. Jahrhundert

Provenienz

Sammlung D. David-Weill (Paris). –

Kunsthandlung Julius Böhler (München)

1977. – Süddeutsche Privatsammlung.

€ 1 500


1358 HEILIGER KÖNIG. Kalkstein, Rückseite

abgeflacht, teilweise freiplastisch

gearbeitet. Geringfügige Reste einer

ehemaligen farbigen Fassung. Runde

als Erdboden gestaltete Plinthe. Darauf

die stehende Ganzfigur eines bekrönten

Heiligen in kurzem Untergewand

und langem, mit stilisierten Lilien

geschmücktem Mantel, der mit einem

Hermelinkragen versehen ist. An einem

Schulterband trägt er ein ovales Medaillon,

dessen Darstellung nicht mehr

erkennbar ist. Mit seiner linken Hand

hält er die Dornenkrone Christi mit drei

Kreuzesnägeln empor. Es könnte sich

um eine Darstellung des heiligen französischen

Königs Ludwigs IX. handeln, der

den Bau der Pariser Sainte Chapelle in

den Jahren 1244-1248 für die Dornenkronenreliquie

veranlasste.

Rechter Arm verloren. Krone und

Dornenkrone mit Verlusten, Teile der

Dornenkrone lose. Bestoßungen.

Höhe 102 cm.

FRANKREICH, 17. Jahrhundert

€ 7 000 – 8 000


1359 LUDWIG XIV. Marmor. Kreisrunder

Tondo mit glattem Spiegel, der eine flach

gestaltete Brüstung zeigt. Davor das

stark erhaben gearbeitete Brustporträt

des französischen Königs nach links

gewandt, der Kopf im strengen Profil.

Ludwig XIV. trägt einen mit einer Maske

geschmückten Brustpanzer, seine langen

Haare werden von einem Lorbeerkranz

bekrönt.

Geringfügige Bestoßungen. In einen hölzernen

Rahmen im Régence-Stil eingefügt,

der seine Farbfassung verloren hat.

Durchmesser 19 cm (ohne Rahmen).

FRANKREICH,

4. Viertel 17. Jahrhundert

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 5 000 – 6 000


1360 HL. APOSTEL. Lindenholz, vollrund

geschnitzt, Rückseite nur kursorisch

durchgearbeitet. Geringfügige Reste

einer ehemaligen farbigen Fassung.

Standfigur in kontrapostischer Haltung

und mit ausgebreiteten Armen. Der Kopf

des Apostels mit lockigen Haaren, buschigen

Augenbrauen und welligem Bart

zeigt eine markante Physiognomie. Das

lange Untergewand des Heiligen fällt bis

auf die mit Sandalen beschuhten Füße

hinab, der faltenreiche über die Schulter

gelegte Umhang ist über der Hüfte verknotet.

Wenige feine vertikale Risse und

Bestoßungen. Lose eingesteckte Unterarme

vermutlich ergänzt. Höhe 124 cm.

Wohl MITTELDEUTSCH,

2. Hälfte 17. Jahrhundert

€ 3 000 – 3 500

1361 HL. FRANZ VON SALES. Buchsbaum,

vollrund geschnitzt, geringfügige

Reste einer ehemaligen teilweisen

schwarzen Fassung. Auf ovaler Plinthe

stehende Ganzfigur des 1665 heilig gesprochenen

Kirchenlehrers. In seiner linken

Hand hält er ein Buch, seine rechte

Hand ist segnend erhoben. In die Tracht

eines Prälaten gekleidet, jedoch ohne

weiteres kennzeichnendes Attribut, wird

in der Figur traditionell eine Darstellung

des Heiligen Franz von Sales gesehen.

Wenige feine vertikale Risse.

Höhe 22,5 cm.

SÜDDEUTSCH,

2. Hälfte 17. Jahrhundert

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 500 – 2 000


1362 PIETÁ. Buchsbaum, aus mehreren

Werkblöcken zusammengefügt, auf der

Rückseite abgeflacht, jedoch allseitig

durchgestaltet. Als Erdboden gestaltete

Plinthe mit unregelmässigem Umriss.

Die auf einem Felsen sitzende Muttergottes

hat ihren rechten Fuß vorgesetzt

und hält den Leichnam ihres Sohnes auf

ihren Knien, den Kopf mit ihrer Hand

stützend. Der dornenbekrönte und nur

mit einem Lendentuch bekleidete Christus

ist dabei mit herabhängendem Arm

dem Betrachter zugewandt. Der Gesamteindruck

der Skulptur wird besonders

von der detaillierten Gestaltung der

reichen Gewandfalten bestimmt, zudem

zeigt sie eine klare Dreieckskomposition,

die von der Diagonale des Körpers

Christi durchschnitten wird.

Wenige feine Risse, Fugen der

Werkblöcke teilweise erkennbar.

31 x 32 x 15,5 cm.

Wohl FLÄMISCH,

Ende 17. Jahrhundert

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000


1363 TRAUERNDE MUTTERGOTTES.

Lindenholz geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und flach ausgehöhlt. Ältere und

wohl originale farbige Fassung. Halbrunde

Plinthe. Darauf die im Kontrapost

stehende Ganzfigur der mit ihrem Blick

zur Seite gewandten Muttergottes mit

trauerndem Gesichtsausdruck, die ihre

erhobenen Hände vor ihrem Körper

ringt. Maria trägt einen auf die Schultern

herabfallenden Schleier sowie ein bodenlanges

und gegürtetes goldenes Kleid,

der um die Schultern gelegte Umhang ist

in einem lebhaften Faltenmotiv vor den

Körper gezogen. Wohl ehemals Bestandteil

einer Kreuzigungsgruppe.

Linker Oberarm teilweise verloren. Bestoßungen

mit geringen Verlusten an der

Farbfassung. Auf profilierte Holzplinthe

montiert. Höhe 51 cm (ohne Plinthe).

SÜDDEUTSCH, um 1700

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000


1364 STEHENDER ENGEL. Holz, vollrund

geschnitzt, auf der Rückseite jedoch nur

teilweise durchgestaltet. Ältere farbige

Fassung in Teilen übergangen. In gemäßigtem

Kontrapost stehende Figur

mit langen, im Nacken zusammengehaltenen

Haaren, in bodenlangem Untergewand

und in rüstungsartigem Wams

mit kräftigem Kragen. Die Plastizität

der Skulptur wird besonders durch den

goldfarbenen Umhang bestimmt, der in

kräftigen Falten um Schulter und Körper

geschlungen ist.

Linker Unterarm und rechte Hand verloren.

Vertikaler Riss auf der Vorderseite.

Auf einfache hölzerne Plinthe gesetzt.

Höhe 101 cm (ohne Plinthe).

Wohl WESTDEUTSCH, um 1700

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 1 800 – 2 000

1365 CORPUS CHRISTI. Holz, vollrund

geschnitzt. In weiten Teilen ältere und

wohl originale farbige Fassung, besonders

an den Armen übergangen. Christus

mit auseinander gezogenen Armen und

stark zur Seite geneigtem und gesenktem

Haupt. Der nur mit einem Lendentuch

bekleidete Körper ist stark in der

Hüfte verdreht, die Füße sind übereinander

gelegt. Die Expressivität in der

Darstellung des nackten Körpers wird

durch den leidenden Gesichtsausdruck

noch unterstrichen.

Hände und hinterer Fuß wohl ergänzt.

Geringfügige Bestoßungen. Höhe 85 cm,

Armspanne 66 cm.

SPANIEN, um 1700

€ 4 000 – 4 500


1366 GEBURT CHRISTI. Elfenbein,

geschnitzt. Die Darstellung im abgestuften

Hochrelief zeigt das Christuskind

umgeben von Maria und Joseph sowie

drei Engeln, auf der linken Seite wird die

Szene von einem Baum, auf der rechten

Seite vom Geburtsstall abgeschlossen.

Hände der Maria verloren. 10,8 x 7,9 cm.

SÜDDEUTSCH,

1. Hälfte 18. Jahrhundert

€ 1 200 – 1 400

1367 ENGEL. Holz, dreiviertelrund geschnitzt,

rückseitig abgeflacht, Messing,

feuervergoldet. Ältere farbige Fassung,

in Teilen übergangen. Halbfigur eines

geflügelten Engels über Wolken. Das

getriebene und vergoldete metallische

Wams ist über den Holzkern gelegt. In

seiner Gestaltung ist die Skulptur in den

Umkreis des Füssener Bildhauers Anton

Sturm (um 1690/1695 – 1757) zu setzen.

Bestoßungen, kleiner Finger der rechten

Hand verloren. Höhe 36 cm.

SCHWABEN oder BAYERN,

2. Viertel 18. Jahrhundert

€ 2 000 – 2 500


1368 HEILIGE FAMILIE. Terracotta mit

geringfügigen Resten einer teilweisen

farbigen Fassung. Ovaler Bozzetto mit erhaben

gearbeitetem Relief. In der Mitte

Maria, die den Christusknaben an ihrer

Hand führt, zur Rechten der aus einer

Quelle schöpfende Joseph. Der Hintergrund

mit Felsen, einer Palme, Säulen

und Obelisk lässt auf eine Darstellung

der „Flucht nach Ägypten“ schließen.

Geringfügige Bestoßungen. In einen

nicht zeitgenössischen hölzernen und

marmoriert gefassten Rahmen eingefügt.

33 x 44 cm.

FRANKREICH,

1. Hälfte 18. Jahrhundert

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 1 500 – 2 000


1369 DIE HIRTEN IM STALL und

DIE HEILIGE FAMILIE UND DIE

HEILIGEN DREI KÖNIGE. Buchsbaum,

geschnitzt. Zwei Hochreliefs mit

abgeschrägten oberen Ecken. Die originalen

hölzernen Rocaillerahmen tragen

die Reste von Inschriften, die auf die

Evangelien nach Lukas (Kap. 2, Vers 10)

bzw. Matthäus (Kap. 2, Vers 1) verweisen.

Das erste Relief zeigt die Hirten im

Geburtsstall Christi, die von Maria und

Joseph erbitten, das – in der Darstellung

nicht gezeigte – Kind zu sehen. Im zweiten

Relief sind die Heiligen Drei Könige

im Haus der Heiligen Familie wiedergegeben.

Wurmlöcher. Rahmen jeweils mit einem

Bruch. Jeweils 38 x 25,5 cm (mit Rahmen).

MAINFRANKEN,

Mitte 18. Jahrhundert

€ 5 000 – 5 500


1370 STEHENDER ENGEL. Holz, vollrund

geschnitzt, ältere farbige Fassung wohl

teilweise übergangen. Auf Wolken stehende

jünglingshafte Ganzfigur in kontrapostischer

und zur Seite gewandter

Haltung, den rechten Arm erhoben. Das

lange goldene Gewand und der gefältete

Rock sind schwungvoll um den nackten

Körper drapiert. In seiner Gestaltung ist

die Skulptur am ehesten als assistierende

Engelsfigur anzusehen.

Rechter Arm erkennbar angesetzt, nur

geringfügige Bestoßungen. Höhe 46,5 cm.

SÜDDEUTSCH, Mitte 18. Jahrhundert

€ 1 500

1371 HL. URBAN. Holz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig ausgehöhlt. Ältere

farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Auf Wolken stehende Ganzfigur des

Patrones der Winzer, der als kennzeichnendes

Attribut eine Weinrebe in seiner

linken Hand hält. In der Tradition der

Darstellung dieses Heiligen seit dem

15. Jahrhundert stehend, trägt Urban die

päpstliche Tiara, Stola und Brustkreuz

sowie einen weit schwingenden Chormantel.

Bestoßungen mit Verlusten an der farbigen

Fassung. Höhe 89 cm.

SÜDDEUTSCH, Mitte 18. Jahrhundert

€ 2 000 – 2 500


1372 MADONNA MIT KIND. Holz,

dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig

abgeflacht. Ältere farbige Fassung, in

Teilen übergangen. Auf einem teilweise

hinterschnitzt gestalteten massigen

Wolkenbündel stehende Muttergottes

in gemäßigtem Kontrapost, ihren linken

Fuß auf eine Mondsichel setzend. Auf

ihrer vorgestreckten linken Hand trägt

sie das Jesuskind, das Zepter in ihrer

rechten Hand ist heute verloren. Maria

trägt ein silbriges Kleid und ein goldenes

Wams, ihr blaugoldener Umhang ist

dünnwandig geschnitzt schwungvoll um

ihren Körper drapiert.

Aus mehreren Werkblöcken zusammengefügt

mit erkennbaren Fugen. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 121 cm.

SÜDDEUTSCHLAND, um 1760

€ 5 000 – 6 000


1373 JOHANN PHILIPP BETHMANN-

HOLLWEG. Gips, innen hohl. Auf der

vom Betrachter aus linken Seite signiert

und datiert „Dannecker fecit: 1813.“

– Johann Philipp Bethmann-Hollweg

(1791-1812), der ältere Bruder des späteren

preußischen Staatsministers Moritz

August Bethmann-Hollweg (1795-1877),

starb Ende 1812 überraschend in Florenz

während einer Bildungsreise, die er mit

seinem Bruder unternahm. Im Jahr 1813

hielt sich seine Mutter gemeinsam mit

Moritz August in Stuttgart auf, wo sie

mit Johann Heinrich Dannecker (1758-

1841) zusammentraf. Hier muss die

Hermenbüste zum Gedenken an den

Verstorbenen entstanden sein, von der

sich zwei Exemplare in Bronze mit der

gleichen Signatur und Datierung

(52 x 29 x 23,5 cm) in der Familie Bethmann-Hollweg

bis heute erhalten haben

(Holst 1987, Kat. Nr. 136b). Das unmittelbare

Vorbild dieser Bronzen dürfte die

vorliegende Gipsbüste sein, die in Maßen

und Gestaltung auf das Engste mit den

Bronzen verwandt ist. Ob unsere Büste

mit der 1909 auf Schloß Rheineck in

Niederbreisig vorhandenen, aber heute

verschollenen Gipsbüste von Dannecker

(Holst 1987, Kat. Nr. 136a) identisch

ist, ist zwar wahrscheinlich aber nicht

nachweisbar.

Wir danken Professor Christian von

Holst für die Unterstützung bei der

Katalogisierung.

Nur geringfügige Bestoßungen.

53,5 x 30 x 24 cm.

JOHANN HEINRICH

DANNECKER, Stuttgart 1813

Literatur

Christian von Holst: Johann Heinrich

Dannecker. Der Bildhauer. Bd. 1, Stuttgart

1987, S. 355-356, Kat. Nr. 136a-b

(mit Abb. der Bronzebüste).

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 8 000 – 9 000


Zeichnungen

Lot 1380


WILLEM VAN MIERIS

1662 Leiden – 1747 Leiden

*1374 DIE GEFLÜGELHÄNDLERIN

Kreide in Schwarz, weiß gehöht auf

geripptem, blau getöntem Papier.

25,4 x 22 cm.

Gutachten

Dr. Elfriede Middendorf, September

2005.

Vorzeichnung für ein signiertes, 1707

datiertes Gemälde des Willem van Mieris

d. J. mit demselben Motiv, versteigert

von Sotheby´s Monaco, 19.6.1992, Lot 42

(E. Middendorf).

€ 2 500 – 3 000


ADRIAEN VAN OSTADE

1610 Haarlem – 1685 Haarlem

1375 ÄLTERER MANN

UND BETTLERPAAR

Monogrammiert unten links: AVO.

Bleistift, Feder und Pinsel in Braun auf

geripptem Papier. 12 x 9,4 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Ehemals Sammlung Max von Gronelius,

Frankfurt. – Hessische Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000


HENDRICK AVERCAMP,

zugeschrieben

1585 Amsterdam – 1634 Kampen

1376 LIEBESPAAR

AUF EINER SANDDÜNE

Aquarell auf Pergament. 14 x 17 cm.

Provenienz

Versteigerungen: J. A. Boreel Amsterdam,

15.6.1908, Nr. 19. – Franz Meyer, Dresden,

Kat. XXXIX, Nr. 13. – Sammlung

Curt Otto, Leipzig. – Sammlung Jürgen

Otto, Zelle (Lugt 873 b). – Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Clara J. Welcker: Hendrick Avercamp,

Zwolle 1933, S. 285, T III (als zugeschrieben).

€ 5 000 – 6 000


THOMAS WYCK, zugeschrieben

um 1616 Beverwijk – 1677 Haarlem

1377 GEMÜSEMARKT

Feder und Pinsel in Braun auf geripptem

Papier. 17 x 21,5 cm.

€ 5 000 – 5 500


ADRIAN VAN DER CABEL

1630/1631 Rijswijk – 1705 Lyon

*1378 BLICK AUF EIN

VERFALLENES TOR

Signiert oben links: AvdCabel.

Pinsel in Grau. 26,5 x 20 cm.

Verso unbekannter Sammlerstempel.

Am linken Bildrand kleine hinterlegte

Stelle.

Adrian van der Cabel (auch Kabel, Vandercabel) war ein Schüler von

Jan van Goyen. Vor 1660 zog er nach Italien und lebte fünf Jahre in

Rom. Später ließ er sich in Lyon nieder, wo er eine Familie gründete

und bis zu seinem Lebensende blieb. Er hinterließ ein umfangreiches

graphisches Werk, Gemälde und Zeichnungen. Unser Blatt dürfte

während seines römischen Aufenthaltes entstanden sein.

€ 1 600 – 1 800


FRANCESCO FONTEBASSO,

zugeschrieben

1709 Venedig – 1768/1769

1379 STUDIE MIT ZWEI ORIENTALEN

Feder in Braun, Pinsel in Grau auf geripptem

Papier. 23 x 17 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 3 000 – 4 000

Francesco Fontebasso war Schüler von Sebastiano Ricci, wurde künstlerisch

aber auch sehr stark von Giovanni Battista Tiepolo geprägt. Die

Zuschreibung dieser Zeichnung an Fontebasso lässt sich zunächst durch

das Sujet begründen. Ähnlich markante, orientalisch geprägte Figuren

mit ausgreifender Gestik tauchen häufig in seinen Gemälden und Zeichnungen

auf – z. B. auf dem Blatt Inv. Nr. 1959/57 im Wallraf-Richartz-

Museum in Köln. Als Zeichner und Maler ist Fontebasso ein ausgezeichneter

und geradezu unverwechselbarer Vertreter der venezianischen

Tradition des Settecento. In seiner kraftvollen, zweifarbigen Ausführung

ist unser Blatt mit einer Vielzahl von Zeichnungen Fontebassos

zu vergleichen – z. B. mit der ebenfalls in Braun und Grau gehaltenen

großen Zeichnung „Aeneas trägt Anchises aus Troja“ im Ashmolean

Museum in Oxford.

Although Francesco Fontebasso was a student of Sebastiano Ricci, he

was very much influenced by Giovanni Battista Tiepolo. The attribution

of this drawing to Fontebasso can be based upon the subject. Similar

d istinctly oriental figures with elaborate gestures frequently appear in

his paintings and drawings, for instance in one drawing belonging to

the Wallraf-Richartz-Museum, Cologne, Inv. No. 1959/57. As a draughtsman

and painter Fontebasso is an excellent and unmistaken representative

of the Venetian tradition of the settecento. In its forceful,

two-tone execution, our sheet can be compared to many of Fontebasso‘s

drawings, for example the large brown and grey composition „Aeneas

carrying Anchises from Troy“ in the Ashmolean Museum in Oxford.


GIAMBATTISTA PIAZZETTA

1682 Venedig – 1754 Venedig

1380 KOPF EINES LESENDEN MANNES

UND EINES JÜNGLINGS

Kohle in Schwarz, weiß gehöht auf

getöntem Papier. 40,5 x 31,5 cm.

Gutachten

George Knox, 31.3.2007.

Provenienz

Sotheby´s 1920. – Sammlung Charles

Férault, Biarritz (George Knox,

31.3.2007).

Literatur

Zu Piazzettas Zeichnungen allgemein

siehe den Ausstellungskatalog von

George Knox (Hg.): Piazzetta. A Tercentenary

Exhibition of Drawings, Prints and

Books, National Gallery of Washington

1983.

€ 60 000 – 80 000

Giovanni Battista Piazzetta, so erfahren wir von seinen Zeitgenossen,

war ein ausgesprochen langsamer Maler. Aus den Quellen erfahren

wir auch, dass er schon früh, vor 1720, damit begann, für den Markt

bestimmte Kreidezeichnungen zu schaffen, die er als eigenständige

Werke verkaufte. Zweifellos war dies auch notwendig, um die lange Zeit

zwischen Auftrag und dessen Vollendung finanziell zu über brücken.

Piazzettas Zeichnungen waren bei Sammlern schon damals sehr

begehrt. Mit die schönsten gehören dem englischen Königshaus und

befinden sich heute auf Schloss Windsor. Darüber hinaus wurden viele

als Kupferstiche gedruckt. In „Dichtung und Wahrheit“ erinnert sich

z. B. auch Johann Wolfgang von Goethe, dass er als junger Mann

Piazzetta-Stiche kopierte, um sich im Zeichnen zu üben.

In der Venezianischen Kunst des Settecento werden Piazzettas „Teste“

gerne als Gegenstücke zu Rosalba Carrieras farbigen Pastellen gesehen.

Während ihr Stil aber als aristokratisch bezeichnet werden kann, sind

Piazzettas Modelle für diese Zeichnungen in der eigenen Familie sowie

auf den Plätzen und Gassen Venedigs zu suchen. Dabei gelingt es ihm,

den lebhaften Hell-Dunkel-Kontrast seiner Gemälde auch in diesen monochromen

Arbeiten auf großartige Weise zum Ausdruck zu bringen.

George Knox konnte unsere Zeichnung mit einem Blatt identifizieren,

das 1920 versteigert wurde. Seitdem war es nicht mehr aufgetaucht.

Giovanni Battista Piazzetta, we learn from his contemporaries, was

quite a slow painter. We learn from the same sources that already at an

early stage, before 1720, he started to create certain drawings in chalk

that he sold as autonomous works. This was without doubt necessary

in order to bridge the time between a commission and its completion.

Piazzetta´s drawings were much sought-after among collectors already

at that time. The most beautiful among these belong to the English

royal collection and are today in Windsor Castle. Moreover many were

printed as engravings. In “Dichtung und Wahrheit” Johann Wolfgang

von Goethe remembers that as a young man he copied engravings by

Piazzetta in order to exercise his drawing skills.

In the Venetian art of the settecento, Piazzetta´s Teste are often seen

as pendants of Rosalba Carriera´s pastels in colours. But while her

style can be characterized as aristocratic, Piazzetta´s models for these

drawings were found in his own family or on the streets and squares

of Venice. Thereby, he achieves in these monochrome works the same

lively contrast of light and dark as in his paintings.

George Knox was able to identify our drawing with a sheet that was

auctioned in 1920. It has not appeared on the market since then.


PAULUS VAN LIENDER

1731 Utrecht – 1797 Haarlem

*1381 LANDSCHAFT MIT FLUSS,

BRÜCKEN- UND SCHLOSSRUINE

SOWIE HIRTEN UND ANGLER

Verso signiert: P van Liender.

Feder und Pinsel in Grau und Schwarz

auf Bütten. 25,9 x 34,2 cm.

Provenienz

Sammlung Boguslaw Jolles (Lugt 381).

€ 2 000 – 2 300


HENDRIK KOBELL

1751 Rotterdam – 1779 Rotterdam

1382 WALFANGSZENE

IN KÜSTENNÄHE

Signiert und datiert oben links:

Kobell 1773.

Feder in Braun, Pinsel in Grau, auf

geripptem Papier, auf Pappe montiert.

11 x 15,8 cm.

Provenienz

Ehemals Slg. Max von Fronelius, Frankfurt.

– Hessische Privatsammlung.

€ 1 500 – 2 000

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des frühen 18. Jahrhunderts

1383 PARKLANDSCHAFT MIT

EXOTISCHEM FEDERVIEH

Gouache auf Papier. 20 x 24,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 1 800 – 2 200


WOLFGANG HÖGLER

1674 Siezenheim b. Salzburg – 1754 Würzburg

1384 SAUHATZ

HIRTENFAMILIE

Gouache auf Papier, auf Holz montiert.

Jeweils 16,5 x 25,3 cm.

Unter Glas gerahmt.

Zwei von vermutlich insgesamt vier

Bildern mit Darstellungen der Jahreszeiten.

In diesem Fall „Sommer“ und

„Herbst“.

€ 3 000 – 3 500


JOHANN ANDREAS HERRLEIN,

in der Art

1720 Würzburg – 1796 Fulda

1385 INTERIEUR MIT TRINKENDEN

INTERIEUR MIT

KARTENSPIELERN

Gouache auf Papier, auf Pappe montiert.

Jeweils 20 x 16,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 2 000 – 2 500


FRANZÖSISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1386 ZWEI PARKLANDSCHAFTEN

MIT ELEGANTEN FIGUREN

Monogrammiert und datiert unten

rechts: R.B.1778 und L. B.

Gouache auf Papier. Jeweils 13 x 17,4 cm.

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 1 500 – 1 600


DEUTSCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1387 JUNGE DAME MIT MASKE

Pastell auf Papier. 38,5 x 31 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 1 200 – 1 400


JOHANN LORENZ HAID

1702 Kleineislingen – 1750 Augsburg

*1388 BILDNIS GEORG PHILIPP

RUGENDAS D. Ä.

BILDNIS ANNA BARBARA

RUGENDAS

Rötel auf Bütten. Jeweils 45 x 32,5 cm.

Gutachten

Bestätigung durch Gode Krämer.

Provenienz

Sammlung Heinrich Wilhelm Campe,

Leipzig (Lugt 1391).

Literatur

Andrea Teuscher: Die Künstlerfamilie

Rugendas – 1666-1858, Augsburg 1998,

S. 332, Nr. 1310.

Das Herrenporträt steht in Verbindung

mit einem seitenrichtigen, 1730 entstandenen

Kupferstich von Johann Lorenz

Haid, der mit der Familie Rugendas

befreundet war. Haids mit roter Kreide

gezeichnetes Bildnis von Georg Philipp

Rugendas d. Ä. kann hierfür als Grundlage

gedient haben und für die Stichvorlage

etwas reicher ausgestattet worden

sein – etwa mit einem im Hintergrund

auf einer Staffelei befindlichen Schlachtenbild.

Die ursprünglich aus dem gleichnamigen

Ort an der spanisch-französischen

Grenze stammende Familie Rugendas

entwickelte sich in Augsburg ab 1608 zu

einer bekannten Künstler-, Kunsthandwerker-

und Kunstverlegerdynastie. Es

war jedoch Georg Philipp Rugendas d. Ä,

der als Maler von Schlachten sowie Belagerungs-

und Plünderungsszenen weit

über Augsburg hinaus großes Ansehen

errang. Seine Sohne setzten die Tradition

des Schlachtenbildes fort, mit Ausnahme

des jüngsten, Johann Moritz, der nach

Südamerika reiste und dort einer der ersten

Chronisten des Lebens in den jungen

Republiken dieser Region wurde.

€ 3 000 – 3 500


JEAN-BAPTISTE LALLEMAND

1716 Dijon – 1803 Paris

1389 RÖMISCHES CAPRICCIO

MIT ANTIKEN RUINEN

Signiert unten rechts: Lalma.

Gouache auf Bütten. 37,5 x 53 cm.

Verso: Vier Figurenstudien in schwarzer

Kreide.

€ 10 000 – 12 000

Rückseite


ABRAHAM VAN STRY D. Ä.

1753 Dordrecht – 1826 Dordrecht

1390 EIN LIED WIRD GEÜBT

Signiert oben rechts: A van Stry.

Aquarell. 44,5 x 34,5 cm.

Provenienz

Österreichische Privatsammlung.

Farbfrisches, schönes Blatt. Am oberen

Rand kleine Einrisse.

€ 3 500 – 4 000


UNBEKANNTER MEISTER

um 1800

1391 BILDNIS VON

MIGA LEVY CALMER

Bleistift und Aquarell auf Papier.

27 x 22,8 cm.

Die Dargestellte wurde 1783 in Paris

geboren. Sie heiratete Elias Meyer

(Lot 1422) und übersiedelte nach Hannover.

€ 500 – 600

FRANZ NADORP

1794 Anholt – 1876 Rom

*1392 DIE ERZIEHUNG MARIENS

Feder und Pinsel in Braun, weiß gehöht

auf getöntem Papier. 24,2 x 15 cm.

€ 1 000 – 1 500


CHRISTOPH NATHE

1753 Niederbielau – 1806 Schadewalde

*1393 EIN FLUSS IM

ELBSANDSTEINGEBIRGE

Monogrammiert und datiert unten

rechts: NATHE (ligiert) 1805.

Schwarze Kreide, Bleistift, Pinsel in Grau

und Braun. 42,2 x 51,7 cm.

Literatur

Anke Fröhlich: Christoph Nathe. Monographie

und Werkverzeichnis der Handzeichnungen

und Druckgraphik, Görlitz

2008, S. 273, Nr. Z 343.

Minimale hinterlegte Risse an den Rändern.

€ 2 800 – 3 400

In den Sommermonaten der Jahre 1803/1806 wanderte Nathe oft im

Elbsandsteingebirge. Das Gebiet, das auch „Sächsische Schweiz“ genannt

wird, war schon am Beginn des 18. Jahrhunderts von Alexander Thiele

und seinen Schülern zeichnerisch dargestellt worden. Adrian Zingg und

Christian Klengel hatten es später ebenfalls bereist und ihre Eindrücke in

Zeichnungen und Bildern festgehalten. An der Wende zum 19. Jahrhundert

wurde es endgültig für Maler wie für den frühen Tourismus gleichermaßen

zu einem Ausflugsziel ersten Ranges in Deutschland. Insgesamt

drei Aufenthalte Nathes in dieser Gegend sind durch Zeichnungen und

schriftliche Quellen überliefert. So schreibt er z. B. 1806: „Mich haben auch

diesen Sommer die Strapazen in den Bergen, und der Genuss der freyen

Luft, samt Hunger und Durst und schlaflosen Nächten kuriert. Ich bin

munter und arbeite, als wenn ich alle meine 160 hier um Dresden gesammelten

Zeichnungen auf einemmal wollte fertig machen. Die Erinnerung

an die Sächs. Schweiz, deren Sonderbares Großes und Schönes ich wie

das Vierbein (das wir nicht genug ehren) wiederkäue, unterhalten mich so

angenehm in meiner Solitude, daß michs verdrießt, wenn ich durch andere

herausgerissen werde, oder um der Bewegung willen ich mich selbst losreißen

muß.“ (zitiert nach A. Fröhlich, S. 77) Als Zeichner der Sächsischen

Schweiz ist Nathe ein eigenständiger Künstler, der neben Klengel „zweifellos

der große Vorgänger für Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus und

Johan Christian Clausen Dahl gewesen ist.“ (A. Fröhlich, S. 78)


JOHANN HEINRICH RAMBERG

1760 Hannover – 1843 Hannover

*1394 FELDLAGER MIT FEIERNDEN

SOLDATEN UND MARKETEN-

DERINNEN

Monogrammiert und datiert Mitte links:

JHR (ligiert) 1812.

Pinsel in Braun, laviert; auf Bütten montiert.

34,2 x 45,6 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

In dieser bildhaft ausgeführten Zeichnung

schildert Ramberg mit sicherer

Feder und Pinsel einen vergnüglichen

Moment während der napoleonischen

Kriege.

€ 2 000 – 2 200

BONAVENTURA GENELLI

1798 Berlin – 1868 Weimar

1395 HERKULES UND DIE

MUTTER DER SKYTEN

Signiert unten rechts: B: Genelli fect.

Feder in Braun auf dünnem Papier.

22 x 29 cm.

Unter Glas gerahmt.

Unten folgende Beschriftung: „Hercules

und die Mutter der Scüthen, von

welchem die Scüthen ihren Namen und

deren Könige ihren Ursprung haben“.

€ 1 800 – 2 000


JOHANN WILHELM PREYER

1803 Rheydt – 1889 Düsseldorf

1396 ZWEI WEINBLÄTTER

Öl auf Leinwand. Jeweils 9 x 11 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlass

Alfred Schubert, Düsseldorf).

Literatur

Siegfried Weiß, Hans Paffrath: Johann

Wilhelm und Emilie Preyer. Mit den

Werkverzeichnissen der Gemälde Johann

Wilhelm und Emilie Preyer, Köln 2009,

S. 184-185, Nr. 16 und 18.

Bei Weiß und Paffrath falsche Maßangabe.

€ 6 000 – 7 000


JOHANN WILHELM PREYER

1803 Rheydt – 1889 Düsseldorf

1397 OBST- UND BLUMENSTILLLEBEN

Signiert unten rechts: J. W. Preyer.

Bleistift auf Papier. 9 x 7 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlass

Alfred Schubert, Düsseldorf).

Literatur

Siegfried Weiß, Hans Paffrath: Johann

Wilhelm und Emilie Preyer. Mit den

Werkverzeichnissen der Gemälde von

Johann Wilhelm und Emilie Preyer, Köln

2009.

Verso: Stillleben mit Flaschen und

Gläsern.

Aus dem Skizzenbuch Nr. 9, 9. Januar

1829, Blatt 13 a.

€ 1 400

Rückseite


EMILIE PREYER

1849 Düsseldorf – 1930 Düsseldorf

1398 STILLLEBEN MIT TRAUBEN,

NÜSSEN UND BIRNEN

Datiert: 8. Nov. 1884.

Bleistift auf Papier. 23 x 39 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus dem Nachlass der Künstlerin (Nachlass

Alfred Schubert, Düsseldorf).

Skizzenblatt Nr. 7.

€ 2 500 – 2 700

EMILIE PREYER

1849 Düsseldorf – 1930 Düsseldorf

1399 FÜNF UNTERSCHIEDLICHE

BLÜTENSTIELE

Datiert: Stuttgart 1884.

Bleistift auf Papier. 31 x 23 cm.

Provenienz

Aus dem Nachlass der Künstlerin (Nachlass

Alfred Schubert, Düsseldorf).

Skizzenbuch Blatt 9.

€ 2 500 – 2 700


BAREND CORNELIS KOEKKOEK

1803 Middelburg – 1862 Kleve

*1400 KÜSTENLANDSCHAFT

MIT LEUCHTTURM

Signiert unten links: B C Koekkoek.

Feder in Schwarz, Pinsel in Grau.

13 x 18,5 cm.

Provenienz

Deutscher Privatbesitz.

€ 2 000 – 2 500

FRANZ KRÜGER

1797 Großbadegast – 1857 Berlin

1401 BILDNIS DES BERLINER

KAMMERGERICHTSRATES

EDUARD LUDOLFF

Kreide in Schwarz und Weiß, auf bräunlichem

Velin. 21,5 x 17,8 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus dem Familien-Nachlass des Dargestellten.

€ 1 800 – 2 000


ADOLPH VON MENZEL

1815 Breslau – 1905 Berlin

1402 BRUSTBILD EINES MANNES

IN RENAISSANCETRACHT

Monogrammiert und datiert oben rechts:

A.M. 30 Nov:/61.

Farbkreiden, weiß gehöht, auf Papier.

44,5 x 31,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Gutachten

G. J. Kern, Berlin (1925, in Photokopie).

Provenienz

Slg. Dr. M. Fränkel, Berlin. – Slg. Rechtsanwalt

Joseph Dienstfertig, Breslau. –

Slg. Amb. John G. Dean, Paris.

Ausstellungen

„Adolph von Menzel“, Gedenkausstellung,

Berlin, Nationalgalerie, 1905. –

„Adolph Menzel 1815-1905. Das Labyrinth

der Wirklichkeit“, Berlin 1996/97

(außer Katalog).

Literatur

Hugo von Tschudi u.a.: Das Menzel-

Werk, München 1905, S. 276, Nr. 406. –

Claude Keisch, in: Museumsjournal,

11. Jg., April 1997, S. 65 (mit Farbabb.).

€ 35 000 – 45 000

Das hier vorgestellte Bild galt in der Menzel-Literatur lange als verschollen.

Nachdem es im Winter 1997 als Leihgabe der in Berlin stattfindenden

Menzel-Ausstellung zur Verfügung gestellt worden war, schrieb

Claude Keisch über diese kostbare Wiederentdeckung: „ In das Kerngebiet

des Historismus führt ein großes Pastell zurück, das Brustbild

eines Mannes mit Renaissancebarett (zu dem es einst ein weibliches

Pendant gab). Dieser Zuwachs zur letzten Station der Menzel-Ausstellung

ist unter zwei ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten aufregend.

Zum einen durch die fast dreiste Selbstverständlichkeit, mit der sich der

Maler des ‘Balkonzimmers’ in die Tradition eines Tizian stellt. Solche

Stilmimetismen – eher auf die altdeutsche Malerei oder auf Raffael

bezogen – waren zu Anfang des Jahrhunderts am Rande der Romantik

durchgeübt worden. Jetzt zeugen der hohe Grad der Einfühlung, die

Glaubhaftigkeit, mit der eine Renaissancemedaille zum Leben erweckt

wird, eher von einem – bewußten, parodistischen? – Verlust des Abstandes

und damit paradoxerweise des historischen Bewußtseins selbst. Das

große Pastell, das mit kleinen Deckfarbenretuschen Menzels Wechsel

von der in den vierziger und fünfziger Jahren bevorzugten Technik zu

einer nächsten dokumentiert, ist auf den 30. November 1861 datiert:

wenige Wochen zuvor hatte er den Auftrag erhalten, die Krönung

Wilhelms I. zu malen!“

Die Geschichte dieses wunderbaren Bildes kann als symptomatisch für

die Geschichte des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden: 1925 kam es

in den Besitz des Breslauer Rechtsanwalts und Bankiers Joseph Dienstfertig,

der gleichzeitig der Vorsitzende der mitgliederstarken jüdischen

Gemeinde Breslaus war. 1937 wurde der Sammler mit seiner Familie

in die Emigration gezwungen. Es gelang ihm, einige Stücke aus seiner

bedeutenden Sammlung zu retten, darunter die hier vorliegende Arbeit

von Menzel. Die Niederlande und Großbritannien waren Stationen auf

einem Fluchtweg, der schließlich in die USA führte. Unter Besinnung

auf seine Herkunft stellte der Sohn des aus seiner Heimat Vertriebenen

den „Mann in Renaissancetracht“ der Berliner Menzel-Ausstellung zur

Verfügung; seine Leihgabe wollte er als eine Geste der Versöhnung

verstanden wissen.


OSWALD ACHENBACH

1827 Düsseldorf – 1905 Düsseldorf

1404 LANDSCHAFT AUF CAPRI

Öl auf Papier, auf Pappe aufgezogen.

42 x 55 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus dem Nachlass des Malers

Wilhelm Trübner.

Ausstellungen

Kupferstichkabinett der

öffentl. Kunstsammlung in

Basel, 1926.

An den Rändern mehrere kleine

Einrisse und ein 4,5 cm langer

Riss oben Mitte. Achenbach hat

das Motiv mit dem „Arco Naturale“

auch auf einer zweiten

Ölstudie dargestellt (Lempertz-

Auktion ohne Jahr-Angabe).

€ 3 000 – 4 000

CARL BEGAS

1794 Heinsberg – 1854 Berlin

1403 STUDIENKOPF EINER FRAU

MIT GELÖSTEM HAAR

Signiert und datiert unten links:

C. Begasse seinem Freund Koester zum

Andenken 1818.

Kohle und Kreide in Weiß auf geripptem

Papier. 36,9 x 26,2 cm.

€ 1 600 – 2 000


ITALIENISCHER MEISTER

des 19. Jahrhunderts

1405 NEAPEL VON DER POZZUOLI-

GROTTE AUS GESEHEN

Gouache auf Bütten. 37 x 54 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 900 – 1 300


EUGÈNE VERBOECKHOVEN,

zugeschrieben

1799 Warneton – 1881 Brüssel

1406 ZIEGE VOR EINEM STALL

Aquarell auf Papier. 11,5 x 14,2 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 600 – 800

GISBERTI HODENPIJL

tätig in der Mitte des 19. Jahrhunderts

1407 KLEINER STRASSENJUNGE

MIT KORB UND KRUG

Signiert und datiert unten Mitte:

Rotterdam 23 Nov: 1852 L A J Gisberti

Hodenpijl.

Bleistift auf Papier. 29 x 20 cm.

Unter Glas gerahmt.

Lichtrand.

€ 500 – 600


CASPAR SCHEUREN

1810 Aachen – 1887 Düsseldorf

1408 BETENDER MÖNCH

Signiert und datiert unten links:

C. Scheuren Jan. 1863.

Feder in Schwarz, Aquarell auf Papier,

auf Pappe montiert. 31 x 23,7 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Slg. Ludwig Hammers (1822-1902), von

1849 bis 1876 Oberbürgermeister der

Stadt Düsseldorf. – Seitdem im Familienbesitz.

€ 700 – 900

CASPAR SCHEUREN

1810 Aachen – 1887 Düsseldorf

1409 MÖNCH BEIM GLOCKELÄUTEN

Signiert und datiert unten links:

C. Scheuren 1863.

Feder in Schwarz, Aquarell auf Papier,

auf Karton montiert. 31 x 23, 7 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Slg. Ludwig Hammers (1822-1902), von

1849 bis 1876 Oberbürgermeister der

Stadt Düsseldorf. – Seitdem im Familienbesitz.

€ 700 – 900


GEORG OSTERWALD

1803 Rinteln – 1884 Köln

1410 SCHLOSS SAYN BEI KOBLENZ

Signiert und datiert unten links:

G. Osterwald 1867.

Aquarell. 40 x 55,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Süddeutsche Sammlung.

Farbfrisch und sehr gut erhalten. Einige

helle Flecken im Himmel.

Der alte Burgsitz Sayn der Herren von Reiffenberg bei Koblenz wurde

um die Jahrhundertmitte durch Fürst Ludwig Adolf Friedrich zu

Sayn-Wittgenstein-Sayn und seiner Gemahlin Fürstin Leonille aus

dem Hause der russischen Fürsten Bariatinsky zu einem neugotischen

Schloss umgebaut. Die preußische Königin Augusta war während ihrer

zahlreichen Aufenthalte in Koblenz immer wieder Gast des Fürstenpaares

in Sayn. Die in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Sayner Hütte

war eine der wichtigsten Produktionsstätten für Eisenkunstguss im

19. Jahrhundert.

€ 3 000 – 4 000


WILHELM LEIBL

1844 Köln – 1900 Würzburg

1411 CELLO SPIELER

KONZERTSTUDIE (VERSO)

Bleistift auf Bütten. 34 x 25,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

Literatur

Götz Czymmek und Christian Lenz (Hg.):

Wilhelm Leibl zum 150. Geburtstag,

Ausstellungskatalog München/Köln

1994, S. 52.

Lichtrand, einige Stockflecken.

Wie eine weitere Studie zur Ölskizze

„Konzertstudie“ (Wallraf-Richartz-

Museum, Köln, Inv. Nr. 1154), die sich

in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus

(Inv. Nr. G 1893) befindet, stammt

auch unsere Zeichnung aus dem Besitz

des Malers Josef Wopfner. Dies ist auf

unserem Blatt beidseitig belegt durch

Angaben des Malers Wopfner: „Freund

Heider – Studie von Wilhelm Leibl zu einem

seiner ersten Bilder, auch geschenkt

sämtliche Skizzen mit dieser Mappe“.

Des weiteren verso: „Dieser .... Entwurf

von Freund W. Leibl wurde mir gleichzeitig

mit den Übrigen zum Geschenk

gemacht. Jos. Wopfner / Fr. Defregger“.

Daneben amtliche Echtheitsbestätigung

der Unterschriften durch den Bürgermeister

von München vom 2. März 1914.

Unsere Zeichnung entstand, wie die

erwähnten Werke in Köln und München,

im Zusammenhang mit den Gemälden

„Ein Kritiker“ und „Im Atelier“ und ist

1868/1869 zu datieren.

€ 6 000 – 7 000

Rückseite


JOSEF KRIEHUBER

1800 Wien – 1876 Wien

*1412 BAUMGRUPPE AN EINEM BACH

Signiert und datiert unten rechts:

Kriehuber 1875.

Aquarell auf Bütten, auf Pappe montiert.

47,5 x 38 cm.

€ 3 000 – 3 500

Sehr schönes, perfekt erhaltenes Aquarell des vielseitigen Wiener

Akademie-Schülers und Porträtisten Josef Kriehuber, der u.a. Bildnisse

von Ludwig van Beethoven, Nicolo Paganini, Graf Colloredo-Mansfeld

und vielen anderen Mitgliedern der Wiener Gesellschaft und Aristokratie

schuf. Landschaftsmotive wie auf unserem Blatt, das eine üppige

alten Eiche und den Stamm eines anderen toten Baumes zeigt, sind

eher Ausnahmen in seinem Werk. „Kriehuber ist eine jener repräsentativen

altwienerischen Künstlerscheinungen, die über ihre zeitliche und

lokale Bedeutung hinaus, dank ihres starken künstlerischen Empfindens

und ihrer technischen Vollreife, immer wieder Interesse zu erwecken

vermögen“ (Leo Grünstein in Thieme/Becker).


ERMENEGILDO CARLO

DONADINI

1876 Wien – 1936

1413 MALER AN DER STAFFELEI

IM DRESDENER ZWINGER

(SELBSTBILDNIS?)

Signiert unten rechts:

Donadini (...) Dresden.

Aquarell auf Bütten. 34,6 x 49,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

Donadini war bei L. Pohle Schüler der Dresdener Akademie. 15 Jahre

war er Konservator der Gemälde des Hauses Wettin auf Schloss Moritzburg.

€ 4 000 – 5 000


HUGO MÜHLIG

1854 Dresden – 1929 Düsseldorf

1414 JÄGER IN WINTERLANDSCHAFT

Signiert unten rechts: Hugo Mühlig.

Aquarell auf Velin. 23,5 x 28 cm.

Unter Glas gerahmt.

Verso Skizze zu einem Schaf.

€ 1 500 – 1 600

HUGO MÜHLIG

1854 Dresden – 1929 Düsseldorf

1415 LIEGENDE ROTBUNTE KUH

Signiert und datiert unten links:

H. Mühlig 8.7.05.

Kreide in Schwarz und Aquarell auf

Papier. 12 x 18 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 800 – 1 000

FRITZ SONDERLAND

1835 Düsseldorf – 1896 Düsseldorf

*1416 LANDSCHAFT MIT

ZWEI MÄDCHEN

Signiert unten links: F. Sonderland Ddf.

Aquarell. 15,3 x 21,9 cm.

Verso Widmung: Der lieben Lily Weihnachten

von ihrem Vater 24. Dez. 1935.

€ 800 – 1 000


MARGARETHA ROOSENBOOM

1843 Den Haag – 1896 Voorburg

1417 ZWEIGE WEISSER MALVEN AUF

EINEM STEINTISCH

Signiert unten rechts:

Margt. Roosenboom.

Aquarell auf Bütten. 31,5 x 53,5 cm.

Provenienz

Galerei Abels, Köln. – Westdeutscher

Privatbesitz.

€ 16 000 – 18 000


GIOVANNI FATTORI

1825 Livorno – 1908 Florenz

1418 ARTILLERISTEN AUF DEM FELD

Signiert unten rechts: Gio Fattori.

Farbkreide auf Bütten. 34 x 53,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Westfälischer Privatbesitz.

Verso bezeichnet: G. Fattori. „Artiglierie

... campo“.

€ 9 000 – 10 000

FRANZ VON STUCK

1863 Tettenweiß/Niederbayern – 1928 Tetschen

1419 MÄNNLICHE STUDIE

Rechts unten Stempel Franz von Stuck.

Bleistift und Kreide in Weiß auf braunem

Papier. 24,9 x 33 cm.

€ 800 – 1 000


CARL JUTZ D. Ä.

1838 Windschläg – 1916 Pfaffendorf

1420 ENTEN UND EIN REIHER

IN EINEM TEICH

Signiert unten rechts: C. Jutz.

Aquarell und weiße Kreide auf Papier,

auf Holz montiert. 19,8 x 25 cm.

Unter Glas gerahmt.

Leicht stockfleckig und vergilbt.

€ 1 300 – 1 500

OTTO PIPPEL

1878 Lodz – 1960 München

1421 GENNAZZANO

Signiert unten rechts: Otto Pippel.

Öl auf Pappe. 48 x 63 cm.

€ 2 000 – 2 300


Lot 1437

Gemälde Neuer Meister


ROBERT LEFÈVRE

1755 Bayeux – 1830 Paris

1422 PORTRÄT DES

MICHAEL ELIAS MEYER

Signiert unten links: Rob. Lefèvre 1804.

Öl auf Leinwand (doubliert). 116 x 89 cm.

Provenienz

Aus dem Besitz der Nachkommen des

Dargestellten.

In seiner Zeit zählte Robert Lefèvre nach

Gérard und David zu den gefragtesten

Porträtisten von Paris. In der Tat besteht

der größte Teil seines Werkes aus Bildnissen,

von denen sich viele in öffentlichen

Sammlungen befinden: im Schloss

Versailles, im Louvre oder im Museum

von Caen. Durch Vermittlung des Baron

Denons zählte auch Napoleon und der

kaiserliche Hof zu seinen Auftraggebern.

Im Museum von Mons befindet sich

ein Ganzfigurenbildnis des Kaisers aus

dem Jahre 1812, im Museé Carnavalet

ein weiteres Staatsporträt von 1809. Im

Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen

wiederum ist das Bildnis seiner ersten

Frau zu sehen. Es zeigt Kaiserin Josephine

mit Fensterblick auf die Stadt Aachen.

1807 malte er auch Napoleons frühe

Geliebte, Desirée, die zu diesem Zeitpunkt

bereits Königin von Schweden war.

Im Gegensatz zu den erwähnten aristokratischen

Porträts zeigt unser Bildnis

einen weltoffenen Bürger, den jungen

Kaufmann Michael Elias Meyer, dessen

Leben sich zwischen Hannover und Paris

abspielte. Es stammt von einem seiner

Nachfahren. Ein Porträt seiner Gattin

Miga Levy Calmer ist Lot 1391.

During his time, Robert Lefèvre was one

of the most sought after portraitists in

Paris after Gérard and David. In fact, the

majority of his work consists of paintings

in public collections: the Palace of Versailles,

the Louvre or the Caen Museum.

By introduction of Baron Denon, Napoleon

and the Imperial Court became his

patrons. The Museum of Mons owns a

full-length portrait of the Emperor dated

1812, and another state portrait from

1809 is in the Musée Carnavelet. The

Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen

has a portrait of his first wife. It shows

Empress Josephine with a view of the

town of Aachen through a window.

In 1807, he painted Napoleon‘s early

consort, Desirée, at that time the Queen of

Sweden. In contrast to these aristrocratic

portraits, our painting shows a worldly

burgher, the young merchant Elias Meyer,

whose life took place between Hannover

and Paris. The work was previously owned

by one of his descendants. For a portrait

of his wife Miga Levy Calmer see lot 1391.

€ 20 000 – 30 000


LANCELOT THÉODORE COMTE

DE TURPIN DE CRISSÉ

1782 Paris – 1859 Paris

1423 DIE AKROPOLIS IN ATHEN

Signiert und datiert unten Mitte:

T. Turpin 1804.

Öl auf Leinwand (doubliert).

110,5 x 161,5 cm.

Provenienz

Christie´s, New York, 12.2.1998, Lot 5. –

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 450 000 – 500 000

Mit dem Parthenon-Tempel auf der Athener Akropolis zeigt das vorliegende

Gemälde das wohl bekannteste Baudenkmal der griechischen Antike,

das nach einer bewegten Geschichte zumindest in Teilen bis heute

existiert. Als Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena wurde der Bau im

Auftrag des Perikles 447 v. Chr. begonnen. In ungewöhnlicher kurzer

Bauzeit konnte der monumentale Tempel bereits 438 vollendet werden,

während an der umfangreichen Dekoration noch bis mindestens 433 v.

Chr. gearbeitet wurde. Annähernd tausend Jahre lang blieb der Parthenon

nahezu vollständig erhalten. Erst Mitte des 5. Jahrhunderts, als

der Tempel in eine christliche Kirche umgewandelt wurde, erfuhr der

Bau durch die Anfügung einer Apsis und die Beseitigung der inneren

Säulen erste Veränderungen. Mit der Umwandlung in eine Moschee

infolge der Eroberung Athens durch die osmanischen Herrscher 1456

wurde dem Bau ein Minarett angefügt. Als folgenschwerste Katastrophe

in der Geschichte der Akropolis erwies sich jedoch die Explosion der

von den Osmanen im Parthenon untergebrachten Pulverkammer am

26. September 1687, die den gesamten, bis dahin intaktem Dachstuhl

einstürzen ließ und dem seither nicht mehr genutzten Gebäude schwere

Schäden zufügte.

Die Originale der aufwendigen, aus Marmor gefertigten Bildhauerarbeiten,

mit denen der Parthenon innen wie außen dekoriert wurde,

befinden sich heute, soweit sie erhalten sind, im kürzlich neu eröffneten

Akropolis-Museum sowie im Louvre und in Kopenhagen. Ein großer

Teil der Bauskulptur wird seit dem frühen 19. Jahrhundert auch im

British Museum in London aufbewahrt. Hierbei handelt es sich um die

berühmten „Elgin Marbles“, die Lord Elgin (Thomas Bruce, 7th Earl of

Elgin und 11th Earl of Kincardine) als britischer Botschafter in Konstantinopel

mit Erlaubnis des Sultans zwischen 1801 und 1804 nach

Großbritannien verbrachte, darunter knapp die Hälfte des umlaufenden

Frieses sowie 14 der 92 Metopenreliefs.

Unser Gemälde zeigt den Parthenon noch mit den originalen Elgin Marbles,

die nur kurz zuvor entfernt worden waren. Das Gemälde dürfte

damit eine der letzten Ansichten sein, die den Bau mit dem zu diesem

Zeitpunkt noch in situ erhaltenen Bauschmuck wiedergeben. Das Bild

dokumentiert ferner die kleine überkuppelte Moschee, die nach der

Explosion von 1687 im Inneren des nunmehr offenen Tempels errichtet

und im Zuge der Restaurierungen des 19. Jahrhunderts wieder abgetragen

wurde.

Die großformatige Vedute des französischen Malers Lancelot-Théodore

Comte de Turpin de Crissé ist darüber hinaus aber auch ein bedeutendes

Zeugnis der im 18. Jahrhundert einsetzenden Griechenland-Begeisterung,

die in der philhellenischen Bewegung gipfelte, die den 1821 beginnenden

Freiheitskampf der Griechen gegen die Türken unterstützte.

Dieser Befreiungskampf, an dem u. a. auch Lord Byron teilnahm, endete

1830 mit dem Protokoll von London und der Errichtung eines unabhängigen

griechischen Königreichs.

Auch als Reiseziel gewann Griechenland seit dem 18. Jahrhundert stetig

an Bedeutung. Dabei waren es nicht mehr nur Adelige und Künstler,

die im Zuge ihrer Kavaliers- bzw. Ausbildungstouren neben Italien und

Frankreich auch Griechenland aufsuchten, sondern zunehmend auch


ein wohlhabend gewordenes Bürgertum, das sich auf ausgedehnten

Bildungsreisen an den Ursprungsort der griechischen Antike begab.

Turpin de Crissé unternahm seine ersten Europareisen, die ihn in die

Schweiz, nach Italien und wohl auch nach Griechenland führten, mit

der Unterstützung des Comte de Choiseul-Gouffier, der seinerseits bereits

1776 in Griechenland gewesen war und dem jungen Künstler auch

die ersten Aufträge verschaffte. So handelt es sich möglicherweise auch

bei unserem Gemälde der Akropolis um einen Auftrag des Comte. Im

Salon stellte Turpin de Crissé erstmals 1806 aus, u. a. eine heute nicht

mehr nachweisbare Ansicht des Minerva-Tempels in Athen, die vermutlich

ebenfalls von Choiseul-Gouffier in Auftrag gegeben worden war. Es

schloss sich eine steile Karriere am napoleonischen Hof an, wo Turpin

de Crissé 1809 zum Kammerherr der Kaiserin Josephine ernannt wurde,

die überdies eines seiner Bilder mit der Ansicht von Civita Castellana

erwarb. Die Gemälde Turpin de Crissés waren seitdem hoch geschätzt

und wurden ebenso hoch bezahlt. Mit Jean-Auguste-Dominique Ingres

arbeitete Turpin de Crissé bei einem Album zur Erinnerung an die

Krönung Karls X. zusammen. Von der Hand Ingres stammt auch eine

im New Yorker Metropolitan Museum aufbewahrte Zeichnung, die uns

eine Porträtansicht Turpin de Crissés überliefert. Ab 1835 widmete sich

der Maler schließlich vorrangig dem Aufbau seiner umfangreichen

Kunstsammlung, die u. a. ägyptische Skulpturen, griechische Vasen,

Münzen, aber auch Gemälde seiner Zeitgenossen umfasst. Diese Sammlung

vermachte er der Stadt Angers, die sie seit 1889 im Hôtel Pincé als

Musée Turpin de Crissé der Öffentlichkeit zugänglich macht.


LANCELOT THÉODORE COMTE

DE TURPIN DE CRISSÉ

1782 Paris – 1859 Paris

1423 THE ACROPOLIS IN ATHENS

Signed and dated: T. Turpin 1804.

Oil on canvas (relined).

110,5 x 161,5 cm.

The present painting of the Parthenon Temple on the Acropolis at

Athens shows the possibly best known architectural monument of

Greek antiquity, which after its troubled history, still exists in part today.

As a temple for the city‘s goddess Pallas Athena the construction ordered

by Pericles was begun in 447 B.C. In an unusually short construction

time the monumental temple could already be completed in 438,

while the elaborate decoration took until 433 B.C. at least. For nearly

one thousand years the Parthenon remained almost completely intact.

Beginning in the mid-fifth century when the temple was being changed

into a Christian church, the first alterations that took place were the

a ddition of an apsis and the removal of the interior pillars. With the

conversion into a mosque after the conquest of Athens by the Osman

rulers in 1456, a minaret was added. However, the most severe catastrophe

in the history of the Acropolis was the explosion of the Osman

gunpowder storage inside the Parthenon on September 26, 1687,

causing the entire roof to collapse and seriously damage the building,

which has not been in use since that time.

The originals of the elaborate marble sculptures from the Parthenon‘s

interior and exterior are now in the recently opened Acropolis Museum,

in the Louvre and in Copenhagen. A major part of the architectural

sculpture has been kept in the British Museum in London since the

early 19th century. They are the famous „Elgin Marbles“, brought by

Lord Elgin (Thomas Bruce, 7th Earl of Elgin and 11th Earl of Kincardine)

to Great Britain between 1801 and 1804, as British Ambassador to

Constantinople and with permission of the Sultan, among them almost

half of the surrounding frieze and 14 of the 92 Metope reliefs.

Our painting shows the Parthenon still with the original Elgin Marbles

that were removed only a short time before. The painting would be one

of the last views with architectural detail as preserved in situ. It documents

the small domed mosque that was installed after the explosion in

1687 in the interior of the now open temple, and later removed in the

course of restoration in the 19th century.

The large-scale vedute by the French painter Lancelot-Theodore Comte

de Turpin de Crissé is a further important testimony to the enthusiasm

for Greece in the 18th century that reached its peak in the philhellenic

movement supporting the fight for freedom by the Greeks against the

Turks, beginning in 1821. This freedom fight, in which Lord Byron

among others participated, ended in 1830 with the London Protocol

establishing an independent Greek Kingdom.

Since the 18th century, Greece began to gain importance as a travel

destination. Not only members of the nobility and artists as part of their

cavalier‘s or study travels visited Greece in addition to Italy and France,

but the middle class, having attained wealth, were taking extended

study tours to the origin of Greek antiquity. Turpin de Crissé undertook

his first European travels to Switzerland, Italy and possibly to Greece,

with the assistance of the Comte de Choiseul-Gouffier, who had already

visited Greece in 1776, and helped the young artist to obtain his first

commissions. Our painting of the Acropolis may be a commission by


the Comte. In 1806 Turpin de Crissé exhibited a view of the Minerva

temple in Athens in the Salon, its whereabouts now unknown, p robably

also commissioned by Choiseul-Gouffier. A steep career followed at

the court of Napoleon where, in 1809, Turpin de Crissé was appointed

Chamberlain to the Emperess Josephine who then acquired one of his

paintings of the view of Civita Castellana. Turpin de Crissé‘s paintings

became highly appreciated after that and were generously paid for.

Together with Jean-Auguste-Dominique Ingres, Turpin de Crissé worked

on an album to commemorate the coronation of Charles X. In New

York‘s Metropolitan Museum a drawing by Ingres exists with a portrait

of Turpin de Crissé. From 1835 onwards, the painter exclusively concentrated

on his extensive collection consisting of Egyptian sculpture,

coins, but also paintings by his contemporaries. He left this collection to

the town of Angers where it has been open to the public since 1889 at

Hotel Pincé as Musée Turpin de Crissé.


SALVADOR MAYOL

1775 Barcelona – 1834 Barcelona

1424 SPANISCHE WANDER -

MUSIK ANTEN UND TANZENDE

Signiert und datiert unten links: Sa(r).

Mayol 182(1).

Öl auf Leinwand. 58 x 84,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


FRIEDRICH MATTHÄI

1777 Meißen – 1845 Wien

1425 PAAR BILDNISSE EINES

HERREN UND EINER DAME

Das Bildnis des Herren monogrammiert

und datiert unten links: FM (ligiert)

1816.

Öl auf Leinwand (doubliert).

Jeweils 116 x 82 cm.

€ 12 000 – 15 000

Friedrich Matthäi wurde an der Dresdener Akademie ausgebildet, deren

Direktor er 1810 wurde. Dazwischen lagen ein fünfjähriger Aufenthalt

in Wien sowie mehrere Italienreisen, die ihn nach Florenz und Rom

führten. 1823 wurde der Künstler Inspektor der Dresdener Gemäldegalerie,

elf Jahre später deren Direktor.

Neben Bildnissen fertigte Matthäi auch Historienbilder an, darunter Altargemälde

und Darstellungen nach Szenen der antiken Geschichte und

Mythologie. Unser Bildnispaar lässt sich vergleichen mit der Darstellung

von H. G. Beyer und seiner Tochter Marianne im Leipziger Museum

der Bildenden Künste sowie den Bildnissen von Johann Heinrich

Campe und seiner Frau im Braunschweiger Landesmuseum.

Wir danken Herrn Professor Helmut Börsch-Supan für die Identifizierung

des Künstlers.


DEUTSCHER KÜNSTLER

der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

1426 BILDNIS EINER JUNGEN DAME

Öl auf Leinwand (doubliert).

74,5 x 65,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000


BERLINER KÜNSTLER

der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

1427 FRIEDRICH WILHELM III.

BEIM KREUZBERG-MANÖVER

Öl auf Leinwand. 59 x 47,5 cm.

Provenienz

Berliner Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000

Dieses Bildnis König Friedrich Wilhelms III. folgt einem berühmten

Vorbild Franz Krügers und zeigt den König bei einem Manöver in

Kreuzberg, im Hintergrund ist die Silhouette des Gendarmenmarktes

mit dem Deutschen und dem Französischen Dom zu sehen. Gemäß

einer Inschrift auf dem Keilrahmen wohl aus dem 20. Jahrhundert handelt

es sich um ein Geschenk an Generalleutnant Wilhelm von Thümen,

der nach seinem Ausscheiden aus dem militärischen Dienst Schloß

Caputh erwarb.


ERWIN SPECKTER, zugeschrieben

1806 Hamburg – 1835 Hamburg

1428 RUTH UND BOAS

Monogrammiert unten rechts:

F. SP. pinx (wohl später bezeichnet oder

nachgezogen).

Öl auf Leinwand. 32 x 37,5 cm.

Provenienz

Slg. E. A. Titgemeyer, Osnabrück.

€ 4 000 – 5 000

Erwin Speckter wurde zunächst von Friedrich Overbeck beeinflusst,

bevor er in München für zwei Jahre Schüler von Peter Cornelius war.

Kurz nach seiner Rückkehr von einem vierjährigen Romaufenthalt ist

der Künstler im Alter von 29 Jahren in seiner Geburtsstadt Hamburg

gestorben.

Das vorliegende Gemälde steht Speckters Darstellung von „Jakob und

Rahel“ in der Hamburger Kunsthalle (Inv.-Nr. 2722) nahe. Wie jenes

hat auch unser Bild ein alttestamentarisches Thema zum Vorwurf, das

dem Buch Ruth (2, 4-16) entnommen ist: Die Moabiterin Ruth, die nach

dem Tod ihres ersten Mannes mit ihrer Schwiegermutter nach Israel

gezogen ist, lernt bei der Ährenlese ihren künftigen zweiten Mann Boas

kennen.

Auf dem wohl ursprünglichen Rahmen findet sich die Widmung: „Sr.

Hochw., dem H. Pfarrer Ant. Kräh / Als Zeichen der aufrichtigsten

Hochacht. geweiht.“


FRANZ LUDWIG CATEL

1778 Berlin – 1856 Rom

1429 VORHALLE EINER KIRCHE

IN EINER MONDLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. 62 x 50 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 22 000 – 25 000

Der in Berlin geborene, von französischen Eltern stammende Franz

Ludwig Catel begann seine Ausbildung zum Maler 1807 in Paris. Ende

1811 ging er nach Rom, wo er bis zu seinem Lebensende mit großem

Erfolg arbeitete und wirkte. Wie Ahlborn gehört auch er zu denjenigen

deutschen Malern, die in Italien zum Katholizismus konvertierten, was

möglicherweise sein Interesse an Klöstern und Mönchen auch als Bildmotiv

weckte. So reiht sich unser Gemälde in eine Serie vergleichbarer

Werke ein, die ebenfalls allesamt Nachtbilder sind.

Das Gemälde wurde von Dr. Andreas Stolzenburg bestätigt und in den

Werkkatalog von Franz Ludwig Catel aufgenommen. Er datiert es zwischen

1825 und 1835.


FREDERIK PETZHOLD

1805 Kopenhagen – 1838 Patras

1430 DAS KREUZ BEI PALERMO

Signiert unten rechts: F. Petzhold.

Öl auf Leinwand (doubliert). 20,5 x 30 cm.

Provenienz

Kunsthandlung J. P. Schneider jr., Frankfurt/Main

(1973). – Hessische Privatsammlung.

Der jung verstorbene dänische Künstler Frederik Petzhold studierte

an der Königlichen Akademie in Kopenhagen unter anderem bei

Christoffer Wilhelm Eckersberg. Im Jahr 1830, zwei Jahre nach dem

Abschluss seines Akademiestudiums, ging er nach Rom, wo er auf

eine große dänische Künstlerkolonie traf, und bereiste die italienische

Halbinsel.

€ 4 000 – 5 000


CARL MORGENSTERN

1811 Frankfurt/Main – 1893 Frankfurt/Main

1431 TAORMINA

Öl auf Leinwand. 32 x 48,5 cm.

Provenienz

Friedrich Ernst Morgenstern (Sohn

des Künstlers). – Carl Morgenstern

(Enkel des Künstlers). – J. P. Schneider

jr., Frankfurt/Main, 1963. – Hessische

Privatsammlung. – J. P. Schneider jr.,

Frankfurt/Main, 1973. – Hessische

Privatsammlung.

Carl Morgenstern unternahm 1834 eine dreijährige Italienreise, nachdem

er beim Münchner Landschaftsmaler Carl Rottmann gelernt hatte.

Während dieses Aufenthaltes, wohl im Jahr 1836, entstand diese Ansicht

Taorminas. Sie zeigt im Vordergrund das berühmte antike Theater

mit den Überresten der Bühne und dem grasbewachsenen Halbrund

des Zuschauerraums; im Mittelgrund ist die Bucht von Giardini-Naxos,

im Hintergrund der Ätna zu sehen.

€ 8 000 – 12 000


AUGUST WILHELM AHLBORN

1796 Hannover – 1857 Rom

1432 BUCHT VON NEAPEL MIT

BLICK AUF DEN VESUV

Signiert und datiert unten links: Ahlborn

1836 (auf den Treppenstufen).

Öl auf Leinwand. 52 x 57,5 cm.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 14 000 – 18 000

A. W. Ahlborn nahm 1820 sein Studium an der Berliner Akademie

auf. Später führten in drei langjährige Aufenthalte nach Italien, wo er

insgesamt rund ein Drittel seines Lebens verbrachte. Folgerichtig bildet

die Wiedergabe italienischer Landschaften ein bedeutendes Thema in

seinem Oeuvre. Kennzeichnend für sein Werk ist darüber hinaus das

Vorbild Karl Friedrich Schinkels, dessen Gemälde Ahlborn nachhaltig

beeinflusst haben, wie dies insbesondere sein Bild „Blütezeit des Mittelalters“

von 1829 zeigt (Öffentliche Kunstsammlungen, Basel). Bereits

ein Jahr zuvor entstand das Gemälde „Colosseum und Via Sacra“, das

Ahlborn aus Italien nach Berlin sandte und mit dem er weithin berühmt

wurde. Zu den bekanntesten Werken des Künstlers zählt schließlich

„Blick in Griechenlands Blüte“, eine Kopie Ahlborns nach Schinkel,

die zusammen mit dessen Gemälden „Gotische Kirche auf einem Felsen

am Wasser“ und „Mittelalterliche Stadt an einem Fluss“ in der Alten

Nationalgalerie in Berlin ausgestellt ist.

Ahlborn, der bereits in Rom Kontakt zu den katholischen Künstlern des

Nazarenerkreises hatte, konvertierte selber 1838 zum Katholizismus.

Bereits zwei Jahre zuvor entstand unsere Ansicht des Golfs von Neapel,

bei der die prominente Darstellung von vier Mönchen durchaus schon

auf die Hinwendung zur katholischen Konfession vorausdeuten mag.


JOHANN WILHELM SCHIRMER

1807 Jülich – 1863 Karlsruhe

1433 ITALIENISCHE

GEBIRGSLANDSCHAFT

Monogrammiert unten rechts: JWS

(S teils durch eine Retusche übermalt).

Öl auf Papier, auf Holz aufgezogen.

21 x 34 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


AUGUST LUCAS

1803 Darmstadt – 1863 Darmstadt

1434 HIRTIN MIT KIND UND TIEREN

BEI OLEVANO

Verso bezeichnet: Originalstudie von

August Lucas (Jahr 1837) Italien bei

Olevano.

Öl auf Pappe. 28,7 x 40,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 5 000 – 7 000


CARL WILHELM GÖTZLOFF

1799 Dresden – 1866 Neapel

1435 BLICK AUF SORRENT

Signiert unten rechts: C. Götzlof.

Öl auf Leinwand (doubliert).

86,5 x 132 cm.

Provenienz

Kunsthandlung J. P. Schneider jr., Frankfurt/Main,

1972. – Hessische Privatsammlung.

Nach seiner Ausbildung 1814-1821 an der

Kunstakademie in Dresden brach Carl

Wilhelm Götzloff mit einem mehrmals

bis 1825 verlängerten königlichen Reisestipendium

versehen nach Italien auf, wo

er von Rom aus mit befreundeten Malern

wie Ludwig Richter oder Heinrich Reinhold

Exkursionen nach Tivoli und Frascati,

Capri, Amalfi und Sorrent sowie nach

Olevano und in das Sabiner- und Albanergebirge

unternahm. 1825 siedelte er nach

Neapel über, Begegnungen mit Carl Gustav

Carus und Carl Blechen schlossen sich an.

1835-1838 war er Hofmaler von Ferdinand

II., König beider Sizilien. Nach einem Aufenthalt

1848-1850 in Sorrent ließ er sich

wieder in Neapel nieder, wo sein Haus zu

einem Treffpunkt der Künstler avancierte.

In seinen Anfängen von der Malerei der

Dresdener Romantik beeinflusst, löste

Götzloff sich rasch mit seinem 1821 beginnendem

lebenslangem Italienaufenthalt

von diesem Vorbild. Besonders seit seiner

Übersiedlung nach Neapel entwickelte er

eine ausgeprägt persönliche und empfindsame

Eigenart in seiner klassische,

romantische und realistische Aspekte

verbindenden Gestaltung der italienischen

Landschaft, deren Charakter er zumeist

durch eine landestypische heiter-folkloristische

Staffage betonte. Auch unser

Gemälde ist ein gutes Beispiel seiner

italienischen Landschaftskunst, in der er

mit geübtem Blick für das Charakteristische

und kompositorisch Spannungsvolle

von allgemein beliebten und bekannten

Landschaftsmotiven in ihrem typischen

Miteinander von Bergen, Meer, Architektur

und Menschen – wie den Buchten von

Neapel oder Sorrent – zugleich den mediterranen

Zauber der Weite, des Lichts und

des Atmosphärischen vermittelt.

€ 30 000 – 33 000


CARL WILHELM GÖTZLOFF

1799 Dresden – 1866 Neapel

1436 DER KAPUZINERKONVENT

SAN FRANCESCO IN AMALFI

Signiert unten rechts: C. Götzlof.

Öl auf Leinwand (doubliert).

47,5 x 66,5 cm.

Provenienz

Kunsthandlung J. P. Schneider jr., Frankfurt/Main,

1972. – Hessische Privatsammlung.

Dieses Gemälde Carl Götzloffs zeigt

das imposante Kapuzinerkloster San

Francesco in Amalfi, einen Bau aus

dem frühen 13. Jahrhundert. Die steilen

Treppen, die zum Konvent führen, die

dicht am Steilfelsen gebauten Konventsgebäude

sowie der Laubengang mit dem

spektakulären Ausblick, die Passeggiata

dei Monaci, machten den Bau bereits im

frühen 19. Jahrhundert zu einem beliebten

Ziel von Reisenden und zu einem

gesuchten Motiv bei Künstlern, denen

das Kloster bereits damals als Herberge

diente.

Carl Götzloff malt den Ausblick von der

Passeggiata dei Monaci und hält jene italienische

Stimmung fest, an der sich die

Reisenden und Künstler gleichermaßen

begeisterten – das leuchtende Blau des

Wassers und des Himmels; das warme

südliche Sonnenlicht, das durch die

Laube scheint; das Stillleben aus Holzfässern,

Bottichen und Körben, das an

das italienische Landleben erinnert, die

Figurenstaffage aus Mönchen und Priestern,

die aus dem Mittelalter zu stammen

scheinen. Das Motiv der sonnenbeschienen

Laube oder der Franziskanermönche

findet sich bei Carl Götzloff, der

die meiste Zeit seiner künstlerischen

Karriere in Süditalien verbrachte, öfters,

so etwa im „Garten des Kapuzinerklosters

bei Sorrent“ (Privatsammlung) oder

in der „Terrasse eines Hauses mit Blick

auf den Vesuv“ (Königliche Sammlung,

Belgien).

€ 15 000 – 20 000


LUDWIG RICHTER

1803 Dresden – 1884 Dresden

1437 GEWITTERSTIMMUNG

Signiert und datiert unten rechts:

L. Richter 1836.

Öl auf Holz. 37,5 x 51 cm.

Provenienz

1837 Ankauf durch den Sächsischen

Kunstverein, durch Verlosung an dessen

Mitglied Carl Reichsgraf zu Salm-Reifferscheid,

Hainsbach. – 1888 versteigert aus

dem Besitz von Altgraf Franz zu Salm-

Reifferscheid, Prag, durch E. A. Fleischmann,

München. – Um 1906 Kunsthandlung

Pietro del Vecchio, Leipzig.

– Freiherr von Pentz, Schloss Brandis bei

Leipzig. – 1931 Dr. Heinsius von Mayenburg,

Dresden. – Vor 1937 an dessen

Witwe Rose Heinsius von Mayenburg,

Schloss Eckberg an der Elbe, Dresden.

– Familie Henkel, Dresden. – Deutscher

Privatbesitz.

Ausstellungen

Königliche Nationalgalerie Berlin 1906:

Ausstellung Deutscher Kunst aus der Zeit

von 1775 – 1875. Katalog hg. v. Vorstand

der deutschen Jahrhundertausstellung,

Kat. Nr. 1425 a mit Abb.

Literatur

Ludwig Richter: Lebenserinnerungen

eines deutschen Malers. Selbstbiographie

nebst Tagebuchniederschriften und

Briefen, hg. von Heinrich Richter, mit

einer Einleitung von Ferdinand Avenarius,

Leipzig 1909, S. 729. – Karl Josef

Friedrich: Die Gemälde Ludwig Richters,

Berlin 1937, S. 56-57, Nr. 53, Abb. 82. –

Gerd Spitzer und Ulrich Bischoff (Hg.):

Ludwig Richter. Der Maler, Ausstellungskatalog

Dresden und München,

2003/2004, S. 197-198 mit Abb.

Zur Jahreswende 1836/1837 wurde im Dresdener Kunstverein eine

Austellung mit Werken von Malern der Düsseldorfer Schule gezeigt, die

an der Elbe für großes Aufsehen sorgte – auch bei Ludwig Richter. In

einem Brief vom 5. Februar 1837 an Wilhelm von Kügelgen schreibt er:

„Das Betrachten der Landschaften von Schirmer, Koekkoek und Pose hat

mir übrigens ein Licht augesteckt über eine Betrachtungs- und Auffassungsweise

der Natur, wofür ich gar sehr dankbar bin; ich habe auch

auf frischer Tat ein Bildchen gemalt: ein kleiner Bach unter Erlen, dessen

Kiesgrund die liebe Sonne durchscheint, dass man die Fische darin

schwimmen sieht. Kinder im Hintergrunde, die Krebse suchen. Es ist

doch anders, auch in der Behandlung, wie früher.“ (Richter 1909, op. cit.,

S. 729). Mit „Bildchen“ meint Ludwig Richter, wie Spitzer und Bischoff

vermuten, unser Bild, dessen Verbleib zum Zeitpunkt der Ausstellung

zum 200. Geburtstag 2003 in Dresden und München nicht bekannt war.

Die „andere Art“ erläutert Richter in dem erwähnten Brief noch genauer:

„Anstatt auf Linien, will ich zum Sommer mehr auf den Effekt, auf

die Stimmungen der Natur achten, das Pulsieren des Naturlebens besser

belauschen, und das mehr darzustellen trachten, weil darin, wie ich jetzt

leider erst empfunden, die rechte Naturpoesie steckt.“

€ 200 000 – 220 000


DEUTSCHER KÜNSTLER

der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

1438 BERGLANDSCHAFT MIT SEE

Öl auf Leinwand. 50 x 62,5 cm.

Gutachten

H. Zimmermann, Berlin, 6.6.1953 (Direktor

der Gemäldegalerie der Staatlichen

Museen in Berlin, als Johann Christian

Clausen Dahl).

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

Dieses wohl um 1830/1840 entstandene, qualitätvolle Landschaftsgemälde

wurde ehemals Johann Christian Clausen Dahl zugeschrieben;

vermutlich stammt es aus dem Umkreis des Künstlers.

€ 8 000 – 10 000


OSWALD ACHENBACH

1827 Düsseldorf – 1905 Düsseldorf

1439 ITALIENISCHE LANDSCHAFT

Signiert und datiert unten links:

O Achenbach 1846.

Öl auf Leinwand. 23,5 x 34 cm.

Provenienz

481. Lempertz-Auktion, Köln,

28.-30.4.1965, Lot 232. – Süddeutsche

Privatsammlung

€ 6 000 – 7 000

ALEXANDRE CALAME

1810 Vevey – 1864 Mentone

1440 HÜGELIGE LANDSCHAFT

MIT BURG, BACH UND HIRTEN

Signiert unten links: A. Calame ft.

Öl auf Holz. 54,5 x 45 cm.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Verso Lacksiegel Alexandre Calame.

€ 5 000 – 7 000


ERNST KAISER

1803 Rain an der Ach – 1865 München

1441 BAYERISCHE SEENLANDSCHAFT

Signiert unten rechts: E. Kaiser.

Öl auf Leinwand. 36,5 x 53 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000

Ernst Kaiser studierte zunächst an der Münchner Akademie und

schloss sich dann Heinrich Bürkel an, mit dem er zeitweilig das Atelier

teilte und den er auf seinen Wanderungen durch Bayern begleitete. Er

erfreute sich der Gunst von König Ludwig I., der ihn durch Stipendien

unterstützte. 1828 begegnete er in Mailand Friedrich Preller, mit dem er

nach Rom zog. Nach einem Jahr kehrte er nach München zurück. Während

Bürkel Anregungen der Wiener Malerei aufnahm, folgte Kaiser

eher dem Stil von Dillis, Kobell und Wagenbauer, entwickelte aber bald

schon aus der Intimität der Schilderung einen sicheren und freieren Stil

als seine Vorgänger. Besonderes Interesse fand Kaiser an den atmosphärischen

Beobachtungen und brachte Licht- und Luftstudien mit einer

besonderen Mischung von lyrischem Gefühl und Realismus zustande

(Thieme-Becker).


JOHANN GEORG

MEYER VON BREMEN

1813 Bremen – 1886 Berlin

*1442 DIE GABE

Signiert und datiert unten links:

Meyer von Bremen 1854.

Öl auf Leinwand. 40,5 x 49 cm.

Provenienz

Schweizer Privatsammlung.

€ 4 000 – 6 000


ANDREAS ACHENBACH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1443 LANDSCHAFT MIT

WASSERMÜHLE

Signiert und datiert unten rechts:

A. Achenbach 1853.

Öl auf Leinwand. 44,5 x 58 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


ANDREAS ACHENBACH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1444 SÜDLICHE LANDSCHAFT

IN DER DÄMMERUNG

Signiert unten rechts: A. Achenbach.

Öl auf Leinwand (doubliert).

40,5 x 64,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


THOMAS ENDER

1793 Wien – 1875 Wien

1445 LANDSCHAFT MIT WANDERERN

UND REISIGSAMMLERN

Signiert unten rechts: Th. Ender.

Öl auf Leinwand (doubliert). 71 x 95 cm.

Provenienz

Ehemals Galerie Volmer, Düsseldorf/

Mespeth, N.Y. (verso auf dem Rahmen

Galerieetiketten). – Westdeutsche Privatsammlung.

€ 13 000 – 15 000

Thomas Enders Landschaftsmalerei ist geprägt von drei Themenkreisen:

die Landschaft Österreichs, Italiens und Brasiliens. Er studierte

wie sein Zwillingsbruder Johann Nepomuk an der Akademie seiner

Geburtstadt Wien und verschrieb sich bereits dort der Landschaftsmalerei.

Ender malte zunächst die Bergregionen, Städte und Dörfer Österreichs.

Die Bekanntschaft mit seinem Mäzen Fürst Clemens Metternich

erlaubte es ihm, an der österreichischen Brasilien-Expedition im Jahr

1817 teilzunehmen, die von Metternich finanziert wurde. Es entstanden

jene Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Brasilien, die neben den

Darstellungen österreichischer Gletscher so exotisch anmuten. Auch

sein anschließender Italienaufenthalt erfolgte in Begleitung Metternichs

und ermöglichte es Ender, sich der südlichen Landschaft zu widmen.

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens kehrte er nach Wien zurück, wo

er als Professor an der Akademie der Bildenden Künste lehrte.


GEORGE CLARKSON STANFIELD

1828 London – 1878 London

1446 BEILSTEIN AN DER MOSEL

Signiert und datiert unten Mitte: W.(?)

Clarkson Stanfield 1855.

Öl auf Leinwand (doubliert).

55,5 x 76,5 cm.

€ 9 000 – 10 000


ABRAHAM HULK

1813 Amsterdam (od. London) – 1897 London

1447 KÜSTENLANDSCHAFT

MIT SEGELSCHIFFEN

Signiert unten rechts: A. Hulk.

Öl auf Leinwand. 40,5 x 61 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 5 000 – 6 000


JAMES WEBB

um 1825 London – 1895 London

1447 A SAINT MICHAEL´S MOUNT

Signiert unten links: James Webb.

Öl auf Leinwand. 76,5 x 127,5 cm.

€ 5 000 – 7 000


ANDREAS ACHENBACH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1448 EINLAUFENDE SCHIFFE

Öl auf Leinwand. 106 x 81 cm.

Signiert und datiert unten links:

A. Achenbach 90.

Provenienz

Galerie Paffrath, Düsseldorf. – Rheinische

Privatsammlung.

Ausstellung

„Andreas und Oswald Achenbach. Das

A und O der Landschaft“, Kunsthalle

Düsseldorf, Altonaer Museum in Hamburg,

Landesgalerie am Oberösterreichischen

Landesmuseum Linz 1998, S. 215,

Farbabb. S. 113.

€ 40 000 – 45 000

Neben nord- und mitteleuropäischen Landschaften bilden Marinedarstellungen

den zweiten Schwerpunkt im Oeuvre Andreas Achenbachs.

Ab Mitte der 30er Jahre widmete sich der Künstler diesem Genre, das er

bis ins hohe Alter mit erstaunlicher Produktivität weiterentwickelte. Ein

häufig wiederkehrendes Motiv in diesen Bildern sind Molen, die

der Künstler häufig vor einer aufgewühlten, stürmischen See zeigte.

Die brillant wiedergegebenen Seestücke von Andreas Achenbach hatten

auf nahezu alle deutschen Marinemaler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

einen nachhaltigen Einfluss.

Andreas war nicht nur der ältere der beiden Achenbach-Brüder, sondern

zu Lebzeiten auch der berühmtere Künstler. Ihm wurden vielfache

Ehrungen u.a. aus Belgien, Russland, Frankreich und Norwegen zuteil,

wobei auch seine Heimatstadt Düsseldorf, in der Andreas Achenbach

zwar nicht geboren wurde aber die längste Zeit seines Lebens verbrachte,

nicht zurückstehen wollte und ihn 1895 zum Ehrenbürger ernannte.

Die beiden Brüder teilten das Genre der Landschaftsmalerei gewissermaßen

untereinander auf. Während Oswald vornehmlich süditalienische

Landschaften und Szenen des dortigen Volksleben schilderte,

wobei er einen besonderen Akzent auf virtuose Lichteffekte legte (siehe

Lot 1449), malte Andreas unter Betonung des dynamisch-dramatischen

Moments vor allem nord- und mitteleuropäische Landschaften sowie

Marinen. So wurden beide gleichermaßen zu den beherrschenden Figuren

der Landschaftsmalerei der Düsseldorfer Malerschule – „Das A und

O der Landschaft“, wie Julius Hübner die beiden Brüder nannte.


OSWALD ACHENBACH

1827 Düsseldorf – 1905 Düsseldorf

1449 AM GOLF VON NEAPEL

Signiert und datiert unten rechts:

Osw. Achenbach 1888.

Öl auf Leinwand. 120 x 150 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung

Mit den Ansichten italienischer Städte

und Landschaften, die alle übrigen Sujets

seines Oeuvres überstrahlen, steht Oswald

Achenbach in der langen Tradition deutscher

Italiensehnsucht, die spätestens mit

Goethe einsetzt. Den italienischen Veduten

aus der Hand des Düssel dorfer Künstlers

wohnt dabei meist eine bewusste

Tendenz zur Idealisierung der südlichen

Landschaft inne, die der exakten topographischen

Wiedergabe zuweilen entgegensteht.

Die überragende Lichtregie und das

betörende Kolorit lassen Achenbach dabei

zum führenden deutschen Künstler dieses

Genres in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

avancieren.

Unser großformatiges Gemälde zeigt

eine tief eingeschnittene Meeresbucht

im südlichen Italien, die anhand des im

Hintergrund rauchenden Ätnas – sichtbar

durch eine kaum zufällige Lücke im

Blattwerk zweier Bäume – unschwer als

Golf von Neapel zu erkennen ist. Die

einen scheinbar endlosen, sanften Bogen

umschreibende Bucht von Neapel hat

Achenbach immer wieder gemalt, im

fahlen Mondschein, im klaren Licht des

Morgens, in den glühenden Farben eines

heißen Sommermittags oder – wie in unserem

Bild – in den letzten Strahlen der

untergehenden Abendsonne. Während

der Horizont noch in warmen Rottönen

aufleuchtet und das Licht vom Wasser in

hellgelben Farben reflektiert wird, ist der

den unteren Bildrand zur Hälfte überschneidende

Weg bereits in ein kühleres

Kolorit getaucht. Die locker gemalten Staffagefiguren

auf diesem Weg verkörpern

geradezu die Vorstellung eines ländlicheinfachen,

unberührten Italiens und des

schlichten, aber glücklichen Lebens unter

südlicher Sonne.

€ 55 000 – 70 000


FRANZ RICHARD

UNTERBERGER

1838 Innsbruck – 1902 Neuilly

1450 STRASSE IN POMPEJI

Öl auf Leinwand. 46 x 75,5 cm.

Provenienz

Auktion Dorotheum, Wien, 22.5.1962,

Lot 101.- Auktion Galerie Fischer, Luzern,

11.-15.11.1975, Lot 1782. – Galerie Haslauer,

Salzburg, 1977. – Auktion Dorotheum,

Wien, 13.6.1978, Lot 127. – Westdeutsche

Privatsammlung.

Literatur

Sybille-Karin Moser: F. R. Unterberger

und die salonfähige Landschaftsmalerei

im 19. Jahrhundert. Innsbruck/Wien

1986, Nr. 81, Abb. S. 174.

Eine breite Landstraße, die nach Pompeji

führt, ist zu sehen, von der Abendsonne

in kraftvollem Rot beschienen und mit

dem Vesuv im Hintergrund. Auf der

Straße ist lebendiges Treiben, Bauern,

Hirten, Mönche und Reisende bevölkern

sie. Franz Richard Unterberger, der

europäische Kosmopolit aus Tirol, war

bekanntermaßen mehrmals in Italien,

und er hat sich – wie viele andere

Künstler seiner Zeit – für die italienische

Landschaft begeistert. Dieses Gemälde

ist jedoch nicht in Italien entstanden, es

stellt vielmehr eine späte Hommage Unterbergers

– Sybille-Karin Moser (op. cit.)

datiert das Gemälde um 1880 – an seinen

Lehrer Oswald Achenbach dar, denn

die Bildkomposition entstammt einem

1859 datierten Gemälde des Düsseldorfer

Landschaftsmalers (vgl. 947. Lempertz-

Auktion, Köln, 20.11.2009, Lot 1338).

Das Datum 1859 ist interessant, weil

es sich genau um jenes Jahr handelt, in

dem Unterberger nach Düsseldorf ging,

um von der dortigen Schule der Landschaftsmalerei

zu lernen, zunächst bei

Andreas Achenbach, später bei dessen

Bruder Oswald. Es stellt sich die Frage,

wo Unterberger zwanzig Jahre später die

Landschaft Achenbachs gesehen haben

könnte. Dabei wäre es durchaus denkbar,

dass Unterberger, der vermögende Sohn

eines Kunsthändlers, das Gemälde sogar

selbst besessen hat.

€ 40 000 – 50 000


WILHELM MEYERHEIM

1815 Danzig – 1882 Berlin

1451 DAS EISVERGNÜGEN

Signiert unten links: W Meyerheim.

Öl auf Leinwand. 53,5 x 83,5 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 7 000 – 10 000

Wilhelm Alexander Meyerheim entstammte einer Danziger Künstlerfamilie,

sein Vater Karl Friedrich wie auch sein Bruder Eduard waren

Maler. Meyerheim war hauptsächlich in Berlin tätig und wurde vor

allem mit seinen Genrebildern bekannt. Sie zeigen preußische Offiziere

bei der Rast, Bauernfamilien im Freien oder Kinderszenen. Dieses Gemälde

vereinigt zwei Motive, die Meyerheim oft dargestellt hat: spielende

Kinder, Eisvergnügen und Winterlandschaften.


WILHELM MEYERHEIM

1815 Danzig – 1882 Berlin

1452 POSTKUTSCHE IM

POMMERSCHEN HAFEN

Signiert und datiert unten rechts:

W. Meyerheim 1868.

Öl auf Leinwand. 67,5 x 97 cm.

€ 8 000 – 10 000


WILHELM LEIBL

1844 Köln – 1900 Würzburg

*1453 BILDNIS EINES KNABEN

Öl auf Leinwand. 44 x 32 cm.

Gutachten

Prof. H. Zimmermann, Tutzing

2.11.1968.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Literatur

Emil Waldmann: Wilhelm Leibl. Eine

Darstellung seiner Kunst. Gesamtverzeichnis

seiner Gemälde, 1914.

Wir danken Herrn Dr. Götz Czymmek für seine Auskunft zu diesem

unsignierten und undatierten Gemälde. In dem ihm zur Verfügung

stehenden Unterlagen befindet sich ein altes Photo des Bildes mit folgender

Beschriftung: „W. Leibl, unsigniert. Öl auf Leinwand. Gr. 44 x 32.

Herkunft gesichert“.

Dr. Czymmek hält die Autorschaft von Wilhelm Leibl für sehr wahrscheinlich,

da „Faktur, Sujet, Größe und Porträtauffassung durchaus

Werken des Malers entsprechen. Auch die verunglückten Ohren sind

Leibls Bildern nicht fremd.“ Als Vergleichsbeipiele nennt er ein Knabenbild

von 1872 (Waldmann 123) sowie die Katalognummern 151 und

198 aus dem Werkverzeichnis von 1914.

€ 10 000 – 14 000


JOHANN FRIEDRICH VOLTZ

1817 Nördlingen – 1886 München

1454 AUSTRIEB DER HERDE

Signiert und datiert unten rechts:

Fr. Voltz 876 München.

Öl auf Holz. 37,9 x 91,2 cm.

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

Literatur

Siegfried Wichmann: Meister – Schüler

– Themen. Münchner Landschaftsmaler

im 19. Jahrhundert, Herrsching 1981,

Abb. S. 193.

Johann Friedrich Voltz ist unter den Malern der Münchner Schule

derjenige, der das Tierstück, das er groß im Vordergrund seiner Bilder

komponiert, mit einer tonig aufgefassten Stimmungslandschaft

verbindet. Eduard Schleich und Carl Spitzweg stehen ihm künstlerisch

am nächsten. Mit Schleich verbinden ihn Motive und Landschaftsauffassung,

mit Spitzweg vor allem die Textur der Malerei. Gut beobachten

lässt sich Letzteres auf der vom Sonnenlicht gestreiften Stallmauer unseres

Bildes, die in dem lebendigen Duktus durchaus auch von Spitzweg

stammen könnte.

€ 18 000 – 22 000


JEAN BAPTISTE JOSEPH OLIVE

1848 Marseille – 1936

1455 KÜSTENLANDSCHAFT

BEI MARSEILLE

Signiert unten rechts: JB Olive.

Öl auf Leinwand (doubliert). 54 x 73 cm.

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 10 000 – 12 000

AUGUSTE MICHEL NOBILLET

1850 – 1914

1456 LANDSCHAFT MIT JUNGER FRAU

Signiert unten links: A. Nobillet.

Öl auf Holz. 32 x 40 cm.

€ 5 000 – 6 000


OTTO VON KAMEKE

1826 Stolp – 1899 Berlin

1457 HOCHALPENLANDSCHAFT

Signiert unten rechts: O.v. Kamecke.

Öl auf Leinwand. 97 x 136 cm.

Verso ein Ausstellungsetikett.

€ 4 000 – 6 000

CARL HILGERS

1818 Düsseldorf – 1890 Düsseldorf

1458 EISVERGÜNGEN

Signiert und datiert unten links:

C Hilgers 1888.

Öl auf Holz. 31 x 42 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

€ 4 000 – 6 000


MIHÁLY VON MUNKÁCSY

1844 Munkács – 1909 Endenich

1459 BETER VOR DEM KREUZ

Monogrammiert unten links: M.

Öl auf Leinwand (doubliert). 79 x 51 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 7 000 – 8 000


FRANZ VON LENBACH

1836 Schrobenhausen – 1904 München

1460 BILDNIS DES PRINZREGENTEN

LUITPOLD VON BAYERN

Öl auf Leinwand. 118 x 86 cm.

Verso Nachlass-Stempel Nr. 55 mit

Echtheitsbestätigung von Lola v. Lenbach

vom 22.2.1937.

€ 8 000 – 10 000


KÁROLY CSÚZY

1843 Csúsz – 1911 Venedig

1461 DIE SCHMUCKANPROBE

Signiert unten links: Csuzy K.

Öl auf Leinwand. 55,5 x 66,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000


UNBEKANNTER KÜNSTLER

um 1900

1462 DER KUNSTHÄNDLER

MIT DER STATUETTE

Öl auf Leinwand (doubliert). 71 x 91,5 cm.

€ 10 000 – 12 000

Dieses qualitätvolle Gemälde eines Künstlers an der Wende zum

20. Jahrhundert verbindet zwei Gattungen, die die damaligen Künstler

intensiv beschäftigten: Das Stillleben und das Bildnis. In breiten

Pinselstrichen und kraftvollen Farben sind Früchte, Gläser, Karaffen

und Flaschen dargestellt. Links ist ein Mann zu sehen, wohl ein Kunsthändler

oder Sammler, der eine Statuette in seiner Hand hält und über

diese zu sinnieren scheint. Der geistesabwesende Blick, die nachdenkliche

Haltung, aber auch die reduzierte Farbpalette, mit der er – ganz im

Gegensatz zum Stillleben – dargestellt ist, geben ihm einen melancholischen

Ausdruck.


HENRIETTE RONNER-KNIP

1821 Amsterdam – 1909 Brüssel

1463 DREI KATZEN MIT EINEM

FÄCHER (DIE UNSCHULD)

Signiert und datiert oben links:

Henriette Ronner. 95.

Öl auf Holz. 27 x 35 cm.

Provenienz

Auktion Frederik Muller, Amsterdam,

3.3.1903, Lot 135. – Seitdem in deutschem

Familienbesitz.

Ausstellungen

Exposition Internationale des Beaux-

Arts de 1895, Ostende (verso ein Klebeetikett).

€ 24 000 – 28 000


CARL JUTZ D. Ä.

1838 Windschläg – 1916 Pfaffendorf

1464 STUDIEN ZU

VERSCHIEDENEN KÜKEN

Signiert unten rechts: C. Jutz.

Öl auf Hartfaserplatte. 15 x 28 cm

(im Rahmenausschnitt).

€ 6 000 – 7 000


FRITZ ERLER

1868 Frankenstein – 1940 München

*1465 JUNGE FRAU IN EINEM PARK

MIT GROSSER FONTÄNE

Signiert unten rechts: Erler.

Öl auf Leinwand. 100 x 119 cm.

Provenienz

Familie Meirowsky, Köln. – Schweizer

Privatsammlung.

Literatur

Fritz Ostini: Fritz Erler, Bielefeld und

Leipzig 1921, S. 78-79, Abb. 61.

€ 8 000 – 10 000

Der im Schlesischen Breslau geborene Maler Fritz Erler gehörte um

1900 zu den gefragtesten Künstlern für größere Dekorationszyklen.

Er schuf vielbeachtete Gesamtkunstwerke, Räume mit thematisch und

formal zusammengehörenden Gemälden in öffentlichen Gebäuden und

privaten Villen. Einer seiner wichtigsten Aufträge waren die Bilder des

Repräsentationsraumes von Bruno Paul für die Münchner Ausstellung

von 1905 sowie die Fresken für das Wiesbadener Kurhaus von 1907.

1899 war Fritz Erler Gründungsmitglied der Münchner Künstlervereinigung

„Scholle“. Ein großer Teil seines Werkes, das sich nach seinem

Tode im Atelier in Holzhausen befand, verbrannte 1965.

Auch unser Gemälde stammt aus einem größeren Zusammenhang.

Erler malte es zusammen mit weiteren Bildern 1911 für das Musikzimmer

der Villa Meirowsky in Köln, wo es über einem Kamin hing. Im

Vordergrund erkennt man eine Fontäne mit hochaufsteigender Wassersäule

und am Rande des Beckens eine in Gedanken versunkene junge

Frau. Zu dem Bild schrieb Ostini: „Im Hause Meirowsky gibt Erler etwas

Seltenes und Besonderes: Ein Bild, das eine reine dekorative Aufgabe

mit Vollkommenheit erfüllt und gleichzeitig ein typisches persönliches

Werk des Künstlers ist. Dem Monumentalen ist der Zauber des intimen

Staffeleibildes gewahrt“ (op. cit. S. 78-79).


MODESTO URGELL Y INGLADA

1839 Barcelona – 1919 Barcelona

1466 WEITE LANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. 70 x 130 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000

Der in Barcelona geborene Modesto Urgell y Inglada war nicht nur als

Künstler, sondern auch als Dramatiker tätig. Er studierte an der Akademie

in Madrid und ging dann nach Paris, wo er die Bekanntschaft

Gustave Courbets machte. Seine Bilder zeichnen sich durch ein kraftvolles

Kolorit und eine reduzierte Motivik aus. Er ist auch als Begründer

des Museo Artístico y Arqueológico in Gerona bekannt.


JAROSLAV FRANTI˘SEK

JULIUS VE˘SÍN

1860 Vran? (Böhmen) – 1915 Sofia

1467 WINTERLICHE JAGDSZENE

Signiert und datiert unten rechts:

Jarsoslav-Ve˘sín-Sophia-1912.

Öl auf Leinwand. 45,5 x 70,5 cm.

Jarsoslav Ve˘sín zählt zu den zahlreichen

Künstlern aus Osteuropa, die der

Kunststadt München im späten 19. Jahrhundert

ein kosmopolitisches Gepräge

gaben. Er stammte aus Böhmen und

besuchte zunächst die Prager Akademie,

studierte dann von 1881 bis 1883

in München, unter anderem bei Karl

Theodor von Piloty und war bis 1897 in

der Stadt als freischaffender Künstler

tätig. Seine letzte künstlerische Station

war Sofia, wo er an der Akademie lehrte

und zugleich Maler am Hof des Zaren

war. Ve˘sín wurde mit seinen Genrebildern

bekannt, die das ländliche Leben

in Osteuropa zeigen, etwa Szenen von

Märkten und Jagden; später, als Künstler

des Kriegsministeriums, malte er zudem

Schlachtenszenen. Dieses Jagdbild ist

1912 datiert und stellt somit ein Spätwerk

Ve˘síns aus seiner Zeit in Sofia dar.

Das Gemälde zeigt vor allem im Vordergrund

den für Ve˘sín typischen pastosen

und zugleich lockeren Farbauftrag, mit

dem die winterliche Schneelandschaft

erfasst ist. Man hat Jaroslav Ve˘síns

Malerei mit der eines anderen osteuropäischen

Künstlers der Münchner Schule

verglichen, und zwar des polnischen

Künstlers Alfred von Wierusz-Kowalski.

€ 20 000 – 25 000


FRANZ ALEKSEJEWITSCH

ROUBAUD

1856 Odessa – 1928 München

1468 TSCHERKESSISCHE REITER

Signiert unten rechts: F. Roubaud.

Öl auf Leinwand. 59 x 83,5 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Der 1856 in Odessa als Sohn französischer

Emigranten geborene Franz

Roubaud erhielt seine künstlerische Ausbildung

an der Münchner Akademie, wo

Karl Theodor von Piloty und Wilhelm

von Diez seine Lehrer waren. Er wurde

geschätzt für seine Bilder kaukasischer

Reiter und seine großformatigen Panoramen

mit der Darstellung von Schlachten

(etwa die 100 Meter lange „Verteidigung

Sebastopols 1854/55“). Die Zaren

Alexander III. und Nikolaus II. sowie der

Prinzregent Luitpold von Bayern, der

Roubaud adelte, zählten zu den Gönnern

und Auftraggebern des Künstlers. Wie

in diesem Bild sind die Darstellungen

der kaukasischen Reiter charakterisiert

durch die leuchtenden Bildfarben – die

bunten Gewänder der Reiter, die farbigen

Schatten, die lichtdurchflutete Landschaft

– sowie durch eine dynamische

Figurenkomposition.

€ 40 000 – 45 000


HUGO MÜHLIG

1854 Dresden – 1929 Düsseldorf

1469 LANDSCHAFT MIT KUTSCHE

Signiert unten rechts: Hugo Mühlig.

Öl auf Karton. 42 x 66,5 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Links unten nummeriert: 89 / 1785.

Verso die Darstellung eines Kaspers

und die Inschrift „Morgenstimmung

(Schimmel)“.

€ 12 000 – 14 000


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1470 WINTERLANDSCHAFT

AN DER ERFT

Signiert unten rechts: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand. 50 x 60 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 10 000 – 14 000


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1471 HERBST AN DER ERFT

Signiert unten rechts: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand (doubliert). 62 x 87 cm.

€ 10 000 – 12 000

MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1472 DER GARTEN

Signiert unten links: M. Clarenbach.

Öl auf Karton. 74,5 x 50 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


OTTO PIPPEL

1878 Lodz – 1960 München

1473 ST. GILGEN AM WOLFGANGSEE

Signiert unten rechts: Otto Pippel.

Öl auf Leinwand. 66,5 x 83,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

Verso Aufkleber Otto Pippel, Planegg in

Bayern, mit handschriftlichem Titel des

Bildes.

€ 4 000 – 5 000


KÜNSTLERVERZEICHNIS

ACHENBACH, ANDREAS

1443, 1444, 1448

ACHENBACH, OSWALD

1404, 1439, 1449

AHLBORN, AUGUST WILHELM 1432

ALSLOOT, DENIS VAN 1228

ANTWERPENER MEISTER 1232

AVERCAMP, HENDRICK,

zugeschrieben 1376

BAETS, MARC 1262

BEGAS, CARL 1403

BERCHEM, NICOLAES 1264

BERCHEM, NICOLAES, Werkstatt 1267

BERCHEM, NICOLAES, Nachfolge 1285

BERCHEM, NICOLAES, in der Art 1286

BERLINER KÜNSTLER 1427

BLOEMAERT, ABRAHAM 1224

BLOM, JAN 1269

BORSSOM, ANTHONIE VAN 1280

BOSSCHAERT, JAN BAPTIST 1314

BOUT, PIETER 1306

BREDAEL D. J., JAN PEETER VAN 1307

BRONZINO, AGNOLO, zugeschrieben

1212

BRUEGHEL D. Ä., JAN 1227

BRUEGHEL D. Ä, PIETER, Nachfolge

1219

CABEL, ADRIAN VAN DER 1378

CALAME, ALEXANDRE 1440

CASTIGLIONE, GIOVANNI

BENEDETTO, Werkstatt 1251

CATEL, FRANZ LUDWIG 1429

CIONE, JACOPO DI, Umkreis 1200

CLARENBACH, MAX 1470, 1471, 1472

CLERCK, HENDRICK DE 1228

CLEVE, CORNELIS VAN 1211

COELENBIER, JAN 1263

COLYN, DAVID 1268

COSSIERS, JAN, zugeschrieben 1287

CROOS, ANTHONY JANSZ

VAN DER 1241

CSÚZY, KÁROLY 1461

DANNECKER, JOHANN HEINRICH 1373

DEUTSCHER KÜNSTLER 1426, 1438

DEUTSCHER MEISTER

1221, 1323, 1387

DONADINI, ERMENEGILDO CARLO

1413

DROOCHSLOOT, JOOST CORNELISZ.

1236

ENDER, THOMAS 1445

ERLER, FRITZ 1465

FATTORI, GIOVANNI 1418

FLÄMISCHER MEISTER

1209, 1225, 1233, 1235,

1243, 1245, 1271, 1293, 1308

FLORENTINER MEISTER 1202

FONTEBASSO, FRANCESCO,

zugeschrieben 1379

FRANCESCHINI, MARCANTONIO,

zugeschrieben 1312

FRANCKEN D. J., FRANS, Nachfolge

1256

FRANZÖSISCHER MEISTER 1386

GALLE D. Ä., HIERONYMUS,

zugeschrieben 1294

GENELLI, BONAVENTURA 1395

GILLEMANS D. Ä., JAN PAUWEL 1284

GOSSAERT, GEN. MABUSE, JAN,

Nachfolge 1210

GOSSAERT, GEN. MABUSE, JAN,

nach 1208

GÖTZLOFF, CARL WILHELM 1435, 1436

GOYEN, JAN VAN 1240

GRESLY, GASPARD,

zugeschrieben 1315

GUERCINO, GIOVANNI BATTISTA

BARBIERI, GEN. 1252

HAID, JOHANN LORENZ 1388

HERRLEIN, JOHANN ANDREAS,

in der Art 1385

HILGERS, CARL 1458

HOBBEMA, MEINDERT, Umkreis 1298

HOBBEMA, MEINDERT,

Nachfolge 1299

HODENPIJL, GISBERTI 1407

HOEF, ABRAHAM VAN DER 1273

HÖGLER, WOLFGANG 1384

HONTHORST, GERARD VAN 1266

HOREMANS, JAN JOSEPH 1317

HULK, ABRAHAM 1447

HULST, FRANS DE 1258

ITALIENISCHER MEISTER

1279, 1309, 1310, 1405

JUTZ D. Ä., CARL 1420, 1464

KAISER, ERNST 1441

KAMEKE, OTTO VON 1457

KEIRINCX, ALEXANDER 1237

KESSEL, JAN VAN,

zugeschrieben 1275

KOBELL, HENDRIK 1382

KOEKKOEK, BAREND CORNELIS 1400

KONINCK, SALOMON 1246

KRIEHUBER, JOSEF 1412

KRÜGER, FRANZ 1401

LALLEMAND, JEAN-BAPTISTE 1389

LAMBRECHTS, JAN BAPTIST 1305


LAMEN, CHRISTOPH JACOBSZ

VAN DER 1247

LASTMAN, PIETER, Umkreis 1226

LEDOUX, JEANNE PHILIBERTE 1324

LEFÈVRE, ROBERT 1422

LEIBL, WILHELM 1411, 1453

LELY, SIR PETER 1274

LENBACH, FRANZ VON 1460

LIENDER, PAULUS VAN 1381

LIEVENS, JAN, zugeschrieben

1245A

LISIEWSKA, ANNA ROSINA 1318

LOMBARDISCHER MEISTER 1214

LOOTEN, JAN 1290

LUCAS, AUGUST 1434

MATTHÄI, FRIEDRICH 1425

MAYOL, SALVADOR 1424

MEISTER DER

WÜRZBURGER SCHLACHT 1218

MENZEL, ADOLPH VON 1402

METZ, JOHANN MARTIN 1319

MEULENER, PIETER 1253

MEYER VON BREMEN,

JOHANN GEORG 1442

MEYERHEIM, WILHELM 1451, 1452

MIEL, JAN 1234

MIERIS, WILLEM VAN 1304, 1374

MIGNARD, PIERRE, Umkreis 1303

MOLENAER, BARTHOLOMEUS 1257

MOLENAER, CLAES 1260, 1261

MOMPER, FRANS DE 1238

MORGENSTERN, CARL 1431

MÜHLIG, HUGO 1414, 1415, 1469

MULIER D. Ä., PIETER 1259

MUNKÁCSY, MIHÁLY VON 1459

NADORP, FRANZ 1392

NATHE, CHRISTOPH 1393

NEGRETTI, gen. PALMA IL

GIOVANE, JACOPO, Umkreis 1216

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

1203, 1217, 1229, 1244,

1265, 1270, 1291, 1383

NOBILLET, AUGUSTE MICHEL 1456

NORDITALIENISCHER MEISTER 1297

OBERITALIENISCHER (?) MEISTER

1204

OBERSCHWÄBISCHER MEISTER 1206

OLIVE, JEAN BAPTISTE JOSEPH 1455

OSTADE, ADRIAEN VAN 1375

OSTADE, ISAAC VAN 1255

OSTERWALD, GEORG 1410

PALAMEDESZ, ANTHONIE 1281

PALAMEDESZ, ANTHONIE,

Umkreis 1282

PATER, JEAN-BAPTISTE,

zugeschrieben 1311

PETZHOLD, FREDERIK 1430

PIAZZETTA, GIAMBATTISTA 1380

PICKENOY, NICOLAES ELIASZ.,

zugeschrieben 1230

PIPPEL, OTTO 1421, 1473

POEL, EGBERT VAN DER 1272

POELENBURGH, CORNELIS VAN,

Umkreis 1254

PREYER, EMILIE 1398, 1399

PREYER, JOHANN WILHELM

1396, 1397

PRINS, BALTHASAR 1288

RAMBERG, JOHANN HEINRICH 1394

RICHTER, LUDWIG 1437

RÖMISCHER MEISTER 1313

RONNER-KNIP, HENRIETTE 1463

ROOSENBOOM, MARGARETHA 1417

ROOTIUS, JAKOB 1296

ROTTENHAMMER, HANS 1227

ROTTENHAMMER, HANS, Umkreis

1300

ROUBAUD, FRANZ ALEKSEJEWITSCH

1468

RUBENS, PETER PAUL, Werkstatt

1239

RUGENDAS, GEORG PHILIPP II,

in der Art 1316

RUISDAEL, JACOB VAN, Umkreis 1295

RYCKAERT D. J., DAVID 1283

SALZBURGER (?) MEISTER 1207

SASSOFERRATO, GIOVANNI

BATTISTA SALVI, GEN.,

zugeschrieben 1250

SAVERY, JACOB I 1222

SCHEUREN, CASPAR 1408, 1409

SCHIRMER, JOHANN WILHELM 1433

SCHOEVAERDTS, MATHYS 1301

SCHÜTZ D. Ä., CHRISTIAN GEORG,

zugeschrieben 1322

SCHWÄBISCHER MEISTER 1205

SONDERLAND, FRITZ 1416

SPANISCHER MEISTER 1325

SPECKTER, ERWIN, zugeschrieben

1428

STANFIELD, GEORGE CLARKSON 1446

STRY D. Ä., ABRAHAM VAN 1390

STUCK, FRANZ VON 1419

SÜDDEUTSCHER MEISTER 1215

TENIERS D. J., DAVID, zugeschrieben

1249


TENIERS D. J., DAVID, in der Art 1248

TIZIAN, Umkreis 1213

TOMMÉ, LUCA DI, Umkreis 1201

TURPIN DE CRISSÉ, LANCELOT

THÉODORE COMTE DE 1423

UNTERBERGER, FRANZ RICHARD

1450

URGELL Y INGLADA, MODESTO 1466

VAILLANT, BERNARD 1289

VE ˘SÍN, JAROSLAV FRANTI˘SEK

JULIUS 1467

VERBEECK, CORNELIS ISAACKSZ 1231

VERBOECKHOVEN, EUGÈNE,

zugeschrieben 1406

VERTANGEN, DANIEL 1276, 1277, 1278

VINCENT, FRANÇOIS ANDRÉ 1326

VOLLERDT, JOHANN CHRISTIAN

1320, 1321

VOLTZ, JOHANN FRIEDRICH 1454

VOORHOUT, JOHANNES 1302

VRIES, ROELOF VAN 1292

WEBB, JAMES

1447A

WIERINGEN, CORNELIS

CLAESZ VAN 1242

WINGHE, JOOS VAN, zugeschrieben

1220

WITTE D. Ä. (PETER CANDID), PETER

DE, Werkstatt 1223

WYCK, THOMAS, zugeschrieben 1377


BESITZERVERZEICHNIS

(1) 1253, 1278, 1350, 1352-1353, 1355, 1357, 1359, 1368; (2) 1360; (3) 1404; (4) 1405; (5) 1337; (6) 1347, 1371; (7) 1213, 1462;

(8) 1373; (9) 1365; (10) 1226; (11) 1221; (12) 1384; (13) 1246; (14) 1411; (15) 1247; (16) 1254, 1284, 1321, 1383, 1413, 1434, 1441;

(17) 1340; (18) 1460; (19) 1296; (20) 1335, 1338; (21) 1259, 1308; (22) 1374, 1378, 1381, 1388, 1392-1394, 1400, 1412, 1416;

(23) 1457, 1473; (24) 1224, 1233-1234, 1251, 1287, 1306, 1313; (25) 1266; (26) 1245A, 1298; (27) 1459; (28) 1232, 1261, 1282;

(29) 1217; (30) 1286, 1439; (31) 1458; (32) 1442; (33) 1453; (34) 1445; (35) 1396-1399; (36) 1269; (37) 1380; (38) 1242, 1245;

(39) 1390; (40) 1214; (41) 1417; (42) 1372; (43) 1344; (44) 1236; (45) 1330, 1333; (46) 1401; (47) 1419; (48) 1210; (49) 1240;

(50) 1410; (51) 1315, 1326, 1389; (52) 1219, 1275; (53) 1227; (54) 1418; (55) 1433; (56) 1425; (57) 1343; (58) 1327; (59) 1455;

(60) 1200, 1202; (61) 1385; (62) 1281; (63) 1311, 1379; (64) 1250; (65) 1238, 1257, 1263; (66) 1465; (67) 1211, 1322; (68) 1228;

(69) 1402; (70) 1283; (71) 1328-1329; (72) 1280; (73) 1367; (74) 1255, 1376; (75) 1271, 1293; (76) 1205, 1230, 1243, 1264-1265,

1276-1277, 1317; (77) 1324; (78) 1215; (79) 1274; (80) 1349, 1351, 1386; (81) 1244, 1262, 1270, 1307; (82) 1364; (83) 1332,

1348, 1356, 1361-1363, 1406, 1464; (84) 1303; (85) 1241; (86) 1208, 1218; (87) 1289; (88) 1302; (89) 1437; (90) 1341; (91) 1345;

(92) 1336; (93) 1260; (94) 1249; (95) 1203; (96) 1346; (97) 1358; (98) 1201; (99) 1424; (100) 1463; (101) 1447A; (102) 1207;

(103) 1471; (104) 1331; (105) 1295; (106) 1300; (107) 1366, 1369; (108) 1212; (109) 1314, 1446; (110) 1395; (111) 1456;

(112) 1216; (113) 1237, 1408-1409; (114) 1470; (115) 1294, 1354, 1428; (116) 1407, 1420, 1448-1449; (117) 1223;

(118) 1468; (119) 1342; (120) 1204; (121) 1252, 1377; (122) 1319; (123) 1467; (124) 1273; (125) 1258; (126) 1387, 1451; (127) 1256;

(128) 1320, 1323, 1430-1431, 1435-1436; (129) 1209, 1438; (130) 1239; (131) 1248; (132) 1427; (133) 1334; (134) 1443;

(135) 1440; (136) 1206; (137) 1291; (138) 1325; (139) 1229; (140) 1339; (141) 1370; (142) 1222; (143) 1288, 1297; (144) 1304,

1391, 1422; (145) 1452; (146) 1220; (147) 1231, 1267, 1292, 1305; (148) 1403; (149) 1447; (150) 1225; (151) 1235, 1301;

(152) 1309-1310; (153) 1414; (154) 1472; (155) 1415, 1469; (156) 1450; (157) 1290; (158) 1312, 1318; (159) 1279, 1285;

(160) 1299; (161) 1375, 1382; (162) 1423; (163) 1316; (164) 1444, 1466; (165) 1454; (166) 1426; (167) 1272; (168) 1268, 1421,

1429, 1461; (169) 1432

ART LOSS REGISTER

Das Kunsthaus Lempertz ist Partner von Art Loss Register

Ltd. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie

eindeutig identifizierbar sind und einen Schätzwert von

mind. € 2.500 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem

Datenbankbestand des Registers individuell abgeglichen.

Lempertz orientiert sich an den Grundsätzen der

Washingtoner Konferenz.

Kunsthaus Lempertz is a partner of Art Loss register Ltd.

All objects in this catalogue which are clearly identifiable and

have an estimated value of at least € 2.500 were individually

compared with the database contents of the Register before

the auction.

Lempertz adheres to the principles of the Washington

Conference.


VERSTEIGERUNGSBEDINGUNGEN

1. Das Kunsthaus Lempertz (im Nachfolgenden Lempertz) versteigert

öffentlich im Sinne des § 383 Abs. 3 Satz 1 BGB als Kommissionär für

Rechnung der Einlieferer, die unbenannt bleiben. Im Verhältnis zu Abfassungen

der Versteigerungsbedingungen in anderen Sprachen ist die

deutsche Fassung maßgeblich.

2. Lempertz behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen,

zu trennen und, wenn ein besonderer Grund vorliegt, außerhalb der

Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.

3. Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Gegenstände können im

Rahmen der Vorbesichtigung geprüft und besichtigt werden. Die Katalogangaben

und entsprechende Angaben der Internetpräsentation, die

nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden, werden nicht Bestandteil

der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit. Die Angaben beruhen

auf dem zum Zeitpunkt der Katalogbearbeitung herrschenden Stand

der Wissenschaft. Sie sind keine Garantien im Rechtssinne und dienen

ausschließlich der Information. Gleiches gilt für Zustandsberichte und

andere Auskünfte in mündlicher oder schriftlicher Form. Zertifikate oder

Bestätigungen der Künstler, ihrer Nachlässe oder der jeweils maßgeblichen

Experten sind nur dann Vertragsgegenstand, wenn sie im Katalogtext

ausdrücklich erwähnt werden. Der Erhaltungszustand wird im Katalog

nicht durchgängig erwähnt, so dass fehlende Angaben ebenfalls keine

Beschaffenheitsvereinbarung begründen. Die Sachen sind gebraucht. Alle

Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich

bei Erteilung des Zuschlages befinden.

4. Lempertz verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von den Katalogangaben,

welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht

unerheblich mindern, und welche innerhalb eines Jahres nach Übergabe

in begründeter Weise vorgetragen werden, seine Rechte gegenüber dem

Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Maßgeblich ist der Katalogtext

in deutscher Sprache. Im Falle einer erfolgreichen Inanspruchnahme des

Einlieferers erstattet Lempertz dem Erwerber ausschließlich den gesamten

Kaufpreis. Darüber hinaus verpflichtet sich Lempertz für die Dauer von

zwei Jahren bei erwiesener Unechtheit zur Rückgabe der Kommission,

wenn der Gegenstand in unverändertem Zustand zurückgegeben wird. Im

übrigen ist eine Haftung wegen Mängeln ausgeschlossen.

5. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes

oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus

welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben

oder anderweitig erteilten Auskünften sind ausgeschlossen, sofern Lempertz

nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche

Pflichten verletzt hat; im übrigen gilt Ziffer 4.

6. Abgabe von Geboten. Gebote in Anwesenheit: Der Saalbieter erhält

gegen Vorlage seines Lichtbildausweises eine Bieternummer. Lempertz

behält sich die Zulassung zur Auktion vor. Ist der Bieter Lempertz nicht

bekannt, hat die Anmeldung 24 Stunden vor Beginn der Auktion schriftlich

und unter Vorlage einer aktuellen Bankreferenz zu erfolgen. Gebote in

Abwesenheit: Gebote können auch schriftlich, telefonisch oder über das

Internet abgegeben werden. Aufträge für Gebote in Abwesenheit müssen

Lempertz zur ordnungsgemäßen Bearbeitung 24 Stunden vor der Auktion

vorliegen. Der Gegenstand ist in dem Auftrag mit seiner Losnummer und

der Objektbezeichnung zu benennen. Bei Unklarheiten gilt die angegebene

Losnummer. Der Auftrag ist vom Aufraggeber zu unterzeichnen. Die

Bestimmungen über Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen

(§ 312b – d BGB) finden keine Anwendung. Telefongebote: Für das

Zustandekommen und die Aufrechterhaltung der Verbindung kann nicht

eingestanden werden. Mit Abgabe des Auftrages erklärt sich der Bieter

damit einverstanden, dass der Bietvorgang aufgezeichnet werden kann.

Gebote über das Internet: Sie werden von Lempertz nur angenommen,

wenn der Bieter sich zuvor über das Internetportal registriert hat. Die Gebote

werden von Lempertz wie schriftlich abgegebene Gebote behandelt.

7. Durchführung der Auktion. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach

dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein höheres Gebot abgegeben wird.

Der Versteigerer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern,

wenn ein besonderer Grund vorliegt. Wenn mehrere Personen zugleich

dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot

erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den erteilten Zuschlag

zurücknehmen und die Sache erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein

rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und dies vom

Bieter sofort beanstandet worden ist oder sonst Zweifel über den Zuschlag

bestehen (§ 2 Ziffer 4 VerstVO). Gebote werden von Lempertz nur

in dem Umfang ausgeschöpft, der erforderlich ist, um ein anderes

Gebot zu überbieten. Der Versteigerer kann für den Einlieferer bis zum vereinbarten

Limit bieten, ohne dies anzuzeigen und unabhängig davon, ob

andere Gebote abgegeben werden. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein

Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer dem Bieter nur bei Vorsatz

oder grober Fahrlässigkeit.

8. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Sofern ein Zuschlag unter Vorbehalt

erteilt wurde, ist der Bieter an sein Gebot bis vier Wochen nach

der Auktion gebunden, wenn er nicht unverzüglich nach Erteilung des

Zuschlages bzw. entsprechender Information unter den angegebenen

Kontaktdaten bei Schriftgeboten von dem Vorbehaltszuschlag zurücktritt.

Mit der Erteilung des Zuschlages gehen Besitz und Gefahr an der versteigerten

Sache unmittelbar auf den Ersteher über, das Eigentum erst bei

vollständigem Zahlungseingang.

9. Auf den Zuschlagpreis wird ein Aufgeld von 20 % zuzüglich 19 %

Umsatzsteuer erhoben, gerechnet nur auf das Aufgeld (Differenzbesteuerung).

Für die Katalogpositionen, die mit * gekennzeichnet sind,

wird ein Aufgeld von 20 % erhoben; auf diesen Nettorechnungspreis (Zuschlagpreis

+ Aufgeld) wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % für

Bilder, Originalgraphik, Plastik und Sammlungsstücke und von 19 % für

Kunstgewerbe und Photographie hinzugerechnet (Regelbesteuerung).

Von der Mehrwertsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer

(d.h. außerhalb der EU) und - bei Angabe der MwSt.-Identifikations-Nr.

- auch an Unternehmen in EU-Mitgliedstaaten. Nehmen Auktionsteilnehmer

ersteigerte Gegenstände selber in Drittländer mit, wird ihnen

die MwSt. erstattet, sobald Lempertz der Ausfuhr- und Abnehmernachweis

vorliegen. Für Originalkunstwerke und Photographien, die nach dem

1. Januar 1900 entstanden sind, wird zur Abgeltung des gemäß § 26 UrHG

anfallenden Folgerechts eine Umlage für das Folgerecht von 1,9 % erhoben.

Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen

bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.

10. Persönlich an der Auktion teilnehmende Ersteigerer haben den Endpreis

(Zuschlagspreis zuzüglich Aufgeld + MwSt.) im unmittelbaren Anschluss

an die Auktion an Lempertz zu zahlen; Die Zahlung auswärtiger

Ersteher, die schriftlich geboten haben oder vertreten worden sind, gilt

unbeschadet sofortiger Fälligkeit bei Eingang binnen 10 Tagen nach Rechnungsdatum

noch nicht als verspätet. Überweisungen sind ausschließlich

in Euro zu tätigen. Schecks können nicht akzeptiert werden. Der Antrag auf

Umschreibung einer Rechnung auf einen anderen Kunden als den Bieter

muss unmittelbar im Anschluss an die Auktion abgegeben werden. Lempertz

behält sich die Durchführung der Umschreibung vor.

11. Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 1% auf den Bruttopreis

je angebrochenem Monat berechnet. Lempertz kann bei Zahlungsverzug

wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach Fristsetzung

Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Der Schadenersatz kann

in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache nochmals versteigert

wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der

vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung

einschließlich des Aufgeldes einzustehen hat.

12. Die Ersteher sind verpflichtet, ihre Erwerbung sofort nach der Auktion

in Empfang zu nehmen. Lempertz haftet für verkaufte Gegenstände nur für

Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit. Ersteigerte Objekte werden erst nach

vollständigem Zahlungseingang ausgeliefert. Eine Versendung erfolgt

ausnahmslos auf Kosten und Gefahr des Ersteigerers. Lempertz ist berechtigt,

nicht abgeholte Objekte vier Wochen nach der Auktion im Namen

und auf Rechnung des Ersteigerers bei einem Spediteur einlagern und versichern

zu lassen. Bei einer Selbsteinlagerung durch Lempertz werden 1 %

des Zuschlagspreises für Versicherungs- und Lagerkosten p.a. berechnet.

13. Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann,

ist Köln. Es gilt deutsches Recht; Das UN-Übereinkommen über Verträge

des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. Sollte

eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt

die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.

Henrik Hanstein, öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator.

Takuro Ito, Kunstversteigerer.


CONDITIONS OF SALE

1. The art auction house, Kunsthaus Lempertz (henceforth referred to

as Lempertz), conducts public auctions in terms of § 383 paragraph

3 sentence 1 of the Civil Code as commissioning agent on behalf of

the accounts of submitters, who remain anonymous. With regard to its

auctioneering terms and conditions drawn up in other languages, the

German version remains the official one.

2. The auctioneer reserves the right to divide or combine any catalogue lots

or, if it has special reason to do so, to offer any lot for sale in an order different

from that given in the catalogue or to withdraw any lot from the sale.

3. All lots put up for sale may be viewed and inspected prior to the auction.

The catalogue specifications and related specifications appearing on the

internet, which have both been compiled in good conscience, do not form

part of the contractually agreed to conditions. These specifications have

been derived from the status of the information available at the time of

compiling the catalogue. They do not serve as a guarantee in legal terms

and their purpose is purely in the information they provide. The same

applies to any reports on an item’s condition or any other information,

either in oral or written form. Certificates or certifications from artists,

their estates or experts relevant to each case only form a contractual part

of the agreement if they are specifically mentioned in the catalogue text.

The state of the item is generally not mentioned in the catalogue. Likewise

missing specifications do not constitute an agreement on quality. All items

are used goods.

4. In the event of variances from the catalogue descriptions, which result

in negation or substantial diminution of value or suitability, and which are

reported with due justification within one year after handover, Lempertz

nevertheless undertakes to pursue its rights against the seller through the

courts; in the event of a successful claim against the seller, Lempertz will

reimburse the buyer only the total purchase price paid. German is the official

language for the catalogue text. Over and above this, Lempertz undertakes

to reimburse its commission within a given period of two years after

the date of the sale if the object in question proves not to be authentic.

Liability of Lempertz for faults or defects is otherwise excluded.

5. Claims for compensation as the result of a fault or defect in the object

auctioned or damage to it or its loss, regardless of the legal grounds, or as

the result of variances from the catalogue description or statements made

elsewhere are excluded unless Lempertz acted with wilful intent or gross

negligence; in other regards, point 4 applies.

6. Submission of bids. Bids in attendance: The floor bidder receives a

bidding number on presentation of a photo ID. Lempertz reserves the

right to grant entry to the auction. If the bidder is not known to Lempertz,

registration must take place 24 hours before the auction is due to begin

in writing on presentation of a current bank reference. Bids in absentia:

Bids can also be submitted either in writing, telephonically or via the

internet. The placing of bids in absentia must reach Lempertz 24 hours

before the auction to ensure the proper processing thereof. The item must

be mentioned in the bid placed, together with ticket number and item

description. In the event of ambiguities, the listed ticket number becomes

applicable. The placement of a bid must be signed by the applicant.

The regulations regarding revocations and the right to return the goods in

the case of long distance agreements (§ 312b – d of the Civil Code) do not

apply. Telephonic bids: Establishing and maintaining a connection cannot

be vouched for. In submitting a bid placement, the bidder declares that

he agrees to the recording of the bidding process. Bids via the internet:

They will only be accepted by Lempertz if the bidder registered himself

on the internet website beforehand. Lempertz will treat such bids in the

same way as bids in writing.

7. Carrying out the auction. The hammer will come down when no

higher bids are submitted after three calls for a bid. In extenuating circumstances,

the auctioneer reserves the right to bring down the hammer or he

can refuse to accept a bid. If several individuals make the same bid at the

same time, and after the third call, no higher bid ensues, then the ticket

becomes the deciding factor. The auctioneer can retract his acceptance of

the bid and auction the item once more if a higher bid that was submitted

on time, was erroneously overlooked and immediately queried by the

bidder, or if any doubts regarding its acceptance arise (§ 2 point 4 Verst-

VO). Bids are only played to an absolute maximum by Lempertz if this is

deemed necessary to outbid another bid. The auctioneer can bid on behalf

of the submitter up to the agreed limit, without revealing this and irrespective

of whether other bids are submitted. Even if bids have been placed and

the hammer has not come down, the auctioneer is only liable to the bidder

in the event of premeditation or gross negligence.

8. Once a lot has been knocked down, the successful bidder is obliged

to buy it. If a bid is accepted conditionally, the bidder is bound by its bid

until four weeks after the auction unless it immediately withdraws from

the conditionally accepted bid. From the fall of the hammer, possession

and risk pass directly to the buyer, while ownership passes to the buyer

only after full payment has been received.

9. A premium of 20 % calculated on the hammer price plus 19 % value

added tax calculated on the surcharge only is levied (margin scheme).

On lots which are characterized by an *, the buyer shall pay a premium

of 20 % on the hammer price; onto this (hammer price and premium) the

statutory VAT of 7 % for paintings, original prints, sculptures and collection

pieces and 19 % for decorative art and photography will be added. (Regelbesteuerung

= regular scheme). Invoices may be issued for buyers who

are entitled to a Pre-Tax Deduction for art and decorative art for all lots

according to the existing »Regelbesteuerung« (normal regime). These

buyers must identify themselves when receiving their bidding paddle.

Exports to third (i.e. non-EU) countries will be exempt from VAT, and so

will be exports made by companies from other EU member states if

they state their VAT identification number. For original works of art and

photographies created after January 1, 1900, 1,9 % is rated for the droit

de suite charge.

10. Successful bidders attending the auction in person shall forthwith

upon the purchase pay to Lempertz the final price (hammer price plus

premium and VAT) in Euro. Payments by foreign buyers who have bid in

writing or by proxy shall also be due forthwith upon the purchase, but

will not be deemed to have been delayed if received within ten days of the

invoice date. Bank transfers are to be exclusively in Euros. Cheques are

not accepted. The request for an alteration of an auction invoice to a person

other than the bidder has to be made immediately after the auction.

Lempertz however also reserves the right to refuse such a request if it is

deemed appropriate.

11. In the case of payment default, Lempertz will charge interest on the

outstanding amount at a rate of 1 % of the gross price per month or part

month. If the buyer defaults in payment, Lempertz may at its discretion

insist on performance of the purchase contract or, after allowing a period

of grace, claim damages for non-performance. In the latter case, Lempertz

may determine the amount of the damages by putting the lot or lots up for

auction again, in which case the defaulting buyer will bear the amount of

any reduction in the proceeds compared with the earlier auction, plus the

cost of resale, including the premium.

12. Buyers must take charge of their purchases immediately after the

auction. Once a lot has been sold, the auctioneer is liable only for wilful

intent or gross negligence. Lots will not, however, be surrendered

to buyers until full payment has been received. Without exception,

shipment will be at the expense and risk of the buyer. Purchases

which are not collected within four weeks after the auction may be

stored and insured by Lempertz on behalf of the buyer and at its expense in

the premises of a freight agent. If Lempertz stores such items itself, it will

charge 1 % of the hammer price for insurance and storage costs.

13. As far as this can be agreed, the place of performance and jurisdiction

is Cologne. German law applies; the provisions of the United Nations

Convention on Contracts for the International Sale of Goods, CISG are not

applicable. Should any provision herein be wholly or partially ineffective,

this will not affect the validity of the remaining provisions.

Henrik Hanstein, sworn public auctioneer.

Takuro Ito, auctioneer.


CONDITIONS DE VENTE AUX ENCHERES

1. Kunsthaus Lempertz (appelée Lempertz dans la suite du texte) organise

des ventes aux enchères publiques d’après le paragraphe 383, alinéa

3, phrase 1 du code civil allemand en tant que commissionnaire pour le

compte de dépositaires, dont les noms ne seront pas cités. Les conditions

des ventes aux enchères ont été rédigées dans plusieurs langues, la version

allemande étant la version de référence.

2. Le commissaire-priseur se réserve le droit de réunir les numéros du

catalogue, de les séparer, et s‘il existe une raison particulière, de les offrir

ou de les retirer en-dehors de leur ordre.

3. Tous les objets mis à la vente aux enchères peuvent être examinés et

contrôlés avant celle-ci. Les indications présentes dans le catalogue ainsi

que dans la présentation Internet correspondante, établies en conscience

et sous réserve d’erreurs ou omissions de notre part, ne constituent pas

des éléments des conditions stipulées dans le contrat. Ces indications

dépendent des avancées de la science au moment de l’élaboration de ce

catalogue. Elles ne constituent en aucun cas des garanties juridiques et

sont fournies exclusivement à titre informatif. Il en va de même pour les

descriptions de l’état des objets et autres renseignements fournis de

façon orale ou par écrit. Les certificats ou déclarations des artistes, de

leur succession ou de tout expert compétent ne sont considérés comme

des objets du contrat que s’ils sont mentionnés expressément dans le

texte du catalogue. L’état de conservation d’un objet n’est pas mentionné

dans son ensemble dans le catalogue, de telle sorte que des indications

manquantes ne peuvent constituer une caractéristique en tant que telle.

Les objets sont d‘occasion. Tous les objets étant vendus dans l‘état où ils

se trouvent au moment de leur adjudication.

4. Dans le cas de dérogations par rapport aux descriptions contenues dans

les catalogues susceptibles d‘anéantir ou de réduire d‘une manière non

négligeable la valeur ou la validité d‘un objet et qui sont exposées d‘une

manière fondée en l‘espace d‘un an suivant la remise de l‘objet, Lempertz

s‘engage toutefois à faire valoir ses droits par voie judiciaire à l‘encontre du

déposant. Le texte du catalogue en langue allemande fait foi. Dans le cas

d‘une mise à contribution du déposant couronnée de succès, Lempertz ne

remboursera à l‘acquéreur que la totalité du prix d‘achat payé. En outre,

Lempertz s‘engage pendant une durée de deux ans au remboursement de

la provision en cas d‘inauthenticité établie. Pour le reste, la responsabilité

de Lempertz pour cause de vices est exclue.

5. Toutes prétentions à dommages-intérêts résultant d‘un vice, d‘une perte

ou d‘un endommagement de l‘objet vendu aux enchères, pour quelque

raison juridique que ce soit ou pour cause de dérogations par rapport aux

indications contenues dans le catalogue ou de renseignements fournis

d‘une autre manière sont exclues dans la mesure où Lempertz n‘ait ni agi

avec préméditation ou par négligence grossière ni enfreint à des obligations

essentielles du contrat. Pour le reste, l‘alinéa 4 est applicable.

6. Placement des enchères. Enchères en présence de l’enchérisseur :

l’enchérisseur en salle se voit attribuer un numéro d’enchérisseur sur présentation

de sa carte d’identé. Lempertz décide seul d’autoriser ou non

l’enchère. Si l’enchérisseur n’est pas encore connu de Lempertz, son inscription

doit se faire dans les 24 heures précédant la vente aux enchères,

par écrit et sur présentation de ses informations bancaires actuelles. Enchères

en l’absence de l’enchérisseur : des enchères peuvent également

être placées par écrit, par téléphone ou par le biais d’Internet. Ces procurations

doivent être présentées conformément à la réglementation 24 heures

avant la vente aux enchères. L’objet doit y être nommé, ainsi que son numéro

de lot et sa description. En cas d’ambiguïté, seul le numéro de lot indiqué

sera pris en compte. Le donneur d’ordre doit signer lui-même la procuration.

Les dispositions concernant le droit de rétraction et celui de retour de

l’objet dans le cadre de ventes par correspondance (§ 312b-d du code civil

allemand) ne s’appliquent pas ici. Enchères par téléphone: l’établissement

de la ligne téléphonique ainsi que son maintien ne peuvent être garantis.

Lors de la remise de son ordre, l’enchérisseur accepte que le déroulement

de l’enchère puisse être enregistré. Placement d’une enchère par le biais

d’Internet : ces enchères ne seront prises en compte par Lempertz que si

l’enchérisseur s’est au préalable inscrit sur le portail Internet. Ces enchères

seront traitées par Lempertz de la même façon que des enchères placées

par écrit.

7. Déroulement de la vente aux enchères. L’adjudication a lieu lorsque trois

appels sont restés sans réponse après la dernière offre. Le commissairepriseur

peut réserver l’adjudication ou la refuser s’il indique une raison

valable. Si plusieurs personnes placent simultanément une enchère

identique et que personne d’autre ne place d’enchère plus haute après

trois appels successifs, le hasard décidera de la personne qui remportera

l’enchère. Le commissaire-priseur peut reprendre l’objet adjugé et le remettre

en vente si une enchère supérieure placée à temps lui a échappé

par erreur et que l’enchérisseur a fait une réclamation immédiate ou que

des doutes existent au sujet de l’adjudication (§ 2, alinéa 4 du règlement

allemand sur les ventes aux enchères). Des enchères ne seront placées

par Lempertz que dans la mesure nécessaire pour dépasser une autre

enchère. Le commissaire-priseur ne peut enchérir pour le dépositaire que

dans la limite convenue, sans afficher cette limite et indépendamment du

placement ou non d’autres enchères. Si, malgré le placement d’enchères,

aucune adjudication n’a lieu, le commissaire-priseur ne pourra être tenu

responsable qu’en cas de faute intentionnelle ou de négligence grave.

8. L’adjudication engage l’enchérisseur. Dans la mesure où une adjudication

sous réserve a été prononcée, l’enchérisseur est lié à son enchère

jusqu’à quatre semaines après la fin de la vente aux enchères ou après

réception des informations dans le cas d’enchères par écrit, s’il ne se

désiste pas immédiatement après la fin de la vente.

9. Dans le cadre de la vente aux enchères un agio de 20 % s’ajout au

prix d’adjudication, ainsi qu’une TVA de 19 % calculée sur le agio (taxation

différentielle). Pour les position de catalogue caractérisée par *,

un agio de 20% est prélevé sur le prix d‘adjudication; ce prix facturé net

(prix d‘adjudication + agio) est majoré de la T.V.A. légale de 7% pour les

tableaux, graphiques originaux, sculptures et pièces de collection, et de

19 % pour les arts décoratifs appliqués (imposition régulière). Sont exemptées

de la T.V.A., les livraisons d‘exportation dans des pays tiers (en

dehors de l‘UE) et – en indiquant le numéro de T.V.A. intracommunautaire

– aussi à destination d‘entreprises dans d‘autres pays membres de l‘UE. Si

les participants à une vente aux enchères emmènent eux-mêmes les objets

achetés aux enchères dans des pays tiers, la T.V.A: leur est remboursée

dès que Lempertz se trouve en possession du certificat d‘exportation et

d‘acheteur. Pour les oeuvres d‘art originales réalisées après le 1er janvier

1900, il sera perçu une contribution de 1.9% en tant que rémunération au

titre du droit de suite. Les factures établies pendant ou directement après

la vente aux enchères d‘oeuvres d‘art doivent faire l‘objet d‘une vérification,

sous réserve d‘erreur.

10. Les adjudicataires participant personnellement à la vente aux enchères

sont tenus de payer le prix final (prix d‘adjudication plus agio +

T.V.A.) directement après l‘adjudication à Lempertz. Le paiement par des

adjudicateurs externes, qui ont enchéri par écrit ou ont été représentés,

est, nonobstant son exigibilité immédiate, considéré comme n‘étant pas

en retard à sa réception dans les 10 jours suivant la date de la facture. Les

virements bancaires se font uniquement en euro. Nous n‘acceptons pas

les chèques. Tout demande de réécriture d’une facture à un autre nom de

client que celui de l’enchérisseur doit se faire directement après la fin de

la vente aux enchères. Lempertz effectue la réalisation de cette nouvelle

facture.

11. Pour tout retard de paiement, des intérêts à hauteur de 1 % du prix brut

seront calculés chaque moins nouvellement entamé. En cas de retard de

paiement, Lempertz peut à son choix exiger l‘exécution du contrat d‘achat

ou, après fixation d‘un délai, exiger des dommages-intérêts pour non exécution.

Les dommages-intérêts pourront dans ce cas aussi être calculés

de la sorte que la chose soit vendue une nouvelle fois aux enchères et que

l‘acheteur défaillant réponde du revenu moindre par rapport à la vente aux

enchères précédentes et des frais pour une vente aux enchères répétée, y

compris l‘agio.

12. Les adjudicataires sont obligés de recevoir leur acquisition directement

après la vente aux enchères. Le commissaire-priseur n‘est responsable

des objets vendus qu‘en cas de préméditation ou de négligence

grossière. Les objets achetés aux enchères ne seront toutefois livrés

qu‘après réception du paiement intégral. L‘expédition a lieu exclusivement

aux frais et aux risques de l‘adjudicataire. Lempertz a le droit de mettre

des objets non enlevés en entrepôt et de les assurer au nom et pour le

compte de l‘adjudicataire chez un commissionnaire de transport quatre

semaines après la vente aux enchères. En cas de mise en entrepôt par

Lempertz même, 1% du prix d‘adjudication sera facturé par an pour les

frais d‘assurance et d‘entreposage.

13. Le lieu d‘exécution et le domicile de compétence - s‘il peut être convenu

- est Cologne. Le droit allemand est applicable. Les prescriptions du CISG

ne sont pas applicables. Au cas où l’une des clauses serait entièrement ou

partiellement inefficace, la validité des dispositions restantes en demeure

inaffectée.

Henrik Hanstein, commissaire-priseur désigné et assermenté.

Takuro Ito, commissaire-priseur.


CONDIZIONE PER L’ASTA

1. Il Kunsthaus Lempertz (qui di seguito Lempertz) vende all’asta pubblicamente

ai sensi di § 383 Abs. 3 Satz 1 BGB (art. 383 par. 3 capoverso

1 del Codice Civile) in qualità di commissionario dei suoi venditori, che non

vengono resi pubblici. La versione tedesca delle condizioni d’asta è quella

normativa in rapporto alla stesura in altre lingue

2. Il mediatore dell’asta si riserva il diritto di unificare i numeri del catalogo,

di separarli e se sussiste un particolare motivo offrirli o ritirarli dalla

sequenza.

3. Tutti gli oggetti messi all’asta possono essere presi in visione e controllati

prima dell’asta medesima. Le informazioni contenute nel catalogo e le

relative informazioni della presentazione internet, redatte con coscienza,

non sono parte integrante della condizione contrattuale concordata. Le

informazioni si basano sullo stato della scienza vigente al momento della

compilazione del catalogo. Queste non valgono quale garanzia dal punto

di vista legale ed hanno una mera funzione informativa. Lo stesso vale

per i resoconti sulla conservazione e per altre informazioni in forma orale

o scritta. I certificati o gli attestati dell‘artista, i suoi lasciti o di volta in

volta degli autorevoli esperti sono solamente oggetto del contratto, se espressamente

menzionato nel testo del catalogo. Lo stato di conservazione

generalmente non viene menzionato nel catalogo, cosicché le informazioni

mancanti altrettanto non sono parte integrante dello stato contrattuale.

Gli oggetti sono usati. Tutti gli oggetti saranno venduti nello stato di

conservazione in cui si trovano al momento dell’aggiudicazione.

4. Lempertz si impegna tuttavia, in caso di divergenze dalle descrizioni

del catalogo che annullano o non riducono in modo irrilevante il valore o

l’idoneità e reclamate motivandole entro un anno dall’aggiudicazione, a far

valere i propri diritti giuridicamente nei confronti del fornitore; in caso di

colpevolezza del fornitore, Lempertz rimborserà all’acquirente solo l’intero

prezzo d’acquisto. In caso di dimostrata falsità e per la durata di due anni,

Lempertz si impegna inoltre a rimborsare la sua commissione. Il testo del

catalogo è di norma in lingua tedesca. È esclusa una responsabilità di

Lempertz per eventuali vizi.

5. Sono escluse richieste di risarcimento per difetti, perdite o danneggiamenti

di un oggetto venduto all’asta, per qualsiasi motivo giuridico, o

per divergenze dalle informazioni riportate sul catalogo o ricevute in altro

modo, purché non sia dimostrato che Lempertz abbia agito intenzionalmente,

con negligenza o abbia violato gli accordi contrattuali; per il resto è

da considerarsi quanto riportato alla clausola 4.

6. Rilascio di offerte. Offerte in presenza: l’offerente in sala ottiene un

numero per offrire previa presentazione di un documento d’identità con

foto. Lempertz si riserva l’ammissione all’asta. Nel caso in cui l’offerente

non è noto a Lempertz, l‘iscrizione all’asta deve avvenire 24 ore prima

dell’inizio dell’asta stessa in forma scritta e con la presentazione di una

referenza bancaria attuale. Offerte in assenza: le offerte possono venire

rilasciate anche in forma scritta, telefonicamente oppure tramite internet.

Gli incarichi per le offerte in assenza devono trovarsi in possesso

di Lempertz 24 ore prima dell’inizio dell’asta per un regolare disbrigo. È

necessario nominare l’oggetto nell’incarico con il suo numero di uscita e

la denominazione dell’oggetto. In caso di mancanza di chiarezza, è valido il

numero di uscita indicato. L’incarico deve venire firmato dal committente.

Non hanno validità le disposizioni sul diritto di revoca e di restituzione

sul contratto di vendita a distanza (§ 312b – d BGB / art. 312b del Codice

Civile). Offerte telefoniche: non può venire garantita la riuscita ed il mantenimento

del collegamento telefonico. Con il rilascio dell’incarico, l’offerente

dichiara di essere consenziente nell’eventuale registrazione della procedura

di offerta. Offerte tramite internet: l’accettazione da parte di Lempertz

avviene solamente se l’offerente si è precedentemente registrato

sul portale internet. Le offerte verranno trattate da Lempertz così come le

offerte rilasciate scritte.

7. Svolgimento dell’asta. L’aggiudicazione verrà conferita nel caso in cui

dopo una tripla chiamata di un’offerta non verrà emanata un’offerta più

alta. Il banditore può riservarsi o rinunciare all’aggiudicazione se sussiste

un motivo particolare. Nel caso in cui più persone rilasciano contemporaneamente

la stessa offerta e se dopo la tripla chiamata non segue un’offerta

più alta, verrà tirato a sorte. Il banditore può revocare l’aggiudicazione

conferita e rimettere all’asta l’oggetto nel caso in cui è stata ignorata

erroneamente un’offerta più alta e subito contestata dall’offerente oppure

esistono dubbi sull’aggiudicazione (§ 2 Ziffer 4 VerstVO/ art. 2 cifra 4 del

regolamento di vendita all’asta). Le offerte prese da Lempertz, sono solamente

dell’entità necessaria per superare un’altra offerta. Il banditore può

offrire per il proprio cliente fino ad un limite prestabilito, senza mostrarlo

ed indipendentemente se vengono rilasciate altre offerte. Se nonostante

un’offerta rilasciata non viene conferita l’aggiudicazione, il banditore garantisce

per l’offerente solamente in caso di dolo o di grave negligenza.

8. L’aggiudicazione vincola all’acquisto. Nel caso in cui l’aggiudicazione è

stata concessa sotto riserva, l’offerente è vincolato alla sua offerta fino

a quattro settimane dopo l’asta, se non recede immediatamente dalla

riserva di aggiudicazione dopo la concessione della stessa, oppure in

caso di offerte scritte, con le relative informazioni contenute nelle generalità

rilasciate. Con la concessione del rilancio la proprietà ed il pericolo

dell’oggetto messo all’asta passano all’aggiudicatario, mentre la proprietà

solo al saldo dell’oggetto.

9. Al prezzo di aggiudicazione viene riscosso un sovrapprezzo di 20%,

più IVA del 19% calcolato solamente sul sovrapprezzo. Alle posizioni del

catalogo contrassegnate con un * viene applicato un sovrapprezzo di 20%

del prezzo di rilancio.; su questo prezzo al netto (prezzo di rilancio + supplemento)

viene applicata l’IVA prevista per legge peri al 7 % per quadri,

grafici originali, plastici e pezzi da collezione e del 19 % per arti applicate

(tassazione legale). Esenti dall’Iva sono le forniture all’esterno (ossia fuori

dai confini dell’UE) ed – indicando il numero di partita IVA – anche per le

aziende in altri paesi membri dell’UE. Se i partecipanti all’asta decidono

di portare con se gli oggetti acquistati all’asta, l’IVA sarà rimborsata non

appena a Lempertz sarà trasmesso un documento di esportazione ed acquisto.

Per le opere d‘arte originali realizzate dopo il 1. gennaio 1900 viene

applicato un contributo pari all‘ 1,9% per il diritto di sequela.

Le fatture emesse durante o immediatamente dopo l’asta sono soggette a

controlli supplementari; con riserva di eventuali errori.

10. I partecipanti aggiudicanti dell’asta hanno l’obbligo di corrispondere

il prezzo finale (prezzo di rilancio e supplemento + IVA) immediatamente

dopo l’aggiudicazione a Lempertz; il pagamento degli aggiudicatari non

presenti che abbiano presentato un’offerta scritta o che siano stati rappresentati,

hanno l’obbligo al pagamento entro 10 giorni della data della

fattura. I bonifici dovranno essere effettuati esclusivamente in Euro. Non

saranno accettati assegni. La richiesta per volturare una fattura ad un

altro cliente quale offerente deve venire rilasciata immediatamente dopo

la fine dell‘asta. Lempertz si riserva l‘espletamento della pratica.

11. In caso di ritardo di pagamento vengono calcolati interessi pari a

1% del prezzo lordo all’inizio di ogni mese. In caso di rita dato pagamento

Lempertz potrà richiedere il rispetto del contratto di acquisto

o il risarcimento danni in caso di fissazione di una determinata scadenza

per inosservanza. Il risarcimento danni in tal caso può essere

calcolato anche mettendo all’asta nuovamente l’oggetto ed in caso di

prezzo inferiore aggiudicato rispetto a quello precedentemente sarà

richiesto all’acquirente inottemperante di saldare la somma mancante e

di corrispondere le spese sostenuta per la nuova asta incluso il supplemento

previsto.

12. Gli aggiudicatari sono obbligati a prendere possesso l’oggetto immediatamente

dopo l’asta. Il mediatore dell’asta è da ritenersi responsabile

degli oggetti venduti solo in caso di dolo o negligenza. Gli oggetti messi

all’asta saranno tuttavia forniti solo dopo il ricevimento della somma prevista.

La spedizione è a carico ed a pericolo dell’aggiudicatario. Lempertz

è autorizzato a custodire ed assicurare gli oggetti a carico e per conto

dell’aggiudicatario quattro settimane dopo l’asta. In caso di custodia da

parte di Lempertz sarà applicato 1% del prezzo di aggiudicazione come

spese di assicurazione e di custodia per oggetto.

13. Luogo d’adempimento e foro competente, se può essere concordato,

è Colonia. È da considerarsi valido il diritto tedesco; le regolamentazioni

CISG non vengono applicate. Nel caso in cui una delle clausole non dovesse

essere applicabile del tutto o in parte, resta invariata la validità delle

altre.

Henrik Hanstein, banditore incaricato da ente pubblico e giurato.


DER VERSAND

wird nach Zahlungseingang einem Kölner Spediteur zur

sorgfältigen Erledigung übertragen. Besondere Wünsche,

insbesondere Aufträge zur Transportversicherung, bitten

wir uns mitzuteilen. Telefon +49/(0)221/92 57 29 -19

SHIPMENT

If requested to dispatch any lot or lots on the buyer’s behalf,

Kunsthaus Lempertz will, upon receipt of full payment,

hand over such lot or lots to a Cologne forwarding agent for

careful execution of the shipment. Any special requests in

particular such as concern transport insurance, should be

notified to Kunsthaus Lempertz.

MEHRWERTSTEUER (VAT Nr.)

Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (VAT Nr.) der

Firma Kunsthaus Lempertz KG, DE 214 5789 5037.

AG Koln HRA 1263.

1 € ≈ 1,37 US $

EXPORT

Von der Mehrwertsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen

in Drittländer (d.h. außerhalb der EU) und – bei Angabe

der MwSt.-ldentifikations-Nr. – auch an Unternehmen in

anderen EU-Mitgliedstaaten. Nehmen Auktionsteilnehmer

ersteigerte Gegenstände selber in Drittländer mit, wird

ihnen die MwSt. erstattet, sobald dem Versteigerer der Ausfuhr-

und Abnehmernachweis vorliegen.

Bei Ausfuhr aus der EU sind das Europäische Kulturgüterschutzabkommen

von 1993 und die Unesco Konvention von

1970 zu beachten. Bei Kunstwerken älter als 50 Jahre –

Gemälde ab einem Wert von 150000 Euro, Aquarelle, Gouachen

und Pastelle ab 30000 Euro, Skulpturen ab 50000

Euro – ist eine Genehmigung vom Kulturministerium erforderlich.

SIGNATUREN SIGNATURES

bei Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen sind gewissenhaft

angegeben. Sie sind eigenhändige Hinzufügungen des

Künstlers. Bilder ohne Signatur oder Monogramm können

nicht sicher zugeschrieben werden. – Provenienzangaben

beruhen meist auf Angaben der Einlieferer.

In the case of paintings, watercolours and drawings, signatures

are conscientiously noted. They are additions by the

artists in their own hand. Paintings without signature or

monogram can not be attributed definitely. – Informations

about provenance are often supplied by the consigner.

KATALOGBEARBEITUNG

Otmar Plassmann Tel +49/(0)221/92 57 29-22

Mariana Mollenhauer de Hanstein 92 57 29-93

Carsten Felgner 92 57 29-75

Takuro Ito 92 57 29-17

altekunst@lempertz.com

Beratung: Willem van de Watering, Kurt Löcher

Flights

In addition to Lufthansa (www.lufthansa.com), the following

airlines service the Cologne-Bonn airport (www.koeln-bonnairport.de):

www.germanwings.com, www.airberlin.de

Distance from airport to Lempertz 15 minutes by taxi.

Lageplan und Anfahrtsskizze

Zu Lempertz finden Sie unter www.lempertz.de,

gehen Sie auf Kontakt und dann auf Adresse;

wir empfehlen das Aral Parkhaus, Cäcilien Str. 42.

Anlieferung: Kronengasse 1

PHOTOGRAPHIE Saˇsa Fuis Photographie, Köln

DRUCK Grafische Werkstatt Druckerei Gebr. Kopp, Köln

Exports to third (i.e. non-EU) countries will be exempt from

VAT, and so will be exports made by companies from other

EU member states if they state their VAT identification

number. Persons who have bought an item at auction and

export it as personal luggage to any third country will be

refunded the VAT as soon as the form certifying the exportation

and the exporter’s identity has been returned to the

auctioneer. Our staff will be glad to advise you on the export

formalities.

Export to lands outside the European Community are subject

to the restrictions of the European Agreement for the

Protection of Cultural Heritage from 1993 and the Unesco

conventions from 1970. Works of art older than 50 years –

paintings worth more than 150000 euros, watercolours,

gouaches and pastel drawings more than 30000 euros,

sculptures more than 50000 euros – require an export

license from the Ministry of Culture.


Neumarkt 3

50667 Köln (Germany)

Tel. +49/221/9257290

Fax +49/221/9257296

www.lempertz.com

Aufträge für die Auktion 987 Alte Kunst 19. November 2011

Absentee Bid Form auction 987 Old Masters November 19, 2011

Katalog Nr. Lot Titel (Stichwort) Title Gebot bis zu € Bid price €

Die Gebote werden nur soweit in Anspruch genommen, als andere

überboten werden müssen. Die Aufträge sind bindend, es gelten die

eingetragenen Katalognummern. Das Aufgeld und die Mehrwertsteuer

sind nicht enthalten. Der Auftraggeber erkennt die Versteigerungsbedingungen

an. Schriftliche Gebote sollen einen Tag vor der Auktion

vorliegen. Telefongebote erst ab € 2.000,– möglich.

The above listed bids will be utilized to the extent necessary to overbid

other bids. The bids are binding, the listed catalogue numbers are

valid. The commission and value added tax (VAT) are not included.

The bidder accepts the conditions of sale. Written bids should be

received by at latest the day before the auction. Telephone bidding is

only possible for lots worth more than € 2.000,–.

Name Name

Adresse Address

Telefon Telephone Fax E-Mail

Evtl. Referenzen und Identifikation bei Neukunden References and identification may be required for new clients

Datum Date

Unterschrift Signature


VERSANDANWEISUNG

Der Versand der ersteigerten Objekte wird auf Ihre Kosten

und Gefahr nach Zahlungseingang auf Ihre Anweisung vorgenommen.

Bei Rückfragen: Linda Kieven

Tel +49/(0)2 21/92 57 29-19

shipping@lempertz.com

Post o.a.

Luftpost

Luft/Seefracht

Spedition

Abholung persönlich

Versicherung (nur zum vollen Rechnungsbetrag)

SHIPPING INSTRUCTIONS

Kunsthaus Lempertz is prepared to instruct Packers and

Shippers on your behalf and at your risk and expense upon

receipt of payment and instructions.

For information: Linda Kieven

Phone +49/(0)2 21/92 57 29-19

shipping@lempertz.com

Surface Mail

Airmail

Air Freight

Sea Freight

Shippers/Carriers

I will arrange collection

Insurance

Bilder unter Glas können nicht mit der Post versandt

werden.

Pictures framed under glass cannot be sent by mail.

Versand an:

Lots to be packed and shipped to:

Telefon

Rechnungsempfänger

(wenn abweichend von Versandadresse)

Telephone

Charges to be forwarded to:

Datum und Unterschrift:

Date and signature:


FILIALEN

BRANCHES

Berlin

Karl-Sax Feddersen

Christine Görlipp M.A.

Irmgard Canty M.A.

Poststraße 22 (Ecke Mühlendamm)

D-10178 Berlin

Tel 030/27 87 60 80

Fax 030/27 87 60 86

berlin@lempertz.com

Brüssel

Christine de Schaetzen

Dr. Hélène Mund

Victor Teodorescu M.A.

Lempertz AG

Wolstraat 1, rue aux Laines

B–1000 Bruxelles/Brussel

Tel 0032/2/5 14 05 86

Fax 0032/2/5 11 48 24

brussel@lempertz.com

München

Emmarentia Bahlmann

Hans-Christian von Wartenberg M.A.

St.-Anna-Platz 3

D-80538 München

Tel 089/98 10 77 67

Fax 089/21 01 96 95

muenchen@lempertz.com

REPRÄSENTANTEN

REPRESENTATIVES

Frankfurt/Main

Dr. Petra von Trott zu Solz

Tel 069/15 05 48 01

Fax 069/15 05 48 03

trott@lempertz.com

Schweiz

Nicola Gräfin zu Stolberg

Tel 0041/44/4 22 19 11

Fax 0041/44/4 22 19 10

stolberg@lempertz.com

Mag. Alice Jay von Seldeneck

Tel 0041/78/8 81 88 39

New York

Drs. Dieuwke Eijer

Tel 001/917/4 46 75 20

eijer@lempertz.com

Kalifornien

Andrea Schaffner-Dittler M.A.

Tel 001/650/9 24 58 46

dittler@lempertz.com

São Paulo

Martin Wurzmann

Tel 0055/11/38 16 58 92

Fax 0055/11/38 14 49 86


www.cofaa.de

16. – 20.

November

2011

Alte Kunst

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AACHEN

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04.11.2011 bis 26.02.2012

Cäcilienstraße 29 - 33 · 50667 Köln · www.museum-schnuetgen.de


Themenjahr »Natur & Landschaft«

Belvedere –

Warum ist

Landschaft

schön?

24 aktuelle

Ausblicke

bis 4. März 2012

Guy Allott, Landscape With Tree II, 2008

Courtesy: RECEPTION, Berlin

Rheinromantik.

Mythos

und Marke

bis 4. März 2012

Anton Ditzler, Rolandseck und Siebengebirge, 1831

© Sammlung Rheinromantik, Bonn

Hans-Arp-Allee 1 · 53424 Remagen · Tel +49 (0) 2228 94 25-0 · www.arpmuseum.org

Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr

Ort der Künste


Furniture, Works of Art and Paintings

from the Roman house of Natalino Sapegno

15 st of November

Exhibition: 11 – 15 November

Auction: Milan, Palazzo Durini,

Via Santa Maria Valle, 2

Opening hours: 10,00am – 6,30pm; Sunday: 3,00pm – 6,30pm

Porro & C. S.r.l.

Piazza Sant’Ambrogio 10 - 20123 Milano; Tel. 02 72094708 Fax. 02 862440

email: info@porroartconsulting.it

www.porroartconsulting.it


Venator & Hanstein

Buch- und Graphikauktionen

Frühjahrsauktionen 23./24. März 2012

Bücher, Manuskripte, Autographen, Alte und Moderne Graphik

Einlieferungen sind bis Mitte Januar willkommen

Charles Baudelaire. Les fleurs du mal. 1857. Widmungsexemplar für Edmond Texier

Verkauft für € 170.000,-

Edvard Munch. Asche II. 1899. Lithographie, signiert. Verkauft für € 90.000,-

Cäcilienstraße 48 · 50667 Köln · Tel. 0221–257 54 19 · Fax 257 55 26 · www.venator-hanstein.de


WILHELM LEHMBRUCK. Kleine Sinnende. 1910/1911. Bronze, H 53 cm. WVZ Schubert 55 B. II. 1

LEMPERTZ

ABEND-AUKTION MODERNE KUNST

2. Dezember 2011

Vorbesichtigung ausgewählter Werke der Modernen Kunst und der Zeitgenössischen Kunst

bei Lempertz am 18./19. November während der Cologne Fine Art & Antiques.

Neumarkt 3 50667 Köln Tel. +49/221/92 57 29-27 Fax -6

modern@lempertz.com www. lempertz.com

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