BNA GERMANY September/Oktober 2014

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No.1 Magazine for Indian Cinema & Culture
Cover Story Rani Mukerji, Film Special zu Shah Rukh Khans neuem Bollywood Blockbuster "Happy New Year", Lakmé Fashion Week 2014, Hindi Film Previews und Reviews, Indische Bundesstaaten: Bihar, News, Indisch Kochen und vieles mehr.

No.1 Magazine for Indian Cinema & Culture.
The magazine and its content (text, graphics and pictures) are strictly copyrighted© by BNA GERMANY®. All rights reserved. Any illegal use without our authorization will be reported as a crime.

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2 BNA GERMANY September / Oktober 2014


EDITORIAL

ENTDECKEN SIE MIT BNA GERMANY® DIE

VIELFALT DES INDISCHEN KINOS UND DER

INDISCHEN KULTUR

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe haben wir gleich drei große Specials:

zum einem berichten wir über zwei junge Männer,

die sich zu Fuß von Deutschland aus auf den

Weg nach Indien machten. Dann haben wir ein Film-

Special zu „Happy New Year“, Farah Khans vielversprechenden

neuen Film, in welchem wir Ihnen die

Hauptdarsteller des Films vorstellen. Und dann haben

wir auch noch unser großer Fashion & Lifestyle Special zur Lakmé

Fashion Week Winter/Festive 2014, die im August in Mumbai stattgefunden

hat. UnsereCover-Story ist diesmal Rani Mukerji, die gerade einen

riesengroßen Erfolg mit ihrem aktuellen Film „Mardaani“ feiern kann.

Darüber hinaus haben wir für Sie selbstverständlich alle News, aktuellen

Hindi-Film-Previews und Film Reviews der gerade in Indien neu

angelaufenen Filme und in unserer Reihe „Indische Bundesstaaten“

stellen wir Ihnen den bezaubernden, religiös bedeutsamen Staat Bihar

vor.

Wir dürfen zudem auf ein besonderes Event hinweisen: die SLAM-Tour

kommt am 5. Oktober 2014 mit einem bisher noch nie dagewesenen

Star-Cast nach London (UK). Einzelheiten dazu in dieser Ausgabe.

Ihr Feedback, Kritik und Anregungen sind uns jederzeit willkommen.

Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@bna-germany.com.

Sollten Sie eine Ausgabe unseres Print-Magazins, das zwischen 2010

und 2013 erschienen ist, verpasst haben, so können Sie Einzelhefte

nach wie vor in unserem Webshop unter www.bnamagazine.com/shop

jederzeit bequem nachbestellen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ihre

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INHALT

SEPTEMBER / OKTOBER 2014

NEWS

6 Aktuelles aus der indischen Filmindustrie

PREVIEWS

12 Mary Kom

13 Daawat-e-Ishq

14 Finding Fanny

15 Bang Bang

16 Haider

17 Happy New Year

SPECIAL FEATURE:

Zu Fuß nach Indien

Seite 24

REVIEWS

18 Kick

20 Entertainment

22 Singham Returns

40 Mardaani

SPECIAL FEATURE

24 Zu Fuß nach Indien

32 Shah Rukh Khan und die magische 555

44 What’s your name?

COVER STORY

34 Rani Mukerji

FILM SPECIAL

42 Elena - Shiraz Henry

52 Happy New Year - Farah Khan

FOTOSHOOT

48 Natasha Sikka

FASHION & LIFESTYLE

66 Lakmé Fashion Week

COVER STORY:

Rani Mukerji

Seite 34

INDISCHE BUNDESSTAATEN

74 Bihar

INDISCH KOCHEN

80 Neue indische Rezepte - einfach zum

Nachkochen

4 BNA GERMANY September / Oktober 2014


INHALT

SEPTEMBER / OKTOBER 2014

IMPRESSUM

BNA GERMANY®

Deutschsprachige Ausgabe

Eine Produktion der BNA Germany und

M.G.M. SAI PRODUCTION Ltd.

603, Morya Landmark II

Off Link Road, Andheri West

400053 Mumbai

0091-22-26736996

FILM SPECIAL:

Happy New Year

Seite 52

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Alexandra Ccahuana Tito

Manjeet Maan

Alexandra Ccahuana Tito

M.C. Raja Narayanan, Jasmin N.

Weidner, Pankaj Goswami, Ravi

Birthwal, Diana N. Weidner,

Jyothi Venkatesh, Tania Vom

Lehn

Tania Vom Lehn

UTV, Eros Entertainment, Yash

Raj Films, Bihar Tourist Board,

BNA GERMANY®, Wikipedia,

Red Chillies Entertainment, Rahi

Communications, Viacom 18,

Shiraz Henry

Rani Mukerji - YRF

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Alexandra Ccahuana Tito

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Alexandra Ccahuana Tito

Kannan Dhawan

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BNA GERMANY® erscheint zweimonatlich in der BNA

Germany, Münchner Straße 34, 85757 Karlsfeld b. München.

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Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr.2 vom 01.08.2011

gültig. E-Mail:info@bna-germany.com; Internet:

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FASHION & LIFESTYLE:

Lakmé Fashion Week

Seite 66

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NEWS & GOSSIP

Madhur Bhandarkar und

Priyanka Chopra

arbeiten wieder

zusammen

Über sechs Jahre ist es nun her, dass

Madhur Bhandarkar mit Priyanka

Chopra zusammengearbeitet hat. Damals

stand sie für seinen Film

„Fashion“ vor der Kamera. Jetzt arbeiten

beide zusammen in einer Co-Produktion

für den Film „Madamji“.

Herausgebracht wird der Film unter

Priyanka Chopras eigenem Banner

Purple Pebble Pictures. Im Oktober

2014 sollen die Dreharbeiten zu dem

Polit-Thriller beginnen. Der Film erzählt

die Geschichte eines Bollywood-

Item-Girls, dass sich bis an die Spitze

der Politik kämpft und wird daher

auch sehr viel an schauspielerischer

Leistung und Wandlungsfähigkeit von

Priyanka Chopra abverlangen. Doch

noch mehr freut sich die Schauspielerin

über ihr Debüt als Produzentin:

„Ich liebe alles was mit Filmen zu tun

hat; der Prozess, die Kreativität und

die Magie. Die Produktion ist eine Erweiterung

dessen. Ich freue mich

schon auf den Lernprozess, die Verrücktheit

und die kreative Befriedigung,

die dabei entsteht, wenn der

Film zum Leben erweckt wird.“ Über

ihre bevorstehende erneute Zusammenarbeit

mit Madhur Bhandarkar

sagt sie: „Als Regisseur hat er stets

eine sehr klare Vorstellung davon,

was er will und seine Wahl der zu erzählenden

Geschichten ist immer

sehr aufregend. Als er mir die Story

von „Madamji“ erzählte, wusste ich

sofort, dass dies der perfekte Film

sein wird für mein Produzenten-Debüt.“

Emraan Hashmis „Tigers“

auf dem Toronto International

Filmfestival (TIFF)

Madhur Bhandarkar und Priyanka Chopra

Emraan Hashmis erster internationaler

Film „Tigers“ wird seine Premiere

am 8. September 2014 auf dem Toronto

International Filmfestival haben. In

dem Film spielt er einen ambitionierten

Verkäufer, der eine neue Stelle

in der Marketing-Abteilung eines

indischen Herstellers für Babynahrung

antritt. Dabei kommt er einer

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NEWS & GOSSIP

großen Betrügerei, die die Gesundheit

vieler Babys und Kleinkinder kostet,

auf die Spur. Der Film basiert auf

einer wahren Begebenheit. Regie

führt der Oscar-Gewinner Danis Tanovic.

Bereits im Februar 2013 traf

sich Emraan Hashmi mit dem Regisseur

in Berlin, um die ersten Szenen

zu drehen. Der Film ist eine Co-Produktion

von Cinemorphic und Sikhya

Entertainment. Danis Tanovic hat

bereits seit 2006 zu dem Film recherchiert

und es war ihm eine Herzensangelegenheit,

„Tigers“ zu realisieren:

„Ich habe immer daran geglaubt,

dass dies eine Geschichte ist, die

erzählt werden muss und ich bin froh

darüber, Partner gefunden zu haben,

die das genauso sehen wie ich.“ Und

Emraan Hashmi sagt hierzu: „Ich bin

Akshay Kumar und

Sidharth Malhotra in

„Brothers“

Karan Johars nächster Film „Brothers“

wird Akshay Kumar und Sidharth Malhotra

in den Hauptrollen zeigen. Zudem

werden auch Jacky Shroff und

Jacqueline Fernandez in dem Film

Danis Tanovic mit Emraan Hashmi

sehr glücklich darüber, diesen Film

gemacht zu haben, der weltweit seine

Publikum finden wird. Es war sehr

aufregend für mich, mit jemanden so

namhaften wie Danis Tanovic zusammenzuarbeiten.“

Noch dieses Jahr

soll der Film in Indien und dann auch

weltweit in die Kinos kommen.

Karan Johar

mitspielen. Die Dreharbeiten werden

demnächst beginnen. Das Release ist

zum 2. Oktober 2015 geplant, präsentiert

von Dharma Productions, Lionsgate,

Endemol India. Regisseur

Karan Johar präsentierte bereits 2012

den damaligen Newcomer Sidharth

Malhotra in seinem Film „Student Of

The Year“.

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NEWS & GOSSIP

Shah Rukh Khan

und Kajol bald

wiedervereint?

Noch ist es ein Gerücht, doch wenn

es sich bewahrheitet, werden viele

Fan-Herzen höher schlagen: Es heißt,

dass Rohit Shetty in seinem nächsten

Film Shah Rukh Khan und Kajol zusammen

vor die Kamera bringen wird.

SRK & Kajol

Er habe bereits Shah Rukh Khan für

den Film verpflichtet und möchte Kajol

an seine Seite stellen. Es ist bekannt,

dass Rohit Shetty ein enger

Freund von Ajay Devgn ist, mit dem

er auch gerade „Singham Returns“ in

die Kinos gebracht hat. Shetty ist es

auch zu verdanken, dass sich die Wogen

zwischen Shah Rukh Khan und

Ajay Devgn geglättet haben. Momentan

arbeite Shetty noch an den Vorbereitungen

zum Film, dessen Dreharbeiten

auch bald beginnen sollen.

Ein offizielles Statement seitens Rohit

Shettys zur Wiedervereinigung von

Bollywoods Leinwandtraumpaar steht

noch aus. Sicher ist jedoch, dass der

Film bereits nächstes Jahr fertig sein

und in die Kinos kommen soll.

Release von „Bombay

Velvet“ auf 2015

verschoben

Anurag Kashyaps Film „Bombay Velvet“,

der ursprünglich im November

2014 in die Kinos kommen sollte, wird

nun voraussichtlich erst im Mai 2015

veröffentlicht. Grund für die Verzögerungen

ist die aufwendige Post-Production

im Bereich der VFX. Ranbir

Kapoor und Anushka Sharma spielen

die Hauptrollen in diesem ambitionierten

Filmprojekt von Anurag Kashyap.

Produziert wird der Film von

Phantom Films und Fox Star Studios

und basiert auf dem Roman „Mumbai

Fables“. Für Kashyap wird „Bombay

Velvet“ der erste Mainstream-Film

sein.

SLAM Show kommt auch

nach Europa

Die Bollywood-Megashow SLAM, als

Promotiontour für Farah Khans kommenden

Film „Happy New Year“

kommt auch nach Europa. Am 5. Oktober

gastiert die Show in London in

der O2-Arena. Mit dabei ist der gesamte

Cast vom Film, wie Shahrukh

Khan, Abhishek Bachchan, Deepika

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NEWS & GOSSIP

Padukone, Sonu Sood, Boman Irani

und Vivaan Shah. Als Special Guest

werden Madhuri Dixit und Malaika

Arora Khan ebenfalls auftreten. Der

Ticketverkauf zu dieser einzigartigen

Mega-Show in London beginnt am 5.

September 2014. Die Ticketpreise

variieren dabei, je mach Kategorie,

Comeback in Bollywood mit Sanjay

Guptas neuem Film „Jazbaa“ plant.

Wenig später wurde bekannt, dass

Sanjay Gupta niemand geringeren als

Hollywoods Action-Regisseur Spiro

Razatos ebenfalls für den Film verpflichten

konnte. Wie jetzt öffentlich

bekannt gegeben wurde, wird Irrfan

Khan nun an der Seite von Aishwarya

Rai Bachchan die männliche Hauptrolle

im Film übernehmen. Dies wird die

Rolle eines suspendierten Polizisten

sein, während Aishwarya Rai Bachchan

eine Anwältin im Action-Drama

„Jazbaa“ spielen wird. Der Film

kommt voraussichtlich Anfang des

Jahres 2015 in die Kinos.

Mumbai Film Festival vor

dem Aus?

zwischen £35 und £125. Zusätzlich

können für entsprechend mehr Geld

VIP-Tickets und VVIP-Tickets erworben

werden, die einem die Möglichkeit

bieten, die Stars Backstage zu

treffen und Fotos mit ihnen zu machen.

Organisiert wird die Show in

London von Fahrath Hussain in Zusammenarbeit

mit Cineyug.

Sanjay Gupta castet

Aishwarya und Irrfan

für „Jazbaa“

Es ist schon längere Zeit bekannt,

dass Aishwarya Rai Bachchan ihr

Eines der größten und bedeutendsten

Filmfestivals in Indien, das Mumbai

Film Festival, organisiert von der

Mumbai Academy of Moving Image

(MAMI) steht vor dem Aus. Fehlende

finanzielle Mittel, aufgrund mangelnder

Bereitschaft seitens der Regierung,

das Festival zu unterstützen,

lassen die Frage offen, ob es zukünftig

überhaupt noch eine Ausgabe des

Festivals geben wird. Bereits die Organisation

des diesjährigen Mumbai

Film Festivals stand auf der Kippe.

Nur aufgrund finanzieller Unterstützung

in letzter Minute von Filmemachern,

Filmkritikern und Schauspieleren

wie Vinod Vidhu Chopra, Anupama

Chopra, Anand Mahindra, Manish

Mundhra, Rajkumar Hirani, Hansal

Mehta und vielen anderen ist zumindest

die diesjährige Ausgabe gesi-

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NEWS & GOSSIP

chert, sodass das Mumbai Film

Festival planmäßig vom 14. bis 21.

Oktober 2014 stattfinden kann.

Dreharbeiten für Sudhir

Mishras neuen Film

haben begonnen

Der bekannte indische Telugu- und

Hindi-Film-Regisseur Sattiraju Lakshmi

Narayana, auch bekannt geworden

als Bapu, ist am 31. August 2014

im Alter von 80 Jahren verstorben.

Neben unzähligen Telugu-Filmen führte

Bapu auch Regie für viele Bollywood-Filme

wie „Prem Pratigyaa“,

„Hum Paanch“, „Seeta Swayamvar“,

„Anokhi Bhakt“, „Bezubaan“, „Woh

Saat Din“, „Pyari Behna“, „Mohobbat“,

Sudhir Mishra hat Anfang September

die Dreharbeiten zu seiner „Devdas“

Adaption, basierend auf dem begnalischen

Roman von Sarat Chandra

Chattopadhyay, begonnen. Rahul

Bhatt wird die Rolle des Devdas übernehmen,

Kajal Aggarwal die Rolle der

Chandramukhi und Richa Shadha die

Rolle der Paro. In weiteren Rollen

werden Saurabh Shukla, Vipin Sharma,

Vineet Singh und Anurag Kashyap

zu sehen sein. In einer früheren

Version des Films von Regisseur Sanjay

Leela Bhansali aus dem Jahr

2002 übernahmen Shah Rukh Khan,

Madhuri Dixit und Aishwarya Rai

Bachchan die Hauptrollen. Insgesamt

gibt es bisher zehn Verfilmungen des

Romans. Wann Sudhir Mishras Adaption

in die Kinos kommen wird, ist

noch nicht bekannt.

Sattiraju Lakshmi

Narayana aka Bapu

ist tot

Sattriraju Lakshmi Narayana

„Mera Dharam“ und „Diljala“. Er ist

derjenige, der Anil Kapoor in das Telugu-Kino

erfolgreich einführte. Zudem

erhielt Bapu alle namhaften Auszeichnungen

der Filmindustrie, die den National

Award, den Nandi Award und

den Filmfare Award South. Am 31.

August 2014 starb Bapu an den Folgen

eines Herzinfarkts. Die Regierung

des Bundesstaates Andhra

Pradesh verhängte für diesen Tag

einen Staatstrauertag.

Mehr News finden Sie täglich auf unserer

Facebook-Seite unter

www.facebook.com/bna.germany

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FILM PREVIEW

MARY KOM

Dieses Drama ist eine

Sportler-Biografie und

basiert auf das Leben und

die Karriere der indischen

Boxerin Mary

Kom. Hauptdarstellerin

Priyanka Chopra bereitete

sich auf den Film

durch ein 10-tägiges intenvives

Boxtraining vor

und besuchte zudem die

echt Mary Kom, um von

ihr zu erfahren, wie die

Sportlerin privat lebte

und Familie und ihren

Job unter einen Hut

brachte. In einer Box-Szene

wurde Priyanka am

Auge verletzt, diese Wunde

an der Augenbraue

kann man im Film sehen,

wenngleich sie durch Make-Up

dramatisch aussehender

gemacht wurde.

Cast: Priyanka Chopra, Danny Denzongpa, Sunil Thapa,

Minakkshi Kalitaa

Regisseur: Omung Kumar

Produzent: Sanjay Leela Bhansali

Musik: Shashi-Shivamm

Release Datum: 5. September 2014

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FILM PREVIEW

DAAWAT-e-ISHQ

Dieser Liebesfilms erzählt

die Geschichte von

der jungen Gulrez

„Gullu“ Qadir, die in

Hyderabad als Schuhverkäuferin

arbeitet und aufgrund

ihrer schlechten

Erfahrungen nicht mehr

an die große Liebe

glaubt; und dem aus

Lucknow stammenden,

äußerst charmanten Tariq

„Taru“ Haidar, der

als Koch arbeitet und

jeden mit seinen köstlichen

Biryanis und

Kebabs verführt. Trotz

ihrer beiden unterschiedlichen

Kulturen oder gerade

deswegen finden

die beiden ihr ganz persönliches

Geheimrezept

der Liebe.

Cast: Aditya Roy Kapur, Parineeti Chopra, Anupam Kher,

Karan Wahi

Regisseur: Habib Faisal

Produzent: Aditya Chopra

Musik: Sajid-Wajid

Release Datum: 5. September 2014

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FILM PREVIEW

FINDING FANNY

In diesem Film dreht sich

alles um fünf mehr oder

weniger verkorkste Charaktere,

die in einem kleinen

Dorf irgendwo in Goa

leben. Eines Tages findet

der alte Postbote Ferdie

einen Brief unter seiner

Tür. Dieser Brief stammt

von ihm. Er hat ihn vor 45

Jahren verfasst und darin

seiner damaligen Liebe

Stefanie Fernandes, genannt

„Fanny“, einen Heiratsantrag

gemacht.

Bisher dachte Ferdie, dass

sie den Antrag nicht angenommen

hat, doch der

Brief wurde nie verschickt.

So macht sich

jetzt Ferdie zusammen mit

seinen vier Freunden auf

den Weg, Funny zu finden.

Cast: Naseeruddin Shah, Dimple Kapadia, Pankaj Kapur,

Deepika Padukone, Arjun Kapoor

Regisseur: Homi Adajania

Produzent: Dinesh Vijan

Musik: Mathias Duplessy

Release Datum: 12. September 2014

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Dieser Actrion-Thriller

ist ein Remake des amerikanischen

Films

„Knight And Day“ mit

Tom Cruise und Cameron

Diaz. Größtenteils

wurde der Film in Abu

Dhabi gedreht, aber

auch in Thailand und

Griechenland. Hauptdarsteller

Hrithik Roshan,

der alle Stunts im

Film sebst macht, hat

sich bei den Dreharbeiten

für die Action-Szenen

mehrmals verletzt

und musste sich sogar

einer Operation unterziehen,

in welcher ihm

ein Hirngerinnsel entfernt

wurde, welches

die Folge eines Unfalls

war.

FILM PREVIEW

BANG BANG

Cast: Hrithik Roshan, Katrina Kaif, Danny Denzongpa,

Javed Jaffrey, Bipasha Basu

Regisseur: Siddharth Anand

Produzent: Fox Star Studios

Musik: Salim Sulaiman / Vishal–Shekhar

Release Datum: 2. Oktober 2014

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FILM PREVIEW

HAIDER

Der Film ist eine Adaption

von Shakespeares

„Hamlet“ und spielt in

Kaschmir. Es ist der letzte

Film in Vishal Bhardwajs

Shakespeare-

Trilogie, nach „Maqbool“

(2003) und „Omkara“

(2006). Ursprünglich

wollte Regisser Vishal

Bhardwaj mit Shahid Kapoor

eine Forsetzung des

Bollywood Blockbusters

„Kaminey“, drehen, entschied

sich dann jedoch

für die Hamlet-Adaption,

aufgrund der darin behandelten

politischen Konflikte

und Intrigen und

lässt die Geschichte

Kaschmirs in den Film

mit einfließen.

Cast: Tabu, Shahid Kapoor, Shraddha Kapoor, Kay

Kay Menon

Regisseur: Vishal Bhardwaj

Produzent: Siddharth Roy Kapur & Vishal Bhardwaj

Musik: Vishal Bhardwaj

Release Datum: 2. Oktober 2014

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FILM PREVIEW

HAPPY NEW YEAR

Bereits 2005 verkündete

Regisseurin Farah

Khan diesen Multi-Starrer

Film. Die Dreharbeiten

begannen

schließlich im September

2013, mussten jedoch

immer wieder

unterbrochen werden,

unter anderem auch,

weil sich Shahrukh

Khan während der

Dreharbeiten mehrmals

verletzt hatte und daher

einmal eine Schulter-

Fraktur hatte und später

sogar am Knie operiert

werden musste. Im September

und Oktober

2014 geht das Team auf

Promo-Tour durch die

USA, Kanada und England.

Cast: Deepika Padukone, Shahrukh Khan, Abhishek

Bachchan, Boman Irani, Vivaan Shah, Sonu Sood

Regisseur: Farah Khan

Produzent: Gauri Khan / Red Chillies Entertainment

Musik: Sandeep Chowta / Vishal–Shekhar

Release Datum: 24. Oktober 2014

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FILM REVIEW

KICK

Ein Film, dem der gewisse Kick fehlt

Eines gleich vorweg: Wer bei „Kick“ einen

besonders anspruchsvollen Film erwartet, sollte

lieber gleich dem Kino fernbleiben, denn

das ist der Film ganz sicher nicht. Vielmehr

haben wir hier einen rundum gelungenen fantastischen

Bollywood-Masala-Film, der alles

für die leichte Unterhaltung bietet. Und das

nicht zuletzt aufgrund seiner Hauptdarsteller

Salman Khan, Randeep Hooda,

Nawazuddin Siddiqui

und Jacqueline Fernandez.

Devi Lal (Salman Khan) ist

ein äußerst exzentrischer Lebemann,

der immer auf der

Suche nach dem gewissen

Kick im Leben ist und sich

dabei auch gern mal mit

Gangstern anlegt, was sein

Leben nicht gerade ungefährlich

macht. Eines Tages

trifft er jedoch die hübsche,

etwas schüchterne und sehr

gebildete Shaina (Jacqueline

Fernandez) und beide verlieben

sich ineinander. Da Shaina einem guten

Job als Psychiaterin nachgeht, möchte sie von

Devi, dass auch er sich einen anständigen Job

sucht. Doch daraus wird nichts und Devi

macht sich kurzerhand aus dem Staub, nicht

zuletzt, weil er polizeilich gesucht wird und

dabei hinterlässt er Shaina mit gebrochenem

Herzen. Die Jahre vergehen und Shainas Vater

(Saurabh Shukla), ein Diplomat der in Polen

arbeitet, möchte seine Tochter endlich verheiratet

wird und schlägt den angesehenen Polizeiinspektor

Himanshu (Randeep Hooda) vor.

Shaina und Himanshu treffen sich und sie

erzählt ihm ziemlich bald von ihrer ersten großen

Liebe – ihrer Liebe zu Devi. Im Laufe des

Gesprächs wird wird Himanshu klar, dass es

sich bei Devi um den von ihm gesuchten

Gangster handelt. Devi hat sich zwischenzeitlich

mit dem korrupten Gesundheitsminister

Shiv (Nawazuddin Siddiqui) zum Schein verbündet

und will eigentlich als eine Art moderner

Robin Hood den armen Kindern die

Medizin zukommen lassen, die er vom Shiv

stiehlt. Er ahnt noch nichts davon, dass ihm

Saina als auch Himanshu auf den Fersen sind.

Salman Khan zeigt sich in „Kick“ in seiner

gewohnten Art und Weise als charmanter Gauner

und bietet an sich wenig

neue Akzente. Er stellt sich

selbst als Retter der Armen

dar, als einsamer und verkannter

Kämpfer gegen soziale

Ungerechtigkeit.

Enttäuschend ist die Performance

von Jacqueline Fernandez,

die versucht, mit

einer Brille intellektuell zu

wirken, um ihrer Rolle als

Psychiaterin gerecht zu werden,

wobei man sie jedoch

hauptsächlich durch die

Welt jetten sieht, als dass sie

ihrer Arbeit nachgeht. Randeep

Hooda und Nawazuddin Siddiqui hingegen

glänzen in ihren jeweiligen Rollen,

besonders in den gemeinsamen Szenen. Die

Story an sich ist etwas flach und man hat als

Zuschauer ständig das Gefühl, dass Handlungsstränge

nicht zu Ende erzählt werden. Am überzeugendsten

im Film sind daher neben den

genannten Performances von Randeep Hooda

und Nawazuddin Siddiqui vor allem die Action-Szenen

und das gesamte Produktionsdesign.

Durch das offene Ende besteht die Möglichkeit

einer Fortsetzung des Films, was Salman

Khan-Fans sicher freuen würde. Insgesamt

lohnt sich der Film vor allem wegen seines

Casts und des Entertainments. Aufgrund der

genannten Schwächen ist „Kick“ jedoch auch

ein Film, den man getrost auch wieder vergessen

kann und kein zweites Mal sehen muss.

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Cast: Salman Khan, Jacqueline Fernandez, Randeep Hooda,

Nawazuddin Siddiqui, Mithun Chakraborty, Saurabh Shukla,

Vipin Sharma

Regie: Sajid Nadiadwala

Genre: Action-Drama

Filmlänge: 142 Minuten

Rating:

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Cast: Akshay Kumar, Tamannaah, Sonu Sood, Krushna, Prakash Raj,

Junior

Regie: Sajid-Farhad

Genre: Komödie

Filmlänge: 140 Minuten

Rating:

20 BNA GERMANY September / Oktober 2014


FILM REVIEW

ENTERTAINMENT

Hier gilt: Nomen Est Omen

Wer Sajid-Farhad kennt, weiß dass aus deren

Feder Filme wie „Golmaal“, „Dhamaal“ und

„Housefull 2“ stammen. Dementsprechend

kann man schon erahnen, wie „Entertainment“

sein wird. Der Film ist das Regie-Debüt von

Sajid-Farhad und ist ein wahrer Entertainer.

Akhil (Akshay Kumar) lebt zusammen mit

Saakshi (Tamannaah), einer

Fernsehschauspielerin, in

ärmlichen Verhältnissen in

Mumbai. Als Tagelöhner

verdient er Geld, um die medizinische

Versorgung seines

kranken Vaters zu

sichern. Eigentlich möchte

er Saakshi heiraten, doch deren

Vater (Mithun Chakraborty)

willigt in eine Hochzeit

erst ein, wenn Akhil viel

Geld verdient und ein

reicher, angesehener Mann

geworden ist. Da kommt es

Akhil gerade recht, dass er

erfährt, dass sein Vater nicht

sein wahrer Vater ist, sondern

sein leiblicher Vater ein Millionär in Bangkok

ist. Noch besser geht es Akhil, als er zudem

erfährt, dass dieser gerade verstorben ist. So

macht er sich zusammen mit seinem besten

Freund Jagnu (Krushna) auf den Weg nach

Bangkok, um dort zu erfahren, dass sein Erzeuger

das gesamte Erbe seinem treuen Gefährten,

dem Hund Entertainment (Junior) vermacht hat.

Um an das Millionenerbe heranzukommen,

muss er sich folglich mit dem Hund gutstellen,

nachdem er ihn ausfindig machen konnte. Das

ist keine leichte Sache, da Entertainment nicht

groß daran interessiert ist, sich mit Akhil und

Jagnu abzugeben, als ahne er es, dass sie sowieso

nur hinter seiner Erbschaft her sind. Doch

auch zwei entfernt verwandten Cousins, Karan

(Prakash Raj) und Arjun (Sonu Sood) sind

hinter dem Hund her und ein wildes Katz und

Maus-Spiel quer durch Bangkok beginnt, auf

der Jagd nach Entertainment und damit der

Jagd nach den Millionen.

Die Chemie zwischen Akshay Kumar und Tamannaah

stimmt nicht wirklich. Die beiden

passen einfach nicht zusammen. Umso mehr

besticht im Film die Beziehung

zwischen Akshay Kumar

und dem Golden

Retriever, der einfach im

wahrsten Sinne des Wortes

goldig ist. Die Story des

Films ist sicher nicht neu,

aber nett dargestellt von Sajid-Farhad,

die mit dieser Komödie

ganz ihrer Linie treu

geblieben sind und selbst

auch einen Cameo-Auftritt

im Film haben. Die Witze

sind alt und voller Klischees,

aber bringen trotzdem den

ein oder anderen Lacher

beim Zuschauer hervor.

Während Akshay Kumar seine

Rolle sehr überzeugend spielt, wirken

Prakash Raj und Sonu Sood als Bösewichte

eher etwas verloren in ihren Rollen, weswegen

sie eher unfreiwillig komisch wirken. Was den

Film jedoch am sehenswertesten macht, ist die

Performance des Golden Retrievers Junior, der

seine Sache, trotz des lauten Settings und der

noch lauteren Co-Darsteller ruhig und besonnen

macht. Vor allem dem Tier-Trainer ist hier

großes Lob auszusprechen.

„Entertainment“ ist eine Komödie in bester

Bollywood-Manier und pures Entertainment

für die ganze Familie. Nicht so schwachsinnig,

wie viele andere Komödien, in denen Akshay

Kumar in der Vergangenheit mitgespielt hatte.

Also schauen Sie sich den Film an!

BNA GERMANY September / Oktober 2014

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FILM REVIEW

SINGHAM RETURNS

Diese Fortsetzung hätte man nicht gebraucht

Wer bereits „Singham“ gesehen hat, wird in

dieser Fortsetzung nicht viel Neues zu sehen

bekommen. Regisseur Rohit Shetty hatte

wahrscheinlich auch nicht diesen Anspruch,

sondern setzt auf bereits Bewährtes: Action

vom Feinsten. Ansonsten gibt es die üblichen

fliegenden Autos, korrupten Politiker und einen

ehrliche Polizisten, der allein gegen die

böse und ungerechte Welt kämpft. Alles

schon gesehen, also nichts

Neues hier.

Bajirao Singham (Ajay

Devgn) ist mittlerweile die

Karriereleiter hinaufgeklettert

und Oberinspektor bei

der Polizei in Mumbai. Sein

Freund und Kollege wurde

ermordet und noch nach dessen

Tod wird ihm Korruption

vorgeworfen. Doch Singham

lässt diesen Vorwurf nicht

auf sich sitzen, kämpft er

doch für das gute Image der

Polizei. Daher will er sowohl

die Reputation der Polizei als

auch seines ermordeten Kollegen

wiederherstellen. Doch dies ist nicht

ganz einfach im Mumbaier Sumpf voller Krimineller

– seinen es korrupte Politiker (Zakir

Hussain) oder abgrundtief böse Mafiosi

(Amol Gupte). Singham tut alles, um sein

Mumbai sauber zu bekommen und geht dabei

sprichwörtlich über Leichen, unterstützt von

einem Kompetenz-Team von Polizei-Kollegen

und gestützt von seiner Lebensgefährtin

Avani (Kareena Kapoor Khan), die ihm jedoch

nicht eine allzu große Hilfe ist. Die

Säuberungsaktion von Singham bringt in die

Luft fliegende Autos, eine Menge niedergeschossene

Menschen, brutale Schlägereien

und viel Blutvergießen mit sich.

Und genau hier ist auch der einzige Punkt zu

sehen, warum „Singham Returns“ überhaupt

sehenswert ist – einzig und allein aufgrund der

knallharten Action-Szenen und eventuell noch,

um einen Muskel-gestählten Ajay Devgn in

Bestform auf der Leinwand zu bewundern. Ansonsten

ist die Geschichte zu vorhersehbar, die

Musik zu irritierend und unpassend, die Dialoge

zu oberflächlich und sinnlos. Es fehlen einfach

Überraschungsmomente, die den Zuschauer

von ihren Sitzen hochspringen lassen. Kareena

Kapoor Khan wirkt bestenfalls

wie schmückendes Beiwerk,

das ab und zu für ein paar Lacher

und komische Momente

sorgt. Der Sinn ihrer Rolle und

Notwendigkeit im Mitwirken

der Fortsetzung erschließt sich

nicht. Amol Gupte und Zakir

Hussain spielen ihre Rollen hingegen

absolut überzeugend.

Rohit Shetty bleibt auf seinem

bewährten Terrain und tut sich

damit selbst keinen Gefallen.

Eine Action-Formel aus den

80er Jahren wieder und wieder

durchgekaut, beschert einfach

keinen guten Film und lockt

auch kaum noch irgendeinen Filmfan in die

Kinos.

Und genau darin liegt auch die größte Enttäuschung

in „Singham Returns“. Die Fans von

Rohit Shetty, Ajay Devgn und „Singham“

stürmten die Kinos bei dem Release des Films

in der Erwartung, Neues gepaart mit gewohnten

und geschätzten „Singham“-Elementen zu sehen

zu bekommen und werden bitter enttäuscht.

So mag „Singham Returns“ zwar gute Einspielergebnisse

am Box-Office gebracht haben, hinterlässt

jedoch beim Zuschauer ein Gefühl der

Leere. Daher können wir den Film auch nur

sehr bedingt empfehlen. Sie verpassen jedenfalls

nichts, wenn Sie sich den Film nicht anschauen.

22 BNA GERMANY September / Oktober 2014


Cast: Ajay Devgn, Kareena Kapoor Khan, Amol Gupte, Anupam Kher

Regie: Rohit Shetty

Genre: Action

Filmlänge: 142 Minuten

Rating:

BNA GERMANY September / Oktober 2014

23


SPECIAL FEATURE

Abenteu

Zu Fuß na

Über zwei junge Deutsche, die sich a

Am 15. April 2010 machten sich

die beiden Gelsenkirchner Brüder

Marcel und Marlon Stawinoga

auf den Weg nach Indien.

Reiseziel der beiden war Kalkutta.

Marcel Stawinoga war damals

26 Jahre alt und bereits

zuvor, im Jahr 2006, in Kerala

gewesen. Seitdem ließ ihn Indien

mitsamt seiner kulturellen und

religiösen Vielfalt nicht mehr in

Ruhe. So fasste er Ende 2009

kurzerhand den Entschluss, erneut

nach Indien zu gehen. Er

kündigte seinen Job und seine

Wohnung und packte sich seinen

jüngeren Bruder Marlon, der

damals gerade erst 21 Jahre alt

war. Er sollte sein Begleiter für

das wohl abenteuerlichste Unterfangen

seines Leben werden: zu

Fuß nach Indien.

Marcel Stawinoga

Das bedeutete wochenlange Wanderungen

quer durch Europa bis hin nach Asien, quer

durch Deutschland, Österreich, die Slowakei,

Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland

und die Türkei bis hinein in den Iran, von wo

aus die Reise aus Sicherheitsgründen mit dem

24 BNA GERMANY September / Oktober 2014


er pur:

SPECIAL FEATURE

ch Indien

uf den Weg nach Kalkutta machten

Flieger nach Delhi fortgesetzt wurde. Bis hierhin

sind Marcel und Marlon über vier Millionen

Schritte gelaufen, waren sechs Monate

unterwegs und haben 7000 Kilometer zurückgelegt.

Sie trafen auf freundliche und hilfsbereite

Menschen, aber auch auf Verrückte, die

sie mit einer Waffe bedrohten. Sie liefen tagein

und tagaus im Regen, im Gewitter, bei

greller Sonne und brütender Hitze, über Ebenen,

Hügel, Berge und entlang an Meeresküsten.

Sie sahen die ganze Artenvielfalt der

europäischen und asiatischen Flora und Fauna,

retteten mehrere Schildkröten und sogar einen

Hundewelpen vor dem sicheren Tod. So manches

Mal plagten sie Schmerzen, Hunger oder

plötzliche Erkrankungen. Doch unbeirrt all

dessen verfolgten die beiden Brüder ihr Ziel:

Kalkutta. So ging es von Delhi aus weiter nach

Gaumukh, Varanasi, Dehradun, Rishikesh und

Haridwar, im indischen Bundesstaat Uttara

khand gelegen, ehe die Brüder ihr Ziel Kalkutta

in Westbengalen erreichten. Wir befragten

Marcel, der in Kürze sein Buch über diese

Reise herausbringen wird, jetzt - knapp vier

Jahre nach diesem Abenteuer - und merken,

dass ihm die Erlebnisse nach wie vor in lebhafter

Erinnerung geblieben sind.

Warum Indien? Du sagst, dass Du bereits in

Kerala warst, bevor Du Dich schließlich

entschlossen hattest, zu Fuß nach Indien zu

gehen. Was genau war es, dass Dich und

Deinen Bruder an Indien so fasziniert hatte?

Marcel Stawinoga: Ich denke, Indien lässt

niemanden kalt. Entweder man liebt es oder

man hasst es, aber niemand geht von Europa

Marlon Stawinoga

BNA GERMANY September / Oktober 2014

25


SPECIAL FEATURE

Das Zeltlager in der Nacht Essenszubereitung am Kocher Morgentliche Reinigung Arbeiten

aus nach Indien und bleibt unberührt. Als ich

2006 nach Kerala, in den Süden Indiens, reiste,

da hatte ich keine Ahnung was mich dort

erwartete. Die Tatsache, dass es eine Welt gibt,

die sich völlig von unserer unterscheidet, faszinierte

mich – Indien, eine Welt voller Mythen,

voller Spiritualität. Fortan war Indien für mich

wie eine entfernte Geliebte, die ich nicht wieder

vergessen konnte, nach deren Verführung

mein Geist sich sehnte.

Wie hat sich Deine Einstellung oder wie

haben sich Deine Ansichten und Eindrücke

über Indien nach dem Trip geändert?

Marcel Stawinoga: Indien ist ein Land der

Gegensätze. Es gibt dieses romantisch anmutende

Indien, wo ich in einem Ashram einkehre

und mich den guten Dingen, dem

Denken, Lesen und Schreiben zuwenden kann,

wo keiner nach meinem Job oder meinem

Geld fragt, wo ich mit einem Buch an einem

Fluss sitze, dem Rauschen des Stroms lausche,

unter den neugierigen Blicken von Affen,

Pfauen und Kühen. Ich besuche morgens und

abends den Tempel, werde bei der Puja gesegnet

und empfange das Prasad und betrachte

das Göttliche im Murti, bis ich seine Gegenwart

tief in mir und in allen Dingen spüre. Es

gibt aber auch dieses knallharte Indien, wo

jeder versucht Dir das Geld aus der Tasche zu

ziehen, Du um jede Rupie feilschen musst und

jeder Dir das erzählt, was Du hören möchtest,

nur um ein Geschäft mit Dir zu machen. Es ist

heftig in einem Restaurant zu sitzen, zwischen

wohlhabenden und wohlgenährten Indern,

während man von oben aus dem Fenster auf

einen Jungen blickt, der so dünn ist, dass all

seine Knochen sich durch seine Haut abzeichnen,

der nur von einigen Lumpen bekleidet, in

einer Mülltonne nach Essensresten sucht.

Doch würde ich immer wieder nach Indien

zurückkehren, denn ich sehe in Indien einen

Zufluchtsort. Allerdings wusste ich in der Ferne

ich die Heimat mehr zu schätzen und in der

Heimat vermisse ich die Ferne. Was ich nun

weiß ist, dass es überall auf der Welt wunderbare

und nette Menschen gibt und einem alle

Tore der Welt offen stehen, wenn man selbst

offen ist.

Wie lange hast Du an der Vorbereitung

geplant und wie sah die Planung konkret

aus?

Marcel Stawinoga: Ehrlich gesagt haben wir

uns kaum vorbereitet. Es sollte ein Abenteuer

werden. Wir haben im Atlas geschaut welche

Länder auf dem Weg liegen und uns informiert

für welche wir Visa benötigen. In Frank-

Tag 42: Österreich ist erreicht

Tag 57: In der Slowakei

Tag 71: Ganesha-

26 BNA GERMANY September / Oktober 2014


SPECIAL FEATURE

im Kloster Marcel schreibt Tagebuch Eingeladen zum Essen Marlon studiert die Karte

furt haben wir dann vorab ein Visum für den

Iran organisiert. Das Visum für Indien haben

wir in Teheran beantragt. Wir haben uns dann

günstig zwei Rucksäcke, ein Zelt, Kleidung,

Schlafsäcke etc. und einen Gaskocher besorgt,

denn gekocht haben wir eigenhändig während

der Reise. In der Regel servierten wir Reis mit

irgendwelchen Hülsenfrüchten. Übernachtet

haben wir im Normalfall irgendwo abgelegen

im Zelt. Unser Ziel war es nicht mehr als drei

Euro pro Tag für uns beide zusammen auszugeben

und das haben wir auch bis zum Iran

geschafft. Im Iran und in Indien schließlich

haben wir nicht mehr selbst gekocht und auch

nicht mehr im Zelt geschlafen. Im Iran hatten

wir wegen des 30-Tage-Visums nur wenig

Zeit und sind dort ausschließlich mit dem Bus

gereist. In Indien ist das Übernachten und

Essen sehr günstig, sodass wir meist bei unter

zehn Euro für Übernachtung und Essen pro

Tag für uns beide zusammen lagen.

Warum wähltest Du deinen Bruder als Reisepartner

und wie war seine erste Reaktion?

Marcel Stawinoga: Als ich ihn fragte, war er

gerade auf dem Jakobsweg unterwegs und er

sagte sofort ja. Seinerzeit war er voller Abenteuerdrang

und ich hätte gar nicht ohne ihn

losgehen können – er wäre mir so oder so

gefolgt. „Erst such dir einen Gefährten, dann

erst begib dich auf die Reise“ heißt es in einem

fernöstlichen Sprichwort. Ich konnte mir keinen

besseren Gefährten vorstellen, denn in der

Tugend der Treue, war er mir gewiss der Eifrigste.

Die Medien wussten bereits im Vorfeld von

diesem Unternehmen und haben Euch vor,

während und nach dem Trip stets begleitet.

Hattet Ihr auch Sponsoren gesucht und

gefunden und wie war die Medienarbeit

hierzu Eurerseits?

Marcel Stawinoga: Nach Sponsoren haben

wir uns nicht wirklich umgesehen und es ist

auch keiner an uns herangetreten und im Nachhinein

denke ich auch, dass es gut so ist, da wir

diese Reise nun gänzlich aus eigener Kraft,

unabhängig geschafft haben. Spender hat es

viele gegeben. Das waren Menschen, die unsere

Reise auf unserer Internetpräsenz

www.zufussnachindien.de verfolgt haben.

Über 1.000 Euro kamen über die Website an

Spenden zusammen. Hinzu kamen viele Spenden

auf der Straße. Gerade in Deutschland

kannten uns viele Menschen aus den Medien

und haben uns häufig etwas Geld oder Proviant

in die Hand gedrückt. Wir sind damals

ohne Geld in Gelsenkirchen gestartet und

Schutz in Ungarn

Tag 77: Grenze zu Rumänien

Tag 103: Pause in Griechenland

BNA GERMANY September / Oktober 2014

27


SPECIAL FEATURE

Marcel isst vegetarisch

Ausruhen im Ashram

Marlon ist krank im Bett

Weg zur G

mussten erst nach 71 Tagen, in Budapest, Geld

von unserem Konto abheben.

Wir hatten damals beide im Gelsenkirchener

Zoo, der ZOOM Erlebniswelt, gearbeitet und

der Zoo hatte für uns eine kleine Pressekonferenz

am Tage unseres Aufbruchs in der hiesigen

Asien-Halle organisiert. So wurde die

dpa (Deutsche Presseagentur, Anm. d. Red.)

auf uns aufmerksam und wir erhielten dadurch

eine überregionale Medienberichterstattung.

War der Reisebeginn im April willkürlich

oder willentlich und bewusst genau am 15.

April 2010 zu starten?

Marcel Stawinoga: Dieses Datum haben wir

nicht von einem Astrologen bestimmen lassen.

Wir wollten ursprünglich eher starten, es war

aber zu kalt, schließlich hatten wir dann Mitte

April, als den 15. festgelegt, um auch für diesen

Tag die Presse in den Zoo laden zu können.

Welches waren die schönsten, welches die

schlimmsten, welches die kuriosisten und

welches die am überraschensten oder gefährlichsten

Momente und Situation während

des über 7.000 km langen Trips?

Marcel Stawinoga: Die unbeschreibliche

Gastfreundschaft der Menschen hat sich wie

ein roter Faden durch unsere Reise gezogen,

das war das Schönste an der Reise. Wir haben

viele kuriose Menschen kennengelernt, vor

allem in Indien – viele Menschen aus dem

Westen sind irgendwann dort hängen geblieben.

Vor allem in Rishikesh gibt es solche

Leute, die irgendwann ihre Reisepässe weggeworfen

haben und einfach dort geblieben sind.

Heftig war es in Varanasi. Varanasi ist eine

furchtbare und unglaublich interessante Stadt.

Man sagt, in Varanasi zu sterben und dort

verbrannt zu werden, soll dazu führen, dem

Kreislauf der Wiedergeburten zu entfliehen.

Daher ist die Stadt voller kranker Menschen,

Menschen, die auf den Tod warten. Als wir

eines Abends einer Puja am Ganges beiwohnten,

ist unmittelbar neben uns eine Bombe

explodiert – so nah, dass die Druckwelle

durch unsere Körper fuhr. Ein kleines Mädchen

starb bei der Explosion und viele Menschen

wurden verletzt. Ich bin davon

überzeugt, dass alles genau so geschieht, wie

es geschehen soll. Dies bedeutet, dass die

guten Erfahrungen genauso zum Leben gehören,

wie die schlechten. Während solch einer

Reise denkt man viel über Dinge wie diese

nach. Man merkt, welch einen Einfluss der

Zufall auf das eigene Leben hat, und würde

man nur eine Kleinigkeit ändern, dann kommt

alles ganz anders. Ich möchte dies an einem

Vor der Indischen Botschaft in Teheran

Zugfahrt von Delhi nach Haridwar

Mit dem Bus gehts w

28 BNA GERMANY September / Oktober 2014


SPECIAL FEATURE

aumukh-Höhle

Marcel füttert die Affen

Auf dem Ganges in Varanasi

Blick auf Uttarkashi

Beispiel verdeutlichen: In Deutschland

suchten wir regelmäßig Schwimmbäder auf,

um uns dort zu waschen, da dafür das Wasser

der Flüsse noch zu kühl war. In der Stadt

Passau in Bayern wurde uns das Duschen in

einem Schwimmbad verwehrt, sodass wir allenfalls

für den regulären Eintrittspreis von

etwa zehn Euro pro Person die Duschen hätten

nutzen dürfen. Diese Summe hätte unser Budget

gesprengt. 16 Kilometer entfernt im Ort

Obernzell war das nächstgelegene Schwimmbad.

Für einen Wanderer sind 16 Kilometer

eine ordentliche Entfernung. Für gewöhnlich

liefen wir vier Kilometer in einer Stunde. Lange

nicht geduscht und mit dem Wunsch nach

Erfrischung machten wir uns gleich zügigen

Schrittes auf den Weg zum besagten

Schwimmbad. Als wir nach einigen Stunden

dort ankamen, mussten wir allerdings feststellen,

dass das Bad bereits seit einem Jahr geschlossen

war. Neben dem Schwimmbad war

ein Sportboot-Hafen. Dort gab es Duschen,

doch eine sehr unfreundliche Dame wies uns

gleich ab. Frustriert streiften wir durch das

kleine an der Donau gelegene Örtchen Obernzell.

Da entdeckten wir ein Hinweisschild für

ein Kloster. Wer, wenn nicht ein Kloster, würde

uns unsere bescheidene Bitte, duschen zu

dürfen gestatten? Und so kam es, dass wir

einige Tage im Kloster blieben, dort im Garten

aushalfen, mit Essen versorgt wurden und am

Ende für unsere Dienste 50 Euro bekamen und

ein Empfehlungsschreiben für ein anderes

Kloster in Bratislava, eine Stadt, welche auf

unserer Route lag. Als wir dann einige Zeit

später in Bratislava ankamen und im Kloster

das Schreiben übergaben, wurden wir freundlich

empfangen. In der darauf folgenden Nacht

erkrankten wir an einem Magen-Darm-Virus.

Glücklicherweise nächtigten wir nicht wie üblich

im Zelt. Wir blieben etwa zwei Wochen

im Kloster in Bratislava, bis wir vollständig

erholt waren. Was bedeutet dies also? Hätte

man uns in Passau nicht das Duschen verwehrt,

wäre das andere Schwimmbad nicht geschlossen

gewesen, die Dame am Sportboot-Hafen

nicht so unfreundlich, dann wären wir nie in

das Kloster in Obernzell gegangen und auch

nicht in das Kloster in Bratislava. Möglicherweise

hätten wir mit der Magen-Darm-Erkrankung

im Zelt üble Probleme bekommen.

Nach gewisser Zeit seid Ihr doch sicher

völlig genervt von der Situation und Euch

gegenseitig gewesen. Wie seid ihr mit diesen

Situationen umgegangen? Habt Ihr zu irgendwelchen

Zeitpunkten jemals ans Aufgeben

gedacht?

eiter nach Uttarkashi

Reinigendes Bad am Urquell des Ganges

Marcel am Gangesufer in Rishikesh

BNA GERMANY September / Oktober 2014

29


SPECIAL FEATURE

Ankunft in Kalkutta Plausch mit interessierten Indern An der College Street Im Indian Coffee House

Marcel Stawinoga: Aufzugeben war nie eine

Option für uns und da jeder Tag besonders war,

wir morgens nicht wussten, wo wir abends

sein werden, waren wir auch nie genervt von

der Situation. Miteinander kamen wir auch gut

aus.

Nach sechs Monaten seid Ihr schließlich in

Indien angekommen. Wie waren Eure ersten

Eindrücke vom Land?

Marcel Stawinoga: Ein wenig war Indien

schon ein Schock. All die Menschen, die Tiere,

die Autos, der Lärm. In allen Ländern zuvor

wurden wir wie Könige behandelt. In Indien

waren wir bloß noch zwei von vielen – irgendwelche

Backpackers und kamen uns oft nicht

willkommen vor. Manche Inder wirkten so, als

hätten sie von Touristen genug.

Eines Eurer Ziele war der Ganges und Ihr

habt auch an einer rituellen Reinigung und

vielen anderen religiösen Sachen teilgenommen.

Was bedeuteten Euch der Ganges und

die hinduistische Religion?

Marcel Stawinoga: Es heißt, ein Bad im Wasser

von Gaumukh befreit von allen Sünden.

Am 18. Oktober, dem 187. Tag unserer Reise,

hatten wir Gaumukh, die Gletscherhöhle, auf

3.892 Meter Höhe über dem Meeresspiegel im

Himalaya gelegene Quelle der Bhagirathi, des

größten Zuflusses des Ganges erreicht. Wir

tranken das reine Wasser und nahmen dort am

Anfang aller Dinge ein Bad, umgeben von Eis,

bei klarer Luft, wo der Fluss beginnt, die Ozeane

dieser Welt befüllen und alles Leben

schenkt. Wir tauchten ein und kehrten zurück,

zurück in den Schoß der Mutter, wiedergeboren

zu werden. Der Ganges ist Mutter, Lehrer,

Zuhörer, ein treuer Begleiter.

Ich bin ein Hindu. Ich bin zwar nicht als Hindu

geboren, aber heute bin ich ein Hindu. Auch in

Deutschland gehe ich regelmäßig in den Tempel.

Ich habe in diesem Jahr nach tamilischer

Hindu-Tradition im Norden von Sri Lanka

geheiratet. Meine Frau ist Tamilin, also als

Hindu geboren und durch die Hochzeit bin ich

auch nach außen hin endgültig konvertiert und

bekenne mich öffentlich zum Hinduismus.

Euer finales Ziel in Indien war Kalkutta.

Warum ausgerechnet Kalkutta?

Marcel Stawinoga: Kalkutta ist die Stadt der

Göttin Kali, jene, welche ihre Hand schützend

über die Dichter und Schreiber legt. Wir besuchten

die College Street – das intellektuelle

Herz Indiens und ihre drei Universitäten; erblickten

die weißen Säulen der Calcutta University.

Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es

Packen für die Rückreise Am Flughafen in Delhi Endlich wieder zu Hause angekommen

30 BNA GERMANY September / Oktober 2014


Fotos(33)/Grafik(1): ©Marcel Stawinoge. All rights reserved.

SPECIAL FEATURE

mehr Bücher als auf dieser Straße und ihren

unzähligen abzweigenden Gassen. Man

spricht von mehr als zehntausend Buchläden

und über dreitausend Verlegern in diesem

Viertel. Dort wünschte ich zu schreiben; dort

wollte ich den Tempel der Saraswati aufsuchen,

Göttin der Weisheit, des Intellekts, der

Musik, der Gelehrsamkeit, der Sprache und

der Poesie – darum bitten, mich reich zu beschenken,

mit einem klaren und frischen Geist

und guten Ideen. Wir saßen im Indian Coffee

House, wo seit Jahrzehnten Bücher geschrieben,

gelesen und diskutiert werden; wo einst

die bengalische Studentenrevolution ihren Ursprung

fand. Wir ließen die Stadt auf uns

wirken, in Kalkutta wollte ich mein Buch,

welches ich über diese Reise schreibe, bildlich

zu Ende bringen.

Wieviel Geld hat Euch der Trip insgesamt

gekosten und was waren dabei die teuersten

Ausgaben?

Marcel Stawinoga: Genau können wir es

nicht sagen, da wir eben auch viel Geld unterwegs

geschenkt bekamen. Wir haben aber

zusammen nicht viel mehr als zweitausend

Euro ausgegeben und das teuerste war dabei

der Rückflug.

Wie gestaltete sich das Leben, zurück in

Deutschland, in den ersten Wochen und

Monaten und was macht Ihr jetzt gerade?

Marcel Stawinoga: Zunächst waren wir froh

zurück zu sein, aber schnell packt einen die

Sehnsucht auf ein Neues. Wir haben beide

nach der Reise ein Studium begonnen. Ich

studiere Journalismus und Public Relations an

der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen

und schreibe gerade meine Abschlussarbeit.

Mein Bruder Marlon studiert

Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum.

Was rätst Du all denjenigen, die auch mit

dem Gedanken spielen, einen längeren Trip

nach und durch Indien zu machen. Hast Du

irgendwelche nützlichen Ratschläge?

Marcel Stawinoga: Einfach tun, nicht zu lange

nachdenken, stets im Moment sein – nicht

mit den Gedanken in der Zukunft oder Gegenwart

festhängen. Plant nicht zu viel im Voraus,

das Beste ergibt sich spontan vor Ort. Seid

immer offen, aber nicht blind im Vertrauen,

vertraut Eurer Intuition. Wenn man möchte,

empfängt Indien einen mit offenen Armen.

Würdest Du es noch einmal tun?

Marcel Stawinoga: Ja.

Das Reisetagebuch können Sie sich unter

www.zufussnachindien.de durchlesen, wo Sie

auch zahlreise Bilder der Reise finden. Demnächst

erscheint auch das gleichnamige Buch

von Marcel Stawinoga, das in aller Einzelheit

von dem Abenteuer erzählt.

Diese Karte zeigt die Route, die Marcel und Marlon genommen haben.

BNA GERMANY September / Oktober 2014

31


SPECIAL FEATURE

Shah Rukh Khan un

Shah Rukh Khan

So realistisch der Bollywood

Superstar auch

scheinen mag, Shah Rukh

Khan glaubt ganz fest an

die Magie der Zahlen und

ist ein großer und bekennender

Anhänger der Numerologie.

Zu seinen

selbst ernannten Glückszahlen

zählen die 5 und

die 555. Ganz weit fern

bleiben möchte er hingegen

von der Zahl 3, die er

als Unglückszahl sieht.

Was immer man auch davon halten

mag, Fakt ist, dass sich diese Zahlen

sehr oft auf die eine oder andere Art

und Weise in seinem Leben sowohl

beruflich als auch privat widerspiegeln.

So ist seinen Fans schon lange

bekannt, dass Shah Rukh Khan sehr

genau darauf achtet, dass all seine

Autos auf dem Nummernschild die

555 gedruckt haben. Dabei verfügt

der „King of Bollywood“ einen ganz

beachtlichen privaten Fuhrpark bestehend

aus verschiedenen BMW-Modellen,

einem Audi, einem Vanity

Van und einigen anderen Fahrzeugen.

Dieser Wahn bei den Nummernschildern

zeigte sich sogar auf dem Poster

Seine Autos

zum Film „Chennai Express“. Hier sieht

man ihn und Deepika Padukone auf

einem Scooter sitzen, der ebenfalls die

555 auf dem Nummernschild hat.

„Chennai Express“ wurde übrigens am

09.08.2013 released, einem Datum das

in der Quersumme 50 und weiter 5 ergibt.

Der Filmtitel selbst und auch der

Name seiner Schauspielpartnerin haben

14 Buchstaben und 1+4 ergibt erneut 5.

In vielen Filmen Shah Rukh Khans hat

sein Charakter einen Namen mit 5 Buchstaben.

So hieß er sehr oft Rahul, aber

auch Samir, Kabir oder Mohan. Im

Film-Song „Chammak Challo“ aus den

Film „Ra.One“, ein Filmtitel mit 5 Buchstaben,

zeigt Shah Rukh Khan sehr oft

32 BNA GERMANY September / Oktober 2014


SPECIAL FEATURE

d die magische 555

seine ausgespreizten 5 Finger in die Kamera. Vor

einiger Zeit moderierte Shah Rukh Khan eine Game-

Show im TV mit dem Titel „Kya Aap Paanchvi Pass

Se Taz Hain?“ (Schaffen Sie das 5. Level?). Es hätte

ja auch das 3. Level oder 10. Level sein können, aber

es war das 5. Level.

Dass die 5 scheinbar eine Glückszahl für Shah Rukh

Khan ist, zeigt sich auch in anderen Bereichen seines

Lebens. So gewann beispielsweise sein IPL Team

Kolkata Knight Riders, dessen Mannschaftskapitän

Gautam Gambhir übrigens die 5 auf seinem Trikot hat,

erstmals das Tunier 2012, die Quersummer des Jahres

ergibt 23 und 2+3 ergibt erneut 5. Generell war das

Jahr 2012 ein sehr erfolgreiches Jahr für ihn. Der

Termin zu seiner aktuellen SLAM-Tour in London

findet am 5. Oktober 2014 statt, der Kartenvorverkauf

die die Londoner Show startet am 5. September 2014.

Sie sehen, hier taucht wieder die 5 auf.

Der Name seiner Frau ist Gauri, seine beiden Söhne

heißen Aryan und AbRam – allesamt Namen mit 5

Buchstaben. Shah Rukh Khan sorgte sogar dafür,

dass all seine über 80 Angestellten, inklusive seiner

Assistentin, die 5 in ihrer Telefonnummer haben.

Shah Rukh Khan und Gauri haben seit jeher Handynummern,

die die 555 als Nummernfolge haben. Als

starker Raucher war Shah Rukh Khan bekannt dafür,

ausschließlich seine Lieblingsmarke Wills Classic

geraucht zu haben, doch seit einiger Zeit hat er eine

neue Lieblingsmarke, die „555“.

Man könnte die Liste all jener Dinge, die die 5 oder

555 als Glückszahlen im Leben des „King Khan“

widerspiegeln, unendlich weiterspielen, denn man

würde noch viele weitere solcher Beispiele finden.

Ob jedoch die genannten Beispiele rein zufällig die 5

oder 555 beinhalten oder vollkommen bewusst, ei

dahin gestellt. Doch Shah Rukh Khan überlässt in

seiner Karriere und im Privatglück nichts dem Zufall.

So sagte er selbst einmal vor einigen Jahren in einem

Interview, dass er die Numerologie wann immer er

Zeit hat, mithilfe diverser Literatur studiert. Was

meinen Sie, kann man sein Glück wirklich mithilfe

der Magie der Zahlen herausfordern? Schreiben Sie

uns einfach ihre Meinung an info@bna-germany.com.

Chammak Challo

BNA GERMANY September / Oktober 2014

33


COVER STORY

34 BNA GERMANY September / Oktober 2014


COVER STORY

Sie ist eine der schönsten Frauen

Bollywoods und kann auf eine mittlerweile

22-jährige Karriere im Filmbusiness

zurückblicken. In einer von Männern

dominierten Branche ist dies schon

bemerkenswert. Rani Mukerji sah viele ihrer

weiblichen Kolleginnen in Bollywood

kommen und gehen, Sternchen erschienen

am Himmel und verglühten auch bald darauf

wieder. Doch bei Rani Mukerji ist noch lange

kein Ende ihrer Film-Karriere in Sicht und

das ist auch gut so!

BNA GERMANY September / Oktober 2014

35


COVER STORY

Geboren wurde Rani Mukerji am 21. März

1978 in Mumbai. Sie stammt aus einer Familie,

die schon seit jeher im Filmbusiness arbeiten.

So war ihr Vater schon Produzent und Regisseur

in Bollywood und ihre Mutter war Playbacksängerin.

Während Ranis Bruder in die

Fußstampfen des Vaters trat, folgte Rani zusammen

mit ihrer

Cousine Kajol den

Weg, den ihre Tante

einschlug: sie wurde

Schauspielerin.

Doch zunächst

schloss sie ihre Schulausbildung

an der

Mumbaier Maneckji

Cooper High School

ab und studierte anschließend

Hauswirtschaft.

Das Studium

beendete sie sogar

mit Auszeichnung.

Neben dem Studium

erlernte Rani Mukerji

den klassischen indischen

Tanz. Bereits

mit gerade einmal 15

Jahren stand sie das

erste Mal, wenn auch

in einer kleinen Nebenrolle,

vor der

Filmkamera für einen

Bengali-Film. Zwei

Jahre später, 1994, wurde ihr eine Hauptrolle

angeboten, doch Ranis Vater war dagegen, da

er fand, dass seine Tochter noch zu jung sei,

um Vollzeit vor der Kamera zu stehen. Erst

zum Ende ihres Studiums hin nahm Rani Mukerji

ihre erste große Rolle an. Es war das Jahr

1997, als Salim Khan ihr die Hauptrolle für

sein Sozial-Drama „Raja Ki Aayegi Baraat“

anbot und sie schließlich zusagte. In dem Film

spielte sie ein Vergewaltigungsopfer und wurde

für ihre Darstellung hochgelobt, auch wenn

der Film am Box-Office mehr oder weniger

floppte. Kurz nach dem Release des Films

schloss Rani ihr Studium erfolgreich ab und

konnte sich von nun an intensiver um ihre noch

junge Karriere als Schauspielerin kümmern.

Sie nahm professionellen Schauspielunterricht,

da sie schon immer eine Perfektionistin war.

Entweder sie macht etwas ganz und richtig

oder gar nicht. Halbe Sachen waren noch nie

ihr Ding gewesen.

Den Durchbruch in

Bollywood schaffte

sie schließlich 1998.

Zunächst spielte sie

an der Seite von Aamir

Khan in „Ghulam“

und später im gleichen

Jahr zusammen

mit ihrer Cousine Kajol

an der Seite von

Shah Rukh Khan in

„Kuch Kuch Hota

Hai“. Prompt wurde

sie für ihre Rolle der

Tina Malhotra, einer

College-Studentin, in

„Kuch Kuch Hota

Hai“ mit dem Filmfare

Award als beste Nebendarstellerin

ausgezeichnet. Ein

erster großer Meilenstein

in ihrer Karriere

war somit erreicht.

Doch Rani Mukerji

ruhte sich nie auf ihrem Erfolg aus. So folgten

die beiden Filme „Mehndi“ (1998) und „Hello

Brother“ (1999), die jedoch nicht sehr erfolgreich

in den Kinos liefen. Nicht daran interessiert,

als schmückendes Beiwerk in

Bollywood-Filmen mitzuwirken, sondern darauf

konzentriert, herausfordernde Charakterrollen

zu spielen, sah man im Jahr 2000 Rani

Mukjerji in Filmen wie „Badal“, „Bichho“ und

„Hey Ram“. Der ersehnte Erfolg blieb allerdings

weiterhin aus. Es war nicht so, dass sie

ihre Rollen nicht gut spielte, aber die Filme

waren allesamt so geschrieben, dass sich alles

um die männlichen Hauptdarsteller drehte und

36 BNA GERMANY September / Oktober 2014


COVER STORY

Rani dabei schlicht und ergreifen unterging.

2001 drehte sie mit Preity Zinta und Salman

Khan „Chori Chori Chupke Chupke“ und auch

hier hatte sie das gleiche Schicksal zu tragen.

Preity Zinta stahl ihr die Show durch mehr

Leinwandpräsenz. Und auch ihre Nebenrolle in

Karan Johars Blockbuster „Kabhi Khushi Kabhie

Gham“(2001) ging unter, neben dem Star-

Cast Shah Rukh Khan, Hrithik Roshan, Amitabh

Bachchan, Kajol und Kareena Kapoor.

Was Rani Mukerji jetzt

brauchte, waren Filme,

die ihr mehr Platz gaben.

Nur dann würde

sie es schaffen, sich in

Bollywood weiterhin

zu behaupten.

Und so entpuppte sich

das Treffen auf Mumbais

größtes Produktionshaus,

Yash Raj

Films, als wahrer

Glücksgriff für sie.

2002 wurde sie von

Yash Chopra gecastet

und wurde gleich für

zwei seiner Filme verpflichtet:

„Mujhse Dosti Karoge!“ und

„Saathiya“. Für ihre Darstellung der Suhani

Sharma in „Saathiya“ wurde Rani Mukerji sogar

mit dem Filmfare Critics Choice Award als

beste Schauspielerin ausgezeichnet.

2003 spielte sie endlich die erste weibliche

Hauptrolle an der Seite von Shah Rukh Khan in

„Chalte Chalte“. Ursprünglich sollte Aishwarya

Rai Bachchan diese Rolle übernehmen,

doch aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen

Shah Rukh Khan und Salman Khan, der damals

mit Aishwarya zusammen war, wurde die Rolle

der Priya Chopra an Rani vergeben, die sie

letztendlich so überzeugend spielte, dass sie

dafür ihren zweiten Filmfare Award erhielt.

Auch das folgende Jahr 2004 verlief erfolgreich.

Obwohl sie in Mani Ratnams „Yuva“ zusammen

mit Stars wie Ajay Devgan, Abhishek

Bachchan, Vivek Oberoi, Kareena Kapoor und

Und so entpuppte

sich das Treffen auf

Mumbais größtes

Produktionshaus,

Yash Raj Films, als

wahrer Glücksgriff

für sie.

Esha Deol vor der Kamera stand, fand Ranis

Performance derartig positive Beachtung, dass

sie für diesen Film den Filmfare Award als

beste Nebendarstellerin erhielt. Sie hatte es

geschafft, konnte sich von nun an durchaus

auch neben starken Co-Stars behaupten. Noch

im gleichen Jahr erhielt sie ebenfalls einen

Filmfare Award als beste Hauptdarstellerin in

dem Film „Hum Tum“, bei welchen Saif Ali

Khan die männliche Hauptrolle spielte. Doch

der wohl beste Film

2004 war „Veer Zaara“.

Hier konnte Rani Mukerji

erstmals beweisen,

dass sie eine Charakterrolle,

wie der der um

Gerechtigkeit kämpfenden

Anwältin, bestens

neben einer

anderen Hauptdarstellerin

– in diesem Film erneut

Preity Zinta –

ausfüllen kann. Dies bestätigte

ihr auch der II-

FA Award für die beste

Nebendarstellerin, den

sie für „Veer Zaara“ erhielt.

An diesen Erfolg konnte Rani auch 2005 anknüpfen.

Ihre Darbietung in dem Drama

„Black“ an der Seite von Amitabh Bachchan

brachte ihr unzählige positive Kritiken, Anerkennung

und einen weiteren Filmfare Award

und Filmfare Critic Award als beste Schauspielerin.

Noch im gleichen Jahr drehte sie mit

Amitabh Bachchans Sohn Abhishek den Road-

Movie „Bunty Aur Babli“, mit Shah Rukh

Khan „Paheli“ und mit Aamir Khan „Mangal

Pandey: The Rising“. 2006 erhielt Rani Mukerji

von Mira Nair das Angebot in ihrem Hollywood-Film

„The Namesake“ mitzuspielen,

welches sie zugunsten Karan Johars Ehedrama

„Kabhi Alvida Naa Kehna“ ablehnte. Hier

stand sie erneut zusammen mit Amitabh Bachchan,

Abhishek Bachchan, Shah Rukh Khan

und Preity Zinta vor der Kamera und wurde für

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COVER STORY

ihre Rolle der Maya Talwar für verschiedenste

Film-Awards nominiert. 2007 spielte sie in

ihrem mittleriweile sechten Yash Raj Film mit.

Erneut an der Seite von Saif Ali Khan spielte

sie die weibliche Hauptrolle in dem Familiendrama

„Ta Ra Rum Pum“. Während dieser

Film noch einigermaßen Erfolg hatte, gingen

ihre weiteren Filme „Laaga Chunari Mein

Daag“ und

„Saawariya“ am

Box-Office unter,

brachten Rani jedoch

zumindest jeweils

Nominierungen als

beste Darstellerin

und Nebendarstellerin.

Rani Mukerji begann,

ihre Rollenannahmen

zu überdenken, wollte

etwas Neues, jenseits

der ernsthaften

Charakterrollen spielen

und versuchte

sich 2008 in der Familien-Komödie

„Thoda Pyaar Thoda

Magic“ von Kunal

Kohli und 2009 an

der Seite von Shahid

Kapoor in „Dil Bole

Hadippa!“, ihrer

neunten Zusammenarbeit

mit dem Hause Yash Raj Films. Doch

auch hier blieb der gewünschte Erfolg aus.

Rani zog sich dann eine Weile aus dem Film-

Business zurück, unterzog sich selbst einer

Diät, um überflüssige Pfunde zu verlieren, und

einem kompletten Make-Over. In dieser Zeit

ist es ruhig geworden um sie und böse Zungen

vermuteten bereits das Ende ihrer Karriere.

Doch wie bereits erwähnt, ist Rani Mukerji

niemand, der kampflos aufgibt, sondern stets

danach bestrebt ist, besser und besser zu werden.

Sie arbeitete hart an sich und kam schließlich

2011 mit einem Knaller zurück auf die

Kinoleinwände, zurück nach Bollywood, mit

„No One Killed Jessica“, einem halbbiografischen

Film, in welchem sie die Rolle der

Journalistin Meera Gaity übernahm und an der

Seite von Vidya Balan spielte. Sie erhielt hierfür

erneut einen Filmfare Award als beste

Nebendarstellerin und war somit wieder zurück

im Geschäft. 2012 drehte Rani die Komödie

„Aiyyaa“, die er

mäßig erfolgreich

war, und den Mystery-Thriller

„Talaash:

The Answer Lies Within“

von Reema

Kagti.

Momentan läuft ihr

aktueller Film

„Mardaani“ in den

indischen Kinos. Erneut

ein Film, in

dem Rani ihre Leistung

als kompetente

Charakterdarstellerin

unter Beweis

stellt. Schon jetzt,

nur wenige Tage

nach dem Release

des Films, häufen

sich die positiven

Kritiken zu Ranis

Darstellung der Polizistin

Shivani Shivaji

Roy und man kann

davon ausgehen, dass sie für diesen Film den

ein oder anderen wichtigen Film-Award erhalten

wird. Rani Mukerji kann auf eine großartige

Karriere zurückblicken. Durch ihre stete

persönliche und professionelle Weiterentwicklung,

auch was die Auswahl ihrer Filme betrifft,

hat sie über die Jahre ein Gespür dafür

entwickelt, welche Filme und Rollen ihr guttun

und welche der Karriere eher wenig förderlich

sind. Heute ist Rani Mukerji eine der

größten Schauspielerinnen Bollywoods und

eben nicht nur eines von den vielen kleinen

Sternchen.

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COVER STORY

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FILM REVIEW

MARDAANI

Eine Hommage an die Frauen-Power

„Mardaani“ ist ein Bollywood-Drama der Extra-Klasse,

mit einer wunderbaren Hauptdarstellerin,

einem tollen Regisseur und noch viel

wichtiger mit einer wirklich guten Story. Die

indischen Filmkritiker bezeichneten die Rolle

der Polizistin Shivani Shivaji Rao als die beste

Rolle in der bisherigen Karriere von Rani

Mukerji. „Mardaani“ thematisiert den Menschenhandel

und zeigt Rani Mukerji als taffe

Frau, die sich in einer von

Männern dominierten Welt

durchschlägt:

Als Polizistin in der Kriminalabteilung

in Mumbai ist

Shivani Shivaji Rao (Rani

Mukerji) schon einiges gewohnt,

wenn es darum

geht, Kriminelle zu entlarven,

zu verfolgen und hinter

Gitter zu bringen.

Unterstützung in ihrem Job

findet sie bei ihrem Mann

(Jisshu Sengupta). Eines

Tages verschwindet jedoch

Priya, die junge Tochter

eines Bekannten von Shivani,

die jedoch wie ihre eigene

Tochter ist. Es stellt

sich heraus, dass das Mädchen

Opfer von Menschenhändlern

wurde, dessen Spur Shivani auch

umgehend aufnimmt. Als Walt (Tahir Raj

Bhasin), der Boss der Menschenhandelsorganisation,

davon Wind bekommt, will er sich

natürlich die Polizistin vom Hals halten. Doch

Shivani erhält von einem anderen Kriminellen

den Hinweis, dass sich Walt in Delhi aufhält.

Sie kann das Versteck von Walt ausfindig

machen und sucht ihn dort auf. Die Mutter

von Walt lässt sie herein. Zusammen mit Walt

überrumpelt sie Shivani und fesselt sie. Ein

Politiker, der gerade ins Haus von Walt gekommen

ist, will sich an Shivani sexuell vergreifen.

Shivani kann sich jedoch aus den

Fesseln lösen und nimmt den Politiker als Geisel.

Sie verlangt von Walt, Priya und all die

anderen jungen Mädchen, die Walt noch gefangen

hält und für den Verkauf gerade vorbereitete,

freizulassen. Zeitgleich treffen auch endlich

die Kollegen von Shivani, die sie natürlich vor

ihrem Einsatz in Walts Versteck informiert hatte,

ein und wollen Walt, den Politiker und Walts

Mutter verhaften. Während

die Mädchen alle freigelassen

wurden, macht sich Walt

über Shivanis Aktion lustig

und erklärt, dass er sowieso

kurzer Hand wieder aus dem

Gefängnis kommt, da alle

Polizisten in Indien korrupt

sind. Shivani rastet aus und

schlägt Walt nieder. Die

eben freigelassenen Mädchen

kommen hinzu und

schlagen auch auf ihren Peiniger

ein, bis dieser schließlich

tot am Boden liegt.

Der Film ist passend zur Story

sehr düster gehalten und

die Kameraführung und der

Schnitt sind ausgezeichnet.

Die Darstellung der einzelnen

Charaktere ist gut gelungen

und die schauspielerische Leistung von

Rani Mukerji und Tahir Raj Bhasin ist hervorragend.

Beide Hauptdarsteller beweisen, dass sie

ihr Handwerk bestens verstehen. Rani Mukerji

brilliert einfach in ihrer Rolle als Polizistin und

ist dabei sehr überzeugend. Der Film bekam in

Indien das A-Zertifikat. Daher ist es kein Familienfilm

und dementsprechend geringer sind die

Einnahmen am Box-Office, was aber keinesfalls

dahingehend zu deuten ist, dass der Film

schlecht ist. Ganz im Gegenteil: Schauen Sie

sich „Mardaani“ unbedingt an!

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Cast: Rani Mukerji, Tahir Raj Bhasin, Jisshu Sengupta

Regie: Pradeep Sarkar

Genre: Drama

Filmlänge: 111 Minuten

Rating:

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FILM BUSINESS

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FILM SPECIAL

Shiraz Henry ist unser Fotograf und arbeitet

auch als Filmemacher. Hierbei legt seinen

Schwerpunkt auf realistische Filme, die von

Menschen erzählen, die ein Leben

am Rande der Gesellschaft führen.

Ob Transsexuelle, HIV-Infizierte

oder Hexen; kein Thema ist ihm zu

gewagt. Und so bleibt er sich selbst

mit seinem neusten Film „Elena“

treu. Seinen ersten Film „Beyond

The 3rd Kind“ veröffentlichte er

bereits 2012. Es folgten Filme wie

„The Dark Secrets Of Tonhi“, „Te

Amo – I Love You“, „2am At Lokhandwala”

und „16 mm Picture“.

„Elena“ ist der neuste Film unseres

Cheffotografen Shiraz Henry, der

nicht nur als Fotograf, sondern auch

als Drehbuchautor, Regisseur und

Produzent tätig ist. „Elena“ zeigt erneut

Natasha Sikka in der Hauptrolle,

die bereits in „Beyond The 3rd Kind“

und „The Dark Secrets Of Tonhi“ die

Hauptrolle übernahm. Produziert

wird der Film von Rebecca

Changkija unter dem Banner

von MFC und in Kooperation

mit Find Studioz.

Sicher handelt es sich bei

diesem Drama nicht um

klassisches Mainstream-Cinema,

jedoch ist das Thema

als solches interessant und

die Schauspieler überzeugen

allesamt in ihren Rollen.

Shiraz Henry

Rebecca Changkija

Natasha Sikka und Jai Tari in „Elena“

Vor allem Natasha Sikka und Jai Tari, der

bereits als erfolgreicher Regisseur etlicher Marathi-Filme

mit dem National Award ausgezeichnet

wurde, stechen in ihren

Rollen und mit ihrer Performance

besonders hervor.

SYNOPSIS :

Elena ist eigentlich ein Supermodel,

doch seit ihrer Heirat mit dem Regisseur

Jai vor drei Jahren, erlaubt

dieser ihr nicht mehr, als Model

oder Schauspielerin in Filmen und

anderen Projekten zu arbeiten. Elena

glaubt, dass ihr Mann, der seiner

Arbeit als Regisseur weiterhin nachgeht,

Affären mit anderen Models

und Schauspielerinnen hat und ist

sehr eifersüchtig. Eines Tages unterschreibt

sie, hinter dem Rücken und

ohne Wissen ihres Ehemannes, einen

Vertrag für einen neuen Film, in welchem

sie die Hauptrolle spielen soll.

Doch während der Dreharbeiten

bricht Elena zusammen und muss ins

Krankenhaus gebracht werden.

Als Jai dies erfährt,

besucht er sie dort sofort.

Was ist der Grund für diesen

Zusammenbruch und

warum hat Jai ihr nicht erlaubt,

zu arbeiten? Darum

dreht sich alles in diesem

Sozial-Drama von Shiraz

Henry.

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SPECIAL FEATURE

WHAT’S YO

Kennen Sie Viveik Anand, Karenjit Kaur Vohra, Reem

Govind Arun Ahuja und Bhanurekha Ganesan? Sie sin

die ihre Namen

Es ist in Bollywood seit jeher so,

dass die Stars ihre Namen ändern

und Produzenten so einige Kreativität

an den Tag legen, wenn es

um die Schreibweise der Filmtitel

geht. Oftmals spielen hier Numerologie

und Aberglaube eine Rolle.

Bei den Namensänderungen unter

den Stars kommen als zusätzliche

Gründe jedoch auch in Betracht,

dass die religiöse Zugehörigkeit

verschleiert werden soll wie bei

Dilip Kumar, der eigentlich Yusuf

Khan hieß oder aber der Geburtsname

zu unhandlich, kompliziert

und zu lang ist, wie bei Dev Anand,

der komplett ausgeschrieben

und ausgesprochen Devdutt Pishorimal

Anand hieß oder Preity

Zinta, die als Preetam Singh Zinta

geboren wurde. Wir möchten Ihnen

hier einige Beispiele für Namenswechsel

und den Numerologie-Wahn

unter den Stars geben,

wobei diese Auflistung nur Beispiele

aufzählt.

VIVEK OBEROI:

Ganz bunt in Bezug auf Namensänderungen

trieb es Schauspieler

Vivek Oberoi. 2006

fügte er ein Extra „I“ in seinen

Namen und wurde Viveik Oberoi.

Bei dieser Änderung wurde

er allerdings schlecht beraten,

denn seine folgenden Filme waren

nicht erfolgreicher als die

früheren. So änderte er seinen

Namen 2007 erneut um. Diesmal

in Viveik Anand, weil sein zweiter Vorname Anand

sei. Doch auch unter diesem Namen blieb der

gewünschte Erfolg aus, so dass sich der Schauspieler

seit 2010 nun wieder Vivek Oberoi nennt und schreibt.

AJAY DEVGN:

Ajay heißt eigentlich Vishal

Veeru Devgan, nannte sich

aber mit Beginn seiner Karriere

beim Film Ajay Devgan.

Dann kürzte jedoch 2009 das

„A“ aus seinem Familiennamen,

da ihn seine Mutter darum

gebeten hatte. Er selbst

glaube zwar nicht an Numerologie,

ist jedoch der Bitte seiner

Mutter gefolgt. Grund für

die Änderung zu Ajay Devgn war wohl, dass der Schauspieler

bis 2009 sich an den Filmsets während der

Dreharbeiten oftmals und teilweise schwer verletzt

hatte. Für die Karriere war die Änderung weder eine

Besserung oder Verschlechterung. Ajay Devgn war

und ist einfach erfolgreich.

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SPECIAL FEATURE

UR NAME?

a Lamba, Shivaji Rao Gaikwat, Rajiv Hari Om Bhatia,

d die Superstars Bollywoods und nur einige von vielen,

geändert haben.

KATRINA KAIF

Katrina Kaifs richtiger

Name ist Katrina Turquotte,

der auch so in ihrem

Passport eingetragen

ist. Als die zuvor in England

lebende Schauspielerin

jedoch nach Mumbai

kam und sich dort ihre

Karriere aufbaute, riet ihr

eine Freundin, den Namen

in Katrina Kaif zu

ändern, zum einen um eine Verbindung mit dem

indischen Publikum aufzubauen und zum anderen,

weil der eigentliche Familienname zu kompliziert

zu schreiben und zu sprechen ist. Kaif ist auch der

Nachname ihres Vaters, der die Familie jedoch

bereits verließ, als Kat noch ein kleines Kind war.

SUNNY LEONE:

Ihr eigentlicher Name ist

Karenjit Kaur Vohra. Da

sich dieser Name allerdings

in der Pornoindustrie

nicht gut macht,

änderte sie ihren namen in

Sunny Leone und schaffte

es unter diesem Namen,

ein bekannter und gefeierter

Pornostar zu werden.

Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades

von Sunny

Leone behält sie diesen Namen auch jetzt bei,

wo sie gerade versucht, sich eine Karriere in Bollywood

aufzubauen.

MALLIKA SHERA-

WAT

Die Schauspielerin wurde

geboren an Reema

Lamba. Für ihre Karriere

in Bollywood änderte sie

ihren Namen zu Mallika

Sherawat, um Verwechslungen

mit anderen

Schauspielerinnen, die

ebenfalls Reema Lamba

heißen, zu vermeiden.

Der Name Mallika bedeutet

übersetzt „Kaiserin“

und Sherawat ist der Mädchenname ihrer Mutter.

RAJINIKANTH

Der vor allem aus dem

südindischen Kino bekannte

Schauspieler heißt

mit gebürtigem Namen

Shivaji Rao Gaikwat. Da

dieser Name zu kompliziert

war, riet ihm Regisseur

K. Balachander dazu,

den Namen in Rajinikanth

zu ändern. Ob dieser Name

jetzt weniger kompliziert

ist, ist eher fraglich.

Glück brachte ihm dieser Namenswechsel jedoch allemal.

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SPECIAL FEATURE

AKSHAY KUMAR

Als Rajiv Hari Om

Bhatia hätte er wohl

kaum Karriere in Bollywood

gemacht. Viel

zu lang und kompliziert

ist dieser Name,

so dass sich der Bollywood-Star

kurzerhand

in Akshay Kumar umbenannte.

Dieser Name

ist knackiger und

brachte ihm zudem Erfolg.

Heute kennen

Millionen Menschen

Akshay Kumar. Seine Freunde nennen ihn allerdings

immer noch Raju.

GOVINDA

Der Star ist selbst

praktizierender Numerologist

und fand

seinen Namen Govind

Arun Ahuja wenig

erfolgsversprechend

aus numerologischer

Sicht und änderte

ihn darum in

Govinda. Eine richtige

Entscheidung,

denn heute ist er ein

sehr gefragter und

erfolgreicher Schauspieler. Einige Freunde nennen

ihn übrigens Chi Chi, einen Namen, den Govinda

selbst hasst.

AMITABH BACHCHAN

Geboren wurde Big B als

Amitabh Srivastav. Unter diesem

Namen gab er auch sein

Bollywood-Debüt mit dem

Film „Saat Hindustani“. Der

Film floppte allerdings und so

nannte sich Amitabh fortan

Bachchan. Big B klingt auch

besser als Big S.

SHILPA SHETTY

Die Schauspielerin

änderte ihren Vornamen

bereits als Teenager

von Ashwini

Shetty zu Shilpa

Shetty. Wie sie

selbst bestätigte, erfolgte

diese Änderung

ebenfalls aus

numerologischen

Gründen.

REKHA

Bhanurekha Ganesan ist

ihr eigentlicher Name.

Doch mit diesem Namen

ist kein Blumentopf zu gewinnen.

Ein knackiger

und vor allem im Gedächtnis

der Filmemacher und

Zuschauer bleibender Name

musste her. Und so

entschied sich die Bollywood-Ikone

die verkürzte

Form ihres Vornamens als

Künstlernamen zu wählen

und wurde so berühmt als Rekha.

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SPECIAL FEATURE

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FOTOSHOOT

NATASHA SIKKA

Natasha Sikka ist 32 Jahre alt, lebt in Mumbai und spielte in „The Dark

Secrets of Tonhi“, produziert von Shiraz Henry unter dem Banner von

Find Studioz und unter der Regie von Rebecca Changkija, die weibliche

Hauptrolle. Sie ist in Indien ein gefragtes Model und wirkte bereits bei

mehreren Werbespots und Werbeanzeigen mit. Momentan steht sie als

Hauptdarstellerin für das Drama „Elena“ vor der Kamera.

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FOTOSHOOT

NATASHA SIKKA

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FILM SPECIAL

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FILM SPECIAL

Fast neun lange Jahre mussten

Fans auf diesen Film waren, denn

es war 2005, als Regisseurin und

Choreografin Farah Khan zum ersten

Mal von „Happy New Year“

sprach und ankündigte, das dies

der Film mit dem besten und größten

Cast aller Zeiten werden würde.

Doch andere Projekte wie „Om

Shanti Om“ und „Tees Maar Khan“

kamen ihr dazwischen und so war

das Drehbuch erst im Oktober

2012 fertig geschrieben. Die Dreharbeiten

begannen schließlich Ende

2013 in Dubai. Neben dem

Hauptcast, den wir Ihnen auf den

kommenden Seiten näher vorstellen,

werden auch Stars wie Dino

Morea, Anurag Kashyap, Anupam

Kher, Sarah-Jane Dias, Maleika

Arona Khan oder Sajid Khan in

dem Film einen Cameo-Auftritt

haben. Jacky Shroff wird hingegen

die Rolle des Antagonisten spielen.

Die Songs in Film stammen von

Vishal Shekhar. Produziert wird

„Happy New Year“ von Gauri

Khan unter dem Banner Red Chillies

Entertainment und über Yash

Raj Films veröffentlicht. Liebe

Fans, das Warten hat nun endlich

ein Ende und wir erwarten nichts

geringeres, als den größten Bollywood-Blockbuster

des Jahres!

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FILM SPECIAL

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FILM SPECIAL

Geboren am: 2. Dezember 1959

Geboren in: Mumbai (Maharashtra)

Sternzeichen: Schütze

Ausbildung: Collegeabschluss

Verheiratet mit: Zenobia Irani

Kinder: zwei Söhne (Danesh und Kayoze)

Boman Irani arbeitete nach der Schule in

einem Hotel als Kellner und im Zimmerservice.

Später half er seiner Mutter in der

familieneigenen Bäckerei und widmete

sich der Fotografie bevor er sich der

Schauspielerei, seiner Leidenschaft seit

Schulzeiten, Anfang der 80er Jahre zuwandte.

Er nahm Schauspielunterricht bei

Hansraj Siddhia und Chandan Singh und

trat für die nächsten knapp 20 Jahre in

verschiedensten Theaterstücken auf, bevor

ihm Anfang 2000 der erste Film angeboren

wurde. Seinen Durchbruch erlangte

er jedoch erst 2003 mit dem Film „Munna

Bhai M.B.B.S“, der zum Blockbuster wurde.

Es folgten weitere Komödien wie

„Lage Raho Munna Bhai“ (2006), „3 Idiots“

(2009) oder „Ferrari Ki Sawaari“

(2012). Zudem spielte er auch oft den

Bösewicht in Bollywood-Blockbustern

wie „Don - The Chase Begins Again“

(2006), „Games“ (2011), „Don 2: The

King Is Back“ (2012). Allerdings sind es

die komischen Rollen, die ihm bisher

einige Auszeichnungen brachten. So erhielt

er 2004 für seine Rolle in „Munna

Bhai M.B.B.S“ den Screen Weekly

Award für die beste Performance und

2010 wurde er mit dem Star Screen

Award, dem Filmfare Award und dem

IIFA Award als bester Darsteller in einer

negativen Rolle für „3 Idiots“ ausgezeichnet.

Zuletzt war er in der Komödie

„Bhoothnath Returns“ (2014) zu sehen.

Neben „Happy New Year“ wird auch

„PK“ noch dieses Jahr in die Kinos kommen.

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FILM SPECIAL

Geboren am: 30. Juli 1973

Geboren in: Moga (Punjab)

Sternzeichen: Löwe

Ausbildung: Studiumabschluss als

Elektroingenieur

Verheiratet mit: Sonali

Kinder: zwei Söhne (Ishaan und Ayaan)

Sonu Sood ist Model und Schauspieler.

Seine Karriere als Schauspieler begann er

1999 mit dem Tamil-Film „Prashanth“.

Es folgten einige weitere Filme im Tamil-

Kino, ehe er sich einige Anerkennung

erarbeitet hatte. Sein Hindi-Film-Debüt

gab er 2002 in „Shaheed-E-Azam“. Doch

der große Durchbruch ließ noch einige

weitere Jahre, in denen Sonu Sood in verschiedensten

Tamil-, Telugu- und Hindi-

Filmen zu sehen war, auf sich warten. Erst

2008 gelang ihm dieser mit seiner Rolle

des Prinzen Sujamal in „Jodhaa Akbar“.

Es folgten weitere Bollywood-Blockbuster

mit Filmen wie „Singh Is Kinng“

(2008), „Dabangg“ (2010), „Shootout at

Wadala“ (2013) und „Entertainment“

(2014). Für seine Rolle des Chhedi Singh

in „Dabangg“ wurde Sonu Sood mit dem

Apsara Award und dem IIFA Award als

bester Schauspieler in einer negativen

Rolle ausgezeichnet. Die Rolle des Bösewichts

scheint ihm zu liegen und wie er

uns gegenüber in einem früheren Interview

gesagt hat, mag er auch die Rolle

des Antihelden.

In „Happy New Year“ übernimmt er die

Rolle des Jag. Momentan arbeit Sonu

Sood an seinen nächsten Filmen „Action

Jackson“, der noch dieses Jahr in die

Kinos kommt und „Gabbar“, dessen Release

2015 sein wird.

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FILM SPECIAL

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FILM SPECIAL

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FILM SPECIAL

Geboren am: 11. Januar 1990

Geboren in: Mumbai (Maharashtra)

Sternzeichen: Steinbock

Vater: Naseeruddin Shah

Mutter: Ratna Pathak Shah

Vivaan Shah ist der Sohn des bekannten

indischen Schauspielers Naseeruddin

Shah und begann seine eigene Schauspielkarriere

2011, als er seinen ersten Film „7

Khoon Maaf“ an der Seite von Priyanka

Chopra, Neil Nitin Mukesh, John Abraham

und Irrfan Khan drehte. „Happy

New Year“ ist sein zweiter Film und

wieder hat er das große Glück mit namhaften

Bollywood-Größen zu spielen.

Sein nächstes Filmprojekt wird „Bombay

Velvet“ von Regisseur Anurag Kashyap

sein, wo er an der Seite von Ranbir Kapoor,

Anushka Sharma, Karan Johar, Raveena

Tandon, Kay Kay Menon,

Siddhartha Basu und Remo Fernandes zu

sehen sein wird.

Farah Khan entschied sich für Vivaan

Shah nach monatelanger Suche für einen

passenden Darsteller in der Rolle des

Rohit in „Happy New Year“. Über 100

junge Männer hatten sich beworben,

doch letztendlich konnte Vivaan Shah

das Rennen für sich entscheiden, dank

seines jugendlichen Charmes und seiner

Energie. Und nicht zuletzt hatte er bei

Farah Khan mit seiner Rolle in „7 Khoon

Maaf“ beeindruckt. Shah Rukh Khan

nahm Vivaan Shah sofort unter seine

Fittiche und unterstützt ihn, wo er nur

kann.

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FILM SPECIAL

Geboren am: 2. November 1965

Geboren in: Neu Delhi

Sternzeichen: Skorpion

Ausbildung: Studiumabschluss in

Wirtschaft

Verheiratet mit: Gauri Khan

Kinder: eine Tochter und zwei Söhne

(Suhana, Aryan und AbRam)

Shah Rukh Khan zog es schon immer auf

die Bühne. Bereits im College spielte er

Theater, nahm dann nach seinem Studium

Schauspielunterricht bei Barry John und

in der National School Of Drama in Delhi.

Erst nach dem Tod seiner Eltern zog er

1991 von Delhi nach Mumbai, um hier

seine Karriere in Bollywood zu starten.

Seine Anfangszeiten gestalteten sich noch

müßig mit einigen Fernsehserien und ersten

eher fragwürdigen Filmrollen. Anfangs

spielte er eher mäßig erfolgreich

den Anti-Helden, ehe er sich als romantischer

Liebhaber probierte. Und genau

dann setzte auch sein großer Erfolg ein.

1995 markiert den Wendepunkt seiner

Karriere mit dem größten Blockbuster

aller Zeiten: „Dilwale Dulhania Le Jayenge“.

Es folgen unzählige weitere Filme

und fast jeder Film, in dem Shah Rukh

Khan mitspielte, wurde fortan ein Hit,

brachte ihm jeden erdenklichen Film-

Award und Shah Rukh Khan selbst

wuchs von Film zu Film zu dem, der er

heute ist: der King of Bollywood. Unzähligen

Newcomern verhalf er zum Erfolg,

so auch Deepika Padukone durch „Om

Shanti Om“ und eben jetzt auch Vivaan

Shah in „Happy New Year“.

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FILM SPECIAL

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FILM SPECIAL

Geboren am: 5. Januar 1986

Geboren in: Kopenhagen (Dänemark)

Sternzeichen: Steinbock

Ausbildung: Studiumabschluss in

Soziologie

Deepika Padukone verbrachte ihre gesamte

Kindheit und Jugend neben der

Schule hauptsächlich professionell mit

Badminton. Doch sie strebte eine andere

Karriere an. So arbeitete sie zunächst sehr

erfolgreich als Model, bevor sie schließlich

ihr erstes Filmangebot für den Kannada-Film

„Aishwarya“ (2005) bekam. Ihr

Bollywood-Debüt gab sie 2006 mit „Om

Shanti Om“. Eigentlich wollte Farah

Khan sie für „Happy New Year“ haben,

doch der Film wurde bis 2013 auf Eis

gelegt. „Om Shanti Om“ machten Deepika

Padukone über Nacht zum gefeierten

Superstar Bollywood und so erhielt sie

ein Filmangebot nach dem anderen. Zu

ihren erfolgreichen Filmen zählen unter

anderem „Chandni Chowk To China“

(2009), „Love Aaj Kal“ (2009), „Cocktail“

(2012) und „Chennai Express“ (2013).

Gerade ist ihr neuster Film „Finding Fanny“

in die Kinos gekommen und zusammen

mit „Happy New Year“ wird sie

mindestens zwei Blockbuster dieses Jahr

haben, die ihr vielleicht sogar einen

Award bescheren. Bisher erhielt sie bereits

zwei Filmfare Awards als beste Darstellerin

in „Om Shanti Om“ (2006) und

„Ram Leela“ (2013).

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FILM SPECIAL

Geboren am: 5. Februar 1976

Geboren in: Mumbai (Maharashtra)

Sternzeichen: Wassermann

Ausbildung: Collegeabschluss und

abgebrochenes Studium

Vater: Amitabh Bachchan

Mutter: Jaya Bhaduri Bachchan

Verheiratet mit: Aishwarya Rai

Kinder: eine Tochter (Aaradhya)

Abhishek Bachchan stammt aus einer

Schauspielerfamilie und so verwundert es

nicht, dass er nach seiner Schulausbildung

zum Film kam. Sein Debüt gab er

im Jahr 2000 mit den Film „Refugee“.

Der große Erfolg blieb allerdings, trotz

seiner eigenen guten Performance, für die

nächsten Jahre aus. Zu mehr Anerkennung

kam Abhishek Bachchan erst 2004

in „Dhoom“ und 2005 in „Bunty Aur

Babli“, wo er sogar als bester Schauspieler

für den Filmfare Award nominiert

wurde. Es folgten „Kabhi Alvida Naa

Kehna“ (2006) und „Dhoom 2“ (2006).

2009 erlangte er den endgültigen Durchbruch

mit „Paa“, den er selbst produzierte

und für welchen er mit dem National

Award ausgezeichnet wurde. Es folgten

Charakterrollen in Filmen wie „Raavan“

(2010), „Khelein Hum Jee Jaan Sey“

(2010) und „Dum Maaro Dum“ (2011).

Doch trotz seiner großartigen Performance,

versagten diese Filme am Boxoffice.

Erst die Komödie „Bol Bachchan“

(2012) brachte Abhishek zurück in die

obere Liga Bollywoods. Diesen Platz sichert

er sich mit „Dhoom 3“ und eben

jetzt mit „Happy New Year“. Abhishek

Bachchans Karriere ist durch ein ständiges

Auf und Ab gekennzeichnet, was allerdings

nie an seiner Leistung lag, denn

Abhishek Bachchan zählte lange Zeit wohl

zu den am meisten unterschätzten Schauspielern

Bollywoods.

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FILM SPECIAL

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FASHION & LIFESTYLE

Bollywood-Star Kareena Kapoor lief im Finale der

Lakmé Fashion Week für Star-Designer Manish Malhotra.

Sie trug einen dunkelgrau-violetten Lehenga in

aufwendiger Verarbeitung, in Kombination mit einem

Netz-Dupatta und einer halbärmeligen, silber glänzenden

Bluse. Darüber einen ebenfalls silber-glänzenden

durchsichtigen Mantel, nur an der Brust mit

Knöpfen versehen und abwärts offen ist.

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FASHION & LIFESTYLE

Auf der diesjährigen Lakmé

Fashion Week Winter/Festive

2014, die im August stattfand

gaben sich wieder die Stars und

Sternchen sowohl auf dem Cat-

Walk als auch unter den Gästen

die Ehre und präsentierten sich in

den schönsten Kreationen der

angesagtesten Designers Indiens.

Mit dabei waren dieses Jahr

Kareena Kapoor Khan, Karisma

Kapoor, Kajol, Esha Gupta, Juhi

Chawla, Sushmita Sen,

Chitrangda Singh, Shruti Hassan,

Shilpa Shetty, Priyanka Chopra

und viele mehr. Wir zeigen Ihnen

auf den folgenden Seiten die

schönsten Momente der Lakmé

Fashion Week Winter/Festive

2014. Lassen Sie sich verzaubern!

Esha Gupta

Karisma Kapoor

Juhi Chawla

Kajol

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FASHION & LIFESTYLE

Bollywood-Schönheit Chitrangada Singh trug einen

traditionellen orangefarbenen seidenen Lehenga mit

Gold-Applikationen von Designerin Harshita chatterjee,

zusammen mit einem organefarbenen Dupatta

und einer langärmeligen Bluse im gleichen Farbton.

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FASHION & LIFESTYLE

Diya Mirza lief auf der Lakmé Fashion Week für Designer

Vikram Phadnis. Zu ihrem glänzenden Lehenga aus

Tüll mit Goldbordüre trug sie ein halmärmeliges cremefarbenes

Oberteil und einen gelb-transparenten Dupatta,

der mit augwendigen Goldapplikationen versehen ist.

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FASHION & LIFESTYLE

Nargis Fakhri glänzte auf der Lakmé Fashion Week

in einem rosafarbenden Lehenga von Designerin

Anushree Reddy. Verziert in der Lehenga mit Blütenmuster

und silberfarbener Bordüre. Dazu trägt sie

ein hellblaues Top, ebenfalls mit siberfarbenen Applikationen

und einen transparenten Dupatta.

70 BNA GERMANY September / Oktober 2014


FASHION & LIFESTYLE

Die südindische Schauspielerin Shruthi Hassan trug

einen rosafarbenen, mit weißem floralem Muster verzierten

Lehenga, der von Shehla entworfen wurde. Dazu

kombiniert sie ein farblich passendes Top mit

V-Ausschnitt.

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FASHION & LIFESTYLE

Bollywood-Star Bipasha Basu lief auf der diesjährigen

Lakmé Fashion Show ebenfalls, wie ihre Kollegin Diya

Mirza, für Designer Vikram Phadnis. Sie trug eine wunderschöne

dunkelrote, mit aufwendigen Gold-Applikationen

verarbeiteten Lehenga-Choli-Kombination, die so

zur Hochzeit getragen werden kann.

72 BNA GERMANY September / Oktober 2014


FASHION & LIFESTYLE

Sushmita Sen führte auf der Lakmé Fashion Week eine

sehr gewagte Kreation des Designers Amit Aggarwal

vor. Dieses schwarz-transparent gestreifte Kleid lässt

tief blicken. Schauspielerin Sushmita Sen führt das

Kleid mit einen hautfarbenen Catsuit drunter vor.

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

Der Sikh-Tempel Harmandir in Patna

Die Karkar Wasserfälle

Der indische Bundesstaat Bihar

liegt im nord-östlichen Teil Indiens,

grenzt im Norden an Nepal

und West-Bengalen und ist der

drittgrößte Staat Indiens, gemessen

an der Einwohnerzahl von

knapp 83 Millionen Einwohnern.

Die Hauptstadt Bihars ist Patna.

Hier leben um die zwei Millionen

Menschen. Der heilige Fluss

Ganges fließt von Westen nach

Osten durch Bihar.

Galt einst Bihar als Zentrum der

Macht, des Wohlstands und der

vielfältigen Kultur Indiens, so ist

davon heute nicht mehr viel übrig

geblieben. Heute zählt dieser Bundesstaat

zu den am schlechtesten

entwickelten Staaten Indiens und

das in jeglicher Hinsicht: wirtschaftlich,

politisch, sozial, bildungstechnisch

und kulturell. Die

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

Analphabeten-Rate beträgt 32 Prozent.

Wer in Bihar aufgewachsen

ist, versucht nicht selten, so

schnell wie möglich den Staat zu

verlassen und sich ein Leben in

anderen Teilen Indiens aufzubauen.

Heute leben 85 Prozent der

Bevölkerung in Dörfern und über

58 Prozent der Bevölkerung ist

unter 25 Jahre alt. Grund für diese

seit den 70er Jahren bestehende

und immer noch andauernde negative

Entwicklung des einst so

mächtigen und blühenden Bundesstaats

sind vor allem in der Politik

zu suchen. In kaum einem anderen

Bundesstaat sind die Korruption

und die Kriminalität so hoch wie

in Bihar. Im Kampf um die indische

Unabhängigkeit spielte

Bihar eine führende Rolle, fanden

hier doch viele der großen und

wichtigen Revolutionen in der

Freiheitsbewegung Indiens statt.

Heute regiert der Governeur, welcher

vom indischen Präsidenten

ernannt wird, den Staat, unterstützt

von den leitenden Ministern

und dem Kabinett.

Wirtschaftlich lebt Bihar größten

Teils von Servicedienstleistungen.

Aber immerhin über 20 Prozent

des erwirtschafteten Einkommens

von Bihar stammen aus der Landwirtschaft.

So zählt Bihar als größ-

Auch in Bihar gibt es viele Tiger

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

ter indischer Lieferant für Litschis.

Darüber hinaus werden vor allem

Reis, Getreide und Mais angebaut,

aber ebenso Linsen, Bohnen und

Erbsen. Beim Obst- und Gemüseanbau

sind vor allem Kartoffeln,

Blumenkohl, Zwiebeln, Ananas,

Mangos, Bananen und Guaven

von Bedeutung und sichern den

Unterhalt der Bauern.

Bihar hat ein suptropisches Klima

mit heißen Sommern und kühlen

Wintern. Der nördliche Teil des

Menschenmassen zelebrieren die Chhath

Staates ist landschaftlich geprägt

durch die Gebirgsausläufer des

Himalayas, während der gesamte

restliche Teil des Landes weitgehendes

Flachland ist und vor allem

zur landschaftlichen Bewirtschaftung

genutzt wird. Der mächtige

Fluss Ganges, der den Staat in

zwei Hälften teilt, führt regelmäßig

zu Überschwemmungen der

Ebenen entlang des Flusses. Oft

können im Ganges Flussdelfine

beobachtet werden. Generell führen

die klimatischen Gegebenheiten

in Bihar zu einer

unglaublich reichen Artenvielfalt

an Tieren und Pflanzen. Im Nordwesten

Bihars befindet sich einer

der größten Tiger-Reservate Indiens,

der Valmiki National Park.

Im künstlerischen Bereich zeichnet

sich Bihar vor allem durch die

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

Malerei und die Korbflechtkunst

aus. Zudem hat Bihar viel zur Entwicklung

und Verbreitung der indischen

klassischen Musik

beigertragen und hier viele namhafte

Musiker hervorgebracht.

Auch folgt der Staat der langen

Tradition des volkstümlichen Singens,

der bis heute gefolgt wird.

Typisch hierbei ist der Gruppengesang,

ohne Begleitung von Musikinstrumenten.

Nur ab und an

kommen Tabla oder Harmonium

zum Einsatz. Die Kunst des

Tanzes und die Theaterkunst erfreuen

sich ebenso großer Beliebtheit

in der Bevölkerung.

Zu den bedeutenden religiösen

Festen in Bihar zählt die Chhath,

die zweimal im Jahr gefeiert wird:

einmal im Sommer, wo sie Chaiti

Chhath genannt wird, und einmal

um die Diwali-Zeit im Oktober

herum, wo sie Kartik Chhath genannt

wird. Dieses Fest dauert eine

Woche und wird an den Ufern

des Ganges zelebriert. Nach 24

Stunden des kompletten Fastens

wird ein Bad im heiligen Ganges

zur Reinwaschung von Sünden genommen,

die Häuser werden gereinigt

und es wird zu kollektiven

Gesängen angestimmt.

Das Fest dienst hauptsächlich zur

Stärkung der Gruppe und soll zudem

die kulturellen und traditionellen

Werte wahren und pflegen.

Flechtwerke und Tonkunst auf einem Markt

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

Kulinarisch verwöhnt Bihar mit

vegetarischen Speisen in allen Variationen.

Beeinflusst von buddhistischen

und hinduistischen Werten

der Gewaltlosigkeit werden weder

Eier, noch Hühner, Fisch oder andere

tierische Produkte gegessen.

Der buddhistische Mahabodhi-Tempel ist

UNESCO Weltkulturerbe

Trotzdem kommt der Nicht-Vegetarier

auch auf seine Kosten. Vor

allem die maritime Küche ist sehr

lecker und empfehlenswert. Zudem

gibt es in Bihar leckere Sattu

Parathas, ausgezeichnetes Fisch

Curry, köstliche Bihari Kebabs

und als süße Nachspeise Posta-Dana

Ka Halwa.

Es gibt viele Gründe, nach Bihar

zu reisen. Vor allem wer sich für

die Geschichte und die verschiedenen

Religionen Indiens interessiert,

kann in der Hauptstadt Patna

seinen Wissensdurst an den verschiedensten

historisch bedeutsamen

und religiösen Stätten

stillen. Dazu können Besuche im

Geschichtsmuseum in Patna und

dem Vaishali Museum empfohlen

werden. Der Besuch des hinduistische

Mahavir-Tempel oder des

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INDISCHE BUNDESSTAATEN

Sikh-Gurdwaras Takht Shri Harmandir

Saheb ist sicher lohnenswert.

Patna ist übrigens eine der

heiligsten Städte der Sikhs.

Naturfreunde hingegen sollten

fernab der Hauptstadt fündig werden:

Bihar hat einige National-

Parks und Tierschutzgebiete. Neben

dem bereits erwähnten Valmiki

National Park, können auch

Besuche des Vikramshila Gangetic

Dolphin Sanctuary, des Kanwar

Lake Bird Sanctuary und des

Bhimbandh Wildlife Sanctuary

Naturliebhaber begeistern. Darüber

hinaus lohnen sich auch Ausflüge

zu einen der großen

Wasserfälle im Süden Bihars, wie

beispielsweise dem Kakolat Wasserfall

oder dem Karkat Wasserfall.

Lassen Sie sich hier von der

schönen Natur beeindrucken.

Um nach Bihar zu reisen, fliegen

Sie am besten vom Deutschland

aus nach Delhi und von dort aus

mit einem Inlandsflug nach Patna.

Patna bildet dann den Ausgangspunkt

für Ihre Erkundungsreisen

durch diesen vielseitigen Bundesstaat

Indiens.

Der Mahavir-Tempel

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INDISCH KOCHEN

CHICKEN KORMA

ZUTATEN:

(für 2 Personen)

2 Hühnerbrüste

1/2 große Zwiebeln

2 Nelken

2 Kardamom-Kapseln

1 1/2 Zehen Knoblauch

1/2 EL Ingwer - Püree

1 EL Öl (Pflanzenöl)

1/2 TL Koriander

1/8 TL Piment

3/4 TL Kreuzkümmel

(Cumin)

1/4 TL Kurkuma

1/2 TL Chili-Flocken oder

frische Chilis

1/2 EL Tomatenmark

40 g Mandeln, gemahlen

1 EL Kokosraspeln

125 ml Hühnerbrühe

100 ml Schlagsahne

Salz und Pfeffer

ZUBEREITUNG:

Das Hühnerfleisch in mundgerechte Würfel

schneiden, die Zwiebel klein hacken, die

Knoblauchzehen fein hacken, die Kardamomkapseln

zerdrücken und mit den Nelken im

Mörser klein mahlen.Anschließend das Öl in

einem mittelgroßen Topf erhitzen, Zwiebeln,

Nelken-Kardamom-Gemisch darin andünsten

und glasig werden lassen. Nun das Hühnerfleisch,

Knoblauch und das Ingwerpüree dazugeben

und weitere 4 Minuten unter Rühren

durchbraten. Die restlichen Gewürze dazugeben,

einige Minuten weiterrühren und dabei

das Ganze sehr gut durchmischen und durchkochen

lassen. Tomatenpüree, Mandelmehl,

Kokosflocken, Brühe und Sahne nacheinander

einrühren, aufkochen und bei kleiner Flamme

weitere 15-20 Minuten köcheln lassen, bis eine

dick-cremige Konsistenz erreicht ist.

Dazu passt am besten Basmati-Reis oder Naan-Brot.

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INDISCH KOCHEN

LAMM CURRY

ZUTATEN:

(für 4 Personen)

5 Zwiebeln

5 Knoblauchzehen

100 g Ingwer

1 Paprikaschoten, gelb

750 g Lammfleisch (Schulter

oder Keule)

8 Schoten Kardamom

1 Stange Zimt

1 EL Koriander

1 Sternanis

2 EL Kurkuma

9 Cherrytomaten

330 ml Kokosmilch

3 EL Öl

1 Nektarine

250 ml Gemüsebrühe

3 kleine Chilischoten, rot

5 EL Limettensaft

3 m.-große Kartoffeln

ZUBEREITUNG:

Die Gewürze pulvrig mahlen. Das Fleisch in mundgerechte

Stücke schneiden; Zwiebeln, Knoblauchzehen

und Ingwer schälen und im elektrischen

Häcksler klein schneiden - nicht pürieren. Paprikaschote

putzen und in Stücke schneiden. Nektarine

waschen und in schmale Spalten schneiden. Kartoffeln

schälen und achteln. Limetten auspressen.

Alles wird in einem großen Topf zubereitet. Das Öl

erhitzen und die pulvrig feinen Gewürze kurz anbraten.

Zunächst bei großer Hitze das Lammfleisch

portionsweise anbraten. Nachdem die Stücke Farbe

bekommen haben, das Fleisch rausnehmen und in

einem Teller beiseite stellen. Danach sofort die

Zwiebel-Knoblauch-Ingwer-Mischung in dem gewürzten

Öl andünsten. Sobald die Zwiebeln anziehen,

mit Gemüsebrühe ablöschen. Nach und nach

Gemüse, Kartoffeln und alle weiteren Zutaten samt

dem beiseite gestellten Fleisch zugeben. Zuletzt

kommen noch die Nektarinenspalten und der Limettensaft

dazu. Das Curry zieht jetzt bei kleiner

Flamme noch weitere 20 Minuten.

Am besten passt Basmati-Reis dazu.

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