BOGART 21 (BeOurGuestARTist)

reinhard46

Das Gießener Mitmachmagazin für Creative - Aktuelles und Zeitloses aus Kunst, Kultur und Comic

BE OUR

GUEST,

ARTIST IST!

BOGART

Aktuelles und Zeitloses aus Kunst, Kultur & Comic

Nr. 21 - 2014

Sept

| Okt | Nov

7. Jahrgang | € 3,90

DAS GIESSENER

MITMACHMAGAZIN

FÜR CREATIVE

ANNA VOELSKE:

Zwischen Freud

und Freudenhaus

GOTTFRIED RÖMER:

Impressionen zwischen

Fotografie und Malerei

COMIC:

HMK: Von Altamira

bis Entenhausen (IV)

© Anna Voelske (Gießen)


Restaurant

NIMM‘ MIT!

KOST ‘

NIX!

WERBUNG À LA ART

1.000 Kunstdruck-Karten

mit Ihrem Wunschtitel

incl. Graphik Design, Druck

und Betreuung

an obigen Szenetreffs

nur € 135,- zzgl. ges. MWST

Info:

mediaARTgiessen . Lonystr. 19

Telefon 0641.9845451

r.mr@gmx.de

Gestaltungsbeispiel, Rückseite

Nanni

❦ Hansi

...das am Zaun vom Ritzi‘s hängt!


INHALT

EDITORIAL

mal ernsthaft

mal rätselhaft

mal augenzwinkernd

KUNST – KULTUR

INSIDE BOGART: Rückblick · Einblick · Ausblick

GRAFFITI: River Tales | Flussgeschichten

ANNA VOELSKE: "Zwischen Freud und Freudenhaus"

GOTTFRIED RÖMER: Paintos

REH, ROSSI, LANGE/WOSILAT: Fotoprojects

JOHNNY LINDER: Kunst + Studium in Giessen (II):

GÖTTLICHER & PAUL: It smells like Teamspirit

JULIA KORDA: Ausstellungs-Premiere im Café Zeitlos

K.O. GÖTZE & DÓRA SZÖKE: Old School – New Look

BOGART-KINOSTART: Neue Filme im Herbstprogramm

POPCORNER: M. Rutherford's "Rhythmen des Lebens"

KALENDERKUNST: "Who is Who" und "Vet & Wild"

HERBST 2014: Gizmorians-3-Mon.-Kalendarium

– COMIC

SANTIAGO MOJAHEDI: Vom "Wolfsrudel" zu Superhelden

DIETER LUMPEN: Ein echter comicaler Goldschatz

100 JAHRE COMIC: Von Altamira nach Entenhausen III

CARICATURA-MUSEUM: Kurt Halbritter stellt aus

SUPERCHATTER (6): Gießen blüht auf

BOGART

BeOurGuestARTist

Das Gießener Mitmachmagazin für Creative

Redaktion, Gestaltung und Realisation:

Reinhard Müller-Rode

c/o MediaART-Werbung

Lonystraße 19, 35390 Gießen

Tel.: 0641.9845451, email: r.mr@gmx.de

Mitarbeit:

Hans-Michael Kirstein

Katharina Feld

Sascha Wanke, GIZMORIAN

Titel:

Anna Voelske

www.gi-mix.de/bogart

Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Reinhard Müller-Rode

© 2014 für alle Beiträge liegt beim Verlag bzw. den Autoren; alle

Rechte vorbehalten. Die auf § 49 UrhG gestützte Übernahme

von Artikeln in gewerbliche Pressespiegel bedarf der vorherigen

schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Die nächste Ausgabe

erscheint am 1. Dezember 2014

Jahresabo € 15,-

(4 Ausgaben, incl. Zustellung):

r.mr@gmx.de

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3Steps GIESSEN TRAM Edition i Gelb von 9 + 6 AP (jedes ein Unikat; Gesamtauflage 33 Stück)

Sprühlack auf Papier (ungerahmt), 2014; 35 x 25 cm; Preis 59,00 €

Erhältlich über die GALERIE AM BAHNDAMM; ausgelagert: Neustadt 12, 35390 Gießen

Vom 20. November 1909 bis 3. April 1953 war Gießener Straßenbahn wichtiges Verkehrsmittel der Personen-Nahbefördung und zuletzt auf dem

Streckenabschnitt zwischen Bahnhof, Bahnhofstraße und Marktplatz unterwegs. Waren es zunächst zwölf zweiachsige Triebwagen mit später vier

Beiwagen, wurden1929 sechs zweiachsige Motorwagen und ein weiteren Anhänger hinzugekauft. Übrig blieb aus dem 22er-Trambestand der Gießener

KSW (Kriegs-Straßenbahnwagen) – "Beiwagen Nr. 11", der nach einer "Odyssee" mit erneutem Zwischenstopp in Gießen (1978-98) wieder zur

Rheinbahn nach Düsseldorf zurückkehrte und jetzt in Woltersdorf museal erhalten wird (tram-info.de/sms/W11.htm).

Underground oder Mainstream?

Das wollte in vier Fragen mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten

art - DAS KUNSTMAGAZIN in einer soeben beendeten Leserund

postalischen Werbeumfrage über die künstlerische Einschätzung

von STREETART wissen, deren Auswertung in der nächsten Ausgabe

bekannt gegeben wird. "Ja, Streetart setzt neue Impulse in den

Städten.", würden die davon reichlich begünstigten Gießener sicherlich einhellig

bei Frage 1 ankreuzen, statt optional auf "Nein, das ist für mich eher oberflächliche

Schmiererei.", zu klicken bzw. "Dazu habe ich keine Meinung." zu votieren.

Ob sich die Streetart an die Werbung verkauft hat – so im weiteren Umfragekontext

– trifft in Bezug auf Erlöse zumindest für das aktuell realisierte Graffitikunst-

Großprojekt an dem morbiden "Schutzwall" entlang des Spazierweges zwischen

Bleich- und Alicenstraße (s.S. 6 und 7) nicht zu, bei dem unter Leitung der

3Steps auch die zahlreich mitwirkenden Sprayer ihre aufwändigen Artworks

und signifikanten Tags gegenüber dem Flußlauf der Wieseck – wie in der Presse

verlautbart – honorarfrei creierten...

Das trifft gleichwohl auf die Friedrich-Feld-Schüler zu, die "ehrenamtlich" in

der Unterführung Alfred-Bock-Straße/Altenfeldsweg mit lautstarken Cartoons

betroffenen Kindern und Jugendlichen die "Nummer gegen Kummer" (116111)

bei großen und kleinen Problemen pointierten (Ausschnitt s. Bild unten).

Dass Straßenkunst salonfähig geworden ist, beschreibt der Autor/die Autorin

unter Vorwegnahme des Umfrageergebnisses im Katalogbegleittext zum "street

art"-Event der Galerie am Dom (Wetzlar/Gießen). Die von Hans-Michael Kirstein

laudatierte Veranstaltung präsentiert die Schablonentechnik von "Bananensprayer"

Thomas Baumgärtel, mittenimwald und Van Ray – ursprünglich einmal vornehmlich

dem außermusealen Publikum öffentlich sichtbar zugedacht – nunmehr an den

"heiligen" weißen Wänden des klassischen Ausstellungsraumes.

Und so beantwortet

sich eigentlich auch

die dritte Frage des

o.a. Meinungstestes,

"Dürfen die illegal

entstandenen Werke legal

verkauft werden?", wie

vorgedruckt: "Ja, so ist der

Kunst-Markt.", meint auch

Reinhard Müller-Rode

Das Mitmachmagazin für Creative

Bogart 3


INSIDE

Ich habe ein Körnchen gefunden

in einer Düne

Ich trage es davon

und bette es in deinen Schoß

Vielleicht keimt daraus

ein neues Gefühl

Ich habe eine Feder gefangen

unter einem Nest

Ich trage sie davon

und stecke sie in dein Haar

Vielleicht wächst daraus

ein neues Kleid

Ich habe eine Muschel gefischt

an einem Riff

Ich trage sie davon

und lege sie in deine Hand

Vielleicht erwacht darin

ein neues Leben

Sascha A. Wanke

"IHR MAGAZIN. MILLIONEN LESER.

Yumpu stellt Ihnen eine digitale Plattform zum Publizieren Ihrer Magazine,

Broschüren oder Kataloge zur Verfügung. Sichern Sie sich die Aufmerksamkeit

neuer Leser und kommunizieren Sie Ihre Botschaft direkt...", beschreibt der

Anbieter für blätterbare PDF

Dateien seine eindeutigen

Vorzüge.

Für Einsteiger und

Privatpersonen bis hin

zu Publishing-Profis und

Business-Anwendungen

reichen die gestaffelte

Angebote

Online-

Veröffentlichungen, die

BOGART seit der Nr. 16

erfolgreich stets dann nutzt,

wenn die jeweilig Ausgabe

in Abo bzw. Einzelverkauf

vergriffen ist.

Auf das gesamt Online-

Archiv kann jederzeit unter

gi-mix.de/bogart zugegriffen

werden. Welch enorme

Quoten im WorldWideWeb

die 3-Monats-Magazine

teilweise dabei erzielen, ist

im wöchentlichen ePaper

Reporting ablesbar und die

hier notierten Aufrufe lediglich

schon sehr respektable

Zwischenergebnisse.

ROHRGRAFIERER:

Johannes Wosilat (Stuttgart/Fernwald)

Mehr vom Autor zu lesen und zu hören

gibt es im 60seitigen Gedichtband

"Augenblicke" mit Zeichnungen

von Otti Wanke (u.a. bei Amazon/5.95)

und auf Audio-CD für 5.95 direkt bei

autor-wanke@gmx.de.

4 Bogart

Das Mitmachmagazin


RUECKBLICK EINBLICK AUSBLICK

2014 – 19 30 Uhr

Stadttheater - Mimen (V)

13. September

Diese "Charakterköpfe" begrüßen die Besucher über dem EingangsportalSa.,

Premiere: DIE RATTEN

Tragikomödie von Gerhart Hauptmann


BENAJA äfft goGIESSENcard (3)

Foto: Artur Frank

Die mit artifziellem Blickfang und rückseitiger

Firmenwerbung designten kostenlosen

Hochglanzkarten sind inzwischen in der IV. Staffel

an elf Gießener Kultstätten als erfolgreicher

Mittler zwischen Kunst und Kommerz angekommen (s.a.

S. 2). Und dass die Kommunikation damit nicht nur

postalisch sondern auch "selfi estisch" perfekt funktioniert,

ist unverkennbar...

Infos: 06 41.9 84 54 51 und r.mr@gmx.de

Was ist paradox?

– Wenn ein Sopran

bass erstaunt ist,

dass der Tenor

alt aussieht.

"Voilá! Mein erstes offizielles Buchcover!",

freute sich der Gießener Szenefotograf

Christoforos "Rossi" Mechanezidis. Der

dtv premium - Verlag wählte für den Titel von

Valentina D'Urbanos Mit zwanzig hat man

kein Kleid für eine Beerdigung (280 Seiten;

€ 14,90) ein Bild aus 2007 ("...also quasi

aus meiner "Frühzeit", wo ich noch sehr viele

free Shootings mit der Hasselblad fotografiert

habe..."). "Es entstand im Hauseingang bei

dem Gebäude an der Ecke vom Kinocenter,

wo ganz früher ein altes Kiosk stand. Und

Alex war damals eins meiner Lieblingsmodelle,

mit der ich recht viel fotografiert hatte."

(www.stolenmoments.de)

"Heute sind wir in Argentina angekommen, trampen ist ja immer

so ein Abenteuer... Aber alles ist gut, wir sehen wieder neue, atemberaubende

Landschaften und lassen tolle Menschen zurück. Die meisten Begegnungen

tragen wir in Gedanken von Land zu Land, einige bestimmt auch von

Kontinent zu Kontinent. Die Reise neigt sich dem Ende zu. Am 23. Januar 2015

werden wir 15 Monate unterwegs gewesen sein und kommen wieder in good

old Gießen an... Besos, abrazos und liebste Gruesse aus Mendoza!!", posteten

Nine Hipppinen und Alena Wieske Mitte August für ihre Facebook-Community

bei einer weiteren Zwischenstation ihres ausgedehnten Südamerika-Trips.

Dass dabei die musikalische Leidenschaft der "Zwei von

Wir" aus Alemania immer entscheidend mitspielte, weist

nicht nur dieses Werbeschild aus, das ihren Liveauftritt im

peruanischen Cusco ankündigte.

Und auch als "Bänkelsängerinnen" waren Outfit und Auftritt

so gelungen, dass sich der Sammelhut rasch füllte....

für Creative Bogart 5


Nachdem der hauptberufl ich als 3DArtist weltweit agierende

Marburger Sebastian "Mord182" Lüdke den Mittelteil

(s.o., rechts) des 120 Meter langen Gemäuers mit seinem

"Tag" ergänzte, komplettierten die für die visuelle Aufwertung des

Kultgäßchens verantwortliche 3StepsCrew & Friends ihr River Tales |

Flussgeschichten Projekt (Episode II) inzwischen an den Außenfronten

zur Bleich- bzw. Alicenstraße hin (s.a. BOGART 20). – Bewahrten die

lokalen Graffiti-Protagonisten Kai Krieger, Uwe Krieger und Joachim Pitt

mit dem vielsprachig "wunderbar" hinterlegten Blickfang traditionelle

6 Bogart Das Mitmachmagazin

agazin


URBAN ART in giessen

Urheberschaft, bläst Werbeprofi Dirk HESH Haensch

(Com-Pact Marketing) sein "Welcome to the jungle"! Das

aquaristisch-maritime Szenario sprühten die RDS-Crew

aus Gießen/Wetzlar nebst Freunde in das Landschaftsbild.

Und für Sauberkeit und Ordnung im Wieseck-Quartier

sorgt wie in alten Zeiten mit Unratkübel und Greifstange

"unser" SCHLAMMP-EISER, superheldenhaft in

schmadderbraun illustriert von Graphikdesigner

Ali SANTIAGO Mojahedi, persifl iert mit dem gemeinhin auf

Ur-Gießener abzielenden wenig geschmackvollen Uznamen

"Schlammbeis(s)er".

Das von den Anwohnern aus kommunalen Mitteln für

Flächensanierung mit dem Material geförderte hochkarätige

Mural-Artwork wurde von den Künstlern honorarfrei gestaltet,

bei dem weiterhin "Homer" und Marc "Mr. Cybe" Cornelius

ihre Spraykunst beigesteuert haben.

www.fl ussgeschichten.de

Fotos: Reinhard Müller-Rode

für Creative Bogart 7


“A photographer’s main instrument

is his eyes. Strange as it

may seem, many photographers

choose to use the eyes of another

photographer, past or present, instead of their own.

Those photographers are blind.”

Manuel Alvarez Bravo

Kontakt:

Anna Voelske, Hollerweg 3, 35392 Gießen

0175 5123375 / annavoelske@me.com

www.annavoelske.com

Anna Voelske fotografiert mit ihren eigenen

Augen. Vor ihrer Linse: People, Fashion,

Business und Reportagen.

Ihr Motiv: Mit zielgerichteter Kreativität

visuelle Kommunikation

zu schaffen, die genauso authentisch

wie ästhetisch ist.

In ihrem Fokus: Die Nähe

zu Mensch und Materie.

Für ihre Kunden bedeutet

das individuell abgestimmte

Betreuung vor,

während und nach dem

Fotoshooting – mit einem

breiten Netzwerk zur Unter-

8 Bogart

Das Mitmachmagazin


ZWISCHEN FREUD UND FREUDENHAUS

stützung im Hintergrund. Neben ihrer Basis in Giessen und weiteren

Arbeitsorten in Berlin und Stuttgart ist sie auch international

in Europa, Amerika und Afrika tätig.

Auch während des Masterstudiums der Psychologie geht sie den

immer professioneller eingeschlagenen Weg mit eigenen Projekten

(u.a. Musicians, s.a. Titel) und Auftragsarbeiten (wie hier

gezeigt für die MakeUp-Akademie BlushHour, Düsseldorf). "Tierisch

gut" kommt auch ihr Fotokalender 2015 vet & wild (s.S. 24)

Inspiriert durch regelmäßige Foto-Auftragsarbeiten

entsprechender Dienstleisterinnen für ein Kontaktanzeigen

Online-Magazin und angelehnt an ihr

Psychologiestudium entwickelte Anna Voelske mit

ihrer Kommilitonin Anna Zügel das Ausstellungsprojekt

CAN`T BUY ME LOVE!

In dieser bisher in Gießen (Kupferschmiede) und

Berlin gezeigten Milieustudie geben ihre "arbeisplatzspezifischen"

atmosphärischen Fotografien in

Verbindung mit den nachgesprochenen Interviews

einen bewegenden Einblick in das Leben und die

Gedanken von sechs unterschiedlich motivierten und

agierenden "Gewerbetreibenden".

„Nur wegen des Geldes habe ich mich für diesen

Job entschieden! Es macht mich frei.“, so Vanessa

(22), deren Statement ebenso wie die Messages

ihrer Kolleginnen auf annavoelske.com nachgehört

werden kann.

für Creative

Bogart 9


Ausstellungen in der Region

14 Bogart

Das Mitmachmagazin


Gottfried Roemer: Paintos

für Creative

Bogart 11


PROJECTS BY GIESSENER FOTOARTISTS

WOW

Im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gekommen

ist der Gießener Lifestyle-, Szene- und Partyfotograf

Christoforos "Rossi" Mechanezidis spätestens seit

seiner Liaison mit Katrin, die Mischling Luc mit in den

inzwischen gemeinsamen Haushalt brachte.

Dass der 5jährige Rüde

inzwischen seinem Lieblingsmodel Konkurrenz macht, ergab

sich in und aus der Natur der Sache...

Rossis "gassigängigen" Shootings haben sich bei den Hundeliebhabern

schnell herum gesprochen, sodass auch sie

ihre Vierbeiner "artgerecht" "auf den Laufsteg" geschickt

haben. Heraus gekommen ist dabei der 56 seitige Hardcover-Bildband

DOGS!, in dem Bruno, Leila, Manoli & Co nicht

nur mit treuem Hundeblick posieren...

Wer seinen treuen Wegbegleiter einmal ähnlich auf freier

Wildbahn oder im Studio professionell im Bild festhalten

lassen möchte, kontaktiert

den Autor unter:

stolenmoments.de

Analog-Shooting (1 Stunde):

5 Bilder aus ca. 36 Motiven;

bearbeitet, Hires-JPEG auf CD

Outdoor/On Location: € 140,-

Digital-Shooting (1 Stunde):

10 Bilder aus ca. 50 Motiven

bearbeitet, Hires-JPEG auf CD

Outdoor/On Location: € 170,-

Über die eigene Homepage

andreasreh.de hinaus ist

der freiberufliche Gießener

Fotoartist (s.a. BOGART 17) mit seinen

künstlerischen Portrait- und Aktstudien

gleich in mehreren bedeutenden

Internet-Communities seiner Zunft

vertreten.

So bei sensual-photography.eu,

deren über 2.000 Lichtbildner aus 83

Nationen (davon 193 aus Deutschland)

sich u. a. dem sensiblen Thema

"Frauliche Sinnlichkeit" ethisch und

ästhetisch mit professioneller Distanz

widmen.

Mit seinen historischen Nassplatten-

Kollodium-Fotografien trug Andreas

Reh mit zu den inzwischen 5 Millionen

Klicks auf dem Bilderportal bei.

Auch für ndmagazine.net, einem

"Schaufenster" für hochwertige

Fotografie, erhielt der 49jährige

die Einladung zur Präsentation

seines Portfolios. Platz 14 im

betrachterrelevanten Ranking

unter rund 2000 Kollegen spricht

für wachsende internationale

Anerkennung des für sein Buchprojekt

stets motivierten Familienvaters.

12 Bogart

Das Mitmachmagazin


Anna-Lisa Lange und Johannes

Wosilat freuten sich über die gelungene

Premiere ihres Mammutprojektes

über ein ernstes Thema.

Hintergrundfoto: www.mediaAIR.de

IN EHRFURCHT UND RESPEKT: A.-L. LANGE UND J. WOSILAT

ZEIGEN SENSIBLE BILDER VON MENSCHEN IN DER STERBEPHASE

Das Lebensende und die Begleitung im

Hospiz ist voller Freude und tief traurig

zugleich, oft unglaublich fröhlich und

manchmal schwer zu ertragen. Dieses

Spannungsfeld versucht die Ausstellung

„Brücke der Menschlichkeit – Leben

und Sterben im Hospiz“ zu erfassen.

Sie will den Zuschauern beides

zeigen, das Schwere und das Leichte,

das Sterben und das Leben – und wie

beides am Ende zusammenkommt,

wie im Hospiz die Brücke der Menschlichkeit

geschlagen wird.

Die Fotografen Anna-Lisa Lange und

Johannes Wosilat (Stuttgart/Fernwald)

wollten diesem Ausdruck auf den

Grund gehen und begleiteten mit ihrer

Kamera ein Jahr lang sterbenskranke

Menschen in deren Zuhause, in Hospizen,

in Krankenhäusern und in Altenheimen.

Entstanden sind intensive Bilder

und berührende Einblicke in den

Alltag sterbender Menschen.

So erzählen die Bilder Geschichten zwischen

Leben und Sterben, zwischen

Fröhlichkeit und Trauer, zwischen Leid

und Liebe.

Die Besucher können sehen, dass

Sterben nicht allein traurig macht und

beängstigend ist, sondern dass oft gerade

im Prozess des Sterbens der Puls

des Lebens am stärksten erklingt. Die

Bilder und Texte verdeutlichen, dass

insbesondere die Wärme und Fürsorge

der Sterbebegleiter den Sterbenden

nicht nur Geborgenheit und ein Gefühl

von Nähe vermitteln, sondern sie gerade

im Sterben leben lassen.

Das im blütenblumig konturierten

Laufweg arrangierte 130 Big-Print-Szenario

wurde erstmalig in einer Ausstellung

während der Landesgartenschau

in Gießen auf 3300 Quadratmeter gezeigt.

Nachfolgetermine für diese Wanderausstellung

stehen bereits fest.

Interessierte Veranstalter und auch

willkommene Sponsoren für dieses

ambitionierte Social-Project erreichen

so die Ansprechpartner:

Anna-Lisa Lange (+49 162 865 1372)

info@lange-photography.de

www.lange-photography.de

Johannes Wosilat (+49 151 4000 5510)

kontakt@wosilat.de

www.wosilat.de

Infos:

www.hospiz.photography

www.facebook.com/BrueckeDerMenschlichkeit

für Creative

Bogart 13


KUNST UND STUDIUM IN GIESSEN (II):

Zu den Bildern:

HALBSCHLAF; Kohle und Kreide auf braunem Papier, Format 100 x 70 cm (2014)

AKT, Digital-Fotografie (2013)

Johnny Linder

wurde in dem

verträumten

Örtchen

Nußdorf

am Inn bei

Rosenheim

nahe den

Ausläufern der bayrischen Alpen geboren.

Während der Schulzeit entdeckte der

23jährige seine Zuneigung gegenüber

Kunst und Fotografie, die inzwischen zur

Leidenschaft in seinem Leben geworden

ist. Mit Improvisationen am Jazz-Piano

konnte er jüngst die Vernissage-Besucher

der lokalen Gemeinschafts-Ausstellung

"Stadtbotanik" neben seinen bildnerischen

Arbeiten auch von seinem musikalischen

Talent überzeugen.

Nach dem Abitur vertiefte er während des

einjährigen Frankreich Aufenthalts und bei

weiteren Auslandsreisen seine künstlerischen

Ambitionen mit Auftragsarbeiten und

intensiver Vorbereitung auf ein Kunststudium.

2012 nahm Johnny Linder an einer

Ausstellung der jungen Künstler-

Onlineplattform 4art im schweizerischen

Basel teil (s.a.www.4art.ch).

Zur Zeit studiert das musische Multitalent

Französich und Kunst an der Gießener

Justus-Liebig Universität.

Kontakt: johnnylinder.de

14 Bogart Das Mitmachmagazin


JOHNNY LINDER

DAS BÖSE IM TRAUM; Kohle auf Papier, 30/40 cm (2013)

STUDIE, Kohle und Kreide auf braunem Papier, 70/100 cm (2014)

UNTERFÜHRUNG Analog-Fotografie (2012)

Weitere Arbeiten von Johnny Linder:

Bis 25. OKTOBER 2014 im der Gemeinschaftsausstellung:

STADTBOTANIK – urbane und florale Kunst

im temporären ATELIER 23 (Neustadt 12, Gießen) der Galerie am Bahndamm

Mi, Do, Fr :14 - 18 Uhr; Sa 11 - 17 Uhr

für Creative

Bogart 15


16 Bogart

Das Mitmachmagazin


"Ohne Herz ist

es keine Kunst!"

Frank Maessig

(*1955 in Chemnitz)

lebt seit 1979 in Gießen.

Als leidenschaftlicher Kunstsammler

beschäftigt er sich bereits

seit einigen Jahren

auch als Künstler

intensiv mit der Malerei.

Seine Grafikeditionen,

vornehmlich Siebdrucke,

erscheinen in regelmäßigen Abständen

und stets in kleinen Auflagen.

Maessig präsentierte seine Werke in

vielen Ausstellungen.

Seit 34 Jahren ist Frank Maessig

Frontmann der Wetzlarer Kultband

„The Oldies“.

Seine Arbeiten unterliegen keiner

vordergründigen Deutung,

„...aber deutlich sollten sie sein,

denn Deutlichkeit hat

mit Wahrheit zu tun,

nicht mit schnellem Beifall“.

Siehe auch:

gi-mix.de/fm

und

gi-mix.de/bogart

(Nrn. 17 und 20)

o.T. (Acryl, Öl auf Bütten; ca. 75 cm x 60 cm)

für Creative

Bogart 17


PAUL: "Wir bringen Kommunikation auf Kurs" (2014) für JDB-Media; Composing nach Digitalfotos für diverse Medien; Großformatdruck 300 x 25 cm auf Alu-Dibond mit Plexiglas-Veredelung im Firmengebäude

■ "Schon wegen dieses Auftrages nahm ich an mehreren Betriebsfesten

teil, veranstaltete mit einer Bühnenbildner-Klasse an der

Hochschule für Bildende Künste (Hamburg) eigens zu diesem

Zweck ein "Betriebsfest" – und verknipste dabei zahllose Filme.

Ich kann versichern – alles Dargestellte ist echt (nur eben nicht in

dieser Zusammensetzung!)", ist der ausführlichen Hintergrundbeschreibung

von Erhard Göttlicher zu seinem 9-teiligem Wandbild

(Gesamtformat 200 x 899 cm) BETRIEBSFEST zu entnehmen. Um

von vornherein die Bekleidung des im Herbst 81 erstellten Werkes

nicht dem avantgardistischen Modediktat zu unterwerfen, verlegte

der Kunstprofessor das Outfit "seiner Mitarbeiter" einfach acht

Jahre zurück und orientierte sich dafür am "Almanach" des gemäßigten

Geschmacks" - dem Neckermann-Katalog 73/74.

Das Ergebnis des "Kunst am Bau" - Auftrags der Baubehörde der

Freien und Hansestadt Hamburg für das Kommunikationszentrum

im Berufsförderungswerk (August-Krogmann-Str. 52) ist dort weiterhin

ein beredtes Zeugnis, einmal im Jahr Kreise der "lieben"

Kollegen bis hin zum üblichen "Sie"-Verzicht abzufeiern...

Von diesem illustren Stimmungsbild "göttlich" inspiriert, komponierte

der schon bei anderen Anlässen Großgruppen im Langformat

visualisierende Hamburger Fotograf PAUL (siehe auch diese

Seite) für JDB MEDIA GMBH (HH, Schanzenstraße) mal "die ganz

andere Mannschaftsaufstellung". Mit dem Management um Inhaber

Jens de Buhr voran (links außen) galt es, die hier gezeigten

PICTURE |

PAINTING:

IT SMELLS LIKE

TEAM-

SPIRIT

rund 50 Spezialisten, die kreative Kommunikationslösungen

für Unternehmen, Menschen und

Produkte schaffen, nach freier Themenwahl und

Vorschlägen von Paul entsprechend zu platzieren.

So interpretiert sich die PR-Abteilung à la

Kraftwerk, die Grafiker in gewohnter Umgebung

von Pantonefächern, Grafiktablett und Sprühkleber,

die Bildredaktion mit Kamera und Aufheller

und die Marketing Abteilung mit Megafonen.

Das Bild hängt nun in 330 cm Breite und 25 cm Höhe als Druck

auf Alu-Dibond mit Plexiglas-Veredelung in den Hallen von JDB

und wird auch die diesjährige Weihnachtskarte zieren.

Erhard Göttlicher: "Betriebsfest" (1981); 200 x 889 cm (9-teilig); Bleistift, Aquarell, Tusche, Acryl, Filzstift, Pastell, Ölpastell, Spielzeugstempel, Malerrolle auf grundierte Türblätter

18 Bogart

Das Mitmachmagazin


Bai Di meets Erhard Göttlicher:

ANNÄHERUNG: "Chinesische

und deutsche Künstler im Dialog"

Das BELL ART CENTER (bell-artgalerie.de) – mit dem

Ziel gegründet, Künstler aus China nach Europa zu

bringen und bekannt zu machen – sorgte einmal

mehr im Schloss Dyck (Jüchen, NRW) in einer Ausstellung

für einen fruchtbaren Dialog zwischen den

Vertretern dieser Kulturen.

So eröffneten die Werke der in China renommierten

KünstlerInnen wie Zhang

Xi, Bai Di und Liu Ling einen

Einblick in die chinesische

realistische wie abstrakte

Malerei. Die Werke

der deutschen Künstler

Erhard Göttlicher, Andreas

Krieger, Nikolaus

Störtenbecker und Frank

Suplie zeigten eine individuelle

Interpretation

deutscher Landschaften,

Städte, Menschenbilder

und Hafenszenerien.

Eine Gegenüberstellung

u.a. der Arbeiten des in

Gießen teilverwurzelten

Großmalers Erhard Göttlicher

(Uetersen/*1946)

und der 1986 in Peking geborenen Realistin Bai Dai

gab die durch eine zunehmend liberalere Kulturaußenpolitik

Chinas begünstigte Annäherung artifizieller

Ausdrucksformen mit zu erkennen. Herrschte

dort über Jahrhunderte die pinseldominierte Tuschmalerei

vor, findet in der post-kulturrevolutionären

Gegenwart eine intensive Auseinandersetzung mit

der genuin-europäischen Ölmalerei statt. Während

für zeitgenössische Westeuropäer das Avantgardistische

vorwiegend im Installativen und Dekonstruktiven

stattfindet, entwickeln junge Chinesen das für

sie Moderne über ein realistisch-naturalistisches

Formverstehen.

Erhard Götttlicher

Katharina (2010),

Acryl, Pastell, Blei

auf Zeichenkarton;

100 x 70 cm

"Wir haben übrigens davon abgesehen, die ganz

anderen politischen Verhältnisse als Hemmnis zu

betrachten. Wir wollen die Offenheit unserer Partner

und die kulturelle Öffnung Chinas als Weg zur eigenen

Erfahrung nutzen", so Nikolaus Störtenbecker

als Vertreter der Norddeutschen Realisten.

Der Dialog wird fortgesetzt.

Abb. aus dem von E. Göttlicher überlassenen Ausstellungskatalog;

© BELL ART GmbH, Ahlen, Drostezu-Vischering-Weg

10

Bai Di

Mitbewohnerin

(2013),

Öl auf Leinwand,

180 x 130 cm

Kaum eine Punkrock-Band hat eine

derartige Fankultur um sich versammelt

wie „Turbonegro“. Die „Turbojugend“,

das weltweite Netzwerk der

Norweger, sucht ihresgleichen. Mehr

als 2000 Fanclubs („Chapter“) gibt es

rund um den Globus. Ihre Mitglieder

brauchen nicht mehr als ihre Jeans-

Kutte, ein paar Bier und Turbonegro-

Musik zum Glücklichsein.

Einmal im Jahr komme die Anhänger der norwegischen Deathpunk

Band TURBONEGRO in Hamburg zu den WELTTURBO-

JUGENDTAGEN zusammen, um ein unvergessliches Wochenende

unter Gleichgesinnten zu verleben. In diesem Jahr feierten sie

das zehnte Wiederkehr dieses Meetings. Für PAUL MÜLLER-RODE

und MIROSLAV MENSCHENKIND Grund genug, ihnen mit der

WELTTURBOBILDERSCHAU ein kleines Denkmal zu setzen.

Paul hat im Jahr 2012 viele der Jugendliche abgelichtet (s.a. BOGART

14) und u.a. eine Riesenpanorama-Foto von ihnen erstellt. Miroslav

Bilder entstanden hauptsächlich bei Liveauftritten der Band in 2012

und 2013, die er mit Fotos aus seinen SOFA STORIES ergänzte.

Die Eröffnung war ein voller Erfolg und kann im DIARY (mmenschenkind.com)

nachempfunden werden. Insgesamt waren an den

vier Tagen über 1.000 Besucher in der ST. PAULI GALLERY und diese

trugen nicht immer eine Jeansjacke...

Medial fand die Ausstellung Beachtung in: STERN, HAMBURGER

ABENDBLATT, SZENE HAMBURG, NDR und das ABENDBLATT TV

hat auch einen guten Beitrag in bewegten Bildern festgehalten.

Miroslav Menschenkind ist Begründer des Kreativkollektiv

m.ocean pictures und Mitbetreiber der xpon-art gallery in Hamburg.

2014 sorgte seine Kunstinstallation „Mensch & Kind Kuscheltier-

Schlachterei seit 1886“ für weltweites mediales Interesse. Er ist selbst

Mitglied in der Turbojugend

St. Pauli. Sein Warrior Name:

Sir Polariot.

Paul Müller-Rode war

Cheffotograf beim Heinrich

Bauer Verlag, dort verantwortlich

für Cover-Shootings, People-

und Modestrecken. Seine

Leidenschaft, Menschen in

Szene zu setzen, geschieht

mit zunehmender Begeisterung

auf riesigen Panoramaaufnahmen.

Eine davon ist

auch auf der Ausstellung zu

sehen. Müller-Rode arbeitet

als freier Fotograf in Hamburg

mit den Schwerpunkten

People, Business & Lifestyle

(paulmuellerrode.com).

© Miroslav Menschenkind,

Paul Müller-Rode

für Creative

Bogart 19


AUSSTELLUNG IM SEPTEMBER: Julia Korda "Stimmungen, Gefuehle, Alltaegliches"

Die frisch im 16. Lebensjahr stehende Julia Korda stellt jetzt erstmals ihre ambitionierten Malereien

und Zeichnungen im Café Zeitlos (Bahnhofstr. 50) einer größeren Öffentlichkeit vor. In ihren Arbeiten

pointiert die Liebigschülerin u. a. Wechselstimmungen jugendlichen Heranreifens. Neben

diesen "Emoticons" werden mit Bleistift bzw. Pinsel angelegte Porträtstudien und New-York–Ansichten zu

sehen sein. Die junge Gießenerin vertiefte in Kursen an der Volkshochschule und privaten Unterrichten ihre

bevorzugte musische Leidenschaft, die zeitweilig auch von Gitarrenspiel und Gesang unterbrochen wird.

Die über den kompletten September laufende Veranstaltung gehört unter dem Motto "DEINE

AUSSTELLUNG" zu Patricia Stasch' Projekt HAUSGEMACHTES . Wer also gern in diesem Rahmen seine

Arbeiten präsentieren möchte, kann über E-Mail: guteshausgemachtes@gmx.de sein Interesse bekunden

und erfährt dann mehr über seinen “AUSTELL-Monat”.

20 BOGART

Das Mitmachmagazin


© Egon Kramer

Altes Schloss (Brandplatz 2) die–so: 10–16 Uhr

Old School & New Look

"Lange denken. Schnell machen.

Das ist die Kunst von K. O. GÖTZ, dem Urvater

des Informel. Nun wird er 100 Jahre alt. Obwohl

mittlerweile völlig blind, malt er noch immer",

leitet der Bayerische Rundfunk seine inzwischen

bei Youtube eingestellte "Capriccio"-TV-Hommage

ein. Das erste gelungene Jugendbild zerriß ihm

der kunstverachtende Vater, was die spätere

Berufserfüllung eher befördern sollte. "Malen ist

Rakeln", so einer der wohl wichtigsten bildenden

Künstler in der deutschen Nachkriegsgeschichte,

dessen gegenstandslose Malerei die Kunstwelt stark

verändert hat. In der Auflösung des klassischen

Formenprinzips wurde Götz zum Hauptvertreter des

„Deutschen Informel", wobei er Kleister und Farbe

mit Schiebern aus Gummi oder Stahl blitzschnell zum Bildmotiv auf das

Trägermaterial formte.

Von seinen Lehren an der Kunstakademie Düsseldorf profitierten viele

Künstler, die sich dann in ihren Ausdrucksweisen profilieren konnten

(u.a. Sigmar Polke, Gerhard Richter, HA Schult). Mit seiner ehemaligen

Schülerin Rissa, die er 1965 heiratete, lebt der gebürtige Aachener heute

in Wolfenacker (Westerwald).

Nicht nur eine Widmung des Ehepaares an die Verantwortlichen seiner

Ausstellung 1985 im späteren Werkkatalog (o.) läßt ihn hierorts in

Erinnerung. In der die Gemäldegalerie im zweiten Obergeschoss des

Oberhessischen Museums bleibt das Mitglied der Frankfurter „Neu-

Expressionisten“– Gruppe Quadriga um die weiteren Avantgardisten Otto

Greis, Heinz Kreutz und Bernard Schultze mit zwei Werken (Gouche auf

Karton, 1955 bzw. Mischtechnik auf Leinwand, 1956) ständig präsent.

© Kunstverein Braunschweig

Ausstellungsankündigung 1985

DÓRA SZOKE:

HUNGARIAN RHAPSODY

Fotos: Reinhard Müller-Rode

Einmal mehr nach Rainer Müller und Frank Maessig bieten die radiologischen und neuromedizinischen

Praxisgemeinschaften im Liebigcenter, Stroh/Wüsten bzw. Hahn/Klippel/Fischer,

ihr Foyer als museales "Ausweichquartier" an. Hier entführt derzeit b.a.W. die 29jährige

ungarische Künstlerin Dóra Szöke in eine Welt voller Sinnlichkeit und Weiblichkeit. Must see!!!

Siehe auch: gi-mix.de/szdora

Bahnhofstr. 64

35390 Gießen

für Creative

Bogart 21


BOGART-KINOSTART

Der teutonische Kinoherbst spielt einer möglichen Gemütstristesse und den üblichen

Verwelkungsprozeßen mit vielerlei aus- und inländischen Filmen heftigst

entgegen. Ab September läuft Regieveteran Sönke Wortmanns (*1958) Adaption

des Charlotte Roche-Buches Schoßgebete an. Autorin, Cast und Lektüre lassen dabei

eine vergnügliche Bestandsaufnahme des Zeitgeistes erwarten. Ebenso wird der Regiesseurin

Franziska Meyer Price (u.a. Berlin, Berlin) zu unterstellen sein, dass sie mit

den komikerpropten Elyas M‘Barek und Detlef Buck (Regie bei Karniggels und Männerpension)

Männerhort ab Oktober neudeutsche Männerbefindlichkeiten aufspießt. Get On Up

des US-Regisseurs Tate Taylor erzählt – mit Kritikerlob begleitet – das Biopic über den legendär-schillernden

Soulsänger James Brown (1940-84). Kauziges sowie vertracktes Bayerntum

bestimmen Ed Herzogs Winterkartoffelknödel – u.a. ist Kabarettist Sigi Zimmerschied in

der Krimifarce zu sehen. Film- und Fernsehstar Pierce Brosnan (Remington Steele, James Bond

oder Mamma Mia) und Aktrice/Drehbuchautorin Emma Thompson (Oscar für Sense and Sensibility

1995) bilden das „leading couple“ in der Kriminalkomödie von Joel Hopkins Wie in

alten Zeiten.

Im Labyrinth des Schweigens von Guilio Ricciarelli verspricht eine dramasatte Auseinandersetzung

mit bundesrepublikanischer Gesellschafts- und Justizmentalität um1960, deren

Verdrängungstendenzen nationalsozialistisch

geprägter Jahre gegenüber

immerhin die 60er erschüttern

sollten ...

Mit der kürzlich verstorbenen LAUREN BACALL ist

nun endgültig einer der letzten Ikonen des klassischen

Hollywood-Kinos der 40er- und 50er Jahre im Alter von 90 Jahren

abgetreten. Mit 19 von der Model-Agentin Slim Hawks entdeckt,

spielte sie unter der Regie des legendären Regisseurs Howard Hawks (sic!) in

dessen Film "Haben und Nicht-Haben" an der Seite ihres zukünftigen Ehemannes...

des Superstars Humphrey Bogart, den sie um 57 Jahre (!) überlebte. Noch

2013 trat die Herb-Schöne in einer Broadway-Produktion auf.

HMK/Illustration: Hans-Michael Kirstein aus Porträtbuch "Das sieht Dir ähnlich!"

Get on Up: Co-Produzent Mick Jagger und Regisseur

Tate Taylor am Set

© Universal Pictures

Ab 2.10.: Der Software-Entwickler

Eroll (Elyas M'Barek), der Dixi-Klo-Vertreter

Lars (Christoph Maria

Herbst) und der Berufspilot Helmut

(Detlev Buck) haben im zentralen

Heizungskeller ihrer Neubausiedlung

eine frauenfreie Zone geschaffen, in

der die gestressten Ehemänner heimlich

Fußball schauen, Pizza essen,

Bier trinken und über Frauen lästern,

die nur Shopping, Schwätzen, Sex

Ab 9.10.: Die unglaubliche

Lebensgeschichte von James Brown

(Chadwick Boseman), dem „Godfather

of Soul“, wird verfilmt. GET ON

UP nimmt den Zuschauer mit auf eine

Reise von Browns ärmlicher Kindheit

bis hin zu seinem Aufstieg zu einer

der prägendsten Personen im Musikgeschäft

des 20. Jahrhunderts. GET

ON UP wird von Oscar Preisträger Brian

Grazer, Erica Huggins, Mick Jagger

Ab 16.10.: Franz Eberhofer

(Sebastian Bezzel) bekommt es

diesmal gleich mit einer ganzen Serie

bizarrster Todesfälle rund um die Familie

Neuhofer zu tun. Während alle,

besonders aber Franz‘ Vorgesetzter

Moratschek (Sigi Zimmerschied), an

Zufälle glauben, heften sich Franz

und Rudi (Simon Schwarz) an die

Fersen der Femme fatale Mercedes

(Jeanette Hain) und ihrem Partner

Ab 16.10.: Der charmante

Richard hat seine Firma verkauft und

freut sich auf ein sorgloses Leben.

Das ändert sich schlagartig, als er

feststellen muss, dass er betrogen

wurde. Die Firma ist pleite und die

Rente für ihn und seine geschiedene

Frau Kate futsch! Nach dem ersten

Schrecken ist schon bald ein Plan

gefasst und in die Tat umgesetzt:

Richard tut sich mit seiner Ex-Frau

Ab 6.11.: Vor dem Hintergrund

wahrer Begebenheiten wird

die Geschichte des jungen Staatsanwalts

Johann Radmann (Alexander

Fehling) erzählt, der sich Ende

der 1950er Jahre auf eine bedingungslose

Suche nach der Wahrheit

begibt. Er wird hellhörig, als er mit

bekommt, dass die Anzeige gegen

einen jetzigen Lehrer – damals

Auschwitz-Wärter – verweigert wird.

© 2014 Constantin Film Verleih GmbH

© 2014 Constantin Film Verleih GmbH

© Universal Pictures 2014

© 2014 Constantin Film Verleih GmbH

©SquareOne/Universum 2013

© Universal Pictures 2014

Ab 18.9.: Elizabeth Kiehl

(Lavinia Wilson) hat mehr Spleens

als andere Frauen Schuhe. Seit einem

schweren Unfall in der Familie

liegt die junge Frau immer auf der

Lauer, ist immer kontrolliert, immer

aufs Schlimmste gefasst. Elizabeths

Rachegedanken, Verfolgungswahn,

Schuldgefühle, ihre Angst vor Fahrstühlen,

Zügen oder dem Einsturz

ihres Hauses sind Themen der Sitzungen

bei Frau Drescher (Juliane

Köhler) – und natürlich der Sex mit

ihrem Mann Georg (Jürgen Vogel).

Sönke Wortmann führte Regie bei

der Romanverfilmung von Charlotte

Roches gleichnamigen Bestseller

SCHOSSGEBETE.

und Kinder im Kopf haben. Doch als

der Facility Manager Aykut (Serkan

Çetinkaya) die letzte Bastion der

Männlichkeit entdeckt und räumen

lassen will, droht die Vertreibung aus

dem Paradies.

und Victoria Pearman produziert und

sieht in weiteren Rollen Viola Davis,

Octavia Spencer, Nelsan Ellis, Lennie

James, Tika Sumpter, Jill Scott und

Dan Aykroyd

Klaus Mendel (Sascha Alexander

Gersak). Die Reise führt sie bis nach

Teneriffa, wo Franz und Rudi in einem

Romantikhotel als vermeintliches Pärchen

landen.

zusammen, gemeinsam spüren sie

den Betrüger in Frankreich auf und

heften sich an seine Fersen. Unter

der Regie von Joel Hopkins agieren

Emma Thompson, Pierce Brosnan,

Timothy Spall, und Celia Imrie in den

Hauptrollen.

Gegen den Willen seiner direkten Vorgesetzten

beginnt Radmann sich mit

dem Fall zu beschäftigen – und stößt

auf ein Geflecht aus Verdrängung,

Verleugnung und Verklärung. Regie:

Giulio Ricciarelli

22 Bogart

Das Mitmachmagazin


POPCORNER

Gießener Radiomacher

ist 24 Stunden ON AIR

"Wenn Dir das allgemein zugängliche Programm

nicht ge fällt: Mach's doch bes ser!

laut.fm ist

Mit mach radio:

Ein fach

als DJ be werben

und mit

et was Glück und Ge schick be kommst Du

Dei nen ei ge nen Ka nal auf laut.fm.", war

Anregung und Aufforderung zugleich für

den Gießener Sascha Wanke, nun Musik

ganz nach seinem Geschmack auszustrahlen.

So ist der erfahrenen "Plattenaufleger"

– vormals in lokalen Kultstätten und

weiterhin als Online-Discjockey unterwegs

(djsasch.com / s.a. BOGART 17) – seit

Anfang des Jahres ON AIR. "DJ Sasch

Party Radio" beschallt seine Hörergemeinde

rund um die Uhr mit Party Music vom

Allerbesten. Das Repertoire von House,

Club, Dance, Pop stellt der Macher dabei

aus einem nahezu unerschöpflichen Pool

zusammen. Unter dem Suchwort "sasch"

ist seine Sendestation über die Plattform

schnell zu erreichen oder direkt einfach:

laut.fm/djsasch.

Von Kin der lie dern bis Death Metal, von

deut schem Hip hop bis zu Volks mu sik – aus

rund 200 Genres haben die unter "Houseschuh",

"Katzenpuff" oder "Politically-Incorrect"

namentlich mitunter phantasievoll

firmierenden Stationen ihren Hörmix arrangiert

und legen dabei gleichzeitig auch

eine Programmvorschau ab.

laut.fm ist ein werbe fi nan zier ter Dienst, der

al le GEMA- und GVL-Ge büh ren sowie die

Strea ming kos ten für seine DJs bezahlt und

da für in den Sendungen gelegentlich Werbung

schaltet.

Vom schüchternen Schuljungen zum Superstar

"Es gibt im Moment keine konkreten Pläne für eine

Genesis-Reunion, aber ich würde das niemals für ausgeschlossen

halten", äußerte MIKE RUTHERFORD

(*1950) im Interview mit dem Weser-Kurier am Rande

seiner Konzertstation in Ritterhude mit den "Mechanics"

Mitte August. Auch sonst gebe es ständig ganz unterschiedliche

Berührungspunkte zwischen den Mitgliedern

der Startformation.

Mike Rutherford hat mit Genesis Meisterwerke des

Progressive Rock eingespielt. Alben wie Foxtrot oder

The Lamb Lies Down On Broadway prägten das Genre

und haben einen festen Platz in der Musikgeschichte.

Die Karriere von Genesis ist geradezu legendär: Vier

schüchterne und bescheidene Schuljungen gründeten

eine Band und wurden zu weltweiten Superstars. Mit

ihrem radiotauglichen Mainstream-Rock wurde Genesis

mit Sänger Phil Collins und Keyborder Tony Banks

zu einer der kommerziell erfolgreichsten Musikgruppen

der 1980er und frühen 1990er Jahre. In ihrem Zentrum

stand Mike Rutherford, der die Musik vom innovativen

Progressive Rock, damals noch in der Besetzung mit

256 Seiten, HC,

16/24 cm; € 23,99

www.hanibal-verlag.de

Peter Gabriel und Steve Hacket, bis hin zu globalen Riesenhits vorantrieb. Jetzt erzählt

er erstmalig in seinem Buch RHYTHMEN DES LEBENS die erstaunliche Geschichte

von Genesis und seiner eigenen Band Mike + The Mechanics (All I Need Is A Miracle).

Mike Rutherford klärt in seinem Buch über das besonderen Verhältnis zwischen Vater

und Sohn auf. Es ist zugleich die Geschichte der Verknüpfung von Musik, Familie

und Freundschaft in einem pflichtbewussten Leben, very British. Dabei berichtet der

bescheidene und sympathische Musiker von seinem Werdegang vor dem Hintergrund

einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung – bzw. Marine-Offizier vs. Rockmusiker – , die

auch sein künstlerisches Werk beeinflusste. Durch diese offenherzige und schonungslose

Analyse gewährt er dem Leser einen tiefen Einblick in komplexe psychologische Zusammenhänge,

wodurch er das Format einer herkömmlichen Musikerbiografie sprengt.

Und launig dabei zu erfahren, wie die vom japanischen Tournee-Veranstalter prononcierte

Anfrage "Mr. Rutherford, one car?" in "Mr. Rutherford, wanker?" phonetisierte,

was prompt zum running gag der Truppe wurd...

50 Jahre Star-Club Oberursel mit

Tremeloes und 2nd Generation

Im Boom der Beatwelle wurde 1964 in der TSGO-Turnhalle

den STAR-CLUB OBERURSEL gegründet, in dem

fortan die Größen jener Zeit auftraten. Nach genau

50 Jahren Grund genug für die Musikinitiative BE-

ATMACHER (beatmacher.de), dieses besondere Ereignis

mit den TREMELOES (Silence Is Golden) eine

der erfolgreichsten Bands der 60er Jahre für die 4.

Beat-Night zu verpflichten.

Als weiteres Highlight werden die Oberurseler Publikumslieblinge

und Garanten für eine stimmungsvolle Sixties-Party, die Gießener

Formation THE 2ND GENERATION, für einen Zweistunden-Auftritt

auf der Bühne der Oberurseler Stadthalle stehen,

die bereits mit verschiedenen Sixties-Größen auf Tour

war. Mit Original-Instrumenten und Verstärkern aus diesen

Zeit präsentieren Daniel Ehrhardt ("Fender Stratocaster",

Lead Vocals), Chrisitian Englisch (Keyboard, Vocals), Dennis

Chioldin (Bass, Vocals) und Marcus Leutner (Drums,

Vocals) den unvergesslichen Mersey-Beat. Ihre beziehungsreiche

CD (s.a. www.the2ndgeneration.com) mit dem Titel

Remember The Star-Club ist dann auch eine Hommage an

Beatles, Searchers, Rolling Stones, Kinks, Hollies & Co. –

Tickets für die Veranstaltung gibt es unter ADticket.de.

für Creative Bogart 23


CAL & ART

Nahezu ein WHO IS WHO regionaler

Bildschöpfer ist der 116 Seiten

umfassende Kunstkalender 2015 der

EDITION KALLIOPE (Gießen), jetzt erhältlich für

€ 16,80 im Atelier N O 6, Mühlstraße 6.

So stellen Anna A. Dörr, Franziska Erb-Bibo, Birgit

Kalkofen, Hans-Michael Kirstein, Thomas Mück, Sergej

Oster, Wadim Reis, Klaus Schröder, Margit Seiwert und

Ralf Steinmüller ihre 53 Zeichnungen, Illustrationen,

Malereien und Fotografien den wochenweise angelegten egten

Notizblättern wohl temperiert gegenüber.

Verlegerin und Galerie-Inhaberin Katharina Feld hat

die Arbeiten mit dem Blick der professionellen Graphikinszeniert

Designerin ausgewählt, auf FineArt-Papier und handhabbar im Format 21/21 cm per Softcover

mit Ringösenheftung konfektioniert. Eine Kurzvita aller an der

"Gemeinschaftsausstellung" Beteiligten ist sowohl im Anhang als auch

mit erweiterten Infos unter www.edition-kalliope.de d veröffentlicht, wo

der Kalender ebenso wie bei amazon bestellt werden kann.

Hugo-Boss Model und Oscar-Preisträger 2014 Jared

Leto – in Dallas Buyers Club für die Rolle des

transsexuellen Rayon als bester Nebendarsteller

– hat seine Popularität stets strikt von seiner 1998

gegründeten Alternative Rock Band „30 Seconds To

Mars“ getrennt. Die musikalische Qualität des Sängers,

Gitarristen und Songwriters setzte sich spätestens im

Vorjahr nach Erscheinen des vierten Albums „Love,

Lust, Faith + Dreams” ebenfalls nachhaltig durch.

Gründe genug für unseren Hamburger Illustrator

GIZMORIAN, die übersprühenden Talente des

charismatischen 42jährigen auf seine Weise zu

pointieren.

Während der aktuell im 50. Erscheinungsjahr

laufende legendäre PIRELLI-Kalender

auch in der 2015er-Ausgabe nur an die

Freunde des Reifenherstellers gegeben wird, ist

das nicht minder kunstvoll-erotische Projekt der

angehenden Tiermediziner für kleines Geld als

attraktiver Wandschmuck zu haben. Tradtionell hat

sich das "achte Semester" des JLU-Fachbereiches

wieder dieser "Abschlußarbeit" gestellt und persönlich

oder durch Freunde vertreten mit manchem was da

kreucht und fleucht zum Shooting eingelassen.

Die über 20 beteiligten Personen werden im "Abspann"

der zwölf mitunter "circensischen Dressurakte"

für ihren jeweiligen Part vor und hinter den Kulissen

namentlich gewürdigt. Allen voran Fotoprofi Anna

Voelske (Gießen), die im "Dschungelcamp" hinter

der Kamera zielsicher den Durchblick behielt und

Angelina Klerch, der bei der Produktion des

Kalenders die Zügel nicht entglitten.

vet & wild 2015 hat das Format 42/30 cm und ist

zum Preis von 9 € hier erhältlich: Fachbuchhandlung

Lehmanns, Frankfurter Str. 42 oder im FB 10 -

Veterinärmedizin der JLU, Frankfurter Str. 94.

24 Bogart Das Mitmachmagazin


MIT GIZMORIAN DURCH DIE JAHRESZEITEN

© GIZMORIAN: FUNKY JARED - JARED LETO (2014) www.gizmorian.com

MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO MO DI

SEPT. 2014 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

OKT. 2014 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

NOV. 2014 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

für Creative

Bogart 25


GIESSENER COMICSZENE

Hohes Lob für

Andreas Eikenroth

Seit 1994 vergibt der Interessenverband

Comic e. V. ICOM

diesen (aktuell mit insgesamt

2.000,– Euro dotierten) Preis für

Eigenproduktionen der Verlage

jenseits der etablierten, auf dem

Abdruck aus dem Ausland importierter

Comics basierenden Branchenriesen.

2014 fand die Preisverleihung im

Rahmen des Comic-Salons in Erlangen

statt. In der Kategorie "Herausragendes

Szenario" ging der

Gießener Andreas Eikenroth als

Gewinner hervor, dem dieses mit

seinem Album DIE SCHÖNHEIT

DES SCHEITERNS (110 Seiten,

EDITION 52) – "eine Alltagsgeschichte

mit lebensnahen Figuren,

die Biografisches aber auch er-

Comic vs. Fussball: Santiago stilisierte das "Wolfsrudel" zu Superhelden

Der vereinseigene Fernsehsender WÖLFE TV (www.vfl-wolfsburg.de) strahlte am 9. August

eine Exclusiv-Reportage am Rande des VFL-Trainingslagers aus, in deren Mittelpunkt der

Gießener Ali "Santiago" Mojahedi stand. Nicht als Neuverpfl ichtung des Erstligisten

sondern nach seinem cartooneskem Mannschaftsbild der Vorsaison um Diego & Co.

(s.a. BOGART 20) erneut als "Hofzeichner". Diesmal inszenierte der einfallsreiche

Grafikdesigner die Spieler

des aktuellen Teams

(v.l. Bas Dost, Vieirinha,

Naldo) ganz in dem von

ihm verstandenen Sinne

als "Superhelden in grünweiß",

wie er es auch im

Interview vor laufender

Kamera in Verehrung seines

Lieblingsvereins äußerte.

Screenshots aus TV-Übertragung

Comics neu entdecken

fundene Elemente erhält", so der

Gießener Anzeiger – vortrefflich

gelang.

Derzeit arbeitet der lokale Comic-

Protagonist (u.a. Begründer des

in der 90ern kultigen KAINSMAL)

an "Hummel mit Wodka", einer

Erzählung, die in Hamburg spielen

und ebenfalls in der Edition 52

erscheinen wird.

Mehr der szenaristischen Umtriebigkeiten

von AE gibt es hier:

parole-ae.blogspot.de

Die Frankfurter Buchmesse 2014 findet vom 8. bis 12.

Oktober 2014 statt. Ehrengast ist nach Brasilien im Vorjahr diesmal Finnland.

Auch auf der aktuellen Veranstaltung werden Liebhaber gezeichneter

Bücher wieder fündig! Ob Comic, Cartoon oder Manga, ob Funnies für Kinder,

Romance für Teens oder Graphic Novels für Erwachsene. Neben der Präsentation

von Comics an den Ständen, finden auf der Messe Autogrammstunden und

Zeichensessions statt.

2014 wird das Gastland Finnland den Samstag zum Comic-Tag der

Buchmesse machen! Weitere besondere Highlights: Das Finale der Deutschen

Cosplaymeisterschaft und die Verleihung des Deutschen Cartoonpreis.

Impression aus dem

Comic-Zentrum

Foto:

Alexander Heimann

Copyright:

Frankfurter Buchmesse

26 Bogart

Das Mitmachmagazin


Guardians of the Galaxy:

Die schrägsten „Helden“ des Universums!

Erstaunlich, wenn man bedenkt,

dass die 2008 in ihrer heutigen

Form (ein anderes GOTG-Team

existierte schon einmal 1969) von

Dan Abnett und Andy Lanning

erdachten Guardians bis dato

im Helden-Universum eher ein Nischendasein

fristeten. Jetzt können

auch ihre deutschen Fans Star-

Lord, Rocket Raccoon und Co. im

Kino in Action sehen.

Im Zuge des Films wurden die Comics

zum Hit – in den USA wie

hier. Der erste Band der neuen Guardians

of the Galaxy-Reihe, die

seit Anfang des Jahres bei Panini

erscheint, musste sogar nach kürzester

Zeit nachgedruckt werden.

Pünktlich zum Filmstart liegt nun

auch GOTG Band 3 vor, sowie

eine Collection, in der die ersten

beiden Ausgaben, die eine abgeschlossene

Story enthalten, in

einem Band zusammengefasst und

mit Bonusmaterial angereichert

wurden – ein idealer Schmöker,

um die schräge Truppe kennenzulernen.

Zudem ist die Vorgeschichte

zum Film als Comic erschienen

und es kommen zwei Cross-Over-

Hefte, die die Guardians und die

X-Men ab 26. August in ein gemeinsames

Abenteuer führen.

Seit 28. August im Kino –

hier die Vorgeschichte zum Film:

Heft, 52 Seiten, 4,99 €

paninicomics.de

Dieter Lumpen: Gesamtausgabe

Text: Jorge Zentner

Zeichnungen: Ruben Pellejero

304 Seiten; Hardcover; € 39,80

Finix Comics

www.fi nixcomics.de

Ein echter comicaler Goldschatz

(HMK) Zu den definitiven Höhepunkten sommerlicher Comicpublikation

gehört die bei Finix jetzt erschienene Prachtedition des

spanischen Abenteuer-Jung-Klassikers Dieter Lumpen, zwischen

1985 und 1991 von dem Tandem Jorge Zentner (*1953) und Ruben

Pellejero (*1952) mit kreativster Verve kreiert.

Der argentinienstämmige Texter Zentner, ursprünglich Journalist, hatte mit dem

kongenialen Illustrator Pellejero bereits u.a. Kurzgeschichten über die Wirkung

des Radios auf Menschen verfaßt (FM - auf richtiger Wellenlänge), bevor beide im

spanischen Magazin Cairo ihr bis dato signifikantestes Meisterwerk lancierten.

Der comic-künstlerische Boden war im Spanien jener Dekade bestens präpariert:

seit dem Ende der faschistoiden Franco-Diktatur in den Mitsiebzigern

traten im Kulturleben des Landes vielerlei innovative Kräfte auf den Plan, so

auch im Comicmilieu. Autoren und Zeichner wie die Fuente-Brüder, Sanchez

Abuli, Jordi Bernet, Carlos Gimenez, Daniel Torres, Julio Ribera oder Manfred

Sommer ließen aufhorchen – anspruchsvoll-reflektierte Comics, mal komischen, mal realistischen Sujets waren

an der kreativen Tagesordnung. Schließendlich konnte sich das Team Pellejero/Zentner in diese niveausatte

Phalanx einreihen.

Transfers in andere Länder waren die Folge – so erschienen drei Alben bei Carlsen (um 1990). Finix, jener eingetragene

Verein mit der listigen Verlagsaktivität (so werden speziell franko-belgische Topcomics, bei Verlagen

eingestellt, hochprofessionell weitergeführt), bündelt nun die diversen Lumpen-Shortstories mit einer komplexen

68-Seiten-Geschichte, Interviews, Covern, Aquarellstudien und Storyboards zu einem echten comicalen Goldschatz.

Ein wahrhaft prickelnder Bildgeschichencocktail erfährt seine editorische Apotheose ( ... auch Dank des

versatilen "Splitter-Masterminds" Horst Gotta im Hintergrund ... )!

Irgendwo in den 20ern/30ern des letzten Jahrhunderts zeitlich verortet, erlebt der global driftende Abenteuerer

Dieter Lumpen seine Enqueten dort, wo phantasiestimulierende Locations, Action, Mystik und flirrende Erotik

zum absoluten Amalgam des Abenteuerlichen werden: Lumpen, der in mitchumnesker Verdichtung Tatpragmatismus

und eine gewisse somnambule Melancholie sein Eigen nennt, wird in Ceylon ebenso in eine Diamantenaffäre

verstrickt wie in der Karibik mit einer Hollywooder Filmproduktion konfrontiert. Nichtzuletzt ist die lange

Story eine visuell betörende Tour de Force voller süffiger Zitate und Anspielungen auf pittoreske Schauplätze und

Sets, Film und literarische Mythen.

Ein Gutteil der Lumpen‘schen Faszination

kommt natürlich auch über die

Pellejero‘sche Visualisierungskraft.

Die kombinierten Pinsel-/Federillustrationen

sind von größter Lebendigkeit;

die energisch fließenden,

rund-modellierten Konturen und die

verdichtend-plakative, aber dennoch

nuancierte Kolorierung macht aus

den augenzwinkernden Erlebnissen

des Charakterkatalysators Dieter

Lumpen eine zeitlose Ereignisgalerie.

Über allen Comic-Abenteuerprofis

schwebt ja blaupausenartig der

Geist des Amerikaners Milton Caniff

und seines ikonischen Terry and

the Pirates (1934-1946); es folgen

Meisterstrips wie die der klassischen

Belgier Jijé (Valhardi, 40er/50er

Jahre) oder Gregs und Hermanns

rauer Neo-Kultstreifen Andy Morgan

in den 70ern. In Italien stoßen Attilio

Micheluzzi und vor allem der umtriebige,

sich clever mythomanisch stilisierende

Hugo Pratt (1927 - 1995)

mit seinem fabulierprallen „Seemann

ohne Schiff“ Corto Maltese in die

Richtung des ewigen, horizontfixierten

Abenteurers. Er hat seinen definitiven

Platz im Pantheon der Abenteuercomics,

jener Dieter Lumpen

– ein kreativ substantiierter Plot, ein

elegantes, atmosphäreevozierendes

Artwork sowie die höchstmeisterliche

Beherrschung comicspezifischer Dramaturgie

machen den Strip zu einem

sicheren Anwärter für die Kategorie

„50 Comicalben für die Insel“...

für Creative

Bogart 27


Der "Deutsche Cartoonpreis 2014" steht unter dem Motto "Verboten!" Der vom

Hamburger Carlsen Verlag und der Buchmesse ausgerichtete Wettbewerb hat

sich in der Szene etabliert. Hunderte von Teilnehmern jedes Jahr beweisen den

hohen Stellenwert. Er richtet sich sowohl an Nachwuchstalente als auch an bereits

erfolgreich veröffentlichende Cartoonisten.

Seit 2006 verleihen die Frankfurter Buchmesse und der Carlsen Verlag den Förderpreis

"Deutscher Cartoonpreis für neue Talente". Seit 2012 wird der "Deutsche Cartoonpreis"

in den Kategorien A und B verliehen. A steht für Cartoonisten, die bisher

noch kein eigenes Buch veröffentlicht haben, B für Cartoonisten, die bereits mindestens

ein eigenes Buch publizierten. Die Gewinner des Deutschen Cartoonpreises

wurden von der Jury ermittelt und sind bereits informiert und auf die Buchmesse eingeladen

worden.

Die drei Sieger erhalten Cartoonbembel (typisch hessisches Tongefäß für Apfelwein),

außerdem gibt es einen mit 1000 Euro dotierten Förderpreis für ein neues Talent, das

bisher noch kein Buch veröffentlicht hat.

Alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, in dem Band zum Wettbewerb "Verboten!" für

ein angemessenes Honorar veröffentlicht zu werden. Der Band erscheint im Oktober

2014 und wird auf der Buchmesse zur Preisverleihung präsentiert.

Mit dem Preis und der damit verbundenen Buchpublikation wollen die Frankfurter

Buchmesse und der Carlsen Verlag den Cartoon als Kunstform einem großen Publikum

präsentieren und gleichzeitig weiterhin einen Cartoonisten / eine Cartoonistin

besonders fördern.

Das Buch ist für € 9,99 im Handel oder im Carlsen-Shop (www.carlsen.de) erhältlich.

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Fortsetzung: In den 60ern und 70ern nun

führte der universell begabte Texter und

Chefredakteur Greg (Michel Regnier, *1931)

»Tintin« zu besonders hohen Erfolgstönen:

Mit dem Zeichner Dany (*1943) entwickelte

er die augenzwinkernd-ironische »Alice in

Wonderland«-Parodie »Olivier Rameau«; mit

präziser aber auch prickelnd lasziver Linie gab

Dany dieser Fabel eine durchmodellierte Stilfolie.

Von Altamira bis Entenhausen -

COMICS: Erscheinungsbilder einer

populären Kunstform

Mit Routinier Eddy Paape (1920-2012) kreierte

Greg dann die vor allem in den 70ern scharfes

Erzähl- und Stilprofil ausstrahlende Abenteuer/SF-Serie

Luc Orient um einen jungen

Wissenschaftler und sein Team; der »typisch«

französische Abenteuerfilm der Zeit (à la Enrico,

Sautet oder Giovanni) lieferte den dichten

atmosphärischen Zugewinn in Stories, die

geschickt mit SF-Mythen spielten, aber auch

aktuelle Zeitängste benannten (Genmanipulation).

Der Zeichner Paape materialisierte

diesen Streifen mit zunehmend realistischer

Verve – Spektakuläres alternierte geschickt

mit Passagen ruhiger Intimität.

Zusammen mit dem Zeichner Wiliam Vance,

einem flexiblen Genrespezialisten mit Sinn

für »filmische« Erzählabwicklung, schuf er die

energische »Mission impossible«-Paraphrase

um den kettenrauchenden Bruno Brazil, der

in neuzeitlichem Architekturambiente den Tätern

auf der Fährte ist. Der Zeichner Hermann

(1938-), einer der kompetentesten Comictechniker

überhaupt, mit schier traumwandlerischer

Sicherheit im Einsatz von Comicspezifika

wie »Einstellungen«, Montage und

Layout, ist Gregs Partner bei der Realisation

von Andy Morgan (1966), einem flamboyant

gezeichnetem Abenteuer um eine Yachtbesatzung.

Desweiteren gestalteten beide den

archetypischen Edelwestern Comanche (ab

1969), eine vom gebrochenen Italowestern

beeinflußte Geschichte eines drifterhaften,

zweiflerischen Cowboys.

Gregs Gespür für situationsadäquaten Dialog

und Hermanns kraftvolle illusionistische

Modellierungen sowie Farbklänge machten

Comanche zu einem Markstein realistischer,

zunehmend »erwachsen« werdender Comics

(im Sinne komplexer Themenbefragungen).

Für das mittlerweile legendäre französische

Comicjournal »Pilote« (1958-89) entwarf Greg

in Personalunion den »Anti«-Familienstrip

Achille Talon, hier schwadronierte ein fieser

Kleinbürger egomanisch pseudointellektuelle

Weisheiten.

Wie oben erwähnt, brachten die 70er für "Tintin"

viel Gewinn: Der Westschweizer Derib

(1944-) startete mit Buddy Longway, einem

28 Bogart

Das Mitmachmagazin


Hans-Michael Kirstein

100 Jahre comic (IV)

Illustriertes Skript, großformatig

8stg. € 4,60: r.mr@gmx.de

sensiblen Western über eine gemischtrassige

Trapperfamilie, die lange Reihe seiner quasidokumentarischen

Indianerepen. Ein anderer

Schweizer, Cosey (1950-), lieferte mit »Jonathan«,

einer betont graphisch definierten

Abenteuerphantasie um einen Aussteiger im

Himalayagebiet, eine dem »typisch französischen«

poetischen Realismus zugewandte

Serie; diese Tendenz setzte Cosey auch in den

80ern mit Comic-»Romanen« wie »Auf der Suche

nach Peter Pan« fort. Konventionelleren

Inhalts sind die Serien des begabten Stilrealisten

Edouard Aidans (1930-) wie die der

Reporterfamilie Les Franvals; nichtsdestotrotz

zeichneten sich seine Arbeiten durch gut wiedergegebene

Alltagsgesten aus.

Das bereits angeführte französische »Pilote«

gehörte nun auch zu den »Kaderschmieden«

franko-belgischer Comic-Kultur: Asterix, der

aus: Leutnatnt Blueberry (Band 39) Die letzte Karte (Ehapa 1985)

international gewaltige Erfolg (seit 1959) über

Gallier zur Zeit römischer Okkupation, war

eine von Texter Rene Goscinny (1926-77) und

Zeichner Albert Uderzo (*1927) kongenial

komprimierte Mixtur aus historischer und aktueller

Parodie, slapstickhafter Gagturbulenz

und psychologisch genau ziselierter Typengraphik.

Mit gleichem Genie entwickelte der

von »Mad« geschulte Goscinny zusammen

mit Zeichner Morris (1923-2001) die forcierte

Westernparodie Lucky Luke – eine mit flüchtig-bewegtem

Pinselgestus geschaffene, Westerhistorie

- und -filme outrierende Farce.

Zu »Pilote« gehörte auch

der Vieltexter Jean-Michel

Charlier (1924-89), ein begabter

Dramaturg und

Techniker. Seine von Caniff

beeinflußten Fliegerserien

wie Buck Danny (gezeichnet

im sterilen Quasirealismus

von Victor Hubinon, 1924-

79) sowie Mick Tanguy (ab 59

in »Pilote«, gezeichnet von

Uderzo in brillanter, komisch

gebrochener Manier; dann ab

67 gezeichnet im düster-expressiven Duktus

von Veteran Jije (1914-80) sind inhaltlich munter

bramabarsierende Verklärungen amerikanisch-französischer

Außen- und Militärpolitik.

Seine nuanciertesten und reifsten Creationen

sind der bärbeißige Rote Korsar (gezeichnet

von Hubinon, später von Jije) und

endlich der überragende »Edelwestern«

Ltn. Blueberry (ab 1963).

Blueberry, ein geschickt charakterisierter

Grenzgänger zwischen

indianischer und weißer Welt,

durchläuft spannungsvoll alle Stadien

amerikanischer Historie zwischen

1865 und 1885. Auch der

Einfluß des Italowestern schärft

Charliers Gespür für das Skurrile

und Unkonventionelle – der Strip

läuft zu guter Letzt weit über die

»Üblichkeiten« herkömmlicher

Genredramaturgie hinaus. Dies

ist natürlich das Mitverdienst des

Zeichners Jean Giraud (1938-

2012). Der Jijé-Schüler (er assistierte jenem

beim epischen »Spirou«-Klassiker Jerry Spring,

einer mit malerischer Pinselverve gestalteten

Serie um einen hilfsbereit-lakonischen Westmann)

entwickelt rasch einen kraftvoll ausdifferenzierten

Realismus bei gleichzeitiger

Adaption »filmischer« Sequenzgliederung.

Parallel zur Westernarbeit kultivierte Giraud als

»Moebius« satirisch-surreale Anderswelten. Er

entwickelte hier eine spezifische, Barock und

Art nouveau geistreich verschmelzende Stilistik,

die dann auch in »Blueberry« entschlackt

zurückfloß (was dem Streifen natürlich in der

Visualisierung der Bildgegenstände eine vollig

antiphotographische Linienstilisierung

beimaß).

aus: Moebius: ARZACH (1977; Heavy Metal, NY)

Giraud wurde dann folgerichtig einer der

Geburtshelfer der "Erwachsenencomic"-Explosion

in den Frühsiebzigern. A propos »Erwachsenencomic«:

Blenden wir noch einmal

zurück in die 60er. Eine Zeit der soziokulturellen

und politischen Umwälzungen und

Neubewertungen vor allem in Nordamerika

und Mitteleuropa. Diverse, entsprechend

ableitungsfördernde Stichworte mögen hier

die seinerzeitigen Befindlichkeiten fixieren:

»Nouvelle vague«, Rockmusik, Bürgerrechtsbewegungen,

Vietnamkrieg,

Flowerpower, Hare Krishna,

Frankfurter Schule, Drogen,

Women's Lib, Pop Art, Op

Art, »Easy Rider«, »Jet'aime«,

»Black Panther«, Mai 68 und

»die Kinder von Marx und

Coca Cola«. Im Frankreich

jener Jahre ging es los:

»Barbarella«, ein parodistischer

SF-Streifen von J.-C.

Forest (1930-1998), liebte

sich durch einen biomorphen Kosmos

(»Victor, Ihr habt Stil«. Roboter Victor: »Madame

sind zu gütig. Meinen Impulsen haftet

immer etwas Mechanisches an!«) und wurde

somit ein garantiert boyscoutfreier Erwachsenenstrip.

(Fortsetzung folgt)

DIE GALLIER KÖNNEN AUCH LATEIN!

Die Asterix Latein-

Bände sind für Schüler

und Lehrer eine tolle

Alternative zu De bello

gallico. – Insgesamt sind

22 Abenteuer der gallischen

Helden auf Latein erschienen - alle

mit viel Sorgfalt und Liebe fürs philologische

Detail. Und selbst wenn man für den

Notfall kein Wörterbuch zur Hand hat: Jedem

Asterix Latein-Band liegt ein Glossar

mit den wichtigsten Begriffen und deren

Übersetzung bei.

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Apud Gothos

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Originaltitel:

Asterix

und die Gothen

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Bogart 29


Weckmarkt 17

Di bis So 10–18,

Mi 10–21 Uhr

caricatura‐museum.de

KURT

HALBRITTER

(bis 16. Nov. 2014)

Venus im Tümpel,

unveröffentlicht

© Kurt Halbritter /

Quelle: Inst. f. Stadtgeschichte

2014 wäre Kurt Halbritter 90 Jahre alt

geworden. Das caricatura museum zeigt

das Werk des Frankfurter Künstlers in

Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte

in einer großen Ausstellung.

Kurt Halbritter (1924-1978) war bereits als Schüler

ein Zeichentalent. Erst nach einer Ausbildung

zum Chemographen, Krieg und Kriegsgefangenschaft

konnte er sich ab 1948 an der Werkkunstschule

Offenbach, der heutigen Hochschule für

Gestaltung, seiner Begabung widmen. Vorbilder

waren für ihn Paul Klee, Daumier, George Grosz.

Als er Saul Steinberg entdeckte, war sein Weg zur

Karikatur eingeschlagen. „Spätestens hier wusste

ich, dass das, was ich wollte, an dieser Schule

nicht gelehrt wurde“, äußerte sich Halbritter rückblickend.

Er verließ die Schule ohne Abschluss

und arbeitete ab 1952 als freier Zeichner. 1954

erschien in der Schmunzelbuch-Reihe bei Bärmeier

& Nikel sein erstes Buch, „Disziplin ist alles“,

zeitgleich zur Debatte um die Wiederbewaffnung

der Bundesrepublik. Er war der erfolgreichste

zeichnende Autor für den Verlag und folgerichtig

war er bei der 1962 gegründeten Satirezeitschrift

PARDON von Anfang an dabei und gehörte dort

zu den prägendsten Zeichnern. 1978 starb er mit

53 Jahren auf einer Schiffsreise nach Irland an

einem Herzinfarkt.

Wer noch nicht alle Tassen im Schrank hat, ist spätestens mit diesem "dreifältigen"

Henkelbecher für alle Trinkgelüste bestens ausgerüstet. Und

auch ohne Heiß- oder

Kaltgetränk ist die umlaufenden

Illustration

des Gießener Comiczeichners

Artur Frank

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Summer of 2014: Gießen blüht auf!

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Jetzt weiß jeder,

was ihm hier so

blühen kann!

Ist auch 'ne plastische

Imagekampagne für das tolle

Gießkannenmuseum!

Und so`n rot-grünes Wassergefäß

anstelle des Löwen

im Stadtwappen wäre perfekt!

SUPERCHATTER ( 6 )

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SUPPENMAN

SPLASHSH

MAN

LAGA

2014

MAYOR

WOMAN

OH SHIT! GUT,

DASS GIESSEN NICHT

DARMSTADT

HEISST!

Gießen, Plockstraße im August 2014 (Foto: RMR)


Szenario: Wadim Reis

Text: R. Müller-Rode

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Umlaufende Gesamtansicht, 85 x 180

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limitierte Auflage

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Dóra Szöke,

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Druckfläche 85x180 mm,

spülmaschinengeeignet

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